1876 / 89 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 12 Apr 1876 18:00:01 GMT) scan diff

a. D.. die Erlaukniß zum Trasen der Uniform dcs Drag. Regis.

Nr. 25 ert eilt.

Jm YanitäiScorps. Berlin. 3. April. ])r. Aberle, StabZarzt der Landw. vom 1.__Bat. 2. andw. Regis. Nr. 120 der Abicbicd bcwiüigt. Durch Verfugung d;:s Corvs-Generalarzreß De n 21. März. 1)1'. Salxmann, Brett, Ober-Lazarethgebxrlfexr der Reserve im 2. Bar. 1. Landwehr-Rogis. Nr. 119, zu Unterarzteu der

Rei . ernannt.

Jichtaintsiches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 12. April. Se. Majeüä: dc; Kaiser und König nahmen heute Vormittags im Beisein des Gdixvcrnrurs und des Kornnmndantcn von Berlin militärische Myldimgen cntgcgrn, hörten den Vortrag ch Chefs des Civil- kadincts, Gcheimsn KadinctI-Ratiys von Wilnwwski, und cmpfinan dcn Gdfandtcn am Königlich schwedischcn Hofs, Vorl Pfucl, sowic dcn Ritterguisbcfiizcr von Arnim-chicdom, Lieutenant der Rciorv? ch 1. Bi'andciidurgiichcn Dragoner- RLJÜUCUTZ Nr. 2.

_ Ihre Majestät die Kaiserin-Königin wodnie gestxrn der liturgisckgcn Abend-Andack)t im Tome bei.

_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit" drr Kronprinz nahm gestern um 11z11hr Vormittags miii «rische Meldungen entgegen und empfing um 11 Uhr den G,!)ei,.cn Archiv-Rath ])r. Hassel. _

Abcnds 6 Uhr wohnte Höchstderselbc mit den Prinzen Wilhelm und Heinrich dim Gottesdienste im Dom bei.

_ Der BundeSrath trat hrute zu einer Sißung zu- sammen.

_ Das Staats-Ministerium versammelte fich Heute Nachmittags 2 Uhr zu einer Sißung.

_ Der Ausschuß des BundeSraihs für das Justiz- wcsen beschäftigie fich in den Siizungen vom 6„ 7. und 10. d. M. mit den Beschlüssen der Reichs=Iustizkommisston „. den Entwürfen der Civil- und Straiprozeßordnung und fteUte in der Sißimg vom 11. d. M den an den Bundrkzrati) zu richtenden Antrag fest.

_ Die vereinigten Anssckiiiffr fiir Hands! und Vkrkcsyr und fiir Reciwungswcicn baden bei dem Bun dss kati) kea11tragt,zirbe- ici)lics;cn: Die Vcrtdcilung dcs Prägemaieriais zurHcr- stellung don Reichsmiinzcn anf dic dcnischsn Münzstättcn hat im Jaiyrc 1876 in drr Wdiic zu Erfolgsn, dai; davvn 53,4 Prozent auf die Königlich prcußiichen Miinzstäitcn, 11,5 Prdzrnt uns die Miinzstäiic in Miinchsn, 5,9 Prdzcni aiif dic I)iünzstätic in Drode, 8,7 Prdzcni auf die Miinzstäitd in Stiiitgarr, 7,5 Prozent auf die Münzstätte in Karlsruhe» I„ Prdzrni auf die Münzstättd in Darmstadt, 10,7 Prozciit auf die Münzstätte in Hamburg cnifallen. Die im Jahre 1876 fiir Rechnung drs Reichs anszmnünzende Goldmenge wird auf etiva 30,000 Pfund fein festgririzi. Dieser Goldmcngc wird derjenige Goldbctrag hinzugerrckßirt, welcdcr nach den vorhan- denen Anmeldungen im Jahre 1876 fiir Privatrechnung zur LiuSprägimg gelangt.

Nack) AUSprägung iämmiiich€r kontra'ktiici) noch zu liefern- dsr NickcimünzpläitMn ist mit dcrHcrstcllimg von Rcich511jckck5 münzen einstweildn innc zu iyaite'n. Lin Reich§nicheimiinzcn siiid vorläufig 33 Millionen Mark in drn Vrrkcdr zn bringsn. Dic iibcr diesen Betrag Hinaus gcprägien Nickelmiinzcn Mrdcn dis ani ivsitcres Und so lange nicht ein dringcnch Bedürfnis; ihre Vorausgadrmg fordert, fiir Rechnung deÖ Reich aufbewahrt.

FcrUcr [)adcn dia Liiisirdiiffc beantragt, auch die Liiwprägung VON Zweimarkstiickcn ZU grncimiigcn.

_ Die Reickzs-Cholera-Kommission hat ihre Bc- raiizimgcn am 10. 1). M19. geschlossen.

_ Die heutige „Prov. Corr.“ entdäit eiiien Artiksi, in méickzem die gegenwärtige Lage der katholischen Kinds in EUropa in eingehsnder Weise erörtertund am SrdiuffeVerwaY- rmrg eingelogt wird gegen den Irrihmn, „ais seien die Gsfahren, welchcder katholischen Kirche Eben in allen Staaten drohen, das Werk oiiwr vermeintlich kirchenfeindlichen driiisckxn Politik ; _ vielmsdr diirite die Erkenntniß immer klarsr werden, daß in jendn ail- sciiigcn Gefahren lediglich die Folgen des Vatikanischen Conciis hervortrctcn, wic fie iiicht 13105 für Deutschiand, son- derrx fiir aiie Länder der Weit von den frömmsicn Bischöfen Und von den der Kirche drgedcnftsn Regierungen ais UUVIT- meidiick; vorausgesehen und während des Conciis selbst warnend vordergeiagt worden waren.

Aus dcr Vcrkirndignng von Grundsäxxen, „„wdicize nirgends im christlichcn Europa zngeiaffen urid anérkannt sind““, 1de diirch wsickze „„ein v:rdcrb1icher Widerstreit zwischen der bürger- lichen GcscilsYafi Und der Kirche geschaffcn worden ist““, _ mriixcn nach und 116771) in alien Staaten die schw2rsten Vcr- wichelungen für dic Kirche enistehen; die deutsche Politik hat in dicser Beziehung uur zuorst mit Klarheit Und Entschiedenhsit die staatlichen Gesicht?;punkte vrrirrien, weiche schiießiich jcde Re- giérimg zu verthridixzrn genötdigt ist, wenn sie nicht der abso- iutrxi Unterordnung unter die kirchliche Souveräneiäi ver- faiisU will.“

_ Der-iMinister der geistlichen :c. Angelegenheiten hatdcm [LZTCLidén Ausschuss des deutschrn Fröbelverbandes auf eine von demselben überreichte Denkscdrift eröffnet, daß die Be- derrtmtg zweckmäßig eingerichtéter BildungSanstalicn für noch nicht schU1iähige Kinder, welchen im elterlichen Hause die aus- rcich€nde Pflege nicht gewährt werden kann, für das öffentliche Wadi von dem Minister in ihrem voiisn Umfange anerkannt werde. ES werde daher in dem pädagogischen Unterrichtc auf déi: SchUlichrrr- und den Lehrerimicn-Semii:aren sowohl der Sircde ieidft wie der Vsrdienste Friedrich Fröbel?» um dieselbe gerührend gedacht. In wie iveit es ausführbar sei, mit Jr“. Lehreüxm9n-Seminaren ohne Beeinträchtigung ihres närhsten Zwécksß Einrickitungkn zn verbinden, durch welche die angehen- der: Lehrerinnen Griegenhei: erhalten, fich in der planmäßigen Bsichäirigung mit nock; nicht schu1fähigen Kindern zu Üben, sei bersits seit Längerer Zeit ngenstand eingehender Erwägung im Ministerium.

Ebenso werde drr Vrrband Überali der Bereiiwiiligkeit der bkfreffenden RégiLrUNJLU begegren, wenn er die Vermittelung derseiben zu Mixtdeiirmgen üizer ieiiie Zwecke und seine Erfolge ar. die Leöxrer und Lehrerinnen in Anspruch nehme.

Endlich würden die betreffenden Regierungen "ihre Zustim- mixx'g nicht versagen, wenn G-Zmeinden, in welchen für

die Volksschulen tSreichend gesorgt ift, einen Kinder- garten als unterße Stufe an die Volksschule an- schließen oder mit den höheren Mädchenschzrlm Ver- anßaltungen zur Ausbildung von Kindergärtnermnrn ver- binden wollen. Wenn der leitende Ausschuß des deutfchen Fröbel- verbandes dagegen den weitergehenden Antrag ßelle, daß _utzter den verschiedenen Systemen der Bildung noch nicht schulfahtger Kinder von StaatSwegen das von Friedrich Fröbel vorzugs- weise empfohlen werden solle, so könne dem keine Folgx gegeben werden. Gerade um des Werthes der Sache [elbß eren und wegen ihrer Bedeutung für das Wohl der latzdltchetz Bevöl- kerung, sowie der Bewohner größerer Städte durfe kemor Be- ßrebung auf diesem Gebiete hindernd entgegengeiretetr werden und es sei dies um so weniger zulässig, als die bisherigen (Zr- fahrungen noch keimSwer auSreichep, uw uber dte Vorzuge oder Nachtheile der einzelnen Lchrwersen em fich-xrcs Urthcii zu

gewähren.

_ Dic Vevollmächtigtrn zum BundeSratl): „Kdnigiich iäch- fischer StaatOMinistor der Justiz, Abeken, Königlich 1achfische_r Geiieimer Iuftiz-Rath Anton, Großherzoglich badischer Mm:- fterial-Präfidem Wirk1icher Geheimer Rath von Freydorf, Großherzoglich sächfisch2r Geheimer Iuftiz-Rath 1)r. Brugcr, Fiirßlick) schwarzdurgischer Staais-Minifter von Bertrab find von Brrlin abgereist.

_ Der Kaiserliche Botschafter, Graf zn Münster, hat einen ihm Lerrhöchst bewiüigtcn Urlaub angetreten. Wahrend seiner Abwssenheit fungirt der Legations-Rath Freiherr von den Brincken als interimistischer Geschäftsträger.

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_ Der Kaiserliche Botschafter m Rom, Herr von Keudel 1, ist auf seinen Posten zurückgekehrt und hat die Leitung der Kaiserlichen Boischafi wieder übernommen.

Paderborn, 11. Aprii. Heute hat der Landraii) Ienßich hierseibst im Auftrage des Ober:Präfidenten auf Grund einer Verfügung des Kultus - Ministers die Schließung des bischöflichen Knabcn-Seminars vorgenommen;?

Bayeru. Dem „Schwäb. M.“ schreibt man aus Würz- burg untrr dem 8. April: Das Manuskript der gegen d;:s bayerische Ministerium grrichteten Resolution der katho- lisckzcn Bürgervereine von Kißingen und Würzburg wurde bei dem Vorstands des erfteren Vereins gefunden, und wird nunmehr die Ankxage wegen Beleidigung des Gcsammt- MinisteYriums weiter verfolgt werden.

Sachsen. Dresden, 11. §April. Die Zweite Kam- iner nahm heute in der Hauptvorberathung die Novelle zum Staatsdienergeseß fast ganz in Uebereinstimmung mit den Beschliiffen der Ersten Kammer an.

Baden. Karlöruhe, 11. April. (W. T. B.) Die Zweite Kammer hat an Stelle des erkrankteii Präsidenten KirSner Lamer) z'um Präsidenten gewählt. Die nächste Sißung ist auf den 24. d. M. anberaumt.

_ In der Sitzung der Zweiten Kammer vom 7. d. M. kamen 11.21. die Matrikularbeiträge zur Verhandlung. Bei diesen Postcn sprach der Kommisfiongericht dsn Wimsch aus, daß es dem Reiche bald gelingen möge, dnrch eine durch- greistnde sachgemäße Umgestaltung der indirekten Steuern der Reichskasse cine Einnahmequelle zu eröffnen, welche das Reick; unabhängig von den, Matrikularbeiträgen der Einzeiftaaien zn machen im Stande sein wird. Staats-Miniftcr IOÜL) beionte die vorhandeneUeberrinsiimmung der ngierang mit diesem Ziele, jedoch auch dix damit verbundenen Schwierigkeiten.

_ In der Sißung am 9. gab bei der Beratßung des Budgets der Eisenbadn-Beirieds:Verwaltung dsr Mannheimer Nbg. v. Feder dcn Klagen des badischen Handelsiiandes und besonders der ersten Han- delsstadt Maniiheim Über die vielfachen Brnochtheiiigun- gen, weiche diirch die Tarifvcrhältniise zwisckgm den deutschen Bahnen nördlich und östlidk) von Fraiikfnrt einerssiis umd dcn elsässischen Bahnen andererseits hervorgerufen werdsn, AUSdeck. Nachdem er diese Sciyäden dnrch Zahlen nachge- wiesen, hob er hcrvor, daß Badcn das Elsaß nicht um seine billigen Frachtiarife beneide, aber als gicichbdrechtigies Giicd dcs Dentishrn Reiches Anspruch auf gleichmäßige Behandlmig habe". Das Hrmdeis:Mi11istkrium treffe kein Vor- wurf, aber es sei Sache dcs Reich6=EisendahnamteS, die Beikiiigung dieser den Janko! desrhädigenden Zustände in irgend diner Weise anzustreben, um so mehr, asc); Baden dem Reiche in alien großen Fragen derritwiüig entgegriikomme.

Elfasz-Lothringen. Med, 7. April. Dcr loiHringische Korrespondent der „Magd. Ztg.“ kotiftatiri mii Befriedigung, daß die höheren Lehranstalten Eisaß-Lothringkns eine stetige Zunahme an einheimischen Schülern aufweisen, namentlich die- jenigen Aristalten, Welche fick] von jeher mehr am; den Kreisen der ländlichen Bevölkerung rekruiirten, nämlich die Lehrer- und Lehrerinnenseminarien. BeispielSweiir zähit das Lrhrerseminar za MKH 75 Zöglinge, d. i]. so viele, als die Liiiftait Überhaiwt aufnehmen kann. Das vor zsim Monaten ins Leben getretene errcrinnenseminar, ebenfaiis zu Meß, hat gegen- wäriig schon über 60 Schülcrinnen; zu der Präparanden- anstalt zu St. Avoid ist der Andrang so stark, das; ungefähr die Hälfte der fich Anmeldrnden abgewiesen werden muß. Im Verlaufe der vergangenen Woche wurde in Saarbnrg die Auf- nahmeprüfung fiir das am 25. d. M. zu eröffnende Lehrer- seminar abgehalten, wobei fich gegen 40 junge Lothringer, aus- schließlich dsr ländliizen Bevölkerung angehörig, einfanden. Es [affe fich daraus der Schluß ziehen, daß die Landbevölkerung, We[ch€ den Heizereien Wenig zngänglick; sei, fich mit der neuen Gestaltung der Verhältnisse vsriöixnt habe und sich nicht mehr scheue, in die Dienste dsr neuen Regierung zu treten. Daß auch die Bevölkerung der Städte didiem Beispiele folgen werde, diirfe als fichsr angenommen werden.

Oesierrsich=Ungckrm Wien, 10. April. Ueber die Verhandlungen mit Ungarn schreibt die „Presse“: Die heutige gemeinsame Minister-Konierenz, die erst Nack]- mittags abgehciltcn werden konnte, da Graf NUdkaffL) Vor- mittags von dem Kaiser in Audienz empfangen wurde, währte gegen sechs Stunden; morgen Vormittag werden die Konferenzen zur gewöhnlichen Zeit wieder fortgeseyt. In der Sitiiation ist, dem heutigen Bulletin zufolge, keine Aknderung, sei es zum Bcffern, sei es zum Schlimmern, eingetreten. Von dsr Konferenz ins ungarische Ministerial- gedäude zurückgekehrt, empfingen die ungarischen Minister eine aus Preßburg unter Führung des Redacteurs Simonyi und des Fabrikaiiten Kcffeldauer eingetroffene Tepntaiion des

dortigen Hxndels- und Gewerbeßandes. Simonyi hielt iwan- garischer, Keffelbauer in deutscher Sprache an de_n Mimfter- Präfidenten TiSza eine Ansprache, welche darin gipfelte, daß Ungarn ohne selbßändiges Zollgebiet und ohne selbßändige Notenbank nicht fortkommen könne und eine Revision des Gewerbegeseßes eine brennende Nothwendigkeit sei. Minister- Präfident TiSza erwiderte, nach der ,Pester Carr,“, in dein- scher Sprache: Die Regierung erkenne selbß die Nothwendtg- keit einer Verbeffcrung des Gewerbegeseßes und der Handels- Minister werde auch diesbezüglich das Nöthige thun. In Bezug auf die Zolifrage könne man gegenwärtig, da eben Unterhatzd- lungen über dieselbe im Flusse find, keine eingehenden AuSem- anderseßungen von ihm erwartsn. Er achte dic Ueberzxu- gungen Anderer, müsse jedoch als seine eigene unerschütterltche Ueberzeugung betonen, daß die Errichtung eines separatxn Zollgebietes selbß unter freundlicheren Verhältnissen fur Ungarn und namentlich für die Grenzßädtc nicht von Vor- theil wäre. Die Regierung werde in dieser Beziehung, _wie auch hinsichtlich der Vankfrage, deren Stand fich gegenwartig gleichfalls detaiÜirten Mittheilungen entziehe, ihre Pflicht gegen das Vaterland gewissenhaft erfüilen.

_ (Presse.) Die seit Jahren in Verhandliing stehende Angelegenheit der Militärbequartierung scheint nun m den gemeinsamen Ministerberathungen das lcßte Berathungs-

"stadium glücklich paifirt zu haben und dürfte wohl noch in diesem

Jahre vor die Vertretungskörper gelangen. Vekanntlixh handelt es sich um eine vollßändige Regelung der Militärbeqriartterung auf Grund der gegenwärtigen politischen Verhältnisse des Reiches, und zwar find es nicht blos neueKaiernsnbauten, dieizicr'in Betracht zu ziehen find, sondern es müssen vor Ailém die bishxr zu Recht bestandenen Geld: und Naturalieiftungen der Lander und Gemeinden einer Revifion unterzogen und die im Wege des gemeinsamen Heeresbudgets zn destreitendew Erfordernisse genau präzifirt werden. Es find überhaupt die Dislokations- und Unterkunfts-Verhältnisse des Heeres auf andere Grund: lagen zu stelTen und die Militär:Bequartierungs-Geseße von 1851 und 1853 in aiien Theilen zu revidiren. Wie sehr auch andererseits eine Lösung dieser Fragen bereits noth thai, erhellt schon aus der Thatsache, daß , nach_ dem Kriegsdudget pro 1876 die Zahl der in den (Hememdekaiernen, in Miethzinszimmern und bei Landbewohncrn tinterg'ebrachten Soldaten bis auf 80,189 Mann gestiegen ist. Fur diese und für 26,000 in nichtärarischen Stallungen eingesieUte Pferde wer- den 540,000 Fi. an Bequartierungsxzebühren entrichtei. So mel byzüglich der erzielten VerathungSresuiiate vrrlantet, wurde nun in den wichtigsten Punkten des umfangreichrn Reforuzentwurfs endlich eine Einigung crzieit, so daß der parlamentariickxn Be- handlung dieser Angelegenheit keine weiteren Hinderniss? mrhr im Wege ftehrn dürften.

Bregenz, 10. April. (WZ-“U. Z.) Nack) Erledigung der noch vorgelegencn internen Landeöangeiegenheiten wurde der Landtag heute geschlossen. _

Pest, 10. April. Wie die „Pester Korrespondrnz“ erfahrt, ist die Meldung eines Wiener Blattes von der bevorstehenden Demission des ungarischen Ministeriums erfunden.

_ Der „N. Fr. Pr.“ wird von hier telegraphirt: Minifter Szende konferirte heute mit dem Reichs-Kriegs-Minister Koller übsr die Militär-Bequartierung, Über die Besteuerung der miiitärpfiichtigen dienstuntauglickzcn Individuen und über das Vor- spannweseu. Eine Vereinbarung in allen drei Fragen ist nach dem „Hon“ voraussichtlich zu erwarikn. Wie man hier behauptet, soll man sich in denZoilangelegenheiten von ösikrreichischer Seite nachgiebigsr zeigen; es wird ein wssentlicher Beschluß erwartet. Wrnn dieser erfolgt, dürfte die Erledigung der .:nderen Fragen sich leichter gestalten. Die ungarischen Minister haben, nach einer Meldung des Pester „Lloyd“, auf Grrmdlage dcr ExperiewErklärung dcn Zolitarif voilßandig diiräzbr-mthen. Sie beabsichtigen, jede Konzession von der Ueber- cinkunfr Über die Verzehrungssteuer abhängig zu machen. Die Aussichten für das Erreichén diesss Zieles find noch „gering. In der Banksrage Wurde die Note Ungarisckzeririts deshalb ab- gesendet, um von der Natioiialbank eine schriftliche Antwort zu erhalten, welche dem Kaiser vorgelegt werden soli.

Schweiz. Aus den BundesrathEverdandlungen vom 10. April Theilt die „N. Zürch. Ztg.“ mit, daß das Post- depariement die Ermächtigung zum 21dschluß„ eines neuen Uebereinkommens mit Deutschland, betreffend den gegeii- seitigen Austansch von Post-Austragsbrieien (EinzugSmandaten) und Postamricisungen, crhaltrn hat. _ Durch Vrrmiitrlung der britischen Posjvrrwaimng haben, demselben Blatie zufolße, Canada und Neufundland um die Aufnahme in den Ail- gemeinen Postverein auf 1. Juli 1876 Uachgesuaht. Außer den im Berner Postvertrage vorgesehenen wiirdén keine Ge- bühren für den Sectransport von und Nach diesen Ländern zur Anwendung kommen. _ Das ultramontane Central- Korrespdndenzbureau in Bern fordert sämmtlici)? Ultra- monianen auf, wie Ein Mann alle eidgenössischen Geseße ohne Unterschied zu yerwerfen. _ Ein Berner Korrespondent im „Band“ berichtigt die Angabe des „Band“, das Militär- buget der Schweiz komme auf 20 Miiiionen. Der Korrespon- dent sucht dagegen nachzuweiseri, daß die regelmäßigen Militär- au-Zgaben fick) auf 10_11 Millionen beschränken. _ DUN!) em Krcisichreidcn schärft der eidgenössisch? Ober-Feldarzt die Wiederimpfung strengstens ein. Jeder Weizrpflichtige, der srck; nicht über dieseide vorschrist§mäßig ausweisen kann, soll in seinem Dienstbiichiein eine Note erhalten und disziplinarisch be- straft werden.

Niederlande. Amsterdam, 8. April. Am 18. d. M. wird die Königliche Familie, wie aitherkömmiich, für eine Woche ihren Aufenthalt in Amsterdam nehmen.

_ Das neue Universitätsgeseß ist, nach einer Berathung von 23 Tagen, von der Zweiten Kammer mit großer Majoritäi angenommen. Der EniWurf der Re- gierung ist in manchen wesentlichen Prmkten vollkommen verändert. Daß die drei befiehenden Univsrsttäien durch eine vierte in Amsterdam vermehrt wurden, würde, nach der „Köln. Ztg.“, in der Praxis zu großen Schwierigkeiten Veranlassung grben. Die Regierung war gogen diese nen? Universität, aber das Privatintereffe Amsterdams hat den Sieg davongetragen. Nach der Thsorie „Trennung zwischeii Kirche und Staat“ hatte die Régierung in ihrem Ent- warf die Thedlo gische Fakultät an den Universitäten gestrichen. Von der Untersuchungs-Kommisfion war eine Fakultät der Re- 1igionswiffenschaften vorgeschlagen, aber es wurde ein Amende- ment dLS Herrn von Naamen angenommen, welches an die Stelle der alten theologischen Jakuiiät eine Fakultät der Gottesgeiahrtheit stellt. Die?- würde aber nur: eine Namens- änderung darsiellen, wenn man nicht die Dogmatik und praktische Tdéologie 01155]ko Unierrickztsfächern gestrichen hätte. Es soll also

eine rein wissenschaftlithe Theologie gebildet werden. Nach dem neuen Geseße darf Jeder höheren Unterricht ertheilen, ohne daß der Staat das Recht der Aufficht hat; nur das _ju5 romocsuäi hat er sich vorbehalten. Aber auch von diesem Rechte hat er zu Gunsten der Stadt Amsterdam Abstand ge- nommen. In der Kammer wurde schließlich noch der Versuch gemacht, den Privatunterricht der Aufficht des Staates zu unterwerfen, aber der Minißer Heemskerk drohte, den Entwurf zurüsckzuziehen, wenn der höhere Unterricht nicht voxlkommen rei ei. f _ Wie nach der „Allg; Ztg.“ verlautet, find die Un- Ferhandlungen zur friedlichen Lösung der zwischen den Niederlanden und Venezuela entstandenen Verwickelungen ihrem Abschluß nghe. _ Die Sammlungen zu Gunften der AUSrüfiung emer wissenschaftlichen Expedition nach Sumatra haben einen so günstigen Verkauf genommen, das; die Vsrwirklichung dieses Planes als gefichert betrachtet wrrden kann. Die praktischen Vorbereitungen wurden bereits eingeleitet. So eben hai fick] hier eine niederländische Abtheilung des Ver- sins für internationales Völkerrecht gebildet.

Belgien. Nach einer Mittheilung aus Brüssel vom 5. d. ist der frühere Bischof von Paderborn, 111". Konrad Martin, an diesern Tage UÜch einer längeren Besprochung mit dem Erzbischof von Mecheln nach London abgereist.

Großbritannien und Irland. Der „Köln. Ztg.“ wird aus Land on unter dem 10. Apri; geschrisden: Auch hier hofft man von der Anwesenheit des Earl Derby in Paris und von seiner Unterredung mit dem Herzog von Decazes in Bezug auf die ägyptischx Finanzaugeiegenheit eine neue, für England Und für Aegypten zugleich günstige Wendung, zumal dsr „Messager de Paris“ (6 au9gesprordkn, daß ein einseitiges Vor- gehen entwed-c-r Englands oder Frankreichs zu keinem bleibenden Erfolg führen könnte. Inzwischen hat der Vizekönig auf eigene Hand bekanntlich die Zahlung der verfalienen Schuß- bonds auf drei Monate squendirt und sich bereit er- klärt, die Beträge mittlerweile mit 7 Prozent zu ver- zinsen. Es kommi nun darauf an, unter Zugrunde- legung der von den englischen Kapitalisten (im Anschluß der fraiizöstsckxen, wie es jeßt den Anschciii gewinnt) grmachten Vor- schlägr, die ägyptischen Finanzen zu rekorstituiren und die Schulden zu konsolidircn.

London, 11. April. (W.T.V.) In der heutigen Sißung, des Unterhauses erklärte der Kanzler der Schaßkammcr, North- cote, auf eine Anfrage des Abgeordneten HLUXL) Wolff, daß es ihm unmöglich sei, nähere Auskunft über die Unterdandiun- gen, betreffend die zukünftige Eeftaitung der auf den Suez- kanal beziiglichen Verhältniss, zu geben, er könne nur ver- sichern, daß zwischen der Pforte, drm Khedive und den beihei- ligten Sremäckzten augenblicklich die Verhandlungen hierüber im WUM Gange seien. _ Das Haus vcrtagte fick) darauf bis zum 24. d. Mis.

_ (W. T. B.) Eime bier staitgedal'ie Versammlung von Inhabern peruanisrher Obligationen hat dem von dem Niedergcseßtcn Camiri“: erstatteten Berichte zugestimmt Uiid gegen den zwischen dsr Socidxé généraie und dem pernmiischen Vertreter, Riva Liguerd, verabredeten ertrag Pro- Test eingelegt, weil durch denselben die Rcchie der Inhaber von peruanischen Staatspapieren vernichtet wiirden.

Paris, 10. ?iprii. Gestern hatte LFZ dem Herzog von Decazes unter Zu- zishnng zivxier Mitglieder des französischen Syndikats iider die ägyptisciie Anleihe eine längere Konferenz, um ihr:: Pläne und Anfichtrn auskiiiandcr zu saßen. Einer Meidung der „Ag. Hav.“ zufolge find durch diese .Zu- “sammcnkunst die Bczieinrrxgrn zwischrv Frankreich und Erigiand befestiirt worden; von 2_4 Uiér dauerte die Besprech1mg;“ vcr- iraulick) untcrhieiieti sir!) darm dride Ministér bis 10 Uhr bri Lord Lyons, wo auch der Minister Duiaurc bei dem Diner zu- gegcii war.

_ Wie dcr „Temps“ crkiärt, ist dir Majorität der Deputirtenkamwcr entschlossen, im Kampfe mit dem KlerU Nickzt nachzugebcn. Wenn oder das genannte Blatt zur Milde Und Schonung räti), so spditc-t, wie man der „Köln. Zig.“ schreibt, drr Klerus disser Halbhxit: er WQÜL nicht geduldri seiii und nicht diildcn, sondern herrsckwn. Das „Univers“ wariit dewgemäß wieder Wr „deutscixn Zuständcii“!

_ Die „Rep. fraud.“ fordert abermals den Herzog von Dcrazes auf, eine durchgreifende Aenderung in der aus- WÜrtigen Vertretung Frankreichs eintreten zu [affrn und nicht nur dis Chefs der Gesandiickzastcn, sondern (mä) die Ge- iaxrdtschafts-Sekretäre, weickze wegen antirepudiikanischer Lins- iaffungen in der öffentlichrn Mrinung unhaltbar geworden, durch geeignetere Persönlichkeiten zu rrseHeU.

_ Gestern fanden im Seinedcpartement zwei Wahlcn stati, im 13, Parisér Arrondissement imd in St. Deuis, die beide kcirie absolute Majoriiät ergaben; im ersteren Wahlbszirk [)aite cin Sozialist, im zweiten ein Republikaner die relativ mriiien Stimmen für fich und wird nun eine Stichwahl ein- tretrn müssen; das „Journal des Debats“ glaubt aber annehmen zu dürfen, daß die beiden bisizrr Gewähltrn, Cantagol in Paris und Camilis Sée in St. Denis auch bei der Stick)- waizl den Sisg erhalten Werden. Das Blatt erblickt in dem Umstande, daß nicht die erste Wahl bereits ein definitives Resultat ergeben, eine ernste Mahnung für die gemäßigte Lii'ke, fiel; zu enischeiden zwischen der äUßersten Linken Und den mehr konservativen Fraktionen der republi- kamischen Partei. Ihre jeßige Lage sei schwierig, bald aber wiirde fie unerträglich und vielleicht sogar etwas _ lächerlich werden. Der äußersten Linken aber könne sie sich nicrxt an- schließen, fie hätte dann Weder die Meinung des Landes noch dis Majoriiät der Kammern fiir sich; so bleiben ihnen nur die anderen der erwähnten Fraktionen, wenn sie sick) nicht isoliren, d. h. ihren Einfluß ganz verlieren wolien.

Als Muster in dieser Bezieimng führt das „Journal des Debats“ Gambetia auf, der jeßt mildere Anfiehten ausspreche und damit seine bereits schwierig gewordene Steiiung wieder feft und einfiußreich gemacht habe. Als ein Beweis seiner Mäßigung erscheint auch der von ihm am 4. April an das nach Aufhebung des BelagerungSzustandes wicdsr aufgelegte Marseiller Blatt „Politique“ gerichtete Brief, in welchem er sagt, er und seine Freunde seien zwar die Erben der früheren Vertreter des Fortschritts und der Civilisaiion, fie müßten aver im Hinblick auf die Verschiedenheit der Zeiten, der Umgeburig, der Verhältnisse entschieden andereche einschlagen. „Sie haben erobert, wir müssen erhalten, ihre Selbstverleuguung und Uneigemrüßigkeii nachahmen, aber Jedermann begreiflich machen, daß die Poliiik Heutzutage nur dann wahrhaft wirksam und fruchtbar ist, wenn fie, kati mii Enthusiasmris imd Leidcnschafsiickzkcit mii wissenschaftlichsr

Frankreich D erb [) mit

Methode betriebrn wird Da, wo sie geboirn, müssrn wir über- zeugen, wo fie tmprouifirten, müssen wir überlegen, und während fie der Zahl entbehren ko *11ten, müffen wir fie zu gewinnen und zu bewahren) 1rachten. Mit einem Worte, wir müssen die Politik als eme Wiffenschast und Kunst und nicht mehr als einen Kampf ansxhen. Wir müssen aus ihr ein höheres Werkzeug des Fort- schritts rmddrr Gefittung machen, Studium, Ueberlegung, Fleiß, Beharrlichkeit, utzerschüttcrlickch Selbßvertrauen müffen unsere Haupttugenden sem.“ . . . . Er fährt dann fort, dem Blatts den Rath zu geben,. daß es, nachdem einmal die Staatsform feßchieilt, sich weniger mit Staatstheorien und hoher Politik beschafngcn, als zur Entfaltung d.r wirihschastlirhm und ge- sellsckzaftlichen Kraft der Nation mitwirken solle.

_ Versailles, 11. April. (W. T. B.) In der heutigen Sihung de'r Deputirtcnkammer legte Leblond den Berich: der Kommission zur Vorberathung dcr Nmnestievorlage vor, iir welchem leßtrrs abgelehnt wird, und beantragte in Ueber- einstimmung mit d-xr Regikrung, die Berathimg der Vorlage bis zum ]. MÜl'Jil vertagen. Der Dcputirte Mi2chel (Vonapartist) beantragte, die Vcrathung der Vorlage auf die Tagesordnung der morgenden Sißung zu steilen. Der Minister des Innsrn, Ricard, crkiärteliicranf, die Regierung wünsche zwar eine schnelie Berathimg der Vorlage, dock) müsse fie dem gegen eine solch? votinden „Jammern erhobenen Widsrftand nachgeben; dcr Mintßcr xugte hmzn, da das Land jeYt die Ansichten der beidrn Kammern ÜOZL" dis ?imnxsticfrrxge Leime, so sei es nirdt in V2- sorgniß Über dicseibs. Raonl Duval béstkiit im weiteren Vér- laufe der Dedatie, daß die Mitglieder der bonapartistiiäzcn Partei das Land biunruhigen woliten, und daß fie der Regie- rung einen systematischen Widerstand entgegen festen. Sie wollten vielmehr die Verfaffung zur Ausführnng briiigen und sich überzeugen, ob die republikanisckze Parisi die Regierungs- partei sei. _ Tie Depirtirtsniammer vertagie fick] hierauf bis zum 10. Mai c.

Türkei.Vondcrkroalisch-b0§nischenGrcnze,8.Aprii. Nack) der „Pol. Corr.“ wäre nicht mxhr in Abrede zu stilisn, daß der Aufstand in BoSnien ganz beirächtlickzs Dimxnswncn QUULÜML. Wynn die türkische Regierung Uicht rasch mindesien? 20,000 Mmm in das Viiajet zu werfen im Stande: sei, wcrde die Insurrekiion dasrlbst bald in ganz aiidcrcn V5rhäiiniffen mn ficl) grcifen wie in der Herzeßowina. „Man ficht, schreidt der „Pol._Corr.“, daß der Winisr von den geheimen Insurrek- „tionécomités nicht unbemrßt gelaffcn wurde. Wir- auf ein gr- gebenes Signal flackern an allen Orten die Flammen des Auf- stÜUdCS empor. Auch in Tiirkisch-Krdaiien riidrt 85 sich ganz gewaiiig. Die Gegend von Bim ist twiiständig iniurgirt nnd hat daseidst sogar rin für die zumxist aus kiiihdlischen Christen bcstchrnden Insurgcnten fiegreichcs Treffen stattgefundexi.

„In Voswsii ist die Zahl dsr neu auftancdsnden In: iiirgcxitenckiefs eine Legion. Unter dissen nenrn Ersckzeimmgcii befehligt Trifun Bundaia die größt? JiingkntMsrha-xr. Am 6. April verbrannte er die türkischen Dörfer Lipirii, Medalja, Andrdvxa, Palanka und die Czardai'e „Pasck)ina“; arzßerdrm lieferte er an demselben Tage den Türken ein sechsstüiidigrs Treffsn, in wrichem dieselben 16 Trixie und 38 Vsrwundete auf dem Kampfplaße ließrn. “Oos AUSgangks des Treffen?) sich zu rühmen, scheinen indes; die Insurgerxien troxzdem ksinrn Grund gehabt zu dabei?.

_ „Um ihre Scizaaren möglichft rasch auf eine ansehiiiiche Höße zu briUJen, üben die Jnsurgcnten auf ihre ch1risiiichcn Landsleute, wclche fick) nicht anschlisßen wollen, einen Te.rorismns aus, w-xicher an vielen Orten „bereits in unrrhöric GrciieithaiCU aUsartct. So iiateine Schaar von Jmsurgenten, grführi von Diakd und Siojnn, im Bezirke von Nddine den christlichsn Haiisbsfiycr Nicola Macak im Dorfe Tzirna Rika Übcrfallrn und, nachdcm es idm gelang zu fliehen, ÖkffSU Hauégrsinds ge- tödict. J:: Foige deffxn Lilien drci Compagiiien Nizams untcr Néöjiij Effendi dW bedrohten OrfsthastLii zn Hiilfe imd verwie- ben die ZUsUL'JLUTCU aus der Umgegsnd von Maden.

„Jm Oris Bazevac im Distrikte von Türiiikh-Gmdisca kidsr- fii'iM dic Insurgenteii dir? dort friedlich [rdenden ckzristlirhcn Mii- bürgrr, Pliixidcrten Und brraubten fie Und tddicicn Einen der: selben Nawriis Theodor Malißam. Nack] Vrrüdurxg soirher Thaten vrrdrciten fie in den Umiirgmdcn Or2schaftsn, daß die von ii) iM begangenen Misseihaten von den Türken vrrübt morden find.

„Der Vaii von Voc.?nien Ibrahim Pascha entsandte all.? ver: fügharen Truppen aus Serajsvo und der Travniker Sand- schmkaie nach dem Nordstr. Man gianbt, das; bis lärigstens zum 15. d. M. die Türksn mit einer bedeutenden Truppenmacizt die Opérationcn gegen die Insurgetiir-n eröffnen werdrn. Ueber: dies warden nile Modamedanrr N11g€fichts der drohenden (Hesadr militärisch organistrt.“

_ AUS Ragusa, 10. April, meldet die „Poi. Corr“; Bis zur Stirnde ist die türkisckgr Festang Niksic nicht verprovian- iirt worden. Achmed Mdiikhtar Pascha trifft mm miiixärische Vorkehrungeii, urn die Verprovianiirung ins erk zu sLHCU. Er hat seine Truppsnmacbt so disponirt, daß er einer grwalt- samen Vcrhinderrmg drr Verprovianiirung durch die Insnrgsnten begcgnen zu können [)offt. Die in derSuttdrina versammelt ge- wesenen Insurgenien-Ehefs kehrten über österreichiiches Gebiet zn ihren Abtheilungén zurück. Man ist gespannt darauf, ob dieselben etwa noch vor dem 12. April die Feindseligkeiten er- öffnen morden, da sie fick) allenthalben vernehmen [ießéw daß fie die während der vereinbarten Waffenruhe erfolgte Ausschiffung von 1600 Türken in 11:61? als einen Bruck) des Waffensiiilstandss brtrachtew

_ Von den bridsn vor Kurzem veröffentiichten Akisnftücken, weickzeauf die innere freiwilligr Anieihe Serbiens Bezug habcn, heißt, traci) dcr„NÜg. Ztg.“, das erstere: „Bestimmungen für HLWUÖJÜÖL von StaaiSobligationen“ Und rnihäii 21 Punkte, Von welchen dir nachfolgsnden dis wichtigiien sind: „Der Staat girdt Obligationen im Betrage von 12,000,000 Dinars (Francs) aus, die Verzinsung beträgt 8 Proz.; jede Obligation wird an 50 Dinars lauten; nach Ablauf von fünf Jahren, vom 13. Mai 1876 an gerechnet, wird die aneihs getilgt sein. Der Zinsen- coupon wird am Ende jedes Jahres gezahlt. Die Obligationrn werdm als Kautionen bei allen Staatskassen angenommen wer- den. Im Finanz-Minisicrium Und im Kriegs-Miniftcrium wird eine Verwaltung fiir die Staaisanlcihe gebildet, welche die aus der Anleihe einsiicßsndsn Gelder verausZaben wird. Die An- fertigung der Obligationen wird dnrck) Mitglieder der Skuyickg- tina, dcs Kaffationshofs, der Staatdkontroie und des Ministe- riums des Innern Überwacht werden.“ „Das zweite Aktenstück heißi: „Anweisungen für die Gemeinde-Nussckwffe in Betreff der Repariirnng des Staatsankchens,“ und enthält elf Punkte, die fol- gendes Wesentliche besagen: „Dcr Gemeinde AUHsckMß wird die Vertheilung dcr Anlehcnsübernahme vorrichmén. Die Belastung der Bürger darf nur nach Maßgabe ihrer Vrrmdgcxiwvcrhiiltniffs .

dargenommcn wsrdcn. Wc: fich überdüriei fühii, kann fich mit LMU" Klage an den Jidaaninifter wenden, dcr Über dizielbe zu entscheiden haben wird. Die Ropartirung erfolgt erst dann, wenn die auf die Gemeinde entfallende Quote durch freiwillige Anmeldutigen nicht gedeckt werden kann.“ Beide Aktenftücke sind vom provisorischen Finanz-Minister Zdravkovijsch untersckzrixden und tragen das Datum vom 18. März 1876.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 10. April.

L_)Cr „St. Petersb. Herold“ wendet fich in seinem Leitartikel noch einmal dem „Kulturkampf“ und dessen Ausbreitung zu. und entgegnet “dcr „Germania“, WLlck)? von den Gefairsn sprach, die uchi Regtcrimgen droiZen würden, falis dieser Kampf auch in Ryßiand embrennen würde: „Als ob die „Gcrmania'“ nicht wußte, daß, was_ Rußland beirsffe, daffelbe dem Vatikan eher noch unzwsrdcuriger seine Meinung zu crkeimen gcgcben, als irgcnd ein andercr Staat.“ , _ _Die (rusfiswé) „St. Petersburger Zrirung“ bringt eiiien langeren Artikel Über di? Frage des obligato- r11chen E(ementar-UnterrickUZ Urid kommt 5a dcm Rc- sultgt, daß wcder dic G:]“cHMä'Zichii n0ch der Niich dicscr Maßregei béstritten w.rden könxie, daß aber die Jrago ixi, r-d diZssibe vz der Ausdehnung der Distrikte, dem Miiigel .m' Lshr- kraftsn, dym gxring-m Fonds, drr für den Unterrixix ViikkiRidkii, und der Gieichgüitixzkrii der nied9ren Klassen (1,902?! dériselben auch durchführbar sei. Visrzehn Distrikte hätten fick) «war dafür bereits ausgesprochsn, und so kommt das Blair schiisßiich zii dsm Rcsuitat, mcm mdgr das Rrckzt, dir Vitic Um Einfiidrimg dcs obligatorischen Untrrrichts in allen rinzeinci: “Distrikten, aus- zusprcctzsn, diesen sribf: Überlassen.

Amerika. (E. C.) Die neiicstr amerikanisckie Post bi'irigt SZULU THLil der Nusiagen Genrral Schenke,“; iibcr stine Tiicilnaiime an dem Emnta-Mine-Grschäfte, ausführiirixer ais fie bereits aus Teichaphisckicn Brrichrcii bekannt wareii. Di ingabcn dcs Ge- nerais werden durch dirAusiagcn Paris, darch dessen Vermitt- iiing er die Aktirn kanits, UoÜkommen dssiätigt. '

Wasiqingion, 10. April, (W. T. B.) Der Senat hat die von dem Repräsentmiienhause byrsits ajigeiwm: mrne Bill, [*.-„treffend den Ersatz der kleirien Papiergeld- Wcrthzeichsir durch Silberscheidemünze (TUJLUUMNM; nm: dcrjriiig-en Bsitimmung BLS GésciHLUTWka-“i, wznaéz die Silbersrhxidrmünzr :mr bis 52! Bsirägen von HÖHstsn-s 50 Tolk. gescßlrcden Cours haben soll, 11111de die Zustimmung virsagt.

New-York, 11. April. (W. T. B.) 91.15] hier einge- gangeiien Nachiichtexi aus Mexiko Wirrdon gestern zwischen nordamerikanisxhen und mexikanischrn Trnpprn- Abtheilungen, die sirix im den Ufern des Rio-Gramde bei Lareda chsniidcrftanden, Jiintenschiiffe grwrchisit. _ Zins Iacmel auf Haiti) wird vom 30. v. 9 . berichtrt, dis Be- fshlsixabcr [WU zwci nordumeriianisckxn Panzrrséßiffsn und der französische KonsUi in Port-an-Prince hätten mit Anwrndimg von Waffengcwaii gedroiit, faiis den auf Haiii) besi11d1ichen Ausländern Abgain'n cmfcrlogi und ZWÜU'ZSWSise crdoden werden soiiien.

VnenoH-AYWH, 9. März. (E. E.) Die Exp-edition gegen die Indicmcr, die fiir ihren vrrhccrenden Einfall empfindlich geziichtigt werden soilsn, ist unter drin Boschie des errßen Aisma arrigebrotixn. Die aU-Zgrsandte Triwpemnackjt ist 4000 Mann stark und zerfäiit in 5 AbthLZÄUNJUU von je? 800 MKM, die in Zwischenräumen von 30 Legas nrarschireix. Das Centriim wird Vom Krirg-Z:Minifter sribst gefiihrt. _ Die Ans- gade von Sii]ai„;kainnisrscheinen ziir Libhüifs der gegen- wärtigrn FiilaitzkkifiÖist wahrsch€iniich, obwohl die darauf bs: ziiglichon Kammexvsrhaxrdinngen noch nicht grsckßoffrn find.

Asien. Siiigapdrc, 8. März. Der niedrriäxidiickie Major si. D., Stéck', dcffkn Vei'urthriiirmg in Darmstadt msgen Axiwcrbung D;"Uisrißr ziim holländisck):ostindisckzen Miiitärdieustd ami] in den HoUäxrdisckzrn Kolonien großrs Airfsrhen crrsgt Yat, ist im “Monat Fedrixar izicr eingetroffen Und heik fick) derniiächst uach Dcii aiif Simmira QLILÖLU, woselbst ihm die Vérwaltcr- sieils auf einer Tadakspiantagc überiragen worden ist.

Afrika. Aegypieii. (W.T.B.) Wie dé1'„AgLUcc-HJVIS“ ans Kairo grmeidct wird, sind die am 10. d, M. fällig ge- weseiicn D afra: Bons eingelöst worden. _ Demieldcn Biirccm wird ans Alexandrien gemeldet, die Bcunrnhigung, wslche dort zwei Tage hindurch Herrschte, habe fich gelegt. Von Ssiteft dcr Spekiilanten, der .Biirirnmakier und dcr (inäUdi-Zcr drs Khe- dive srien beim dortizxen engliickxn Konsul zahireickze Voriieiirm- gen und Proteste eriwbm worden.

Die Nr. 7 des Cenirccldlaits dc: Lidgadeiiq Gc- Mrbe- und Handeis-Gsfeßgedung nnd Vsrwaliung in den Königlich Pre:1ßiich€n Siaairn i,)at ioigcndkn Fridait: Einlösung imd Präiinsidn Preußischrr Kasscnmxwrisimgeci. _ Birän- dcrungen in den Zdli- und Sisucrsieücn. _ Bcrfaiite-r [Wi Ver- zollung don Wcin 2x. in drn Nicdcriagrn. _ lesgiciérungsabgabe für Branntwcin an? Luramburzi. _ Usbsrgangsitmizsn fiir dr.“: Ver: kehr Mit Brarmiwcin zwiswen Luxsmdirra und Elias; Lothrimzrn. _ Anwendbarkeit drr Vsstimmimgan über die Entrichiung dcr Srswch- adgade mn Erbiixiiungsv:rdandiunxicn Und U-JleaffUUgIvski:ÜZZU zw schön N&cndrnicm imd Dcéccudsrai-sn bsi gcrichiiich8n Anfliffimrs- erklärimgcn. _ Tdi'ifirung yon ScdiefertiUi). _ Vrrwilurg von Pxppkartdns zr: errsxxlwtrn. _ Tarifimng von Kindermcbl.

* rsirihstags =Angelegrnheitcn.

Nach der soeben erichi9nrnrn Redneriistc cms dar Zoßté-n Session des Rricdstages, wslcb-e vom 27. Oktober bis 10, chruar ZLÖUUSri. hai, baden in den 51 Siizungrn der Scifidn das Wo“? cr- griffcn: drr Abg. Windthorst 79 mal, dcnmäcbii Sadler 61, ReiäthiP-rgec (Ersfeld) 53, Grumbrecbt 47, Wsirwxwwn- Uig 46, v. Schwarze 45, Rickert-12, OPPZUHLUU 41, Ziicdter (HMM) 30, Bambergrr 28, Drmcker 27, SOUULLUÜUU 25, Fkki'kUUT v. Malizadeüiß 21, Biwi und Luciiis je», 20, Thiir 19, Hgnrl, Freiixrr v. Minnigerrds uud Nikpcr je 18, Brrg-r, .Kaxv, Jki'ibérr v. Rabenxu und Sckiiriidi ('Sietiin) je 17, v. Kardoxss 15, Vlckrr- mami, Beisel, v. Benda, Baseler, EÖTTW, Franßnburgrr, Ldrwe, Miquel, Freiherr v. Srdorlemer, v. Swan.» «(bulzr-Deiißzej), Siémrns, Simonis, W2136kixWestsrmayrr, Winterw und Zinn je 14 bis iyii 11 wal. Im Ganzen deiiisiiigicri sich 159, Z'iigedrd- nete an dcr Debatte, also eiwxs Übkk iin Oriiici der 91eichsiags- mitglieder.

Landtags = Angelegenheiten.

Das dcm Abgeordnetenhausc ZUgLÜMUML Gcseß_ü_ber den Austritt aus den Synagdgcn-„Gemcmdcn _nmmßt 6 Paraßraphyn. Wihrend der Austritt and dsrYicligionngmcinUhaii, also am? dém Jude-ntlmme, durch das (HMH uber dm ?iiiikziriit aus dsr Kirche vom Mai1873 geordnet ift, erfoigt der Austrxtt ans dcn SynagogrwGemcindkn, unbeichadct don _jenem aus dcr Rciigions- gcmeinschafi, ducch Erkiärang vor dem Richter. _Der Austretendc isi von den laufenden Gcmcwdrdcitragcn mit Schiri; dcs Kaiendsriaixrs,