1876 / 93 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 19 Apr 1876 18:00:01 GMT) scan diff

tus, Handel :c.) 23,096,017 Fr. (675.332 Fr. 6 C. Weniger), zusammen 46.859,60?) Fr. 56 C. (1,328,114 Fr. 90 C. weniger) fortdauernde Ausgaben. Ferner an einmaligen und außerordent- l'uhen Ausgaben in den obengenannten StaatSverwaltungen 12763586 Fr. 56 C. (652,782 Fr. 84 C. weniger). Es steht somit der oben genannten Einnahme cine GesammiauSgabe von 46,859 603 Fr. 56 C. gegenüber, so daß im Jahre 1874 eine Mehrausgabe von 2408963 Fr, 61 C. erforderlich war,

_ Mit Bezug auf die im amtlichen Theile der heutigen Nummer enthaltene Mittheilung, betreffend den Aufftand in Haqti und die hierdurch veranlaßte Vlokade des Hafens von Iacmcl geben wir nachßebend in Ueberseßung den Wortlaut des erwähnten Vlokadedekrets:

„In Erwägung des Tekre1s vom 8. d. M., welches die West- und Süd-Drvartem-nts in Belagerungszustand erkiärt, und die Blokirung des Hafens von 31111121 anrrduet;

Ju Erwägung res Rundschreibens des Staatssekretärs rer Auöwäriigrn Argeiegeubeétén vom 13. d. M., Welches den Vertretern der fremden Märbre dis Blokade ankündigé, und ihren Landsleuten einen Zeitraum von 72 Stunden nach der Ankunki 1er Kriegsschiffe der Regierumg vor Zacmrl gswäbri, um den Plaß zu verlassen;

In Anbetra-Öt endlich, das; die ngéerun-Z nicht wünscht, das; die in der S1111 brändlicben Kinder, Frauen, Greise und srnst-xgen fried- lichen Leute Opfer der Bciagerakg oder des Bombardements werden, _ wird allen denen, welche die aufrübrrriichx Start veriass-n wollen, außer den oben erwädntrn 72 Stunden noch ein Aufxchub 13011 24 Stunden :;ewäbrt, um fich untcr drn SÖULZ dsr Béhördrn 511 Lérganr, Bayuet uud CSTLI-de-Fer zu stellen. _ __ _ _

Nach Ablauf dieser Frist werdén die Frind1€11gkciien 1111011 er- öffnet Werden.“

Porr au Prirére, dm 17. März 1876.

gez, Domingue.“

Weitere hier eingegangene Nachrichten melden, daß am 23. o. M. durch das Erscheinen vrn zwei Havtisckgen Kriegsschiffen vor Iarmei die Blokade dieses Hafens effektiv geworden sei, und daß die Beschießung der Stadt am 27. o. M., Morgens 8 Uhr, ihren Anfang nehmen sollte. Bereits am 23. 1). M. war auf Veranlassung des franzöfisckxen Vertreters zu Prrt au Prince der franzöfisckze Aviso=Dampfer „Le Guichen“ in Jacmel ein- getroffen. um 1111? Fremden, welche diesen Play zu v:rlaffen wünschten, nach Kingston auf Iamaxca in Sicherheit zu bringen,

Die daielbft ansäifigen Denisckxn warsn hiervon Seitens des Kaissrlickzen Konsulats sofort in Kenniniß geseHi worden. Der zeitigr Konsnlaisrerweser ist 111 der belagerten Stadt g?- blieben, 11111 die Inxereffen der Deutschen wabren zu können,

Die inhaltlick) Unserer Mittheilung in der Nrrmmer 91 des „R. 11. St. 21.“ 110111 15. d. M. am 29 o. M. von St. Thomas nacb Iarmes abgegangene Kaiserlich? Korvette ,Virtoria“ wird inzwischen dort eiNgeiroffcn sein, Und erforderlickz-xn FaUs zur Sicherbsir der dort ansäifizen Angelxörigen des Deu1sche11Reich38s und anderer Fremden mitgewirkt haben.

_ VerschiederieBlätter brachten vor einiger ZsitMittbeilun- gen über eine Ueberfali durcb Wölfe, der fick) angeblich im verfloffcnen Wi111er 111 der Nähe von Moskau rreiguci und bei dem mehrere mit Namsn bezeichnete deutsche Reisende den Tod grfanden haben 10111211.

Nach den bei dem Auswärtigen Amte eingegangenen zuver- lässigen Nachrichten ist das Gerücht von dem in Rede stehenden Unglücksfalle völlig erdichtet.

_ Mit Bezugnahme auf die Ausführungsbeftimmnngen vom 18. August 1871 znm Militär-Prnfionsgeseß vom 27.31111i 1871 ist auf Grund der Bestimmungen im §. 16 dieses Gesetzes darauf aufmerksam zu machen, daß für die Theilneßmer an dem Kriege 187071 die fünfjährige Frist zur Geltendmachung von PensionSansprückzen gemäß 1315 §.12 1.0. 1111163111117) einer in jenem Kriege 2111118118?! Dienftbesckzädigung mir dem 20. Mai cr. i11ki. abläuft.

Ta dergleichen Absprürbe bestimmungémäßig bei der Pen- sronirrrug, 11113. bei dem Uebertrirr 111 eine für Garniwndienft- fähige zugängliche SteUUng _ §. 34 1. r. _ 111 der Regel endgülrig feßzusteüen find, 1111113 mithin die Penswnirung :c. der in Rede ßcbenden Personen bis 311111 20. Mai rr. erfolgt oder zum Mindrßen der ÖLZÜJMHL 211111111151; mit dem Antrage 11111 Benfiomirung gekrend gemacht 11111. Mit demiexben Termine er- lischt ffir dis brrrirs ausgeswiedrden, resp. i11 Stellen für Gar- nisondirUstfähige ÜbergeLretenen Ternehmer ;1111 Kriege 1870 71 das durch H,. 29 1. r. gewährte AUGUabmerecbt, Ansprüche 11111 Grund des §. 12 Und §. 13 1. (*. resp. des §. 2 des GrieYe-Z vom 4. 2111111 1874 11achrräg11ch zUr Gclrung bringen.

_ BeiBereÖmrng der Reisekosten 111161) dem Geietze vom 24. März 1873, berreffend die Tagegelder Und Reisekoncn der Staatsbcamrerx _ i11sbe1'011dere (111€!) im JaUe des §.6da!'. (Geschäfte am Wobiwrt res Beamten oder 111 E111fcr111111g von nich1 mehr als 75 MeiLe von demssiben) find nach einem Reskript der Rrffort-Minißer 110111 5. 11. M. die Entfernungen, soweit dieselben nichr 11ach3 dem Poit-Conrsbuckzr drs Gsneral- Postamts festgeßeUt werden 151111611, 1111111 11011 dem Pofthausr, sondern von der Grenze des Wohnorxs aus 511 1311111111111.

Von welchem bestimmfen Endpunkte ab die Grrnze des Wohnortes im Sinne des §. 6 dss Geseßes „311 112111111- men ist, ob insbesondere unter Wohnorr der Komplex der Wohnstätten eiUes Ortes oder der ganze Gemeinds- bezirk zu verstehen, ob als seine Grenze das dem Reiseziel zu-

nächst belegens Thor oder das letzte 11111“ demselben brlegene'

Wohnhaus zu betrachten ist, kann im A(lgemeinen 1111131 ent- schieden werden, da die Beantwortung dieser Frage zu sehr von den B.fondrrbeiten des einzelnen Falles ab- hängt und sich je nach der Natur der lokalen Verbäktnisse verschiedenartig gestalten kann. In der Rrgel wird indcß schon der Eingangs erwähnte allgemeine Grundsay zUr Erledigrmg entstehender Zweifel ausreichen.

BaUveamtrn steht 11.1111) demsriwcn R::ikrirr für die Ab- nahme 811111“ Tampfkeffeianl'age, welche 1111111391" 1115 15 Meiie von dem Wo?,norte entfernt ist, ein Anspruch auf Reisekosten 1111111 511.

_ Ein 1.1 KriegSzeiien oder während eines Belagerungs- zustandss crricbietes sogenanntes militäriickzes Tesxamcnt 11.111; drm Geier 1311111 8. 311161860 gültig, wenn es von dem Teßator eigenhändig unterschrieben und von zwei Zeugen mit- untcrzeichret ist. Haben dagegen die Zeugen nicht das Testa- me11r sslbft Unrcrzeich11er sondern nur ilzre Namen auf das Cou- vert geséyr, von welchem das Testament eingeschlossen ist, und auf Welchem der Erbiaiker vermerkt Hatte, daß darin sein letzter Wille eingeschlossen seé, io ift. 11ach einem Erkenntnis: des Ober- Tribunais, 1. Senat, vom 20. März d. I., das Testament ungültig.

_ Tie in_Terimiftische Leitung des Kaiserlichen General- Konsulats 111 Aegypten ist dem Kaiferlichen Konsul zu

Cairo übertragen worren. Derselbe hat die Geschäfte am

15. 1). MW. übernommen.

_ Der Kaiserlich russische Wirkliche Staats-Rath von Pfoehl, welcher geßern früh aus Wiesbaden hier. ein- getroffen war, gestern Abend nach Warschau Weiter gererß.ch

_ S. M. Kanonenboot „Nautilus“ is! am 17. d. Mis. Vormittags in Plymouth angekommen. An Bord alles wohl.

Bayern. Das Finanz-Minifterium hat folgende Ve- kanntmachung, die Münzeinziehung betreffend, erlaffen und deren weiteße Verbreitung auf amtlichem Wege angeordnet: „Die süddeutschen Cinguldens, Sechskreuzer-, Dreikreuzer-. Einkreuzer- stücke und Kupfermünzm werden nach dem 30. April1876 bei den Staats- und Prioateinlösestellcn nicht mehr umgewechselt und auch bei den Staatskaffen nicht mehr in Zahlung angenommen. Eine Verlängerung dieser Einlösefrift wird nicht erfolgen. Es wird deshalb hiermit nochmals zur Beschleunigung der Einlö- sung aufgefordert und vor einem Abwarten der leßtcn Tage der Einlösefrift ausdrückiich gewarnt.“

_ Ja Dacha11 hat, wie der „T'eutsche Merkur“ berichtet, am 9. April Pfarrer Gayenmeyer zum erßen Mal altkatbo- lischen Gottesdienst gehalten. An der Kommunion bethei- ligten fich mehr als 20 der Anwesenden.

Nürnberg, 15. April. Der Anwaltverein für Bayern hat eins Denkschrift auSgearbritet, die bezüglich der Gebützrcnfrage zu nachöehenden Schlußfolgerungen kornmt:

1) Dem Anwari 1911 gestartet sein, mit seiner Partei über die Honorirung übrrbaup1 orer _für einzelne besondere Leistun- g-„n cin U:bereinkommen zu treffen. 2) Die G:»irhreurrdnunß

1011 dcm 2111113121: „1121111111, 111 einzeZn-cn “7511111311. -*_1_11211n „di: Vertretung emrr Sach: oder eines ernzclnen 1255115511111, 1116-

beirnrrre die Sammlung drs Be1ve1smatcria1s, mit außsr- gewößniicbsm Aufwandes von Zeit und Mübe für 11:11 Lirvdkatea verkxunden ist, "c daß die Säß: der Gsbülmnordnurg 1111111 1111111 111?- eine angcmxissne Veraütung dafür 2111131311111, auf eine Gebübr 111 er- kennen, welche das höchste Maß der verordnrmgsmäßigen ““,-71113: über- schreitet. 3) Die Gebübrénordnurg soil gegen die eigene Partei nur Platz greifen, wenn diese oder der Auwalr ieibst die richterli-„be Kostenseßseßunq ver!angr, und 61111!) in die'sn “Fällen nur in ir weit, als nicht ein Uebereinkommen 1115131111) rer Honorirung 115 2111131113 311111111111 diesem und seiner Partci 111 Stande grkommen ist. 4) Ueber Mißbränche und Exzesse Toll im Diözéxéiänarweg cnticbieden 111511111.

Sachsen. Dresden, 18. April. Der König und die Königin find heute Nachmittag 15 11.11 nach O1111111 (bei Zittau) abgereist. Die Rückkehr des Königs von dort 11ach Dresden wird am 21. April erfolgen, während die Königin be- reits Donnerstag den 20. April wieder bier eintreffen wird. Sonnabend den 22. April gegenken Ihre Majestären jodann in der Königlichen Viila zu Streb1en ihren Aufenthalt zu nehmen.

Heffen. Darmstadt, 18. April. 311 dcm bereits pnblizirten und mit dem 1. Juli d. I. in Kraft trrTenden Verg- geseß werden, dem „Frké. I.“ zufolge, in nächster 3311 eine Reihe 11011 ergänzenden Veßimmungen erscheinen. Es handelt fich dabei um ein Geseß über die Beßeuerung der Bergwerke, ferner um eine Verordnung über die Vergprlizei nnd eine In- ßruktion für die Reoierbeamten, endlich um eine Ausführungs- verordnung i11 Betreff der Führung der B2rg=, Grund: und Hyyothekenbücher in deri» rechtörhcinisckzen Provinzen.

Sarhsen-Cobürg-Gotha. Coburg, 17. 2111111. Am ersten Oßerfeiertage wohnte die Königin von Groß- britannien mit der Kronprinzesfin dcs Deutschen Reick)?- und 11011 Prenßen und der Prinzesfin Vratrice dern Gottes- dienste in der Schioßkirche bei. Mittags spirlte die Rrgiments- mufik unter drn Fenstern der Königlichsrr demmg. Später war Familiendiner Und Abends Thea1er, weiches jedoch die Königin 1115131, Fondern nur ihre briden Töckzicr und der Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen besuchten.

Oefkerreirb-Ungarn. Wien, 172111111. Die „Wien. Ztg.“ verbffsntlickzi folgendes Schreiben, w81ches der Kaxserlick) deu1iche Geschäitsrräger Graf von Dönhoff unterm 10. d. Mrs. an den österreichische11 Veamtenverein gericbtet 13.11:

„Kaisrriick] deutsche Botschaft 111 Wien.

S:. Majrstät der Kaiser und König, mein Allergnädigfter Herr, haben dem Erßrn aUgemeinen Beamtenvereine der Oster- rcichisch-ungarischer1 Monarchie als Aklerböchstes persönliches 2111- dTUkLU die große g01dene Königsmedaiüe 311 vxrleihen Und zu bestimmen 138111131, solche dem Verwaltungsrathe des Vereins unter dem Ausdrucke des Dankes 101110131 1111: die Urberreirbrmg drs fünften Jahrganges der ,Tioskuren“ als 1111.11 1111 die Ein: sendmig eines Exemplares der 11115 Anlaß der WLiWUHftSÜUUg in Pbiladelphia bera11§gegeber1en 211111111111": über die Bedeutung und bisherige Entwickelung des Vereins zu übermittrln. Dem Verwaltungsrari) des ldblickzen Verrins brebre ick; mick; demnach die grd.1ch31e Königsmedaille beifolgsnd mir dem crgebenften Er- 111chen „311 Übersenden, deren Empfang mir gefäÜigft bestätigen „zu WOÜM.“

_ Ueber die 5sterreichisch-ungarischer1 VerH-and- 11111gen berichtet die „N. Fr. Pr.“: „1301111811 11111211 die Ver- handiungrn 11rch 111111111: auf dem i131111118, anf 111211131111 fie am 1. 311111101? gestanden, als die bfierreichischcn Ministrr nach Prft reisten, Nack; keiner Richirmg bin 11111811 dis bisßerigen Ver- handlungen einen festen Krystallisationspnnit ergeben. Deffrn- ungeachtet bar fick; 1351 den Verathungen der beiden Ministerien der feste Wille gezeigt, daÖ Zokl- Und Handelsbündniß mit allen möglichen Opfern aufrecht zu erhalten. Als großer Fortickzriit ist es anzuseben, daß dis österreichische Regierung mit der unga- rischen in dem Prinzip: iibereingekommen ist, (11112 Forderungen 111111 K011zei11511e21, die ßcdsr drr 11115111 Reichstixilc zu machen hätte. 11111i111 ZusammenhaUe mit der Quote zuzngesteben. Bevor Über die Quote eine Einigbng rrzieit ist, kann msder von einer Entscheidung in der Vrrzehrrmgsßcuer-, noch 111 der Reßéturions - Frage die Rede sein, und deSwegrn wäre bereits jeßt die Quote 111 Verhandlung zu ziehrn. Deshalb wurde der Auftrag erthrilt, nach dem Schema vom Jahre 1867, nach welchem damals die Qnoxe festgestellt wurdc, das Verhältniß der instungöfäbigkeit auf Grund der heutigen Einnahmeziffern za eruiren. Wenn fich hiernach hera1sftel1en sollte, daß Ungarn im Vergleiche zum Jahre 1867 benachrhciligt ist, so wird an Oeßsrreick) die Frage herantreten, ob es über- haupt ein Opfer bringen kann und wie groß daffeWe sein muß. Die Resultate dieser anzusteUenden Rechnung smd daher das Enrickzridende für die A1rsgleichsverhand111ngen. Gléick): zeixig 111111"; auch noch eine formekle Schwierigkeit 11171- gangen werden, indem die Beschlüsse der Delegationen viel-

fach von dem Bestehen des ZoU- und Handeleünxniffes ab- 2

hängen, während dasselbe mit Ende Dezember dieses Jahres in

Folge der Kündigung abläuft. Ein fester Beschluß über die Art und Weise, wie dieses formelle Hinderniß zu überwinden wäre, ist um!; nicht gefaßt, aber es fcheint, das Ministerium be- abfiHtige, den Delegationen die Beschlüsse der Minister-Kon- ferenzen mitzutheilen und mit Hinblick auf die etwa erfolgte Einigung einen Auéweg zu finden.“

_ 18. April. (W. T,. B.) Die heutige „Abendpo1“ re- produzirt folgende Note des serbischen Amtsblattes (Srbske Rovine): Eine in jeder Beziehung äußerß tadelnswerthe Scene hat am leyten Palmsonntage vor der Wohnung des öfter- reichisch - ungarischen Generalkonsuls in Belgrad ftatigefun- den. Die den Vertretern der fremden Mäckzte schuldige Achtung vergeffend. bat eine Bande von Leuten lärmende Exzeffe verübt mit der Abficht, den Vertreter Oesterreichs zu beleidigen. Die serbische Regierung, so1che erbärmliche Akte bedauernd und auf das Strengfte das Vemhmen der Urheb:r verdammend, hat wider dieselben die vom Geseße vorgeschriebenen Maßregeln er- griffen und der ößerreichischen Regierung die von derselben ver- sangte oollße Genugthuung gelcistet.

_ (W. T. V.) Wie ?ie „Neue Freie Preffe“ _m:l§et, hat heute eine außerordentliche Sitzung der Bankdirektion stattgefunden, in wescher über das von der ungarischen Regierung mitgetheilie Bankprojekt bkrathen Wurde. Nach der Natur der ungariichen Propofitionen, die auf die Gründung einer selbst- ständigen ungarischen Nationalbank hinauslaufen, deren Noten von der österreichischen Bank angenommen werden sollen, ist, wie die „Neue Freie Preffe“ hervorhebt, eine andere, als eine ableh- nende Antwort der Bankoerwaltung wohl nicht mözlick).

_ 19.21pril. (W.T. B.) Gestern Nachmittag fand unterdem Vorfiße des Kaisers zur Erledigung der zwischen den beidkrr Reichshälften schwebenden bandelSpolitisrhen Fragen ein großer Ministrrrati) statt, 111811132: 11011 2_6 Uhr dauerte. _ Die Verhandlungen zwischen der ungarischen und österreichischen Regierung danern fort und wird von beiden Seiten ange- nommen, daß eine endgültige Verftändigung zwischxn den Re- gierungen beider Reichshälften bald werde erzielt sein.

Großbritannien und Irland. London, 15. April. Ueber die heute erfolgte Ankunft des Prinzen von Wales in Gibraltar wird von dort gemeldet: Die „Serapis“, mit dem Prinzen von Wales an Bord und vorn „Osborne“ und „Raleigh“ begleitet, kam heute Morgen um 8 Uhr Hier an und wurde mit Salutschüffen von den Forts, den englischen Kriegs- schiffen „Dcvastalion“ und ,Swiftsure“ und der spanischen Fre- gatte ,Vitoria“ begrüßt. Der. Prinz landet um Mittag. Tie erdt aufs Sckwnste geziert und die Straßen find gedrängt 13011. Der Gouverneur giebt beute drm Prinzen 311 Ehrrn ein großes Galadincr und darauf wird die Stadt brlruchter. _ Lord Northbrook Hat fick) heute Morgen in Kalkutta a11f dem Dampfer „Tenafferim“ eingeschifft, um 11.111; England zu- rückzukehren,

Ottawa, 13. April. Das Parlament des canadisckzen Bundes wurde gestern vertagt. Der Gcneral-Gouverneur Earl Dufferin sprach in seiner Schlußrede die Befriedigung aus, daß es mögiick; gewesen sei, neue Steuern zu umgehen, zugleich aber stin Bedauern, daß die Verhandlungen mit den Vereinig- ten Staaten Über die Jischereifrage keinen Fortschritt gemach1 haben.

Frankreich. Paris, 17. April. Da jeyt das parla- mrntarisckye Leben auf einige Wochen ruht, besckzäftigsn sich die Blätter sehr angeiegentlick) mit den Präfektenwablen; die Uribeiie Über dirielben lauten sebr verschieden. Die „K. Z.“ 111111111111 einige dérselch: Der „Teinps“ 5113111113161, daß das Dekret vom 13. April im A(lgemeincn kcinrn guten Eindruck gemackzt habe, 1111111 denselben aber zu mildern; 111111 müffe dem Minißer Ricard Zeit lassen, die geeignet,n Ersaßmänner zu firiden. Nock) weniger znfriedengefteüt ist das „le. Siécle“, das Organ der gemäßigten Linken und des linken CenirUms. „L'Opinion Naridn-alr' dagegen erklärt 1111) mit den Wahlen einvsrftanden. Die radikalen und ultramontanen Biätter aber greifen den Ministrr gleichmäßig an. Dir gemäßigre „Rep. Frantz,“ bezeichnrt einzelne Präfekten (11-51 gehäffig: und unfähige Persönlickgkeiien; drr „111110.“ findet in dem Verfahren des Ministrrs rin UWQrgewicht der revolutionären Partei. Die „Gaz. de Fr." rühmt die (111921851211 Präfekiew. Kurz, die

äUßLksTL “Linke ift ungehaiten, die gemäßiZte _u11_511- frieden, das linke Centrum 'abwarirnd. 2186111111) 1111111311 1111 das „Journ. des Dr-batö“: „ZBA JaUe imd

denkbxr“, sagt dasselbe, „die Präfekten cntiprexben dem Vertraaen dcs Ministers, dann ist AUes gut _ oder nicht, dann wird man fick; 1111 11111 zu 131111611 Haben. Doch ift die erste 2111- 111113111? 11ich1 11111vai1rschcinlich; eine en11ch1offe11e Regierung, 11211138 weiß, was fir 111111 und es offen sagt, kann véel aus den Menschrn 11111111911; und hoffentlich ist dir jeßige Regicrimg eine sokche. Vor aUen Dingen ist sie in 11.1) einig; fie: wil] auch nicht das Land 111111) ißrcm Vorbild? umgestalten, 113 ist vielmehr selöft ein Abbild deffelben und wird diesrr Aehnlirhkeit treu 111 1112111811 suchen, Die Aufgabe dsr Präfekten ift 111111, 'die- Re-Ziernng auf dem Laufenden 1111er Strömungen der öffentlich211 Meinung „zu erhalten, damii das Ministerium abtretén 111111. sobald ein- mal keine Uebereinstimmnng 311111111111 ihm und dem Lande br- steht. Man hat 11110 von den Präfekten große Loyaäirät und ein richtiges Urtheil zu fordern, damit fis nicht wieder einew Minister rothen, als Kandidat aufzutreten, wie Hrn. Buffet, und ihn dann kompromi1tire11. Die bisherigen Präfekten waren viri- fack] 111117111113; 11111 24 sind abberufen, 46 versexzt, (1110 in 70 Dr- parxemx111s find Aenderungen eingetreten. D15 11 gemig in 14 Tagen. Größer noch wird die Zahi der Veränderungen unter den Untrrpräiekten und den General-Sekreiären 11i11. Wrnn 11110 die Klaren der Rrpublikaner in einem gewéffen Maß) 1111161): “717.5 so find fie dock) jrdcnfalls sebr Übertriebr'n; man [)“-„xte mehr 1111111 1151111211“, aber man 11.11 1cho11 viel geLb-111 und wird 11011) mehr 1131111. Die Regierung muß 11111 181: bleiben, 1111?) sobald schwere, gereckztfertigte Klagen grgrn einen Präfekren laut werden, ihre Pflicht 1131111.“ _

_ 131118111 11115111 fünf Wahlen ftatsJLk-UUÖSUZ nur zwei (in Lills 11113 in M.:rieikle) hatten ein bestimmtes Resultat; in beiden errang die äußerste Linke einen Sieg; in Paris hatte der Kandidat der Linken, in Bordsaux der der äußersten Linkan und nur in St. 2111111115 cin klerikaler Bonapartift die relative Majorität, dort; hat auch hier die Linke weitaus das Ueber- gewicht, wenn die nur unter zweiKandiraten getheisten Stimmrn fich vereinigen. _ _

_ In drr „Rep. Fr.“ veröffentlicht Gambetta als Pra- fident der Budget-Kommisfion sein Finanz- Program?!- Er will die kleinen indirrkten Steusrn abschaffen und durch em beffrres direktes Steuersystem erseßen, erftrrbt also 1) Revifion des Katafters und 2) Einführung der Einkommensteuer. Von

eirxem neuen, oft befürworteten Kaiaßer nzanner, der „K. Ztg.“ zufolge, etwa 70 MiÜionen Mehr- emnahme. Ferner schlägt Gambetta vor. Umänderung der ganzen Staatsverwaltung. andere Eintbeilung der Verwaltungsbezirke und Einrichtung billigerer Verwaltungs- behbrden; Verminderung der schwebenden Schuld, besonders Ab- schaffurrg des Monopols der großen Eisenbahnen. Der Staat soll kem_e Zuschüffe u. s. w. zahlen (Frankreich hat bis Ende 1877 seinen großen Eisenbahngesrasckzaitm über 2 Milliarden h_eigeßeuert). Es wird Mühe koßen, geßeht die „Rep. Fr.“ zu, bis dxese ziemlich radikalen Vorschläge, wenn auch nur zum Theil, durchgesrßt sein werden.

erwarten Fach-

Spanien. In einem Artikel über die Stellun g Span icns zur römischen Kurie äußern fick) die „Times“ 11. A.: Spanien sei von einem heftigen Streite zwischen den Freunden und den Feinden religiöser Verfolgung erregt und der Vatikan ßehe mit- ten innen in dem Kampfe. Die Beschwerde des Vatikans gehe dahin, daß die Regierung einen freoelbaften Vertragsbruch be- gangen, indem fie keßerischen Gottesdienst zu dulden b:“.mtragt hätte. Durch das Konkordat von 1851 wäre vereinbart, daß der römisch-katbolische Glaube die alleinige Religion des spa- nischen Volkes sein, und 111112 „die Rcchte und Privilegien“ ge- nießen sollte, „welrhe er gemäß dem Geseße Gottes und den Beßimmungen der heiligen Sayungen befißcn müßte.“ Auch habe das Konkordat verheißen, daß (11111 Unterricht 101130111 in Privat: wie bffemlickzen Schulen in Uebereinstimmung mit dem katholischen Glauben icin sollte. Dasselbe machte gleicher- weiie die Biscköfe zu Wächtern Über Religion und Moral in den Semingrien. Ter Gipfelpunkt der Vercinbnung aber war, daß die weltliche Macht den Bischöfen Beistand leisten sollte, wenn fie „der Voskeii von Menschen, welche die Seelen zu verführen und die Mora! der Gläubigen zu vrrderben versuchten, entgegenza- treten oder den Druck, die Herausgabe und '»srbreitung schlechter und verderblicher Büchrr zu verhindern hätten.“ Keine Bürg- schaft. sagen die „Times“, konnte wohl vollfiändiger und aus- gedehnter sein. Die Inquifirion selbst konnte nicht mit größerer Klarheit a11sgesprochen haben, daß fie gläubig bis zur Vernich- tung sein wolle. Andererseiis enthalte die neus spa- nische Verfassung eine Bestimmung, weiche drm krße- rischen Gottesdienste eine gewisse Toleranz zu gewähren scheine; denn der 11. Artikel erkläre, daß Niemand, der die chris111che Sittenlehre achte, wegen seiner religiösen An- fichten, oder weis er Gottesdéenft i11 stinrr eigenrn Weise aus- übe, solle bestraft werden. Abkk er fiigt hinzu, daß aUe Ceremonien oder öffentlichen Kundgebungen, außer denen der Stamskeligion, verbotcn sein sollten. Dock) drr Vatikan grrife auch die schwache, kleine Probe 11011 Toleranz mit der größten Heftigkeit 1111. Indem die Bestimmung bean- sp.11che, Freiheit des Gottesdienftes zu gewähren, „verleßt sie?“, sagt er, „jedes Recht auf Wabrbeit und jedes Recht der katholischen Religion, bebt ungeseßlickz das Konkordatzwisckzcn dem päpsiiichen Stable rmd dem spanischen Volke arif, legt dem Staate offen die Last auf, Unrecht zu thun, und öffnet der Verirrung die Thür, der Verirrung, welche nur die Vor- läuferin einer langen Kette 11011 vrrnichtendxn Uebeln ist für die Nation, welcbe so lange und so treu 1111 der karholischen Einheit festgehalten hat.“ Freilich könne es keine Frage sein, daß der Geist, wenn nich1 der Buchfjabe des Toleranzartikrks dem Kon- kordat feindlich “,'ri. Tork) dns Vsrbalten des spanischen Min?- ßeriums müffe 11011 ganz anderen Gesichtspunkten aus beurtbeiir werden. Es komme wenig darauf an, ob das Konkordat 11011 1851 1111113 fernerhin technisch bindend bleibt für eino: Regierung, welche den Vcrtrag 1111171 geschlossen [3111 und welche 111111 der Zrit des Ver- trages dnrch mehrere Revoiritionen getrennt isi. Aber, „1111111811111 11011 11111211 rechiiichen Spißfindigkeiien, härte die 1111111111136 Regie- rung einen voilständig ausreichcnde11 Grund, die vcrfolgmrgs- 1111111in Härte des Konkordates „zu mildern, 111 der Tßotsackze gehabt, , daß der Vertrag selbst gegenüber dem vrränderren Charakter der Zeit 1111131 mehr zu halten War. Als derselbe ge- schiqffen wurde, lag Spanieir sooni moralisch wie piwfisrh nock; abseiis von dem übrigen Europa; dock; die Ereignisse der leßten Jahre hätten den wachsenden Entschluß der leitenden Massen an den Tag gelegt, ibr Eescbick mit dern der höher entwickelten Völker in Einklang zu sr§e11. 9111113 111 Spanien kön11e jeyt keine Regierang Beßand haben, welcbe nicbt jenen Grundsäßen wrltiickzer Justiz Teckymrng trage, die rin T[)eil der Öffentlichen Moral Europas geworden sind. Religiöse Toleranz sei eirirs von jenen Geboten, welchen auch eine spanische Regierung einige Achtung onen müsse. Wenn der Vatikan sage, daß die T*Uldung von reli- giösem 3111111111: einen 211311111 1111111 katboiiirhen Glcmbew bedeute, könnten die Staatsmänner 11111 erwidern, daß es nicht “ihre Anf- gabe sei, die BeßimmunJen dogmatischrr Theologie ihrem Urtheil zu urxterziehen.

Italien. Rom, 182111111. (WT. B.) Das Mini- sterium hat beick1loffe11, den geseßlicben Umlauf der Bänk- noken von der .1111 22. k. Mts, fäsligen Emisswn zu ver- längern. _ Ans Drpuiirkenkreisen versauter, daß das Par- lament 11111 das Budget und die Vorlagen über die Tiber- regulérung, den Hafen von Genua Und die Wahlreform erle- digen werde und sodann vertagt werdrn sone.

_ Mit der Wiederkehr der schönen Jahreszeit pflegt 111 den Wäldern und Schluchten Siciliens auch das Briganten- 11111111 wieder zuzunchmen. Der Minister des Innern hat aber, den „Ital. N.“ zufolge, brreirs Anstalten getroffen, um daffeibe in diesem Jahre niedrrzuhalien.

_ Nach der „Gazzetta ufficiale“ find vom 26. Oktober 1867 bis zum 31. März dieses Jahres 116.038 Kirchen= und Kloßergüterloose fiir 394,867,463 Fr. au9geboten und für 508196057 Fr. zugeschlagen.

_ 19. April. (W. T. B.) Nach ier Meldung des „BersaLliere“ habrn in der Beseßung der Präfekten- stcllen größere Veränderungen stattgefunden, indem 28 Präfekten 11111th und 11 neue Präfekten ernannt wurden. Von den seitherigen Präfekten wurden7 penfionirt, 3 abberufen, 3 schpendirt, einer in Disponibilität verießt.

Griechenland. Arbon, 15. April. (Wes. Ztg.) Bei der Einfahrt in den Piräus ist heute eine russische Korvette gescheitert. Zwei englische, ein griechisches und ein ruifisches Schiff suchten vergeblich Hülfe zu leisten.,

Türkei. Konßantinopel, 18. April. (W. T. B.) Abraham Pascha, Agent des Khedive und Haier Pascha sind zu Mitgliedern des Minißer-Konseils, jedoch ohne Portefeuikle, ernannt worden.

_ Nach einer der „Agence Havas“ zugegangenen Nachricht aus Ragusa vom 17. d. wären die Türken am Sonnabend bei Vresjeka geschlagen worden. _ Weiter wird gemeldet,

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daß die Garnison von Niksic am Sonntag cinen AuHiaLl gemacht habe, aber zurückgeschlagen worden sei. Moukhtar Pascha, der z_11 ihrer Hülfe herbrieiite, soll von den Insurgenten m den Engpaffen van Douga eingeschlossen worden sein.

Belgrad, 19. April. (W. T. B.) Die mit Rißics wegen Bildung eires neuen Kabinets angeknüpften Ver- ha_nd_lungen i'm) gesch-sitert, weil Ristics unter den gegen- wartigen Vrrhäitniffen eine Verantwortung nicht über- nehmen will.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 19. April. (213. T. V.) Graf Scbuwaloff wird Ende des Monats auf skmM Pasten nach London ;urückkebren.

_ Ter .Rusfische Invalide“ vom 15. April meldet aus Kbo- kand, daß General Skobelew, der vom General Kolpakowski den Befehl e_rhalten hatte, die noch der rusfischen Herrschaft widerßreben: den Jtrgisenstämme zur Unterwerfung binnen drci Tagen anzUsordern, sämmtliche Häuptlinge, mit alleiniger 211161111111112 Abdulla11Be11"-Z, der jetzt von 50 Dswigiten verfolgt werde, wiilig gefunden habe, die rusfische Herrschaft in Khoknnd aiizUrrkennen.

_:Umerika. New-York, 16. April. (Köln. ng) Ter Ka11er 11011 Brasilien kam gestern in dem Paffagierdampier .HelortruS' vor dem Hafcn 1111 und wurde von drei Ministern. dem Admiral Rowan und dem Genrral Hancock empiangen. Ihre Einiadnng, dcn Krikgsdampk'er Alert zu besteigen, 11111 mit demielbey 311 ,(11113211, lehnte dcr Kaiser ab, 11.1111 er als Privat- mann reiken wolle, und stieg mit den iibrigen Jabrgäften 1111513111").-

tet io. Brookéqn ans Land, wäßrcnd die „Kanonen der Forts und der Schiffe den Alert begrüßrm, in der Mei- nung, daß dsr Kaiser fick) an Bord deffelben bkfixwe.

Von Brookirm fuhr er in einen Gasthof drr Jiüh Avenue. Ubrnds besuchte er d„s Theater, und soäter wurde ihm von einem Bürgerverein 21:1 Zxändchen g-ebrackxt. Morgen wollen WiUiam CUÜEU Bryant, der 78jäbrige Dicbir, und Wikiam M. anrts ihm ein Willkommscbrciben im Namrn der Bürger NestrkS überreichen. Am Dienstag reist der Kaiser 111111] Sap Francisco. _ Dcr Generak Babrock ÖCÜUÖLT 7111 11911 Neuem vor dem Kriminaigericht. Die großr 31111) in Washing- ton bat ihn wegen Einbruchs in Anklagezuftand versetzt und mit ihm dm früheren beigeordneten Brzirksanwalr Har: rington, der1 früheren Vorßeher der geheimen Polizei dcs Sckxaßamtcs, Whitekr), einen 11.111 deffen Geheimpoliziften Namens Nettleship, den New Yorker Anwalt Somrrvélle und einen cht im Zuchthause fißenden V-crbre-Üer, Miles. Die der Anklage 311 Grunde liegende Tiwtsachr ist die im 31111 1874 gesckzeizene Wrgnabme von Urkunden aus dem SckéraUke drs ge- nannten Harrington. Mit den gestohlemen Schrifrstücken 10111611 Vewri-Zmittel, die zur Aufklärung der 111 drr Waskxingionrr Be- zirkSverwÜmng vorzekommenrn Betrügereien dienten, uns der Welt geschafft werdem. Miles und Whitesr) 1181111 11er Staat:?- zeugen aui. Mikes bekennt, vort Wbitelr) 511 drm Raub: ge- rungen worden zu sein; und 2131311811] seinrrseits erklärt, im Airfrrage Babrocks und Harrirrgions gebaiidclt 311 131111011. Har- rington soll verschwunden sein; Babcock wurde grstern grgen Bürgschaft anf freiem Fuß geseßx.

_ Seswr Prado, der neu gewählte Präsident von Peru, ist am 16. ds. an Bord des Wbite Star-Dampécrs „Germanic“ von VTew-York nach Europa abgriegelt.

-Valpar.1iso,8 März, AusderWahirrdedesKriegs- Ministers Pinto, 111 der 11chderse1bea11chüberdieklerikalen Bestrebungen ausspricht, theilen wir 11ach der „Köln. Ztg.“ folgende Stcklen mit: „Der K..mpf freier Idee gegen U11d111d- sam-krit und Vorarlbeil, in welche [erstere das Kr1o111ais11stcm 11116 gebannt hielt, weiß nicht geringere Erfolge auf, als das Ringen umserer 11aabbär1gigkeit§kz€1den 11.111" den Sch111c11tfelderru Das 211111111211 einer Partei, 111€1che die geistsiche Herrsch1fi an die Frei]? drr 11ationa'.er1 zu 1515811 1116131, 1111111)? soziale Vorrrckße anf Kosten der Girichheit 2111er vor dear Sefer),

eine grwairsame Ei11k];ir 11111 Kosten der _Gedankenfreiheii erstrebr, har die ganze Welt in dir Wxffen gerufen.

Sie brmühte fich, die Grundsärze 311 verfälschen, 11191111e wir in 1111211111 Kampfe zUr Vertheidigung der bürgerlichen Gesei1schair verfrckzrcri, und 11311911 den Strmpei einer rrligirisen Verfolgung anfzndrircken. Es ist das ein politischer, aber veräch1lichrr Kunst- griff. welckyen abzuweisen die Dienrr Gorkrs die Ersten sein 111111131211; und fie werden es 1131111, 1081111 fie dereinst richtiger die Gefahren crmeffen, 13611811 112 die heiligen, ik) 7211 anverkrautsn Interessen aus- jeßen, wenn fie dieselben in denDicnst einer vrrackzteren Partei stC'ÜLU. Niemand in Chile 111111 dke Religion bedrohen, 1111d wenn Ir- mand dies plante, so tbeilen wir nicht seine Wege, 1113 wir anf unsere Fahne Gewiffensfrsiheit gcickzrieben haben, d111ch 111011133 aÜein drr religiöse Sinn critwickrlr und gefestigt wird. Wir streiirrr gegen den Mißbranck), der ans drr Religion ein Werk- zeUg für politische Anschläge schmieden will. Mögen dir PriesTcr 1111111131811, politische Agenten 311 sein; 111591111116 einseben, daß die Kirche kein Klav ist, und der Beickztftrrhi krin Ort, 11111 111101 Wahkrn za reden, Und fie we1d211 spüren, daß diejsnigen Ge- fühle, die fie 1115 sich feindseiig betrachten, bald durcb solch: der Ehrfurcht werden crseßt Werden.“

Asten. Indied. Sir Sasar Dschung, der Prrmirr: Minister drs Nyzam von Hyderabad, verließ am 8.11. Mrs. Bombay an Bord des italienischen Dampfers „Asta“, begleitet von einem Gefolge von 60 Persoaen, um seine lange projektirte Reise nach Europa anzutreten. Er begiebt fick; zunächst nach Neape1. _ Ter Tarr-pier „Sowad“ aus Shehr 111 im arabischen Meer gescheitert, und Von den 500 an Bord bcfind- lichen persischen Piigern sind nur drei gerettet worden.

_ Ein Telegramm aus Calc-rrtta meldet den am 14. ds. erfolgten Tod des Maharadschah von Puttiala. “Srin Nachfolger sein ältester Sohn, der aber erft 5 Jakre 3115111. Während desen Minorität wird wahrscheinlich ein cher111'111afts- rail; mit dern jetZigen Premier-Minister als Präsident die Regi;- rung füßren.

Persien. (Allg. Ztg.) Nachrichten aus Teheran kün- digen an, daß seit etwa acht Wochen ein aus 25 Mitgliedern bestehender Staatsrati; daselbst in Tbätigkeit getreten ist. Die Funktionen desselben beßchen darin, über 11 eue Reformen zu berathen und die betreffenden Geseßentwürfe auszuarbeiten. Die nruen Anordnungen beziehen fich vornehmlich auf das Münz: und Postwesen. Die persischen Münzen werden fortan auf einer in Paris hrrqesteUien Maschine geschlagen werden. Was den Postverkehr betrifft, kann man jetzt von Tcheran nach (1111111 Punkten Europa's Briefe für die einheitliche Taxe von 55 Cen- times senden, welche mit neu singeführieq perfiichen Briefmarken versehen find. Innerhalb Perßens kostet iSder Brief 25 Cen- times (20 Pfennige) bis zur rusfisckzen Grenze. Von da an

erhalten dieselben durch die rusfisckze. Post eine Marke von 30 Centimes, wie fie nach dcn Postveremsabmachungen für Ruß-

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land bestimmt worden ist, und laufen damit durch gaanurora, _ Aus Rescht, der Hauptstadt der perfischen „Provinz Ghilan am kaspisrben Meere, wird dem „Journal de St. Petersbourg“ geschrieben: Am 6. des Monats Safar (den 3. März), dem Geburtstage des Schah, wurde von Sr. Majestät das diplomatische C.1rps zu Teheran 111 feierlicher Audienz empfangen. Als Toren des Corps führte der bsterreiäxiscb: ungarische Gesandte das War: bei der Grgiulation. Ter Schah antwortete sehr wohlwollend, Und richiete dann an jeden Ver- treter noch 11111“ brsondere Ansprache. _ Seit der neue Grnoer- near vo_11 Afterabad Suleiman Chan sein Amt angetrrten, ver- halten 1111) die der perüichrn Herrschaft unterworfenen Tarka- manen_ ruhig, 1111 der Grenze seiner Provinz bat er aber noch de_n kauberrschea Stamm “dcr Teoidfäzi zu untrrwerfen. 211 Turkomanen 111111 Merw iche111111 711; 511 rinexn Einsall in die perfische Provänz Cboras'an 311 rüste», 11111) der Goaverneur drscr Provinz Sharud ist daher .111gewix1'e11 worden, energisck]! Vertbeidigungxmaßrezela 511 11117111 Und die Straße 111151; Choraffan frei 51.1 Haiien. Tie 2111111 Trke:Turko:11-.111111 111“ng miteinander im Hader: 112 17.1111821 1111 vorigen JIIr 115.11 KZ3111e gewählt, welche 111111 11:11 den Vorrang streiten. *

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Statistische Nachrichten. T1: Vrlkkzäbiu'ag in Bayern 1121111. T115111bckr18751711 an 221181 vrrläUr'igcn 3114111111111111'11111111 ;?611111-3 11.- KÖKiZLHrb-xn 111111'21511111B11rea113 11116 111111111321'31111 Bwöierang dss Königrsixkss von 51.124832 3111111311611 JULI 4.853,45.) 115 1. Iexswkch 1871 erg:b.11. 2311 der icßrcxcn w1r€11 11,424 Perirnsn 1118 5111 IfkrwarirneZarmée 111 F:ar1kreich «311151191 111111 1111: cirgxrecbnrx. Nai Provinzrrr 11-21- 1112111, iii das Ergednäß: Obrrbawcrn 111118947524 11871: 1. "Lr- zcmkec 841,707), Nirderbfivxrn 622.377 (693789), “Dial; 641.567

(615.035), Oßrrbkxiz 503,422 (497,561*„ TIOrfrank-c'n (“):-5,043 (541,063), '))?irtékranken 607,593 (535.611, Ur-icikrcmkrn 597.055 (586,132), Scbwabra 602,95.) (552,7731 Tir „Süd). Prrffr' brmrrkr d11111: „Tie rsrbälrnißniäkéig 1141113 311111111112 dsr airbaysriscbsn Provin'z-xn 1111111 1111) wrb1 daraus, daß die

1571 in Fraukrciä) 5.1;niirr1éxs1kc 1. *)1:r:1:rdi-:*i*'1sx1 71:11 DUTBVLJ „1111247161111er 11111 Sch11*11*:11 1211111111 Tas 7.111“. ZäiélrMY-Z- 11112111'1'; 1111111112111 111111136115 11011) drr :ZxrrxrravM-II dcs 1111161151111 Birrcaas 1111d wird 1.111.111) 7111115161161 1*-:ri11*ird311-3 Acndrrunqrn -*r- fabrea; 11111 (1111111; 1111»; die 2131911151191 1.11'31 6.11 „1110 1111-13 ULF): „31111111 785111111111“

Kunst, Wiffexfchaft und Literatur.

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GeWerbe und Handel.

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kalten derselben, das Papier durch 2111111111551 entferrrt 11511. Um eine größere Bodenfläche zu bedeckrn. 11»crde11_ die EM- zelnea Platten aneinander gelegt und die 511111113511 11711611 ent-

stehendrn kleinen Fugen mit Aswbnlt 111151125011 n,_ so das; die ganze gemusterte Fläche w:.c ars Zinrm ©1111; 1111131111111 erschzi11t. ngen dr: Dauerhaftégkcit dcr 21.111111". (9161111111116) 1103111 FeuMég. keit, erschrincn derartige Fußböden, bei de_ren HsrUsUarrg, 11116 03811 bemerkt, den vrrsrbiedrnarrégitxn fü117116111chenAnforderungrn RQ)- nung gréraßcn werden kann, 1:11 Balkozis, Bxdezimmxc, Eanahxtm kr. brionders geeignet und smd für 1121: chcke bereits in NürnIerg und Wien mit Erfolg vrrwrndet wcrden.

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