Hamm, 18. April. Auf die Tagrsbrdnung des zum 1. Mai hierher einberufenen außerordentlichen westfä- lischen Städtetages ist die dem Abgeordnetenhause vor-
liegende Städte-Ordnung gesetzt.
Bayern. München, 18. April. Unter dem Vorüye des Prinzen Luitpold wurde Heut eine mehrstündige Sitzung des Staatsrathes abgehalten, in welchcr weitere Vorlagen für den Landtag _ deffen Dauer bis zum 31. Mai d. J. verlängert wurde _ zur Bératbung gelangten. Nach der „Allg. Ztg.“ wäre insbesondrre eine die Eisenbahnen in dcr Pfalz betreffende RegierungSvorlage zu ersparten. _ In der ziveiten Abtheilung der Kammer der Abgeord- neten wird morgen die Verathung über die Beanstandung der Münchener Wahlen fortgeseizt und, wie man glaubt, zum Abschiiiß gcbrachi werden.
_ Prinz Arnulpl; ist am Charsonnabend Abend von Paris, wohin er sich vor 14 Tagen begeben hatte, wieder hierher ziirückgekehrt. _ Der Justiz-Minißer Dr. V. Fäuftl e hat einen 14tägigen Urlaub erhalten und wird fish in das Aügäu begeben. Mit der Leitung des Irtßiz:Miriisteriur116 bleibt der Staatsraik) v. Bomhard betraut.
_ 19. April. (W. T. B.) In der heutigen Siyung dsr zweiten Abtheilung der Abgeordiietenkammer wurde der Antrag des Referenten, die Wahlen in Miinchen [. wrgeir Verletzung des Art. 11 des Wabigescßes bei d-:r Bildrmg dei“ Urwch1bezirke für ungiltig zu erklären, angenommen.
Nürnberg, 18. April. (2111g..8tg.1 Die Regierung von Unterfranken bat die Beschwerde gegen die Auflösung des nerierdings gegründeten katholiichen Vereins in Kitzingen abgewiesen,
Baden. Karlöruhe, 19. April. (Jr. J.) Die Kom- mission der Zweiten Kammer für den GeseHeniwurf der Pfarrdotation ist in ihren Berathungen so writ vorgeschritten, daß der Bericht in der nächsten Zeit zur Verhandlung im Plenrrm gelangen wird. Da die katholische Kircbrnregierimg in Freiburg dem Staats-Minißerinm erklärt hat, von den dem katbolrjchen Klerus zugedachten Dotationen keinen Ge- brauch machen zu können, und dabei das Gesuch um Nicht- aiierkennung des Geseizes für die katholische Kirche geßeUt hat, so wird fick; die Dotation nur für die evangelische Landesdeist- lichkeit prakiisck) bewähren. Nack) ÖM bei der cvangeiiichen Ober- Kirchenbehbrde gemachten Erbebimgen wrrden 384 Pfarrfteüen davon berührt werden; von den zxiii cn Inhabern dieser Stellen haben etwa drei Fünftel die Peition gegen die Revers- Veßimmung unterzeichnet. Diese Bestimmung ist mm von der Kommission aus dem Entwurf entfernt worden, und ein von dem Minifteririm begehrtes Sribßiiut wird hierfür. nur mit Schwierigkeiten zu erlangen sein. _ Die unter Vorfiß des Ober-Sibukraihs-Tirekwrs Nokk vom 10.- 13. d. M. hier abgehaltene Konferen; sänimilicber Gymnasial- Direkwreri und mehrerer Univcrfitäis:Profeffoi'en Badens unter Betheiligung des Ministers Or. Jolly hatte die Aufgabe, ein- zeiiie Uriterrichtszweige der Geiehrtmrscbulen dem Zeitgeiste mehr anzupaffeii, die Forderungen der AbiturieniemPrüfung genau zu präzifiren urid die Jerienordmrng neu zu reguliren. Bei dem ersten Prmkt wurde die weiiere Ausbildung des mündlichen Ausdrucks im Deuischen betont, dagegen das Griechische und die lateinischen Styl-Uebungen beschränkt, letztere nur im Zusammenhang mit der Lektüre der Klassiker zu- gelassen. Für die Abiturienten-Prüfung wurde weniger Gewicht auf den Nachweis maffenhaftén Gedächtnißstoffs, ais vislmehr auf die Klarheit des Urtheils mid derrtlichcn Ausdruck desselben gelegt. Bezüglick; der Ferienordnung wrirde bestimmt, daß die Harwiierien seehr“- Wochen, von Ende Juli bis Mitte September, dauern und über Pfingften ackzt Tage schu1frei sein soilen.
Sachfen-Coburg-Gotha. Coburg, 18. April. Heute Um 5 Uhr Abends erfolgte die Ankimit dees Deutichen Kaisers mit drm Kronprinzen unter großem Jubel der Be- vblkerrmg. Abends ("indst großes Diner und im Theater, wo des Herzogs Oper „Sami: Chiara“ arrfgefübri wird, Galavor- steliring, darauf großer Fackelzug stati. Tie Siadi ist festlick) geschmückt.
_ 20. April. (233. T. B.) Die Königin Victoria hat heute Vormittag 10 Ubi“ dir Rückreise nach England an- getreten.
Sachfen-Altenburg. Aljenburg, 17. April. Unter drr. Schristßücken, zu deren Verbffcm1ichung die jüngfie Land- tagssesfion Vscanlaffrmg gegeben hat, befindot ück; auch der Be- richt der Finanzkommission Über die Rcchenschaftsberichte der Finanzverwaltung während der Finanzberibdr 1868 und1869_1871. Obschon diése Rechenschaftsberichte sick; aur" schon länger zuriirkiiegcndr Jahrs erßrecken, so bisten dieselben dock) deshalb noch j-sxzi ein größeres Zniereffe, weil sie gerade dis Zeit des Ueberganges aus den früheren Verhältniffexi dcs deut- schen Bundes in den Norddeutschen Bund betreffen. Jm Gan- zen zeigt fich dabei, daß dieses Uebergaiig-Zstadium von Sarbsen-Altcnburg, Dank seinen gcordneten Finanzen, verhältniß- mäßig leicht überstanden worden ist.
Oesterreich-ngarn. Wien, 18. April. („Pr.“) Heute Mittags statteten die ungarischen Minister dem Minister- Präfidenten Fürsten Auchperg einen Brjuch ab, Worauf um 2 Ubr die gemeinsameKonferenz unter Vorfiß des Kaisers ßaiifand. Ueber dieselbe meldet die „Peßer Corr.“ Nack)- stebcndes: „Der große Ministerrail], welcher heute behufs Erledigung der zwischen beiden Regierungen der Monarchie obschwebenden handelSpolfiisckzcn Fragen rmtrr Vorfiy Sr. Majeßät abgehalten wurde, währte von 2 bis nach 6 Uhr. Sehon die bcirächtliche Dauer des Ministerraths läßi auf die Größe der Schwierigkeiten schließen, Weiche zu be- wältigen waren und wohl (ruck) noch zu bewältigen skin werden, bis gesagt werden kann, die Angelegenheit sei als abgeschlossen a:“:ziiseixen. Ass einzigec; mitibeilbares Ergebniß ist zur Stunde niir so viel ZU konstaliren, daß die Eiidenticheidiing in der Hand Sr. Majeftäi [isgt und es von den Aller- bbchstrn DisPofiiionen abhängig ift, ob noch eine weitere Pienarkonferenz stattzufinden habe oder nicht. Nach der .Kon- frrenz versammelten fich die ungarischen Minißer bei Baron Wenckhcim, ,um nach dom Diner, welchss fie dort einnahmen, uiiter einander Bcraihrmxx zu pflegen.“ Ungefähr dasselbe be- richtei auch die „Budap. Cork,“, indem fie scbreibt: „Es wurde m' der Konferenz kein Protokoll gefiihrt und demnach auch keiner- lei Brschxuß grfaßi. Nackzdem alle obschwobenden Angelegen- heiicn beiderseits eingehend bcsprobcn und die Standpunkte
beider Ministerien au6einandcrgeseßt wurden, behielt fich Se. Majeßät die weitere Entschließung vor. Es ist nirht unmöglich, daß unter Vorfis Sr. Majestät noch eine Konferenz ßattfinden wird, jetzt ist diesbezüglich ebenso wie über den weiteren Verlauf der Verhandlungen kein Veschluß gefaßt.“ _
„Die Fragen, um welche sicb die ganze Diskussion dreht sagt das „Prag. Abbltt.“, sind ausschließlich wirt schaftiicher, beziehungsweise finanzieUer Natur, und das politis e Moment spielt hierbei nur insoferne eine Roile, als von dem Ergebnisse drr gegenwärtigen Verhandlungen auch die Festigung oder weitere Lockerung der bestehenden Beziehungen zwischen beiden ReichZhälften abhängig iß. In erster Linie kommt gegen- wärtig die Erneuerung des Zoll- und Handelsbünd- nisses zwischen briden Reichshälften, beziehungöweise die weitere Erhaltung des cinheitlichen Zollgebietes in Betracht. Ständen diesbezüglich die Sachen so, daß es sich einfach um die Fortdauer dcs brstehenden Zustandes handeln wiirde, dann wäre vielleicht die Verständigung nicht allzu schwierig. Zufäiiiger Weise laufen aber fast alle unsere HandclévsriräZe mi! auswärtigen Staaten in dicsem oder im nächsten Jahre «1 , und da die Erneuerung derselben nur im Einverständniffe beider Reichshälsten erfolgen kann, so iß es natürlich, daß fick) auf briden Seiten 1vider1prechende Interessen geltend machen. Ungarn hat nämlich als induftciearmes Land kein Bedürfniß, die bestehenden Zöile zu erhöhen, irn Gegentbeiiewürdees manche derselben im Interesse seiner Konsumenten gerne noch weiter er- mäßigen. Für die westliche Reichsbälfte aber ist es geradezu eine chenöfrage, die heimische Industrie, welche seit einigen Jahren mit außerordentlicheii Fatalitäien zu kämpfen hat, nicht noch weiter verkümmern zu lassen und dazu bedarf es vor AUcm eines wirksameren Schußes gegen die ausländische Konkurrenz. Es kommt jeßt nun darauf an, diese widerstreitenden Interessen derart in Einklang zu bringen, daß fich kein Theil benachiheiligt steht, eine Aufgabe, die in der TJat nichts weniger als leicht ist. Minder schwierig gestaltet fick) das Verhältniß bezüglich des zweiten Punktes des gegenwärtigen Verhandlungsprogramms, die Zollrückvergütung betreffend. Ungarn rerlangtnämiick), daß die bisher aus der gemeinsamen Zonaffe rückbergüteten Steuer- beträge fiir Exportartikel, wclchr im Inlande der Verzehrungs- steuer unterliegen, künftighin aus der Kasse jener Reichsbäifte bezailt werden sollen, welche die bezüglicbe Steuer eingehoben hat. Im Prinzips hat die dieffeiiige Regierung die Vererb- tigung dieser Forderung zugestanden, nur der Modus der Be- rechnung und Kontrole macht noch einige Schwierigkeiten. Was jedoch die weitere Forderung Ungarns bßtrifft, es möge ihm eine Vergütung der Vcrzehrungsßeuer für alle aus der westlichen Reichshälfte nach Ungarn eingeführten Bier:, Spiritch- und Zucker-Quaniitäten gewährt werden, so soll diesbezüglich bisher auch nichi einmal eine formeUe, geschweige denn eine prinzipielle Einigung erzirlt worden sein, wie denn iiberhaupt dieser Punkt bei den gegenwärtigen Konferenzen die größten Schwierigkeiten bieiet, weil die Berechtigung Ungarns zur Erhebung (“iner soi- chen Forderung in der diesseitigen Reickzshälste allseits be- ßritten wird.
Als leßtcr Programmspunki bei den gegenwärtigen Ver- handlungen fignrirt die Vankfrage, das heißt die Forderung Ungarns nach einer selbständigen Zettelbank. Da hisbei auch die Valuiafrage und die Erhaltung, der einheitlichen Währung in Betracht kowmen, so ergeben sich auch nach dieser Richtung be- deuimde Schwierigkeiten, zumal auch die Frage aufgeworfen wurde, in welcher Währung Ungarn, faUs es zur Errichtung einer eigenen ungarischen Zettelbank käme, seine Beiträge für die gemeinsamen StaatsaUSJaben leisten wiirde. 2316er soll jedoch dieseAngelegenheit in denMinifterkonftrenzen noch nicht dctaiklirt zur Sprache gekommen sein, ioiidcrn lediglich zwischen den un- garischen Ministern und den Leitern der Nationalbank den Ge- genftmd der Diskussion gebildet haben.“
Pest, 19. April. Wie hiesige Blätter melden, ist die An- ge1egenbeii der Militärbequartierung bereits ("o weit ge- diehen, daß der aus einigen fünfzig Paragrapb-en bestehende einschlägige Grfeßentwnrf von den hierbri betbeiligicn drei Re- gierungen endgültig feftgeftellt wurde. Im Sinne des vereinbar- ten Entwurfes wird die zu vielen Klagen Aniaß gebende Ein- qiiarticrung mit drr Zeit gänzlich wegfallen, Die wichtigße Ve: ßimmung des Gescßcntwurfrs ist jene, daß aUe Bequartierungs- Anordnungen in Zukunft im EMVMLWHMOU mit den betreffenden LandeSvertheidigrmgs=Ministern durchgeführt werden, und jede Dislokation 11111: mit Zustimmrrng des Landes:)ertheidigungs- . iinißers erfolgen kann.
_ Tas unzariichc Abgeordnetsnbaus nimm+ morgen iciiie Sißimgrn wich aiif. Wie die „Pestcr Korr.“ meldk, gedcnkrii die in Wien ivciicndcii ungarischen M*.iiister bereits an der morgigen SiiZUUJ ibeilziiiirbmcn, 70 daß dsrcn Abrciie bon Wirn im Laiifc DLZ britiigcii Tach crfblgcii diirfte.
Schiveix. Tie „N.,Züricb.Ztg,“ erhält folgende Korrespon- denz aus Bern: „Wie man vernimmi, wird die vom Vundeßrathe zur Unrrriuchung drr Siiuation der Gotthardbahn nieder- geierzte Kommission schwerlich ihre Arbeit so schneU vollenden können, daß das Resultat derselben und die sachbezüg1ich2n An- träge schon im Monat Mai der inicrnaiionaken Gotthardbahn- krnferenz unterbreitet werden kann und es wird die letztere wahr- scheinlich noch (“iwas weiter binausZeschoben wxrden müffen. Die einzelnen Unterabthcilrmgen dieser Kommission find übrigens in volier Thätigkeit an der Lösung ihrer Aufgabe.“
Niederlande. Luxemburg, 19.April. (W.T.B.) Der Generaldirekior der Justiz, Funck, welcher auch mit der 1_Gei;)ei'aliiirekti*.irr der Eisenbahnen beauftragt war, ist beute ge- ior en.
Großbritannien und Irland. London, 18. April. Die Königin wird, nach der „E. C.“, am 21. Hier zurück- erwariet. Am Tage vorher werden die Königlichen Yachts fich nac!) Cherbourg begeben, um die Monarchin an den Hof nach Portsmouth iiberzufiibren. _ Don Carlos wäre, einem Tele- gramm der „K. Z.“ zufolge, seit vier Tagen mit seinem Vater und dem General VelaSco von London vcrschwunden. Selbst die Earlißen wüßien nicht, wo er sich aufhalie; Don Carlos Hätkc bei der Abreise nur erklärt, er gehe nach Norwegen,
_ Das Auswärtige Amt hat dem Parlamente die diplomatische Korrespondenz über den Llufßand in der Herzegowina vorgelegt. Dasselbe enthält der „E. C.“ zu- folge auf 109 Seiten 93 Schriftstücke, unter welchen die bereits bekannten Aktenstücke, das österreichische Reformprojekt und die darauf bezüglichen türkischen Dekrete, den breiteßen Raum ein- nehmen, sowie die aktenmäßigen Belege, we1che Lord Derbi) zur Darlegung seiner Politik den Anfechtungen seiner Gegner ent- gcgenhält.
Ueber den Ursprung der Erhebung und ihre Bedeutung in dm aßen Entwickelungsfiadien enthalten die Berichte des britischen Konsuls Holmes Aufschlüsse. Nach seiner Angabe wurde der ganze Aufruhr von einer Bande von 164 Köpfen cingeleitet. Diese beftand aus Flüchtlingen, die auf montenegrinisches Gebiet übergetreten waren und die Er- laubniß zur Rückkehr nashgesucht und erhalten hatten. Bei der Heimkehr erhoben sie die Fahne des Aufßandes. Dureh Drohungen und Gewaltthat verfiärkten die Aufrührer ihre Schaaren und brannten denjenigen ihrer Landsleute, welche nicht gesonnen waren, fich anzuschließen, die Dörfer nieder. Es wurde ein 1ürkischer Kommissar entsendet, mit den Insurgenten zu unterhafideln. Gleichzeitig aber erhielten dieselben von s(avischer Seite aus allen Richtungen her Ermuthigung und Unterßüyung an Geld, Waffen und Mannschafien. Sie sahen sick) unter allen Umfiänden veranlaßt, die türkischen Unterhemd- lungSvorsckzläge einfach abzulehnen, und die Pforte appeUirte deswlb an das Foreign Office, um durch englischeVermittelung in Wien, Belgrad und Montenegro zu sorgen, daß die sichtlichen Haupiquelien des Aufstandes verstopft würden. Lord Derby machte unterm 12. Augusi 1875 dem englischen GeschäfiSträ-Zer in Wien, von der zwei Tage vorher aus Konstantinopel an den türkischen Botschaftcr in London gerichteten Depesche über diese Angelegenheit Mittheilung, crwähnte, daß die türkische wie die englische Regierung vom österreichischen Kabinet befriedigende Zusicherungen über die dem Aufstands gegenüber beobachtete Haltung empfangen habe, daß aber die Pforte doch die Vermittelung der englischen Regierung in dem angegebenm Sinne für erwünscht erachte, und wies ihn an, dem entsprechsnd mündlich zu wirken. Unter demselben Datum wurde Sir H. Eilibt, der englische Botschafter in Konstantinopel, ebenfalls über die Sache in Kenntniß geseyt und erhielt die Weisung, falls er dazu Griegenheit habe, dem Fürsten von Montenegro zu raihen, die Erhebung nicht zu fördern. Ferner wurde er beauftragt, den englischen Agenten in Belgrad in gleichxm Sinne zu iiiftruircn. Dann aber fügte der Mi- nister hinzu:
„Jm Uebrigen ist Ihrer Majeßät Regierung der Anficht, daß die türkische Regierung sich “auf ihre eigenen HülquueUen verlassen soUte, um den Aufstand niederzuwerfen. Sie sothe ihn als einen lokalen Ausbruch von Ruheßbmngen behandeln, statt ihm internationale Bedeutung zu verleihsn, indem sie fick] an andere Mächie um Unterstützung wendet.“
Das Verhalten der Pforte gegenüber diesem Rath iß be- kannt. Es folgte der Vorsckziag, aus welchem die Einseßung der Konsularkommisfion in Mostar hervorging. Auf wieder- holtes Andringen des Grafen Beust sprack] Lord Derby in einer vom 25. Januar datirien Note dem englischen Botschafter in Wien die Zuftimmimg Englands zu dem Reformentwurf des Grafen Andrassy aus und instruirie gleichzeitig den Vertreter Großbritanniens in Konstantinopel unter demselben Datum folgendermaßen:
„Die Vorschläge des Grafen Andraffr) laufen in der That auf wenig mehr als ein Ers nchen hinaus, daß die Pforte die Reformdckrete von 1839, 1856 und vom 2, Oktober und 12. Dezember vori- gen Jahres, also die Maßregeln zur Besserung der Lage der nichtmobamedanisohen und überhaupt der ländlichen Bevölkerung im ganzen Reiche, welche öffentlich proklamirt morden smd, praktisch zur Anwendung bringen möge. Manche dieser Reformen berühren nicht blos die christlichen Unterthanen' dsr Pforie, sondern würden der ganzen Bevölkerung zu Gute kommen, wie z. B. die Ab- schaffung der Sieuerwrpachtung, welcbe besonders wohirhätig für die Landeigentbümer wirken muß, welche in Bosiiien arif jeden Fall meistens Mobamedaner sind. Ihrer Majestät Regierung ist daher nicht der Meinung, daß die Vorschläge des Grafen Andraffy mit dem Artikel 132. drs Pariser Vrrtrages im Widerstreiie stehen. Sie ficht in denselben wesentiick; Wünsche und Empfehlungen für die Genehmigung der Pforte bei ihren Bemühungen dem Aufstands 811? Ende zu michen, und findet in ihnen keine Einmischung in die Beziehunrrrn zwischen dem Sultan und seinen Unierthanen oder in die innere Verwaltung des Rkicbes. Nucl) sieht Ibrer MajestätRegicrung nicht ein, daß die Pforte es schwer finden soUte, dem in iolcber Weise crthriiten Raths zu folgen und den Mächten in irgend ciiier Form die Maßregein mitzutbeilen, welcbe demgemäß getroffen werden sollen. Was Jbrcr Majestät Regierung als wrsentlick) crscheini, ist, daß die Pforte schnell und energisch an die Llasführung der Reformen geht. Es iß augenscheinkich nach den Berichten von Ihrer Majesiät Konsuln, daß die eingeborenen Muselmänner in BoSrrien und der Herzegowina und selbst die Behörden an Ort und Stekle sich nicht über die Wichtigkeit der aufrichtigen Annahme und ehrlichen Durchführung der Reformen klar geworden find. Ew. Excellenz soUte daher bei dcr Pforte ernßiick) darauf dringen, daß es unerläßlich sei, mit Ausführung dieser Reformen Männer von Thatkraft und Ent- schloffenheit zu beauftraizen, welche Hab nicht durch die öriliche Apathie und das Vorurtbeil abichrecken [affen und im Stande und gewiüt find, Schenßlichkeiten wie die Ermordung der nach Popovopolic zurüchkehrenden Flüchtlinge zu unterdriichen, und Welche das Aeußerste thun werden, der chriftlichen Bevölkerung das Gefühl der Sicherheit zurückzugeben. Ohne ein solches Gefübl kann eine gründliche Beruhigung der aufftändisckzen Bezirke füglick; nicht erwartet werden.“
Frankreich. Paris, 18. April. Wie der „Kbkn. Ztg.“ geschrieben wird, ist man auch in der Provinz nicht befriedigt von den Personalveränderungen in denPräfekturen; man findet es herausfordernd, dén republikanischen Depariements Männer von „der moralischen Ordnung der Broglie und Buffet“ vorzuseßen, und wünscht, daß die unpopulären Präfekten ganz beseitigt würden, Zwar sagt der „Moniteur“, die Ver- waltung werde angehalten werden, streng verfassungs- mäßig zu verfahren, zuerst müsse dieselbe aber Stetigkeit erhalten; die Gegner verlangen jrdoch zuerst eine durchgreifendere Aen- derung der Präfekturen. Darum erregt auch der Brief des bisherigen Präfekicn von Cemal, Mr. de Chazelles, der nach den Ober-Pyrenäen verseßi werden solite, aber seine Entlassung nahm, weil er dock) nach seinem neuen Bestimmungsort keine neue Gesinnung mitbringen könne, und der fich in Ausdrücken bewegt, welche die Einen würdig, die Anderen unhöflick) finden, großss Aufsehen. Einige find auch schon “seinem Beispiel gefolgt und um ihre Entlassung eingekommen; ebenso ca. 180 Maires und Beigeordnete, und darum eben fordern die entschiedenen Repriblikaner eine vollständige Umgestaltung des Präfektenperso- nals und der gesammten Verwaltung.
_ Der Senator Picard und der Deputirte Coremin Guyho, die von einer Vrriammiung der republikanischen Senatoren und Deputirten beauftragt worden waren, einen Geseßentwurf über die Einftelsung der Verfolgungen gegen die,we1che an dem Nufßand der Commune betheiligt gcwessn, auszu-
arbeiten, haben ihre Arbeiten beendet. Der Gesexentwurf lautet nach der „K. Z.“ wie folgt: „Art. 1. Vom Tag der Veröffent- lichung des vorliegenden Gesehes an wird keine Verfolgung mehr ßattfinden wegen Vergehen, die auf die aufßändische Bewegung von 1871 Bezug haben, selbst dann nicht, wenn in derZwischenzeit Akte der Verfolgung oderderUntersucbungvorgenommen wordenfind, welche die gewöbnlickzedrcijährige Vrrjährung unterbrechen. Art. 2. Unter Abmeichirng von Art. 13 des Geseßes vom 9. Auguft 1840 hören die Militärgerichte schon jetzt auf, fich mit den Verbrechen zu beschäfiigen, welche zur nämlichen Zeit begangen worden find; die in (“Minumcinm Veruriheilien sind, wenn fie vcrhafiet wer- den oder sich steam, allein vor den Kriegsgerirhien des Militär- distrikts verantwortlich, wo sie verurtheilt worden. Art.:Z. Die oben erwäbnten Verbrech-m kommen vor das Geschworenengerickyi, nachdem sie vor die Anklagekammer des Appsaationshofes ver- wiesen worden find, von dem das GeschWorrnengerichi ab-
hängig ij .“
Italien. Rom, 16. April. (Ital. Nacbr) Ta Oppofitionsjournaie behauptet hatten, daß ganz entgegen dem Cirkuiare, welches der Minister der Interessen be- treffs Wahleinwirkungen an die Präfekten gerichtet hat, der Unterpräfekt von Voghera bei der Wieder- erwählung des Minißer-Präsidenten in StradeÜa zu Gun- ften desselben eingetreten sei; so hat Herr Nicotera von dem Präfekten in Pavia NUSkUnst Über diese Angelegen- heit verlangt und dieser ihm berichtet, daß der Unterpräfekt von Ioghera auf Befragen erklärt hat, bri Vertheilung der Druck- bogen für den Verbalprozeß die Wähler eingeladen zu haben, ßch.an der Wahl zu bcihciligen, wiewohl cr wisse, daß sie Wii- leiis keien, ihrem alten Vertreter ibr Veriraiien von Neuem zu schenken. Außerdcm hat der Präfekt bemerkt, daß das ministrriclle die Einmischung der Beamten in Wahlen betreffende Cirkular dem Unterpräfekten von Vogbera erst nach Vertheilung der Drnckbogen an die Wähler zngekommen ist. Der Minister hat darauf die Zusendung einer Kopie drs betroffexiden Briefes des Unterpräfekten verlangt und dabei zu verstehen ge- geben, daß er zu zeigen gedenke, daß die Präfekten selbst das 111cht thun dürfen, was der Unterpräfektvon Vogbera gethan bat.
_ Der Minister für Handel, Gewerbe und Ackerbau, Ma- jorana Calaiabiano, hat ein Cirkular an die Präfekten imd Präfidenien der Handelskammern gericbtri, worin er ihnen die “strengste Sparsamkeit empfiehlt und die Präfekten ersucht, die Arisgaben-Bndgets der Handelskammern zu überwackxn und möglichst zu reduziren.
_ Nack) dem„variiire ccrnomico“ von Modico ist in der Gemeinde Spaccaforno (“inc Vei'ordiiung des» Unter- “ präfekicn vsröffenilirbt worden, Welck): die miicr dM dorrigsn Bauern in drr briligcir Wockie iiblichen Vußiibungcn rind Geißelungcn, dir tivi; cntgcgrnftebctidsr Obrigksiilicbcr VCL“- bdic m(ck) dicics Jabr vrrgrrwmmen worden iollicn, bci1chwercr Strafe untersagt.
_ Der Mailänder „Perscveranza“ wird Von Hier berichiri: „Der Kardinal Ledochow ski entwickelt eine außerordentlickze Thätigkeit, giebt fick) aber das Nussben dabei, als ob er die Hauptleiiung im Kardiiwisergium übernommen hätte, und das mißfäklt vielen Kardinälen Uiid selbst solchen, die nichts von versanlichen Maßregeln börrri Wollen. Die Rede, die er im leyien Konsistorium an dm Papft gehalten, ist sebr unklug be- frmden ivorden. Die Gegenivart dcs Kardinals Lcdbckiowskiiii Rom und die Art und Wsise seines Auftrctsns haben den mehr oder weniger verdeckten, aber doch bestehenden Airtagoniesmus drs fremdrn rind ch itaii-xnisrb-In Elementes im Kardirialé-Kol- 1rgium mchr ars Tachiichi grbrackzt.“
Türkei. Gegcirüber dM [eizicn „Ag. HW.“ 1ich brrxte nacbstebende Melduxig vor: Konfianiinopcl, 19. Aprii. (W. T. V.) Von der Re- gierung wird“ folgeridcs Telegramm Moukhtar Pairbas an den Kriegs-Minisier vorn gestrigen Tage vsr- bffent1ichtx „Wir find nach fortwährenden, „Uf dem Marscb Und Rüämarsck] den Insurgcnisn 6 Tags hindurch geiieferten sirg- reichen Gefechten in (Haczko eingetroffen. Die Truppen haben glänzende Erfolge iiber den Feind errungen, Welcher indes; zwei Mal uns an Zahl überlcgcn Und ringrfézbr 14,000 Mann stark war. Dieses M81 führte der Fürst von Montenegro offen gegen uns Krisg, an 7000 gut eqiiipirie und regelmäßig organifirte Montenegriner haiien fich dcn Insurgenten ange- schlossen, um uns zu bekämpfen.“ (Gaczko liegt etwa 50 Kilometer nördlich von Niksic und 30 Kiiometer rückwärts vom Dugapaß, auf der einzigen Siraße, auf Weicher die Verprbviautirung unternommen werden formte, bizrie moiiie- negrinisches Gebiet zu berühren. Nikfic biidki die äußerste Ecke eines in spißcm Winkel an der Nördlichen Grenze Montenegros cinspringenden türkischen Gebietstheils. Es fragt fick) iiimmebr, ob nach der akiiven Theilnahme montenegriniscber Truppen, wr1che die Depesche behaiiptet, ein neUcr Veriuii], die beYängte 'Féstung zu nehmen, auf der östlich heranfiihrrnden "311"(1ß-2, welche einen Winkel montenegrinischen Gebirtcs durchichrieidet, unternommen werden kann.)
_ 1,12er die vorßehend erwähnten Gefechte in der Herzc- gowina entnehmen wir der „Pol. Corr.“ folgendes Nasiuhr- Li ere:
ck Gleich nach Ablauf der Waffenstiilstandsfrift traf Moukbiar Pascha Anstalten, um das von Proviantmangel arg bedrohte Niksic mit Lebenémitteln zu versehen. Er orga- Uifii'ie zu diesem Behnke eine aus 25 BaiaiUom-n bestehxnde Expedition, mußte aber sofort mehrere Bataillone davoii ablosw, um dieselben nacb Trebinje zu dirigiren, welches Mittlerweile von verschiedenen Jnsurgentenscbaaren bedrnobt wurde. Es standen ihm am 13. April 18 Bataillone regularer Truppen zur Ver- fügung, welche er bei Krstac ((m Eingange des Duga-Paffes konzentrirte.
Am 14. wurde der Dugapaß von den Türken ohn; beson- dere Schwierigkeiten forzirt, und nur zwischen de_r turkiscben Arrieregarde und einer vom Popen Zimunic befehligten Insur- genten-Ubtbeilnng entwickelte fiel] ein lebhaftcres Feuergefccht, m welchem die Insurgentcn gesiegt zu haben behauptrn, wahrend in Wirklichkeit diese Behauptung eine ganz fiktive ist, ,da Moukhtar Pascha fich von diesem EngaJcment durchaus U1chÉ
Nachrichten der
bebindcri fand, sein ganzes Armee-Corps durch den Paß zu bringen. Am 14. d. Wurde Moukhtar auf seinem weiteren Vormarsckze durch zahlreiche In-
surgenten - Abtheilungen unter Peko Pavlbvick) iind Lazar Sotscbißa arrfgebalien und es entwickelte fick) m der Nahe des türkischen Blockhauses Presjeka ein großeres Treffen, welches
den ganzen Tag andauerte. . _ Daß (111111) an diesem Tage von einem Siege der Insurßen-
denselben übernaobict baben. Am darauffolgenden Tage ver: suchte Achmed Moukhtar die Insurgenienlinicn, welche sich inzwischen dichter geschlossen hatten, zu durchbrechen, was zu einem mörderischen Kampfe führte. Die Insiirgenien bieiien nicht blos tapfcr Stand, sondern gingen selbst zur Offensive über und zwangen, aUerdings unter furch1baren Verlusten für sie, die Türken zu einer mäßigen rückgängigeii Brwsgung bis Odzine P.!ljane. „
Am 16. erneuerte Moukhiar den Angriff gegen die In- surgenieii, indem gleichzeitig dis türkische Besaßung von Nikfic cinrn Ausfall machte. Es konnte ihm aber nicht gelingen, bis Nich vorzudringen, da die Türken von Nikfic eiligst zur Rück- kehr in die Jeßimg gezwungen wurden. So stehen Türken und Jnsnrgenien, von den mehrtäg'gen Kämpfen erschbpft, scii zwei Tagen einander gegenüber.
_ Aus BoSnieii wird der „Pol. Korr.“ gemeldet: Im Kozara-Gebirge dürfte cs wahrscheinlich zu ernsten Kämpfen kommen, da dort Über 2000 Jnsurgeuien stehen, die wohlorga- iiisirt und bewaffnet find.
_ 20.21prii. (W. T. B.) Derwisch Pascha ist an Sielle Riza Vaicha's zum KrieP-Minifier und Ab dul Kerim Pascha zum Marine-Minister ernannt worden.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 16. Apri1. Dem bereits kurz fignalisirieii Artikel des „Journ. de St. Pe ers- bortrg“, we1chcr ken je§t vielfach courfircndsn Allarm- nachrichten entgegentriit, eninebmen wir nachfolgende STEUER: „Seit eiriixxen Tagen ist eine Strömung drr Spekulation eingeireten, die sick) auf fiilsche politische Nachrich§en stiiizt. Wir kämpfen jeizt nicht zum ersten Male gegrn diesrs I)iariöbsr und wiffen im Voraus, daß troß aUer unierer Anstren- gungen der leichte Gewinn, den das auf die Leirbi- gläubigkeii des Publikums gegründete Spiel gewährt, niemals gehindert werden wird. Wir brauchen indsi; mit der gegen das Ende des vorigen Sabres unternommenen Campagne gegen die Verbrciier voir Depeschen, die zur Einschüchterung dcr Gemüther erfunden waren, nicht unzufrieden zu sein. Verschiedenen find damals die Masken abgerissen worden, Einzelne unter ihnen habrn es vorgezogen, Halt zu machen. Das war immer sckwn etwas. Aber diese Art treibt schon wieder neue Zweige und man muß sicb abermals ans Werk machen, um fie aiiSzurbtxen. Wir wiffkn wohl, daß die Aufgabe den Vkranstaltern der Pairique durch die unklare Situation der orientaiischsn Air- gelegenbeiien sebr erleichtert wird. Ist doch nichts leichter, 1115 den Verwandten eiiies schwer Kranken Schrecken einzujagcn! Die Insurgciiteri von Vosmen und der Herzegowina find noch nicht zu ihren heimischenHeerden zurückgekehrt; die von dcntürkiiÉZ-en Bebbrdenihiieir gemachten Versprechungen sind noch nichterfüiii, und anßer dem, daß die maierieUen Mittel ihnen fehlen, um die Er- iüklnng zu bescblrunigen, würde diese von den Insurgcnteii- Chefs dock; 11011") nicht als eine genügende Bürgschaft für die Zukunft angesehrir werden. 211129 dies schafft eine fcbwierige Lage, und wie wenig man aUch zum PssfimiSMUS gcneir'i sin und wie geringes Interesse man daran haben möge, ihri zur Schau zu tragen, so fchit es doch nicht an Skoff dazu.
Wir bleiben aber dock; dabei, dieseAuffaffung der Sachlage als eine sehr wenig siichbaltige zu bezeichnen. Und zwar weil wir, um die Lage und ric Konsequenzen, zu denen fie fübreii kann, zu beririheilen, keinen Augenblick den festen Eni- sch[r:ß. der Mächte, fick) durch keinen Zwischenfal] von ihrer Friedenspolitik abwendig machen zu lassen, auH dem Auge verlieren, Diese Politik aber bedciiiei dennoch ksine absolute Beseitigung a11er hsikrlsn Fragen, fon- dkrn das geduldige Aufsuchen der zu ihrer Lösimg aui fried- lichem Wege nbibigen 91111161, und zwar zu solchr Lbsung, welche gsrechten Forderungen, begründeten Bestbwerdrn Genug- tiwriiig schaffi, ohne daß das Höchste Iriteresse drr Abfreckzt: erbalnm-Z des Friedens dadurch berührt werden könnte.
“ Man weiß in dem Lagcr dcr NÜarmisten, daß ails br- uni'riixigsnden Gcriiriiie cm dieser Uebereinstimmririg drr Mächre scheitern miiffrn. Darum sucht man die Existenz dieser Ueber- einstimmirirg sribst in Zwrifel zu ziehen. Die Wiener „Pokitiiche Korrespoiidenz“ hat diesem Gerücht, das in drr österreichisckxir Haripistadi vsrbrciiei worden war, ein sehr kaiegorisches Terrienti éiiichengcsexzr, das wir für drrrcbcms ber-Zchiigt Halten.
Dic NUarmisten müff-In dabei" jeizt fick) anderswo nack) a*ioff umfthen. Und dieser, soUte es schämen, fehlt ihnen“ auch nicht; es könnre ihnen schon genügen, fick) iiber die türkischexi und ägyptischen Werthe zu ereifern, welche den Kapitaliftsn wre den Spekularitrn so viele Täuschungen bcrcitet haben Aber man kbiinte sagen, daß nach dieser Seite nichts mehr zii thun ist; die Adsr ist erickgbpst, seibsi siiis Mitere Bässe ist unmbglick) geivorden, und man sucht auf dem Markie nacb neiicn Obxkkxkn, oder vielmehr man stre'r-t danach, eine Generaipxnique ins Werk zu soßen, die a11e Werthe gleichmäßig und unter- schi€d§10§ Umfaffen solle. Ie mrhr Waffer getrübt wird, defis mrhr hofft man im Triiben zu fischen. Die Prrffe ist dabri m vielcn Fällen mehr Opfer als Miischuldige diesér dunkeln Ma- növer; ihre Mitschnw wiirde höchstens auö'dcm Leich1finne enisprinxzen, mit welchem fie ost falsche Nachrichten aufnimmt, die aus einem Zwecke, der nicht eingestanden werden kann, in die Welt geschickt werden. Es giebt dagegen mir ein Mittel: Da-I Pirblikiim muß mißtrauisch werden. Was uns betrifft, so wer- den wir um“- der Pflicht nicht entziehen, es immer urid iwwer wieder zu warnen vor dem Verbreiten falscher Nakhricki- ten, mögen dieie mw. (ms Lcichtgläubigkcit oder aus Wohiwoilcn hervorgegangen sein.““ . . .
_ 19. April. (W. T. B.) Zufoige Ministsrialbssöhlnffes ist die Zeitiing , Graschdanin“ wegen eines Artikels über bis Herzegowina, in we1chem heftige Angriffe gxgen die österreichiségc Regieriiiig cxitbalten waren, suSpendrrt worden.
Dänemark Kopenhagen, 18. ,April, In Veran- 1nffUng des Geburtstages dcs Kbnrg's haben wehrfackxe Ordeiisver1ei1)ungen staiixefrmdcn. Prinz Friedrich Ferdi- Uand Georg Ciiriirian Carl Wilbrlm von Sch)[LSWig-Holstem- Sonderburg-Giiickéxrirg ist zum Ritter des E18p1)anteii:Orden-Z ernannt worden; das Ritterkrruz _des D,.innrbroIeo-Oxdeus haben n. 511. dsr LrgationE-Sekreiär 17 Vrrlm, Baron E. (53131- dencronc, und der dänische Kobsul m Mcmä, H. S. Lund, erhali-m.
Amerika. Aus Wäsbington meiden Depeschen der „N. A. C.“ vom 16. d. M.: Hrn. Vclknaps- Vertheidiger'hat beschlossen dafür zu plaidiren, daß in Folge drs Rücktritts semes Klienten aus dem Ministerinm dcr Srimt m „dein „gegen den- selben schwebenden Nnklageverfahren keine Jurisdiktion befiße.
_ Der Kaiser "cri: Vraiilieir ist [.riii Mxikiixiz „ius
W:.ibiiigicii v:m 17. (1:16:11 criiftlichxn Unzirlie rnigarxch. Bci céiirr ickéancn Fahrt diirch dic S:».xsts Ab::iiie 17.12: ssixikxikäbxé mii eincm ichwrrcn Wagen iii Kollision und wurde giiiiziiib zertrümmert, er selbst blieb iinvxrlcizi. Jm Laufs dcs Tagxs i?aii-Jts cr Drin Goriérriiciir" Tiidxii iind iiicbi'eri'. öff.“:xxiirbcn Gcbäukcii einen BMW ab, ILOFJTI bxsixchic cr“ cii'. Mseiiiiz dxr
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New-York, 19. April. (W. T. B.) Nach einem dem hiesigen Konsulate der Republik Haiii aii-Z „Kingswn zugrgan- geneii Telegramme härten die Aufständischen in Haiti die Oberhand behalten. Ter Präsident der Republik, Gxiieral Do- mmgue, der Vize-Präfident und der fommandirende General sollen von den Aufständischzn erschos'en worden sein.
_ Aus Variama liegen bir? zrxm 21. März reichende Nack;- richirn der „?1. A. C.“ vrr, deiirii szoige der fxi'rbxre Präsident von Gnatem aka, Gonzalcz, nmimybr Lbcrbefehléhaber dcrYrmee von Salvador, de:! gegsnwäriizsn Vräfidentcn von Grmismzia, Barrios, gezxvrmgen brit, dieseRerbiik in einen VzribridZZuv 3- zustaird gexrn die mbzli-Qh: Invasion ibrer Territorién odrr wri- tcre Operaiionen in Horidrrras Seiteriz dxr Armrc WU S:!bado: zii srßrn. Barrios bat cixie Armee VW 15 000 Manxi eri-gmmeli. Die Truppen find gut ?qilipikf 11113 mit Remingtoxrxiswxbreii be- waffnet. Barrios bat den Obsrieicbl drr *.*-irmre iibrrirxmiiixii UND die Hmpisizdi vsriaffeii, um die Oberrrxioxien art der Grenze Silvadors 311 leiten. Giiaieirraia bar (111513 3001) MM:] Triipprii iir HOUÖUTQS *sirbcii. Barrios ist mir Gridmitisin rrichiich vcrsrhen. G91!_3.11*IZ b;“:- iÜgi nur über 7000 Mann, dsrieri die bsreiiiigieir NMWSN von deduras Uiid Giiaiemaia berrixs eine Nirdcrlazs 311,1C1-ÜJT iiabeii. Die Armee wn Gonzaléz zog 1153 Wii der GTMZS voii Horiduras zuriick, Um fick; in Salvador zu k0U50111111'L11. Barrios ropräieniiri dit: liberilr Parici in (Zentralamerika, G;)iiFilez dia klerikale Pirrrei. Tie Fraze, weiche diescr P.:rieien die bru- sriiende icin soil, ist, der „A. ?1. C.“ ziifoige, die Ursacbr dr»:- drbhenden Krieges.
_ (21.91. E.) Ucbcr die jüngstrn pdiiiiiixeii Vsrärids- rimgen in Uruguay meidcr dcr „Bum. Arir. SMW“: Präsident Varria imd d-Ir Finanz:?)iiniftsr ("111113121611 uns dem Regisrriiingcbäude rind srirbien eiii Asi)! im franzö- fisch1311K011111[11k, wo fi? [*(11211, an Yori eiiies französischen SchTffe§ 11C1ch dsm Iiirsiaiide Jobrackxt zii ivxrdcir. Oberst LaTorre 11111) "seine Freund? propbiiiricii dic Viidiiirg eins:“: griixiMcir Raids, um dUkch deiisrlben dic Rspirb1ifzirregirrcn, wir 05 dch111 wäh- rend der nriiiija'brigcn Belagrrrriig war. Sch1isß11ch pir-klgmirte eine Volksmenge dM Obersten Laiorrc ZUM Tiiiaior. Obrist Vqurikz wrrrde ziim Krich-Miniftsr criiaiiiit Uiid Tcirgramme mrldrien dic Nbscbaffimg drs Krirgsamics. Die Armee so'ckte auf mir 200 Mann als Garnison fiir Monisbidro V81'111111d2kl Und ibi" Soid nm 3 Dbiiars per Mann sxrrabgrsryi wrrden. Ein Aussrbriß wrrrdc crrmwit, um di? Zahl der Priibnrir, die StaatSp911fioiirn bsziehcii, zu kürzen.
Skatifiische Nachrichten.
Elberfrid, 18. Abiil. TEWQ'f, Z) (V-"rxkäiinii: der Wikibscbafien ziir BcbölkrrungHzan) Unierr Skadi bat bei 80000 Eiiiwbbrem Und L1112111 Fläcbcninbair vrri 0,5011 Quakicit- Mrilrii 55 Gastwiribiii'astrii, 219 unbsiskränkie Sriyankwiribsrbiirrn, 17 Klsiribaiidliingsn niir BkJKUTWLjU, 196 Birrwiribsibxirérr, 1111 Ganzrn 487 Wikibi-Wr'ren übrrbaixpr. Miibiri i'rmmrn air,; cine Wirtbicbaii 164 Eiiikbcixnrr. Zn Bzrm-Zn isi daS Vcr1*äl!xii§fr13chixdcs: Ciiiwobiierszi 83,001) mii 0,57»? Q.L-“(DTKTRCULTU Giriiibiitisrbxitrn 56, imchzräniic Srbirnkwiriisclyafir: 204, Kicknbaiidlnii-xrn mit Branntwein 17, Birrwiribiibxitcn 97, iii SUMMJ 374 Wirtbicbastsn, d. l). (iiie Wirikscbr-“i aiif 222 Eénwobncr.
Bei 20 andrrrn Siädxkn Rbr'ir-Undö imd Tikritfairiis 171111 sir!) das Vcrbäiinié; diii'ÖgdeWZ 1191) uniiiriisiigrr, (“11:2 in Elbrrfsid. (?:; smd kits: Orchid (auf "12 eine Wiriiisrbaéi) 131 Ei:iw., **".caß 116 EUR*, RUUiÉWiD 88 (“'kiiiw, Sribigrn 114 Einw., Lsiiixev 93 EMW„ Coblcni 102 Einw.. Bonn 112 EU:), 911111151711 I.. R1). 91 Einw.. I)iiiib-xiiii a'. d.:1irib: 116 E12?W.„ Tri€r11;-"5Ciiiw., Jisrloiii 122E1nw, D5r11111111d12'5C1n'Y-, Hagsn 96 S'inw, BLÖUM 1113 Einw., Bisiciclx 112 Einw, Heiß» 132 (Z'inw, I)iindxn 127 Einw., *.)iirnsicr 101 EMW„ Sosii 110 Einw., PLT-Ilbökn 133 Eixrw.
GeWerbe und Handel.
Dis Zeiizsr Eisengießerei- und MairbinrxÉan- Acticn-Gesi'sisckwft kann nrbrir angemesstiirii “Ölbiciireiburirzen eins Dividrnic vcm 4,11, fiir das [51318 Gcichäirrjubr zur Vsribriixmg bringen. Di? Rbixbi'cibiingpn bkiragen ÖTiUbMQiÖiUM“, Uicnsriiew imd Wsrkzruxi-Coxrw 10/0 : 21,331 sik; iéim (HSWirr-Conio 2070 :: 862 „js; uiid Wim Modcü- und ZLiÜMUUJI-Ck'üil) ebcnfaÜs 211%) :- 10002 „sé. Fxr'nrr s'wd 16,584 „F6. Wi ÜUZsTO11€11dä Förderung?]: ai'gcsrbrirben imd 1“:r Rssrviionds mit 1070 drs Vioingrwimis, (1110 mit (1080 „M doiiri, wodnrrb reriribe uunmrbr dic (HöiaiiiwiböYZ bon 50,186 .sé. err€€cht bai. Dcr Geiammiriwsaxz dcs Jabr-Zs 18(0 be- ixug 885,000 „M, sirilis fir!) iniii)i(1 iiirdrtgrr, ais dor ch brrgangeneu Jahres.
London, 20. April, Mittags. (W. T. B.) Die Bairi_bon England [;ai briite den Diskont VEU 3 auf 20/0 herabgcyeßt.
_ Die Handriskammer von Venrdig bai einc vsrgleirbrnde Ukbrrsrcbt ker Ein- und Ausfuhr dos dortigrn HÜMZ vrronrirt- liriii, wonach der Wrrti) der im Jahre 1875 ciirgcréibrirn Artikel 227027841 12, 23,454322 € Weniger, (11:3 drr im JJ_1)[L]Z74'?1UJS- fübrirn brii'ägi, nnd drr Werts) drr im Jabrc1870 (in:“)gefubrien Vliiikr1 178362378 ;L, 21,447953 FL ive'niger, (113 dor 1131 Jabra 18.54 cinncfiibrtcu Artikel, was im Ganz-sir cinc'n LlusmÜ von 44901875 ck; aukmacbi.
Verkehrs-Anftalten.
Die „Times“ veröffcnilickyt dcn“ Worilaui einer „Drukicbrifst, Welche der amerikanische Ingenieur «pirldma dr “(1111111111311 ?Rexzre- rung borge1egi bai, und in Welcher cr «(n(n KayaUgu ONPÖLÜJT, drr dcr"- Kaspiscbe Meer mit „dcin M_itie11andii_chen Z.,;Zrcre verbindcn und vrrbin'rern soi], dns; dreier ngxziL (1.118: Land1reri,w16 3111.11?- fürcbien steht, (111u1ä1)1ich in eincn großen O11111Ps'YékwaLDL11WITÖL- An (Hxöße 1351 cr, glcirb dmr Araisec un) andrrrn airaiiicbcn “Orr" bckarniirck) seit gcschichi1ichénZ211en fcbon bedeutend abgriiomiiisn; Dix Ekaait des Wassers srlbsi, das vom Schwarzrn Moere m ken11dFritz tiefer geis- gencn Sue hinabsiröiiien wiirdk, gsdarbié der Jugenirur zur Er- 1eichierung der Riesenarkcit mrizbar zit_macben, *und um das Bzrken des Kaspiichn Mkcres noch raiwer M zum Vrivs§n dy» fcbwirxen Meeres zu füllcn, schlägt er Vor, den DZI von irmcm NÜ_111111(1)L11 Laufe (11) und 11", die Woiga zu [S!TM. «0, giniikt cr, kbiiirr das Wkkk in 25 Jahren ankgefübrt werden.
New-York, 18. Aprii. Dx-r Dampfer „Grccre“ der Naiicnal-DanihWiffs-Crinpaznie (C. VIZrsfiiigich Linie) ist 132€:
irn nicht die Rede sein konnte, gebt air.“- der Thatsache hervor, daß die TÜLkSU ihre inncgchabten Positionen behauptet und auf
Am 17. wurde dieser Einwand v_0m Aizklagegericbtsbof in Berathrmg gezogen Und di? Enifchridimg bis ziim 19. vertagt.
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