1876 / 100 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 27 Apr 1876 18:00:01 GMT) scan diff

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man nach einer Ausdehnung der Staatsbahnen streben müsse. Ein Reichsxiscnbahngeses, welches nur die Oberaufsicht des Rcicch über die Bahnenaufstelle, führe keine erfolgreiche Lösung der Frage herbei, und würde wo!;l nie die Zustimmung des Reichstages criangen. Gestiiyt auf eine längere Darlegung der bis- her bcfdxgren Eiscnbahnpokiiik, versicherte dcr Miniper, daß die Regirrung fortfahren werde, das Staatsbahnsyüem aUSzubiiden, und 611111111111 die Vorlaae zur Annahme. Beim Schluffe des Blattes erg'iff der Abg. Berger das Wort.

_ Nach §§. 1 und 2 der Verordnung über die Sub- baftation von Grundstücken von geringem Werthe vom 2. Dezember 1837 find die Gemeinden verpflichtet, die dort bezeichneten Subhaßations-Patente an den sonst zu öffentlichen Bekanntmachungen bestimmten Stel1e11 in der Orts- gemeinde .1115z11hänc1cn und demgemäß in ihre für die Publikation lokalpolizeilicber Verordnungen errichteten Girterkastcn aufzu- nehmen. Eine Bezirksi'egierung ist der Anficht gewesen, daß diese Verpflichtung durch §. 16 der Subhaftationgyrdnung vom 15. März 1869 aufgehoben sei, weil leßterer Paragraph vorschreibt, daß der Aushang nach dem Ermessen des Richters an der zur öffentlichen Bekanntmachung be- siimmtsn Steile crfolgen solle, also nich!, wie es in F:. 1 der Verordnung vom 2. Dezember 1837 heiße.

ack; dem von dem Mimßer des Innern in der Rekursinstanz unterm 16. 1). M. erlaffenen Bescheide entspricht indessen diese Auslegung der“» §. 16 der Subhaftationöordnung vom 15. März 1869 weder den Worten noch d-m Sinne des Gcseßes. Der gedasbte Paragraph schreibe ebenso, wie der §. 1 der Verordnung vom 2. Dezember 1837 den Aushang der Subhaftationspateutean der zu öffentlichenBekanntmachunge11bestimmten Steiie in der Orts- gemeinde vor und die Weglaffung des in der Verordnung vom 2. Dezember 1837 beigefügten Wortes ,sonft“ sei ohne die sup- ponirte Bedeutirnn, weil vor, wie nach der Subhaßationöord- nung vom 15. März 1869 die Stellen, an welchen der Aus- hang öffentlicher Bekanntmachungen in der Ortdemeinde zu erfolgen Hat, ein für alis Mal bestimmt seien. Das in §. 16 der SubhastationE-ordnung vom 15. März 1869 vorgesehcne Ermesen des Richters beziehe fich nicht darauf, an wklcher Stelle der Aushang erfolgen soll, sondern lediglich dar- auf, ob im konkreten Falle der PublikationSmodus des Aushanges überhaupt eintreten soil. Da für den betreffenden Regierungsbezirk durck) einc Amtsblattsoerfü: gung der Regierung vorgeschrieben sei, daß der öffent- liche Aushang von Lokal - Polizeiverordnungen in ver- girterten Kasten, weiche in der Nähe der Kirche oder an dem Hause des Ortsvorstehers anzr1bringen seien, bewirkt werden soils, so könne die Gemeinde fich der Verpflichtung nicht entziehen, in den Fällen des §. 16 der Subhaftationsordnung vom 15. März 1869 die Subhastationszoatente in, ihre, für die Publikation lokaipoiizeiiickJer Bekanntmach11ngen bestimmten “Giiierkastcn aufzunehmen, und den Gitterkaften auf ihre Kosien eine soiche Ausdehnang zu grben, daß diese Aufnahme erfol- gen kann.

_ Jm Ansckyiuffc an dc11Cirknlarerla1'; rom 14. November 186817111 der Minister des Innern zur Ausführung dcr bs- ftcbcndcn Voricbristcn iiber die Vornahme öffsntiicber N11?»- ipicinngcn inncanlb dcs preußijckzcn Staates Nacbstcbrndcs bestimmt:

1) In jede Erlaubnis; znr Veranstaltung einer Lotterie ifi a-usdriick'iick) das Vcrbot aufzuncbmcn, Prämien auszuseßcn, rvclcbc, sei es unmittclkar, sei es mittelbar durch Bezahlung des Wartb-cs dcr verloostcn Gegenstände in Geld zn gcwäbrcn sind oder w-slcbc in Immobilien bcskéhen.

Unicr das Verbot der Ausipiclnngcn ron Grldgcwinncn fällt auch die LiUsipiclung von Gewinnen, welche in der Rückzahlung dcr Einiäizc 1111 Inhaber der Loose bestsben.

2) Die Genebmigung öffenklickzer Ausspielungen ist, wenn diefclbc von den Ober-Präfidenten auf Grund des Ailerhbckzften Eriasscs vorn 2. November 1868 ertheilt wird, an die ausdrück- liche Bedingung zn knüpfen, daß der Vertrieb der Loose auf den Umfana der Provinz, für welche die Grnohmigung eriheilt iß, bescbränkt bleibe, und daß ein, diese Beschränkung ans- drückender Vermerk in die Loose sowie in die Prospekte der Ausspielungen aufgenommen werde,

3) Bei der Genehmigung von Ausspielungen Seitens des L'ber-Präfidenten find die Modalitäten der Ausspielungen von dem Obcr-Hräfidenten selbst festzustellen, und ift deren Je]?- ßciiung 1111111 den ihm untergeordneten Behörden zu iiberiassen.

4) Die Genehmigung von Ausspielungen ist nur auf Grund eines voilständigen Ausspielungsplnnes zu ertheiien, welcher die rresenrlickzen Brdingungen der Ausspielung, insbrsondere die Zahl und den Preis der Loose, die Zahl und Art der Gewinne, die Zcit der Ziehung und bei solchen Ausspielnngen, bei wrichen aus den Einsaßgeldern anzuiaufende Sachen die Gewinngrgen- stände bilden sollen, den Gesammtwerth der auSzuspielenden Grgcnständr, crgiobk. Nack) ist die Gcncbnngnng 1111 die Be- di11g1111g 311 knijpfsn, daß der" Unterncbmcr dic dieéfälligcn BC- stim1n1111go11 111 den Projpckf und in die Loris ([UsUCHMC.

Die Zabl Und den Werts) drr Gewinne 111711 der Zabi dcr nbgciciztrn Loris. abhängig 51: machen, kann dem Untcrnrbmer nur gcstattct Werden, fails 111111 dicse Bsfngniß und das Ver- hältniß, 111 111011171111 cine Vcrmindcrung der Gswinnc in 15181" 3.11)! odsr 111 1i)rem Werthe zulässig sein soll, ausdrücklick) bei dcr Ertbeibmg drr Gcnrbmignng cingerämnt worden ist. Wenn letztcres nicbt gc]chchcn ist, bleibt dem Unicrnrbmcr 11111" 111111- lasscn, die unabgeseßten Loose 11111 eigsnen Gewinn 1111d Verlust zu behalten.

5) Es ist 11icht zu gcstatte'n, Frci'loosc 311 einer staatlich nockz nicbt gcnchmigtcn künftigen Ausspielung ais Gewinne anszriscßen.

_ Die Kaiserliche ReichS-DiSziplinarkammer zu Potsdam verhandeite heute in der Untersuchungssache gegen den Grafen Harry v. Arnim. Der Gerichtshof war zusammen- geseßt aus den Herren Ober-Tribunals «Rath Iohow (Prä- ßdent), Wirklicher Legations-Rath Reichardt, Geheimsr Postrath und Ober-Postdirektor Balde, Geheimer Iuftiz-Ratl) Sella, Krengcrichts-Rath Wenzel (Beifißer). Die StaatSanwaltschaft vertrat der Wirkliche LegationS-Rath Wilcke. Der Angeklagte war zum Termin nicht erschienen, sondern durch den Rechts- anwalt Quenstedt vertreten. Nach längerer Verhandlung wurde gegen den Grafen Arnim auf Entlassung aus dem Dienste und Verurtheilung in die Koßen des Verfahrens erkannt.

_ Auf das Gesuch eines nicht verhaftenden Angeklagten, den Termin für die mündliche Verhandlung in zweiter In- stanz zu verlegen, ist, wenn die Zeit noch aUSreicht, der Richter 111 ]edem Falle verpflichtet, vor Eintritt des Termins den An- geklagten zu bescheiden. Erkenntnis; des ;Ober-Tribnnals vom 31. März d. I.

_ Der General der Infanterie von Stosch, 51 13 suits des Sec-Bataillons und Chef der Kaiserlichen Admiralität, nach beendiglem Urlaub hierher zurückgekehrt.

_ Der VundeSratbs-Vevallmächtigte, Herzoglich s'achsen- mei11ingische Staatö-Minißer Gisele, ist in Berlin eingetroffen.

_ Der zum Kaiserlichen Konsul in Port au Prince auf Haiti ernannte 1)1'. Gras er hat fich in diesen Tagen, nach einem kurzen Aufenthalte in Hamburg, auf seinen neuen Posten begeben.

_ Gestern ßarb hier nach mehrwöcbentlicben schweren Leiden der frühere bayeriickie' RcchtSpraktikant Carl von Vincenti. Im Herbst 1). J. behufs Vorbereitung für den Konsulatsdicnft in das AuZwärtige Amt berufen, hat er in der kurzen Zeit icincr hiefigcn Thätigkeit sich die Anerkennung seiner Vorgescizicn, sowie die Liebe seiner Kollegen zu erwerben vcrstanden. Das Aquärtige Amt verliert in ihm einen tüch- tigen jungen Beamten, der zu dcn besten Hoffn1111gcnberechtigtc.

_ Seit einigen Tagen haben in Berlin die Arbeiten zur Herßeilung der unterirdischen Luftdruck-Poß begonnen. Es find bereits über 1000 Meter Röhren gelegt; angefangen wurde in der Genthiner Straße; die Herßeüung der Gebäude für die in den verschiedenen Gegenden der Stadt erforderlichen Stationen und Dampfmaschinen ift gleichzeitig in Gang gesetzt, Der Gene- ral-Poftmeister befichtigte geßern die bezüglichen Anlagen. Von dem Magistrat der Hauptstadt ist auch bei dieser Gelegenheit der Verwaltung der Posten und Telegraphen ein in jeder Beziebung anzuerkennendes Entgegenkommen bethätigt worden.

_ Lim 1. d. M. ift die Verbindungsbahn Sachsen- hausen-Louis a (Station der Main-Neckarbabn bei Frankfurt a. Main) zunächst für die Ueberleitung des Güterverkehrs in Betrieb genommen worden.

_ Die Stadtoerordnetenversammlung von Nordhausen bat fich einstimmig für Beibehaltung des Dreiklassen-Wahl- syßems auSgesprochen.

Bayern. München, 25. April. In der 3.Ab1heilung der Kammer der Abgeordneten wird morgen Abend die Wahl des Wahlbezirkes Weißvnburg und in der 2. Abtheilung die Wahlen der Wahlbezirke Bayreuth und Regensburg zur Be- rathung gelangen. Zur Berathung des von der 2. Abtheilung bezüglich der Münchener Wahlen in die Kammer zu erstattenden Berichts ist, bis jeßteine Siyung noch nicht anberaumt; es wird, wie der „Korr. v. u. f. D.“ meint, eine solche erst gegen Ende der Wockze stattfinden können, so daß der Gegenßand auch erst in der kommenden Woche in die Kammer selbst wird zur Be- rathung gelangen können. _ Eine Stimme in dem angeführten Blatte rechnet aus, daß die neue VolkSzählung von keinem wesentlichen Einfluß auf die im I d r g sch e 11 E11 iwurf enthaltenen Zahlen sein werde. Eine Vermehrung der Zahl der Abgeordneten werde gegen den Entwurf auf keinen Fall stattfinden, denn auch nach der neuesten VolkSzählung seien höchstens 160 zu wählen. Was die größeren Städte betrifft, so hat nach der neuen Zählung München 193,444 Einwohner, sonach 6Ubgeordnete zu beanspruchen, wie im Entwurfs. Nack) demselben bildet ferner die Stadt Regensburg bereits einen selbständigen Wahlkreis. 211111 nach der neuen VolkSzählung haben die Städte Bayreuth (19,178) und Hof (18,267) immer noch nicht eine so gr ße Bevölkerung, um einen Wahlkreis für sich bilden zu könneéx Die Stadt Bamberg (26,058) bildet be- reits im Entwurfs e .,n eigenen Wahlkreis. Nürnberg (91,017) hat nach dem Cniwurfe 3 Abgeordnete. Würzburg (44,984) hat auch jeßt noch nicht die für 2 Abgeordnete erforderliche Ein- ,wohnerzabl. Die Stadt Augsburg (57,210) hat bereits nach dem Entwarfe 2 Abgeordnete, Fürth (27,369) einen. Die übrigen Städte können in keiner Weise in Betracht kommen.

Baden. KarlSruhe, 25. April. (Frkf. I.) Das Staats-Miniftrrium hat den von der römisch-katboliicben Gemeinde Säckingen auf Grund der inzwischen erfolgten Volks- zählung vom 1. Dezember 1). J. ergriffenen Rekurs gegen die minifterielle Verfügung der Mitbenußung der Fridolins- Pfarrkirckze Seitens der Altkathoiiken verworfen, weil das geseßliche „Erheblichkeits - Prozent - Verhältniß“ durch die VolkSzählung nicbt alterirt worden sei. Der Einzug der Alt- katholiken in die Kirche ist auf Sonnabend, den 29. d. M, angeordnet.

Hoffen. Darmßadt, 25. April. Die Budgetarbeiten des Finanzaussckzuffes der Zweiten Kammer nahen, wie das „Jrkf. I.“ mittbeilt, ihrem Abschluß und der Bericht des Ans- schuffcs dürfte in nächster Woche ausgegeben werden. Im großen Ganzsn sind die von dem vorigen Landtage begehrten Reformen, namentlich in dem direkten Steuerwesen, durch das Entgegen- kommen der Regierung angebahnt worden; eine v.")liige Ueber- einßimmung in der Veranlagung der Einkommsnsieuer wurde nicht erzielr. Ebenso befiehen noch Differenzen bezüglich der Weinsteuer.

Reuß j. L. Gera, 26. April. Dae; Minsterium bringt in einer Bekanntmachung wiedcrdolt in Erinnerung, daß für diejenigen auf Grund der Gesehe vom 7.Ia1111ar 1860 und vom 4. Juli 1870 ausdegebcnen Kassenscheine des Fürsten- ihums Reuß j. L., welche bis Ende Juni 1876 bei der Fürst- lichen Hauptßaatskaffe hier oder bei den Fürstlichen Bezirks- ßsuereinnahmen in Schleiz und Ebersdorf ur Einlösung prä- sentirt werden, roch Ersaß geleistet wird, da aber die bis dahin nicht eingelösten Stücke mit dem 1. Juli 1876 völlig wcrthlos bleiben und hiergegen auch eine Berufung auf Wiedereinseßung in den vorigen Stand nicht ftatrfindet.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 26. April. (W. T. B.) Die ungarischen Minißer haben heute dem Kaiser über den Erfolg ihrer Bespreckgungen mit den Parteien in Pest be- richtet. Der Kaiser hat hierauf den Grafen Andraffy zu fich beschieden. Die Konferenz soll morgen fortgesth werden.

_ Die Situation nimmt, wird dem „Prag. Abblt.“ von hier geschrieben, eine immer freundlichere Gestaltung an und selbft die eingefleischteften Pesfimißen, die noch vor Kurzem den ganzen politischen Horizont mit schweren Gewitterwolken verhängt sehen wollten, werdmzugeßehen müffen, daß die schwierigße Frage des Augenblicks, die Erneuerung der.?- Zoll- und Handelsbiind- niss es , Dank den patriotischen Bemühungen beider Ministerien, so gut wie gelöft zu betrachten ift. Die ungarisrhen Minister, die ßch mit ihrer Partei in Peß in Berühmng geseßt haben, haben 1n derselben jenes volle Vertrauen gefunden, das ihnen ihre Parte: vor und während des Verkaufes der Verhandlungen ent- gegenbrachte. In der großen Klubkonferenz hat nur ein dem Gros der Partei gegenüber verschwindender Bruchtheil sich auf einen jede Transaktion ablehnenden Standpunkt gestellt. Mit

solchen Elementen kann die Geschichte nicht rechnen und fie fallen

auch nicht schwer in die Wagschale. Dagegen aber 111 es bedeutsam, daß der Upps!] der ungarischen Minifter an die Partei selbs! von der imponirenden Mehrheit mit rückhallloser Zußim. mung beantwortet Wurde, und daß nunmehr die ungarischen Minister, nach Beseitigung der letzten Schwierigkeiten in Wien erscheinen, urn den AUSgleichSpakt perfekt zu machen. Mit dem- selben wird auf lange hinaus neuerdings eine unverrückbare Bafis für die wirthschaftliche Entwickelung beider Reichshälften gslegt worden sein, von der aus der Gesammtftaat die Regelung seiner wirihschaftlich-n Beziehungen zum Auslande wird vor- nehmen können. _ Wie die „Preffe“ erfährt, wird morgen hier eine Besprechung von Mitgliedern beider Häuser des ReichSrathes in Angelegenheit der Heeres. abrüftungsfrage ßattfindcn. In der Versammlung wird Hr. Arthur de Marcoartu, ehemals Mitglied der spanischen Cortes, Bericht erstatten über die Konferenzen , welche er in dieser Angelegenheit mit zahlreichen Sinatsmännern und ParlamentSmitglicdern der verschiedenen europäischen Staaten gepflogen hat.

_ W. T. B.) Die von Verschiedenen Seiten gebrachte Meldung, Wonach die russische Regierung in Vorschlag gebracht Haben sollte, die Herzegowina 1111d BoSnien alsautonome Tributarstaaten zu konstituiren, wird in lscfigen Regierimgs- kreisen als unbegründet bezeichnet.

_ Ja den jckmwbcndcn Fragen dcs Orients liegt heute, sagt die „Wiener Abendpos ““ vom 25. k-éinc Nachricht von Belang vor. Die Presse und die öffentliche Meinung find allmählich von dcr Beiorgniß imminentcr Verwicklungen zuriick- gckoni'mcn und insbesondere die englischen Blätter, Welche fich in jüngster Zcit einigsrnmßcn besorgt gkzcigt hatten, haben jetzt übereinstimmend die bcfricdigcnderen Momente der Situation bervor, die übrigens nach den eingehenden Erörterungen, die ihr bereits zu Theil ge1vorden, keiner "LULU Bklcuchtung be- dürfe. Daß der überwiegende Theil der englischen Preffe das Prinzip der Nichtintcrvcniion und dss absoluten Gewähren- laffcns auf dem JuinrrckfionSWauplaße vertritt, bedarf nicht erst ausdrücklicher Erwähnung.

Oimüß, 25. April. Die hiesige Handelskammer be- schloß, Petitionen an die Regierung und den ReirhSrath um Aufhebung der ärarischen Mauthen zu richten.

Lemberg, 25. April. Golejewski und Genossen legten in der" heutigen Landtagssißung einen Dringlickzkeitsantrag be- züglich Abänderung der Landtagswablordnnng vor, dem- zufo ge der Landtag künftighin in Lemberg und Krakau tagen soll. _ In der Abendfißung des Landtags wurde eine Resolution beschlossen, wonach die Regierung aufgefordert wird, bei den gegenwärtigen österreichisch- ungarischen Auleeicthcrhandlungen auch die Modalitäten einer geeigneteren Produktion und eines entsprechenderen Verkaufes des Salzes in Berückfichtigung zu ziehen. Ferner wurde der LandeSauSscHnß angewiesen, die Zweck- mäßigkeit der Reorganisation der galizischenHandelskammern und die Abänderung ihrer Wahlordnungen zu priifen und der nächsten Sesfion diesbezügliche Anträge einzubringen.

Pest, 25. April. Ueber den gestern abgehaltenen Mi- nifterrarh veröffentlicht die „Pester Corr.“ Folgendes: „Nach- mittags um fünf Uhr traten die Minister zu einer Beratbung zusammen, um hinfichtlick) der Endentsibsidung in der Aus- gleichsfrage Beschluß zu fassen. Der Beschluß, welcher für das

„Vorgehen der Minister maßgebend sein soll, dürfte, Andeutungen

'zufolge, die u:".s von beachtenswerther, wenn auch nicht ent- scheidender Seite zukommen, darin gipfeln, daß das Ka- binet die vom Mi11ifter=Präfidenten in den mit den Abgeord- neten gepflogenen Besprechungen dargelegten Punkta- tionen als Basis für die weiteren Verhandlungen zu accep- tiren bereit ist, sich jedoch außer Stande ficht, dieselben in der befiehenden Fassung ohne wesentliche Aenderung _ namentlich bezüglich der Bankstage _ im Parlamente zur Annahme zu bringen. Wie gesagt, wir präzifiren im Obigen nur Andeu- tungen, eine direkte Verlautbarung der Regierung in Bezug auf das Ergebniß des Ministerrathes kann unter den obwalten- den Verhältnissen biiiigrrweise gar nicht erwartet werden.“ Hierzu bemerkt die „Presse“: Die Mittheilung der „Peßer Corr.“ diirfte wahrscheinlich mehr der Stimmung in Pest als den Beschlüssen des ungarischen Ministerrathes Rechnung tragen. Die momentane Strömung in der ungarischen Hauptstadt ist eben dahin gs- richtet, den Abschluß des AngleichSwerkes auf Grundlage der von TiSza bekannt gegebenen Punktationen zu vereiteln. Die allernächsten Tage schon Werden darüber Aufschluß geben, ob das Kabinet TiSza fich kräftig genug fühlt und die Verantwortung dafür übernebmen will, den AuSgleich mit Oeßerreicb unter den in Wien festgeßellten Veßimmungen ab- zuschließen, oder ob es für seinen Theil das Mißiingen des Auggleichs _ als etwa vortheilhafter für Ungarn _ vorzieht. Nach dem „Ellenör“ hat der Ministerrath festgeßellt, die Ver- zehrungsfteuer-Forderung Ungarns aufrecht zu erhalten dem Vorschlage bezüglich der Bank nur unter der Bedingung der Theilung des Metailsonds und Neuorganisation der Direktion fick) anzuschließen und, wenn nicht ein ,anftändigcr“ AuSgleick, erzielt würde, bei der Demission zu verharren. ,Hon“ berichte: ebenfalls, die Minister seien nicht nach Wien gereist, um der AuSgleick) auf der bisherigen Basis abzuschließen, sondern 1111.- weitere Konzesfionen anzußreben, und wenn diese nicht zu a'- zielen wären, auf der Demisswn zu vsrharren.

Scktveiz. Bern, 26. April. Das eidgenösfische Poit- departement hat, einem Telegramm der „Köln. Ztg.“ zufolge, die Ermächtigung zum Abschluß eines Vertrages mit dn Niederlanden, betreffend Geldanweisungen nach dem oftindischen Kolonien, erhalten. _ Eine Korrespondenz us Bern im „Journal de Genéve“ macht darauf aufmerksam, daßdie künftige Berner Konferenz vorerft wegen der Gotthctd- bahn fich weniger mit der Feststellung neuer Subventionen als mit der Frage zu beschäftigen haben werde, ob das Unternelnen mit der gegenwärtigen Geseilschaft weiter geführt werden inne oder die Bildung einer neuen Gesellschaft ins Auge zu Kffen sein werde.

Niederlande. Haag, 21. April. Die Erste Katmer hat seit einigen Tagen ihre Thätigkeit wieder aufgenolmen- Vor der Hand aber beschränkt dieselbe fich auf die Be)!t 1111- gen in den Abtheilungen. _ Der. StaatSratk. w ckck mit der Voruntersuchung der durch die Regisung den Kammern zu unterbreitenden Anträge beauftraxt lß' hat einen Gesehentwurf zur Einführun der aus“ schließlichen Goldwährung vom Finanz-Mimßererh 11. _ In Fdlge eines neuen Unwohlseins wird d? K" :gin sich an der bevorstehenden Reise des Königs mch _aupt- stadt nicht bei eiligen. _ Prinz Alexand-x- d ungfte Sohn Ihrer ajestätm, wird hier im Anfang nach| onats von seiner Reise nach Algerien zurückerwartet. _ In; iddxl- burg starb soeben R. W. Graf von Lijnden, sc-Prasi-

dent der Provinz Zeeland, ein vcn allen Parteien (er gchö11e * zur gemäßigteren konservativen Partei) gleich geachteter Mann.

Großbritannien und Irland. London, 25. April. Ccstern eröffnete das Parlament wieder seine Sißungcn; im Unterhause kam abermals die Titelbill zur Sprache; dann theilte dcr S*"haskanzler mit, es sei cine RgierungSoorlage zur Konsolidiruug der Zollgeseße in Vorbereitung und er beabsichtige dieselbe im Laufe der Sesfion einzubringen.

_ Tie Dankadresse englischer Geißlichen und Laien an Dr. von Döllinger und die anderen Urheber der Bonner Altkarholiken-Konferenz hat der „Pall Mall Gazette“ zufolge nunmehr die Unterschriften von 3620 Geißlichen und 4093 Laien erhalten. Die Zahl der Bischöfe, welche die Adresse unterzeichneten, beträgt bereits 33.

_ Zu den gestern erwähnten Unruhen auf Barbndocs wird der „E. C.“ geschrieben: Die beunruhigenden Nachrichten, wslche das hiesige wesii1.dische Comité: aus Barbadocs erhalten hat, wurden von den kürzlich hier angekommenen Vertretcrn der Plantagenbeßßer der Insel, den HH. Phiklips und Bruce Außin, sofort dem Koxonialminister mitgetheilt, damit die Re- gierung die nöthigen Maßregeln zur Wiederherstellung dcr Ord- nung in der Kolonie ergreifen möge. Die offizielle Bestätigung dieser Nachrichten scheint rcmnach immer noch zu fehlen, und es bleibt die Möglichkeit nicht audgeschloffen, daß in den Tele- grammen an das wcstindische Comité die Zustände auf der In- sel in al] zu schwarzen Farben grschildert wcrden. Sicher hat aber der Gouverneur von Barbadoes, Pope Hennessy. durch übereifrige Befürworrung eines Konfödera1ionöplanes, der bei der weißen Bevölkerung der Insel durchaus keinen Anklang fand, eine sehr bedenkl1che Aufregung der Farbigen gegen die Weißen hervorgerufen. _ Die Bevölkerung der Insel betrug nach der Volkszählung von 1871 162,042 Personen, wovon 11111 16,560 Weiße, alle Uebrigen Farbige, meist Schwarze waren. Zur Bewältigung des Anfftandcs find, laut der „Li. A. C.“, bereits zwei britische (Kriegsschiffe, die Schraubensckzalmppc „D ad“ und die Schraubenkorvette ,Truid“ von Spanisch- Hon um?: auf dem Wege und man hofft, daß die Besayrmgen dieser bridkn Schiffe (362 Mann) im Verein mit dem auf der Insel ftationirten 2. westindischen Regiment, welches, mit Aus- nahme der Offiziere, gänzlick; aus Negern besteht, im Stande sein werden, die Ordnung wiederherzusteilen. _ Die „Daily Ncwö“ wiil übrigens wissen, daß die lexzten amtlichenNacbrich- ten von derInsel beruhigendlauten, die Truppen in die Stadt zurückberufcn wurden und keine weiteren Ruhestörungen zu be- fürchten wären. (vgl. d. Tel.)

_ An der Grenze des Penschab haben, nach Meldung der „E. C.“, unlängst Scharmüßel zwischen britischen Truppen und den Afridies stattgefunden, wobei die Engländer dreiTodte und zwei Vcrwundrte verloren. Von Peschawur wurden Truppen zur Vertbcidigung von Tscherat abgesandt.

_ 26. April. (W. T. B.) Dem Sinaissckretär dcr Ko- lonien, Carnarvon, smd von dem Gouverneur von Barbadoes weitere telegraphiiche Nachrichten über die dortigen Vor- gänge zugegangen. Dieselben melden, daß dir Ruhe seit dem leßten Sonnabend wiederhergestellt ist. Es wird hinznge- fügt, daß die Nachrichten Über die Ziuheßörungen, wie die Militär- Behbrden konstatiren, iiberhaupt Übrrtrieben waren, die Truppen haben keinen Sohns; abgegeben und keine Person der Weißen Bevölkerung ist von den Negern verwundet worden.

Frankreich. Paris, 25. April. Die Sißungen der Generalrätbe in 60 Departements smd gestern eröffnet wor- den. Ja den ErbffnungSreden zeigten fick) die Präfekten sei1r zurückhaltend; ihr Hanprthema war, wie es Hr. Hendlé im Auxerre-Deparkcmcnr aU-desprochcn: „Wir onen eine gute Verwaltung bcrstelien; das wird der beste Dienst sein, den wir der Repubiik 11111111 können.“

Man ift auch 1111 Liiigemeinen mit dieser Zurückhaiiung wohl zufrieden, nur die klerikalen Blätter verdoppeln ihreAngriffe gegen die ganze Regierung, namentlich gegen den Unrerrichts-Minisier; die „Gazette de France“, die ,Union“, das „Univers“ kritifiren noch immer seine in der Sorbonne gehaltene Rede auf das Heftigste, und was fie ihm am meisten vorwerfen, ist, daß er Proiestant ist. „Die Klerikalen, welche mit soviel Eifer alle möglichen Freiheiten fordern,“ jagt die „Indép.“, „zeigen fich sehr wenig ach1ungswoll für die Gewiffensfreiheit, sie betrachten das Kabinet als irreligiös und klagen dasselbe an, mit den Atheisten Und Revolutionären Hand in Hand zu geben, nur weil es die Rechte des Staates in dem höheren Unterricht vertheidigt!“ _ Dem Verhalten der Regiments- Almoseniers ist jeßt ein Offizier enigegengctrexen. Die Almojcniers verbreiten seit einiger Zeit in den Kasernen eine Flugschrift, welche den Titel führt: „[18 501113183118 1011151011“, und in welcher alle Militärs, die den Syllabus nicht anerkennen oncn, beschimpft werden. Dies veranlaßte den Obersten des in Lorient liegenden 62. Regiments zu folgendem Tagesbefehl: „Die Schrift: „116 50111511 811118 k811Z1011“ soll soforf aus den Kasernen beseitigt werden. Der Verfaffer hat seinen Zweck nicht erreicht. Es erregt nur Ekel, daß er mit seiner giftigen Feder Lin Wesen beschrieb, welches sein kranker Geist fich in einem Anfail von Wahnfinn schuf. Wie konnte ein Mann in einer Weise, wie er es gethan, die französische Uniform schänden? Derselbe weiß nicht, wie achtung5werth eine Armee ift, deren Wahlspruch immer war und sein wird: Gehorsam, Einheit, Geduld, Mäßigung, Aufopferung und Barmherzigkeit.“ _ Von heute ab wird hier nach der provisorischen Kapelie des 8111316 606111“ (16 165113 auf Montmartre gewallfahrtet, die errichtet wurde, weil es noch längere Zeit dauern wird, bis die Kirche selbst feriig ist. An den nächsten fünf Tagen finden, 11ach der „Köln. Z.“, die Wallfahrten der verschiedenen Gemeinden von Paris, des Seminars der fremden Missionen, der Schüler der Karmeliterinnen, der Verbindung des „Apostolats des GebetS“ 11. s. w. ßatt; am Sonntag ist die Hauptwallfahrt. Der päpstlicheNuntius pilgert an diesem Tage nach Montmartre. Die Pilger, die fick) nach Rom begeben, smd gestern von Paris abgegangen. '

_ Die Feuerwehr des Chateaud'Eqn manövrirte gesrérn Morgen vor Herrn v. Madai, der von Herrn Voifin, Polrzcr- Präfekten von Paris, begleitet war.

_ Aus Algier, 25. April, wird gemeldet: General Ca-rteret erhielt Verßärkungen. Die belagerten Aufruhrer, außer Stande Lebenswütel zu erlangen, werden sich ergeben müssen.

Spanien. Madrid, 26." April. (233. T. B.) Die Cortes haben die drei ersten Artikel der Konstirution ge- nehmigt. _ Die Budgetkommis s ion hat in Uebereinstimmung mit der Regierung beschlossen, ihren Bericht der Kammer, nichr vorzulegen, ohne zuvor mit den Staathläubigern konferrrt zu haben. _ Der Prinz von Wales wird fick) am nachsten Sonntag nach Lissabon begeben.

Italien. Rom, 26. April. (W. T. B.) In Be1ug auf die gestern gemeldeten Veränderunxen im diplo- matischen Dienße jbeilt dic „Opinione“ mit, daß der Botschafter in Paris, Nigra, selbst seine Ver- setzung 1111 einen anderen Posten beantragt habe und daß der Botschafter in Konßaminopel, Graf Corti, 11119- ersehen sei, Nigra in Paris zu crszßen. Zur Zeit halte aber das Ministerium die Abberufung des Grafen Corti von Konßantinopel noch nicht für opportun, und erscheinen der?- halb die Nachrichten über einen Nackzfol er des Grafen Corti in Konstantinopel einstweilen noch verfrü t.

_ (W. T. B.) In der heutigen Sißung der De- pntirtenkammer erwiderte der Minister des Innern, Nicotcra, auf eine bezügiiche Anfrage, daß er die behufs Auf- hebung der Mahlsteuer beabsichtigte Versammxung in Mantua untersagt habe, weil er Griinde hatte, zu befürchten, daß dabei Unordnungen vorkommen würden. Auf eine weitere Anfrage mach1e dcr Minister Mittheilungen über die jüngst in Coraro durch die Gemeindesteuern verursachten Unruhen und fügte hinzu, daß die Schuldigen gerichtlich verfolgt wiirden.

_ Wie die T11rincr „Unitii Cattolica“ wissen will, brirachte der Minister des Acußcrn, Meiegari, dic vatikanischc Frage als eine europäische Frage, die vermittels eines europäischen Kongresses gelöst werden müsse. Temgrmäß sci Meieg.:ri enr- scbloffen, Vertreter von Oesterreich, Preußen, Frankreicb, Spanien und Portugal zu einem Kongreß 111111] Rom einzuiaden. Die „Ital. Nachr." bemerken, der Vatikan sei über dicse Mittheiliing des Turiner Blattes in große Aufregung gcrathen, und der Papß habe Ton Margotw in Turin durch den Koadjutor des Kardinals Antonelii anfragen lassen, 11.116 Wahres an dem be- absichtigten Kongress sei.

Griechenland. Dcr „Pol. Corr.“ schreibt man aus Athen, 16. April: „Der Simonieprozeß, der größte Prozeß, wclchcr seit dem Bestande des Königreichs Griechenland aus- getragen wurde, diirfte noch ein Nachspiel haben. Die (whe Synode hat die zwei hier anwesenden Erzbischöfe aufgefordcrt, Athen bis auf Wcitcrcs nicht zu verlassen. Nach den bestehenden Vorschriften müssen die verurtheilten Kirchenfürsten entweder ihrer kirchlichen Würde enisrßt oder einfach abberUfen worden. Andererseits erlischt schon morgen die Frift, binnen welcher die dreiErzbischöfe die Geldstrafen zu erlegen haben werden. Sollten fie das Geld nicht auftreiben können, so soll, wie die Blätter wissen Wollen, die Schuldhaft über fie verbängr Wcrden.“

Türkei. Ach der Herzegowina, 24. d. M., wird der „Pol. Corr.“ gemeldet: Bei Trnowa Poljana hat gestern zwischen der_früher von Ljubibratic und nun von Jaksic befehiigten In- s11rg211tenschaar und einem türkiiche11De1ache111ent ein kleineres Gefecht stattgefunden, wobei die Türken 12 Todte und einige Verwundete auf dem KampfplaY-e gelassen haben. Fiir heute steht man einem neuen Gefechte entgegen. In Kiek sind in den leisten Tagen abermals zahlreiche rürkiscbe Truppen ausgeschifft worden. „Ihrem Vormarsche dürften fich,“ der „Pol. Corr.“ zufolge, „diechal nur kleinere Insurgentcnbanden widkrsexien, da das Gros der Insurgenten unbeweglich zwischen Niksic nnd Krstac den auf eine neue Vorriickung smnenden Mukhtar Pascha observiri 1111d in Schach hält.“

_ Ueber die Schlacht im Duga-Passe erhäit das „Wiener Tagblatt“ aus Ragusa vom 22. April folgenden AUSng aus einem eigenhändigen Schreiben Lazar Socicirs:

2111113211111] 111111111211th die Türken untcr Mukbtar Pascbx ge- gen den Duga-Paß an. Wir entfendcien Pop Bogdan 1111tde11 Zavodjanern nach Krstc, damit er die Türken angrcife. Ick) und Pcko freuten 11118 unter Presjkka im Duga-Pafse 11111 111.11 cr1varteten Mnkhkar Pascha. Pop Bogdan ickolug fick) mit den Türken zu bcidcn Seiten res Duga-Paffcs. Während drs 13, und 14. erwarteten 1111 und Peko Mukbiar bci Presjrka, und er griff 11116 1111171 nur mit den Trup- pen an, Welche mit ibm marsciyirten und Proviant brachten, sondrrn JUZ) mit der Besaizung von PreSjeka, dieKanoxen und Mitraiilensen

(! en.

„Wir fcblugen uns mit ihnen drei Tage und Nächte 011111 zu essen, „311 trinken, zu schlafen. Am dritten Tag, das war am Oiiér- sonntag, griffen uns im Rücken die Bewohner Von Nikßc mit 61111111 Tabor Nizams an und 111116 ren Nich ausgrfallknrn Waren nicbr mehr ais 15 Minuicn von Truppen Mukbtars e111fernt, so das; 11112 Vereinigung zwischen ihnen und Mukhiar 31 befürchten ist. Dix mir die Munition beinahe ausgrgangcn War und da wir sahen, dai: wir die Schlacht nicht fortseßrn konnten, bcsprachrn wir uns, daß ein Theil unferrr Truppen den Niksicern entgegeurückcn, und wir mit bl1nkem Yatagan Mukhiars Verschanznngsu angrcifen 10111111.“

„So jagten wir Mukhtars Sckyaaren ins Verderbm und warfen die Nilficer bis Nikfic 31111111. Wir [)mit-,n dabei 330 Türksnköpfe abgeschnitten, und hatten unsererssits 50 Todte 1111d Ver1vu11dete.“

_ Ueber den Aufstand in Bognien bat die „Poi. Corr.“ u111er dem 23. April folgende Nachrichten erhalten: Banjaluka ist bedroht. Es gelang einer Jnsurgentennbihsiiung, fick) bei Prnjavora festzuseßen. Ueber die Stärke dieser Schaar variiren die Angaben. Man schürt dieselbe auf 600 Mann und soll fie nur die Vorhui eines größeren Jnsurgentencorps sein. Prnjavora liegt auf der Straße zwischen Brod und Banja- luka und durch die Beseßung dieses Ortes von den Jnsurgenten ist die Verbindung des Inneren BoSniens mit dieser Grenze vollständig unterbrochen. Zur Rekognoszirung der Stärke des Feindes wurde eine 160 Mann zählende Abtizeiiung Redifs nnd Baschi-Bozukö gegen Prnjavora entsendet. „In der Nahe dieses Ortes stießen die Türken auf die Insurgentxn und wurden, da fie numerisch zu schwach waren, fast aufgerie- ben. Nur zehn Mann sollen entkommen sein.“ Man wrll die Wahrnehmung gemacht haben, daß die Jnsurgentenaußer- ordentlich fcbußsrcher find, was im vorigen Herbfte mehr der Fall war. Die türkischen Offizixre behaupten, die Leute mussen den Winter mit Schießübungen zugebracht haben. Andere tbr- kische Militärs find der Meinung, daß man es hter gar nicht mehr mit den „alten“ Leuten zu thun habe,; es scheinen vielmehr neue Kämpfer zu _sem, dre das Waffenhandwerf sehr gut verstehen. Die . Schnur Golubs, die mehrere tausend Mann beträgt, hat neuerdings eme VermrhrünT'äF Artillerie-Material erhaltrn und hat die Be- schießung von Grahowo begonnen. Wahrend Golub hier operirt, gehen die anderen Anfuhrer konzentrrsrh „vor. Dre Hauptchefs des Aufstandes ßnd jeßt: Grubor, Btlbija, „Smil- janijs, Marinkovits, Milanovits, Dezzpotns, szlaß, Radisalee- vits, Srdjan und Golub. Lilie operiren nach" einem Plczne und verfolgen denselben Zweck: so rasch als mogitch Sera1e1vo zu “erreichen. Die Waldungen um Pounm beherbergen 1500 Insurgenten, die fich dgselbft unjer der Anfahrung eines gewissen Bajalißa orgamfiren. D1e_ Tu1ken versuchien die Aufständischen in ihren Waldsckzlupfwmkeln zu cerniren, „mußten aber gegenüber den zahlreichen, gut bewaffneten In- surgenten diesen Versuch bald aufgeben.“ Wo sich die Insur- genten nicht halten können, von dort ziehen fie rasch ab„ uber- liefern aber früher Alles den Flammen. Wie verfichert mird, tft

von der Centralleitung des 2111791111115 der Bifekl 1111.1'111 twr- dcn, die Tbxfcr, di; 11 rlasicn 1111111111 it:"1ffr11. in NA): 511 159,34. Zwischen Podowa und Koiminißa steht man 11!!111"1ch1'.ich Feurrsäulcn aufsteigen. In dem crwähnien Distrikte sollen bei 100 Dörfer in den lcßten TWIST! i11 JZ11111111e11 aufgrgangen sein. Fast 1111 1311113111 Umkreise von Grmes fanden zwischen drm 19. und 22. bedeurnde Kämpfe statt. Auf dieskm 11111161- 9111, waldumsänmren und hügeligenTrrrasn wurxen bei2000 In- surgenten organifitt und bewaffnet. Ein Regimen! Niznms, verfxärkt von 600 Redifs und 400 Baschi-Bozuks, 1ückte in Eil- märschen 11116 Zerajewo heran und warf fick) ungeßüm auf die Insurgenten. Diese, den Türken an Zahl überlegsn, hielten Stand undTwarfen dieselben zwei Mal zurück. Die Türken ver- loren bei '.)20 Mann an Todrcn und Verwurdetrn und fchickren fich am 22. Abends zum Rückzuge 1111. „Die Türken“, bemerkt die „Pol. C11rr.“, „haben das Ungiiick, daß ihre Trnppenmnckn fast übera'i 111 unzureichender Stärke auitrirt Und daher 11111: selten etw.:s a11§richtct, was 111111111111) 3111 Erbdkmng dcs Marins dcr Jnsurgenten beiträgt 1111d 111Joige deffcn lcytcre fichgerad1111 f1"11' unbeswzbar halten.“

Gleichzeitig wird auch bsi Prijedor (111111111311. Tixser Ort ist von Scha11ze11 umgebrn 1111d da die Insurgenten dier keine Kanonen führen, dürfte denselben die Einnninne 1111111 so [sicht werden. Die Türken aus der Umgebung 111111 Prijeddr flüchteten sämmtlich 111 die Stadt 1111d vermehricn „zwar dadnrck; die Zahl der Vertheidiger, ohne jedoch die Verriiridignng dad11rch zu stärken, indem die sehr geringen Vorrätbe 1111 Mehl, 1vciche fick) in den „Dutschans“ icfindcn, sein bald zur Neige geben und dann die Leiden einer proviantiosrn belagerren Skadi be- ginnen dürften. Eine Oka (21.- annd) Weizen kostet in “_Lri- jedor bercits 100 Para („11111111 20 Kr.), wädrend sie noch vor Kurzem um 30 bis 35 Para übirail erhälüick) war. Auch der Travniker Kreis, wo nicht nur die farho- lische Bevölkerung sehr zahlreich, sondern auch die maßgebende ist, wnrde von der Bewegung chriffen. Dort steht ein Francis- caner,Fra1er Franjo, an der “Zviyr. Man erwartet stündlich einen Zusammenstoß bei Triwiiik jcibft, wohin eine starke Ab- tlieilung Jnsnrgenten gezogen ist. Die b0611isch211 Katholiken sind wohlhabend Und fehlt 16 11111211 nicht an Waffén. Sollte es ihnen daher geiingoii, Travnik 111 ibre eralt zu brkommrn, dann wäre, wie fick] der Gewährsmann dcr „Pol. Corr.“ 1111-5- drückt, „auch das Schicksal von “Scrnjcwo befirgeii“. Die Türken haben am 19. einen Versuch gewagt, 11111113 wieder zu grwinnen. 1500 Redifs und Baschi-deiiks näherten fick; dem Orte und griffen ihn von zwsi Seiten 1111. Sie wnrden jedoch ziiriickgesihlagen. Dabei ist aber der Ort fast ganz in Flammen aufgegangen. Der Kampf danerte zwci Stunden und endigte mit dem Rüiiznge der Tiirkcn, die 27 Todte auf dem Kampspiaße zurückließcn.

Rumänien. Bukarest, 26. April. (W. T. B.) Die außerordentliche Session der Kammer wird morgen durck) den Minister-Präfidentcn Fiores» im Namen des Fürsten eröffnet werden.

Amcrika. Mexiko, Einer Korrespondenz dcr „Morning Post“ aus Mexiko zufolge crstrcckt fick) der [)errscizrnde Anf- stand über zwölf Staaten der chnblik nnd ioiien die Muf- ßändischen in allen Provinzen 20,000 Mann stark sein, wäbrcnd die Regierung über 24,000 Mann regniäre Truppen Und 8000 Mann Miliz verfügt. In Mexiko selbst wäre man (der angeführte Brief trägt das Datum des16.Miirz) zismlick] gleich- gültig gegen die ganze Bewegnng. Ucbrigrns soli den Lins- sjändischen jeder festeZusammrnhalt 1111d cine 1111511911131? Lririing fehien.

Afrika. Aegypten. Kairo, 26. April. (W.T. B.) Wie aus Maisnal) hierhrr gemeldrt wird, haben die ägyp- tischen Truppen in Abessnnien den Riickrnarsci) nach Aegypten .1nge1rrtcn. Dieselben werdcn demnächst eingeschifft wcrden.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Berlin, 27. April._ Dcr dichäbrige Chirargen-Kongreß wurdr am Sonnabend ge1chiossen.

_ owcffor Pnlmicri hat ein Vom 19. April datiries Sérci- ben cm die neapoiitnnischen Viätrcr 9111111111, worin cr die zaixckrcich an ihn grstcÜtr11Anfra,1111, ob ein größrrrr 9111131111111) de_s Vcsrrvs bevorstebe oder nicht, mit der cherkung zuriickwein, dax; er wohl der Beobachter, nicht aber der Prrprct dss Venwö sei. Sort dem großen Ausbruchc vom Jahre 1872 111 _dcr Bcrg [11531131 Dczcmber des Verstossenrn Jahres in voilkomnnmrsr Rabe grbiwben. Zu 2111- fang dieses Monats aber habe fich 11:1 Innern dcs 1121.11Kraicrs cme Bodensénkung gebildet, wid diss vor dem 2111111111111)? im Mai 1855 auch im Deze111ber 1654 der Fnii gewesen ici. “31111 18. Dez§111ber verflossrnrn Jabrrs berWandrlt-x firb disBodsr-ssnk11n11_1n 61112111611119111 Kratér, drr mit großér (3511111111 Rnuch- 1111d_Aichensa11ch Hervorstwß. Beim Hinadblicken 111 den inneren Heerd dnies 11111111 Schlankes ge- wahrte man auch Flammen, Weich _d1e 1111111chsa111111 durchzrinxxn. Seitdem haben mehrfach A1ch211rrg111 11a11gemnde11, _11_elck)e s-chr1cbad- lich auf die ngctation der nacbstgelchne'n Bodrnsiawcn 111111111911, der Bcobacbtung aber 11111111“- Li115ergewöbniichrs 1111101111. Ob die Nkugirrigen das Schauspiel drr 1111) crgicßenden anxsiro111c1n1t “,b-ren glühenden Flammrnbomben gennßen “werden, 1111111111 Palmrrn fick) 1111111 zu entscheiden. Der Seismograph fre111ch 311111: 11110 zu_11ch_mc11dc Er- reßnng, was wohl nach drn bisherigen C:?ahrnngrn 11111 (111611 1111101- stehenden Ausbruch schließen lasn-n wurde.

- Die Bibliothek des Briiisb-Mnscum warde im vor- floffencn Jahre um 36,786 Werke und Broscbüixn, darimicr 27,293 durch 13.112an bereichert. Jm Departement fnr Kuprerstxciye und Zeichnungrn wurden während des Jabreß _12861 Acqmfitwnen gc- macbt die wichtigsten darunter 211161) Ankauxe 11-11 der Verstngerung der Galicbouscben Kollektion in Paris. Dns 5312111911111 wurde im verflossenen Jahre von 523,31? 1111d_ dcr Lcicsnai f11:_ Zwsckr des Studiums odsr der Forschung von 105,310 P.'rsonen bcxuwt.

_ Der „Courticr de Lyon“ 111eld_ci_, das; M. Stewart, der reiche, jeßt vrrstorbcne amerikanische Jndu1tr1eile, deni 111111506 (16 1,1119111- bourg inParis k-a8berübm1eB1ldvon Mersxonnier, 1807, das er erst im vorigen Jahre für 300,00() Fr. gefunkt, 1711111111191 babe.

Genderbe und Handel.

Aus dem Geschäftsbericht der Berlin - Anbaliiicben Eisenbabn-Gesellschqft theilen wir folgende Daten 11111: Die Einnahmen betrugen 16,870,949 „M (_395„302_.ch1é7. 1119111 1874). Da- von faÜen auf Zinsen aus dcm Neubaufondö 111r d1e Ocider, Weiche aus dem Ertrag der von 1874 cm bxreits divikcn'rci'ercchngtxn Aktien entnommen sind für die Zeit bis zur Fertigstcüung dcr dafur berge- steilten Anlagen 361,461 „Fü (_ 383.439 .“); Nebrnemnabmcn 977,716146 (*)-56632436 als Folge von Buchungsändrrungen, 11111111111- lich betreffs der Wager'minkyc); Perscncnvcrkcbr 5,617,595 „Fi (_ 179,137 „aa); Gütervexfbr 9,912,135_ „15. „(7- 400,101 „49. _ Von der Einnahme wird verwendet fur D1v1dcnd1_ 4,170,750 „FQ (_258,000 .“); für Eifrnbabnsteuer 420.468 «FQ (_60,000 „M); tur

Priorijäten 1,275,000 W (unverändert); fiir Erweiterung der Bahn-

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