1900 / 86 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 07 Apr 1900 18:00:01 GMT) scan diff

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AU ébUü' die er *Ausfuhrtarife gezelti 1 haben, dargelegt *undfh odaZn disc "zur Zeit auf den prey ischen Staatsbaßnen Ylten en ermäßigten Kohlenausfuhrtarilfe zusammen e eilt.

ei jedem einzelnen ist ziffermäßig darge egi, welche engen von Kohlen in den leßten Jahren nach ihm befordert find. '

DerAuss chuß des Landes-Eisenbahnraihs, der am 5. 5ZHW!

die Vorlage vorberaiben hatte„ hat_ fick) nach gründlicher Prüfung der einzelnen Fälle einstimmig dahin aysge_sprochen, daß die Frage, ob es den wrrthschaftlichen Bedurfmffen des Landes entspräche, die für die Ausfuhr von_Kohlen, Koks und Briquets bestehenden ermäßigten Ausfuhrtartfe aufzuheben oder zu be chränken, zu verneinen ier, _ . _ „*** er Landes-Eisenbabnrnth hat zunachst in einer längeren, erschöpfenden Generaldiskussron die Frage nach achn Seiten erörtert und sodann die Wirkungen der einzelnen Tarife gleich- faüs geprüft. Die ganz überwiegende Mehrheit der Mitglieder des Landes-Eisenbahnraihs schloß fick) sodann dem Votum des Ausschusses an.

Die für die Mrhrheit bestimmenden Gründe waren haupt- sächlich die folgenden: _ "

Bei Aufhrbung der ermäßigten Ausfubrtarrse wurde der Hauptzweck einer solchen Maßregel, die jeßt ins Ausiand gehenden Kohlen dcm inländisckzrn Bedarf zu erhalten, nicht errcicht. Die Maßregei Würde aber die Interessen der Eisen- bahnen und der Kohlenindustrie schädigen, ohne, den «Kohlen- vrrbrauchern einen nennenswerthen Nußen zu bringen.

Der Kaiserliche Gesandte in Belgrad, Wirkliche Geheime Raik) Freiherr von Waeckcr- (Hotter ist von_ dem ihm Allerhöchst bewilligten kurzen Urlaub auf seinrn Posten zurück- gekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder uber: nommen.

In der Zweiten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs- und Siaats=Anzeigers“ Wird eine ZusammenstellunZ der Berichte von deutschen Fruchtmärkten für den ionat März 1900 veröffentlicht.

Heffen.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog ist, wie die „Darmst. Ztg.“ meldet, vorgestern Abend von Darmstadt nach Italien abgereis.

Reuß ä. L.

Seine Durchlaucht der Fürst ist nach mehrwöchiger Ab-

wesenheit wieder nach Greiz zurückgekehrt.

Elsaß-Lothringen. Der LandeS-Ausschuß Hat sich vorgestern, nachdem der

Geseßeniwurf über die N echtsverhältnisse d er Lehr er in dritter Lesung angenommen worden war, auf unbestimmte

Zeit vertagt.

Großbritannien und Irland.

In der gestrigen Sißuna des Unterhauses führte, wie „W. T. B.“ berichtet, der Unier-Staatssrkrriär des Kriegs- amts Wyndham aus, dieGesanimtziffer drr Gefan enen von TranSUaai und dem Oran1e-Frciytaathabcfich am 23. ärz auf 5000Mann beziffert. Die Gesammtsumme der Ysangenen Engländer sei nicht genau festgestellt; die Zahl der ermrßien und Gefangenen habe am 3, März 3466 Mann br- tragcn. Er halte die Zeit nicht für gekommen, die Fra e der Auswechselung dcr Gefangenen zu regeln. Der ErZe Lord dcr Admiralität Goschen erklärte, die Admiralität schenke den Unterscebootcn große AUfmerksamkeit, welcbe", wenn die praktischen Schwieriakeiten in Bezug auf ihre Verwendbarkeit übrrwunden werden könnten, eine wesentliche Waffe der auf die Defensive angewieyenen Seemächte sein müßten. Es sei natürlich, daß die Nationen, welche sich in

dieser LaY befänden, sich bemühten, diese Waffe zu ent-'

wickeln. ie Frage, wie dem Angriff der Unterseeboote am besten zu begegnen sei, beschäftige die Admiralität, und greifbare Anregungen in dieser Beziehun seien sehr werth- voU. Es scheine sicher, daß für eine * bwehr gegen diese Waffe in anderer Weise als durch Erbauung von eigenen Unterseebooten Sorge getragen werden müsse, denn es sei klar, daß ein Unterseeboot nicht qegkn ein anderes fechten könne. Der Erste Lord des Schaßamis Balfour beantragte, daß das Land sich am kommenden Montag bis zum 26. April vertage.

ourincr) lenkte dic Aufmerkmmkeit des Hauses auf die Lage in SÜd-Afrika. Die Zcitungrn seien ihatsächlich denen ver: schlossen, welcbe gegen den Krieg seien, und die Berathung über diesen Gegrnstand in öffentlichen Lokalrn werde gewaltsam unter- brochen, deshalb müsse das Vorrecht der Redefreiheit in diesem Hause aufrechterhalten werden. Er sehe ]edoch, daß er den Hauptzweck seiner Rede, eine Besprechun der Bedingungen, unter welchen der Krieg zum Abschluß ge racht werden könne, nicht zu erreichen vermöge, infolge der Ankündigung von An: trägen über denselben Grgcnsiand, dir, wenn sie auch wahr- scheinlich nicht eingebracht würden, doch nach der Geschäfts- ordnung des Hauses jrßt eine Berathunq Über diesen Gegen- stand verhinderten. Der Erste Lord des Schaßamis Balfour meinte, das; die Angelegenheit der Kommission für die Ge- schäftsordnung überwirsen werden fol1ie. SirHenry Camp- bell Bannerman gab zwar zu, daß eine Abänderung der Geschäftsordnung wünschenswerth sei, hielt aber den Augen- blick nicht für geeignet zu einer Debatte, wie sie Courtney wünsche. Im Laufe der Vcrhandlung verlanÉe Bryn Roberts dringend, daß die Engländer die efangenen mit größercr Rücksicht behandelten. Er sagte ferner, die Buren hätten sich nicht nur im Felde über- legen gezeigt, sondern auch weit mehr Großmuih an den Tag gelegt. ?oward Vincent, der eben vom Kriegs: schauplay zurückge ehrt ist, erklärte, die gefangenen Buren würden von den britischen Soldaten aUSgezeichnet brhandelt. Sch11eßlich wurde der Antrag Balfour's angenommen. = Ferner wurde did Finanz:BiÜ in dritter Lesung mit 103 gegen 16 Stimmen, und die Flotten-Neserve-Bil], wel e der Admiralität diskretionäre Gewalt einräumt, die Flotten: eserve einzuberufen, in zweiter Lesung angenommen.

Frankreich. Die Depuiirienkammer hat, wie „W. T. B.“ meldet, mit 400 gegen 131 Stimmen den Geseheniwurf. betreffend die Kolonial-Armee, angenommen. Nach _dixseni Geseß wird die Kolpnial-Armee, welche sich aus Frrtmtlltgen und Kapitulanien und aus Eingeborenen der, Kolonien mtt euro- päischen Cadres rekrutiert, dem Kriegs:thster unterstellt.

Rußland. Der Kais er empfing, wie dem „W. T. B.“ aus, St. Petersbur gemeldet wird, gestern dsn vulgarischen Kriegs- Minifter aprikow. _ _

Am Donnerstag Abend fand bei dem Minister des Aus- wärtigen Grafen Muraw1ew ein diplomatisches Diner sinti. zu welchem die Chefs sämmtlicher Missionen, die rusfischen Minister und der bulgarische KriegsMinister Paprikow elndrn waren. Granurawjew brachte? einen Trinkspruch au die fremden Souveräne und Staatschefs aus, der türkische Bot- schafter als Donrn, des diplomatischen Korps das Hoch auf die russischrn Majestäten.

ortugal. *“ In der gestrigen Si MZF der Deputirtenkammcr er- griff, wie das „Reuter's e uredu“ meldet, der Präsident das Wort und schlug aus Anlaß des Anschlages auf den Prin en von Wales vor, daß das Haus seinen (Glück- wunscö3 zu dem Mißlingen des Verbrechens aussprechen und diesén feinen Beschluß der Rrgierung und der Herrscher- familie Großbritanniens, welche mit Portugal durch so feste, von Alters der bestehende Bande verbunden sei, ausdrücken möge. Der Dsputirte Dias Costa sprach sich im Namen_ der Kammermehrheit für den Glückwunsch aus. Der Iu_1ti_z- Minister gedachte mit [)crzlichrn Worten _der Königin Victoria und theilte mit, das; dir portugiesische Regierung umgehend der britischrn ihren Abscheu über den Mordversuch UUSgedrückt habe, welcher fick) gegen den Fürsten gerichtet, der berufen fei, eines Tages die Geschicke des starken, mächtigen und großherzrgcn Großbritanniens zu leiten. Im Namen der konservativen Minderheit erklärte der De- putirte Franco, seine Partei schließe sich aus drei Gründen dcm Glückwunsch an: erstens wegen des Mord- versuchs; zweitens wegen der Verwandtschaft zwischen den Königsfamilien von England und Portugal und drittens wegen des engen Freundschaftsbunch mit einem Volke, welches Portugal in kritischen Augenblicken seiner nationalen (Geschichte stets auf seiner Seite gefunden habe. Er fordere auch, daß der den Glückwunsch aussprechende Beschluß dcm briiischrn Parlament mitgetheilt werde.

Niederlande.

Die Erste Kammer hat, dem „W. T. B.“ zufolge, gestern nach kurzer Berathung die Vorlage_, betreffend die internationale Schiedsgerichts:Konvention, mit 41 gegen 1 Stimme angenommen.

Belgien.

Sipido wurde, wie dem „W. T. B.“ aus Brüssel ge- meldet wird, am Donnerstag Abend mit Meeri konfrontiert, und gestern Vormittag wurde seine Verne mung durch den Untersuchungsrichter forthseßt. Der Poltzei:Offizier, der ihn vcrkmfteie, erklärte, er während drs Mordversuchs nichts Ungewöhnliches auf dem Bahnhofs _bcmrrkt Habe. Der BahnhofWorsteher Crocius sagte, es wien Vorsichts- maßregeln getroffen gewesen, In dem Augenblick, als Sipido sich auf das Trittbrett des Salonwagens geschwungen, habe er, Crocius, sich auf ihn geworfen und mit dem linken Arme den Hals Sipido's umschlungen; mit seiner Rechten habe er die Rechte Sipido's gehalten. Infolge dessen sei der zweite Schaf; nicht abgefeuert worden. Als Sinido vorgeführtwurde, weinte cr bitterlich und verbarg sein Gesicht in dem Taschen- iuchc. Sipido nannte gestern den Schreiber des Brief?- an seine Eltern, durch welchrn es ihm ermöglicht wurde, am Miti- woch das elterliche Haus zu verlassen. Dkk Schreiber des Briefes heißt Decker und wohnt in Uccle bei Brüssel. Drckcr wurde gestern Nachmittag verhaftet und dem Untersuchungs- richter vorgeführt. Derselbe erklärte, er Habe den falschen Brief im „Volkshause“ nur zu dem Zweck geschrieben, um seinem Freunde cinen AuMang zu Ermöglichen, von der Ab- sicht Sipido's habe er nichts gewußt. Decker wurde darauf wieder freigelassen,“

Wie verlautct, ergaben die leßten Feststellungen der Unter- suchung, daß Sipido infolge der Beeinflussung älterer J runde, unter deren Einfluß er stand, gehandelt habe. Sipido habe, als der Zeitpunkt hkrannahtc, den Gang zum Bahnhof nicht machen wollen, sein Vater habe ihn aber an den Brief aus dem „Volkshausc“ erinnert, und der Sohn habe nicht gewagt, einzugxstrhen, daß der Brief eine Vor- spicgclung enthalte. Als Sipido sich aus der Wohnung seiner Eltern entfernte, traf er seine Grnoffen, die iim dann nicht mehr verließen. Er wei erte sich iroß ihres Drängens, auf den Prinzen zu fcucrn, a 93 dieser steh auf dem Bahnstei e er- gin ; schließlich aber, als seine Begleiter ihn verhöhnten, türzte er [sich auf den abgehrnden Zug und feuerte. _ Die „Agence Havad-Reuter“ veröffentlicht noch folgende Einzelheiten. Meeri habe noch am Donnerstag im „Volkshause“ an einer Probe zu Hauptmann's Schauspiel „Die Weber“ theilgenommrn, in wclchcm er eine Rolle spielen soÜte. Außer Meeri solle noch ein gewissrr P., dessen Verhaftung noch nicht erfolgt ist, an der Verabredung über das Attentat iheilgenommen haben, und YUM solle es sich ursprünglich darum gehandelt haben, das

oos zwischen diesen drei Personen entscheiden zu lassen. In- dessrn habe P., mit welchem Sipido weitete, bis zum leßtcn Augenblick den Eindruck gehabt, daß es sich um einen Scherz handele,“ und sei aufs höchste überrascht gewesen, als er von drm Mordversuch gehört habe. Der zwanigjährige Meeri sri cin eifriger Leser der anarchistischen enungen „Liberté“ „Pézre Peinard“ und „Vataille“. Der Vater Mrcrt's solle an dem Kommuneaufstand theilgenommen haben; er habe in der Manfarde seiner Wohnung eine Waffen- sammlung, welcher sein Sohn vermuthlich “dcn Revolver ent- nommen habe. Der Vater Sipido's habe sich, wie ferner be: kannt wird, früher einmal wegen Geisteskrankheit in ärztlicher BehandlunÉ befunden. '

Der ekretär der sozialistischen „jungen Garde“, Vol- k aert, welcher am Montag in der Versammlung im „Volks- ?ause“ heftige Reden gehalten hatte, wurde gestern vom Unter- uchungSrichter vernommen. Er lehnte es ab, über etwaige GenoZen Sipido's Auskunft zu geben. Den Nachfo chun en der ehörden ist es gelun en, die Namen der eno en, welche Sipido nach dem ordbahnhof begleiteten, zu er- mitteln; fie werden heute dem Untersuchungsrichter vorgeführt

werden.

Türkei.

Seine Majestät der Deuts e Kaiser hat, wie dem „W; T. B.“ aus Konstantinope gemxldei wird, Skiner Ma1estät dem Sultan für das L_lller ochstihm und Ihrer Majestät der Kais e rin durch den Fluges: dxutanten, Obersten von Loewenfeld übersandte Gemälde sowie fur den freund- lichen Empfang der deutschrn Offiziere und Bramten bei derer; Dxirchxbrise durch Konstantinopel Allerhochstsemen Dank aus: ge pro en.

Dem Wiener „Telegr-Korresp.:Bureau“ zufolge, ermariet man in Konstantinopel eine zustimmende Antwort der russischen Regierun auf die Mittheilung, betreffend das Rußland ein uräumen e Vorrecht bei Vsrleihung einer Kom zesswn von iscnbahnbauten in Kleinasien an Aus: länder.

Rumänien.

Wie „W. T. B.“ aus Bukarest berichtet, hat das Schiengericht in der Angelegenheit des Erbauers des Hafens Constanza Hallier gestern Abend das Urtheu gefällt. Durch dasselbe wird der rumänijche Staat zur Rück; erstattung der Kaution von 700000 Fr. an Hallier sowie“ zur Zahlung von 5526632 Fr. für bereits gemachte Auf:

wendungrn, Werkzeuge u. s. w. verurthcilt. Das Urshej["

weist das Verlangen auf Ersaß des erlittenen Schadens Und entgangenen (Hewmns sowie auf Zinsenzahlung znrück. Von dem Gesammtbetrag in Höhe von 6226 632 Fr. ist ein Théil sofortßlder Rest in zwei Raten nach drei bezw. sechs Monaten zu za en.

Dänemark.

Wie „W. T. B.“ aus Kopenhagen meldet, brachte der König bei der gestrigen quilientaf-zl eincn Toast auf den Prinzen und die Prinzespin von Wales aus, in welchem Allerhöchstderselbe der Freude über die glückliche Errettung des Prinzen Ausdruck gad. .

Die Polizei in Kopenhagen nahm gestern eine Unter- suchung des Salonwagens des Prinzen von Wales vor, Zim namentlich die Richtung festzustellen, welche das (Geschoß Sipido's genommen hat. Daz?- Jnnere wie das Aeußcre des Wagens wurden photographiert.

Amerika.

Aus Frankfort lZKentucky) meldet. das „Neuter'sch: Bureau“, daß der Apps ationSgerichtshof in dem Streit um den Gouverneurposten in Kentucky zu Gunsten der Demw kraten entschieden habe.

Afrika.

Eine Depesche des Feldmarschalls Lord Noderts vom 5. d. M. besagt, drm „W. T. V.“ zufolge: Der General Methuen teleYraphierte heute früh aus Boshqf: Ich um- zingelte heute en GeneralVillebois Marenrl und eine Buren-Truppe. Keiner entkam. Villebois und 7 Buren wurden etödtet, 8 verwundet und 54 gefangen genommen; auf unserer eite wurden 4 Mann getödtet, 7 verwundet.

Eine andere Depesche Lord Robert's vom 5. d. M., 9 Uhr Abends, lautet: Ick) fürchte, daß drei Kompagnien Infanterie und zwei Kompagnien bcrittener Infanterie bei Reddersburg, Hstlich vom Bahnhof Bethanie, von den Buren umzingelt smd; rs befand sich dort eine große Anzahl Buren mit 4 oder 5 Geschüßen. Die Enaländer hielten fich vom 3. d. M. Mittags bis zum 4. d. M. 9 Uhr Vor- mittags ut; es ist anzunehmen, daß fie fich dann ergeben haben. odald er am 3. d. M. Nachmittags Meldung von dem Kampfe erhalten, Habe er dem General Gatacre befohlen, mit größter Beschleunigung von Springfontein nach Redder?»- burg zu marschieren. Außerdem habe er die Cameron:Hockx länder von Bloemfontein nach Bethanie geschicht. Der General Gatacre sei, ohne auf Widerstand gestoßen zu sein, am 4. d. M. um 101/2 Uhr Vormittags in Neddersburg ein- etroffen, habe aber nichts über die vermißte Infanterie er- ?ahren können. Es sei kein Zweifel, das; die Infanterietruppe gefangen genommen sei.

Die amtliche Liste der Verluste bei dem Ucberfail bei Kronspruit verzeichnet 3 Todte und 80 Verwundexe, Mn denen 5 seitdem gestorben sind. Vermißt werden 302

ann.

Dae“ „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Springfoniein vom 5. d. M.: Ein von Jagersfontein nach Spring; fontein gehender Zug und die 5 Meilen von dem Lagerbn Springfontein entfernt stehknden Vorposten wurden vom 61de beschossen, der fich augrnscheinlich von der Bahn nach 9 Msn zu bewegt. ' _

Die Engländer haben Uptngion wieder bejeßt. Die Gegend ist vollkommen ruhig. _ _

Der Raad des Oranje-Freistaats ist nach der_gencrn mitgetheilten Rede des Präsidenten Steijn auf unbestimmte Zeit vertagt worden.

Nr. 27 des .Centralblatts der Bauverwaltung“, betank- gegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 7. Adril, hat folgenden Inhalt: Amtliches: Dienst-Nachricbten. _ NWT“ amtliches: Der eiserne Urberbau der Alexanderbrücke in Paris. Die Villenkolonie Grunewald bei Berlin. (Fortseßung) _ Dkk „Verein für bauslicbe Kunstindusirie' (Iowa greg auc! [1163150195 Ysgoejatjon) und der Dilettantißmus in den Kleinkünsien m Eng“ land. _ Vermischtes: Boiffonnet-Siiftung. _ Eisenbahnfachwtffén“ schaftliche Vorlesungen in Preußen. _ Grundsäßr für das Vcrsabke" bei Wettbewerben. _ Von der Sibiriscben Eisenbahn. _ Der rufsische

?!;enbvkyn+ Windau an der Ostsee. _ Regierungs- und Bauratb Karl

ne e .

Statistik und Volkswirthsrhaft.

Zur Arbeiterbewegung.

In Köpenick ist, wie die .VolkS-Zig.“ mittbeilt, auf einige" Bauplätzen ein Ausstand der Zimmerer audgebrocben. Die Aus- fiändiqen verlangen 55 Stundenlohn; bisher erhielten sie 50 ' Der Ausstand der eipziger Holsbildbauergebilfkn i nach der „Lm. Ztg.“, infolae der Bewiüigunq der gestellten Fo" derungen beendet. (Vergl. Nr. 78 d. Bl.) M In Brüssel sind, wie „W. T. B.“ die Meldung vom 31.1). ! (ver 1. Nr. 81 d. Bl.) ergänHtt, noch mehrere Hundert Schriftskse im ussiande verblieben. it diesen haben nunmehr die an Schriftfeßer gemeinsame Sache gemacht und in einer gestern “bg" haltenen Versammlung den allgemeinen Ausstand beschlossen.

Kauft und Wissenschaft.

Ja der Sißunq der pbilosopbiscb-biftoriscben Klasse der Akademie der Wissenschaften vom 29. März las err Tobler über den provenzalischen Sirventes „Zdjgusr n'sufaubs, 8'11 708 DMU“ (Bartscb's Grundriß _461, 219). Frühere Vermuthunßen über den Urheber dieses anonym uberlieferten Gedichts wurden a gelehnt, über die Persönlichkeit des Jnfanten, an den es sich wendet, und dessen Dante mehrfach mit scharfem Tadel gedenkt, das bier Nötbige bei- gebracht und endlich der in einer einzigen Hand|chrift erhaltene Text in berichtigter Gestalt vorgelegt und erläutert,

In der Sitzung der pbysikalisch-matbematiscben Klasse der Akademie von demselben Tage las Herr Vogel „über die Fortschritte der , Bewegungöbeitimmungen der Gestirne in der Geficbtslinie tm le ten Dezennium'. Die in den Jahren 1888 bis 1891 in otsdam zuerst mit Erfolg aus- Zfübrten sp:kirog_rapbischen Beobaehtungen zur Ermittelung der €ZJewegunq der (Gestirne im _VifionSradius sind danach in den fol- genden Jahren auf verschiedenen größeren Sternwarten wirder- bolt und weiterg-xfübrt worden und haben zu'sebr intsreffanten Ergebniffen gsfübrt. Es sind bxispieldweise bisher 28 Dovwsl- sternsysteme aufgefunden wordsn, dir sich der direkten Beobachtung selbst mit den größten Jnsirumenisn gänzlich entzisben. Die Beobachtungen find jrßt mit dem neurn großen Doppelrefrakior in Potsdam wieder aufgenommen worden. _ Herr Klein legtr eine Mittheilung! vor, betitelt: „Dad Krystallpolymeter, ein Instrument für krystaüogravbisch-opiische Unterxucbungen'. Durch dieses neue Ja- ftrument werden die wichtigsten der genannt-rn Erforschungrn an einem einmal angefeßten Krystall oder einer Krystalivlatte möglich gemacht. Der Apparat kommt in seiner Leistung drrjeniaen zebn anderer Instrumente gleich. _Hetr Quincke, korrespondierendes Mitglied,!ieß eine Mittheilung überreichen „über Volumänderungen durcb magnetisebe Kräfte“. Jn Ukbrreinstimmung mit seinen früheren Untersuchungen (Sisungs- berichie1884, S. 17) beweiit der Verfaffer jetzt die im Innern maanetischer Flüifigkriten durch ein gleichmäßiges magnetiscbrs Feld berdorgernfenen Druckkräite, indem er die scheinbaren Volumänderungen mißt, die eine Eisenchldridlösung durch magnetische Kräfte erfährt. _ Herr van't Hoff überreichte das dritte Heft feiner „Vorlesungen über tveoretiscbe und pbyfikali|che Chemie“, Braunschweig 1900.

Profeffor Friß August Von Kaulbacb in München hat im vorigen Jahre ein vorzünlich gelungenes BildnißJbrer Majestät der Kaiserin und Königin mit der Prinzeifin Tochter Luise Victoria in Lebensaröße und ganzer Figur gemalt. Diesrs Gemälde ist von Ihren Majestäien dsr „Vereinigung der Kunstfreundr für amtliche Publikationen der Königlichen National- Ga_lerie“ zum Zweck der Rsproduktion in F1rbenlichtdruck üöer- wiejen wvrden; die Nachbildungen wzrden dxn Mitgliedern der Ver- einigung im Herbst zugänglich gem2cht werdxn.

Land- und Forstwirthschaft.

Saatensiand in Ungarn.

Nack) den bxi dem ungaris-bzn Ackerbau-Ministrrium eingelangt-xn Berichten mußten, wie der „_Wixnxr Zkg." aus Budapest gemeldet wird, infolge gwßkr S:!)nsesäilx und Skürme di? Arbzitea, wxlch: schon im Februar begonnxn wurden, eingestrilt werdkn. In mehreren Gzzenden droht. Hochvafferzefabr. Strllrnwsise stebrn die Sagten und Wiesen untzr Wxffzr. EZ giebt wxgen der Siiiierung der Arbciten kaum ei! Komitat, wo drr Früh- jabrSanbau mti mehr ais 50-60 0/0 fectéggesteüt wärs. JN Wssten kann derzkit, obwoöl sib das Wxttsr gebessert bxt, kaum ge- ackert und gesägt werden, wssbalb die Landwirts): wsgen evrntuekl aroß-zr Arheitsüberbäuiung Befürchtungen bearn, zumxl auch der Z-xitounkt für den Maiö- und Räbenanbxu gekommen ist. Auch für ertxngewäHse, _Wxin und Oöst war die bisherige Witterung nicbt günstig. Das Marzwztter war auch für dxn Herbstrndau in mehreren Gxgrnden ungünstig; besonders Nogxn- und Rxpssaxten baden gslitten. Drr Winterweizen ist dagegen mit AxSnabme von ciniarn Gegenden zum großen Theil noh tmm-r zurriedcnsixii-Jnd. Dsr Stand des Herbstwrizens kUn im a1142mzinrn als mittzl br- zkichnet wxrden. wahrend in Roaqen und besondrcs in Rxps der Schaden schon bedxutsnd ist. Der Früdijrsanbam stellenrvrise empor- gxkeimt, Wurde an vielenxOcten vorn Frost vernichtet und mußte frisch angebaut werden. S:!)önes Wetter ist dringend noibwendiz.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

DZr Ausbruch der Maul- und Klaurnseucbe unter Ueberstande-Kälbern ist dem KaiserliHen Gxsundbeitsamt gemeldet worden vom Viebbofe zu Magdeburg am 5. April.

Verdingungen im Auslande.

Belgien.

_14. April, 11 Uhr. Yirsabiou (165 yours Ss“- 011311886654 in Brügge: Außrubrung von Pflxitxrunasarbriten. 101 803,03 Y. Kaution 10 000 Fr. Das Lastenbkft Nr. 5 ist für 30 Cts. in rüssel, N.!C des Augustins Nr. 17, erhältlich.

. B u lg ari e n.

17. April, 10 Uhr. „Kreis-Finanxpräfektur von S)fix: Lieferung Von 40 t; Gußeisen fur die bulgarischen Staats-EisenUbnen. Kosten- anschlag 8000 Fr. Kaution 400 Fr.

Die in Nr. 34 des .Rzicbs-Anzeigrrs' anquündigir Vsraebung dtr Ltrferung von 198 000 rn Rwrntucb und 78 350 ru Futterlein- wrnd tst_ erqebnißlos geblieben ; es ist daher ein neuxr Termin auf den 26. April, 9 Uhr, in der Kanzlei des Kriegs-Minifteriums angeseßt worden. Lieferungsmt 9 Monate, vom Tage der Bssiätiganq des ertrages an. Die üdrigen Lieferungsbedingungsn bleiben die gleichen, wie in der ersten Bekanntmachung mitgetheilt.

Theater und Musik.

Königliches Opernhaus.

Verdi's lyrische Komödie „Falstaff', welche mit dem Ab- gang des, Kammersänqers Bey vom Spielplan verschwunden war und Iklegenslxcb des Gastspiels des Sängers Maurel vor etwa Jahresfrist nur vorubxrgebend wieder auf der Bühne des Königlichrn Opern- bxused erschien, gina gestern, neu einstudiert, mit Hsrrn BaÖmann in der Titelrolle in Scrne. Die außerordentlickpe Feinheit und Subtilität dkSser j:den groben Effekt verschmäbenden Musik übte wiederum einen Zander aus, dem sich die zahlreichen Zuhörer nicht entiieben konnten; uad wenn auch nicht aannebmen ist, daß das Werk jemals die Podulantät der denselben Stoff behandelnden deutschen komischen Oper,.Die lustigen Weiber von Windsor“ von Nicolai erreichen wird, TUIM)“ doc?) itmmekjii stfk'xrifFrn FiusikkenZierb ?Zd Liebhaber

einer em nen en n er en orzüge o ät werden. Zn die Meisterleistung, _die Herr Bev noch korea vßr seinem sbschied von der Bubne in der E:sta des Verdi- T?!" .Fqlstaff' schuf, reichte gestern Herrn Baémann's iarbietung noch nicht heran. Darstellerisch war er noch an rei und bes! voc al1em den erforderlichen Humor vermissen. Aber es ist zu offen, daß er bei weiteren Wiederholungen der O er mit seiner Auf- gabe vertrauter werden und e beherrschen w rd, wie die je t m cLeinen besten Leistungen lende Partie des Hans Sachs, ?n wel er er ebenfalls das Erbe Veß' antrat. Stimmlicb und kikufikaliscb war er schon gestern auf der Höhe, nur trat !skne leidige Ansfewobnbeit, zu tremolieren, etwa! störender hervor als Mst- Die Be chung der anderen Noam war die gleiche vortreffliche

wie früher. Hervorzubebm d besonders Herr Hoffmann (Ford), die Damen Hiedler (Alice), ieteicb (Aennchen), Goetz! Frau Quickly) und Rotbauser (Meg Page) sowie rr Sommer eaton). Das Orchester bot unter Nr. Muck's Dir ion eine tadello 6 Leistung.

Königliches Stbauspielbaus.

Eins der Erftlingßiverke des jungen talentvollen Dichters Eber- bqrd König: .Gevatter Tod, ein Märch2n von der Mensch- bxtt“, Drauia in 5 Aufzügen, gelangte gestern zur erstmaligen Auf- fahrung., Die Handluna des Stücks steht unter dem Hauch des unerbittlichen Todes, dessen schwarze Fittige alles befchatien, was auf Erden lebt und webt. Der tiefere Sinn des Werks ist deocb der, daß der Tod troßdem kein Feind, sondern ein Freund der Menschheit ist. Am klarsten gebt dies wohl aus den nachstehenden Versen hervor, welche der Dichter den ,Tod selbst sprechen läßt: „O, könnt' ich mit ex-ci) auf *die Höhen ziehn! Da zrigti ich euch die Herrlichkeit der Welt, Wie sie so schön, weil sie dem Tod gehört, Wie sie so liebt, weil Schatten fi? durcbwirken, Und wie das Menschensein sammt Lust und Web Erst ichön_ und r3ich, „irostvolX und rubevvll, Wenn es im Strow des Welthcbebens treibt, Wenn's in das Sterben gern und larbelnd wrÜigt, Ins Sterben,_ja, ihr Lieben, wie im? Leben!“ _ Der .Grvaiter Tdd' erscheint als eine woblwollrnde, unerforschlich-z Macht, als der Furst alirs Lebens. der Vermittler des Uebergangs in em andere's, befferss Dasein. soll nun in den zur Darstellung aelangten Märchrnbildern zur An_schauung gedrachi werden. Die lcßteren jedoch „Ein Marchen von 'der Menschheit“ zu nennen, ist zu 13181 ge- sagt. Dazu ist der Rahmen, in welchem fich das Stück bewegt zu eng, dir Hrndlung zu verworren und zu wenig überzsugend. Per Auxor bat freilich eine Verallgemeinernde Nuyanwendunq zu er- zielen geiuchi, indem er an tiefsinniger Lebensweisbrit seinen Prrionen in den Mzmd gelegt bat,'was nur irgend in die Sijuation hinein- Vaßie. Hierdurch wird jedoch das Ganze schwer verständlich und ste_[lenwets geradezu unklar; außsrdem verliert das Märchrn seine Charaktereigenscbaft des Raiden, Einfachen, Harmiosen. an Mittelpunkt der. Handlung steht neben dem Tod der [rbsnsirode Zanerssobn Hans, sem Pathrnkind. Als dieser dar:!) das HinschZid-cn

nes bochbetrgt€n Vriers' verwaist wird. nimm; der Gevatirr sich seiner an und such_t_ an ihm und durch ihn seine mrnschenfrenndlickoe Sinnesart zu dexbatigen. (Fr erkärt ihn als Jüngxr, verleiht ibm ein „Sonnendaiem, frei don Angst und Thränen“ und die Wunder- kraft, Kranke zu heilen, an die der „Tod“ noch keinen Anspruch erhebt, sowie solchz, distibm derfailen sind, sanft hinübsrschlummsrn zu laffrn in das ewige Hlertbland- Ecschli€ßt miiHans in fol enden inhalts- schweren Worten etnenBund: „Mein Wille ist der für Der drei- mal-betligen Noihwendrgkeit. An den kein Troß und kein Empören reicht.“ Ibn xvrrn, ibm vertraum _ ist Menschengiück, Das einzigr, was tbr erringen dürft! Wenn ich das qupt versagend schütteln muß, Erschweige jeder Wunsch und jedes Flebn Und jeder Tro Vor metnem_ stummen Nein . . Doch wenn drr schwachen Selbtsucht du verfallft Und ihrem kindlichen Empöretwabn, Und rüttelst mit der fckxwachen Knabensgust, Dem Okznumchtkramv,i des labmrn Erden- wtllens Arn Unabanderlichen _ webe dir!“ . . . Eine Reihe von Jahren hindurch bali sicb Hans getreulicb an die Befehle seines Meisters und erlangt Mit und breit den Ruf eines Wundermannes. Nur, als er zur Heilung des dem TodeVIrfaüenen schönen Königskindes Elsa, berufen wird, siegt die bisher ibm unbrkannte, jetzt aber un- abwetsbgr erwachte Liebe über den Gehorsam; ein graufiger Fluch seines btdbertgenVeschüUrz trifft ibn, und „im beendigrn von Hrut muß er auf Schritt und Tritt das todie Morgkn schauen“. So ruhmreich, sich auch sein LebenSweg gestaltet _ er wird König, Feld- berr,' Steger _, überall sieht sein .Srberblick das kommende Unheil, das ihm allmählich aÜes raubt, was ihm lieb gewesen, und auch sein Wsi'o (Elsa und deren Kind in brausender Meeresflutb Vor seinen Augen versinken läßt. Alles Lebens- muibes _baar, sucht er „endlich seinr alte Heimatb, die Wald- einjamkett, auf, wo sem Vater einst als Häuer lebte. Müde und gebrochen ruft er _den „Tod“ herbei, um Erlösung stehend. Der schwarze Grseye erscbemi, an der Hand eine boldselige Cifin, das Ebenbild der im Meere versunkenen Elsa, und versöhnt befreit er ihn o_on den inden dieses Erdcnlabens. Mannigfach find im Laufs der hier kurz wirdergrgebenrn Handlung Anklängegn Wilbrandt's „Meister vvn Palmyra“ und Hauptmann's .Vrrsunkene Glocke“ zu findenz dknnoch aber_dleibt jooiel Eizenart und Selbständigkeit der Auffanung übrig, daß an der d_ichieri1chen Brgadung des Yerfaffzrs nicht gezweiielt wsrden dars. Dis Sprache ist durchwrg edel, empßndungwoli und poxttjch. Diessn Vorzüzrn w.1r daher auch die srrundiiche Aufnahme xuzuschreib€n, welche das Drama fand. Injcsnierun . Zusammenspiel und Einle- darstellung batten dazu das Zbrige beigejragen. Namentlich wurden die Herren Pohl, als Häuer Mathias, Molenar als Tod, und Matkowsky als Hans ihren schwierigen Roilen durchau3 gerecht. DJH fir biSweilrn erwas zu deklamatoriicb wirktsn, lag an der phan- ta1tisch2n Grstaltunz der von ihnen verkörperten Märchenfigurrn. Von drn Damen bot räulein Sprrr in der Dopprlrolie drr Prin- zessin Elsa und Elfin ricderun eine Glanzleistung an naturwadrcr, ungekünstelter Darstellung, während Fräulein Poppe als Edeliräusein Gxfion offenbar nicht recht wußre. was sie mit dieser überflüssigen und höchst undankbaren Roar anfangen sollte.

Im Königlichen Opernbaqse wird morgen Richard Wagner's Oper „Tannhäuiek (Pariker Einrichtung) unter Kadrll- meiner, Strauß' Leitung gegeben. Den Landgrafen fingt Hrrr Witte- kopx, die Elisabeth FräuleinFiedler, den Tannhäuser Herr Syldx, den Wdlfram von Eschenbach err Bulß, den Walter von der Vogel- weide Hrrr Sommer, die Berus Fraulein Reinl. _ Am Moutag aebt Georgrs Bizrt's Oper „Carmen' mit Fräulein Notbauser in dcr Titelrolle in Scene. _ Am Dienstaa findet die erstr Aufführung von Ferdinand Hummel's einaktiger Oper „Die Beichte“, Dichtung von Axel Drlmar, statt.

Im Königlichen Schauspielhause gelangt morgen Ernst von Wildenbruch's Schauspiel „Die Tochter des Erasmus“ zur Auf- führung. _ Am Montag wird Eberhard König's Drama „Gevatter Tod" zum ersten Mal wiederholt. _ Goethe's Schauspiel „(Höß von Berlichingen“ wird in gänzlich neuer AusFiattung für den Beginn der nächsten Spielzeit vorbereitet. _ Am Oiirr-Sonntag wird nach dem alten Brauch im Königlickzen Schauspieldaufe der erste Theil des „Faust“ von Goethe aegeben. Um den allseitigen Nachfragen nacb Ernst von Wildenbruch's Schauspiel .Die Tochter des ErasmuS“ in den Osterfeiertagen zu genügen, wird dieses Schauspiel am Oster- MontaZ: und am darauf folgenden Dienstag im Neuen Königlirhen Opern- heater in der bekannten Besetzung qxgeben.

Im Neuen Königlichen Opern-Tbeater gelangt morgen zu ermäßigten Preisen „Faust", der Tragödie ]. Theil, mit der zur Handlung ebörenden Musik Von Anton Fürsten Radziwil] und Joseph von Lindva ntner, zur Aufführun . _ Am Mittwoch, Nachmittags 3 Uhr, findet eine Schülervorste ung von Schiüer's Trauerspiel .Die Jungfrau von Orleans“ mit Fräulein Lindner in der Titelrolle statt.

Das Deutsche Theater bringt morgen die erste Wiederholung von Pkax Dreyer's Drama .Winierschlaf“ in Verbindung m' Arthur Schnivle__r's Vorspiel .Paracel us“ ; dieselbe Vorsteuung erscbe nt (;;-ßer- dem in nacbfter Woche noch am ienstag und Donnerstag, sowie am nächst- folgenden Sonntag Abend; am Montag wird „Cyrano don Bergerac“ gegeben (mit Otto Sommerstorff und Teresina Ge ner), am Mittwoch .Wenn wir Todten erWachen', am Sonnabend . er Probekandidat'. Arn Cbarfreitaq bleibt das Theater gescbloffen. Als Na mittags- Vorstellungen sind für morgen „Johannes“, für den nächst olgenden Sonntag .Der Meister von Palmyra“ angeseßt.

Jm Berlin er Theater gelangt morgen Abend .Deborab' mit Fräulein Sandrock in der TitelrolLe zur Aufführung. Björnson's Schauspiel ,Ueber unsere Kraft“ wird am Monta und am 16. April (zweiter Osterfeiertag) gegeben, „Art a und Messalina“ (Messalina: Adele Sandrock) am Dienstag, und

als 31. Abonnements-Vorftellung am Donnerstag. Am

Diese versöhnende Todeöaufsaffung“

Mitßilwkfcxbund Soänade getlxngtd'MLea'ZJFrYMéeeF AbeeLxéfaudrc-c? zur u rung. m onn g, en . er elena? tritt Fräulein Sandrock zum letzten Male als Claire im Schausp :( .Der Hüttenbesißer“ auf. Morgen Nachmittag wird „Harold“, am erften Osterfeiertag Nachmittags .Der Pfarrer von Kircbfeld', am zweiten Osterreiertag Nachmittags „Wilhelm Tell“ gegeben.

Im Schiller-Tbeater wird morxxen Nachmitta4 „Macbetb“ wiederholt, Abends gebt Blumenthal? LU'tspiel .Der Probedieil' in Scene. Am MOnta wird .Fröschweiler“ gegeben, am Dienstag „Hinrich Lornsen'. m Mittwoch gebt, neu einstudiert, .Vrand', dramatisches Gedicht von Henrik Ibsen, in Scene und wird Donners- tag und Sonnabend wiederholt.

Im Theater des Westens gebt morgen Nachmittag zu halben Preixen Lorßing7s Oder .Undine“ in Scene; Abends sowie am Mon- tag und Miiiwcib finden Wiederholungen der Miilöcker'scbrn Operetie .Der Beitelstudrnt' statt. In der morgigen Anifübrung des Wer??? gastiert Herr “WrÜboff als Ollendorf. Am Dienstag findet mit iZZionder-Zr Genehmigung der General-Jnirndantur der Königlichen Schaufyiele eme einmalige Aufführung don „Carmrn“ mit Hrrrn Rothmuhl_ und Frau Thea Redwitz als Gäsirn stati. Am Donners- taa„ vera_b1chiedet fick) Hsrr Rotbmübl als (Eleazar in .Haléry's Oper ,Die Judin'. Am „Freitag bleibt das Theater geschlossen. Am Sdnnabrnd gebt Nicolai's komische Oper „Dir lustigkn Wrider “Mn Windsor“ in Scene.

Agnes _Sorma tritt in der kommendrn Woche an folgrndrn Tagen „tm Lejjing-Tbeater auf: Morgen spielifis dir .Cypriennr“, ant DterSiag die .Nora“. am Donnerstag die Cdristine im Schau- spiel „thbrlxi“ und die Béatrice in ,erdia's Tochter". Am Sonn- adend tritt 115 in der Dodprlrolle der Elise und Franziska in Paul Lindan'd Schauiptrl .Die Erste“ auf. An den beiden Ostrrfxirrtagc'n spielt sie die ,Nora' und 'am Montag, den 16. April, die „Cyprienne', *Uzn Montag, den 9 April, findet eine Wiederholung von „Als ich wtxderkam', am Mittwoch, den 11.April, eine solche von „Im weißen Roßl' statt. In leßierer Vorstellung tritt wirdsr zum ersten Mal daß von Moskag znruckgrkebrte vae Ensemble des Lksfing-Tbeaters (1:1). Ain Cbarireitag ist das Thraker geschloffen. Morgen Nach- mittag wird das _Lutispiel „Freund Friy“, am nächsten Sonntag Nach- mittkdg das Lusikpiel „Als ich wiederrum“ zu ermäßigten Prrisrn grge rn.

Jm Neuen Theater ist der Spielplan nächster Words ein- schließlich der Feiertage wie folgt zusammen estelii: morgen, am Montaa,_Dtrnstag, Mittwoch, Donnerstag, onnabend und an den beiden Oyiertagen findrn Wiederbolnngen des Schwanke; „Jm Exil“ statt, welchem Paul Remer's einaktige Komödie „Frau Sonne“ dor- angeht. Morgen und an den Osterfeiertagrn Nachmittags gibt zu halben Kaffendreisen Tb. von Trotba's vieraktigrs Lnstsdixl .Hofgunst' i" SIM" R "id Tb t i

m e] enz- ea er wrd der Schwank .Die Dame don Maxim“ rnit Richard Alexander als 1)r'. Petypon und Rita LSI); in dkr/„Txielrolie voraussichtlich während der ganzen laufenden Sation den Spielplan beherrschen. . Morgrn Nachmittaq geht bei bis über die Halfte erxnaßigtrn Preisen Btffon's Schwank „Der Schlafwagen- Koniroleur“ rn,Scrnr.

Jm Tbalta-Tbeczter können von der Ausstattungs-Poffe „Jm Himmelbof' nur noch mer Sonntags-Vorstellungen stattfinden, da das Enfemdle bereits am 1. Max in Hamburg mit derselben Posse ein Gastspiel eroffnrt. Mdrgen Nachmittag ist die öffentliche Hauptprobe zu dem Oratorium_._E11as“ von Mendelssohn. Die Preise der Plätze sind Zrbrblich ermaßigt. Auch zu der am Cbarfreitac; siaitfindendsn Aufiubrung von__.,Elra5“ tritt gegen die sonst üblichen Preise eine bedeutende Ermaßtgung ein.

Die ersten beiden Hrfte des neu.“.n, viertrn Jahrgangs der im Vrrlage von Hrrixmxm Beysr u. Söbns in Langensalza monatlich er- schetnxndrn ,Blatter_für Haus- und Kirchenmusik' (Preis hnldxabriick) (*)./Zé) bewrtjen, dai; diese Zeitschrift und ihr HrraUSgebIr, Professor E'rntt Nabrch, ihrem Bestreben, fördernd und bildend auf den aUgemctnen musikaltschrn Geschmack und auf die Pflege guter Haus- mufikrinzuwtrfewtrru hierben. Dir Auksäse sind belehrend und anregrnd gexchrtxbrn. und drr Kritiken zeichnen sich durch maßvolle Audrucksweife vortbetlbgft aus. Durch beide Nummern zieht sicb eine Abhandlung von Proseffdr Emil Krayse-Hamburg, ,Die heute lebrnden Vertrrter der ,kirch1rchrn und'ktrckpltckj-oratorischen Tonkunst“, die in treffender WSUS di: Komponist?" und ihr: Werke in Wort und Bild skizzirrf. Dr. Max Zenger schtldert in interzssanter Weise die Entstehung und Entwicke'lunQ der Jnstrumrntalmufik bis inklusive Beethoven. Daß dre 'Strettfrage „Wann fängt das neue Jahrhundert an ?“ beretis dow bundert Jahren die Gemütbrr beschäftigt hat, zeigt rin Kanon über die angrfübrten Worte aus dem thre 1799c welchen Otto Schmid-DreSoen mittbeilt. Von den mufiiaitjchsn Beilagen seren eine Komposition des Spitta'sckpen Liedes .O Feliz_qus“ mtt Klavier- und Violinbeqleiiung don . Janson, rin dreiittmmiger Fraurnckpor ,Drr schönsi: Frühling“ na- drm Ge- dicht von Gsrok kdmpdnierr vzn qul Blumenthal, und eine stimmunngolie Elegie fur Orgel und Violine von G. Flügel be- sonders bervvrgeboben.

Manuigfaliiges.

Berlin, den 7. April 1900.

Der Vorstand des Verbandes _der Vaterländiscßcn Frauen-Vereine de_r Provinz Schle|ien erläßt folgende Be- kanntmachung, betreffend die erneute Abhaltung von LeHrkursen [ur Aus: „und Fortbildung von Haushaltungs- und Handarbettslebrerinnen in Neurode:

Die zu Nrurode in Schlefi-xn untrr Leitung drs“ Herrn Kreis- Schulinsprktors Ur. Springer Vrranstalteten Lebrkurfe zur Aus- und Fortbildung Von Haushaltungs- und Handarbsitslcbrerinrn babrn einen wachsenden Beifall gefunden; inIbesondere warrn die leßien. in den Jahren 1897 und 1898 abgeka;tenrn Kurse aus fast allen Provinzen des preußischen Staates beschtckt Dies vrranlaßt uns, unter Zustimmung des zuständigen Herrn Regierungs-Präfidenten, nach der durch drn Weggang dcs vrrdienftdoüen Leiters der früheren Kurse bedin trn Unterbrechung. fiir das laufende Jahr wieder einen Kursus zur * us- bildung von Haushaltungslebrerinnrn in Aussicht zu nehmen, nachdem sicb der Nachfolger des Herrn Dr. Springer. Herr KreiS-Schxslinspcktor Esser, zur Leitung dieics Kursus bereit erklärt hat. Auch dem dies- jährigen Kursus 1911 sich im Auftrage der Königlichen ngieruns zu Breßlau wieder em Kursus zur Aus- und Fortbildung von Hand- arbeitslebrcrinnen unmittelbar anicbließen.

Der Hau_s_baltun_gskursus wird acht Wochen daurrn und am 5; Juni [eincn Ansgng nehmen. Lehrerinnen und Handarbrits- lrbrermnen, die zuglerch in den bauSwirtbschaft1ichen Arbeiten nichtdngeubt sind, ferner Haushaltungslebrrrinnen, die ohne schul- technische Vorbildung nur aur Grund ihrer Erfahrungen in der Führung des Haushaltes zur Leitung von Hausballungsscbulrn berufen wurden und sich in „der Unterrichtöertbeilung vervollkommnen wollen, erscheincn zur Tbrtlnabme besonders geeignet. Aber auch andrrr Damen, welche hierfur auskeichend Veranlagt und mit dem erforder- lichen Maße allgemeiner Bildung und bauswirthsäkaftlicber Kenntnis: aus;;esiattet sind, werden das_Kursusziel rccht wobl errrichen können. Dirkes Zirl ist: die Lrßrbefabigung für den qusbaltung§unterricht an _Voifsjcbulen sowie an solchen Haushaltungsfchulen, die, für Swulerinnen, wel e der Schulpfticht bereits entwachsen sind, ein- gerichtet, sicb einfa en Lebensverbältniffen anpassen.

Behörden, Vereine, Ansialien oderFabrikberren, die für bereits vorhandene oder in Aussicht genommene ausbaltungsschulen geeignete L-xhrkrafte aus dem eigenen Orte in kurzer Zeit und bei eringen Kosten beranbilden lassen wollen, werden aaf den Kursus esonders auf- merksam gema t.

In einem! eoretiscb-wissenxcbaftlickpen Theile werden der menschliche Körper und deffen Lebensbsdür niffk, ferner Nabrungßmittel-, Gesund- heits- und WirtbsÖaftSLebre, !owcit sie das Familienleben beruhten

und für jede Frau wiffenswertb sind, sodann die Einrichtung von