1900 / 88 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 10 Apr 1900 18:00:01 GMT) scan diff

Am 1. April 1882 trat Wiebe wegen geschwächter Gejund- heit in den Ruhestand, nachdem er 44 Jahre im Postdienste tbätig gewesen war und während dieser langen Zett bei großer PUichttreue, strengstcr Gewiffenhaftigkeit' und unermüdlichem Eifer der Post- und Telegraphenverwaliung hervorragende Drenste geleistet hatte.

Im Monat ebruar d. I. find aufdeutschen Eisen- bahnen - aus chließlich der bayerischen - 21 Ent- gleisungen auf freier Bahn (davon 10 bei Personenzügen), 23 Entgleisungen in Stationen (davon 5 bei Personen- zügen) und 20 Zusammenstößc in Stationen (davon 3 bei Personen rigen) vorgekommen. Dabei wurden 1 Rcisendec und 7 aynbcdienstete vcrcht. Zusammenstöße auf freier Bahn sind nicht vorgekommen,

Dcr RegierungZ-Affeffor Jaeg er zu Berlin ist der König- lichen Regierung zu Marientvdrder und der Regierungs- Assessor 'von Puttkamer aus Breslau, zur Zeit in Bcrlixi, der Königlichen Regierung in Hildesheim zur weiteren dienst: lichen Vrrmendung überwiesen worden.

Der Regierungs-Asseffor Stubenrauck) ist bis auf weiteres dem Landratb des Saalkreises im Regierungsbezirk Merseburg zur Hilfeleistung in den landräthiichen (Hrschästen zngethsilt worden.

Mecklenburg-Schwerin.

Zur , eier des Geburtstages Sdinsr Königlich Hodeii dds (Gro herzogs, Höchstweicber gestern das 18. Lebsnsjahr vollendete, fand, wie die „Miki. Nachr.“ melden, im Groß- herzoglichsn Schloffe zu Schwerin cin Galadinrr statt, zu welchem die Spihen der Behörden gcladrn waren. In den Offizier-Kasinos fanden die üblichen Festessen statt. Die Parade unterblieb ch schlechten Writers wegen. Die Stadt trug reichen Flaggenschmuck.

Anhalt.

Der Landtag beendigte in ssiner Siizung vom 7. d. M. die dritte Lesung des Etats und wurde hierauf im Auftrage: Seiner Hoheit des Herzogs durch den Staats:Minister ])1'. von Koseriß geschlossen.

Oesterreich=Ungarn.

Wie die „P01.Korr.“ erfährt, ist für die Anfangstage drs nächsten Monats ein Besuch des Kaiser?- am Kaiserlich deutschen „Hofe mit mehrtägigem Aufenthalt in Aussicht gc:- KOMMEN.

Jm böhmischen Landtaq kam, wie „W. T. V.“ 1)?- richtet, gestern dcr Antrag des Abg. Kaftan auf Erlaß cines Gcscßcs, betreffend den Vrrfaui von in_ Böhmen gewonnenen Kohlen, zur Brrathung. Der Antragsteilrr b:spr_ach dic Urbel- stände beim Bergbaubetriebe und vsriarFte, dax; die Kohlen-

" ' asiH gestellt werdk, wie im siande. Dcr Redner tadelte dcnKoblcnwuchrr, der nicht allein die allgemeinen Jntcrcsscnder Bevölkerung, sondsrn sprziell dis Industrie gcfäindc, und bemängelte schlirßiick) 1)le unvrrhälinißmäfiig großcn Kohlcnc'xport nach dem Ausiandr. Nach längerer Drbatte wurd? die Verhandlung abgebrochen.

Großbritannien und Irland.

Die Königin unternahm, wie „W. T. B.“ melde'i, gestern eine Fa ri durck) dicjcnigrn Hauptstraßen von Dublin, welchs Allerhö stdieselve bei 15111 Ankunft nicht berührt hatte!. Uebcrali wurde Jim'r “111111211111 “von der Monscbcnmengc ein begeisterter Empfang bereitet, namentlich vor dem CoUege in St. SicpbcnS-(Jrccn. .

Tur (Hosandte in Belgrad (Hoschcn 111 zum Gesandten in Kopenhagen ernaimt worden.

Das Oberdans erledigtc gcstrrn sämmtlick)? Lcsungrn dcr Finanzbill Und veriagtc sick) sodann bis zum 30. d. M.

Jm Umicrbariie 1581113 drr Unter-Staaidsekretär dss Yeußern Brodrick mit, daß am 31. März 1899 274 (engl.) Mcilc-n dcr Uganda-Eisenbabn f?rtiggcstcilt gewcscn icirn. Von den noch hrrzusteiicndcn 303 Mrilcn seien inzwischen 83 fertig gewordcn, und die vom Parla- ment fiir den Bdimbau bewiUigte Summe sei jeßt 561-* ausgabt. Dic 1101111g gewordrne Kreditfordernng für dic Voll: endung der Bahn werdc am 30. d. M. dem Hanse unterbreitet wrrdrn. Das Haus genciimigte sodann die zweite Lrsimg der Bil], betreffend die' ländlichen Pachinnqkn, mit 115 gegen 30 Stimmen und vcrtagtr sick) bis zum 26. April.

Frankreich.

Dcr Minister des Auswärtigen Delcassé, theilte, drm „W. T. B.“ zufolge, dcm Deputirten Georges Berry christlich mit, daß er dem Ministerratl) von Berry's Absicht, die' Bcira-Angcicgknkieit in drr Depuiirtenkammer durcz) cine Amiragr zUr Sprache zu bringen, Kenntnis; geben wer 2.

Die Dcputirtcnkammer bkwiiligie (121161115300 000 Frcs. Repräisntaiionchldcr ftir den Srnatspräsidentczi * allié-res und dcn Kammerpräsidenten Deschanci anläßli der Er: öffnung der Weltanssteilung. Im Laufe dcr Debatte hatte der Dcvxxtirte Binder fich gegen den für Falliexres bestimmten Yditcn ansgcsprochcn, indem er drffen Thätig- keit als Präiideni dcr: Staatherichishofes kritisierte, und war deshalb zur Ordnung (rufen worden. Jm wcitsrcn Ver: laufe dcr Sivung bcschäxtigtc sich die Kammer mit der An: gelegenheit der Ableitung der Abwässer von Paris in die Srine und Life: die weitere Verathung wurde auf heute vrr- tagt. Sodann wurde mit 487 gcgsn 36 Stimmen die Kredit- fordcrung Für die Vervollkommnung dcs Kriegömatcrials und die Verdenerung der I)iiliiärverwaltung bewilligt und die Sißung gcschlos1en. ' „_

Der Krregs-Mmtiter, General de Galliffet hat durch den fteilvertretenden Kommandeur des )(]K. Armee-Korps ein Telegramm ch Obcrstcn Bertrand erhalten, in welchem be- stätigt wird, daß die Oase ngi am 5. d. M. Abends beseßt worden sei. Die Expeditionskolonne sei keinem wirklichen Widerstandc begegnet, jedoch habe am 1. April die Artillerie Aufstellung nehmen müssen, da die _Tagbit-Leute fcindselig ge- sinnt zu sein schienen. Es habe 1111) jedoch nicht als noth- wendig erwiesen, Feuer zu gebrn.

fördcerum);l aui eine edcnio rationelle 5 u

, Rußland. . , . Der „Nowoie Wrem'a“ zufolg: wird, wie „W. T. B.“ meldet, das Finanz - inisterium ur Abschließung eines Handelswertrags drei Beamte nac1) Persien entsenden.

Belgien.

Der großbritannifche Gesandte dankte, wie „W. T. B.“ aus Brüssel berichtet, gestern im Auftrage des Prinzen von Wales dem Stationschef Crocius für dessen muthiges und aufopferndes Verhalten bei dem Attentat.

Die Untersuchung gegen S ipido ist nahezu abgeschlossen. Gestern früh wurde eme Anzahl junger Leute vernommen, welche der sozialistischen „Jungen Garde“_angebören. Weitere Verhaftungen dürften nicht mehr erfolgen. Der Haftbefehl gegen Meeri wurde von de:: Anklagekammer bestätigt.

Rumänien.

Die Deputirtenkammer hat, laut Meldung des „W. T. B.“, gestern mit 74 gegen 1 Stimme das (Heseß an- genommen, durch welches die Haager Konvention rati- fiziert wird.

Dänemark.

Wie „W. T. B.“ aus Kopenhagen meldet, hat das Folkething Zrstern endgültig die Vorlage, betreffend Auf: nahme einer *k/gproz. Staats-Anleihr von 12 MiUionen Kronen, angenommen. Der König Zanktionierte das Grieß sogleich. Hierdurch ist der Anlriheab cbluß mit einem Kon- sortium in- und ausländischer Banken perfekt geworden.

Amerika.

Wie dem „Reuter'schen Bureau“ aus Washington be- richtet wird, fand daselbst am Sonntag Abend im großen Opernhausc eine sehr zahlreich besuchte Versammlung zu Gunsten der Buren statt, an welcher viele Senatoren, Mitglieder des Repräsentantenhauses und andere hervor- ragende Persönlichkeitsn theilnahmen. Resolutionen, in' welchen Sympathie für die Buren auSgcsprochen war, ' wurden unter allgemeinem Beifall angenommen.

Eine in New York eingetroffene Meldung aus St. Thomas besagt, demselben Bureau zufolge, daß der Geburtstag des Königs von Dänemark daselbst mit außerordentlichem Enthusraßmus gefeiert worden sei; man [)abe arif diese Wrise gegen den geplanten Verkauf der Insel an die Vereinigten Staaten protestieren onen. In einem an die dänische Kolonialverwaltung gerichteten Telegramm sri die Hoffnung ausgesprochen worden, daß die Insel dänisch bleiben werde.

Asien.

Das „Reuier'sche Bureau“ erfährt, daß die zwischen. den drei Mächten Rußland, Korea und Japan gepflogenen V-xrbandlungen wegen Erwerbung des Hafens Masampo durch Rußland zu keinem Resultat geführt hätten, weil Japan Korea in seinem Widerstand gegen diese Forderung unter- stÜ t babe. Rußland habs ]eßt die Forderung gestellt, Korea so ? sick) verpilicißsn, die Jussi Kojedo (Cargodo) an keine fremde Macht abzuirrien. Diese Abmachung werde von den Japanern nicht in günstigem Sinne angesehen. ES heiße, daß die Vsrhandlungcn noch nicht zum Abschluß gelangt seien. Von irgend einer Fordrrung betreffs der Insel Quelpart sei nichts bekannt. '

Afrika.

Aus Warrenion vom 7. d. M. berichtet das „916111211552 Bureau“, daß die Engländér am 6. d. M. die Eisenbahn- station FOUrtcrn-Streamö, wrlche von einer Anzahl Buren bcseßt grwesen sei, beschossen hätten. Als sodann auf einem etwa 500 Yards rechts von der Station gelegensn (Ge- bäude die Fahne des „Rothen Kreuzes“ aufgezogen worden ssi, Hätten die Engländer soiort das Fsucrn eingestellt.

Das Pariser Journal „Libertéz“ erfährt, daß sick) unter dsn in dem Gcfccht mit drm Obersten Villeboiö-Marcuil gefangen genommenen Offizicren auch ein Graf Breda be- finde, wclcher friiher Leutnant im französischen 20. Reserve: Dragoner-Reqimrnt gewesen sei.

Mr „Times“ wird aus Weppencr, an der Grenze von Basatoland, vom 7. d. M. gdmeldet, die dortige (Harniion sci thatsächiich isoliert; indesscn seien die britischen Befestigungs- linien anßerordcntlich stark und die Streitmacht voll ver: proviantiert. Zwischcn den Vorposten würden andauernd Schüsse awögetauscbt.

Das „Reuter'sche Bureau“ berichtet aus Simonstown vom 8. d. M.: Fiinfzetm von den dreißig eniflohcnen Gr- fangenen seien rvicdcr festgcnommen worden. Unter den ge- fanqcm'n 2811an (rien vier weitere Todesfäile infolge typböfen Fickbrrs vorgekommen. Das Fieber hab: auch die Stadt- bewohner ergriffen, und es habe bereits untrr dirsen ein Todes- fa11 fiattgsfimdcn.

Eine Dep2schr des Gouverneurs dcr Goldküste Sir F. M. Hodgson aus Kumassi m-xidet: Die Unruheu seien ent: standen, weil der Gouverneur eine Abtheilunq Poiizeimann- schaften auf die Suche nach dem Goldenen Studi der Aschantis ausgeschickt hab.“. DieKumassis hättcndicTruppe angegriffen und derselben einen Verlust von 23 Mann beigebracht: 19 davon seien unerheblich verwundet. Dic Häuptlinge der Eingeborenen seien loyal geblieben und hätten sick) ewergeri, sich den Kumassis anzus ließen. Der Gouverneur offe, die Unruhen olme Blut; ?ngic en bccndigen und sich der Anstifter bemächtigen zu

dnncn.

Parlamentarische Nachrichtem

Dcr Obcr-Burggrnf im Königrrich Preußen, Burggraf und Graf zu Dohna:Finckcnstcin, Mitglied dechrrcn- hauses, ist am 9. d. M. in Finckenstein (Westpreußen) gestorben.

Statistik und Volkswirthschaft.

Die Durchschnittsxyreise der wichtigsten Lebens- und Futtermittel

betrugen_ in Preußen im. Monat März 1900 nach der „Skat. Korr.“ (ür 1000 kJ: Weizen 146 „ja (im Februar 5. J. 145, im März 1899 155 .“), Roggen 138 (138) „44, Gerste 139 (139 bezw. 141) „44, Hafer 132 (130 bezw. 138) „44, gelbe Erbsen zum Kochen 221 (222 bezw. 225) «M, weiße Speisedobnen 249 (250 [);-zw. 252) „44, Linsen 401 399 bezw. 421) 9/4, Cßkartoffeln 50,1 (49,5 bezw. 48,8) «E, Ri tstrob 35,9 (35,8 bezw. 36) „44, Heu 55,2

54,4 dem. 50) .li-, Rind eifch im Großhandel 1062 107 . 1054) .“; im Kleinbande für 1 113: Rindfle , von der( KeZleijZ 1,36 bezw. 1,34) .“, vom Bauch 1,15 (1 16 bes“ 21715)“, SMM, «ck 1,30 (1,31 bezw. 1,37) .“, Kalbfleisch 1,31 (1,3121, HWY" et 1,30 (1,28) „44, inländischer geräucherter Speck 15; (1,51 bezw. 1,61) „14, Eßbutter 2,20 (2,20 bezw. 2,19) .“, iUländisc'bes Schwein§schmalz 1,54 (1,55 bezw. 1.57) .“, Mehl zur Speiiebereu-n aus Weizen. 30 (29 bezw. 31) „5, aus Roggen 25 (25) & „,I 1 Schock Eier 3,47 (4,54 bezw. 3,24) „44 ' Der dieSmalige StaaiSdurcbscbnitt zeigt bei den Getreideprejsen gegen „den Vormonat keine nennenswertben Veränderungen; auch a den einzelnen Marktorten finden sich nur geringe 5,1)reiöuntexrsszszde - Die Fleischpreise baden vielfach nachgegeben. . Rindßeisch (|“ im Großhandel in Bromberg um 100, in Danzi um 50, ja Görliß um 40, in Gleiwiß um 29, in Frankfurt a. . um 15 in Stettin und Koblenz um 10 und in Berlin um 5 „44 billiger, ge- worden. Dementsprechend zeigen 7111) auch an den meisten dieser Marktdrte niedrigere Preite im Kleinbandel. Es beträgt der Rück. gang beim Keulen- und Bauchflxiscb in Bromberg je 10, in Görliß j? 8, in Danzig j:_ 5 „3. Das Schweinefleisch hat an 3 Marktorteu emen Auf'cblag erfahren, nämliä; in Posen um 8, in Danzi Und OZnabrück um je 5 H; dagegen sind die Preise niedriger in Strai- sund'um 10, in Köslin und Hannover um je 5, in Köni Sberg i. P; Berlm, Haus (1. S. um je 3, in Kiel um 2 und in (SGleiwiß um, 1 „_3. Beim Kalbfleisß') sind in Bromberg, Posen und Caffel um je 10 -_Z böbere, in Königsberg i. Pr. um 17, in Berlin um 8, in Daxizig, Osnabrück und Koblenz um je 5 „_5 niedrigere Preise nach. gewiesen. Beim Hammelfieisrh überwiegen die Preissteigerungen.

Zur Arbeiterbewegung.

Der Ausstand der Berliner Linoleum- und Teppickplegex ist, der „Voss. Ztg.“ zufolge, nunmehr beendet. Die Ausständxgen haben dem (Einigun Samt angezeigt, daß sie deffen VergleichSvorsckqug angebmen. Die Ar eit ist gestern früh in allen Betrieben wieder aufgenommen worden. (Vergl. Nr. 87 5. Bl.)

Wie der „Rb.-Wckstf.Zig.' aus Krefeld mitgetheilt wird, hatten dort die SteinmeWebrlfc-„n von den Meistern die Festseßunq dee Arbeits_z_ett für den Sommer auf 10 Stundxn und für den Winter auf 9 Stunden gefordert. Ferner beanspruchten sie einen Standen. lobn von 50 «3. Anfangs batten cini e Meister die jF?r)rderrmgrn b:. willigt, „sie h_aben jssi, naehdem si sammtiicbe eister vereinigt haben, dre Zuiage zurückgezogen. Infolge dessen ist von etwa 50 Stein. meßzebtifen die Kündigung eingereicht worden.

In Carmaux haben, nach einer Meidung des „W. T. BK vom gestrigen Tage, die ausständtgen Bergleuie die Arbeit wieder aufgenommen. (Vergl. Nr. 62 d. Bl.)

Kunst und Wissenschaft.

Im Verein für deutsch_es Kunstgewerbe wird morgsn, Mittwoch, Abends 8 Uhr, im FeKsaale des Künstlerhauses (Briixdur- straße 3) Hsrr Pcofessor F. Lutbmer, Direktor der Kunstgewerbr- schule in Frankfurt a. M., einen Vortrag über „Geschichte und Te nik der Emailkunst' halten. Der Vortrag wird durch einr Austellung von älteren Originalen und Abbildungen sowie neuecsn Email-Arbeiten erläutert werden. .

Literatur.

__ In Potßdam ist, wie „W. T. B.“ meldet, gestern der Literar- briioriker Profeffor Robert nig gestorben. Er war am 15. Novemver 1828 in Danzig aeboren, studierte in Berlin, Edinbura, Bonn und «Halle Ybilologie und Theologie, wurde im Jahre 1854 Rektor der höheren

öxbterscbuie in Oldenburg, im Jahre 1858 Inspektor der Gouvernanten- Anstalt in Droyxsig bei Zeiß, lebte von 1860 bis 1863 in Lausanne, wurdr im Jahre 1864 Redakteur des Familienbiattes .Dabeim' in LKW.»; und nahm später seinen Wohnsitz in Potsdam. Außer einigen Schulbüchern und Schriften über die Frauenfrage, j. B. „Ein Blick auf den gegenwärtigen Stand der Literarur über weibliche Pädagozik“ (Oldenburg 1856), „Zur Charakteristik der Frauenfra 6" (Viele- feld 1870) u. s. _ w., Veröffentlichte er eine 8158 von Volks- und Jugendichristen, wie „Der große Krieg von 1870“, .Der alte Netteldeck', „Meister Schott“ u. a., und überseyte einige Romane Walter Scott's. Sehr verbreitet ist seine illustrierte „Deutsche Literatur-Geschicbte' (25. Auflage._ Leiyxig 1895). Ferner verfaßte er die Schriften „Abriß einer deuticben Liieraturgeschichte' €.). Auflage, Vieiefeid 1891) und .Deutsckoes Frauenwesen im deuticbzn

rede“ (Oldenburg 1891).

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Schriften_des Deut_schen Vereins für Aruenpfiege und Wobltbatigkeit. Heft 41 bis 44 und 46. Vrrlxa von Duncker u.Humblo1, Lsidä. _ Der im Jahre 1880 begründete, also nunmehr nahezu 20 JaHre wirkende Verein hat in diesen inhalts- reichen Schriften die umfaffenden Referate über die Beratbun Sgegcn- stände der neumebnten, am 21. und 22. Sevtember v.J. in reklau abgehaltenen JabrxSoeriammlung veröffentlicht, durch die sick; der Vrrcinsdorstand und die Bsricbterstaiter um das Armenwesen bochder- dient gemacht baden.- Der Verein bekundet durch die von ibn: giijäbr' lieb herausgegebenen Schriften, daß er in wiffenscbaftlixhem Griite_ erst nach vorheriger Ermittelung von Thatsachen und auf Grund (org- Frltrgrr Untersuchuggen und Vergleichungen die von ihm ausgefüllten ragen zu lösen iuebt. Gleichzeitig werden die deutschen Armen- verwaltang-n und Fachmänner dadurch alljährlich zur Mitarbeii an drr Verbesserung des Armenwesens herangezogen. Die Berbeiirgunß an der Beantwortung der Fra ebogen ist eine höchst erfreulichck Der erste Bzricbtersiatter, Stadtrat 1)r. Münsterberg, batteseinkn Frage- 555311 zur Vorbereitung des Berichts über .Erstattun von Unter; stüsuyqen durch die" Unrersiüßten selbst und durch ihre ngeböugrn an (ammtlicbe Stable mit mehr als 20000 Einwohnern gescblckt und von 82 Armenrerwaliungen Antworten erhalten. Der Frage“ bo en des Beigeordneten [)r. Kayser in Worms (tber die Frage „* aiural- m1d Gelduntcrstüßuna', welchcr an die 268 Grmrmden Deutschlands mit mehr als 15 000 Einwohnern und außerdem an 9 kleine Gemeinden übersandt wurde, hat in 223 FMM rechtzeitirélseine Veantwortun gefunden. Es ist dies ein Beweis der Bereitwi igkeit deutscher Vcßörden, an der Lösung sozialer Fraßen mitouarbriten. 9316 auf diese Weise aesammelte und in den Be- richten gründlich verweribste tbatfächlihe Material bietet iNW Leser beachtendwertbe Gesichtspunkte und bewahrt ibn vdr cm- seitiger Beurtheilun steeitiger Fragen, welche sich sehr oft ein?! angemein aültigeu eantwortung entieben und nur nach Lagehks einzelnen Falles oder unter Berücksi tigung besonderer lokaler Ein- richtungen und (Gewohnheiten entschieden werden können. (Es w1rd in den meisten Verwaltungsfragen darauf ankommen, recht vielfremde Erfahrungen von Brbörden mit äbnlicbzn Bevölkerunqs-, Erwerbsv Woblstandb und Bildungßoerhälinissen sorgiältig ju dryien U97) das Beste zu behalten. Dies gilt sogleich von einer der wichtigsten "1 Oreliau zur Verhandlung gekommenen Fragen, der ,Natural- U" (Geldunteritüßung'. Beide Unterstützun Garten haben ihre Vor" tbeile und Na theile. Werfremde Hilfe 111 nspruch nimmt, der “maß sicb gefallen la en, daß der Helfer die Bedinaunacn der Hilfe nach seinem Ermeffen regelt. Der erste Berichterstatter, 1)r. Kayser (WormS), bat die verschiedenartigsten Gcsicbtlvunkte möglichst vollständig und aUae-uein, d. b. losgelöst von der Eigentbümlicbkeit des Plaßes, bk“ sprochen und kommt zu dem Schluß: „daß es keine Armenverwaltuus vermeiden könne, ungeachtet der Entscheidung je nach Eigenart eines jeden Unterstüßun sfalles, in ihren Anordnungen Stellung daxu 1" nehmen, in welxxem Verhältniß Natural- und Geldunteri'iblskmg angewandt werden soll“. Er führt 7 deutsche Städte an, "„ckck? kür-licb das Anwendungsgebiet der Naturalunierstüjzung erweitert; Sni? 8 Städte, welcbe umgekehrt die Geldunterstüsung aulakdkb" ;; en. faßt seine Ansicht in folgende Bemerkungen zusammen:

„Fur we

Der zweite Berichterstatter, Stadtratb Martius in Bre“???

der Krmenpftea'e wie für viele Einzelfäle' ift iiberhaupt uur *YFZYLUUMMOUW angebracht; für die offene Armenpfie e rößerer Städte erscheint im allgemeinen als Grundlage die Geldun er iißung, jedoch „it sacbaemäßer Er änzuna durch die Naturalunterftüßung, „„zmzßkg. Geld wie Na uraluntersiüßung sind beide gut, wenn *; an der ricbiiaen Stelle und vor allem in der richtigen Weise an- gewendet werden.“

Ein zweiter Hauptgegenstand der Verhandlungen in Breslau be- traf die „Erfiaituna von UnterftüvunYn dur die unterikü ten und deren Angehörige“. er Haupt eriscbt- erstatier, Étadtratb 1)r. Münnnberg, bat diese wiétiqe Fra e emer (sz gründlichen Erörterung unterzoaen und ist dabei von der veau.- sekuna ausgegangen, daß die im W: e der öffentlichen Armenpfiege gewährte Unterstüßung unter aiim Um änden al] Vorschuß gilt, der von den Untersiüvten bei binreichendem Vermögen zurück1uerftaiten ( das; ferner die zum Unterhalt verpflichteten und fähigen Jägeböriaen die Fürsorge für einen unterstüvten Angehörigen zu übernehmen oder die ibm gewährten Uniersiüßungen der Armen- kaffe erstatten haben, und daß endlich nach Maßgabe des Bürger- lichxn Geseßbu-bs vom 1. Januar 1900 an als unterftükungwfiicbtige Anaebökiae nur die Emm, die Kinder, die Ehegatten, sowie der außer- ebeliché Vater in Betracht kommen, während die Verpflichtung der Gxschwiiter, welcbe bisher landedgeseßlicb anerkannt war, nunmehr fortgefailen ist. Nack) den Ermittelungen Von 131. Münsterberg be- steht übrigens in verschiedenen Städten die Uebung, in eeianeten Fällen die uicht verpfiickoteten Angehörigen auf ihre moral? e _Pflicht hinzuweisen oder, wie (Göttingen es ausdrückt, „an ihr E tgefubl iu appellieren“. DirseBemübungen sind besonders dann erfolgreixb, wenn die Aufforderung mehr in Form einer vertraulichen Mittheilung oder in der Form einer amtlichen Aufforderung geschieht. Drr gan_1e Bericht enthält reiches Material und viele xreffliche Winke fur ArmenVerwaltungen. Der zweite Berichterstatter, Stadtratb Ludwia Wolf in Leipzig, behandelt insbesondere das Beschlußverfabren argen Angehörige von Unierftü ten und empfiehlt, für die Einholung notd- mndig qewordener Unter tüßun sorrläge ein besonderes Verwaltungs- bezw Verwaltungssieriibtsvrrfa ren in allen Einzelstaaten einzuführen und der Gemeindebehörde eine Vollstreckunasbefugniß in Forderungen und andere Vermögensreckote beizulegen. ,

Die dritte vom Verein beraußgegebene Schrift behandelt in einem ausführlichen, von Dr. Buebl. Direktor des Hamburger Armenwesens, erstatteten Bericht die .Arbeitdeinrickptungen “(ür Zwerke der offenen Armenvflege“ und in einem kürzeren Bericht des WaisenbaUk-Direktors Stalmann in Hamburg die „B eaufs i cbt iq un g der in Familienpflege unterßebrachten Kinder“. Beide Berichterstatter kommen zu einer Rei evon beachtenswertben Leitiäßen. Vr. Buebi bezeichnet in erster Linie die Beschaffung don BesOäftiÖung auf dem freien Arbeitsmarkt als die ziveckmäßigfie Form der ilfe für arbeitsfäbiae Personen, welche sicb we en Arbei181ofigkeit an die Armenpfiege wenden, und empfiehlt zu die em Zweck eine Ver- bindung der Armenbebörde mit den am Ort vorhandenen Arbeitsnach- weisen. Besteht der Verdacht der Arbeitsscheu oder erscheint_ eine andere Unterftüßrnasiorm aus sonstigen armenvflegeriscbu' 91. *den nicht ratbsam, so ifi die Unterstützung lediglich mittk .P 14- uweisuna zu gewähren. Zur Durchführung dieses Pr' nd !ilrmenarbeitsanstalten zu errichten, die dem Unterstüßtrn nich“ d :! vollen Unterhalt, sondern ledialicb an emeffene Beschäftigung bieten. Für die Dauer besonderer Notbsiände nd Noibstandsarbeiten in Aussicht zu nehmen. - Die Leitsäße des Waisenhaus-Direktors Stalmann über die öffentiiche“Fürsorge für Kinder bezeichnen die amiliendfiege als die naturgemäße Art der Unterbringung und erzieberi chen Breinfiussung der der öffentlichen Fürsorge anbeimgefallenen Unmündi en; diese Familienvflege bedarf aber -- wenigstens in größeren Ver änden - einer woblorganifierten Erziehungsansialt als Ergänzung. Ferner wird 11. a. eine gehörige Organisation und Leitung der Beaufsikbtiauna durch die mit den Pflicbtxn und Rechten gesetzlicher Vormünder oder Pfleger außgesiaiteten Armen- oder Waisenbebörden derlangt und eine sorg- fältige Prüfuna der angebotenen Pfiegesteüen und sachgmäße An- leitung, Unterstützung und Ueberwachung der Familien emvfoblen. Besonders wichtig ist auch die Forderung, daß die Familienpflege und ihre BeauffiÖtigu-F nicht schon mit der Entlaffun der Zöglinge aus der Schule ibren ' bscbluß finden, sondern sich zw weiterhin auf die Uebrrwachung der durch die Armen- und Waiienbebörden als chr- linge oder Gehilfen bei Handwerksmeistern oder als Dienstboten bezw. jugendliche Arbeiter bei Dienstberrscbaften Lder Arbeitgebern unter- gebrachten Unmündigen erstrecken solle. _

In der vierten Schrift wird die ,Kranken- und Hauspflege auf dem Lande“ von O1. Hauser, Ober-Medizinalratb in Kari!- rube, und Düttmann, Re ierungsratb in Oldenburg, ausführlich be- bqndeit und nachdrücklich eiont, „daß die KrankensckoWester eines der wichtigsten Or ane der öffentlichen Gesundbritöpfsege, insbesondere bei chronischen rankbeifen sei und daß nicht allein in Krankenhäusern Play für Krankenschwestern sei, sondern daß das kleixste Dorf eine oder mehrere Schwestern haben soUte, Welche der Pflege' der Kranken und der Sorge für die Umgebung dieser leben.“

Heft 46 endliz enthält den stenoarapbiscben Bericht über die Verbandluagen, welcbe sich an die vvrgenannten Referate in der neunzehnten Jabreßdersammiuna anschlossen, sowie ein die gesammten bisher erschienenen Schriften des Deutschen Vereins für Armenpflege und W_obitbätigkeit umfassendes Sachregister.

Samnitiicbe Berichte bieten eine Fülle von Anregungen und Be- lkbrungen (ür Armenpfieger und Hrlferinnen aus auen Volkskreisen.

Land- und Forstwirthschaft.

AUssichten der diesjährigen Weizenernte in Indien.

Dem von dem statistischen Departement in Kalkutta unter dem 8. v. W- veröffentlicbien zweiten allgemeinen Bericht über die Aus- sichten der indiscbxn Weizencrnie erttnebmen wir Folgendes: Allgemeine Bemerkungen: Bengalen ist die einzige Pro- vmi„wy eine Durchfchnitt5ernte erwartet wird. In den Nordwest- Pkovmzen und Oudb werden voraussichtlich nicht mehr als 2 oder 4/5 einer Durchfchnit19ernte mielt Werden. Jm Punjab wird von den bewgssertcn Flächen eine F-Ernie erwartet, während auf den un- bewaffrrten Thrilen die Ernte verlore1 ist, wenn nicht sofort Regen eintritt. (In einigen Distrikten ist während der Woche Regen TRW")- Jn den übrigen Weizen bauenden Gegenden sind die Aus-

chten trostlos. In den Z-ntral-Provinxen, Nizam-Territorium, erar und Bombay wird auf weiten Flächen kaum ir end eine Ernte er1iclt werden und das Gesammter ebmß wird sich die sicht auf nicht mehr als 1/4 oder 1/5 einer DurchfYnittSrrnte, vielleicht auch auf noch wentakr sieüen.

Jm Eitzjeinen ist Folgendes zu bemerken: Im Punjab wird Zieomit Weizen besteÜte Fläche auf 5469000 Acker gescbä t, d. i. 9 /0 St_ringer als im Vorjahre. 62% Von der Aubauflä e (alien “Uf b'ewaffertes Land, und hier sind die Aussichten in 13 Distrikten Elk, m 15 Distrikten mittel und in 3 Distrikten unter mittel. Das

rgebniß der Ernte auf den unbewäfferten Flächen hängt ganz vom Eintritt des Regens ab, I In den Nordwest-Provinxen und Oudb bat d?! im l)cmuar gefallene Regen die AuTthen gebeffert, sodaß ein Er ebniß LTU 75 bis 80% einer Durchs nttsrrnte erwartet wird, außer in ““Tanz und Gorakbpur, wo das Ergebniß sich wohl auf 60 bezw.

/0 einer normalen Ernte stellen wird. sch, In Bengalen wird die Anbaufläckxe aus 1536 700 Acker ge- ftäaßt gegen 1592 400 im Jahre 1898/99 und eine Normalanbau- wchke von 1578100 Acker, Das Ergebnis; wird voraussichtlich nur 1898“ hinter einer Durchschnitt§e1nte zurückbleiben, während im Jahre

/9n10? % Huntsolälzen erzielt wurde?.d di A 5 fl ck it

en enra provnzen wr e nauäe 111 11154219 000 Acker angegeben, das sind 58 13/9 weniger als die Durch- Ern ?Scmbauflache der letzten 10 Jahre. Im Ganzen wird bier das a [I' "1,11 auf weniger als 1/.-- der Normalernte auf einer Durchschnitts- “"Jack“ geschäst. bebaJn B_ombay(einschließ1ich Sind) beträgt die mit Weizen ute Flache 1597000 Acker oder 44 0/9 weniger als die vorjäbrige

imd eiue DurchschnitUanbaufiäÖe. Au 7,“- der- Anbaufläche in den britischen Distrikten soll die Ernte ver oren sein und der übri eTbell verspricht nur ein ganz geringes Eraebniß. In Sind sind d e Aus-

* sichten be er.

In erar, wo die Anbauftäche auf nur 17 411 Acker, d. i. 96 0/9 weniger als im Vorjahr aescbäßt wird, dürfte überhaupt kaum eine Ernte erzielt werden.

Aehnlich, fiebt rs im Nizam-Territorium, wo 783 924 Acker weni er als im Vorxabr angebaut Wurden und wohl kaum 16 0/9 einer Dur 1chnitidernte erzielt werden dürften.

Getreidebandel in Argentinien.

Ausfuhr von Getreide aus dem Hafen von Buenos Aires für die Zeit vom 16. bis 28. Februar 1900.

Mengen in Säcken (5015115)

Gesamtm- menge in 1000 112 *)

Getreideart Verschiffungßziel

47 837 33 348 18 235 7 829 4 208 2 520

113 977

371 241 199 877 102 709

98 801

Ma i s Belgien England Frankreich Siid-Afrika Deutschland Italien

insaesammt

Belgien England Frankreich Hoiiazid Deutschland 70 835 Italien 36 721 Order 561 989

mdaeiammt [ 442 173

(England 106 774 Frankreich 95 359

eutschland 61 459 Holland 51 526 Belgien 31 863 Italien 9 013

insaesammt 355 994 23 730 Süd-Afrika 7 091 473

Leinsaat

Haier

Gegenwertb der höchsten und niedri sten Preise in Mark nacß dem Durch- scbnittdkurse von §111/11 1 = .“ 1,82

Preise im Großbaudel für 1 (12

Mais, und zwar: 5111/11 bis 3111/11 . a. gelber ...... 2 70 , 2 90

1). weißrr 2,80 Weizen, und zwar:

a. guter und feinerer . 5,- 5,30 9,10

1). Candeal ..... 5,- 5,50 10,01 Leinsaat ...... 10,50 10,70 19,11 19,47 Hafer ........ 3,80 4,20 6,91 7,64

*) Die 50159. zu 66,66 kJ.

, 4,91 3,10 5,64

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

Der Ausdruck; der Maul- und Klauenseuche unter Rin- dern ist dem Kaiserlichen Gesundheitsamt gemeldet worden vom Schlacbtviebbofe zu Dreßden am 9. April.

Oesterreich.

Durch Verordnung der österrsichifcben Ministerien des Innern, des Handels und der Finanzen vom 29. v. M. sind im Einvernehmen mit der Königlich ungarischen Regierung die mit den Verordnungen Vom 6. Juni und 31. August v. J. aus Anlaß der Pestgefabr er- lassenen Verbote der Ein- und Durchfuhr gewisser Waaren und Gegenstände aus Egypten und Portugal aufgehoben worden. (Vergl. .R-Anz.“ 911.140 vom 16. Juni und Nr. 220 vom 18. September d. J.) *

Uruguay.

Nachdem die Pest in Odorto aufgehört hat, ist durch _Beschluß des Nationai-Gesundbeitdratbs in Montevideo vom 6. Marx d. J. auch die durcb Verordnung vom 13. Februar d; J. fur Pro- denienzen jenss Hafens aufrechterhaltene sanitaisvolizeiltcbe Behandlung auigxboben worden. (Vsrgl. .R.-Anz.' Nr. 69 vom 19. März d. J.) ' '

Die durch Verordnung des Naironal-Gesundb:ttdratbs in Monis- bidco vom 27. Januar 5. J. verfügte fünfiäaize Beobgchxun'g ist durch Beschluß derselben Behörde vom 10. Marz d. J. fur «ckWie, die aus Buenos Aires kommkn, auf zeb_n Taae verlängert worden. (Vergl. „91-21an Nr. 55 dom 2. Marz d. I.)

Sydney, 9. April. (W. T. B.) Hier sind 93 Erkrankungen an der Pest und 29 Todesfälle amtlich gemeldet worden.

Verdinguugen im Auslande.

Belgien.

Nächstens. Börse in Brüssel: Lieferung für die belgischen Staats- bahnen don Ergänzungsstücksn für Lokomotiden, Tender, W1ggons und Wagen.

Bulgarien. _

30. April. Direktion des Artiüerie-Arsenals in Sofia: Lieferung von verschiedenem Ledermaterial für das Arsenal. Vorgnschlag 29 027,50 Fr. Kaution 50/0 biervon. Die näheren Lieserungö- bedingungen liege: bxi der Direktion des Arsenals aus.

Verkehrs-Anftalten.

Drr Fahrplan für den Eisenbahn-Direktions-Bezirk Bromberg vom 1. Mai 1900 enthält folgende wicht1geren Aende- rungen. ]. Es werden neu eingelegt:1)1)-Zug 55 und 56 Posen-Tborn. 2) PerfonenzüB 374 und 377 Bromberg-Jn owrazlaw„ 3) Personemüge 410 und 411 * romberg-Ostromeßko. 4) Gemischter Zuq 5503 Obornik-Rogasen. 5) Personenzüge 735 und 736 Arns- walde-Cauies. Die neuen Schnellzü e 55 und 56 sind Durch angs- züge auf der Strecke Berlin-Posen- born-Eydjkubnen. PerZonen- zu 377 hat in Jnowraxiaw Anschluß an den neuen 1)-Zug 55 und steiilt aaßerdem eine neue Zugverbindung von Breslau nach Danzig und Elbing her. Die Züge 410 und 411 werden bis zum Oktober vnsuchweiie gefahren. _ 11. Sonstige Veränderungen. 1) O-Zuq 2 fährt 5 Min. später von Schneidemübl ab. 2) Luxus. zu 1297 fährt_5 Min. später_ von Thorn ab. 3) Schnellzug 42 fäßrt 10 Min. früher von Posen ab. 4) Personenzug 247 fährt 15 Min. früher von Charlottenburg ab. 5) Personenzug 248 fährt von Strausbera-Licbtb.-Friedf. obne Aufenthalte durch. 6) Gem.

ug 278 fährt 106 Min. trüber von Posen ab, 7) Gem. Zug 279 äbrt 5 Min. früher von Rokietnice ab. 8) (Gem. Zug 232 fährt 28 Min. früher von Posen ab. 9) Personenzug 375 fäbrt 10 Min. früher von Posen ab. 10) Personenzug 376 fährt 13 Min. früher von Brom-

berg ab. 11) Cm. Zug 485 fährt 48 Min. früher von Kruschwiß ab. 12) Gem. Zug 621 fäkrt 14 Min. früher von Znin ab.

13) Gem. Zug 907 fährt 7 Min. früher von Gnesen ab. 14) Petr

'sonemug 709 erhält in Kreuz Anschluß an den D-Zu4 22. -

11]. Anmerkung. Mit dem Zuge 31) werden auf den Stationen der Berliner Stadtbahn, Küstriner Vorstadt, Landsberg, Kreuz, Sibneidemübl und Koniß zur Mitfahrt nur Reisende zugelassen mit Fahrkarten nacb Marienburg und darüber binaußgeiegenen Stationen, owie nacb Dtrschau zum Uebergang auf Personenzu: 374 in der Richtung nach Laskowiß. Mit dem uge 41) werden von Station Dirschau (einschließlich) ab keine Rei ende mebr mr Mitfahrt zu- rlaisen, dieselben finden mit dem nachfolgenden Schnellzug 14 Be- orderung. Zur Mitfahrt mit beiden Zügen ]) 3 und 4 werden Retsrr-de. welcbe Schlaiwagrnkarten lösen, außnabmslos zugelassen. Speisewagrq verkehren: in den Zügen 1 und 2 Berlin-Jnfterburg und unigekebrt, m den Züaen 55 und 56 Verlin-Posen-Insterburg- Eydtkubnen und uwgekebrt. Wirtbscbaftsbetrieb obne Speisewa en besteht: 3. ir; den Zugen 3 und 4 Berlin-Eydikubnen und umgeke rt, b. in den Zugen 21 und 22 Berlin-Thorn und umgekehrt.

Am _28. Februar haben, wie das :Archiv f. Post 11. Tel." mii- tbeilt, zwischen dem auf der Audreise nach New York begriffenen Norddeutscher) Lloyddampfer „Kaiser Wilhelm der Große“ und dem elektrischen Leuchttburm aui Borkum Versuche mit der Tel egr a phie oh n r Drab 1 unter Anwendung don Marconi-Apparaten stattgefuriden'chgl. Nr. 54 1). Bl.). Die auf dem elekriscben Leucht- thurm einaert tete Statidn erhielt die ersten leferlieben Morsezeichen von dem Dampfer, als dieser noch 35 Seemeilen (rund 65 11111) von Borkum entfernt war. In der Richtun dom Leuchtthurm nach ddm ngpfer bin konnfen bei dießer Entfernung noch keine Zeichen ubermittelt werden. Je mehr der Dampfer fich der Frist! näherte, desto besser ging die Zeichenübermitieiung von statten. Éin ordnungSmaßiger Teiegrammweäysel konnte jedoch erst in einer (Entfernung von 18 Seemeilen (rund 34 11111) stattfinden. Die bei der Außwrcbselung von zwei Telegrammen erzirlte Morsescbrift war gut, nur einzelne Striche sind gebrochen angekommen. Weitere Ver- suche_mit der Telegradbie obne Draht werden demnächst zwischen der Station auf dem_ elektriicben Leuchttburm Borkum und einer Station auf dem Feuerschiff Borkum Riff angestellt werden.

Dresden, 9. April. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Wegen Ho'chwassers ist der Verkehr am Altstädter und Neustädter Elbq?tai11111 DreSden und am Elbquai in Riesa bis auf weiteres einge e .

Bremen, 9. April. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Dampfer ,Roland", 1). Baltimore kommend, 7. April Lizard passiert. .Bonn', v.,d. La Plata kommend. 7._April in Antwerpen anaek. „Eins“ 7. April v. New York 11. Genua abgeg. „Bayern“, v. Ost. Asien kommend, 8. April „Gibraltar paisiert. „Wiliehad“, v. 1). La Plata kommend, 8. April in Antwerpen angek. ,Hamburg“ 8. Avril 1). Poxt'Said n. Osi-Asien abgeg. „München“ 8. Avril 1). Bremen in Baltimore, .Weimar“, v. Ost-Asien kommend, 8. April in Hiogo, „Stuttgart“ v. Oit-Asien und ,Barbaroffa“ v. Australien 8. April in Aden anger. „Sachsen“ 8. April 1). Antwerprn n.Osi-As1en abgeg. .Drröden“, n. Osi-Afien best., 9. April in Singapore angekommen.

- 10. April. (W.T.B.) Dampfer „Babelsberg', v. Osi-Asien kommrnd. 7. April in Suez an ek. „H. H. Mryer', n. Baltimore best., 891510 Dover passiert. „Yrinz Heinrich“, nach Oft-Asien best., 9. April in Shanghai angek. . armstadt“, v. New York kommend, 8. Avril Dover, „Bremen“, 11. New York ben., 9. April Setlly passiert. „König Albert“ 9. April v. Singapore n. Penang abgeg. „KarlSrube', 11. Australien best., 9. April in Genua anger. .Mark' 8. Avril 1). Villa Garcia n. Vigo abgegangen.

London, 9. April. (W. T. B.) Union-Linie. Dampfer „Scot“ Sonnabend aus Außretse v. Southampton. „Guelpb' Sonn- abrnd auf Heimreise v. Kapstadt abgeg. .Greek“ gestern auf Heim- reiie inSoutbampton angekommen.

Castle-Linte. Dampfer „Garth Castle“ Sonnabend auf Aus- reise v. Southampton abgeg. „Pembroke Castle“ heute auf Heimreise in London angekommen.

Theater und Musik.

Jm Königlichen Overnbause wird morgen Hummel- Delmar's einaktige Oper „Die Beichte“ zum ersten Male wiederholt. Hierauf folgt Glucks Over „Orpheus und Curydike'.

Jm Königlichen Schauspielhause wird morgen Eberhard König's Drama .Gevatter Tod, ein Märchen von der Mensch- beit“ in folgender Beseßuna gegeben: Hans: Herr Mat- kowÖky; der Tod: Herr Molcnar; Mathias: Herr Krauß- neck; der alte König: Herr Nesver; der alte Rüdeger: Herr Winter; der Bürgermeister; Herr_Oberlaknder; 1)1'. Balthasar: .Oxrr Heine; ein alter Ratbsberr: Pert Link; (Gefion: Fräulein Poppe; Borgny: Fräulein Lindner; Prinzessin Elsa: Fräulein Sperr.

Jm Neuen Königlichen Opern-Tbeater findet morgen Nachmijtag um 3 Uhr eine Vorstellung für Schüler statt. Zur Auf- führung gelangt Schiilrr's Trauerspiel „,Die Jungfrau von Orleans“,

Im Deutschen Theater tritt am Ostermontag (Geora Engels nach seiner Rückkehr von einem längeren Urlaub zum ersten Mal wieder auf; er svielt in der Nachmittags-Vorsteilung die Titelrolle in

auptmann's Komödie „Kollege Crampwn“. Im übrigen gestaltet ck der Feiertags-Spiewlan folgendermaßen: Sonntag Rachmitiag: .Dxr Meister Von Palmyra“; Sonntag Abend: .Winterschlaf', bierauf: „Paracelsus'; Montag Abend: .Der Probekandidat“; Dienstag Nachmittag: ,Die Versunkene Glocke"; Dienstag Abend: .Der Viberpelz“.

Irn Berlin er Theater qebt morgen Griüvarzer's Trauerspiel „Medca' mit Fräulein Adele Sandrock in der Titelroiie in Scene. Jn hervorragenden Rollen sind ferner beschaftigt die Damen Hofer und Scholz. die Herren Hofmeister, Monnard und Scbefranek.

Das Schiller-Tbeater bringt morgen, neu etnftudicrt,Jbsen's, dramatisches Gxdicht „Grand' zur Aufführung.

Im Theater “des Westens gelarat morgen und an beiden Osterfeiertaqen Milioecker's Operette „Der Betteisiudent“ zur Aus- führung. Am Donnerstag beendet Herr Nikolgus Rotbmübl sein Gastspiel als Eleazar in Halévy's Oper „.Die Judin“.

Im Repertoire drs Gastspiels der Frau Agnes Sorma _im Lessing-Tbeater muß in dieser Woche noibgedrungen eme Aenderung eintreten. Wegen Erkrankung eines Hauptdarstellers ist die erste Vorstellung von Paul_Lindau's Schauspiel .Die Erste“, die auf Sonnabend, den 14. April, angeseyt war, verschoben worden. Statt dessen wird „Rom“ mit Frau Sorma in der Titelrolle in Scene geben. Die für die Vorsteiiung des Lindau'sckoen Schauspiels bereits gelösten Billers werden an der Kasse des Theaters in den Vor- derkaufsstundrn von 10 bis 2 Uhr bis Donnerstag, den 12. April,. zurückgenommen oder umgetausckpt.

Jm Tbalia-Tbeater werden die Vorsteuungen der" Aus- stattungöposie „Jm Himmelbof“ am Cbarsreitag durch die Aufkltbrung dcs Oratoriums ,Eiiao" unterbrochen, in welcher die Damen Thoma, Ricbtcr-quers und Breiter solistisch mitwirken. Am zweitex Oster- feiertage findet NachmittaJ eine Aufführung des Morre'fchen Volks- stücks „O'Nulierl' statt. er Vorberkauf für die Osterfeiertage hat bereits begonnen. ' ,

Johann Strauß der Jüxi ere in Wien ist aiigenblickltch mir den Proben für seine große deut! e Touryee beschäftigt. Seine aus vorzü lichen Künstiern zusammen estellte Kapelle zählt 42 Mitglieder. Die rogramme bringen in er?ter Linie die beste moderne Unter- baltungdmusik und bevorzugen vor allem Johann Strauß den Aeiteren. In Berlin beginnt das Gafispiel des Orchesters am 24. Mai in der Philharmonie. »

Morgen Abend, von 61 bis 715 Uhr, findet in der Kaiser Wilbelm-Gedächiniß-Kirche daolesteKonzert desKirchen.