1900 / 92 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 17 Apr 1900 18:00:01 GMT) scan diff

? :. ! . ? '- Z

.* , * 7 * 1

?

.«-«„.-M_..W.q-,-... „.... „..-.. «„.. :. *. *" "; *, . ; - «» .„c'x * "* - ,' * ' - ,

„'*' .1.» ..?“-(._- ...-.-_._;;-.-1,- “'*'."U „...,-..;- 1 »

I„.Y'F“, . . . .

4»..- _„.„ «2,

q .„ „;;-*.

Abgereist:

Seine Excellenz ber Unter-Staatssekretär im Ministeriuzn 'der öffentlichen Arbeiten, Wirkliche Erheime Rgth Fleck,. m dienstlichen Angelegenheiten in die Eisenbal)n-Direktionsbezirke Elberfeld und Frankfurt a. Main.

Angekommen:

Seine Ercellenz der Präsident des EvanBeliscben Ober- "Kirchenraihs, Wirkliche Geheime Nati) 1). L)]: arkhaus e n.

Die Plersonal-Veränderutigcn in der Armee 2c. befinden sich in der Ersten Beilage.

Yichtamtlichez. Deutsches Reiki,.

Preußen. Berlin, 17, April.

Seine Majestät der Kaiser und König begaben Sich heute Morgen nach Potsdam.

Der iefi 2 Königlich griechische Gesandte Ra_ngabé_ ist vom UrlaYib Hack) Berlin_zurückgekebrt Hund hat die Gefchafte der Gesandtschaft wieder ubrrnommen. ;; „__, _

Laut Meldung des „W. TB.“ geht S M. S. „Wolf?, Kommandant: Kapitän-Leutnanißoch (Hugo), am 18.Apr11 von Loanda nach Swakopmund in See. „_

Die abgelöste Besatzung VW SFM. S. „Momo , TransPorifüyrer: Oberlrutnant zur See SchMid't, ist gestern in Neapel eingetroffen und heute nach Genua weitergegangen.

Bayern.

Seine Königliche Hoheit der Prinz Nupprecht_k)'at'srch, wie „W. T. B.“ meldet, am Sonntag mit Ihrer Koniglichen Hoheit der Herzogin Marie Gabrirle in Bayern, der vierten Tochter Seiner Königlicbrn Hoheit ch Herzqgß Karl Theodor in Bayern, aus dessen (F?r Mit Ihrer Komglichen „Hoheit der Herzogin Maria Jo epha von Braganza, verlobt.

Oesterreich-ngarn.

Die Herzogin Marie Elisabxtb von Württem- berg, jüngste Tochter Seiner _Komglichen Hoheit. des erzogs Albrecht und Ihrer Kaisrrlichrn und Kbmglichen Zabert der Her ogin Margarethe Sophie von Württemberg, ae orcn zu Potsdam am 12. Srptcmber 1899, ist, wie „W. T. B.“ meldet, am 15. d. M. früh in Meran gestorben. Großbritannien und Irland.

Der General White ist, wie „W. T. B.“ berichtet, von Kapstadt kommrnd, am Sonnabend in 'Southamptoxi einge: troffen. Die städtischrn Behörden Überrrichten ihm eme Br- grüßungöadrcffe. _ , “_

Sir George Bonham, bisher Sekretär betbcrengliichrn Botschaft in Rom, ist zum Gesandten in Belgrad ernaimt worden.

Frankreich.

Gestern Abend faqd, wic „W. T. B.“ meldet, im Elysée die erste dsr offizielicn Ausstellungsfejtlichkeiten, ein Diner von 260 Gedecken, statt. An der Ehrentafel saßrn dcr Nuntius, der deutsche, der österreichisch:ungarische, dcritalienifche, der tür: fische, drr großbritannischc, deramerikaniscbe, der spanische und der russische Botschafter s owiedic andrrenMitglieder bes diplomatischen Korps, ferner die Präsidenten “des Senats und der Dépa- tirtenkammer, die fremden Ausstellungskommiffare, hohe Offiziere und Beamte. Nach_ dem Diner fand__ ein Empfang statt, dem sich ein Bali an1chloß. Der Präjrdeni Loubct unterhielt sich lange Zeit mit den Botschaftkrn und den fremden Aussteüungskommiffaren und sprach letzteren seinen Dank für ihre Mitarbeit an dem Gelingen der Ausstellung aus.

Der Kriegs-Ministrr, General beGallifset litt seit einer Woche an Gicht im linken Fuß. Seit dem 13. d. M. ist infolge eiiier Erkältung eine Lungenentzündung binzugeireten,

sodaß der Minister genöthigt ist, das Bett zu hüten. Dcr,

Arzt hält den ustand, wsnn auch nicht für bedenklich, so doch für ernst und at absolute Ruhe verordnet.

Dem „Temps“ wird ausNom gemeldet, der Assumptio: nisten-Orden babe die Redaktion drs Journals „La Croix“ nicht infolge einer Entscbridung dss Papstes aufgeben müssen, xondcrn infolge eines allgemeinen Beschlusses der Kongregation

er Bischöfe, nach welchem sich fortan keine Klostergcnoffen: „schaft init politischen Unternehmungen, wie der HeraUSJabe von Zeitungen und Bildungen von Wahlcbmiiés, befassen barf.

Rußland. '

Der Kaiser und die Kaiserin find, wie „W. T. B.“ meldet, mit den Großfüritinnen Töchtern am Sonnabend, Vor- mittags 1111111“, in Moskau eingetroffen und bei drr Ankunft von dem Großfürsten und der Großfürstin Sergius, dem Großfürsten Konstantin Konstantinowitsch, den hohen Würdenträgern, sowie vonVertrejern des Adels und dsr Stadtver- waltung empfangen worden. Auf der Fahrt vom Bahnhofe zum Kreml wurden Ihre Maxstäten an den auf dem Wege ge- legenen Kirchen von der Geistlichkeit bc rüßt, während alle Glocken läuteten. An der Muttcrgottcs irche nahmen Aller- höchstbiesrlben aus dcr Hand des Bischofs_ Nesius, wrlcher fie mit Kreuz und Weihmaffer bcgrüßtc, em Hriligenbild rni- gegin. Auf dem ganzen Wege wurden de_n Majcstäien von einer dichtgebrängtcn Volkömenqe_ begeisterte Ovationen dar ebracht. Am Sonntag, dem Fcyttage des Einzugs Christi in erusalem, wohnten der Kaiser und die Kaiserin dem Gottes: bietzst in der Uspeyski-Katbebralc bei. Im Gefo1gc Ihrer Ma: ]eftaten befanden sich die Mitglieder des Reichswths, die in

Moskau anwesenden Minister und Senatoren, die Staats- sekretäre, die Vertreter der Generalität, des Adels, der Stadt und der Stände. Vor dem Eingang Fur Kaihe- drale war die hohe Geistlichkeit mit dem_§1)etropolzten Wladimir zum Empfang aufgestellt._ Als die Majestaten die Säle des Kreml burchschrrtten, uberreichte das Stadt- haupt Salz und Brot und hielt dabei eine Ansprqche, auf welche der Kaiser erwidertx: er danke für den 1 m ewordenen Empfang und für die ihm aubgedrücktm Wfins e; Jie Kaiserin und er seien glücklich, gemeinschaftlich mit den Glückwünschenden die Charwoche in dem theuren Moskau ver- bringen und das Osterfest begehen zu können. 'Nach dem Gottesdienste begaben sich der Kaiser und die Kaiserin tinter dem Geläute der Glocken nach dem Tschudomo-Kloster, ertmesen den "dort befindlichen Reliquien ihre Ehrfurcht und kehrten sodann nach dem Kreml zurück.

Italien. -

Wie die „Agenzia Stefani“ meldet", ist der pdrtu giesiscbe Gesandte über Mailand nach der Schweiz ge- reist, um seinen kranken Sohn daselbst zu besuchen. Seine Rziiie steht in keinem Zusammenhang mit der Reise der Buren- mxmon.

Der Papst empfing, dem „W. T. B.“ zufolge, am Sonnia 70 von Stuttgart gekommene Pilgrr, an deren Spiße sick) Pro?cffor1)r.Mi11er, RegierunIZrath Walser, Abgeordneter Rembold und Oberstleutnant a. D.“ eite befanden. Der Papst, welcher sich bei bester Gesundheit befand, eriheilte den Pilgern den Segen.

Niederlande.

Die Sonder:GefanbischafiderBuren-Republiken ist in Begleitung des Gesandten 131: Leyds am Soniitag im Yang eingetroffen und am Bahnhof von einer zahlreichen Men chenmengx mit Hochrufen auf die Buren empfan en worden. Gestern Vormittag stattete _ der Führer ' er Gekandtschaft Frs ch er dem PremiewMimsier Pierson emen Bruch ab, bei wrlchem der (Hrsanbte ])r. Leyds ugegen war. Am Nachmittag besuchten die Mitglieder der onder- Gcsanbtschaft den Minister des Außwärtigen de Beaufort und andere borhgestellte Personen. Bei dem Verlassen _des Hotels wurde die Gesandtschaft von der Menge lebhaft begrufzi.

Rumänien.

Der Kriegs:Minisier Labovart) ist, wie „W. T. B.“ erfährt, zum Divisions-General befördert worden.

Die Session des Parlaments ist gestern Abend geschlossen worden.

Dänemark.

' Wie dem „W. T. B.“ aus Kopenhagen gemeldet wird, hat der Feldmarschaü Lord Roberts dem Prinzen von Wales im Namen des ganzen britischen Heeres in Süd- Afrika seinen herzlichsten Glückwunsch anläßlich des Mißlingens drs gcgen den Prinzen verübten Mordanfalis ausgesprochen.

Afrika.

Die „Times“ meldet aus Mafeking voix: 6. b. M.:

Die Beschießung wurde wieder aufgenommen, funf Erschüße wurden gegsn die westlichen Vertheidigungswerke der Stadt erichtet. g Nach einer Meldung des „Neuter'schen Bureaus“ aus Bloemfontein vom 14. b. M. hat der Feldmarschall Lord Roberts in einer Depesche an den Prändenten Krüger ge en die Behandlung der in Pretoria gefangen gehaltenen Oßfizirre und Mannschaften aus der Kapkolonie entschiedene V:rwa[)runq eingelegt.

Der „Times“ wird aus Bloemfontein vom 14. d. M. berichtet, durch den Nachrichtendienst sei bekannt grworden, daß der Präsident Krü er in Brandfort gewesen 1ei und auch kürzlich im Süden ich aufgehalten Habe. _

Die Londoner Blätter vom 15. d. M. vrroffentiichrn ein Tele kamm aus Bloemfontein vom 14. d. M„ demzufolge cine . atrouille des Royal Iciji) Regiments, bei der sich auch Lord Roßlyn befand, gefangrn _enomm-xn worden sei. Lord Roßimi sei nach Kroonstad gebra t worbsn.

Dem „Rcuter'schen Bureau“ wird aus Brandfort vom 13. d. M. gemeldet: Di: Kommandanten Petrus und de Wet seien, wie berichtet werde, mit Truppen in ein Gefecht „ekommen, welche von Bloemfontein zur Unterstüßung des LZrnerals ?Brabant abgegangen waren. Das „Reuter'sche Bureau“ fügt inzii, daß Oberst Dalgati), nicht der General Brabant, 'm eppener eingeschlossen sei. _ Sämmtiiche fremden Militär-Attachés befänden iich jryt in Brandfort.

Einer Meidung desselben Bureaus aus Aliwal North vom 14. d. M. zufokge, ist der General Brabant an diesem Tage mit dem Hauptquartirr und sämmtlichen berittenen Truppen nach Rouxville abgebngen. Am Freitag sei bri Wappen er ein bis Abends 1 Uhr anhaltendes, hin und wirdrr heftiges Gefchüßfeuer vernommcxx worden; auch am Sonnabend seien einige Schüsse in größeren Zwischenpausen gehört worden. _ Nach amtlirhrr Mittheilung wurden bis zum Freitag bci Weppzner auf britischer Seite 18 Mann grtödtet und 132 verwundet.

Eine amtliche, in Pretoria am 14. d. M. eingetroffene Meldung besagt, das Gefecht bei Weppener dauere noch_ an. Die Burgber Hätten über 500 Schlachiocbsen, sowie Pferde und *))?aulthiere erbeutet. Trr General Froneman habe, wie berichtet werde, eine britisch? Tcuppenabtheilung gr- schlngcn: diesclb: sei in der Richtung auf Wolwerpoort, an- schxinenb über den Orangerivrr, rfloyen.

Wir der„Standard“ aus B oemfoniein vom gestrigrn Tage erfährt, sind die Kommandos, wrlche chpener em- schlossen, in vollem Rückzug begriffen. „Daily Telegraph“ brstätiqt diese M*:ldimg und fügt hinzu, daß die Mehrzahl sich nach Norden zurückgezogen habe, aber 6000 weitere Buren soUtcn sich Vcthulie nähern. Die „Times“ berichtet aus Bloemfontein von Festern, bie_ Streitmacht ber Buren, welche Weppencr einsch aß, solle sich in südlichsr Richtung zurücixzichen; über das Ziel drr Bewegung herrsche jedoch Un- gemi brit.

Die Londoner Blätter melden aus Labysmilh vom 16.1). M.: Eingeborene Kundschafter berichteten, die Waren aus dem Elandslaagte-Distrikt hättsn sich über die Biggarsberge zurückgeßogen. Einer Burenabtheilung von Jaggersfarm bei Was auf sei es gelungen, drei Koblengruben in der Nähe von Wi elSnek durch Dynamit zu zerstören.

Aus Naauwport vom 14. d. M. berichtet das „Reuter'sche Bureau“, daß das KriegSgericht zwei Auf- ständische aus der Kapkolonie zu 5 bezw. 10 thren Zuchthaus verurtheilt habe. Die_Urthei1ssprüche seien von Lord

Roberts bestätigt worden. Dix Gefangeneir seien keine Rübela- führer gewesen, sondern atten fick) emfack) den Buren- kommanbos angeschlossen. an glaube, daß diese Urthejlg- sprücZF eine abschreckende Wirkung haben würden.

ach einer Mittheilung desselben Bureaus aus Warrenton vom 15, d. M. wurde der Befißer von Diamantmine'n Frank Smith bei seiner Abfahrt von Barkly West von Buren gefangen Zenommen. . _

In 2 Aar ist am Sonnabend eme fliegende Kolonne der britischen Streitkräfte im Distrikt Carnarvon na einem Marsch von 500 englischen Meilen eingetroffen. Der ganze Distrikt sei innerhqlb 5 Wochen pazifiziert, die Auf: rührer seien zerstreut m_id ihre Anführer verhaftet worden.

Von Kapstadt ist am Sonnabend das TrapSportfchjff „Lake Erie“ mit 500 Gefangenen, unter denen sich die in Bushof gefangenen Europäer befanden, nach St. Helena abge angen.

ie das „Reuter'sche Bureau“ aus St. Helena be- richtet, trafen am 14. d. M_ der General Cronje, dessen (Gattin und drei seiner Offiziere in Begleitung eines Obersten daselbst ein. Sie wurden“ vom Gouver- neur und dessen Gattin „am_ Negierun gbiße em- pfangen und fuhren nach einjtündtgem Aufent alt nach Kent-Cotta 6 weiter. Auf der Rhede von Jamestomn ist ein niederländischer; Kreuzer eingetroffen. Der Oberst Schiel und zwei andere Gefangene gaben am Sonnabend einem Schiffer Geld, damit er einen Brief auf den niederländischen Kreuzer trage. Der Schiffer irrte fich kbar!) und brachte den Brief nach dem en lischen Kreuzer „Nio e“, Schiel und die beiden anderen Ge angenen versuchten, am Abend zu entfliehen, wurden aber verhaftet. Am Sonntag Nachmittag wurde S iel mit seinen Genossen gelandet und unter Be: de ung nach der Zitadelle gebracht. _ Gestern wurde der erste Trupp Kriegbgefangener gelandet und nach dem für fie bei Dradwood errichteten Lager gebracht. Sechs Gefangene, die an Typhus, und neun, die an Masern leidenb eintrafen, kamen ins Hospital. Der Oberst Schiel wurde wieder aus der itadelle entlassen und zu den übrigen Gefangenen nach dem ager von Deadwood gebracht.

Parlamentarische Nachrichten.

Dem Reichstage isi der nachstehende Entwurf eines Geseßes, betreffend Postdampfschifbeerbindungen mit Afrika, nebst einer begründendrn Yenksthrift zugegangen:

Der Reichskanzler wird ermächtigt, nach Ablauf des ge enwärtigen, auf Grund des Geseßes, betreffend eiue Postdampfschi sverbindung mit Ost-Afrika, Vom 1. Februar 1890 (Reichs-Gcsevbl. S. 19) ab. geéchlbffenen Vrrtrass dirEmricbtung und Unterbalxung einer bier- ze niagigen„Postdampfycbffsoerbindung mit Ost-Aicika und einer vierwöchsntlicben Postdamvfscbiffsvxrbindung mit Süo-Afrika auf eine Dauer bis zu fünfzehn beren an einen geeigneten deutscbm Unternehmer zu übertragen und in dem hierüber abzuschließrnden Vertrag eine Beihilfe bis zum Höchstbetrag? von jährlich einer ZMFLM dreihundert und fünfzig taufend Mxrk aus Reichsmitteln zu ew igen.

§ 2.

Diese Verbindungexi können durch eine abwechselnd von Osten urd von Wrsten um Afrika_fab_cende Hauptlinie und eine durch den Suezkanal nach und von Oti-Ascika fahrende Zwischsnlinie bergestekli werden.

Die Fabrgescbwindigkeit ma? für neu zu erbauende Shiff: im Durchschnitt mindestens betragen

1) auf der Hauptlinie

&. in der wrstlicbxn Fabri sowie aaf der Strsckz zwischen

Neapel und Dar-es-Saläm in der östlichen Fahrt 12 Knoten,

1). auf den übrigen Streckzn der östlicbzn Fabri 10& Knoten, 2) auf der Zviscbrnlinie 10 KZoten.

Dsr Unternebmer ift zu verpflichten, auf Verlangen des Reichs- kanzlers innerhalb der Vertrxgzdauer auf der Hauotlinie für neu zu erbauendr Schiffe eine Erhöhung der vzrtragsmäßigen Fabrxeschwindtg- keit eintrctsn zu laffen, soweit auf einer azsländistben Kmkurrenz- Pr???“ eine Strigerung der bertragSmäßigen Fabrg3schwindigkeit e o g .

Diese Erhöhung der Fabrgrscbwindigkeit hat ohne besondere Gegenleistung des Reichs zu er[olqen, sowxit der Unternehmer drr ausländischen Postlinie die für jrine Dampfer Vorgeschriebene Fabr- tefichwindißfeit obne Erhöhung der vsrtragömäßigen Gxgenleistang

egert.

§ 4. Im übrigen finden die Vorschriften des Geseßes vom 1. Februar 1890 auch auf die nach dem gegenwärtigen Grieß einzurichtenden Posk' dambfschiffSVerbindungen Anwrndung.

Die Eröffnung der Pariser Welt-Ausftekung.

Die Feier der Eröffnung der Writ-Ausfteaung, welche: am Sonnabend programmgemäß vor sich ing, war, wie „W. T. B.“, be- richtet, bon herrlichem Wetter begün tigt. Die öffentlichen Gebaude und zahlreich! Privathäuser in Paris batten geflaggt, auf den freien Plätzen spieltrn Mufikbanden. Ans den Straßen herrschte seit dem frühen Moraen rsger Verkehr. Eine große Menichrnmenge begab M) nach dem Aix?- ftellunasvlaß. Der Präsident der Republik Lou bet berließ das E1v16k um 12 Uhr und fuhr in einem Galawagen nach der Welt-AUS- stellunxz. Dem Wagen des Präsident-n folgten vier Landauer, _in denen die Minister saßen; der Handels-Minister Millerand befand sicb brreits in der Aussteüung, und der Krießs-Minister, General de (Halliffet war durch Krankheit vrrbindert, an der Fahrt ibkll- zunehmen. Dre Zug, den Küraffiere eskortiertm, traf um 2 Ubr vor dem Festsaale ein. Dar Präsident Loubet, der das Großkreuz der Ehrenlegion angelegt hatte, wurde von dem Minister Millerand, dem Gzneral-Kommiffar Picard und den Leitern der AussteüunZ empfang?"- Dkk Präfisent begrüßte die Vertreter der fremden M chte und die ausländischen Ausstellungs-Kommiffare. Sodann betrat berZug den Fesisqal, wo dem Präsidenten von der Festversammlun ein xubelnder Empiang bereitet wurde; die Musik spielte die Marsei aise. Als die Musik aufhörte, nahm der Handels-Minister Milleranb das Wort-

Der Minister sprach zunächfx dem Grneral-Kommiffar icard, seinen Mitarbxitern und den Chefs der auf der Welt- Aus tellyng vertretenen Staaten seinen Dank aus. Er legte die Fortschritte dar, welche seit hundert Jahren die Menschheit in Industrie und Wiffenfibaft gemacht hat. .Die Maschine', fubr Millerand fort, „ist Beberrscberin des Erdballs geworden; sie ersest die Arbeiter, macht sie fich zur Mitarbeit dienstbar und vervieifaobk, die Beziehungen dsr Völker. Selbst der Tod ist znruckgewicbrn vor dem siegreichen Vorrücken des Menschengeistes. Die medizinische Wissenschaft macht Fort schritte, dank dem Grnie eines FI.: eur. Aber die Wi enscbaft erweist dem Meuswen'emez noßb

emerkenöwertberen Dien ; sie giebt ihm das Gebeimmß fue dk? materielle und moralische Größe der Staaten in die Hgnde; wrltbes k" dem einen Wort ,Solibaritäi' enthalten ist. Die Einrichtung?" zur Für orge für Alter und Krankheitsfälle, die WoblfabrtS-„und die au Gegenseitigkeit beruhenden Einrichtungen, die Syndlküxk und Assoziationen, wie überhaupt alles, was dazu bestimmt ist, d ?

31an Gruppen ku einem fefixn Gamen xusammenmfaffen,

* M o der den einzelnen Individuen innewohnenden Schwach-

ao! . - __ .

:der md zu leisten, das, alles legt Zeugmß heb“ „J de? Solidarität der Menschheit. Diese Solidarität “at im Auge, im Schoß2 jrder Nation die verleßznden unleichbkitm zu mildern, wzlebx sib aus der Natur drr Dinar ygder GzseaschzftSordauag ergeben. _Sie hat fich'vocgefeßt, Alle "“einen in den Banden wirklicher Bruverlichkcit; tbre Wirkun en "UM nicht an den Grenzen_ an. Jnteressrn, Ideen, Gefü le bai5chen und barchkreuzen sicb uberall _an dem Erdbau, wie jene knickt?" Drähte, auf denen der menschliche Erdanke fliegt; ein eobltbätjaes Jneinaxdergeben, das uns bereits den Ausblick auf ".'", neus Aera geitaitet, für wxlrh: song vor kurzem eine “„x'mbme Initiativ: bei der Kometen; tm Haag die ersten Zyarkieicben steckte. Ja! je mehr |:!) die aus der Vielfältigkeit d.,; Bedürfnis: und der Leichtigkeit des Austauschxs hrrvor- ;.angenen internationalen Beziehungen ineinander schiingen, um so Yb, Grund haben wir, in hoffen und zu wünicbsn, daß der Tag koinm?" wird. da die WM erkennt, daß Friede und ruhmreiche Kämpfe der Arbeit fruchtbarer sind als Ribaliiäten. Arbxir, du Bzßeierin! Du bist es, die axis adelt, uns tröstet. Ugter deinen Szbriiten berschcvindet die UUWLffMbEÜ, flieht das Bäst! Datch -, wird die Menschheit _aus der Knechtschaft der Nicht befreit! SMS“- unaufböcliCb zu dieter leuchxenden reinen Rszion, wo eines

[ck das Ideal 11:11) der vollkommxne Einklang ber Mähr:-

* s JSGereckotigkeit und der Güte vzrwirklichxn muß.“

Hierauf erwiderte der Präsident der Republik Loubet:

„Meine Huren! Als die Französisch: Républikbir Regierungen und die Völker einlud, eine Dxriiellung des Geiammtbildes der mxnschlicken Arbeit zu veranstalten. da batte si: nicht allein den Gedinken, einen Wettbewerb von Wundcrdingen ins Leben zu rufen und a': den Ufern der Seine den alten Ruf der Exeganz, HöFlicbkeit und Gastliibkeit Frankreich zu erneuern _ unser Ebrgrij ging höher; er geht unendlich weit hinaus über drn Glanz oorüberqebrnder este; cr beschränkt 17165 nicht auf das Gefühl patriotischer Be- Ziedigung, das wir heute emvfinden. noch auf die Befriedigung der Eigenliebe oder des Interesses. Frankreich wollte in beionderem Mxße beitraien zur Anbahnung der Eintracht xwisch3n den Völkern; es hat das Bewußtsein, für das Wohl de ert zu wirken. an der Grenze des rübmlicben Jahrhunderts, dexsen Sieg über den Irr- ibum und den Haß leider unvollkommen war, das uns aber einenlebbaftsn Glauben an den Fortschritt hinterläßt. Drsbalb nebmsn auch bier die volkSWirtbscbaitlicben Einrickotungen den größten Play ein und [affen die Bestrebungen jedes einzelnen Staats, die Kunst des Lebens in der Geseüschaff zu vervollkommnen, xr- kennen; sie werden dieser Ausst-Üung, die eine qlänzrnde, große Schule zur gsg-nseitigen Belehrung sein soll, ihren Stemvel aufdrücken; sie werden uns seibftoerfiändlicb weder die Entdeckungen der Wissenschaft noch die Meisterwerke der Kunst und der Industrie vergessen lassen, aber sie erscheinen uns wie das Ziel der Zivilisation und wie eine Berechtiguna zu unserem Wrrke. Uuzwrifrlbafi ist es ein bewnndernswertbes Schauspiel, zu

sehen, wie die Intelligenz die Kräfte der vbvsiscben Welt diso'

:ipliniert und die Natur ungeahnten Kombinationen unterwirft, aus denen uns eine Zunahme an Woblergyb-xn und ästbeiischen Ge- nüssen erwächst. So sehr das Genie aber auch die bindende Materie beherrscht, so sehr tritt es zurück hinter die Errechiigkeit und Güte. Die höchste Form des Schönen ist nicht die, welche man durch eine Nummer auf dem Katalog bezeichnen kann“ sie ift nur dem geistiqrn Auge sichtbar und ist verw1rklichi, wenn die verschiedensten berborragenden Ja- ielligenzen, indem sie ihre Kräfte bereinigen, wie die Maschine unserer Auößeüungßgalerien von einem gemeinsamen Motor - nämlich dem des Solidaritätßgefübls _ beseelt sind. Ick) freue mich, verkünden zu_ können, daß alle Regierungen diesrm obersten Grseße buldigxn, und diese Tbatsacb: ist nicht als das uiibedeutendsie Ergebnis; die es großen W:Ltstreits der Völker amuiebrn. Troß der barten ämpie, w2lche die Völker ae sn einander auf dem industriellen, kommerziellen und wirtbscbxftli rn szirt ausf-chien, widmen sie fortwährend iii erster Linir ihre Studien den Mitteln zurExleickoteruna der m2n1chiichen Leidrn, zur Organkiation von WoblsabctS-Anstalten, zur Verbreitung des Unterrichts, zur Moralifierung der Arbeit und zur Einrichtung der Alters- versicherung. Ick sende den Regirrungen, deren Mitwirkuni für uns bo_n großem WMH war, msinen herzlichen Gruß. Ick bsiße ibre windigen Vertreter willkommen. Sie sind bersorragende Mit-

arbeiter an diesem gemeinsamen Werk gewesen und haben großew

Antbeil an seinem Erfolg. Ich will auch unsere Jnaeaieure und Architekten, unsere Künstler und Konstrukteure, unsere Unternehmer und unsere Arbeiter nikht vergessen, welche unter der iniuna jenes hervorragenden Mannes, den dsr Minister Millerand mit voÜem Rebt fo rühmend genannt hat, durch zahllose Schwierigkeiten dicses ?ewxitige Üthrnebmsu so gut burébgefübrt haben und es uns zur ésigeikßienStunde in seiner ganzen AuIzebnung übergaben. Meine Hirten! DlésP Werk der Harmonie, des Friedens und des Fortschritts wird. so brrgang1ich auch seine äußere Erschxinung sein mag, nicht vkrßzbltch gewxien sein. Dieses friedliche Zusammeiitreffzn der Rt.]:Lningen der Welt wird nicht unfruchtbar bleibrn. Ich bin davor uberzxuzt, daß, dank den steten Versichzrquen gewisser er- habener Machte, bon denen das Ende des ooriTen Jahrhunderts Wkkbaüte. das zwanzigste Jahrhundert ein wen ,; mehr Brüder- ltchieii [eiicbten sehen wird über weniger Nöibe aller Art und daß wir viellenbt bald ein wichtiges Stadium in der langsamen Fort- )entwickcl-ung'der Arbeit zu ihrem Giücke und de_s Menschen zur Neuschltcbkett bin erreicht haben werden. In dicker Hoffnung er- na“ ich die Ausstellung von 1900 für eröffnet.“

_ Dkk fre_n_iden Aussteüungskommiffare hörten die Rede strbrnb an. „SdßkPrajxdent sicb erhob, um zu sprechen, begrüßten ihn ein- ""Mix? Beisallörufe der fremden Vertret-xr. Gegrn Zz Uhr sxßte *ch.,dkk.ZUg zur Besichtigung der Ausstellung in B:wegung._ An der MZ Written der Poiizei-Präfekt mit einigen Bramten, ibnrn 101 te der : ran.eni Loubet, umgeben von den Ministern, dem diplomatiychrn orvs, __ fretxiden Kommiffaren und anderen hervorragenden eriönlichkeiren. “„!kYkastdénidurcbs-chcitt die Inbxliden-Esplanade und das Marsfeld, “*er unter Fubruna des Generalkommiffars Picard und dsr “&?kath desselben beste!;tigte. Auf dem ganzen Wege wurde der 81-011 Von den Arbeitern und einer schaulustigen Mengr, welrh: bas Marsfeld eingedrungen war, lebhaft begrüßt. Kurz vor "1 " vkkkkkß der Präsident mix seinem Gefolge in einem Boot ...“ bkgetsterten _Zurufen der Menge diesen Theil der Ausstrllung. YMUWL Gebaude d-r fremden Nationen entlang der Seine icin 5er den ausländischen Kommissaren und Vertreiern der vsr- t enen „inder beseßt. DerZiräsidentLoubst und die offizieilerx V::- „.Msch,wilrd€n bsi der * orbeifabct von der dichtgedrangten «'"MMZL aaf béiden Seine - Ufern mit ununtxrbrocbrnen Udkfchézn „Zurufen begrüßt. An den Gebäuden der .' Anl_)iatronen batten sicb zahlreiche Prrsonen, namint- MWM aufgestellt, die beim Vorbeifahren des Bootes Fock;- «UMMÜLW und auf den Präsidenten ausbrachten. rend abe" d? vor den Gebäuden der einzelnen Staaten vorbeiglitt, chisfese Botschafter und Gesandten, die sieh an Bord des .,- , befanden, dem Präsidenten entsprechende Erläuterungrn. :e P Fluten fanden die Bewunderun des Präsidenien. onvkasident Loubet landete an der Brücke Alexander [U., “Urde sé! dem rukfiscben Botickpafter Fürsten Urussow empfangen l'ät'gin FMM übergab dem Präsidenten die Brücke, unter den sfi1chen kk Marseillaise, die von der russischen Kapelle, und der Hub“ .bHWkU, die von der franiösischen Musik gespielt wurde. „ck l?stkknkiritt alSdann die Brücke und. die Avenue Nicolas 11. "deren bauscb Von B: lückwünscbungen mit den Botschaftern und '-d kehrtkworragenden ersönlichkeiten bestieg Loubet seinen Wagen Narbe LM" 46 Uhr ins Elysee zurück. Md“ Eröffnungsfeier war die Ausstellung von einer sabl- enschenmenge besucht, obschon viele Baulichkeiten noch nicht

einmal äußerlich fertiggestellt und nur in sebr wrnigea die Aus- ftellungögeaenstände zu sehen sind.

Aquonntag war die Ausstellung überaus zahlreich besucht. Man srbaßt die abl der Besucher auf 225000 bis 250000 Ueberall berrscht_e die grö te Ordnung. An den Gebäuden der fremdrn Nationen wird rustia weitergebaut, sodaß ibre Vollenduna'bald zu erwarten ist. In den Straßen von atis wogte eine festlich gestimmte Men c. Das Wetter war hm ich. Ein ernstlicber Zwischenfall kam bis er nicht vor. Gestern war der Besuch der AUSfteUung ebenso ftark wie am Sonntag. Besonders wurden die AUSftrliungsZebäude der fremden Nationen und das Marsfeld in Augenschein genommen.

_ Der russische iyanz-Minister Witte hat, wie die eriser Blatter melden, anlä lich der Eröffnungsfeier an den HandelS-Minisier Willerand ein Glückwunsch-Teleqramm gerichret, in welchem er auch fur das Entgegenkommrn dgnkt, welches die russisch“, Abtheilung bei der Aussieklungsbebörde gefunden habe. Der Minister Millerand dru_ckte in seinxr Aniwortdeprsobe den Dank dafür aus, daß der Minister thte die Feier benusi habe, um von neuem die beide Läxiber ver- knüpfenbe Freundschaft und Sympathie zu betonen.

Am Schluffe der Feier zur Eröffnung dsr Weltausfirllung empfing der Präsident der Handelskammer in Paris folgendes Telegramm:

Zu der Eröffnung der Pariser WzltaussteUung senden der Verein Berliner'Kaufleute und Industrieller und darZentralaus- s ch Berliner kaufmännischer, gemrblicber und industrieUer Vereine der

eebrten Kammer als der legitimierten Vertretung der Pariser Kauf- eute und Industriellen bie Versiäoerung auiricbti er und kollegialer Anerkennung für die fördernde Mitwirkung ihrer tgiieder an dem edlen W::ke des Friedens und verbinden damit die herzlichsten Wünsch fur das, Gelingen der großen Aufgabe, die brsiimmt ist, die Kultur- völker m gemeinsamrr Arbeit einander immer näher zu bringen.

Drr Präsident der Pariser Handelskammer antwortete:

Dee Handelskarximer in Paris ist den Präsidenten und den Mit- gliedern der kaufmanniscbzn, gewerblichen und inbustririlen Vereine BkklmZ ties erkenntlich für die Wünsche, „*ich? sie ihr aus Anlaß der Eröffnung der Weltaussteüung übermittelten. In den Eröffnungs- reden, welche einen _ttefen Widerbaü in der anzcn Welt finden Warden, baben_bxute berLYrasident der Französischen epublik und der Handels- Minntrr ihren ünschen für den allgemeinen Frieden und die Ver- einigung de_r zivilifisrtrn Völker in gemeinsamer Arbeit Ausdruck ber- liebrn. Grsüblexi, welche die chr Nation sind und böliig denen entsprechzn, die in Ihrem freundjcbaftlicbr: Telegramm enthalten sind.

Statistik und VokkSwirthschaft.

Die deutsche überseeische Auswanderun im März 1900 und in dem gleichen Zeitraum des orjabres.

Es wurden befördert driiischr Au3wanberer im Monat März über 1900 1899 Bremen . . . . . . . . 1092 741 Hamburg . . . . . . . . 913 714 deutsche Hßfen zUsamm-m . . 20.15 1455 fremde Häsen(soweiiermittelt) 359 303 _ überhaubt . 2364 1758. Aus _deuticben Häfen wurden im März 1900 neben den 2005 deuticben Auöwanberern noch 20671 Angehörige fremder Staaten befördert, dabon gingen über Bremen 11833, Hamburg 8783.

Saccharinerzeugung in Deutschland.

In Deutschland wurden nach einer Zusammenstellung in der

„Zeitschrift fiir Sozialwiffenschxft' an Sac-erin erzeugt: 1895/96 von 3 Fabriken . 33 5281xZ, 1896/97 , 4 34 682 , 1897/93 „, 5 . 78 363 1898/99 , 5 , . . . „132287 .

Eine Produktion von 132 287 kg entspricht, wenn man einen 300fachrn Süßwertb dez Sacchxrins qegenübsr der:) Zucker zu Grunde legt, einer Zuckermrngr bon rund 800 000 Ztrn. Es smd dies 50/9 der gleichzeitigen Rübenzuck3rrrzeugung von 16 270000 Ztrn.

Zur Geschichte des Getreidepreises in Süddeutschland. Es betrug in Bayern nah dem „Statistischrn Jahrbuch für

das Königreich Bayern“, Jahrgang 1899, gegen den Preis

der der höchste der niedrigste durchschnittlich: durcbschnittlicbe,JabraSpreis QFLZJLZZJW Weijrnbreis der Periode (nach Conrad)

„Fi pro 100 kg „FC pro 100 kx «14 pro 10“? UZ 1815 17,30 _ _ _ 1816-20 25,05 49,58 12 02 20,62 1821-30 12,22 16 16 8,44 12,14 1831-40 14,19 18,54 10,90 13,84 1841-50 18 29 28,42 12,88 16,78 1831-6) 21,77 30,16 14,88 21,14 1861-70 2105 23,26 15 96 2046 1871-80 24 76 29,58 21,66 22,32 1881-90 20,73 24,88 18,62 1893 1891-95 18,17 23,50 14,20 _

Die für die Jahre 1815 bis _1855 und 1869 bis 1898 angegebenen Preiss [).-sieben 04) auf die Ourch1chÉtie für das Königreich, diejenigen für die bere 1836 bis 1868 sind SHrannenpreise von München.

Zur Arbeiterbewegung.

Wie die Zzitscbriit .Der deuticbe Dacbbrckxr“ miitbeilt, hatte die biesize Freie Innung des Dach, Zierxel- und Schieferdecker-Handwerks am 12. d. M. sämmtliche jelbstaqdigen Dachdeckermeister in Berlin und Umgegend, auch diejxnigen, welcbe nicht der Innung angehören , zu einer BeWrecbung über die Lohn- fra ? drr (Gesellen cingelabrn. Von der Versammlung wurde einiimmiq folgender Beschluß gefaßt: „Iii Erwägung, daß die Geseüen bsscblosskn haben, übrr einzelne Geichäfte die Sperre zu verbängén, wird von der vxrsammxlten Meisterschaft beschlossen, wenn die GerrUrnsckprt ibren Entschluß am 18. d. M. zur Ausführung bringt, die sämmtlichen bxi hiesigen Meistern in Arbrit siebenden Gesellen auszusberren“. _

In Dortmund haben, nach der „Rb. Westf. Ztg.“, die seit längerer Zrit [cbwrbendenKerbandlun-„xen der Schubmacher- gefeilen mit den Arbeitge ein vorlaufizes Ende erreicht, nach- dem der von den Gesellen aufgestellte, um etwa 15 bis 20 9/0 gegen früher erböbte Lobntarif in der Hauptsache die Zustimmung der Meister gefunden hat. (Vergl. Nr. 38 d. Bl.)

Demselben Blatt zufolge ist auch in der Weberei von I A. Brunner zu „Hochneukirch, wo sämmtliche Weber gekündigt hatten, durch gegense tige Zugeständnisse eine Einigung erzielt worden, sodaß die Arbeiter ibre Kündigung zurückgezogen haben.

In Krefeld sind über 70 Arbeiter der Mercerisier-Anstakt Panties u. Comp. ausständig geworden.

Der im borigen Monat ausgebrochene Ausstand der Tapezierer- gebilfen Leivzi s ist, wie die „Im. Ztg.“ berichtet, beendet, nachdem die Gebiienforderunqen, 100/g Lohnerhöhung und 45 -.-3 Mindeststundenlobn, von den Meistern bewiUigt wvrden sind. (Vergl. Nr.81d.Vl.1- Die dortigen Marmorarbeiter haben der Arbeit- geberbereiniqung durch ihre Tarifkommission folgende Forderungen vorgelegt: Neunstündige Arbeitszeit, 50 0/0 Zuschlag auf Uebrrftunden- und Sonntagöarbeit, 2,50 «M Auslösung für auswärtige Arbeiten, Miudeststundenlöbne von 5') „Z für die Hauer (bei Arbeitsn außerhalb der Werkstatt 55 ,z) und von 40 „_3 für die Schleifer (außerhalb der

Werkstatt 45 ). Diesen Forderungen enüber sind die Arbeit- eber zu folgen en Bewilligungen bereit: 9 ündige ArbeitSzeit, 40 „3

iunderlobn Für Hauer, 35 .3 für Schleifer und 35 43 für Gebilfrn im 1. Halbja r nach der Lehre, 10 Ö Zuschlag auf jede Stunde Ueberieii oder Sonntagßarbeit und 2 «M Auslösung bei auswärtigen Arbeiten. Für den Fall, daß keine Eini una erzielt wird, ist seitens der Arbeiter der allgemeine Ausstand bes [offen worden.

Kunst und Wissenschaft.

Die Au_61tellung ber Freiberrlicb von Lipperbeide- schen Kostunzbibliotbek im Lichthof des Kunstgewerbe- Museums mit ihrem vielseitigen Material aus der Geschichte der Moden „und Trachten wird von Fachleuten und Kunstfreunden aller Kreise lebhaft bxsucbt- Dir: Ausstellung ist in mancbsn Gruppen LRFNWS weiter erganzt worden und wird noch einige Zeit geöffnet

e cn.

Der Verein für deutscbxs Kunstgewerbe batte am Mitt- woch im großer: Saale des Kunstlerbauses (Bellevuestraßr 3) einen Jachabend sur Emailkunst veranstaltet. Nachdem durch die

usiieilung der Emailmalereien von Hubert Herkomer im Schultc'schrn Salon dis Jniereffe writer Kreise ' für disse edle T*:cbnik wisber an- geregt rporden ist, erschien es angezeigt, auch über das, was in Berlin auf diesem Gebirte geleistet . wird, Rechenschaft zu geben. Es waren daher rinerseits stattliche Proben der seit dreißig Jahren hier blubénden Industrie drs Grubenschmelzes aus den Werkstätten von 21. Stubbe und E. Grohmann ausgestellt, andererseits treffliche Malereien verschiedener Technik und Stilrichtuna aus der Email- klafir am Kunstgewerbe-Museum, die bon E. Vasianier erfolgreick; geleitet wird, sowie von dem Landschaftémaler C. C. Schirm. der sein neues, fur grö ere _monumental: Aufgaben geri netes Vér- fabren persönli erlautertx. Einen ein,;ebenben ..ortrag aus der Geschichte und Trchnik der Emailkunft bieit Direktor X. Laibpier „von der KuLsigswerbesÖi-le' in Frankfurt a. M. Er, wurdigte die technischen Schwierigkeiten dieser edlen Feuerkunii, schilderte die Anwendung des Grubenfchmelzes im Mittelalter am Niederrhein und die Kunst von Limoges und sprach zum Schluß den Wunsch aus, daß das Email auch bei uns heute wieder mehr Freunde und Besteller Ünd5n_und besondkrs auch von Künstlern zur Wiedergabe ihrer eigenen Schöpfungen benutz! werden möze.

Die von der .Grselischaft zur Förderung der Künste“ in M oskau veranfialtefe deutsche Kunst- und Gemälde-Ausstellung ist, wie „W. T. B.“ meldet, Ende borigrr Woche von dort nach St. Petersburg überführt und in_den Sälen des Hauses des Herrn von Derwies dem Publikum zuganglich gemacht worden.

GesundheitSwesen, Thierkrankheiteu und Absperruugs- Maßregeln.

Der Außbrucb der Manl- und Klauenseuche unter Schweinen tit dein Katierlichen GesundheitSamt gemeidet worden vom Schiachiviebbofe zu DreSden und der Ausbruch und das Erlöschen drr qul- und Klauenseuche unter Schweinen vom Schlachtviebboie zu Nürnberg am 14; Avril, der Ausbruch und das Erlöschexi dec qul- und Klauenieuchr unter Rindern vom Sch1achtbiebboie zu Müncben am 14. April und Vom Schlachtvieb- bose zu Bremen am 15. April, das Erlöschen der Maui- und Klausnseuche vom Schlachtbiebbofe ju Dreßben am 15. April.

Uruguay Zufolge Beschlusses des Naiional-Gesundbriißraibs in Montevideo vom 15. v_. M. ift die 1. Z. für Schiffe aus Paraguay an- geordnete sanitäre Beobachtung aufgehoben worden. Essollm die Schiffe und die Kleidungsstücke der Mannschaft und der Reisenden fortan nur desinfiziert werden. (Vergl. „RnAnz.“ Nr 305 vom 28. Dezember 1). J.)

Egypten.

Der Internationale Gesundbritßratb in Alexandrien bat be- schlossen, vom 3. d. M. ab gegen die Herkünfte aus Sydney das Pestreglement in Anwendung zu bringen.

London, 16. April. (W. T. B.) Ngcb einer Meldung des „Reutersckyen Burraus' aus Peril) in Au1tra1ien von gestern find instFrbemantle an der Pest zwri Personen erkrankt und eine Person ge or an.

Teheran, 17. Avril. (Meldung des .quiekscbrn Bureauß'.) In verschiedenen_Ortschaiten des Diitrikts Dschuanru, in der Näbr der türkischen Grenze, etwa 40 Meilen nordwrstlicb von Kirmanschab, ist die Pest aufgetreten. _Seit dem Ausbruch der Krankheit, vor drei Wochen, soÜen 195 Perwnen gestorben sein.

Theater und Mufik.

Jm Königlichen Overnbause wird morgen Richard Wagner? Ober ,Tannbäuser' (Pariser Einrichtun )" unter Kapru- meister Strauß' Leitung gegeben _ Seine Maje tat der Kaiser und König likß nach der Vorsteünng der Oper „Der Frei1chü8“ am Ostersonntag durcb dan Grnrral-Jntenbaßtrn, Grafen bon Hochberg, sämmtlichen Mitwirkenden Allerhöchstseine brjondere Zufriedenheit und Ancrkcrnxmz übermitteln.

Jm Königlichen Schauspirlbause gelangt morgen Ernst von Wilbenbrucb's Schauspirl .Die Tochter des EraSmUS' zur Auf. führung. _ Am Dienstag, den 24. d. M., geht, zum ersten Male Otto von der Pfordten's Schauspiel .Der König von Rom“ in Scenk. _ Der gestrigrn Ausführung von Josrpb Zauff's historischem Schauspiel .Der Eijenzabn“ wohnte Seine Majestät der Kaiser und König _ mit den fünf älteéten Prinzen Söhnen bei. Nach der Variiellung ließ Aller. böchftderselbe durch den Gcmeral-Jntenbantrxx. Grafenxbon Hochberg, sämmtlichen Mitwirkenden Allerböcbstseine bcrondrre Zuxriedenbeit und Anerkennung aussprechen.

Jm Neuen Königlichen Oprrn-Tbrater findet morgen Nachmittag um 2.) Uhr eine Schülerborstrxllung statt. ZarAuffübrung gelanqt Scbiüer's Schauspirl „Wilhelm 2211“. _ Am Sonntag wird die Operette ,Die Fledermaus“ in der bekgnnien Beseßung gegeben.

Im Schiller-Tbea ist können bon Jbien's dramatiscbem Gedicht .Brand“ nur noch drei Wiederholungexi stattfinden, und zwar morgen, Mittwoch, am reitag und Mont'ag nachstrr Words, da die erste Nuf- führung bon , iobe“, Schwank in drri Aitrn nach Harry und E. A. Paulton von Oskar Blumenthal, bereits für Mittwoch, den 25. d.M., in Aussicht genomm-n ist. In Verbindung mit „Ntobe' gebt .Der Diener zweier Herren', Lustspiel in zwei Aufzügen bon Goldoni, in Scene.

Die Veseßnna bon „Minna bon Barnbelm“ in der am Freitag im NeuenTbeater stattfindenden Wobltbätigfeitsvorstellung ist neben Frau Hedwi Nxemann-Naabe als Franziska und Frau Nuicha Buße als Minna ol-ZSnde: Trübeixn: Hans Kuhnert; Werner: Willy

eters; Just: Claudius Merten; Riccaut: Frirdrich Holthaus; Wirth: Scar bon Fieliß; Dame in Trauer: Liliv Schwendemann. Der Vorverkauf findet an der Tageskasse des Neuen Tbegters statt.

Bei dem morgen, Mittwoxh, Mittags 12 Uhr, in der Marien- kirche stattfindenden Orgelvortrage des Pirrn Mu k-Dirxktors Otto Dienel wirken mit: Fräulein Hanna Kirchbo , Fraulein Marie Albrecht, Fräulein Hedwig Lemm aus Bromberg, Hrrr Carl Raché, Herr Otto Termin (Violoncellist) und Herr Wilhelm Schmidt (Organist der Trinitatiskirche). ?err Dienel spielt ein Oiter-Prälubium von Bach. Der Eintritt ist fre