ventionierten Ausbildungs-Inßitute oder an solche,
welche Schüler eines dieser Institute gewesen sind, ohye inec- -
schied des Alters, des Geschlechts, der Religiorx und 661" NUM nalität nach dem freien Ermessen des Kuratonmxts. '_ ' '_
Sämmtliche Bewerbungen nebst den Nachweisen uber dre Erfüllun der oben qedachten Bedingungen und emem kurzen, selbstges riebenen Lebenslauf, in welchein besondexs der Studien ang hervorgehoben wird, find n6bst e_mer Bescheinigung der R616 zur Konkurrenz durch den bisherigen Lehrer; oder dem Abgang-Zzeugniß von der zuleßt besuchtexi Anstalt bis zum 1. Juli cr. an das Kuratorium für die Vermaltxxng der Felix Mendelssohn = Bartholpt) - Stipendien Berlin W., Potsdamerstraße _120, einzuxeichen.
Den Bewerbungen um das Stipendium sow16.UM Unter- stüßungen für Komponisten find eigene Kompositionen nach freier Wahl, unter eidesstattlicher Verficherung, daß die Arbeit ohne fremde Beihilfe ausqeführt worden ist, beizufügen.
Die Verleihung des Stipendiums und der Uniersiüßungen für ausübende Tonkünstler erfolgt auf Grund einer am 29. September cr. in Berlin durch das Kuratorium abzu- haltenden Prüfung. ' ' -
Berlin, den 1. April 1900.
Der Vorfißende des Kuratoriums. Joachim.
Bekanntmaxbung.
Nach Vorschrift des Geseses vom 10. April 1872 (Geieß-Samml. S. 357) sind bekannt gemachtr
1) der Allerhöchste Erlaß vom 5. Februar 1930, betreffend die Verleihung des EntcignangSrechis an die Stadtgsmeinde prxln xur Entziehung oder, soweit dies auSreicben: ist, zur bauecykea Ve- scbränkunq des zur Einlegung eines Stammxanais in die auf der r6chten Seite des Winterbafens prbjkktierie Uterstxaße erforderlichen Grundeigentbums, durch da:"- AmtSblatt der 8611191111751 ngierung xu Oppeln Nr. 12 S. 87, auSgegeben am 23. Marx 1900;
2) der AÜerböÖfte Erlaß vom 5,'F6bruar 1900, bxtreffxuiz die Verleihung dks EnteißnUngsrecbts an die Mosslbqbn-thiengsieüschaft zu Köln, zur Entziehung und zur dauernden Beicbrankunx dss zum Bau und Betrieb einkr Kleinbahn yon Trier nach Zell mit Fortseßuna bis zvm Bahnbofe Buüay der Eisenbaba Trier_Kob16nz in Apsb-uch ju nebmendsn Grunbcigentbums, durch das Amtsblatt der Köiigltcksei Regierung zu Koblenz Nr. 13 S. 83, Zußgégeben am 15. Marz 1900 (zu vergl. dis Bekanntmachung Nr 6 ““O. 53); ,
3) der AÜerböcbkte Erlaß vom 7. Februar 1900, betr6ff3nd x:: Verleihung des Enieignunasréchts an die Stxdt Köln .in-n Ernokrke des zur Anlage einer aniral-Marktbaax erfoid6xlicbsn Grundeigentbums. durch das Amtsvlait der _Könialicben Regismag zu Köln Nr. 11 S. 91, (711517020611 (nn 14. Maxi 1930;
4) der Ailk'cböcbst' “!,111: vom 7. Februar 1900, daicb weicbén der (Gemeinde Thal:- 1111 Kr:116 ÄschékUÖIU 935 Recht verlicb6n worden ist, tas ziir ÖSriicUung dcr ;;éplgnsr'n Wafferlciiung erford6c- liche Grundeißentbum, soweit 65 NH irn Pcivijksitx 1361-1de1, _im WSF? dSr Cntßisnung zu 6rwerbkn odkr, sow;1t 5164 ausreiäbcnd tft, mit einer dauerndkn Beschränkung zu belasten, dige!) das AmiSbiatt der Königlicbxn Regierung zu Magdchrg Nr. 10 S. 145, aus,;egkben am 10. März 1900;
5) der Allerhöchste Erlaß Vom 21. Februar 1900, bstreffknd'die Verleihung dés Entxignunaßrecbts 5. an die Samlandbzbn_-Akji-én- (1618111613011 und 1). an die Fischbausenec KrkiZbabn-Aktienge]6_11!chaft zu Königsb6rg 1.Pr. zur Entziehung und zur dausrnden BéichräUkung des zum Bau und B61rikbe won Kikinbabnen _zu 8. von KöniLSbSrg nach Wainicken, zu 1). von Deligiknen nacb Fiichbaaskn in An vruch zu nehmenden Grunbsigentbums,_durch das Amisblatt der Königlichen Negi6rUng zu Königsberg Nr. 12 S. 157, ausgeg6b6n am 22. März 1900.
Die Personai-Veränderiingen in der Armee befinden sich in der Ersten Beilage.
Yiahtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Beklin, 18. April.
Seine Majestät dcr Kaiscr und „König hörten gestern Nachmittag den Vortrag Och Chefs des Militärfabin6ts, Generals von Habnkc, und l;:ute Morgen denjenigen des Chefs dcs Zivilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths ])]: von Lucanus.
Heut6 Mittag Um 12 Uhr fand im Rittersaal des hiesigen Schlosses die Nagelung und unmiticibar darauf im Kapitelsaal die Weihs der dem Gard::FußÄlrtillerW-Regiment und den Fuß-ArtiUerie-Regimcntcrn Nr. 1 bis 8, 14 und 15 zu Nr- leihcnden ncucn bkzm. erneuertea Fxbnen statt. An der Feier nahmen _1l)6il Ihre Kaiserlichen und Königlichen Ma1cdtäten mxt den Prinzen Söhnen und dcr Prinzessin Tochter, die hier anwesenden Mit- lieder dcs Köni 11chLU Hauses, die im Garde-Korps
iencnden und zur Zeit bei ihren Truppsntbcilen anwesenden
Prinzcn aus regierenden d61111ch6n Häusern, sowie 1116 Gifoige der AUcrhbchsten und Höhsten Hérrfchaften. Die Wsihc voüzog der evangelische Feldpropst der Armee [). Richter.
Am 15. d. M. verschied hicrselbst an „Herzschwäche im 73. Lkbensjahrc dcr Kaiserliche Gesandte a. D., Wirkliche Geheime Raik) von Pfuel. _ Geboren in Berlin am 13. November 1827, bestand der- 161b6 im Jum 1853 das Referendar:Examen und arbeitete darauf kurze Zeit bei der Königlichen Regierung in Potsdam. Nachdem er sodann eine längere Reise nach Frankreich und Jtaiieii unternommen hatte, wurde er im Juli 1855 alsAprrant für die diplomatische Laufbahn ZigklaYn und zunachst der Gesandtschaft in Brüssel attachirt. uf rur_1d des bestandenen diplomatischen Examens im März 1858 ziim Legations-Sckrctär ernannt, fungierte er als solcher bci den Gesandtschaften in Turin, Stockholm und Madxid und wurde im Mai 1865 mit dem Charakter als Legationsrat!) begnadxi. Im Juni 1866 wurde er der Gesandtschaft in Konstantinopel vorübergehend überwiesen und drei Monate später in die politische Abtheilung des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten ein- beru en, in der er _ inzwischen nur auf einige Wo en als interimiftischer Gcschäftsträger nach Karls- ruhe entsandt _ thätig war, bis im September 1867 seine Ernennung zum Ersten Sekretär bei der Gesandtschaft in St. Petersburg erfolgte. Auf dem leyteren Posten, wirkte
er fünf JFK, worauf er im Okiofber) 1872 zum Gmera - onsul in Bukarest bestellt wurde. _, Dez “er 1875 wurde er auf den Gesxndlenqy * itt Stockholm berufen, den er nahezu 13 Jahre lang'beklet . Von dort im April 1888 abberufen, wurde er, xmter Ernennung um Wirklichen Geheimen Rath mit dem Prädtkcib „Excellenz“, ?einem Antraqe gemäß zunächst m den einstweiligen und _1m Januar 1894, unter Verleihung des Kronen-Ordens erster Klasse, in den definitiven Ruhestandberseßt. ' _
Der Dahingeschiedene hat fick) m allen ihm ubertragenen Steüungen durch ftceng'e Pftichttreue und besonders an- erkennensiverthe Leistungen hervorgethan.
Der Staatssskretär des Innern , _Staa_ts - Ministevc 1)r. Graf von Posadowsky-Wehner Mrd fur kurze Zett von Berlin dienstlich abwesend sein.
Der Regierungs-Affessor Steinman n zu _Stallupönen ist dem Königlichen Polizei-Präfidium in Kömgstrg zur weiteren dienstlichen Verwmdung überwiesen, der Regierungs- Asseffor Billroth zu Königsberg'i. Pr. deri! Landrath des Kreises Jnstsrburg, Ne ierangsbeztrk Gumbinnen, und der NegierungEAsseffor Wi 1), zur Zzit in Berlin, dem Landrat!) dss Kreises desrsleben, Regiermx sb_6_zirk Schlesivig, zur Hilfeleistung in den landräthlichen G67chasten zugetheilt worden.
' .. __.-„_._..
Deutsche Kolonien.
Einem Bericht des Oberleutnants Nolte_, Sxatiynschefs von Yofcö im Schußg6b161 Kamerun, übsr eme kurzlich zum Besuch des Sultans von Tibati unternommen6Exp6ditiqn entnimmt das „D6utschc Kolonialblatt“ nachstehende Mit- theilungen: * „ '
Am 21.D7;6mber b. I. v:rli6t'; ich mit 45 Soldaten diekHtation und erreichte am 23. den Watwrt Cbzmme. _Wie d6m KaxderliÖen Goavsrnemknt bereits bekannt, batte dsr quptling vbn Cb-mme darübcr Beschwekde geführt, daß ibm von Tibati funf seiner Leute, wxlébe & mit zwe"- Eisfaxtenzäbnen in 1316 größ3r6n Tikarort: zam (Fkrkauf voa Stoffsn entsandt batte, abgefangen und zwei der- s-lben €6tödt61 seien. Ich hielt es für dringend nötbig, daß diese Axizelegenbeit sofort Oerfönlich von mir in Tibati ge- regelt wsrde. Jn Begleitimg des Häuptlings Cb6mm6 [angie ich am 26. Dezembxr in Tibati cm. Vier Marschstunden vo_r Tibati erschienen Boten des Sultans mit 35-71 durch einen deexitcick an- einander q6feff6iten L6nt6n, w6lch6 dén E:saß für „dix b6106n getöbteken Cbemmeieute daistzllen sollten. Ick befreite dlI beidxn, zwzi vor Jabrm 116211146116 Wuie, und übkrznb fi“. Cbzmmk, de_r si3_ sofort in s6in6n Oct schickte. EJ 136116311616 mir nu_x1 61:16 Gsmndkjébxét nach der anreren, die von dem Szlian bxn Axktrag batt6n, mich zu be- grüßkn. An dsm Stadtiboc 101116 icb warten, bis mi!) der Vertraute bes letxns, 6111 . Mann 9111116113 Abdul Kadri (gewöbnlicb Kadw: genannt), in, Emvfang nähme. Ich igngrieite natürlich diese Aufforderu'ig und rückte ein. Kadruz. ein älterer, sttrausn erw:ck6nder Mann, bezeßnyte niir zn Piscde mit großzm Gxsoiga gleich darauf auf der Hauptstraße,_ begrüßte mick), ichw6nk-'6 dann ein und feßie fi:b an die Spitz? _memzs Zuzes. So 96161161, erreichte ich den Pl]? vor dem vrooitorijäokn Sultanspaiais, der von einer 2000 bis 30Wkövfig6n bxwaffnxten Menschenmenge an- aefüllt war. Ich ließ aufmarscbieren und erwartete, f6lbst zu Pierd-z fisend, den Sultan. Als er nicht kam, lief; ich ihn hkrausrufen. Er erschien auch alsbald mit seinem gamen ©319le und b6grüß16 mich, worauf ich 32 dsm mir anxswiesenen beöit abrückxe.
Das 61g3ntlich6 leav6r, dem der Häwtiinq Cbemme als Kläger b-iwobnie, fand Nachmittxßs in meinM Gehört stait. Sultan Cborimx erklärte, der Herr Kommandeur*) babe ibm seiner 3611 er- öffaet. daß 1631 (11165 Elfenbein zum Vsrkauf nach Yokö zu bringen sei. Er habe daher die fünf Cbkmm6161116 in b-stzr Absicht für Nicht- befolg-mg diesxs foebls bestrafen WOÜSI. J:!) belehrte ihn nun über das Falich6_xein6r Auffassung und drohte,- ibn aufs Aller- strengste zu bkstcasen, fai]? er es noÖmals wagen 101116, gegen direkte Unt6rtbxnka der Station sklbit ekwxs zu unternehmen. Die übrigm Gsfanzenen gab er so'oxt zurück und zahlte. abgesehen von den beiden freigelaffenxn W116, no:b sine Entschädigung in Hauff;- gewändern. JH bcnußte die drei qu6 mxines Aufsnib-ilts in Tibati, um mich mözlichsi über die inneren V6rbältniff6 disscs FuUa-Staxtes zu unterrichten und die angysebxnstxn bobs Asmter bekleidenden Psr- sönlichkeiten ,kennen zu lernen. DIS Fuüawort für „Fürst' ist Lxmido oder Lama. So beißt ?“ jßige Szltan Cbiroma Lxmu. Dec früher?, jest in deutscher Gxsanzeaxcbüt bSfiKDUÖS bies; mit s61n6m arabischen Namen Mohamed, der auch Mabamz, kurz Mama, ausgx- svrochen wird. Er wurde also Mibxma odxr Mxmx Lama, d. b. Für)! Mama, genannt. In der Stadt herrscht? reges Treiben. Vor Sonnenaufgang erschailte das Allabgsschrei des Jmains yon der Moshse sowie auch von den kleinen, an den Straßen gelegenen öffentlichen Gebeipläßen. Um 6 Uhr früh begann sozann das Mar.!tgetriebe. Bis in die Dunkelheit binein wo,;te dort eine groß! Menschenm6ng6. Jti den erkaubeuden wurd-n auße: Gznukzmitt-xiu, wie Rind- fleisch, Milch, Butter, Salz, Zwiebsln, süß? Kirtoffxln, Durrba-Bier u. s. w. imd Hiussx-Ilrtikeln als quge, Korb- geftxcbte, deerwxaren u. 1. w., ana: Wxxren engliscvan Ursprungs feilaeboikn. Bezahlt wurden die Wxaren in Kauris. An den Siraßen bockten Bettler mit förverlich6n GZÖké'chén, die von den Vorübergehenden gefütiert wxrde'n, Supvs- un) Fufu-VerfäÜerinnen vriesen auf der Straße mit gklléndem Gsichrei ihre Waxre an _ 5 Kauri für eine kleine Kalebaffe _, und Käuier von Pfsrden versuchten mit den zu erstehencen Thieren die gewaxtest-n Reiterkunstiiücks auf der Haupt- straße. Axis allem_ konnte ich erseb6n, da!"; das sten in d6c Stadt alsbald sein aütäglichss Gepräge angenommen bxtte.
D16 G6legenbett mein6r Anwzsenbeit in Tibati wollte ich dazu denn en, um, guf einem Umwzge nach Yoké) zurückkebrknd, einerseits die Stromverbaltniffx des Djzrem, andererscits die früher zu Tibxti, jetzt zur Station gehörigen Wuteorte ngandi und Wunsere kennen zu lernen. Am 30. Dezember vxrließ ich die Stadt und trennte mich am Maq Meng (nicbt M20 Bcle), auf deffsn rechtem Ufer Tibati 11641, mtt acht Soldaten vo_n dnn übriqen thacbxment, das unter Lubrungxines farbigem Unierosfiziers direkt nach dem Djerem marsch16rt6. „ck selbtt fubr nz Waffe: dcn Mao Msng abwärjs. Die mit vom Sultan zur Verfugung gestellten zwei Kanus (Einbäame) batten bis- b6r nur zum Ueberießxn über den_ 40 bis 50 m breiten Fluß gedient und waren von plumper, schwersäiliger Bauart. Das lußbett des Mao Meng ist tief eingeschnitten._ Zu 3611 lag der Wasserspiegel 6 bis 7.111 untzr dem gzvachxenen Boden, und so bildeten die Ufer zumeist senxrecbte, wie Lebmmauern aus dem Wxffer aufragende Wände. Zahlreiche Sandbänke waren 1681 zur Trockenzeit sichtbar, dqcb gewährte das Fahrwasser _ von mindestens 1 ru Tiefe _ ein sicheres Passinen. Infos e der zahllosen Schlangen- wiudungen des Flusses gelangte ich 6th am 31. Dezember, 9 Uhr Vormittags, in den Djerem der bier eine Breite von 150 bis 200111 hat und im übrigen zunäch1i denselben Charakter zeigt wie der Mao Meng, sich aber nach einigen Stunden bis zu 300 m verbreitert, indem zugleich seine Ufer mehr und mehr verfiaÖen. Die Vogel-
“ ') Der Kommandeur der Kaiserlicben Sobuvtnwve- _
"K
wxlt, die im Mao Man unamxin zabltrieb un'! vielfälti v a " s' ,.anx-ÖißMlicher, dagegen zeigte sich dieselb? ner?!“ J-Yßchz ““und *Ktok . .' _Die 1166: Umqebung beider *keiet';='-ü[i-6e„all.- dasspißi'LkBtld: _ eklige, hügelige Grassavxm, von Buscbftreifen diirchozen, mit vielen einzeln 113561112611 5915,- ßämmigen Fächervalmen und in der Nähe des Wxssers Wein palmen. Ick batte ursprünglich die Hoffnung, vielleicht _“ wxnn es auch wenig wabrscheialicb war _ bis zu den Nachtigal- scbnxlien offenes Fabrwqß-xr zu findzn. Doch 36191611 sich bald vxremielte, dann ailmablich die ganze Breite des Fluffy ausfüllende Fxlsen, die, dicht unter der Oberfizche des Wxffers bxfixdltck), Sbnellenbildung verursacbea. Da ich jenseiu wiedex offenes. Wasser sab,“ versuchte ich zu passieren. Beide ?Ka'ms fuhren jedoch gleichzeiti in voiler Fahrt auf.». _ «klobigen Bauart. ist zu vxedanken; daZWsie “n1ch1 zer'bracben. 61111 anch das Gepäck und die Waffen unter xffer gecietben; so konnte do!; alles nach mehrstündiger Arbeit an das rechte User geschafft wsrbeu. In dem unweit gelegenen Dorfe Galadima Bela nahm ich Qaartier. Göseu Abend langte hier auch 'die quvtkolonne an. Da diese zwzi sehr an- ftrengeade Mars-Htage bmter siÖ hatte. so blieb fck am 1. Januar hier Den 2. quuar benu 16 ich, ua; dr,e_i Mnstbsfanden unterbxlb gglxgene' Fäile zu beiuchzn. as Fluß5ett Ui [3166 in seiner ganz-n Breite von etwa 30) m mit einem Gcwirr von riesigen Felsblöckm angefüllt Jéßt zur Trockenzeit zwängte 1165 das Waffe:: hauptsächlich dnich drei größere Felsenrinnen hindurch. Ja der gxößten, 20 bis 30 w breiten stürne die Wxffermaffe in mehreren Siuxen mit donnerndem 1535| 6th 20 m ties binxb. Ja der Régenzeit, bei 6 m böbxrem Wgffxd stand, müssen die .Beiascbneüsn' ein ix_nvysantes Sbauspiel dar- bieth. Noob an demselben Tage !kßke ich dich! unterhalb Galadima Veia über den Djsrem und nahm in dem kleinen Veiadorf; Dambonö Quartier. Währendbie am M10 Mzng in vielen kleinen zu Tibzti gehörigen Farm-n ausgifige Bevölkerung ausschl16ßiich dem, Mbumstxxnme angehört, sist hier auf d6m linken Ufer des Dj'rem ebenfalls m kleinen zécstreat_lisgend6n Farmdörfsrn drr Bxiasixxmxx, Auf dem r6ch16n Djerem-Ufer wohnen Wale und Bei: gemjsaxx, Mbum sowobl_ wie Ware waren ssbr zutraulich, dagegen fizl das sch3ue W6|6n der B614 sehr auf. Msine gleich anfängliche Vzrmutbung, _daß die Bsia mit den .Baja' Mizon's identisch seien. ivurde tväier bestätigt. Wie nämlich meine Nachforschangen ergaben, fia: dieseibxn bor Bxginn der Vxlagerung Ngambxz, also vor etwa 13 beren, yon Kund? aus nach Wxften aezogen. Sie unterstellten sich gl6_icb damals fruiwiüig der H6r61chaftTtbati's. Dj: wznigen vor mir 6x1ch16n6aen B:iamä-xn6r belehrte iH über die guten AbsiHi-xn der d6u11ch6n Rzai-xrnng und forderte si: auf, diess ihren Siammeögenoisen mitmtbeilen. _
_ In drei starken Tagewärschen in jäxlicber Richtuna krreicbie ich jodznn von Dambonéz aus das 4-1 Mar1chstund6n östlich des Djerem gelegene Jangandi und in _6in6m wkiteren Tagemarsck) in südwestlickx: Richtung das 233 Mar1ch1tund6n westlich des Djsrem gelegene Wangers. Ani dsr ganzen Streck: von Dambonö bis Jangandi berührte: ich nch die zw:1 keinen Wutedörfer Janng und Jamiéx. Bei jzd-xm dieser beiden Orte wie auch dicht unterbalb WMJM konstatierte ich weitere starke Schnellen im Dj6rem, dix allerbinzs weniqer bsdeuiepid wie die Veiascbneilen find. Ja-sgandi zählt 6115120), Wangere nur 100 Häuser. Eingerechnet die vaöiksrung drr Farmdörfer, 11113 j6d6: der bxiden Orte etwa 800 bis 1200 Einwohner zählen. U3b3rall wn die Aus. nabmx eine Vorzügliché. Die Leute sind offenbar darüber erfrcuk, daß 116 das durch Abgaben an Skiabsn,_ Elfenbein und Extreide sowie durch G6wxltibä11qkeiten aller Art lästige Fuaaiocb gigen die deutsche Hzrrschxft Vertau'cht haben. Oxstlicb und südöstlich dlk beiden Dörfer sitzt der ansch61n6nd zablreicbe Keperrestamm. Der auf den Karten angeg6b3n6 Nini: .Bar-a' sou im allgemeinen „Busch. gegen)" bedkuten, in diesem Fall das Land der Keperte. Der ebenfalls auf den Kart6n v:»rzeichnete Name „BS_tekke“ war dagegen überall un- bekannt. Nach übersinstimMnden AULMJLU der Beia urid Wut: liegen östlich de: von Ersteren bewohnten Gegend am Derem und nördlich von Janaandi, alw westlich von Kunde, große, völlig unbewohnte Land- striche. Ein direkter, viel benußter Weg_ von Jangandi nach Ngümdere existiert nicht. Von einem „direkten Handelswege" von York) über War:g6r6_Jang1ndi nach Ngämdcre _ der früher erwähnt wurde _ kann aber auch schon deshalb nicht gesprochen werden, weil Wungere, wie _mxine Routeyaufnabmen ergabkn, wesentlich südlichermund au;b örtlicher lisgxn muß, als es auf den Karten an- gegeben ui. Vier Tagemärsch in westlicher Richtung, von denen zwei duech_unbewobnte ngend führten, braekten mich von Wangyre nach Station Yoié) zurück, wo ich am 12. Januar wieder aniangte.
Oesterreich-Ungarn.
'
Wie dem „W. T. B.“ gemeldet wird, hat der Abg. Kramarc in WM in Semil gehaltenen Rede angekündigt, das; die C56ch6n gegen die Jnvestitionsworlagen, das Investitions- budget und das provisorische Budgot Obstruktion machen WÜden, falls ihnen nicht vor der Eröffnung des Reichsraths die czechische Amtssprache eingeräumt werde.
Großbritannien und Irland.
Die Königin hat, wie das „Neuter'sch: Bureau“ m-xldet, die Exnladung, Belfast zu beiuchsn, abgelehnt, W611 Ailerhöchft- dieselbe sich entschlossen habe, während ihres Aufenthaits in Irland von jeder ermüdanen Rcise abzuskhen, von der an- genommkn mörden könne, daß fie dem günstig6n Einfluß eni- g:"„qenwirke, wc1ch6n d;r jüngste Laftmechsel auf die „Königin ausgeübt habe.
Frankreich.
Der Präfidcnt Bouvet besuchte, wie „W. T. B.“ be- richtet, gestern Morgen die russische Abtheilung der Weltausstellung auf dem Trocadero in ngleitung der Minister M111_6rand und Delcassé. Der Prändentwurde von dem rusfijchen Botschafter Fürsten Urussow und dem General-Kommissar “Fürsten Tenischeff empfangen. Der Zeremonie wohnten auch die Emme von Kbiva und Bochum bei. Der Fürst Urussow führte den Präsidenten unter den Klängen der Marseillaise und der russische! Nationalhymne in den Ehrensaal und überreichte Mit im Namen des Kaisers Nicolaus die aus Marmor un _Edcl- steinen gefertigte Relicfkarte von Frankreich. Der PWW?"t Loubet dankte für diese erneute Bezeugung der freundschaft“ lichen Gefinnungen, welche die beiden Völker verbanpen. Hierauf besuchte d6r Präfident das russische Dorf, woselhst ihm Madame Takunjchikof im Namen der Großfurßin dElibsaveth, dem russis en Brauche gemäß, Brot und Salz ar ot.
Italien.
Der Botschafter Graf Lanza wird, dem „W. T. B“ zufolge, Heute von Rom nach Berlin abreisen.
Spanien.
Der Finanz : Minister Villaverde bereitet, _wie den! T. B.“ berichtet wird, einen Entwurf von Vesnmmunaen
W. kür die Konvertierung d6;r Staatsschulden vor. Sw-
bald der Erfolg der Konvertierung bekannt sei, werde das
Ministerium sich mit der bereits angekündigten Anleihe k?
schäftigen.
, Portugal- gus Lissabon meldet „W. T. B.“, der dorti en Tele- envern'mltung sei untersagt woxden, Sympatb 6-Tele- amm? der r ublikanischen Partei mLiffabon dem 1)r. Leyd s 51:11) den Ange öcigen des gefallenen Obersten thlebois-
il u ustellen. _ Ein Tele ramm des Blattes „Patcia“ Y§39r1ozberich165 daß die Zensur vzrboten habe, dem 1), eyds eine Kundgebung der dortigen Studterenben “en den Durch ug britischer Truppen durch Mosambique Tg übermitteln, Wie dies: Kundgebung den ausländischen Universitäten zu übersenden. In der Kundgebung .hxiße ,es, man müsse feststellen, daß die portugiefische Universitat nicht den verbrecherischen Irrwegen der Regierung_ mitschuldig Das Blatt kündigt an, daß es Lift6n für eme Pxotest- deehunq seiner Leser au'flege; die Namen der Unterzeichner «rde cs sodann veröffentlichen.
Niederlande. Der Minister des Auswärtigen de V6 aufort ßqttete, wie W. T. B.“ meldet, gestern im Haag der Byrenmisston einexi Gegenbesuch ab. Die Mitglieder der Misswn nahmen Mit den Gesandten ])1'. Leyds und ])r. Muller gestern Aberzd an einem Diner bei dem Minifier-Präfidenten P 16 rson theil.
Amerika. Aus Washington wird dem „Reuter'schen Bureau“
"berichtet: Da der Sultan, entgegen feinem bereits vor
16 Monaten gegebenen V6rsprechen, immer noch nicht an die amerikanischen Misfionare die Entschädigung für
*die Zerstörung des Eiqenthums derselben im Gesammt:
merthe von 90000 Dollars, die während der armcnijch6n ijßén erfolgt sei, habe zahlen (affen, seien, die diplomatischen Beziehungen zwischen den Vereinigtep Staaten und der Türkei 18131 sehr gespannt, und da die Diplomatie anscheinend ihre Filmeiitel erschöpft habe, komme es möglicherweise dahin, da dil“ Staats-Sekretär Hat) dem türkischen Gesandten seine Pässe schicke. ,
Zn KingstonGamaiea) ist aus Columbien die Nach- xjcht eingetroffen, daß bei Matumundo und Pradeya zmeigroße Schlachten stattgefunden hätten, in wel.chcn die Aufständischen völlig qeschlagen worden seren und Sroße Verluste an Todten, V6rwundeten und Gefangenen ge-
abt hätten. Afien.
Die „Times“ veröffentlicht das nachstebsnde Telegramm aus Labore vom qestrigen Tage: Die „Civil and Military Gazette“ veröffentlicht einen Brief des Emirs von Afghanistan an einen vsrtrauien Diener, _in welchem er darüber Klaas führt, daß 1651, wo_ Afghanistan auf allen Seiten bedrängt werde, die britijchs Régicrung keinerlei Interesse an ihm zu nehmen scheiße und sich 561 _Seite halts. JedeSmal, wenn er bei einem rusnschen Angriff einm (Heaen- zug angercgk habe, sei er ohne Antwort 0011 der indischen Negieruna geblikben; nur der Vorschlag sci _ ihm gemacht worden, Afghanistan möge zu dem Bau von Eiienbahncn und Tclegrap enlinien seine Zustimmung geben. Das sei aber un- möglich, (: es ein Mittel sein würde, Afghanistan zu ruinieren. Der Emir schließt: „Troß aller dieser Sorgen habe ich mich 21 Jahre lang als festen BundeSgenoffen der britischen R6: gierung bewährt,- nun aber muß-icv der indischen Regierung yagen, daß jeßt die Zeit zu Thaten ist, nicht zu Reden,“
Afrika.
Aus Djibuti berichtet die „Agenc6 Havas“, daß die Mahdisten vor den Verstärkungen, welch6 der Negus Menelik seinen Truppen gesan"t habe, nach den inneren Theilen der Landschaft Oqaden geßobcn seien. Die Abeffynier seien nach Harrar urückgekehrt.
Die amtliche „ ondon Gazette“ veröffentlicht Depsscben der Gknerale Sir Redvers Buller und Sir Charles Warmn über die Vorgänqe beim Spionkoy und ferner rmx Depesche des Feldmarschalls Loro Roberts an das Knegöamt, in welcher die erwähnten Depeschen der beiden anderen Generale besprochen werden. Nachdem Lord Roberts betont hat, daß in diesen Depeschen der OperationsUlan nicht klar dargelegt word6n 121, radelt ex, daß der (Hmeral Sir Charles Warren an dem von Sir Revvers BuUer vorgkschriebenen Plan Aenderungen vyrgenonxmeii habe, und bedanert, sich der Ansicht des ersteren Uichx qnjchlteßen zu können, daß der Oberst Thorneykroft voritckdtig gehandelt, indem er den Rückzug vom Spionkop angcyrdn-thabe. Lord Roberts findet im Gegenthsii, daß dieser OWT, Über dcffen persönliche Tapferkeit er sich Höchst lobend “Ukpklckxi, nicht zu entschuldigen sei, daß er eine solche Ver: animorti1chk€it übernommen habe. Lord Roberts bzdauert ferner, Zak; der Gkneral Sir Charles Warren, obgleich er die kritische »Uge der Truppen gekannt, nicht persönlich ren Spionkop auf: Iksuchi hab?, und stimmt mit Sir Redders Buller darin uberein,__daß es an der nöibigen Organisaiion und an dem sitxmatqchen_Vorgehen gefehlt, was in sehr ungünstiger
1118 auf die Vertheidiqung dieser Stellung zurückqsmirkt Zabcx quch hält Lord Roberts dafür, daß dieser V:rsuch, 397101171111) zu befreien, der gut vorbereitet gewesen W hätte gelingen müffen. Der Mißerfolg sei 111611- weise Len Terrainschwierigkciten und den domini- KMM Gtsllungen ch Feindes, aber wahrscheinlich auch „m Mangel an Urtheilsfäyigkeit und administrativer Tüchtig- „It _des Generals Sir Charles Warren zuzuschreiben. Was 1UxFéhlLr aber auch der lehtere begangen haben möge, so IWK? man doch den Mißerfolg auch dem Umstand zuschr61bcn, aß dcr Oberbzfehlshaber seine Autorität nicht genügend zur
“ZUM zu bringen gewußt und es unterlassen habe, fick) davon YFZWSUJM, daß'seinc Befehle auch ausgeführt würden. aux Roberts konstatiert schließlich mit Genugthuuna, das;, wie
d") kaefchen Sir Redvers BuUer's und Sir Charles
arrens hekvqr ehe, die Haltung der Truppen böwunderns- Werth gewesen 1611.
BloDer Féldznarschall Lord Roberts telegraphierte aus
Lemfontetn vom gestrigen Tage: Die Engländer in ,eerMLk 11111) noch immer von den Buren eingeschlossen. Mgmselyd 10112 iiber nicht recht energisch angreifen, da er ko vnn seiner Verbmdimgen besorgt sei. Die biitiichen El1lsaß= Rdeernh "äheklen sich Meppener von wei Seiten, über von R MS und über Rouxville. Bei er Wiederbeseßung hätten Zuxere durch dxn General Brabant am 15. d. M.
haft ck die Vurenzmuckgezogen. Der General habewichtige
D ""Ist?" vor enommen. von Jer „Times wird unter dem 15. d. M. über Weppener
ammxXSherg gemeldet: Am Freitag Morgen machte
*die Mitglieder begrüßte und. die Wünsche des Pap
der eind einen Vorstoß gegen uns-Zre linke Front mußte sich ' JM» Wirken des Konnreffss zum Ausdruck brachtx. Dann hielt
jedo nach mehrstündißem Gefecht zurückziehen. Den anzen Tag über wurden tun um unsere Stellung einzelne (busse abgegeben, aber der Angriff läßt anscheinxnd nach, obwohl längs der fkindlich6n Stellungen eine Anzahl frisch aufgeworfener Schanzen fichtbar find. *
Nach einer Meldung des Feldmarschalls Lord Roberts vom 17. d. M. berichtete der General Settle aus Kenhardt, daß etwa 200 Transvaal-Vuren am 13 April einen ent- scblo enen Angriff auf Dopas Poort gemacht hätten, dieser Ort edoch von einer Abtheilung irregulärer Reiter gehalten worden sei. Die Engländer hätten zwei Todte und einen Verwundeten verloren, der Verlust des Feindes sei erheblich.
Das „Neuter'scbe Bureau“ crsährt aus Masern vom 16. d. M.: Patrouillen der Buren berichteten von dem Vor- rücken britischer Truppen zum Entsaße von Weppener. Die Fauptmacht der Burenstreitkräfte solle darauf dringen, die
elagerunq aufzuheben; der Kommandant Ollivier aber widerseße iich diesem Schritte.
Dasselbe Bureau mxldet aus Beira vom 14. d. M.: Drei Transportschiffe _mtt australischen Buschmännern an Bord sind hier eingetroffen.
Der bei den Truppen dxs Oberstén Plumer in Gaberones bkfindliche Korrexpondent des „Reuter'schen Bureaus“ telegraphierte unter dem 6. d. M.: Die feindliche ArtiUerie vor Mafeking hat au6gez6ichnete Bespannung. Die Maschinengeschüße find aui leichten Fahrwerken montierx, Yes wird von vier kräftigen Pferden gezogen. Unsere leßten
kundungsmärsch6 im Marico-Distrikt 6rgaben, daß die Saaten vorzüglich steZen. Es sei unwahrscheinlich, daß die TranSvaaler Man 61 an ebensmitteln hätten. * as .,Reuter'scbe Bureau“ meldet aus London, nach den daselbst eingetroffenen Nachrichten habe die Beseßung von Tuat und ngis durch die Franzosen groß6 Er- re ung in den amtlichsn Kreisen Marokkos verursacht. Ein 1101)“ Beamter sei gkstern in London eingetroffen um formellen Protest zu erheben. Es werde befürchtet, daß der tvichtig6 Handel mit Tafilelt zum Nachtheil des marokkanischen Schases nach Algerien werde abgelenkt werden.
Statistik und Volkswirthsehaft.
Zur Arbeiterbewegung.
Nack) einem Txlegramm dss Londoner „Daily Trlegravb' cms New Y brk oom gestrigen TU! ift es bei den Dammarbeiten am Croton- ftuß, wcklch8k waYzck rnit Trinkwaffer versorgt, zu ernßen Unruhen gekommen, da 115 die Bauunte'rmbmxr weigerten, für die Erri-Htung rer Reiervoirdämm-x den Arbkitsiobn zu erhöhen. Es waren ins- gesammt 800 italienisch6 Arbeiter an dem Bau bxschäfiigt, wclche alsbald die Arbeit niedsrlegten.
Kunst und Wissenschaft.
DN 29. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie ift beute hier in Berlin, im Langenbeckbauie, er- öffnet worden. In Vertretung der Militär-Mesizinaibebörde war der General-Siabwrzt der Arxnee Dr. von Coler mit dem General- Obergrxt 1)r. Schj6rning erichienen. Bon früheren Präsidenten der Kongrkff: waren der Wirkliche Geheime Rath von Esmarch und die Geheimen Rätbe Trendelenburg und Gussmbauer zugegen. D16 Betbkiligung der Mitplieder ist eine überaus reße; aus allen Ländern deutscher Zunge sind Vertreter der ch1rurgisch6n Wiffenscbaft berbei- aeeilt, auch drei Pariser Chirurgen haben ihr Erfch61n6n angemeldet. Als Piäsident der Geselltchaft eröffnete der Geheime Medizinalratb Profeffor 131". Von Bergmann-Berlin den Konßreß mit einer Ansprache, in der er auf die glanzvolle Entwickelung der Chirurgie im 19. Jahr- bundert hinwies. Die Chirurgie habe in 11:76:11 Jahrhundert die innigsts Verbindung mit der Naturwiffenscbaft gewonnen u_nd KSPÜSJT und mitibr Vereint Großes erreicht. Der Präfide'nt würdigie jovamg kurz den Antbeil der Gesellschaft an den Leistungen der Cbirurgieun: 1chloß feine AnsVrakbe mit der Mahnung, das, was das sch6156nd6 Jabr- bundert binterlaffcn, dankbar in das neue Jahrhundert binüberzunebmsn. Profeffor von Bergmann widmete hierauf dem Vscstprbenen Ehren- mitgliede Janus Paget, deffen den Saal schmückendes Bild mit einem Trauerfranz umgeben war, sowie den s16b6n ver- storbenen Mitgliedern der Gssellscbaft warme Worte des Nachrufs. In gleicher W6is6 36511516 _ er“ der verstorbenen béi'xen Verleger der Zeitschrift der stellickpxst. Er vroilamierte sodann die Mitglieder des Ansicbuffes, wxlch6m Professor FranzKöyiF-Berlir. als Vioe-Präsident, Proieffor Körte als Schriftführer und Geheimer Sanitätsratb Profeffor ])r. Habu als Kaffeniübrcr an- gehören. Die be1 der Mitglieder der Gesellschaft ist wiederum gewacbicn und bsträgt 963. Die Bibliothek zählt 16204, die Porirätsammlung 379, die Röntgensammlung 1059 Numrxiern. Der Präsident machte endlich noch Mütbeiluag von der Stiftung dreier Oel ?mälde für den ngenbrck-Saal. Diese Bilder stellen dar den Ober- undarzt dor Charité Murfina, einen der bekanntesten Cbirqrgea aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges, farner den preußischxn General-Arzt Strobmxyx, den Lehrer von Esmarch's, uad 6ndlich_dcn Bziier Chirurgen Vocin. Das Direktorium dks Gcrmani'chxn Majeums zu Nürnberg unterbreitete dem Kongreß die Bitte, sich für Schaffung einer médico-bisisrischen Abxbeilung im Germanischen Museum _zu, Nürnberg zu interessixren. _ Nach Erledigung déi] gxscka1tl:ch6n Theils trat der Kongreß nunmehr in die wiffén'chxstlicbe TageSordnung ein, für Weiche 17 Vorträge und Krankenvorfte-Uungen vorgesehen find. Die erste (Grupp: dieser Voriiäge betrifft die Behandlung der Cnrcinome. Pcoieffor CzernyHeidelbsrg besprach zunäkhst die Behandlung inopeaablk'r Krcbse; johann wurde von verfcbiedenen Gelxbrten übxr die Technik der Mastdarmresthionen und über Mastbarmopxrationen wegen Carcinom und über die durch die Operation erziklten Resultat: berichtet. Die Krankenvorstellungen be- zwkckten zumeist Demonstrationen auf dem Gsbietc ber Knochenplaftik. _ Mit Jem Kongreß ist eine Ausstellung ber- bunden, die in den Räumen der Poliklinik, im Vorhof iowie im Treppxnbauke des Langxnbeckbguch untergebracht und von 41 Firmen aus Bsrlin, Breslau, Krekelb, Erlangen, München, Dresdm, Cbemnis und anderen deutschen Ocken, sowie aus Kopenhagen und Stockholmxbeichickt ist und eine Fülle interessanter Neuheiten bringt. So führt die Kopenhagener Firma Blechingberg & Co. das Faarugö'sche Patent des Féstipannens künstlicher Glieder mittels Luft vor. Be- sonders zahlreich find Apparate zur Erzeu-Hung und Verwntbung von Röntgenstrahlen ausgestellt. Auch die nwendung des elektrischsn Lichts für therapeutische Zwecke wird in interessanten Apparaten vor- aeiübrt. _ Schon vor der Eröffnung des Kongreffes bajten verschiedene Kranksnbausbesichtigungen stattgefunden.
In Rom wurde, wie „W. T. B ' meldet, gestern Nachmittag im großen Saal des 1ömischen Seminars der zweite inter- nationale Kongreß Tür christliche Archäoloqi6 eröffnet. Der Eröffnungsfisung wo nien, au 61: zahlreichen Mitgliedern des
_KongreffesV dreizehn Kardiaäle, me rere beim Päpstlichen Stuhl be-
ertreter auSwärtiger Mächte sowie mebrereBistböfe und Prä- in welcher er
Kaubigte für ein er-
ten bei. Zuerst hielt der Kardinal Paroetbi eine Ansvt
Vorsißeude des Kongresßs DuebeSUe die Eröffnungsrede. Nach- dem noch Professor Petersen vom deutschen archäologischen Institut in Rom und Professor Müller im Namen der Gesellschaft für christ- lich6 „Archäologie in Berlin das Wort genommen hatten, wurde von der Versammlung eine Begrüßungsdepefche an den Papft abgesandt und sodann die Sisung aufgehoben.
44: Eine Kollektiv-Ausftellung von Bildern des jungen Berliner Malers Carl Max Rsbel im Oberlich11aal der Kunst- handlung von Keller und Reiner (Potsdamerstr.122) bew6iü, wie viel |ck, durch das Studium modkrner Malerei erlernen läßt. Rebel hat mit aufmerksamen: Auge in die Werkßatt fast aller Führer der modernen Kunst geblickt, von einem jxden etwas sich zu eigen ge- macht und dabei viel Ucibeil und Geschmack bewiesen. Seine Kunst exinnert lxbbaft an die jablr61ch3n Komponisten aus der Schu16 Wa ner's, die ficb_d16 von j6nem Meister schwer errungenen Außdrucksmitte obne wesentliche Schwierigkeit angeeignet haben, auch aus 56:11 Formen- gebiet der Klassiker und Romantiker bie und da einiges in ihre Werke aufnahmen, obne doch eine recbx schmackhafte Kost liefern zu können, ryeil der rechte Sauerteig,_ die starke Persönlichkeit, fehlte. So der- um auch Rebel's_Kunft, [obald ste_aus dem Rahmen des Erlern- baren und von ihr:: mit zweifelloiem Geschick Erlernten beraus- tritt, Halt- unb Reiz. Sehr vieles unter seine.: Leistungxn isi ;. B. landscbaixlich fein empfuyden _ es sei auf ein dunkel gehaltenes Dünenbtlb, das „Wiedecieben“, den „Ritter Zendelwald' hingewiesen _, aber 1216 Réminiscenzen an Böcklin, Stuck, Leis-tikow, Thoma, Sascha Schnsidxr u. s. w. verderbsn ihm das Konzept, zumal er s1ch in ein6,Gewaudung xu drapieren liebt, d16_zu ieinem künstlerischen Wachs nicht immer pxßt. Seine Pöantafi: 1chaut zurück in die Märchen- und Legendenwklr, die er mit moderner lyrischer Stimmung neu zu beleben sucht: ein Streben, das beute einer groß6n Zahl vvn Künstlern gemeinsam ist und nur feffeln kann, wenn 68 von einer starken Individualität getragen wird. Sein Talent für koloriiiische Wiedergabe _ftofflichxr B6sond6rbeiten weist Rebel viekleicbt am ehesten aui kaastgewerbliche Pfade, aucb dürfte ibm dieHIÜuftration lobmnde Aufgaben ftéilen. Es wäre inbkff6n ver- früht, die Grenzen einer so jugendlichen kaäbigung _ der Maler soüaerft einige zwanzig Jahre alt sein _ b6ute bereits abstkcken zu wo 6:1.
Wsit'eher als, Nxbel ist fich Albert Männchen, obwohl auch nolh m jugendlichen: Alter, der Schrank6n bewußt, die sein im Weien111ch6'1 dekorativ veranlagter Sinn ihm in Stoffwabl und Ausdrucks- mittel-. auferieg-t. Siine zahlreichen Eniwücst für dekoratibe Makrelen, die zum tbeil b6r61ts aus.:eiübrt wurden, zum tbetl die Feuerprobe in einer Dr6sdener Aussteüung bestandkn haben, sind in einem der geschmackooll eingerichikjen Neb-nräum: dcs Parterregefchoffes boa Keller und Rsmer vereinigt. Dsr Sinn für modkrne Linienfübrung und Formenwabl stéckt dsm Künf116: offenbar im Blute, aber eine gcdiexne Schulung bewabrt ibn bor Extravaxxnzen, durch welcbe Hxlbtalente nicbt selten die Aufmerksamkeit gewaltsam auf fish lenken wollen. Wenn es Männchen gelingt, seine noch etwas 566196 Farbengebung mehr in Einklang mit,d6r von ihm beliebtxn Formenzartbéit zu bringen, wird er vielleicht in noch höherem Maß: als bisbxr Anerkennung für sein ehrliches Sireben erhoffen dürfen.
Bauwesen,
In dem Wettbewerb um Entwürfe für Arbeiieewobn- häuser in Kirebditmold, den der Arbeiter-BaUVerein in Casal s. Zt. ausgeschrikbxn bat, wurdet], nach dem „_Centraibl. d. Bauvcrw.“ von den 65 eingelieferten Arbeiten folgende mit Preisen bedacht: Der erste Preis (800 26) wurde dem Eni- wurf: des Architekten Genschsl in Hannover zugesprochen; den zweiten Preis (600 ,a.) erhielt der Entwurf des Architekten Rein- schmid: m Solinaen, den dritten Preis (400 .“) der Entwurf der Architekten J.Heffemer und _J. SHmidt in München, 16 einm vierten Preis (200 .s) die Entwürw der Architekten Krämer u. Herold in Düffeidorf und A. Becher in Dresden.
Gesundheitswesen, Thierkrankheiteu nnd Absperrungs- Maßregeln.
Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche 111 den Kxiserli-khen G6sun0beiTSamt JLMZWST worden vom Schlarhtbofe 1a Bremen am 16. April.
Theater und Musik.
Berliner Theater.
23in voilbescßiem ngxse isierte gestsrn Frau Eleonora Duse, w71ch6 7116 ein kurzes Gamviel in B6rlin wieder eingetroffen ist, in der Titelrolle von Sardou's bekanntem Schauspisl „Fedora“ einen erneuth Triumph. Ihr unnachahmiicbes Spiel wirkte wieder als Off6nbaru-4g voruebmiter Larsixllit-gskunsi. Durch das völlige Auf- geben in ihrer Rolle und die subtii6n AuSdrucksmittel, die ihr in jeder Situation zu (Gebot: sieben. gelingt es ihr stets, das Ziel aller Kunst, die Verkörperung der Natur, zu nreikoen. So kommt es, daß sie auch in Aufgaben, in denen Andere vielleicht excentrisch oder nur posierend er- sch61n6n würden, groß und einfach cinen Menschen Veranschaulicbt, der so und nicht anders sein kann, Ihre Wiedergabe der Fedora bestätigte anfs neue dieses schon früb6r über ihre unveraleichliäpen Leistun-gen gefällte Urtbeil. Von den and6ren Mitwirkenden sind der tsmperament- voUe Partner der Frau Dust, Herr Rosaspina, sowie Fräulein ©anan besonders hervorzuheben.
Zentral-Tbeater.
Am Sonnab6nd vor Ostern wurde die Somm6r-Saison aufdieser Bübne mit ds: erstmaligen Aufführung der Ausstattungkpoffe mit Gesana und Tanz „Berlin nach El!“ Von G6org Okonkowski und Emil Sondermann eröffnet. Di6 Musik 111 von Franz Wagner, die: Inscenierung von José F:»iczy und ws Baüetarxangement Von Cuzen Eblebus. Die Verfaüxr haben einen 1chon oft für die Bühne beacbsireten Stoff in ein nsuss Gewand 961161561: Frau und Tochter 21-483 reichen Parfümerie-Fabcikanten sind im Sxebadeort; dec (Gatte, in Gkseüscbaft eines die günstige lesaenbeit benuvenden N6ffen in B6rlinxurücki6b116b6m genießt sein: Freibsit upd macht lustige Bekannt- schaften. Plösiiah kehrt di6Gattin unvermutbet zurück, und es ergeben fich hieraus allerlei kom11ch6 Situationen, die der Neffe in seinem eigenen Interesse noch immxr mehr Verwickelt, bis endlich zum SHlaß eine allzemxine Eatwirrung und versöhnende Lösung erfolgt. Dem Ganzen ist eine geschickt berechnete sceniscve Arbeit nicht abzusprechen; auch die Mufik, unter Kapellmeister Friß Lehner's Leitung ausgeführt, bietcxt angenehm ins Ohr fallende Weisen, obwohl darin nichts besonders Eiaenartiges hervortritt. Hrrvorg:boben zu Yerden verdient aber der Umstand, daß sich alle drei Akte ulcichmaßig anregend und flott abspielien und hinter
dem glanzvoll auSgeftatteten zweiten die anderen nicht allzusehr zurück- -
stehen. Die eingefügten Tänze waren sebr gefällig angeordnet und- die Leistungen des Chors annehmbar. Von den Fauptdarstellm
brachten die erren Sondermann, als Parfümerie-Fa rikant Flieder, .
ablau als dessen Neffe riß, Ander als Geheimer Rath Müller, niz als dessen Sohn mtl und Albes als HauSdiener Krampe ihre Rollen _recbt gelungen zur GeltunZ) und verstanden es, fortgeseJe Heiterkeit zu erregen. Die amen Albes, Grabiv, Froebli und Wildner wurden ihren Aufgaben qleichxalis treebs, wenn auch bei dsr leßteren, in der Rolle der Tänzern Mranoa, der erforderliche Humor und die graziöse Lebhaftigkeit bisweilen feblieu. Das ausverkaufte Haus bereitete der Saison-Neubeii eine lebhafte, warme Aufnahme, auch wiederholte Hervorrufe der Autoren blieben nicht aus. - -
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