1900 / 107 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 04 May 1900 18:00:01 GMT) scan diff

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"LRekckTäeké'xüek seien die Skunden, welch? Eure Kaiserliche und-

Köniqlkée Ma estät in dieser Stadt verwäleu! Reich gesegnet für

„U? Für ken! eich gesegnet für die Völker!

Seine Majestät der Kaiser und König Franz Joseph erwiderte hierauf:

,Ich danke Ihnen, Herr Bürgermeister, für die bMÜÖ? Ve- 'grüßung und bin hocherfreut über den prächtigen Empfang, den Mir

» *die Stadt Berlin dur ihre Vertteter bereitet hat. _ Ick sehe darin cLinen neuen Vewkis, daß die unverbruchliche

reu-xd ;: t, die Mit!) mit Ihrem erhabenen Herrscher vereint, auch Hier ;ck?va uns in der Bevölkerung Vollen Widerhall findet. _ Ich biéte Sie, der Bürgerschaft der Rekchsbauptftadt Memen

berzlioJen Dank und Gruß zu entbieten.“

Beide Kaiserliche Majestäten verließén nunmehr den Wa; en. Seine Majestät der Kdaiser Franz Zoskph reichte dem O er- Bür ermeiter die an . _ '

gHiermTf nähean fick) die dretEhandametz, Fraulenx Mg- tbilde Kirschner, Tochter des Ober-Vurgermmsters, Fraulem Grete Knoblauch, die Enkelin d_es Stadtverordneten-Vorstek)ers ])r. Lanßerhans, und Fräulem 'Lotte Jacobt, die Tochter dcs Stadtverordneten, dem Katscrlichen' Wax en. „Erstere überreichte dem Erlauchtcsn Gast einen mrt SZ!) eifen m den österreichischen und" ungartschcn Farben gcschmuckten Blumen- strauß aus artblühenden Prunußzwei en und rpetßen Blumen und sprach Jann folgendes, von Erni von Wildenbruck) ver- faßtes (deicht:

Durch unsrer Thore bochgebaute Hallen Ziebst, Hoher Herr, gebietend Du berxin; Laß einen zweiten Willkomm Dir gefallen, In unsre Hkrzen, lieber Herr, tritt ein. Wir möchten Dir ein Wort, ein einj'ges sagen, Das man nicht laut, nur leise sagen darf, Daß Lust und Leid, was jemals Du getragen, Den Widerhall in unsre Herzen warf. Doch Weil die Herzen schweigen, wenn fie lieben, So sei die stumme Blume unser, Mund, Du kommst zu uns, und wir sind Dem eblieben, Der Frühling Gottes segne diesen und.

Seine Majestät der Kaiser Fratzz Joseph datxkte den Datyen herzlich und bestieg dann mit Semxr Majestat dem Kaiser Wilhelm wieder den Wagen zur Wetterfahrt nauch chm Schlosse durch die Straße Unter den Linden. Fanfarenblaser _mtomertep die österreichische Hymne, brausqnde Hochs ertonten, dre Spalier bildenden ruppen präsentterten. Alle Fenster, selbst die Dächer der reich gcschmückten äuser, waren yon jubelnden Menschen bese t, und m_:f den rotwtrs stand eme dichtgedrängte Menge. 11 dsr rujfischen Botschaft hatte fich das diplomatische Korps versammelt, um Zeuge des Einzugs 1: em. z sDcr dem Schlosse nächstgelegene Theil der Linden bot ebenfalls ein farbenprächtiges Bild: Laubgcwinde um- rankten die Säulen des Opernhauses bis zu dem figuren- reichen Friese, auch der Balkon _ des, Palais Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich prangte m re1chem Laubschmuck. An der Universität hatten fich m ihren farbenreichen Trachten die studentischen Abordnungen aufgestellt. Das Denkmal Kaiser Wilhelm's des Großen war mitTannengewinden ver iert. Als der Wagen der Kaiserlichen Majestäten am Dcn?mal Friedrich's des (Großen vqrübxrfuhr, gab die L_eib-Batterie des ersten Garde - Feld - ArttUcrte = Regiments 1m Lustgarten den ersten Salutschuß ab, und die Truppxn präsennerten. An der Schloßbrücke, wo das Katser Alexander Garde:Grenadier-Regiment aufgestellt war, verließen Ihre Majestäten den Wagen und schritten die Front dieses sowie des Kaiser Franz Garde-Grenadier-Re iments ab, welches vor dem Hauptportale des Schlosses als hrenwache stand. So- dann folgte der Vorbeimarsch dieser beiden Regimenter und des Königin Augusta (Harde-Grenadier-Regiments, dem sich die Lcikaskadron des Regiments der Gardes du Corps und die Sqlut-Batterie anxchlossen. Alsdann begaben Sick) Beide Maxestäten untcr en .Hurrahrufen der Anwesen- dcn um 111/4 _Uhr in das Schloß, wo Seine Majestät der Kaiser und Komg, Franz Joseph von Ihrer Majestät der Katserin und Königin und den Prinzessinnen ch-Königlic'hcn Hauses empfangen wurde. _ Als dkr Erlauchte Gast das Schloßportal betrat, wurde die Standarte des Kaisers von Oesterreich, Königs von Ungarn auf dem Schlosse gehißt.

Seine Majestät der Kaiser und König haben, wie „_W; T. V.““ meldet, an den Präsidenten der Ver- etnrgten Staqten von Brasilren gestern folgendes Telegramm gerxchtet:

„Am beutigeg, dem Gedäädtniß der Entdcckuna Brafiliens ge- weihten Festtage ubcrsende Ick Eurer Exceüenz dsn AuSdruck Mliner aufxichtigen Sympathien und Meiner herzlichen Wünsche für das Gluck und das Gedeihen der befreundeten Nation, die Sie so würdig repräsentieren. Wilhelm, 1. L.“

In der am 3. d. M. unter dem Vorsiß des Staats- sekretars des Innern, Staats-Ministers ])r. Grafen von Posadowskt) - Wehner abgehaltenen Plenarsißun dcs BuqdeSraths wurde der Gcseßentwurf, betreffend die atcnt- anwälte, in der voxn Re1chstag beschlossenen Fassun an- genommen. Die Retchstagsveschlüsse zu der von den LHlbgg. Rembold und Genossen eingebrachten Resolution, betreffsnd die Re- vxfton der Vorschriften zur Bekämpfung der Maul: und Klaucn- euche, und zu Petitionen, betreffend die Einführun eincr Ma ima!- arbeitSzeit in der Textilindustrie, und betre end den chuß von Photographien gegen, unbefugte Nachbildung, warden dem Retchskanzlxr, dec Nerchstagsbesthluß zu einer Petition, betreffextd Einführung achtstündtger Arbeitszeit auf Berg- und Huttenwerken, und ein Antrag Hsffens, betreffend Aus: !thrgng des § ZH des Jnvalidenverstcherungögeseses, den zu- tandtgen Ausschussen überwiesen. Ferner wurde über Ausschuß-

anträße in Zoll: und Steuerangelcgenheiten, über die Seiner

Maje ät dem Kaiser_zu unterbreitenden Vorschläge we en Be- seßung der Stellen exncs Mrtglieds des Bundesamts ür das Heßmathwesen und emes ständigen richterlichen Beifißers dcs RefthT-Verßcherungsamts, sowie über Eingaben Beschluß ge a .

Breslau; 4. Mai. Auf Anordnung des fürst- bischö lichen Geyeral-VtkariatSamtes wird, der Schleischen Vokkszextung“ zufolge, am nächsten Sonntag 111 allgemeinen Kirchengebet nach der Fürbitte für

das Kaiserhaus “ol ender Passus "* *eiétgestßaltet: ' Segne

auch den lzeutigefng Tag, an welch3m stch Cuserem

geliebten Kuonprinzen die Schranken, des Lebens offtzen, und

sÉi aöxf seinem ferneren Lebenswege thm stets nahe mxt Deiner na e.“

Köln,3.Mai. Die Torpedoboots;xlottilletrakaeute Nachmittag um 1 Uhr 15 Min. ier xin. ämmt1icheGebaude am Rheinufer sowie die vor An er [tegenden Sch.! e, darunter auck) niederländische, hatten Flaggenschmuck qngelegt. * "ald nach der Ankun twurde, dem „WTB.“ zufolge, eme Vergnuxzungsfahrt der O 'ziere und Mannschaften der Torpedoboots-Divi um auf der „Hansfa“ stromaufwärts bis Lülsdorf unternommen, welche vom schönstenW-ettcr begünstigtwgr. Währen? dex ahrtfandeinFeft- mahl statt, für die Offiziere tm Salon, fur dre xmnschaften auf Deck. Der Gouverneur, Generxxl Freiherr v 9 11-253 tlcz eck, bxackxte einen Toast auf Seine Ma1estät den Laser und,Kontg aus und gab der reude Ausdruck über Hte m der Netchsxags- kommisfion für die [ottcnvorlage erzielte Einigung.. DerKaprtßn- leutnantFunke toastete auf dte Vertreter des gastfreien Koln und der Festung. Um 6 Uhr Abends traf die „Hansa“ wiedsr in Köln em. Die Offt iere und Mannschaften be aben sich alsbald nach dem Stadtt e_ater, in welchem als Floor- stellung zu EYren der (Gäste „Dre Meistersmger“ von 5 [(WM Wagner zur Aufführung elangten. .

Der Gouverneur Frei err von thgzeck und der_ Ober- Bürgermeister Becker haben, wie die „Koln. “tg.“ mxttheilt, fol endes Telegramm an Sema Ma1estä den Kaiser an König gesandt:

„(Kurer Majestät die aüeruniertbänigste Meldung, das; die auf Eurer Majestät Allerhöchsten Befehl zum Rböin entkandtc Torpedo- boots-Dioifion festlich eingeholt und, vom stürmischxn Jubel der Bevölkerung empfangen, sosben glücklich in Köln vor Anker aegangen ift. Freibxrr von Wilczcck, General dsr Infanterie. Becker,

Ober-Bürgermeister.“

Sigmaringen, 4. Mai. Seine Königliche Hoheit der Fürst von Hohenzollern ist Heut? zur Feier er Groß- jährigkeitS-Erklärung Seiner Kaiserltchen und Koniglichen

Hoheit des Kronprinzen von hier nach Berlin abgereist.

Sachsen-Coburg-Gotha.

Seine Königliche Hoheit der Herzog ist am" Mittwoch von München wieder in Cobur eingetroffen. Hochstderselbe wird sich, der „Goth. Ztg.“ zu olge, am Montag zur Kur nach Hsrkulesbad in Ungarn begeben.

SchWarzburg-Sondershausen.

Seine Durchlaucht der Fürst hat, wie die Zeitung „Der Deutsche“ meldet, Seine Durchlauchyden Prinzen Leopyld mit seiner Vertretung bei der GroßjährigkeitSerkläxung Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprtnzen des Deutschen Reichs und von Preußen beauftragt. Der Prinz Leopold wird sich am Sonnabend nach Berlin begeben.

Deutsche Kolonien.

.Ueber eine Epedition im Hinterlande von

Jriedrick) - Wilhe mshafen und Stephansort in eutsch-Neu-Guinea berichtet der Karserltchc Gouverneur von Bennigsen im „Deutschen Kolomalblatt“ Folgendes:

Anfang Februar traf der Dampfer. Johann Albrecht“ der Neu-Guinea- Kompagnie, der in Neu-Hannover und Neu-Mecklenburg Arbeiter ab- geseßt und angeworben hatte, in erbertshöbe ein, und der an Bord befindliche Plantagenleit:r, Herr Logg auS Friedricky-Wilhclmeajen, tbeilte mir mit, daß ste_vorausfichtbck) am 4. über die Frxnsb-Injeln nacb Neu-Guinea zurückfahren würden. Jeb bxnntzte diefe gunstk e und, da ich mit der .Stettin' Ende Februar zurüxksabren konnte, au nicht sehr zeitraubende Gele enbeit, um am 4. mrt dem „Johann Al recht“ abzudampfen zrvkcks esuchs der für den Handel wichtigen Frensb- Inseln und Erledigun? dringender Angeleaenbeiten in Friedrich- Wilbelmßbafen, sowie m HinterZande von Friedrich-Wilbelmshaken und SsepbaUSort. Leider war die Fahrt bis zu bey Frensb-Inseln wegen widriger Winde und Strömung sebr langxam. Erst am 8. Mättags trafen wir daselbst im Peterbafen (Injel Deslacs) ein. Die dort auf einer vorspringenden Landzunge bsfindlkche Fandelsstafkon der Neu-Guinea-Komvagnis, Händxer Péter Han en, dänischer Nationalität, likgt außerordentlich günstig, da große Schiffe in voll- ständig qeschüßter Lage: bis dicht an Land gehen können. Bisher wird in den Frensb-Inseln ausschließlich Kopra Produziert. In leßter Zeit hat aber die Komvagnie begonnen, zum Exvort wertbvollere Hölzer, wie ÜKESUQ dj_juxa (Neu-Guénea-Eisenbolz) und Saloybxyllum jnopb711uw (Neu-Guinea-Roxenbolx), schlagen zu laffen. Der Kändler hat im lessen Geschäftsjahre 250 Tyns Kop_ca an die

ompagnie ab,;eführt. Egbofft, diese Auösubr m der nachsten Zeit sicher baizubebalten und, 761119 er sich, wie beabsichtigt, em kleines Dampffadrzeug beschc-fft bat, dieselbe auf 300 Tons pro Jahr zu teigern. s Der Boden der Insel Vida (Deslacs) ist anscheinend in den nicht steinigen, ebenen Partien sebr fruchtbar und ift mit dichtem, urwaldartigem, riefige Stämme enthaltendem Busch bestanden. Die Bewohner der Gruppe find voüständig nackt umberlaufende, auf der niedrigstkn Kulturstufe stehende Kanakcn, welche mit den Ufiai' Ve- wobner des Innern) der Admiralitäts-Inseln gewiffc'Aehnlt keit haben. Nachdem 1894 und 1895 die Pocken stark bter gewütbet haben, ist die Bevölkerung in der Abnahme bxgriffen, zu der ins- besondere auch der geübte Kindeßmord viel beiträgt. Die beiden Inseln Vidu und Ningjaii (Mundua) Und im Igbre 1897 von der Kompagnie unter Auslegung yon Eingeborenen-Re!ervaiioxxen gekauft, ohne jedoch bisher im Grundbuchs eingetragen zu sein.

Am 9. Mittags fuhren wir, fortwährend mit widrigem Winde und Strome kämpfend, bsi dern der „Johann Albrecht“ durchschnittlich nur zwei bis drei Meilen machxn konnte, nach Neu-Gainea wxiter. Wir hielten uns ziemlich nahe dsr Küste qu-Pommsrns, d_effen Herrliche Berge bläulich zu uns herüber schimmerten. Long-Etland wnrde für kurze Zeit, obne Anker zu werfen, angelaufen, da Herr Long dort durch Rückspcaéxe mit den Eingeboreneg eine spätere Anwerbung Vorbereiten woÜte. kn Kanu mit zwei Mannern im „Kriegsscbmuck kam längsseits, und die Leute wurden mit Geschenken retxblich bedacht unter dem Beoeuten, daß wir bald wiederkommen wurden. Die anfchxinend fruchtbare und gut bewaldete Insel ist nur xcbwach von einem Stamm bevölkert, dessen Typus auf _seine Verwan tscbaft mit den apuas hinweist. Wir nahmen jeßt sudlickoen Kurs und steuerten zwis en Long-Eiland und der unbewohnten, bizarr geformten Kronen- 1J2r1sel kaurckp Weiter nach Fciedrich-Wilbelmsbafen, welches wir am

. erte en.

Nach Erledigung einiger Amthesrhäfte brach ich am 13. Mittags

in Begleitung des Kaiserlichen Rcchters, Affefsors Boetber, des

lantagenleiters Loag, einer o_lizeitruppe von 10 Mann unter

übrung des Polizeimeifters F tjcb und einer Trägerkolvnne von 30 Mann über Iomba nach dem Hinterland von Fciedrich-Wilbelms- bafen und Stephanßort auf in der Absicht, di: Trace des Weges zwischen Friedrich - Wilbelmeafen und Siepbanßort, deffen Bau seitens des Gouvernements beabsichtigt wird, zu erkunden und in den Dörfern der Tamuls (Eingeborenen) die HerauSgabe der bei ihnen als Arbeiter festgehaltenen, we gelaufenen Chinesen der Neu-Guinea-Kompagnie zu- erreichen. In Joruba war früher seitens der Kompa nie mit gutem Erfolge Tabackbau getrieben. Leider hat derselbe einige Zeit wegen Arbeitermanaels gerubt, soll aber jetzt unter Leitung eines älteren Sumatra-Pstanzers wieder auf-

genommen werden. Augenblicklicb geschehen dort nur die nothwendkasten

Arbeiten, um eine klein: Kokospalmen- und Kakaopftan ung in Ord- nung zu bastek. Von Iomba gingen wir immer dur sebr frucht- bares Gelände und dichten Zungen Urwald bis zu dem kleinen Ort: Xessup , wo wir bei errlichem Mondscheine übernachteten. Am anderen Morgen wurde na einer halben Stunde Weges der Marienfiuß überschritten. A e or Boetber war in dieser Ge end schon einige Zeit vorher mit cbneisenscblagen und Ver- brefterung der Eingeborenkn-Pfade tbätia ewesen und hatte bei dieser *Galegenbeit festgestellt, daß der Marienfluß nicht, wie auf der Lauter- bach'fchen Karte eingezeichnet ist, in stark südlicher Rxchturzg entspringt, sondern daß er anseheinend genau nach Westen in emem anderen 'Gebirqstbale, dem Flusse Gogol ziemlich parallel, verläuft. Der Markenfiuß bat in der Regenzeit _eine sehr starke Strömunß und ein sehr breites Bett, so daß seine Ueberbrückung einige Schwierig eit haben wird, aber" umgangen kann er nicht werden. Jenseits des Marien- fluffes berubrten wir, bergauf, bergab in sechsstündigem beschwer- [ichen Mars 6, die nur je aus einigen ütten bestehenden Ort- schaften Ma a, Mew? ?Haje. Kabal-Ka al. In- Mala wurde, da wir den , dort aa enden ChineZen nicht dingfest machen konnten, ein alterer, anscheinend ange ebener Mann als Geisel Tür die Auslieferung „des Chinesen mitgenommen. Gegen 4 Uhr chlugen wir in dev Nahe ,des Gogol, in dem Dorfe Ajeb Lager auf und traten mit den bter wohnenden Tamuls in Verkehr. Am anderen Morgen brach ich mit drei Jungen etwas früher als die. übrige Karawane auf in der Rkchtun auf den Gogol, an deßen Ufer wir nach Verständigung durcb ignalscbuß zusammentre en wollten. Der Signalsckoxxß wurde: später gehört und von miret- widert, aber in dem wildkn, unwegsamen Gelände gelang ein Zu- sammentreffen nicht. Ich versucht; zuerst in stark westli er Richtung ven Go 01 zu erreichen und gerietb bier ei in einen Nebsnflu desselben , de-ffen Bett in Korallen- felsen mit wundervollen, Kaskadenbildungen geböblt war. Be- sonders auffallend in Dr_rser Gegend, deffen Boden durcwag, vorzüglicher Kulturgrund ist, ist die E:scbeinung, daß der Korallen- fels auch an den Bergspixm Von Zeit zu Zeit zu Tage tritt. In dem Koraaenbette des lange hinab, in „dcr Hoffaung, aux diese Weise den Gogol zu er- reichen. Ich mußte aber das Fluß ett, als es zu tief und reißend und die Korallenwände links und rechts steil abfallend wurden, ver- lassen, um, eine etwas langsamer ansteigende Stelle des Ufers dum AnstieJQ wählend, wieder steil bergauf, bergab meinen Mars fortzu- seßen. Gegen Mittag verlor ich die Hoffnung, den übrigen heil der Erpeditkon wiederzufinyen. und wendete mich nun nach Osten, um eventuell noch am Abend die Küste zu erreichen und mich dort zu orientieren. Ge en 2 Uhr kam ich, nachdem ich bis dahin im Ganzen sechs Dörfer paJfiert batte, deren Bekvobner geflohen waren, wall sie jedenfalls von unserem Vorgehen in Mala durch Trommel- gnale verständigt waren,in einem kleinen, aus sechs ütten bestehenden rte an. Hier traf ich einen älxeren, zutraulichen Y ann, dkr fich mir als Führer bis zur nächsten Octkchaft anbot. Von dort erhielt ich weitere Führer und marschierte darauf im sumpfigen, theilweise mit Sago- valmen bektandenen Flußgebiet des Gogol der Küste zu, die ich der Insel Bil Bilk gegenüber in der Nähe des Dorfes Koning erreichte. Zehn Minuten den Strand entlang gehend, befand ich mich alSdann an dem weiten, mächtigen, Baumstämme fortwirbelnden Auslaufe des (Gogol. Kanus waren nicht aufzufinden. Der mich be- leitende Svleßjunge Lagum wagte schließlich, auf einem Baum- Ltamme fich fortrudernd, den Fluß zu überschreiten, in der Absicht, baldmöglichst von Erimabafen ein Boot herbeizu- schaffen. Voklständig durchgercgnet, ging ich dann nach Koning zurück" und legte mich in einer offenen, rauchdurchzogenen Tamulbütte in den Kassen Kleidern auf einem Brette zum Schlasen nieder. Feine Nahrung bestand an diesem Tage aus €inigen KokoSnüffen und ananen. -

Am folgenden Morgen hatte ich das Glück, vom Strande aus ein Kann der Bili-Bili-Leute zu bemerken, Welche auf meinen Wink berankamen und mich troß des hohen Wogengan es bereitwilligft über die Mündung des Gozol binüberbrachten. ie Kanus der Bili-Bili-Leute, die als Seefahrer berühmt find, find sebr tiefgehend gebaut und mit weitem Ausleger versehen und daher sebr eetüchtkg. Am Strande entlang wandernd, traf ich halb- wegs zwis en dsm Gogol und E-imabafen das dortige Boot der Neu-Guinea-Kompagnte und errekchte mit ibm Mittags Erimabafen. Dort war für alle Fälle ein Zusammentreffen mit d_er übrigen Ex- pedition verabredet worden. Als dieselb_e aber bis Abend noch nicht angekommen war, beschloß ick), verstarkt durch _den Kompagnie- beamten Kleins chmidt und emige bewaffnete Fatbxge, am anderen Morgen drei in der Richtung auf Ste bansort liegendeTamulsdörfer auf Cbinesenbaltung zu untersuchen. n Erimabafcn befichtigte ich das neu aufgesteüte Sägewexk der Kompagnik und die bisher ver- arbeiteten bezw. eschlagenen Stämme. Auf der am folgenden Morgen angetretenen Wanderung berührte ich dxe Oetschaflen Balama, westsüdrve flick) von Erimabafcn, mit 12 Hutten, dann, von Balamg südlich, rium mit 24 Hütten und südlich von Erima Zenadqe mtt 1.5 Hütten. Ick bemerkte keine Spuren, die auf die Anwesenheit der seitens der Kompagnieverwaltung, insbesondere in Zenadge ver- mutbeten Chinesen schließen ließen. Die Leute blieben bei ihren Hütten und waren durchaus nicht ängxtlich, sodas; sie sich wohl eines guten Gewiffens erfreuten. Ich lie dieselbeg darauf auf_merks_am machen, daß ste keine Wegläuser beherbergen durften und fur Ruck- bringunq solcher Belohnung erhalten würden. Vor StephanSoct mu te ich, nachdem wir schon den nanzen Tag über in Suuzpf und Wa er

ewatet hatten, Weil das Schienenglejse dcr Neu-Emnea-Kompagnie ortgeriffen war, den stark angeschonenen Gogol im heftigen Kampfe rnit der reißenden Sttömung, bis an die Brust im Wasser, durch- Ubreiten. In StephanSort traf ich Herxn Gebeimratb Koch und seinen sfistenten, StabSarzt ])r. Ollwig dem besten Woblkein an. Mit den bisheri en Ergebni en seiner Malariaforschung tn Neu-Guinea war Herr Ösheimratb och außerordentlich zufrieden. anu Geheimrat!) war leider nach einem schweren Fieberanfaü so letoend geworden, daß ihre Rückkehr nach Deutschland mit dem nächsten Dampfer beschlossen war. Am anderen Tage trafen Assessor Boetber und Planta enleiter Loag mit den übrk en Leuten in Stephanßort ein. Auch e batten man erlei .Jrrfa rten mangels guter Führer zu überstxben gehabt. eber die Wegeanlage waren beide exten derselben Ansicht wie ich aeworden, gämlicb, daß mm den Marienfluß und Gogol, über Joruba hinauxgebend, ziemlich weit weft- lich überscheiten muß, um die nach der Küste zu in weiterAuödehnung sumpfigen Flußgebtete zu vermeiden. Am anderen MMM ginßen Voetber und ich in südwestlicher Rkchtung mit einer zehn annstar en Polizektrnppe, Polizeimeister Fits und Kompagniebeamter Klein- schmidt der OctschaftBauozu. W t kamen dort unbemecktan, und es elang uns daher, zwei Leute festzunehmen. Bano besteht aus drei iedelun en mit zusammen__30 Hütten. In den Hütten wurden so viele CHJctesen geböri e Sachcn oder der Kompagnie gestohlene Werkzeuge und aus den ermenttßrscheunenentwendeter Taback efunden, daß ersichtlich war, daß hier em richtiges Cbinesennest au gefunden war. Chinesen _selbst„ fanden wir nicht und nahmen daher die beiden ergriffenen Manner als Geiseln für die spätere Herauögabe der Chinesen mit. Von Bano marschierten wir auf das südlich von Stephanßort auf einem etwa 300 m hohen steilen Berge gelegene Dorf Wange. Zunächst war der sehr stark angeschwollene Mm in zu passieren, was besonders für die Europäer und für die schwere asien tra enden Leute, eine schwierige Aufgabe war. Der Weg führte weiter mest durch dtcbten Urwald mit sehr fruchtbaren! Unter rund und reichlichen Wafferadern. Wange wurde nach bes wxrlichem Matsche erst Legen 6Ubr Abends erreicht und in dem Unterdorfe mit 17 Hütten Ha t gemacht. Die Eingeborenen wurden anfangs fichtbar, ließen [KY aber durch kein Zureden bewegen, näher zu kommen, da fie wob trafe fürchteten, denn eine Durchsuchung ihrer Hütten er ab auch hier den ficheren Beweis 'der Beherbergunßlvon Chinesen. m folgenden Tage in aller Frühe wurde durch ffeffor Boetber das Oberdorf, aus sieben Hütten bestehend, durchsucht und hierbei zur Strafe einx einzelnstebende Hütte, die Ybrer Einrichtung nach ent- schieden ledtglich zum Aufenthalt von Cbmesen diente, abgebrannt.

luffes Wanderte ich tbalwärts möglichstx_ , Beck Die vor dem Bahnhof

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Um 2 ch ward Stephansort, siacbdem dec Minjin ny-Hnnls an einer anderen Stelle mit vieler Mühe überscbxktten war, erreicht. Es wurde alsdann in dem bei Stephanwrt bele enen Dorfe Bogadjim mit den Bewohnern desselben, die eine weitge ende Gewalt über die Innendörfer au9üb'3n, verhandelt und ihnen aufgegeben, binnen einer bestimmien Zsit die Auslieferung von fortqelaufenen Chinesen durchzusetzen. Ersüüten sie diese Aufgabe nicht. so wurden ein halbes Duvend angesehener Bogadjimleut: als , Géiseln nach Friedrich-Wilbelmshafen gebrach werder). Ick boffe mtt vgn B;:amten der Neu-Guknea-Kompaqnie xuvxrsichtltcb, daß als Erfolg dieser Expedition der größte Theil der fortgelaufenen Chinssen angebracht und auch für die Zukunft die W:?gläufer nécht mehr Unterkommen in in den Tmmlvörfern fi-1den wsrden. Be? meiner Abreise am 23. waren schon vier Ynefische AUSreißer durch, die Bo,]adjimleute ange- bracht worden. n Sxevbansork wird etfrig an den Saatbeeten und dem Aaspflanzen der kxeinen Tabackpflänzlinge für die diesjährigen Tabackfelder gearbeitet. NZbSnber werden die lemen- und Kaffee- pflxnzung und die Pflznzaräben gereinigt. An Tabac! sollén in diesem Jahre 140 Felder aussevflanzt werden. D.:? zum Tabackbau bereitste Boden und die jungen Pflänzlinge skben außgszeithnxt aus.

Der GesundheitSzustand untcr den Europäern und Farbizxn w-ar, obwohl der Monat Februar xu den ungésundesten g»:bört und d_k€seö Jahr den WLtterungsve'rbältniffsn nacb besonders unßesunö sein mußre, woblinfolgedesenergischen Vorgehens des beeimratbs Koch und sLknLS Akststcntkn gegen die Malaria, ein angezeécbnetes.

Oesterreich-Ungarn.

Seine Majestät der ,Kaiser und König Franz Joseph ist gestern Abend 6 U r: 40 Mmuxen mrt der Nordbahn von Wien nach Berlin a gereist. Allerbochstdenselbstx begleiten der Minister des Auswärtigen (Hyaf Goluch o w Ski und der Chef des Generalstabs, Feldzeugmetster Frei Ltr von . angesammclte Mens enmenge bereitete Seiner Majestät begeisterte Huldtgungen.

In der gestrigen Sißung des ungartschen Unter- bauses hielt, wie „W. T. B.“ berichtet, der Minister-Prä- stdent von Szcll eine Ansprache, in welcher er in seinem Namen wie in dem der esammten Regierung dem Genirxs des dahingeschiedenen alers Michael von I.)?unkacn)

.huldigte. Der Minister-Präsident füYte MIFA, daß der Unter- er

richls-Minister heute bezüglich eerdigung Mun- facsy's auf Staatskosten seine Anträge stellen werde. Es wurde hierauf ein Antrag angenommen, wonach in das Pro- tokoll aufgenommen werden sol], daß das aus dem ihm durch den Tod des großen Künstlers verur achten Schmerz Ausdruck gegeben habe. Das Haus begann sodann die Be- rathung der Vorlage, betreffend die Jnartikullerunq des mit Deutschland abgesch1offenen Vcrtraqs über den wecYelseitigcn Schuß des Urheberrechts. Im Verlauf der erathung erklärte der Iusti-Minister ])1'. PlösZ es für eine Pflicht internationaler ichkeit, dem ausländischen Eigenthunx den- sélben Schuß angedeihen zu [affen wie dem inländischen. Den vor. ebrachten staatsrechtlichen Bedenken gegenübsr verwies der Miniqster guf das Außgleichögeseß, nach welchem der Minister des AuSwär'ttgen im internationalen Veckehr berechtigt sei, im Namen beider Staaten vorzugehen. Daß 'm dsm Vertrage „Im Namen des Deutschen Reichs“ stehe, sei eine Forderung der deutschen Verfas ung. In Oesterreich-Ungarn würden Verträge nur durch den onarchen in seiner Eigens aft als Karser von Oesterreich und König von Un arn abge (blossen, was hie gleichzeitige Vertretung Oesterre S und Ungarns in fich schließe. Jnéolge der Beschlußun ähigkeit des Hauses wurde dann die Ab'timmung auf heute vertagt. -

Großbritannien und Irland.

DLL" Herzog von York ist, wie „W. I?. B.“ meldet, gestern Abend von London nach Berlin abgereist.

Wie das „Reuter'sche Bureau“ berichtet, ist dem V a r l a- ment die telegraphische Korrespondenz über die Veröffent- lichung des Depeschenwechscls, betreffend die Kämpfe a 'n Spionskop, .zugegangen. Der Staatssekretär des Kriegs- amts Marquis of LanSdomne tekegraphierte an den Feld- marschall Lord Roberts am 28. März, daß es unmöglich sei, die betreffenden Dokumente alle zu veröffentlichen, von denen die Depesche Lord Roberts', betreffend den Spionskop,

"begleitet sei, und schlug vor, entweder eine Auswahl aus den-

selben zu veröffentlichen (wie sie nachher am 17. April in der „London Gazette“ veröffentlicht worden ist) oder die Depeschen, wclche bis da meingegangenseien, als vertraulichzu behandeln und denGeneral ir Revvers Buller cine neueDcpesche abfaffen zu lass-sn, welcher Lord Roberts alle Bemerkungen, deren Publi- kation er wünsche, beifügen könne. Sir Redv ers B u [ ler Weigerte sich, eine zweite Depesche zum Zweck der Veröffent- lichung zu verfassen, was zur Folge hatte, daß Lord Lansdowne's erster Vorschlag angenommen wurde.

Bei der gestern in Portsmouth vorgenommenen Ey- saßwahl zum Parlament wurde Bramsdon (liberal) mxt 10301 Stimmen gegen Majendie (konservativ) gewählt, Wslcher 9691 Stimmen erhielt. Der bisherige Vsrtreter, me1chersein Mandat niedergelegt hatte, gehörte gleichfalls der

liberalen Partei an. Frankreich.

Bei dem Handels-Minister Millerand fand, wie dem „W. T. B.“ bkrichtet wird, gestern Abend ein Diner zu Ehren der fremdländischen Kommissare und DIlegirtc-„n für die Aus- stellung statt. An das Diner schloß sich em Empfang.

Rußland.

Der Kaiser; besuchte, wie „W. T. B.“ aus Mo s kau meldet„ gexftern tn Begleitung des Groß rste n S er g i us das Mrlttar-Hospital und richtete an verschiedene Patienten halbvoll; Anspxachen. Nachdem der Kaiser eincsm kurzen Gottesdxenst m der Hospitalskirche beigewohnt hatte, keubrte Allerhochstdersclbe unter den jubelnden Rufen der Be- polkexung nach dem_ Kreml zurück. Die Kaiserin besuchte mzwxschen in_Beglettung der Großfürstin Sergius das ftädttsche Watsenasnl. _

Seine Kaiserlich: „éohett der Großfürst Konstan tin Konstantinowitsch tt „gestern von St. Petersburg nach Berlin ' abgereist. In sexner Begleitung befinden stch der General-Ad tant Richter, der Ho -Marschall S elje no ', der Genera Bibtkow und der lügel = Adjutant Für t Obolenski. Zur Verabschiedung waren auf dem Bahnhofs der deut! e Ge äft/sträger Graf von Brockdorff-Nan H a u mxd die- ü rigen tßlieder der deutschen Botschaft erschienen. Dte _Abordnunk es Garde-G renadier-Reqim e n ts K.!öyt Friedr Wilhelm [U., dessen Chef S e in e queßtät der Deutsche Kaiser ist und ck 18. suits dessen Seme Kaiser ich? und Königliche Hoheit der Kronp ri nz d es Deutschen e1chs und von reußen steht, begiebt sich direkt von Warschau nach Berlin.

Niederlande.

Der außerordentlichen Buren-Missionwurde, dem W. T. .“ zufolge, bei der gestern erfolgten Ankunft in Rotterdam em warmer Empfang bereitet. Nm Nachmrttag fuhr die Mission, nachdem cini (: Empfänge stattgefunden hatten, nach dem Hafen, wo sie tch an Bord des Dampfxrs „Maasdam“ zur Fahrt nach Amsrika ein chiffte. Die Schtffe auf der Maas und im Hafen hatten Flaggens muck in den Farben TranSUaa16, des Ocanle:Fceistaats und der Niedxrlande ange12gt. Am ELnschiffunqSylaß atten zahlreiche Korporationen „mit Mufikkapellen AufjteUung genommen, welche nationale Wkrfßn spielten. Eins der Korporationen sang einen Psalm, m den das Publikum einstimmte. 131'. Lede bzgleitet die Ab- ordnung an Bord des „Maasdam“ bis Boulogne. Gegen 4 Uhr ging der „Maanam“ in See,

Bulgarien.

Wie die „Age.»ncs Bulgare“ meldet, hat dit: Agitation der Opposition gegen dre nen? Zehntsteuer in dreiOctschaften in der Umgebung von Nustschuck zu AufstandSUerjuchen ge- führt. In Trstenik griffen die Bauern den Unterpräfekten an. Das dorthin entsandte Militär versuchte, die Bausrn zn beruhigen„ welche indessen “Schüff: gegen dasselbs abgaben. “Zwei Offiziere und zwsi Mann wurden vsrwundet. Die Truppen erwiderten das Feuer; zwei Bauern wurden getödtst und zehn verwundet; hierauf trat Ruhe ein.

Amerika.

Der Botschafter der Vereinigten Staaten White ist, wie „W. T. B.“ erfährt, beauftragt worden, Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser dis Glückwüdnsche des Prästdenten McKinley zur Feier der Volljährigkett Seincr Kaiserlichcn und Königlichen Hoheit dss Kronprinzen des Deutschen Reichs und von Preußen aus,;udrücken,

Die republikanischen Konventionen von Nord- Karolina und Nebraska haben ihre Dele irten beauftragt, für McKinley als Kandidaten für die Fräsidentschast zu stimmen. Dke demokratischsnDclegirten von Virginia werden für Bryan eintreten.

Dsr „New York Herald“ veröffentlicht folgende Depéfche aus Panama: Die Reqierung von Columbien hat die Hafenabgaben und SeezöÜe für ausländische Schiffe dadurch auf etwa 150 % gesteigert, daß fie dieZahlun in der Währung des Landes, aus dem das betreffende S iff kommt, oder Entrichttung der gleichen Summe in columvischem Silber vcrlang .

_ In New York kst, wie das „Reuter'sch: Bureau“ b:- rrchtet, gestern nachstehends Depesche aus Lima eingegangen: Telegramme aus La Paz berichten, daß der chilenische Gesandte in Bolivia der Regierung eine Art Ulti: matum unterbreitet habe, in welchem Chile eine Regelung der Zwischen beiden Staaten schwebenden Fragen verlanqt, ohne

es einen Hafen an dcr Küste des Stillen Ozeans an Bolivia abtrets.

Aus Buenos Aires berichtet das „Réuter'ssche Bureau“, Berduc habe das Portefeuille ves Finanz-Miniteriums über- nommen.

Afrika.

Aus Pretoria vom 1. Mai mkldet das „Reuter'sche Bureau“, nach einer dort vxröffentlicbten amtlichen Mittheilung haben die Buren am 28. v. M. östlich von Thabanchu neun Gefangene gemacht und zshn Pferde erbeutet. Am 30. April zeigte .fich eine brttische berittene Abtheilung in der Nähw von Brandfort, die Buren griffc'n dieselbe von zwei Seiten an und zwangen sis zum Rückzug. Auf Seiten der Buren, die, elf Gefangene machten, wurden zwei Mann leicht verwundet. _ Einer andsren Meldung zufolgcpatten die Kommandos von Wakkerstroom uni; Ermelo em Gefecht bei Brandfort. Nach einem scharfen Kampf wurden 11 Gcfangene gemacht. Dia Eng- länder ließen 19 Todte auf dem Plaße zurück, darunter den Kapitän Liddr). '

Der „Daily Telegraph“ meldet aus B loemfontein vom 2. d. M.: Die KavaUerke-Brigade des Obersten Broad: woods _traf in Jfabclfontein, etwa 28 englische Meilen nordlich von Thabanchu, ein und stieß auf nur geringen Widerstand.

Der Feldmarschall Lord Roberts meldet aus Bloem- fontein vom gestrigen Tage, das; der General Hamilton am 1. d. M. Linen beträchtlichen Erfolg gehabt und den Feind mit einem verhältnißmäßig kleinen Verlust aus ciner tarkcn Stellung bei Houtnek vertrieben habe. Die Waren hätten sich ostwärts und nordwärts zerstreut. Die Engländer hätten 26 Gefangene gemacht, unter denen sich ein Komman- dant und sechzehn verwurxdetx Buren befänden. Der GZneral Hamilton befinde ftck) 1th in JakobSrust, wo er fich einen Tag aufhalts, um seine Truppen nach dem stehen- tägigen Kampfe aUSruhen zu lassen. Wie dcr Feind zugestche,k)abo ec zwölf Todte und vier„ig Verwundete gehabt, von denen einundzwanzig dem Auslän erkorps angehörten. Der russische Kommandeur des Ausländerkorps Maximew sei verwundet worden. Unter den Todtkn befänden sich angeblich ein Deutscher Namens Günther und zWei Franzosen.

Wie das „quter'sche Bureau“ meldet, ist Brandfort gestern infolge enter kombinierten Bewegung der Divisionen der Generale Tucker und Pole Carew im Osten und im Zentrum und der berittenen Infanterie des Generals Hutton im Westen von den Engländern genommen worden. Die Buren, die durch diese Bewegung überrascht wurden, zogen sich zurück. Visrtausend Buren waren in der Nacht vorher auf dem Wege nach Brandfort, um den Vormarsch der britischen Truppen zu verhindern. Die Artillerie des Generals Tucker hat in einem heftigen Artilleriekampf zwci Geschüßs der Waren außer Aktion gcfeßt.

Aus Ladysmith erfährt das „Neuter'sche Bureau“, “daß eine Abtheilung von 200 Burctx vorgestern den Sunday River überschritten habe am Abend ]edoch wieder über den Fluß zurückgegangen sei. - _

Dasselbe Bureau meldet aus Pietermarißburg, bet der gestern erfolgten Eröffnung des Parlaments von Ngtal have der Gouverneur erklärt, wegen der infolge des Krte es eingetretenen Abnahm: der Einnahmen und Zunahme ,er Außgaben sei es nothwendig gewesen, die öffentlichen Arbexten einzustellen und sich an die Reichöregierung mit der Vrtte um zeitweilige finanzieUe Hilfe u wenden, welche auch so ort ervährt worden sei. Weiter Zabe der (Gouverneur o_ie in- ringung einer Vorlage angekündigt, welche es ermo lichen solxleb in wirksamerer Weise oas Verbrechen des Verrat s zu a 11 en.

Ausstellun en ,' wie

!

Parlam'entarifche Nachrichten.

Die Berichte über die gesirigen Sisungen des Reichs- tages und deS'Hauses der Abgeordneten befinden fich in der Erstxn Beilage.

- In der Heutigen (186) Sißung des Reichstages, welcher der Staatssakretär des nnern, Staats:Minister 131“. Graf von Posadowsky beiwo nte, wurde die zweite Be- xathung des Geseßentwurfs, betreffend die Ab- anderung dcr Unfallverficherungßgeseße, bei dem § 6 des Gewerbe-Unfallversicherungsgeséßes fort essßk-

Bis zum Schluß des Blattes nahmen dte Abga. reißerr YutStumm (Rp.) und Roesicke-Deffau (6. k. F.) das

or.

Statistik und Volkswirthschaft.

Zur Arbeiterbewegun 9.

Wie der „Rb.-Wcstf- Ztg.“ aus Halle berichtet wird, haben dortige Maschinenfabriken etwa 600 Arbeiter ausgesperrt, weil dieselben am 1. Mai nicht zur Arbeit erschienen sind.

In Tourcoing (franz.Devart. Nord) find, nacb einer Meldung des „W. T. B.“ vom aestrxgen Tage; infolge von Lobnstceitigkeiten, welche durch die Eénfübrung dss elsstündigen Arbeitstags vkcursacht worden, 2600 Spinner ausständig. Aueh in anderen Fabrikzeatren des Norddepartements nimmt die Ausstandsbewezung zu.

Kunst und Wissenschaft.

In dsr Gesammtsißung der Akademie der Wissén- schaften vom 26. Avril (vorfißsnder Sßfretar: Hzrr Auwers) las H-zrr Fcobenius „über die Cbaraktxre der symmejriscben Gruppe“. In der Abhandlung werden die Charaktere der syxnmxtriscben Gruppe eines beliebigen Grades berechnet, indsm mit Hilfe yon passend ge- wählten Untergruppen gewiss: Systeme von Zahlen bcstimmt werden, die? lineare Funktionen der Charaktere mit ganzzahligen Coöfficienten 1 nd. Aus dkssxn V'rbindungen werden die Charaktere selbst mittels der zwjsckyen ihnen bestßbendkn bélinearen Relationen abgeleitet. Die Betrachtung der alternierendkn Untergruvpe führt zu dem Begriffe der assoziierten CHaraktere und zur Bestimmung der Charaktere, die sich selbst affozikerx sind. - err Haßidakis, korrefpondierendks Mitglied. übersandte eme Mitthei ung „zur thmmng der griechischen Comvofita, dsren zweiter Thsil ein Verbaladjzktkv twchäiscber Messung ist.“ Die Betonung wird darin als ursvrünglich auf der drittletzten Silbe liegend angenommen. - Herr Dümmler übcrreichte den Jahresbericht der Zentral-Direktion blk onumsnbu (Formanias hiIt-orjoa - Herr van't Hoff übergab ein Exemplar des zweiten Theils der englischen Aufzaabe seiner Vor- lesungen an der Berliner Universität (Qscbursg 011 Dboorßdioa] am] kb75i681 Sbsmisbry. WWUZWWÜ b)- Dr. K,. 1461116161). kurt; 11: 011611110231 Zbußiag).

Zu wissenschaftlichen Unternehmunaen sind von der pbilofopbisch-btstorischcn Klasse der Akadsmié bewillégt: Hecrxj Profeffor 1)r. Leopold Cohn in Bxeskau xu el_ner inse nach Jtaxien zum Zweck der Vergleichung Von Hxndschristen dss Philo 850 «M; Herrn Oberlehrer Dr. Johannes Kcomaysr in Straß- burg i. C. zur kartogravbifcbm Aufnahme griechischer Schlachtfelder, namxntlch) der Caesarischen und Triumviral-Epoche, 1800 5“; Herrn Obsrlebxer Dr. Wilhelm Sbmidt in H1mstedt zu einer Rexse nach Italien zum Zw-xck der Bergkekchung yon Handschriften des Heron von Alexandria 700 «16

Große Berliner Kunstausstellung 1900. (Vorbericht.)

11.12 - Troß der wenig günstigen Konstellation des W211- außsteklungsjabres darf der Eindruck der Großen Berliner Kunst- ausskellung am Lxhrter Bahnhof für günstkxzer gelten als im Vorjahre. Bai aller Reichhaltigkeit des ÉHebotenen ixt Ueberfüllan vermieden, und es fins glückliche Sammelpunkte des Interxsses ges affen. Die Struktur der Anordnung, die sich gkrade bei einem schneUkn Durchwandern der Säle am Tage der Vorbeficbtigung deutlicher erkennen läßt als später, wo einxelne Eindrücke di: _Uebsr- ficht hemmen, ist glücklich. Sogleich der erste Bilbcr- saal hinter der Skulpturenballe wirkt durch die großen Vkrhältniff; der bikr ausgsftellten Malereikn _ dsr Wandbilder Ludwig Dett- mann's für den Ratbbaussaal ju Altona und des Koloffalgemäldés von Emile Wanters: „Sobiesky am Kahlenberge“ “imponierend. Die darauf folgenden Mittelsäle 3-5 enthalten Werke Berliner Künstler, welche das nicht allzu hohe Niveau unserer AÜtagSkunst kaum sonderlich überragen. Einige Porträts von Max Koner und Karl Zieqlcr sowic Landschaften von Hans Herrmann und Louis Lejeune fallen vorthetlbaft auf. In Saal 6 sind die Werke französischer Ausstellar vereinigt, darunter interessante Arbeiten von Fantin-Latour, René Billotte Blanche, Jules Leföbure, Aman-Iean, L. Simon und Charles Cottet. Mit Genugtbuung ist die reiche Beschickung unserer Aus- stsllung durch die Franzojen gerade in diesem Jahre zu begrüßen. Noch immer wirkt die elegante T3chnik und der Gsstbmack unserer westlichxn Nachbarn achtunggebietend, wenn auch wirkliüb faßcinircnde Leistungen fehlen.

Unter den AussteUern de: Düssßldorfcr Künstlergenosscn- schaft, deren Bilder Saal 7 und 8 füllen, ragen nur wenig?, wie Olaf Jernbur , A. Dirks, H. Herrmanns und Eugen Kampf hervvr. er große Schlußraum der Mijtelachse ist, wie im Vorijr, dem Verband deutscher Illustratoren eingeräumt. Der Aufschwung unjerer Iüustrationetechnik mag vielleicht eine solehe Maffenkundéebung rechtferti en, an fich bleibt das für dcn Buck- schmuck bes immte Kunsiwe , aus der organischen Vkrbindung mit seinem Träger gerissen, ein wenig erfreulicbss Ausstellungsobjekt.

Die Nebenräume auf der südlichen Abseits des Ausstellungs- gebäudes bieten nkben einer sehr außgezeichneten Versinigung von dänischen Kunsterzeugnissen - außer den wohlbekannten Schöpfungen der Maler Viggo Iohannken, Iulius Paulsen, Hammersboy, Anna Ancber und V ggo Petersen sei mit besonderer Anerkennung des keramischen Kunstgewerbes der Kopenhagener Manufakturen gedacht _ einige Porträts von Olga Boznanska, ein Trivelbildniß von E. Heileman n, Sonder- Ausstellungen der Berliner Landschaftsmaler Rummelspacher und Vorgang, eine sehr reichhaltige Kollektion von Bildern des Amerikaners G. Melche r s und des Düsseldorfer Altmeisters O Sw al d Achanbacb. Sehr rückständig wirkt bisher die Ausstellung der Münchener Künstlergenossenscbaft, die ebenfalls auf dieser Seite untergebracht ist, vortbeilbafter dagegen die kleine Aus- be1 von Porträts und Studien des schon genannten Belgiers Emile Wauters, sowie einige Neulinge auf Bsrlincr __ Bendrat, Paul Meyer - Mainz und C. A brecht. Selten ist einsm Künstler auf unseren Iabres- aussteaungen eine so außgiebkge und vortbeilbafte Gelegenheit ge- boten worden seinLeb Swerk vorzuführen. wie Hugo Vogel, der von dem großen Obers" chtsgal 35 Bkfiß ergriffen hat. Seine großsn Wandbilder für das Ständehaus u Mersebarg nehmen die Südwand des Saales ein: in li ten Tönen gehalten und ohne die bei solchen historischen Vorwürfen schwer zu ver- meidende Uebersadung der Komvofition, wirken die Darstellungen aus der Geschichte der niedersächsiscben Stadt ungemein vornehm und repräsentativ. Etwa vierzig Oelbilder aus den verschiedenen Ent- wickelungsstadien des talentvollen' Malers vervollständigen den Abriß ciner Lebenöarbeit. Unter den Ueberraschun en, die den Besucher der

ordsäle erwarten, sei vor allem der sebr ge?chickt zusammengestellten