1900 / 111 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 09 May 1900 18:00:01 GMT) scan diff

edes ei vracbi e Gebiet beondere a bella en errichtet. Bei hen Zefiebmxesn SZracbvorscbrkftTn verblZ-Zbk 3; für "Kasskn- Göld-

gebxbrungs-Aemter, Betrieb!- und Verkehrssarhey, Post- und Tele»

Japbendienst, ärgrische, indusirieue Etablifstmxnts ard im inneren erkebr aÜ-r ae'nannteu Behörden. V3ant_te*€knst)_kachlßkk Gebiete müssen die Amtssprache in Wort und Schenk voastandm beherrschen. Für die Anwendung der anderen Landessprach Wlkd- wo es das Be- dürfniß erbeiscbt. durcb Beamte 6:er _Ztaxum, welcbe beider Landes- sprachen in Wort und Schrift machUg find, 1", eine; streng auf das Bedürfnis! beschränkten Zahl vorgksokgk- Fur dle Prager Polizei-Direktion, sämmtliche Behörden Prags erster Instanz gelten die Verfügunaen fü: gemischt-spracbige Gebiete. Das G:“se tciltldret Monat“: nach Kundmachung in Kraft, alle fxüber erlassenen orscbrtften sind aufgehoben. Dem Geseventwurf tft ein umfangreiches Er- läuterungömaterkal beigeleat, wonach von 233 Gérkgbtsbexirken 94_ein- svrachig deutsch, 133 einsprqcbig cz6chisch,_ 6 gemUcbtzsprachxg waren, Neu zu errichten find 8 einkvc9chig czecbmbk, 6 einwr3chrg deutsche Gerichtsbezirk. Von 103 Veztrksbauvtmkmnsäßaften waren 41 ezn- sprachig deutsch, 58 einsprachig xzechtsch,_ 4 gemiscbt-sch-cbxg; neu zu errichten wären 5 einspracbtg czecbixche und 4 einwrachtg den 2.

"Ze: Geseßenthkf, betreffend die Kreißregierungen in Böhmen, verfügt die Errichtung von 3 einsprachig deutschrn, 5 ein- sprachig czechischen und 2 gemischt-svracbi- en Kreisen (Budweis und

ilsen), deren Kompetenz daßjxnize umfa t, was bisher i- Angelkgen7

eiten erster und zweiter Instanz zum Wirkungskreise der Statthansret gehörte. Berufuugen geben im Wege der Staxtbalterei unmittxxlbczr an die Zentralstelle, aus,]enommen in 23 Punkten, in_ weZÖen dl? Statthalterei als Berufunzsbebörde der leßten Jnftxnz' sunacert. Aut Frag und Anaelegenbeiten der Prager Polizei-Direktton ßndet das

efeß keine Anwendung. Auch hier ist ein reiches Erlauterun-Zß- material beigefügt, darunter eine eventuelle Einthxilung m 14 Kx;«t!e, 7161111be 5 eknsprachig deutsche, 7 einxpracbiq czechtsche und 2 gemacht- pra me. '

Das Gesev für Mähren verfügt unter völliger Gletcbstelxung beider Landessprachen, daß die Sprache dxs__schxiftltchen undxmund- lichen Verkehrs mit den Parteien fich grundtayltch nach der :wracbe des Partei-Einschreiiers zu richten bat, analog auch die Ezntxagungen in öffentliche Bücher und Register. Für den inneren Daenktvkxkebr, die Amtskorrespondenz und den Verkehr uzjt außsrmäbrisxbkn Hxhorden verbleibt es bei den bestehenden Vorschriften, ebenso fur_axtlr!ari1cke Angelegenheiten, Kaffem, Post- und Tklegravhendienft, wre tm Enns für Böhmen. Jeder Beamte * muß an Syracbenkenntmffen besitzen. was der Dienst bei seiner Behörde erfdrdert. Der Geseßenrwurf nimmt eine sprachlicbe Abgrenzung in emzelnen Landesgebteten in

Aussicht

Der Minister-Präfident vo.n Körber ergriff sodann das Wort zu einer längeren Rede, m welcher er, dem „W. T. V.“ zufolge, zunächst die große Tragweite der Vorlagen und den Ernst des Augenblicks hervorhob und sodann, wie folgt, fortfahr:

Die Vorlagen, obwohl aus dem Bsdäxfniß der Zsit beraus- gewachsen, bedeuteten doch einen tiefen Eimcbnitt in die Geschiwte des Reiches. Man dürfe ibm glauben, daß die Regierung fich jelost diese Vorlagen abgerungen habe und daß ske diesen bedeutunaSvoüen Schrijt, für den sie gegenüber dem Hause und ihrem eigenen (warff-xn die Verantwortung übernehme, gethan habe, um ernstliä) dxn Verjucb zu machen, den Frieden im Reiche herbeizuführen. Wenn das Werk Weitere, werde man der Regierung doch nichts Usdlerez nacbreden können, als daß sie der Volksvertretung Vyr- schläge gemacht habe, wie nach ihrer Ansicht der Friede zu begründen sei. Die Regierung bleibe fich treu, indem fie nach der V::ftändigunqs- konferenz. die, wenn fie auch in manchen Punkten zu wettboollen Ergebnissen und zur Eknngng gelangt sei, doch die Erzielung eines vollen Cindernebmens in dieser Frage nicht babe_ erwarten lassen., nunmehr den Weg betrete, der ihr allein vorgezeichnet yei. Der Minister- Präfident aing sodann auf den Inhalt der Geseßentwürfe über und erklärte: daß detGrseyentwurf sürVöbmen auf demPrinzip derEinsvrachig- keit aufgebaut sei und daß die Regierung kemcSwegs auf dem Stand- punkte stehe, auf jedem ibrer Vorschläge auch dann noch zu beharren, wenn unter Wahrung der Staatsinteceffen die betbeilkgten_Parteien sich auf einen anderen Vorschlaa einigten. Die Hanvtfrage sei das Prinxiv der Einsprachigkeit. Der Minister-Prafident bob hervor, daß der ganze Zug der nationalen und volitiscbxn Ent- wickelung Böhmens eine Richtung aufweise, welche vom Utta- qukömus abmiche. Die Anlehnung an die gegebenen Verhältnisse sei der richtigfte ng, um zu einer zwxckentwrecheqnden Lösung der vaachenfrage in Böhmen ju gelanqen. Diesem Ge11chtsvunkte trage der vorliegende Gescsentwurf Rechnung. Zn Mähren führe die Berücksichtigung der bestehenden ,Verbältnine zu einem anderen Ergebnisse; dort wohnten beide Volksstämme in einer so starken Mischung, daß die Zweisprachiskeit faft aügemein unter der Bevölkerung herrsche. In Mähren habe also auch die Regierung im äußeren Dienstverkebr das Prinzip der zweisprachigen Amtierung accepjieren müssen. Der Grundgedanke des Geseßentwurfs, betreffend die Errichtung der Kreißregierungen Zn Böhmen, entsvrecbe den Wünschen beider Volkssiämme und den dringenden Vedürsniffm der Vetwaltung. Die Regierung mache mit dieser Vorlage den ersten Schritt auf der Babu der Reform der Verwaltung. Er fordere das Haus auf, die Gefeßentwürfe ju vrüfen; in allen werde das Bestreben zu finden sein; einen gerechten Außgleiob zu bewijken. Sodann besprach der Mimster-Prafident die Gesammtlage und im besonderen die finanzielle Lage, wobei er einnsetts dj_e Erhöhung des Aufwandes auf allen Gebieten, andexerseits die TbaUacbe bervorbob, daß die an die Steuerreform

eknuvften Erwartungen Wo nicht erfüllt hätten. Die Ursache hiervon iege anch mit am Zurückbleiben der österreichischen Industrie. Troß- dem muffe der Staat neue und sehr erhebliche Investitionen machen. Er könne mit aker Bestimmtheit erklären, daß die Regierung. wenn die etfordetlichen Mittel nicht rechtjeitig bewilligt würden, jede'Verantwortun für die daraus entstehenden Folgen ablehnen muffe, um_some r als diese Bewilligung nicht ein Vntrauensvotnm fur die Regierung bedeute, sondern nur dem Intereffe der gesammten Bevölxerung diene. Der Minister ging sodann zur Besprechung der Yolittscben Lage über und sagte, die seit drei Jahren bestehenden Zustande könnten weder dem Staate noch dem Barlamente, weder dem Lande noch dem Volke, noch irgend einer artei Vortheil bringen. Mau möge an die Zukunft denken. Wenn man einwende. die nationale Pflicht gebe über alles, so ant- worte er, da es kann) einen zweiten Staat gebe, in welchem jedem Volks amme die Freiheit der nationalen Entwickelung 19 gewährleistet sei wie in Oesterreich. Der Minister-Präfident machte sodann nachdrücklich auf die Gefahren aufmerksam, welcbe fich aus der Fortdauer der geTenwärtigen Zustände für die par- lamentarischen Einrichtungen “& en müßten. Die Bevölkerung erwarte, da? das Parlament die elegenbeit zur Arbeit benuve. Die Regierung ei bereit, die Wünsche der Bevölkerung zu erfüllen. Sie sei keine Partei. Jbr schwebe nur der uralte öfterreicbische Gedanke vor., Sie wolle Gerechtigkeit gegen alle Völker üben und das unan- tastbare Recht des Staates, seine Kräfte und seine Macbtftellung auf- recht erhalten. Hieran müffe ße festhalten, möge kommen, was da wolle. Er wende fi au akk diejenigen, welche an dem Sprachen- ftreit in Böhmen an in Mähren nicht direkt betbeiligt seien oder ihre Unvoreinßenommenbeit bewahrt hätten, mit der Bitte, versöhnend jw schen die Sireitenden zu treten und die Regierung u unterftüßen. Der Minister-Präfident schloß seine Rede, indem er agte: wenn den Vorschlägen “der Regierung der" Etfo versagt leihen sollte, so wurde sie ihre Kräfte daran wenden, das estebende Vetfaffungsleben aufrecht zu erhalten und selbst von den der Regierung zustehenden Vollmachten nur jenen Gebrauch zu machen. den'die Er- erwaltung des Staates gebieterisch erbeischteu.

Mn? und die

elbft der angefochtenfte Konßitntionalümus ei wertbvolleyals.

orm der GesevaunB wel : die Völker von“ er e

die Rückkehr zu einer der krkung aus ließe. (Lebba

M'" i . Präsident wurde vielfach begjackwünscht_) fall Der Minister

Nach derRede des Minisier-Präfidentcn “non Körber. er- Me die', Verlesung des Einkaufs. Bei der Verlesung *emer

"tion verlangte der Abg. Pacak (CNY) das Woxt und erklärte, die Bestimmungen der xseßeövorlagen seien nicht qeeignet die Ekechen zu beruhtgen, _da _fie durch dieselben eine G eichberechtigunÖ gewahrlexstet sähen. (Zustimmung bei den_ Czechen.) te Lmkq habe seinerzeit durch die Obstruktion wahre Trtumphe gefeiert, und die Obstruktion sei zur offiziell unex- kannten parlamentarischen Einrichtung geworden. Wenn dre Czechen fich nun desselben Mittels bedienten, um ßch das parlamentarische Rech? zu erkämpfen, das man ihnen entzogen habe, so kämpften fte damit für ihr gutes Recht und ihre eigene Frerheit, Der Redner beantragte zwei namentliche Abstimmungen, betreffend den Beidruck der verlesenen Petition zum Protokoll. Ueber dtesen seinen Antrag “ver- langte er geheimeAbstimmung. Diese Forderung wurde in namentlichchr Abstimmung mit 147 gegen 58 Stimmen ab: gelehnt. Sodann folgten die beiden namentlichen Abétim- mungen über den Beidruck der Petition zum stenographi chen Protokoll. Bei der zweiten Abstimmung kam es zu Lärm- LMM auf der zweiten Galerie. Man hörte Pfuirufe gegen ie Czechen und Rufe: „Das soll ein Parlament sem! Schämt Euch! Pfui, Volksverrätver!“ Der Präfident ])1". von Fuchs ordnete die Räumung der Galerien an; inzwischen wiederholte der Lärm stch immer aufs neue. Die Raumung der zweiten Galerie vollzog fich langsam unter großem Lärm. Nach der Räumung der Galerien kam es zu Lärmscenen im Hause „selbst, welche, durch heftige Auftritte zwischen Cdristlich-Sozialen und Mitgliedern der deutschen VolfSpartei einerseits und Czechcn andererseits hervorgerufen wurden. Nachdem schließlich wieder Ruhe eingetreten war, wurde auch der Antrag Pacak auf Baidruck der Petition in namentlicher. Abstimmung abgelehnt. Es folgten noch verschiedene, von den Czcchen veranlaßte namentliche Abstimmungen; Um 5 Uhr wurde die Sißung geschloßen, ohne daß das Haus auf die TageSordnung eingegangen war.

Ein gestern ausgegebenes Communiqué des Klubs der Deutschen Fort1chritt§partei erklärt:

Der Klub beztüßt die Berliner Kaiserzusammenkunft mit berz1icher Freude und giebt damit den Gefühlen des gamen deutschen Volkes in Oesterreich Auspruck, welches Seiner Majestät für den bochberzigen Entschluß zur Berliner Reise begeiftexte Dank- barkeit entgegenbrinat. Die historisch gegebene volitische Freund- [cbaft und Gemeinsamkeit Oesterreichs und Deutschlands erfuhr n der Tbeilnabme dsr Bsrlinxr Bevölkerung die erfreulicbfte Be- stätigung, und in den Herzen des deniscben Volks diessekfs und jenseits der Gremvfäble klingen die feierlichen Worje Skinec Majestät naÖ, daß die Einigkeit und Treue der Vorfahren nachleben wird in den kommenden Geschlechtern.

Nach einem Communiqué des Verbandes der Deutschen VolkSpartei hat diese beschlossen, in der nächsten Konfsrenz der Obmänner des Klubs der Linken zu verlangen, daß die Regierung auf dasDrin endste aufFefordcrt werde, behufs Festlegung des staatlichen eltungSge iets der deutschen Sprache, im Sinne des gemeinsamen Pfingstprogramms einen Geschentwurf vorzulegen._ Die Deutsche VolkSpartei werde unbctcrt durch alle Angrtsfe aua) ferner einig und ge- schlossen vorgehen und fich in ihrem gesammten parlamenta- rischen Verhalten nur von Rücksichten auf das nationgle und wirthschaftliche Wohl des deutschen Volks in Oesterreich

„leiten lassen.

Der Abg. Engel hat das Amt eines Obmanns des Jung- Yechenklubs niedergelegt. Einem gestern Abend aUSgegevenen ommuniqué zuxolge hat der Jungczechenklub mit über- wieqender Mehrheit in endgültiger Avftimmung die bisherigen Beschlüsse, betreffend die Obstruktion, angenommen.

Die Katholische VolkSpartei hat eine Resolution 913: faßt, in welcher sie die Obstruktion verurtyeilt. Auch die Polen und die Slowenen haben sich gegen die Obstruktion aUSgesprochen. '

Frankreich.

Das „Journal Officiel“ veröffentlicht, dem „W. T. B.“ ?ufolge, heute das (Hefe , durch welches die zwixchen Deut ch- and und Frankreick? abgeschloffcne Ueberein unft, betre end den telephonischen Verkehr, genehmigt wird.

Italien.

Der Prinz von Neapel ist, wie „W. T. B.“ meldet, estern Abend 61/2 Uhr in Neapel eingetroffen und bei der » nkunft lebhaft begrüßt worden.

Spanien.

Wie „M.TB.“ aus Barcelona berichtet, errichteten die dortigen Studenten bei den vorgeftrigen Kundgebungen Barrikaden und fangen die katalanische Hymne. Es wurden einige Verhaftungen vorgenommen, ein Student wurde ver- wundet. Auch i? Manres a kam es zu Ruhestörungen. (Gestern h_egannen :e Unruhen an der Universttät von neuem. Die Polizei drang mtl gezogenen Säbeln in einen Hörsaal und verwundete zahlrciche Studenten. Die Vorlesungen an der Universttät_fino bis auf weiteres eingestellt worden.

Der Minister des Innern Dato, welcher gestern nach Tar xas a (Prgvinz Barcelona) gekommen war, um die dortigen Fabmken zu benchtigcn, _mußte infolge lärmender Kundgebungen wieder von dort abretsen. Man warf mit Steinen nach ihm und seinen Begleitern, der Minister und der Marquis von Portago erlitten Verleßungen.

Belgien.

Dxr Prinz Albert ist; dem „W.T.B.“ zufol e, gestern Nachmxttag von Berlin Zuruckgekehrt und wurde a sbald von dem Komg in Schloß aeken empsangen.

Der „Moniteur Belge“ veröffentlicht eine Verfü ung, durch welche beide Kammern aufgelöst und die eu- wahlen auf den 27. d. M. festgeseßt werden.

Türkei.

Das Wiener „Telcgr.-Korresp.:Bureau“ be'richtet aus Konstanttnopel, daß die russische Botschaft auf der Pforte_ energißck) dw 'Regxlun des freien Verkehrs der Armenier an er russischäurkiscßen Grenze betreibe.

Amerika. Nach einer Meldung “des „Reuter'scben BureauS“ aus

New York wurde am Montag in Omaha ;bei einem?

Bankett, nit ;welkhem u. A. 200 Delegirte der National: kqnventton der Populisten theilnahmen, die eine Fufion mrt den Demokraten und anderen Gegnern der Republi-

kanex befüxmyrtet, mitgetheilt, daß- die Delegirten übere Konsum „! en, Bry an als ihren Kandidaten für F?; Exkäfidentemvürdk aufzustellen.

Dec Rath der Aldermen von New York hat b„ schlossen, daß ein aus 15 Aldecmen _und 15 «meinde- rätben bestehender Ausschuß die Burenmtss ion feierlich 5e- arüßen solle. In dem B§schluß heißt es, die städtische Verwaltung heiße die Misston willkommen und gebe ihr die Versicherung, daß die Bevölkerung von New York den rühmlichen Kampf, welchen die Republiken gcgen das mächtige Großbritannien führten, mit lebhafter Theilnahme bygleite. _Der Beschluß wurde mit allen gegen die Stimme emes Mitgliedes gefaßt, welches sich scharf widerseßte.

Aus Rio de Janeiro meldet „W. T. V.“: Der Prä: sident der Vereinigten Staaten von Brasilien hat an Seine Majestät den Deutschen Kaiser folgendes Glückwunschte egramm gerichtet:

.Ich habe ie Ehre, Eurer Majestät meine aufrichtigsten Glück- wünsche zur Großjäbri keit Seiner Kaiserlichzn Hoheit des Kron. vrinxen darxubringen. ch) ergrxife mit Freuden diese Gelegenheit, um Eure Majestät zu bitten. wir dem Aquruck meiner ebreebietigen Bewunderung für die Kaiserliebx Familie dxe Wünsche entgkgen. nehmen zu wollen, die ich für das Glück Eurer Majestät und des deutschen Volkes hege. Campos Salles."

Asien.

Eine Depesche dcr „Times“ aus Peking vom gestrigen Tage besagt: Die vollkommene Werthlofigkeit dcr soaenannten

Zulassung der Dampfschiffahrt auf den Binnengewässern trete

aufs neue in der Weigerung des Zoll=Taotais von Shanghai hervor, einem englischen Dampfer vom gcwöhnlichcn Fluß- dampfertypus den Verkebr_zmischen Shanghai und Tinghai, der Hauptinsel der T1chu1ang_ruppe, zu gestatten. Auf die Beschwerde der großbrttann11chen (Gesandtschaft habe das Tfung-li- amen eine Antwort ertheilt, welche das Vor: geben des aotais als zu Recht bestehend erkläre, da der Dampfer vom Typus der Seedampfer sei und die geltenden Bestimmungen stch nur auf Festlandpläße und nicht auf Pläße auf den vorgelagerten Inseln bezögen.

Afrika.

Wie aus Lourengo Marques berichtet wird, treffen daselbsx fortwährend aus Transwaal auögewiesene Engländer in großer Anzahl ein. _

Aus Vretoxia meldet das „Reuter'sche Bureau“, dax; der formelle Schluß der Session des Volkskaads daselbst gestern Vormittag stattgefunden habe. Von den . 60 Mit- gliedern waren mehr als 50 zugegen, Die Siße Joubert's und de Kock's waren mit Lorbeerkränzen geschmückt. Viele Zu- schauer wohnten der Sißung bei. Es herrschte tiefcs Schweigen, als der'Präfident Krüg er den Saal betrat. Ein Geistlicher sprach sodann ein Gebet, in welchem er Joubert's gedachte. - Die neue Session wurde gestern Nachmittag eröffnet.'Der Präsident Krüger fuhr, begleitetvon einer Eskorte, in einem Staatswagen zurn Parlament. Die fremden Konsuln und Militär- attachéöxinschließiich des rusfischen Obersten Gurko, waren bei der Eröffnung zugegen. Der Präfident Krüger hielt darauf eine Ansprache, m welcher er dem verstorbenen General Joubert hohe Anerkennung onte, deffen menschenfreundliche und muthige

altun? rühmend hervorlwb und die Loyalität sowie die

„harr ichkeit des Oranxeer-xistaats lobte, der seinen Verpflichtungen- gegenüber ranSvaal gerecht geworden 1ei. Der * reistaat habe der Schwesterrepublik damit ein gutes eis iel ge eben und habe einen großen moralischen Ein as; an? diejenigen gehabt, welche den Anstrengungen eines kleinen Staats, fich seine Unab: hängigkeit zu erhalten, gefolgt seien. Die Beziehungen Trans: vaals zu den auswärtigen Mächten seien ut, mit AuSnahme derjenigen zu Großbritannien. Durch dle eseßgebung und ihr Verhalten gegenüber Großbritzmnien im abgelaufenen Jahre habe die Republix ihren Wumch _bewiesen, den Frieden zu erhalten, und ste werde auch 1th alles thun, um den Rieden wxeder herzustellen. Dsr Präsident machte sodann

ittheilung von der Entsendung der Misston-nach Europa und verwies auf die Anwesenheit der Militär:AttachÉs der verschiedenen Mächte, welch: das Interesse beweise, das diese an der KampfeSweise der Republiken nähmen. Er drückte ferner seine Freude darüber aus, die Sympatßien der ganzen Wth auf der Seite der VurenÉu sehen, und erwä nte den Protest, den TranSvaal qegen die erleßung der Genfer Ueberein- kunft durch die Engländer an die Machte gerixhtet habe. Mit (Hmugthuung stellte der Präsident fest, daß die Finanzen TranSoaals in der Lage seien, die Anspannung durch den Krieg zu ertragen. Den Zustand der Minenbetriebe bezeichnete er als blühend. Sodann vcrwies er darauf, daß Transvaal dem Oran'e:Freiftaat mit einer AnleiYe außgeyolfen habe. Nach der ittheilun , daß die Session ur sein und nur die wichtigsten AngelegenJeiten erledigen soUe, sächloß der Präsident KZ": ett, indem er den Segen des Himmels für die Buren e c e.

Der „Times“ wird vom 29. April aus Buluwayo gc- meldet, daß der Oberst Plumer noch immer sein altes Lager inne habe. Von Salisbury seien 100 Mann Verstärkungen zu ihm gestoßen; jedoch habe er bei der erinßen Stärke der Truppen, von denen zudem ein großer TYeil rank sei, keine Ausficht mehr , Mafeking zu entseßen. Der General Carrington werde demnächst in Buluwayo erwartet; es werde an einem LaaerYür die Truppen gearbeitet.

Das „Reuter'sch-x ureau“ me1det aus Mafcking vom 28. U. M., die Buren hätten am 25. April ein starkes Vom- bardement begonnen, welches dazu bestimmt gewesen sei, einen Stxxrm auf die Vertheidigungxwerke der Stadt zu decken. Die Offiziere der Vnren hätten jedoch vergebens vetsucht, ihre Mannschaften m1t fich fortzureißen; diese hätten sich geweigert- dem Feuer der Englgnder Stand zu halten. Seitdem h_ätten die Buren offknbar thre Geschüye bis auf zwei Fünfpfunder fortgeschafft. Die TyphuSepidemxe nehme ab.

. Eine Depesche ves Feldmarschalls Lord Roberts_aus Smaldeel vom 7. d. M. meldet: Der General utton fuhrte am 6. d. M., mit berittener Infanterie eine ecognoécieryng bis Zand-er er aus und fand den Feind in erheblicher Starke vox. Auch dieKavallerie-Brigade des Generals Broadwood mit einer Abtheilung der Truppen des Generals Hamilton machte dieselbe Bewegung mit einem ähnlichen Erfolge- Der General Hunter meldet, er habe am 6. d. M. Fonrteen- streams, ohne Widerstand zu finden, beisst. Der Femd hab? fich in überstür ter Eile zuruxkgezoÉienn und Kleider, Mumtiyn unh rioatge_ ck zurückgela en.“ e schotti che Brigade ha" Wm urg 'besest.“ :Dte strecke Mis en Brandis)rt und Smaldeel ift fta“rk beschädigt. Die Vet-River ist unbrauchbar gemacht worden.

rückt "“über den

Dem „Reuker'schen Bureau“ wird aus Smaldeek vom

.. 7. Mai gemeldet, der General Hutton sei vorgerückt.

Manta Abend sein Lager bei Welgelegen auf- hYFHlaYnn. Nack;-g den in Smaldeel eingelazxfenm Berkcbten Leads tigten die Buren, _bei dem Zand-Rtvxr ener tschen WidecYand zu lüften, doch halte es schwer, die Burg er zu sammeln. '

- Die „Times“ meldet aus Smaldeel von:, gesxrtqen Taqe: Nacb Berichten von der ganzen Gsfechtslmte ut der Feind im Rückzug begriffen. Der General Botha hat es offenbar für nöthig befunden, setnen lmken Flu el_ von Tha- banchu zurückzuziehen, nachdem sem rechter lugel zuruck- gewichen war.

Wie dem „Standard“ aus Smaldeel gemeldet wird, cbeint die Proklamation Lord Roberts' wemg gewirkt _zu Haben, denn alle Farmen seien von Männern verlassen. . Bt_ek) und Pferde seien beschlagnahmt worden. Die Gefchtchl1chkett, mit dsr die Buren mit Wagenzügen entschlüpften, wirke nxedcr- drückmd auf die Stimmung der Truppen. Als dte Englander in Smaldeel angekommen, seien die Buren mit thren Ochsen: wagen nur 5 Meilen von den Engländern entfernt gewssen.

Aus Thabanchu berichtet das „Reuter'sche Bureau“, die Division des Generals Brabant [er am Montag dort eingetroffen und habe sich mit der Strettmacht des Generals Rundle verbunden.

Parlamentaristhe Nachrichten,

Der Bericht über die gestrige Sißung des Reichs- tages befindet sich in der Ersten Beilage.

- In der heutigen (189) Sißung des Reichstages, welcher der Staatssekretär des Innern, Staats :Minister ])1'. Graf von Posadowsky beiwohnte, wurde zunächst der Geseßentwurf, betreffend „Postdampfschiffsverbin- dungen mit Afrika, in drttter Berathung ohne Debatte unverändert angenommen.

Darauf feste das Haus die zweite Verathung des (Heseß- entwurfs, betreffend die Abänderung der Unfall- versicherungsgeseße, bei dem § 61 des Gewxrbe- Unfallversicherunasgeseßes fort. Bis zum Schluß des Blattes nahmen die Abgg. Hock) (Soz.) und ])r. Opfergelt (Zentr.) das Wort.

Dem Reichstage ift-der Entwurf eines Geseßes be- treffend die militärivcbe Strafrechtkpflege im Kiauts ou- Gebiete, nebst ngründnng zugegangen.

Bei der gestrigen Ersaßwabx zum Reichstage im 7. badischen Wahlkreise (Oftenburg-Oberkirch-Kebl) wurden, laut Meldun des „W. T. B.“, abgegeben: für Schüler (Zentr.) 7 1 Stimmen, für Reinhard (ni.) 6529 Stimmen; der Sozialist Geiß erhielt 906 Stimmen. Es ist somit eine Stichwahl erforderlich.

Nr.17 dez .Eifenbabn-Verordnungsblatts', beraus- gegeben im Ministerium dér öffkntlicben Arbeiten, vom 5. Mai, hat folgenden Inhalt: AÜerböcbste Urkunde, betr. Uebernahme des Baues und Betriebs von Kleinbabnen durch die Westfälische Landeseisenbabn- gescllscbaft, vom 2. Adril 1900. -- Erlaß des Ministers dsr öffent- 1icben Arbeiten vom 24. April 1900, betr. Vorschriften über die Be- fähigung zur Hilfeleistung bei telegraphisrben Zugmeldnngen und bei der Bedienung von Stationsblockwerken. - Nachrichten.

Statistik und Volkswirthschaft.

Wobltbätigkeit.

Aus Aachen wird berichtet: 1: den durch Allerböchfte Kabinetsordre vom 12. Februar d. . genehmigten „Talbot- Stiftungen' von 200000 .“ für das Kinderspital, den Kinder- bc-rt, die Arbeiterinnen - Haushaltungsscbule und die Kinder- krippe des Vaterländischen Frauenvereins find in den leßten Monaten noch folgende weiteren Stiftungen bknzugekornmen: Der Mitinhaber der Tuchfabrik von Wilhelm Peters u. Cre. zu Eupen Jakob Münster hat aus Aula der Iabrbundcrtwends einen Betrag von 50000 „“ außgeseßt, deffen insen denjenigen Angestellten und Arbeitern der Fabrik zugewendet werden sollen, welche 50 _J_abre bn der Firma beschäftigt geweien find. Beim 50j5btigen Jubilaum „des Evan elischen Frauenvereins in Aachen wurden von dem Kommerzien- ratb elius und Frau, dem Fabrikanten Reiß und Frau und der Wittwe Waldhausen zusammen 45 000 „ja _zur er- Zrößerung der Verein! - Eebaude (Kinder-, Frauenbetm, „Klem-

nder - Rub und Sonntagsscbule 2c) qeschenkt. _ Ber Ge- legenheit der Feier ihres 25 äbrigen Dienstjubilaums haben die Dirkktoren der Cisén- und tablwnke deo Aachener Hutten- Attien-Vereins, Kommer-ienratb Kirdorf und Julius Magery emeinsam aus eigenen Mitteln eine Stiftung yon je 50000 ck zur öxderung des Wobles der Angestellten und Arbeiter des Werkes errichtet. Ferner überwies die Wittwe des Geheimen qumerzken- ratbs Jakob Vücklers zu Düren der Juvaliden- und thtwenkaffe

. der Firma Schoeüer. Bücklerö u. Co. die Summe von 5000 „ji

Zur Arbeiterbewegung.

In Frankfurt a. M. traten am 7. d. M. etwa 1000 Arbeiter der Holzindustrie (Schreiner, Bautischler, Anschläge: uud Maschinenarbeiter2 in den Ausftand. Einige Hundert haben, der .Frkf. Ztg.“ xufv ge, bereits die Arbeit zu den bewilligten 3212er! lTLZedizthungen wieder aufgenommen, etwa 150 ledige Arbeiter

!! a kk?! .

.W e die „Köln. Ztg.“ aus Krefeld berichtet, haben in einikxen dortigen Sammetappreturen die Arbeiter theils gekünd at theils dle Arbeitmiedergelegt, weil einzelnen von ihnen, die am 1. Mai nicht zur Arbeit erschienen waren, ein Lo nabzug gemacht worden :|.

In Mainz haben die ausftändigen chlosser ibre Forderungen UW grö en Theil durchgesetzt In einer dortigen größeren Werkstatt ift die tbeZt b o- wieder auf enommen.

eldung des .T. B." aus Ren_aix (Belgien) "W sefirigen-Taae-sknd dort 2000 Spina er ausfiandig' fie vcr- lanaken Erböbnndk der Löhne und Verkürzung der Arbeitözext, worauf die Arbeitgeber e Awospenuna beschissen.

„massiver

M,.uub Wissenschaft.

Zweite Jabreß-Aussiellung der Berliner Sezession. (Vorbericbk)

d. F.. -- Die zweite Jabreßausstellung der Berliner Sezesfion ist beute Mittag im Ausstellungsbause neben dem Theater des Westens ';eierlkcb eröffnet worden. Das Programm der Vereinigung, die in Ketem Wachsen begriffen ist, schließt alle Maffxnkunft aus, und so hat man auch dkekmxl verstanden, eine glückliche Auswahl von Werken zu, Treffkn, m denen mehr oder minder starke Künstlupersönlicb- ketten nach dem AuOdruck dessen strebcn , was den wirk- lich Kunstgebtldeten am Herzen liegt. Das Bemübxn, ken Gefwznack' atx echter, * vorwarts strebendec Kunst zu heben, dx? Ve-standmß fur das, Was rcichbegabten Künstlern Uebetzxugung ist, zu yetttefen, kann nur vexkennen, wer die Éeistige Entwickelung unjerer Zeit_als Rückschritt ausfaßt. Der über rwarten große Erfola der vorjabrigen Aqöfteslunq gab den Leitern des Unfernebm-ns cin Rscbt, auf dem beschrattenen Wege zu beharren. Es ist erfreulich, daß mm fi-Ö veranlaßt sab, die'AusstZUungSräume um einen Oberxicbtsaal zu erweitkrn. Troßpemlrchsnßtchtuna der eingesandten Arbeiten find die so vxr rößsrten _Raumlicbkciten gefüllt, ein Zuviel und Zuwenig glu (ich vermtedsn. Die Qaalität des Gsbotensn vekbürgsn die Namen der Aussteller, aus deren stattlicbxr Reibe wir in dkxsem Vorbsri'cht nur wenige nennen. Wer die Entwickelung der modernen Malerei und Skulptur aus „bleibende Erscheinungen verfol 2, wird aus dieser Aufzahlung bereits einige Anhaltspunkte für die 5 eurtbeilmxg gewinnen können.

Hans Thoma ist mit etwa elf Bildern txeten, von Arnold Böcklin find vier Wzrke angestsÜt, em fünfte? wird erwartet. Eine sehr freudige UZber- raschung erfahrt rer norddeutsche Kunstfreund durch eine Reibx von Schöpfungen "ces allzufküb vsrstorbenen, erusten Stilisten Hans von Marées, deren größerer Theil aus der Königlich bayerischen Staats-Galerie zu Schleißheim bergelieben ist. Ferner find von süd- dxutscben Außfteüern Dill, Trübner, Freiherr von Habermann, Slack, von Uhde, Slevogt uud Zügel zu nennen. Der unlängft aus München nach _ Berlin übergesiedelts Louis Co- rinth hat zwei größere Arbeiten, eine Krkuzigung Christi und das Martyrium Johannes des Täufers außgestxllt. Djs Karikaturenzeichner Heine nnd Strabtmann debütieren mjt einigen ebenso wisigen wie g€schmackvchl€n Bildern; von anderen aus- wärtigen deutschen Malern seien Adolf Hölzel, Frxiberr Von Gleichen-Ruß11)urm und Herrmann Linde hervor- gehoben. Zwei dekorative Entwürfe des SÖweiz-srs Hodler dürften die Aufmerksamkkit auf fich lenken. Unter den Berlinern find Liebermann, Skarbina, Curt Herrmann, Ludwig von Hofmann, Martin Brandenburg, Schulße- Naumburg und Otto H. Engel zu_erwäbnen.

Das Ausland, das zum ersten Mal tn den Rahmen der “Sezessions- ausstellung einbkzogxn ist, weist die wohlbekannten Namen der Pariser Raffaelli, Cottet, Renoir, Valloton, Latoucbe, Monet und Pissarro neben denxn Seqantini7s, Zorn's, Emile Clauß', Delvin's und Lavery's auf. Sogar ein Porträt von Whistler hat man ausfindig zu machen ewußt.

Unter den Skulpturen sei in diesem ocbericbt nur der Mzifter- leistungen Adolinldebrandt's und Mennier's, sowie eins: schr reizvollen kleinen Bronze von Wbra in München gedacht.

Daß neben diesen willkürlich beraußgegriffenen Leistungen eine atoße Zahl anderer nicht mindere Anerkennung Verdienen, das darzu- lkgen, bleibe den folg-"nden Berichten vorbehalten.

Im Verein für dekutschesKunftgewerbe wird baute Abend 8 Uhr (im Festsaale des Künstlerhausxs, Bellevmstr. 3) Herr Arthur Höing einen Vor rag „über Koptoxyl, moderns Holz- bekletdung der nnenräume' halten; ferner wird Herr Ingenieur Hermann Studie aus Halle „über die Herstellung Intarsien, speziell Hirnbolzintarsien _und ihre Verwendung im Kunstgewerbe“ sprechen. Breda Vor- träge werden durch Aussteüungen erläutert werden.

gut Okr-

Technik.

Die 41. Hauptversamwlang des, Vereins deutscher Ingenieure findet, wie das „Centralbl. d. Bauoerw.“ mittbeilt, in diesern Jahre in den Tagen vom 2. bis 4. Juli in Köln statt. Die Sisungen werdxn im wesentlichen mit yxreinsgesckyäftlichen Be- ratbungen aussesüllt werden. Von den sonstigen Gegenständen der Tagesordnung sind hervorzuheben die Berichte des Vmstandes über Normalien zu Rohrleitungen für hoben Dampfdruck, über Maulweitkn der Schraubenscblüffel zum Z-l-Gewknde, über H?cfteklung und HnauSgabe eines internationalen technischen Wörterbuches und“ über Normen für Spiralbohrerkeqel. Für Mittwoch, den 4. Juli, tst ein Ausflug nach Bonn und dem Siebéngebirge in Aussicht genommen.

Land- und Forstwirthschaft.

Die TRD"1.Berliner Mastvieb-Ausstellung isxbeuteauf dem im Flaggsnscbmuck prangenden städtischen antral-Btebbof er- öffnet worden. Die Schau giebt bxi starker Beschickung ern erfreu- liches Bild der deutschen Viebproduktion und, gewahrt zngleick) einen interessanten Ueberblick über das wette Gebiet thier- xücbteriscber Tbätigksit, das fick; die Versorgung der Reichs- haupxstadt mit dem uötbigrn Fleisch zur Aufgabe gemacht hat. Von den 128 Ausstechn, dre diesmal ihre Zuchtprodukte bter vo:- fübrcn, find 36 aus der Provinz Posen, 32 aus Brandenburg„ 19 aus Pommern, 13 aus katpreußen, 6 aus Braunschweig, dte übrigen aus den Provinzxn Schlesien, Sachsen, Schleöwia-Holstein, Hannover und Ostpreußlen, aus den beiden Mecklenburg, Oldenbura uLd Bremen; je ein ussteller ist außerdem aus dem Königreich Sachsen und dem Elsxß erschienen. Jm Speziellen ergiebt diese Verhängung, daß für die Kälberxufubr vor allem Braunscbwäg, Brenzen und Oldenburg in Berra t kommrn, sch3 aber für den Gcoßmebmarkt immer mehr die Proo nx PoLen für :rlin an Bsdeutung gewinnt. In den letzten vier Ja ren find aus dieser der Berliner Schau vorgeführt worden 16? bezw. 232, 285 und in diesem Jahre 363 Haupt. Brandenburg, das im Vorjahre auf 29 Haupt zurückgegangen war, bat_ fich bet den günstigeren Vaebvreisen wieder etwas gehoben und bringx dieSmal 66 Haupt Großvieb; Pommern bat fich in_rubiger W.»:se weiter entwickelt; Schlesien ist in seiner Bedeutung fur den erlmer Maxkt immer mehr zurückgegangen; Schlesw_iq-Holstein bat Berlin eigentlich ganz aufgegeben und ck dem machtig Zufstrebenden Hz_mburger Markt zugewendet; um 10 eifriger aber bemubt fi:b Westpreußen, bier in Berlin festen Fuß zu gewinnen (1898 nur 13, 1899 schon 33 und in diesem Jahre 84 Haupt Großvieb). In Bezug auf Hammel kommen für Berlin nur Brandenburg, SOZefien und Mecklenbnrg in Betracht. Der Versuch, den vor_ zwe: Jahren dte_Rbe1n- provinz machte. in Berlin Erms zu finden fur die durcb die Zoüverbältniffe beinträcbtiate Hammelausfubr nnch Frankreich, ist aufgegeben worden. In der Schwemeeinfubr endltch dominiert immer mehr Pommern auf den Berliner Mastvieb- schauen, Wenn aber dieSmal Brandenburg auf dtesem Gebtete starx jurücktritt, so liegt dies wohl im wesentlichen nur x_aran, daß im den jevigen guten Preisen die märkischen Schweinezuäpter ihre Produkie aucb obne Beschickung der Berliner Schau leicht abzusetzen hoffen. - Den Glanzpunkt der dies- jährigen Ausstellung bildet unstreitig die Rmdexabtbeilung; fie zählt :ck!" weniger als 712 KMU gegen nur 540 un Jahre „1899 und 369 im Jab? 189€. * ur einmal, im Jahre 1895 ist eme böbere

woe en.

Zahl Unter den 123 Kälbern find 63 Doppel- ; die e von den Berliner Fleiscbem ihres guten Schnivel- fteistbes wegen gern gekauften Dopellmder haben

Provinz auf

damix

sablenmäßkg die normal schnitt: Tbkeke übetfiägelt. Um den Kaisetvreis konhmieren diesmal die AUSftellcr in den bxiden mit 136 Thieren bexcbickten Klassen dex jungen Ochsen; da der Gewinner des Kaiserpreises aber selvftgnücbtetes Vieh vorführen muß, so schzidsn von 2:71: 19 Anksteüern in diesen beiden Klafsen 10 ohne weitaus aus und ift die Konkurrenz somit eine nur sehr beschränkte. Die bkiden Kubflaffen sind mit 49, die beiden Klasen der äiteren Ochsen mit 334, die beiden VuUenklaffen mit 70 Thieren besetzt. In (1an diesen Jlaffen find ganz voxtreffl Zuchtvrodukte auszzestclll. Y:: cm Yteren Ochsen überwkeaen dekmal in ganz auffalliger YFM dre “Stämme des deutschen Höbelandes; namentlich sind es die Séwmcr- Maler, die ihres feinfaseri en und doch kräftigen Fleisches wegen nnmec heliebter werden. -- Die btbeilunq der Schafe ist mit 170 Tbisrxn m 70 Loosen etwas fchwächer beschickt als km Vorjahrx, wo 223 Thiere vor efübtt wurden, fi: erskyt ab?: an Qualitär, was ihr an Quantität a geht. Es find ausschließlichß befannxe „und wobl- renommierte Zuchten. die fich dieSmal an der Schau ,Hexbetlithabxn. D€k„Z*1bl nacb traten die Merinos hinter den englnchén Nansnxr- bkbllkl) wrück; Von dsn leßteren sind vor aÜem dre Hzmpkdtre- downs _ 9112 vertreten, wahrend die langwolligsn ganz seblén. _ D.:? Ochwxme-Adxbeilung ist mit 131 Tbisren (16 msbr als, tm ,Yorjabrk) als klein aber gut_ zu bezaiäonen. Znterefiant Ut der Versuch, die Tamworths, die jogenanntm roxhen Ochweme, wixder zur (Geltung zu bringen. -- Morgen wg aucb noeh aescblaxhtexes Mgftgeftügelxorgefübrt werden, um zu zeigen, was die Landwxxxbrckßast in der Mangestägelzucht leistet. - Wie immxr, so in anch dteSmal nur der Maétviebxckpau eine Maschinen- und Ge- ZasYÖZYsYMLUMJ verbunden, die von 37 meist Verlinkt Firmen : : t .

Saatenstand in der Bukowina. Dxr Kaiserliche Konsul in Lemberg berichtet unter dem 30. v. M.

Folgendes:

Nach Mittheilun des Vereins für LandeSkultur kn Czernowiß kann _der Stand der anten in der Bukowina im Ganzen, wenn er auch !iellenweise gelitjen hat, als mittslgut bezeichnet werden. Der Frühjahrßanbau ist infolge des Nachwintsrs oerPätet, gegenvänig

indxß im vollen Zuge.

Saatenftand in Ober-Italien.

Das Kaiferlicbe Konsulat in Mailand berichtet unter dem 1. d, M. Tolgendes:

Der Stand dss Winterweizens ist in ganz OLer-Jtalien ein günstiger. In Piemont glaubt man, bei fortgeféßt günstiger Witterung F'Uff einen die Durchfchnitt§ernten übersteigenden Ectrag rechnen zu ur en.

,_ Der Mgis ist unter im allgemxinen günstigen Witterungsverbält- ntnen angeyäet worden; zum tb:il rst die Aussaat noch nicht beendigt.

Saatenftand in Rumänien.

Das Kaiserliche Konsulat in Bukarest berichtet unter dxm 1. d. M. Folgendes:

Der Stand der Herbstsaaten wird im angxmeinen als ein guter bezsicbnet. Der Raps wird vorausfichtlich eine reichc EM!: ergeben, da von dem diesjährig besonders ausgedehnten Anbau nur etwa 20 0/9 dnrch stagniersnde Wasser und durch Würmer an Grund? gegangen sein dürften. Wein und Obstbau stehen gleichfalls zur Zett gut.

Die Frühiabrßackerung und die Frühjadréeinéaat find infolge des anhaltenden Re ens etwas zurückgeblieben. Andererseits ist die Erde dadurch viel lo erer, als dies sonst hier der Fall ist, was der Acker- bsstellung bei dem Umstande, daß die Zugtbiere inkolge FuttermanJIls während des lcßtm Mtßjahres m ganz beéonders schlcchtec KOKKÜUM find, wieder sehr zu stxtten kommt.

Wenn nicht schon jsßt eine außxrordsntxichk und anhaltend? HSZ? eintritt, wird auf eine gute Gesammternte gerschnet.

Gesundheitöwesen, Thierkraukheiten uud Absperrungs- Maßregeln.

Italien.

Die Königlich italienisch Régixxung bxt durch skesaniTäTHVOlizei- liebe Verordnung Vom 2. d. M. Port Said für vestvkrsxucht erklärt. Auf die aus ienxm Hafen kommenden Schiffe finden die Bestimmungen der im Jahre 1697 und 1900 eklaffenen scxsanitätß- volizsilickoen Vérordnungen Anwendung. (Vngl. auoh .R.-An|.“ Nr. 54 vom 1. Mär; d. I)

Konstantinoyxl, 8. Mai._ (W. T. B.) aus Smyrna ist- dort em 1schzigj1bri93r Mann » er d ächtig€n Et1cheinungen erkrankt.

Nach Meldunzxn unter den-

Theater und Musik.

Theater des Westens.

Die varnschule des Stern'scben Konservatoriums ver- anstaltete gestern unter Laitung ihres Direktors, Profess: Gustav Yollaender, ibren exsten dramatischen Abend in dieser Saison.

ur Axtssübrung nganzten Alke bezw. Scsnen aus ÖM Oprrn „Hänsel und (Hrktel' von Humperdinck, .A'sda' vou Vsrdi, .Der Freiscbüs' von Weber, „Romeo und Julie" von Gounod nnd ,Figaro's Hochzeit" von Mozart. Manche Leinungkn, inxbzsondere di? dsr Dnmen Paula Skbönfeld (Acnnében und Cberudin), Vlsrbkkler (Agatbkj, Kaufrnann A'jda) und HiÜenuxß (Julie) - fast aU-x Schülerinnen der rau Profess: Ni aß-Kempner -- standsn bereits anf anssbnlicbcr ünstlerischer Hödk. Untec den Vertretern männlich€r Nollkn fixlen befonders die Herren Borodin (Romeo) und BeckerÉLgars) durch gute Stimmmittel auf. Aber auch bei d3n minder vorgeschxnt-snén odxr auch vßelleicbt durcb Befangknbxit an der vollen Entfaltunz idrer Mittel behinderten Mitwirkendkn war ein ernftes, auf das rechre ZÉel gerichtetes Streben nich zu verkennen. Aufmuntsrndx: Bsäfall oxs VOÜbesthkn Hauses wurde Allen zu tbeil.

Konzerte.

Der österreichische HofbaUmufik-Direkwr Eduard Strauß, ein in Berlin seit Jahren bekannter und beliebter Gast, eröffnete am verganYen Freitag im Saale der Aktienbrauerei Friedrichßbain mit seiner jener Kapelle die Reihe feinxr diesjährigen Konzerte. Neues läßt sich kaum über die Kün-Nlér und ihren Diügenten sagen. Nach wie vor bildet die vollendete Wiedergabe der WTM?! Tanzmustk, insonderheit der Walzerkompofitionen von Johann Strauß, den Höhepunkt ihrer Lkistungen, unddas Publikum wird nicht müde, den einschmeichelnden Weisen zu layschen. Im übrigen stellt ihnen der Dirigent nicht eben schwierige künstlexixäoe Aufgaben. Das Programm des ersten Tages enthielt neben den ;rwabnten Kompositionen u. a. auch die bekannte „Berceuse' für Violine von Godard, welche von dem Konzertmeister des Orchestxrs Herrn Schotter recht anerkennenswertb vorgetragen wurde.

Das Eichelberg'scbe Konservatorium (Direktion Fels Maßbach) veranstaltete am Montag im Saale der Sing. Akademie einen Vortra Labend. In dem Programm, das durchweg klasßscbe ompofitionen enthielt wechselten Klaviervornäae mit Violin- und Gesan Sauffüßrungen ab, die vom Berliner Symphonie-Otche ter unter Leitung de§ Kapellmeisters Hetrn Bertrand Saenger begleitet wurden. Die Solijten, fämmtlicb Schüler des Jnftiüxtß, lösten ibre zum tbeil r t jcbwterigen AufZaben mit voller ingabe und mit Verfiändniß.

anz besonderen Be _fau_ernteten die ulerin der Kammersängerin rau Maninger, Fraulem Hertha Debnäow (Alt), ferner rr ermann Gerlach (Violine) und err Georg Bertram (Klav er), welche aus der Violm- buw. Klav erklaffe' der Herren Hagemeißer

und Munzinger hervor : ungen smd. Auch die Leistung von Frau Frida Langendorff, ebenßa a einer Elevin der Frau Mallinger, verdient