Der Kaiserliche Gesandte in Buenos Aires von Treskow hat einen ibm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetretxn. Während der Abwesenheit desselben fungiert der etatsmdßtge LegationS-Sekretär der Kaiserlichen Grsandtschaft Frethetr von Werthern als Geschäftsträger.
Der Königliche Gesandte in qumstadt Prin zu Hohenlohe-Oehringen hat"einen thm Allerhochét ve- willigten Urlaub angetreten. Wahrend der Abwesenheit des- selben werden etwa vorkommende mtchttgere Angelegenhetten eilig? Natur im Wege 9de direkten Korrespondsenz mxtgexer Gro her 0 li hessischen rgieruna zu_er emgen em, wo en die VeaÉbZtLg der laufenden Geschafte etnfacher „Art dem Legations-Kanzlisten, Hofrath Kannenglßex uberlaffe'n bleibt. Erlasse in lcßtrren Angelrgenhenrn smd „an dte Königliche Gesandtschaft m Darmstadt“ zu r1chtrn.
Der Bevollmächtigte zum Bundeswtb, Senator der rrien und Hansestadt Hamburg Dr. Lappenberg tft von crlin
abgereist.
Koblenz, 10. Mai. Die Torpedoboots-Divisi'on, welche gestern Abend Neuwied angrlnufen war, passterte eure Vormittag Koblenz. Das Dtmstsnsboqt, we1chxs rn Zkeuwied geblieben war, folgte nach und ging hrer heute Nach- mittag vor Anker.
Baden.
hre Königli en Hoheiten der Großherzog nnd die GroZlJerzogin Yuv am Mittwoch von Berlm wreder m KarlSruhe eingetroffen.
Mecklenburg-Schwerin. . Seine Köni liche Hoheit der Großherzog hat ftck) am Mittwoch von anncs zum Universttätsstudtum nach Bonn begeben. Elsaß-Lothringen. re Ma'estäten der Kaiser und die Kaiserin trafeLhwieW1T.-B.“ meldet, gestern früh 9 Uhr von Schloß Urville in Meß ein und begabenStch FU Pferde nach dem Uebungsplax bei Fre-anit), wo Allerhdchstdte clben von dem Statthalter Für ten szohenlobe-Langenbura und dem kommandierenden General des )(71. Armee-Korps Grafen_von Haeseler erwartet wurden. Seine Mnxestät der Kntser [res zu- nächst die drei Bataillone drs Komgs-anantertc-Neqrments Nr. 145 einzeln vorexrrzieren. Hierquf folgte kme. Grferhts- übung des ganzen Regiments. Inzwrschcn waren dre ubrt en Truppen drr Garnison Meß auf den UebungSp aß gerückt und Hatten daselbst Aufsteüung zum Varadß- marsch genommen. Bald nach 12 Uhr begann der Vorder- marsch, der von der Infanterie in Negnnentskolonne, von der Kavallerie und Arttüerie in Eskadrons: bezw.. Batxerte: front außgeführt wurde. Seine Majesxat'der Katser fuhrte Sein Regiment Ihrer Majestät der Karserm vor, der Statt- halter ürst zu Hohrnlode-Langrnburg feste sich an dre prße des 1. ZZanndvrrstdrn Dragoner-Regtments Nr. 9, be: wrlchem derselbe ck 13 511118 geführt wird, drr Gencrcrl der In- fanterie Freiherr von der Gols be lettete drr Pwmerr. Nach der Truppenschau kehrte, J re , Maxestat die Kaiserin nach Urville zurück. Seine Majxstnt der Kats'er frühstückte dci dcm Offuierkorps „drs Komgs-Jnfgnterrc: Regiments Nr. 145 und fuhr NachrmttaF nach Fort Zaulm). Um 5 Uhr kehrte Seine Maxestät von cvant-les:P0nts aus nach UrviUe zurück.
Oesterreich:Ungarn.
Das „Armee:Verordnungsblatt“ "vrröffentlichx die Er- nennung Seiner Kaiserlichen und, Komgltchen Hohen des Kronprin en des DeutjchenRetcbs und vdn Preußen zum Oberkt-Inhaber des 13. HusarenMcgrme'n'ts, '
Der Minister des Aeußern Graf (Holuchowskt rst, wre „W. T. B,“ meldet, in Begleitung der Sektionschefs Graf Szécsen und von Doczi sowie des chationöratbs MereZ von Kapos-Mére gestern Nachmtttag von Wten na Budapest abgcreist.' , _ _ _
In der genrtgen Stsung des ds_terrctchtschen Ab- qcordnetenhauscs wurden zunächst die Eingangs verlesen. Darunter befand fich ein dringltcher Antrag der Abgq. Or. Lueger und Gen oss en , in welchrm dre Ncgrerung aufgrfoxdzrt wird, die Befreiung der ungarrschen StaatYpaptrre von der oster- reichischen Nentenstcucr unter keinen Umstanden zu btUtgen, ferner eine Jntrrpellation des Abg. Verkauf, brtreffend das zwctte Gleis der Nordwcstbabn, sowie ein Antrag dessrlcht Abge- ordneten, wonach die Dividende an dle. Aktionare der Südbahn, solange die (Hesqüschaff mcbt den An: forderungen an die Betriebsstcherheit yonommcn ent- spreche, nicht a11s_gezak)1t und die_ Sudbahn eventuell sequeftriert wrrden 1011. Nach Brendrgung der Yerlesung beantragte der Abg. Gregr den Vordruck emer Pentronzum ftenographischrn Protokol]. Der Abg. Wohlmeyer ernJezterte diesen Antrag dahin, dF sämmtliche eingegangenen Penttonen dem ftcnographischen rotokoll deigedruckt werden sollten. Die Abgg. Kramarc und Herold dezeichneten den Antrag Wohlmener als geschäftSordnungsrmdrig. Lehterer 1t_ellte eine Rexhe von Anträgen auf Absttmmung. Nack) elner formell-xn Debaste, an der die Abgg. Blaczek und Horixa theilnahmcn, zog der Abg. Wohlmexer [einen,Antra'g zuruck mit der Motivierung, daß er der Obiruktxon mcht eme neue Förderung angedeihen lassen wolle. Dre Anfrage drs AbgH exo ld waren ]" omit gegenstandslos geerden. Das Haus stnnmte hte'rauf über dcn Antrag Gre r, bstrenend den Betdruck emer Pejttion
zum stenograph'nchen rotokoll, namentlich qb. Nach wrtteren drei namentlichen Abstimmungen wurde dte Stßunannfolge der Beschlußunfähi keit des Hauses unter großem Larxn ge- schloßén. Die nächte Sitzung mtrd am 17. d. M. stattnnden.
Der „Neuen Freien Presse“ zufolgr hat der Abg. von
Jaworski im Namen der Rechten den Obmännern der“
Deutschen den Vorschlag gemacht, es möge, unter Verztcht auf die erste Lesung des Sprachen eseßes „em SOUTH??- ausschuß e'mgeseßt und demse en eme Fast fnr die Beendignng seiner Arbeiten gestellt werden. Vts dahin set dle Verhandlung über alle wesentltchen Vor- -lagen zurückzustellen. Unter diesen Bedingungen mache Ech die Rechte anheischtg, die _Czechen zum vorläufigen Aufg en der Obstruktion zu, befttmmen. Die Obmänner der Deuts chen lehntrn ]edoch den Vorschlag ab, da fie in dem-
Der Rektor der Universität empßng gestern dte Vertreter der farbentragenden Verbmdun en ,und drohte ihnen namens des akademischen _Senais em a gememexs Verbot des Farbentragens an, wenn die Vertretrr 'nicht dre Verantxdortung für ein gutes Verhalten der Mitglieder der Verbindungen übernähmen. Der Rrktor gewahrte eme 24stündige Frist zur Beantwortung. ' _ Nach emer Meldung aus SaYszkÉ ck, der dorttge Weihbischof Katschthaler zum Furft- rzbtschof von Salzbur gewählt worden. . , Die itglieder der ungarrsehen klertkalen Volks- partei Graf Johann Zieht) und Stefan Rakowszky haben ihre Mandate als. M1tglteder_ der Dele- gation niedergelegt und m ernem Schretben an . den räfidenten des Reichstags erklart, dax; ste zu dresent Ychritt sich als Oppofitionelle veranlaßt ge ühlt hgtten, xvetl die Majorität die Nominierung des Abg. Ugron seitens ferner Fraktion nicht respektiert habe. Es werden „nunmehr statt der ausnetretenrn 4 Mitglieder der Volkspartei und chr Ugron- fraktion 4 Erfaßmänner aus der RegtrrungSparter etndrrufen, sodaß in der Delegation keine oppostnonelle Frakt.on ver- treten sein wird.
Großbritannien und Irland.
Jm Unterhause erklärte, einer MeldunF des „W. T „V.“ zufolge, acstcrn der Unter-Staatssckretar ss Auswarttgen Brodrick, die Regierunx- habe keine Bestätigung. der Meldung erhalten, wonach zwischen Rußland und der Türkei em Memungß- austausch mit Bezug auf das Ersuchen tm Gange set, daß dre Türkei Rußland Kohlenstationen auf „Trnedos nnd Rhodos einräumen solle. Der Staatssekretar für dre "Kdlonxen Chamberlain tdeilte mit, „daß in Natal ge enwarng emr von der dortigcn Regierung emgrsrßte Kommls mn ,thättg srl, um über die Enischädigung§ansprüche drr Loyalgeblrebenen m Natal wrgen der ihnen durch den Krieg erwachsrnen Verluste eine Entscheidung zu treffen, und daß diese "Ansprüche ans der vom Feinde zu erhebenden Krtegsentschadtgung befriedtgt werden sollten. _ . , .
Lord Ros e der knclt gestcrn m London bet emem Bankett- des Glaßgow-Univsr ttätsklubs eine Rede, in welcher er aus- führte, Großdritannicn Habe viel v_on Deutschland zu lernen aus seinrr außerordentlichen Jndustrre und außerordentlrchen Konzentratßon und der besonnenen Art und WILse', mrt der Deutschland im Verglcick) zu England same chterung unterstüße.
Frankreiäp.
Seine Majestät der Deutsche Kaiser hat; wie „W. _T. B.“ aus Paris meldet, durch ein an den Fursten _Munnste'r von Derneburg gerichtete? Telegramm „aus'Urlee frrr dle Verfichsrung treuer Anhängltchkeit sowie fur dre Gluckwunsrhe der am Montag im deutschen Aussteüungshause versammelten dcutschen Kolome huldvollst danken lassen.
Spanien.
Infolge eines Beschlusses des_Verbqndes der Hat)- dclskammern haben gestern Mittag dlc Ladenbefitzrr m Madrid, Valladolid, Saragossa undzthretchsn anderen Städten ihre Läden eschlossen, um gegrn die neuen Steuern zu protestieren. ?Jn den Thcatern, fanden Abends keine Vorstellungen statt. In Madrtd versuchte, dcm „W. T. V.“ zufolge, eine Anzahl ]unger Vurschrn, einige Häuser mit Steinen zu bewerfcn, wurde aber aqun- andergetrieben. In drm Vorort Telnnn wurde der Versuch gemacht, Straßenbabnwagen zur Entgletsung zu'brmgen. Es kam dabei zu einem Zusammenstoß mlt r-cr Polizet, bcrwelchem fünf P.-rson€n V;:rwundet und mrdrere Verhaftungen vorgenommen wurdcn. _ Aus Valencia wird berichtet: In der Calle Ruzafa wurden Barrikaden errichtet, die Gendarmerie wurdc mix Strinen b.worfen und dann a_Us ste geschdffcn. Zum Gendarmen wurden verwundet. Dr? Gendarmerie schoß eben- falls, nahm die Barrikaden und stellte dre Ordnung wieder her.
In dem _rstern Nachmiitag adgchaltenrn thsterrqtk) erklärte der inistcr-Pxäfident Stlvrla 'm 2323er“),? nuf dicse Vorgänge, die Regierung achte alle poltt.schen emungen, werde aber die Ordnung energisch__aufrecht' erbnlten; was die Unruhen in Barcelona betrene, so seien dieselben das Werk einer kcckén Minorität.
Rumänien.
Wie dem „W. T. B.“ aus Bukarest gemeldet wird, erschien gestern ein_Lehrcr Nanxrns Constantinin, wrlchrr infolge eines gegen ihn dnrchgcfudrten Prozess; „_scmer Stellr enthoben worden war, der dem Untsrrtchts:MmUter Jstratr in Audienz. Nachdem er crnjge crregtc Worte an den Minister gerichtet hattr, zog er emen Revo_lver_ans der Tgsche. Anwesende Bedienstete entwaffneten Conxtanttmu und udcr- gaben ihn der Polizei. Beim_ erstcn Verhör erk1ärte er, er habe in Gegenwart drs Ministers Selbstmdrd veruden wollen. Erne Untersuchung sol] klnrstrUen, ob es srch um emen Mord- anschlag oder einen Sclbjtmordversuch gehandelt hat.
Amerika.
Ans Sioux Falls (SüWDakotaYnxeldrt „W. T. B.“, die Nationalfonvention der Popultrxcn habe_ durch Zu: ruf Bryan zum Kandidaten für die Prändentschaxt der Ver- einigten Staaten nominiert.
Afrika.
Nach einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus“ aus Pretoria hat der VolkSraad vorgestxrn mehrere Re- solutionen angenommen, in denen dem Bedaurrn Ausdrnrk gegeben wird,; daß Großbritannien nicht 'auf die thm untcr- dreiteten FriedenSvorschläge ein egangen sex, und dre falsche Darstrllung der Sachlage in er Depesche Lord Salisbury's beklagt wird. Der Volksraad dankte den Mächten fÜr ihre Unterstüßung und Sympathte, protefttrrte. gegen drr Ver- leßungen der Genfer Konvention und ermachttgte die Regierung, Bcschlüffe je nach Bedarf und Umständen zu fassen. Dre Session wurde sodann geschlossen. ,
Nach einer in Pretoria eingetroffenen amtlrchen Meldung„ haben die Engländer am Sonnabend Fourtcenstreams in- Vesiß genommen. Die Beschießung war so hc tig, _daß die Buren zum Rückzug gezwungen wurden, wel er m guter Ordnung bewerkstelli 1: wurde.
Der Präsident rü er erhielt ein Telegramm_ von einer Bürgerin, in welchem die elbe anfragt, oh die,Zeit fur Bildung eines Frauenkorps nicht gekommen sei; ste ser bereit, mtt einer Truppe von Frauen-Freiwiüiaen zur Verthetdigung der Un- abhän igkeit des Landes die Waffen zu er reifen.
'ne Depesche des Feldmarschalls Lord Roberts vom
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ein, die _ Die brjti ck “
ist in vollen: Rücknge. Er nahm eine SteUung Verluste sme *
über mehr als englische Meilen erstreckte. SteUung war natürlich vtel länger. Unsere
ArtiUerie verfolgen den sind auf drei verschiedenen W e Dem „Reuter'sYen ureau“ wird aus Durban Yen" gestri en Tage beri tet, bei den Truppen Str Redner; Yul er's herrsche eine lebhafte Thangkeit es würden aber keilnFsMittheilungen über die gegenwärtigen Bewegungen durch. ge a en. Dasselbe Bureau meldet aus Accra vom 9. d. M, daß dort das Gerücht umlaufe, Kumassi sei gefallen, die S ämme der Afims, Kwahus und Khoranzas marh_ten wahrschejnnch mit dem Feinde imGeheimen gemeinsame Sache. D-e Tele; graphenlinte nach Prahsu sei unterbrochen. Jm britischen Kolonialamt lag gestern keine BestätigunL dteses Gerüchts vor. Nach einer Depesche der „Kölnu en Zeitung“ aus Tanger ist dort die Nachricht eingetro en daß der Groß- vezir von Marokko Ahmed ben Muss a gestorben sei.
Parlamentaristhe Nachrichten.
Die Schlußberickyte über die gestrigen Sißungen des Reichstages und des Herrenhauses befindcn steh in der Ersten Beilage.
- Der Reichstag beschloß in seiner bkutigen (191.) Sitzung, welcher der Staatssekretär des „Innern, Staats-Minister ])r. Graf von Posqdowsky berwobnte, das Gesuch des RechtSanwalis ])r. Lmk m ZitZau als Bevoll- mächtigten des Kaufmanns Richard Henke m Leutcrxdorf um dle Genehmigung der sirafgertchtlich§n_ Verfolgun des Abg. ischer-Sachsen (Soz.) we en Brletdtgun? auf rund des 5 ntrages der GeschäStSordnungs ommission abzulehnen.
Darauf seßte das Haus die zweite Lesung des Geseß- betreßfend ZM!t Abänderung der Unfall- or.
entércßrfs, 8 ver 1 erungSge € 8, (Schluß des Blattrs.
- Jn dcr heutigen (11.) Sißung ULS, Hrrrenhanses, welcher der Vize-Präsident ch Staats-Mrntsterinms, Finanz- Ministrr Dr. von Miquel und der _thster fur Lanm'nrth: schaft 2c. Freiherr von Hammerstern beuyohnten, gelangte zunächst der Bericht der_Agrarkotztmtsfion uber den Geseß: entwurf, betreffend dre G_ewahrung von waschen- kredit bei Rentenguts rundungen, ur Berathung.
Die Kommisston hat dte Fassung des bgeordnetxnhquses dahin geändert, dnß fie, „entsprechend der ursprungltchen RegierungSvorlage, tn § 1 dreZwsckbefttmmung des Zrmschen: kredrts „zur Abstoßung der Schulden und Lasten der aufzu- theilenden oder abzutrennenden Grundsxucke und zur * rrst- maligen Bese ung der Rentengüter mlt dm „nothwenötnetn Wohn- und irthschaftßgebäuden“ wieder emgefugt hat. Dre Kommisfion hat ferner einen § 2 hinzu efugt, nach welchen: uder die Verwendung des Zwrschenkredrts em Landtage allxahrltch Rechnung zu legen rst.
Berichterstatjer Hzrr von Graf; empfiehlt die Annahme der Vorlage in dieser Fanung. Die Streichung der Zryeckbesttmmum; !et erfolgt, um den grmeinnüßigrn Gese11[chaften, wre _der Deutschen AnfiedelungSgeseÜsÖaft, _wklche systematisch große (Guter auftbetlen wollen, diesen Kredit zuganglich zu nzarben „_
Graf von Mirbach: Allgemem anerkannt und unanfechtbar 111 die Tbrse, daß es in idealer, sozialer und wirtb1chaftlicber Hxns1ch2 nothwendig ist, daß lein- und Großamndbefiß in gleicher Vertheilung nebeneinander liegsn. Deshalb läßt fich eine Rentengutsbildung nur da vornehmen, wo der Großgrnndbefis prävaliert. Wo nur Kleingrund- befiß vorhanden ist, muß ent1prechend Großgrnndbefiß geschaffen ryerden. Das ist besonders tm Osten zu berücksichtigen. 'Wir haben tn der Kommission einstimmig es für richti gehalten, dre Regterungßvorlaae wiederberzuftellen und dem Zwiscéenkr'edix eine bestimmte Z:_ve_ck- bestimmung zu geben, damit nicht gemrtnnußige Gesellschaften omen Kredit erhalten. Wenn die Regierungsvorwge ntcht wtedrrbcrgesteUt wird, MMZ" meine Freunde gegen das Gejcß stimmen. , ' ,
Vize- räfidsnt des Staats-Mtnisteriums, Fmanz-thster 1)r. von Miquel (Oeffen Rede morgen im Wortlaute nnchgetragrn Werden wird): Ich bin beute noch der An1ch_t, daß der Unter1chtcd zwischen der Regierungsvorlage und den Bes lnffen des Abgeordneten- hauses nicht groß ist, wenn von der Regierung mit entsprechender Vorficht vorgegangen wird. Ob man auch einer G'eseüschaft oderriner Privatperson zum Ankauf von Gütern Kredit gewabren sosl, er1che1nt mir selbst nach der erweiterten Fassung „des Abgeordnexenbauses zwetfelbast- Wie auch die Fassung lautet, dre Regierung wurde doch ihren Zweck im Auge behalten, die Zsrschlagung der Gürter in Rentengüxrr Tu1ch szäbrung ein:"s biüigen Kredits zu etlrtcbtern, andererseits abxr arch zu kontroLieren und eine sölide Ansiedelung nz strhnn durch die Mitwérkung unintereffiertec Skaatsbebörden. Wtrfwerden, g_1aube ich, nie karin kommen, daO Grundeigembum so wet: einxuscbrarken, daß wir für die Rentrngutkdildung ein Monopol des Sjaats be- anfOrurbrn könnten und dürften. Dikj-knigen Einrichtungen, wexcke bci dsr Rentengulsbiidung die Garantie foltder Verball- niffe, ker Existrnz'äbiqkeit, drr Verhinderyng der Ueber- vortbeilung und Auéwuchcrrmg bei dcr Gewabrung von Vor- schüffrn und Krediten bieten, sollen nach drm wcck res Gestyes berückfichtigt werden. Wir würden dies mit der egierunäs- vorlage voÜständig erreichen, aber ich wurde aus der Annahme der Abgeordnetenhauefaffung keine Kapijalfrage machen. “Has Haus hat also vollkommen freie Hand. Nebxren _Sie dre Regterunasvcrlage an, so stxbt nichts dem entgegen, spater dre Befugnisse der Regierung zu erwzitern. _ _
erichterftaster Hrrr von Gruß bemerkt nocvmals, daß fur die Verwendung des Kredüs eine bestimmte Marschroute gegxden werden müffr. Die Kommission babe vorhandene Mißstande beserttgen, aber nicht zur Rentenquwbildung anregen onen. Wrnn es sich bloß um Abstoßung der Sebulden und erste Einrichtung der Wohnungen handele, würden fich keine Kapitalisten mit der Aastbetlung der Gut?r beschäft1gen. _ . , _ . “
Der Gesehentwurf mtrd m der Kommrsstonsfasyung an-
genommen. . Alsdann folgt die Verlesung der nterpellatton des
Ober-Bürgermeistcrs Struckman n-H1 deshetm: „ ,lecbe M-ßnabmen gedenkt die Königliche StaatSrkgterung zu ergreifen, um der in verschiedenen LandestbeilenY-ck) bemerkbar machenden, für die Landwirtb1chaft und Forstwirtbs ft in,!)obkm Grade verderblichen Verbreitung der wilden Kantncbs" rechtzeitig und wirksam entgegenzutreten?“ 1 Minister für Landwirtbfchaft :c. Freiherr von Hammerskkx erklärt, daß der Oder-Landforstmeifter Donner die Interpellation wf!) beantworten werde. _ Ober-Bürgermeister Struckmann: Es find bereits Verfugung"! zum Abschuß und Einfangen der wilden Kaninchen in den Status- forften, auf Exerziervläsen u. s. w. ergangen, gber in der Bevölkerung wird diefe Angelegenheit leider noch unterschatzt„ und meine Ink?" vellation bezwxckt, die allgemeine Aufmerksamkett darauf zu len en.. Es wird auch zu erwägen sein, welche geseßßeberiscben M“ nahmen zu ergreifen wären. Bei ihrer Frucht arkeit vermehren
selben die Absicht, zur ernxten und aufrichtigen Bekämpfung der Obstruktion mcht zu er enncn vermöchten.
Zand River von gestern Mittag 1 Uhr meldet; Der Feind
fich die Kaninchen mit ungeheurer Schnelligkeit und können 1715le
wie ich hoffe, nicht groß. Die Kavallerie und die reisend, *
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in Landatbejlea auftreten, wo sie bisder nich_t _vor anden waren. Manch? ballen den Kampf gegen die Kaninchen fur ano rbtslos; dieser Standpunkt ist ebenso falsch wie drr entgegengefevte, der die Gefahr zu leicht nimmt. Es handelt sich_so„-;ar um eine internationale An- aelkaenbeit. In A:;Ftralirn, wobm die Kaninchen importiert sind, haben sie Weideplaße von Hunderten von Meilen kahl efreffen. In Australier; hat man bereits Hunderttausende für die Bek mpkung der Kaninchen auSgegeben und hohe Preise f_ür das beste Bekämpfungs- mitte1ausg61eßk- Das Kaninchen .wirft xäbrlxch vier- bis achtmal 3-4 Jun 2, die schon nach 6Monaten fortpflanzungsfähig sind. Dxr Redner [ “ndert eingehend dix großen Schäden, welcbe die Kaninchen den Forsten und der Landwirxbscbafx bereiten. Wo das Kaninchen auftrete, verschwmde derHase. Es musse in großem Stile in der aanzen Monarchie drr Kaninchengefabr entgegennetrctsn und namentlich der Weiterverbrertung vorgebeugt werden Das zahme Kaninchen wandele
ck in der Freiheit in wemgen Generationen in das wilde um. des-
alb nxüffe das Haken von zahmen Kaninchen unter polizeiliche Auf- sjcht gesteUt Werden. In der Provtnz Hannover rechne man das Kaninchen zum tbe11_r.och zu den jagdbaren Tbieren; die J-xgdlofigkeit des Kaninchens musse für die ganze Monarchie gesetzlich fest- gestellt werden. Selbrt da, wo der freie Wildfang für das Kaninchen herrscht, babe sicb der Fang dnrch TeÜeretsen und das rettieren nicht als wir'ksamrrwtesen, weil dre Ausführung dieser aßregeln nicht einbeixltch ser. Dre Anwendung vgn Gift sei gefährlich und könne den emzelnen Grundbefitzern nicht uberlaffen bleiben. Die Regierung müsse rechtzeitig auf dem_ Verordnungs- und auf gesetzgeberischem Wesr gegen die groß Gerat): der Kan1nchenplage vorgrben,
Ober Lgndforstmetster Donner: Für den größten Theil der Monarchte rst durch das thdschongeseß von 1891 die Nicbtjagdbarkett drr Kar-tncben festgesevt, aver auch in Hannover und dem ehemaligen Kurfürstentbnm Hrüen rechnet die Mehrzahl der Jäger die Kaninchen zu dem nicbrxagdbaxen Weid. Der Iagdberechtigte darf die Kaninchen absckpteßen, der nrch1aadbercchjigte Befißer darf fich, jedoch obne Anaxendung von . :blingen und Gewehren, der Kaninchen bemachjigen. Ob drr Bestimmung des § 23 des Geseßes von 1850, wonach drr Landrat:) unter drstimmten Voraussrßungrn dem Eigen- tbümer dre Erlaubni zum'Abj uß grben kann, noch in Kraktist, mag zweifelhaftfein; das andwtrtbs afts-Ministerium bältdkeBestimmung für nicht mehr geltend. Dre Vermehrung der Kaninchen 9th wellen- föam auf und ab, “je nach der Stärke und Länge der Winter. Das andxvirtbscbafthn[nisterium bat verfügt, daß die Kaninchen nach Möglichkezt vermindert _werden soÜen. Gegen die Kaninchen- plage ward eme Cinzaunung mit engmaschigen Drabtgattern empfohlen, die aber _auf 30-40 am versenkt werden müffen. Jm Regterungsbezirk Dusseldorf wird dies Mittel mit bestem Er- folge (x_ngewendet; Jn Posen hat man sogar Schußmaß- regeln fur das klemere Raubzeug getroffen. um so den Kaninchen zu Le'tbe zu geben; aUerdings hat, diese Sache ja auch ihre Kebrsrite. Ern adsolut sicher wirkender B:!UÜUS, wie gegen die Mäuseplags, ist noch nicht gefunden. Dre Regierung behält die Frage fortgeseßr im Auge, und es gekchtrbt alles, um der Vermehrung der Kaninchen ent-
gegenzutreten. Schlieben findet eine Be;
Auf Antrag des Grafen von sprechung der Interpellation statt.
Graf von Mirbach stimmt der Tendenz der Juterpellakkon zu. Das Kaninchen babe sich allerdings geographisch verbreitet, aver Von einer besonders starken Vermehrung könne nicht die Rede sein. Es vermebre sich hauptsächlich da, wo man die Gefahren nrch nicht grnügend kenne und nicht gute Jägerri sei. Man dürfe auch nicht bloß den Sckxadenx “ken ein -Wild verursache, in Rechnung ziehen, sondern müsse auch bedenken, welchxn Nutzrn man davon habe; das beste Mittel gegen die Kanénndengefabr sei die Jägerei. Private könnten sicbidurcko allerlei Mittel fcbü rn. Eine Novelle zum Jagd: DekseßPse: ntcbt erforderlich. Eigenjli müßte man auch «egen dis
aikafer Vorgehen, dix mehr Schaden machten als die Kaninchen. Zn? wo Unkenntniß über die Sache herrsche, könne eine Gefahr ent- e en.
Damit schließt die Besprechung der JnterpelLation.
Ueber eine Petdtion der„SchleswigÖolsteinischen Landes- Grndffenschaftskasse m K_iel um Erhöhung des (Grund- kazpttals der Prenßtschen Zentral enossenschafts- kass'r und um verhaltnißmäßige (Hewä rung des gleichen Kredtts der leJerrn an alle provinziellcn Zentralkaffen be: antraY der er1chterstatter der Finanzkommission, 'Herr von raß, zur TageSordnung überzugehen, und das Haus beschließt ohne Debatte demgemäß.
(Schluß des Biattes.)
Jahresberickxt über die Herausgabe der "annuum!- (Zormxolao historlea.
Von E. Dümmler.
Die 26. Plenarv-xrsammlung dee Zentral-Direktkon der Youn- wsnta Ssrruaniaez bthorioa wurde in diessrn Jahre Vom 19. bis 21. April in Brrlin abgehalten. An der Tbeilnabm? war H:rr Gebstmer Rath von Hsgel in Erlangen verhindert. An der Vsrsamm- lung betbeiligten cb demnach die Harten Professor Breßlau aus Straß- burg, Geheimer_ arb Dümmler als Vorfißender, Professor Holder- Egger als Schriftführer, Professor Ritter Luscbin von (kbengreutb aus Graz, Profeffor_Mommsen, Professor Mühlbacher aus Wirn, Profrffor Riezzler aus Munchen, Professor Scheffer-Bokchorst, 1)r. Traube aus Munchen, Profeffor Zeumer.
Im Laufe des Jahres 1899/1900 erschienen
in der Abtheilung 139in0136:
(Schl1)ß)12pisb01arum domi 11 (KoZigßrum SrsZorjj 11) pars [][
U ;
2) Lpisb01arum domi 7 (Üarolini 8.671 [ll) pars yoJßsrjor; in den Zarjpborsg rsram Ssrmauiaarum ju UZUm 80110181'11111
6): You. (391111. Zoparadim Säißj:
3) sida Üsjurjoj 17 jmporatxoris 86. dsrcia rsaoxzn. 97. Lbsrbxrrä;
4) Uouumsuba Lrybsglarbsnsia 5866. ZU. FUL. Tl? Gr] 0. ÜoWsr-[NZZSU
5) von dem neuen Archiv der Gzseklfchaft Band )()(7, brraus- Qegeben von H. Vreßlau.
Unter der Presse befinden fich sechs Quartbände, ein Oktavband.
An dem als Abschluß der 194101301433 anqunisgimi geplanten 14. Bande der ()armiua 56160ba aoßabjg Romanus SkikamZS hat Herr Dr. Fk. Vollmer _ i. Z. General-Redartor dcs ansaurug Ungaas Dabinas in Munchen, die Arbeit unter Mitwirkung de:“; Herrn Dr. Traube aufgenommen und wird sie auf einer Rrise nach der Schweiz und Italien in diesem Jahre fortführen. Dcr Band son in zwri Halsten getbeilt erscheinen deren erste außer den Rrsten des Merobaudes vornehmlich dieGsdkÖxe des Dracontius und Eugenius von Toledo enthalten. würde, die zwxite dagegen den von Herrn Traube selbst bearbeiteten 0060: 831magiauug. Für 'rne wnrden Ei[“Je Vorarbeiten Rad. Peivsr's aus seinem Nachla angekauft. Fur den zweiten Theil d:s L-ibsr poudiüoalig, die 711336 Ersgorij und die übrigen qullen zur PavsUeschicbte ist Hrrr Dr. Brackmann in Göttingen unter Leimng des Herrn Professors Ksbr unauSgese t kbätig gewesen und befi-ldet fich auFenblicklich in Rom, um das seßr “[ck? bandsckeriftli : Material. we ches Ftalien bietet, auszunutzen. In der“ btbei ung der Iorijrsg i durch Herrn Arch1var Krusch hkk seit Oktober 1898 begonnene Druck des 4. Bandes der Mero- Winaiisrben Geschicbts nellen, dle Fortfeß ng der Hriligenleben, regel- Wß (; bis nun 50. * o.:en weiter gedie en, während aleichzxitig dec
förderte, daß derselbe saß ur Hälfte schon vorbereitet erf eint. ur Ergänzung der bandschri lieben Ver le un en untererm HZerr ])r. Levison einen kurzen Ausflug _na , ol enbüttel und kennste einen Aufenthalt in London, um die dort vorhandenen Hxndscbriften der Heiligenleben durchmmustern und, soweit es erforderlick; war, zu ver leichen. Außer der gefäüiaea Förderung dieser Abtheilung durcb vie e auswärtkge und beimis € Bibliotheken ist besonders auch die Otok: Zuvorkommenbeit der ollandisten van den Gbeyn und Poncelet n Brussel ju rühmen. Die Abwrbr weiterer Angriffe auf dir kritisch: Methode des Herrn Krusch wurde von ibm im N-uen Arrbiy m-d den Mittheilungen des österreichischen Instituts fortgesetzt
Nachdem Herr Professor Holder-Egger die umfangreiche Hand- auSgabe der Er utter Denkmaler des 12. bis 14. Jahrhunderts adac- scblossen hatte, ist er zur Vorbereitung des 31. Bandes der SZ., welcher außezr den anmusxz ()x-611103071865 dir Chronik Sicard's von Cremona,dte Doppelcbromk von R::ggko und wo möglich auch die Chronik Oasimbenes uurfaffen 1011 , zurück:;ekrbrt und gedenkt die sehr scchierigen krtxikchkn Fragen, welch? fikh an di.se QUe-„llen knuv7rn. in emer besonderen Untersuchung zu be- handeln. Die Handschrift der „Chronik Von Reggio wérd einen Besuch Modenaö'erfordxrn. Erne vom Januar bxs August 1899 unternornmene Nzrse des Mitarbeiters ])r. CarteUieri nach Italien, namrntltcb an5_ Rom und Nzapel, galt den Hxndschriften der fvätrren ftaufnchen Chroniken, zumal des sogenannten Nicolaus von Iamfi_l[a und'des Saba Malaspina, dsrsn Üeberlier'erung eine sehr ungenuqende tst. An einigen dteser späteren Qaeaen arbeitete auch der Mitarbeiter Dr. Eberhard als Hzrausgeder.
Von der im Buchhandel Vsrgriffsnen sida Usjnr10117 hat Herr Dr. Eberhard unter nochmaliger Vergleichung der Handschrift einrn'verbefferten Abdruck veranstaltet. Eine neue HmdauSgabe dec wichttgen Chronik des Co'Stnas von Prag und seiner Fortseßer auf Grund umfnffender Studten wurde dem Lmdröarrdivar Dr. B. Bret- holz in Brunn ubertragen und befindet fich in Vorberritung.
. Der Abschluß des „J.Vandes der Deutschsn Chroniken, der W::ke Entkel's. [Yat durch eme schwere Erkrankung des HsrauMeber-Z, des Hrrrn Professors Strauch in Halle, eine bedauerléchs Verzögrrung erfabren. Fur den „6. Band bat Herr Professor Skrmüürr in Inns- bruck ferne Vorarbetten zur„_AnSgab-* ,drr CHronik Hagen's fortgesest uud ximge neuZ Handschnkten vergltchen. Für die Sammlung der voll_tixcbrn S_Zrucbe und Lieder wurde das Material ourrh eine Reize tnach Suddeutschland von Herrn Dr. Meyzr vermrhrt und erganz .
In dxr_Abtbeilung 1.8368 ist der Druck der großen Aus.;adr drr [.SZSZ 7181J0dbqrum durch Herrn Prorefsor Zeamer re elmäßig fortgeschrittxn. Em Gyseß des Königs Theudis in der Kapitels- blbltotbek rn 'Lron wurde durch errn ])r. Violrt auf seiner spanisch€n Nässe Verglichrn. “Für die [48T Zaiu73r10rurrr seßts
err Professor yon Skw'xnd tn Wien die ersleicbung der Hand- chrtften, nam-Zntlick) auf einer italienischen Rrise, fort und wir:) nunmrbr“ zur ,Feststeüung _der kritischsn Grundlagen des Textes nbergeben. Aus einer franzönsÖ-belgiscbrn Reise im Frühjahr 1893, uber rpelcbr _c_m Beri-bt folgen wird,_ unjersuchte Herr Dr. Wérmkng- boff eme großere Zak)! Von Handschriftrn für die karolingischen Synoden bis 843. mel? andere in Berlin, einige spanische auch Herr Dr. Violin, sodaß schon eme Reihe von Stücken für dsn Druck ausgrarbeitrt werden konnte; tmmerbin aber blrtbt zur ervollständigunn des Materials noxh exn längerer Brsucb Italiens nothwendia. Ems QurilenuntersuÖUng fur 'ZSÜSÜQk-UZ st'jta wird Herr Professor Sxckrl im Nrucn Arcbtp veröffentlirben. Ebenfalls in Paris arbeitet: auf der National- Btvltotbek und tut Archiv Herr Professor Tanql für die fränkischrn Gerichtsurkunden, deren Zentreunnq noch vielfache Narbfockrbunnen, znmal auch in den franzöfijchrn „Archiven der D;partement§, erveischen durftr. ebe an einen Abschluß dtxser Sammlung gedacht werden kann.
Herr Dr. Schwalm, der inzwjscbcn seinen Wohnsitz von Göttingen nacb BLtlin vrrlegt bat, bexcväftigte fich nleichzeittg mit dem 3. und 4 ande der (JMJUWOWUZZ 01; 110133 yubljca LWYSL'Ü, namentlich auch mit der für diese Zwecke ungemein reichen Zeit Ludwig's des B.:vern. Es grlanq ihm, das Original- ersmvlar der Appellation aus der Kanzlei Ludwig's auf- zufinden, das 1324 nur!; Avignon grsandt Wards. Durch gefallkne Auskünfte untrrstüßkcn ibn insondrrhxit dée Hérr-n P. Ebel: und (Fabel sowie Arnold und Pogatsrher in Rom, Redlich in Wien, Herre in München und Schxus in Wiesbadr . Um die scho“. früher begonnxnen Forkcbungcn in Rym abzn|chließem bzt Hrrrvr. Srbwalm im Marz 6 ne Reiss dorthin anqrtrsten, anf deren Rückweg er (::-;ck die Archiv: von Bejanexm und Dijon ]11 brtuchxn gedenkt.
In der Abtdsilung ])ipwmaba bereitete Hrrr Professor Breßlau den 4, Band, die Nzgierungen Konrad's 11. und Oeknrich'411[., durch eine Reise nach Italien vom Oktober 1899 bis Ende März d. J. in um- fassender Wxise vor. Der Druck der Urkunden Heinrich's 11. wurde vck_llendet, sodaß aUein noch die des Königs Arduin sowie die Nach- trage fehlen. Nur dir Fertigsteüung der Register, welche durch die grrgrapbisckxe Nachweisung der Ortßnamen sebr m_übsamc Nachfor- schungen erfordern. wird fich noch tn das nächsie Kalenderjahr ver- zögern. Von den bisherigen Mitarbeitern ist der Privatdozent LÜYTW außgescvieden und ])r. R. Holßmann zunächst aUein übrig ge te en.
Die Bearbeitung der Karolingerurkun'vxn ist so wxit vor.;erückt, daß im Winter in Wien der Druck brainnen konnte und fib bts zum 5. Bogen außdrbnte. _Es ist daberFoffnunJ vorhanden, daß die erste, bis 814 reichendeHälfte des crstrn5 andss n Jahresfrist wollenden srin wird. Der Umfang der Urkunden des Geéammtreichs sowie drr Linien Lothar? 1. und Ludwig'ö des Deutschen in auf 3-4 Bände zu oer-xn- schlagen, die in unmittelbarer Folge gedruckt wrrden können. Als regelmäßiger Mitarbeiter wirkte an dieser Abtheilung [)r. JobLscdner, für einzelne Partien betbätigten fich die Professoren Dopscb und Txngl, der Lestrre namrntlicb bei Gelegenheit eines Aufenthaltrs in Paris 711: die LSZSZ- Für die Auflösung drr Tironiscbxn Noten leistete err Ssktionxckors yon Sick?! in Rom dankenswrrtben Beistand. Einéqe f(rinere Enxdeckungrn in Italien verdanken wir Hzcrn Professor Kehr und srinem Mitarbeiter Schiaparelli.
Ja der Abtheilung Ly15r01a6 ist der Söhluß das “2. Bandes, der zu,;leirb das von Herrn Dr. Hartmann herausgegebene KSZigdrum (ZrSZij beendete, im Jahre 1899 ausgegeben worden, dcsqletckxn zu Anfang des Winters der zweite Theil des 5. Bandes, an drssen Rezzister der inzwifcbrn als Mitarberter ans- aéschiedxne Dr. von Hirsch - Gereuth norh mitgewirkt hatte. Für den 6. Band find die Briefe des Abtes Lupus von Ferréézres sowie eine Anzahl einzelner Stücke [chou vorbereZteZ; den Haupttbeil desseiben werden j-doch die Briefe der Papst: NicolauZ [. und derian 11. sowie du an fie gerkchteten fallen, deren römische Handschriften von dem Mitarbeiter A. Müller jest an Ort und Steüe benußt werden, nachdem schon einige Pariser vorher aus- gebeutet worden.
In der Abtheilung gubiqujwws ist der Druck der Nenlster znm 2. Bande der Usarojogja Ssrwanias stetig weitergefubrx und rm 3. Band: von Herrn Reichs-Archwrajb Or. Baumann dle D;özese Freifing nacb Brixen in Angriff genommen worden. ' __ ,
Von den lateinischen Dichtungen der karolingischen Zett besrhaxttzten Herrn Dr. von Winterfeld vorzugsweise die Sequenzrn, dre al's besondere Gattung über die Zeit ihrer Entstehung hinaus dnrch dre folßrnden Jahrhunderte von ihm verfolgt werden,. Eine Nets? nach Süddeutschland und der Schweiz diente bauytsacbltchUder Vermxbrung dieses Materials, für welches jedoob die Schatze der uoerau-s gefalliaen St. Gauer Stiftsbibliotbek in erster Reibe stehen. BL! dem Um- fange, welchen diese Sammlung zu gewinnen drybt- und bei dem Intercffe, welches fie nach manchen anderen Seiten bin einzuflößen geeignet ist, erschien es zweckmäßig, fie für einen besonderen 5. Band aufzusparen und für diesen, namentlich aus Rucksicht auf die dafur erforderlichen mufikalij en Erörterungen, ayönahmsweise die deutsche Sprache anzuwenden. ur Ergänzung der HMT rast vollendeten karo- lingisehen Dichter nach rückwärts wurde bes [offen, einen Band mit vorkarolingistben Dichtungen und Grabschriften, namentlich aucb lango- bardischen, beraungeben und die ürsorae fur diesen wie für die
Mitarbeiter Dr. W.Levison die Vorarbeiten für den 5. Band so emfig
Abtheilunz aukj-„xuitarrzg überhaupt errn ])r. Traube zu übertragen.
Der Druck der im vorigen Jahr! beschlossenen Sonderauögabe von den Werken der Nonne ontsvub von Gandersheim bat hegonnen und dürfte zu Anfang des Hommrrx volkmdet werden. Dre Nach- forschen! en nach einer Handkcbrif! tbres Gedichtes über die Anfänge des KZ ers Gandersheim blkbrn leZder €rfo1alos.
Von dem zu ungewöhnlich ptarkem UmfxnÉe angewachsenen 25. Bande des Neuen Archivs, we1cher zum heil unter kell- vzxrtretendcr Leitung des Herrn Dr. Bloch gedruckt wurde, verdienf bter das zweite, dem Votfißenden der Zentral-Direktion gewidmete Heft Hervordebuna, weil es, nur durch de_sondere Anstrengungen der Druckeret und des Verlegers in verhältnißmaßig kurzer Zrit hergestellt, auch nach dieser Seite bin, wie durch seinen reichen und mannig- falttzen Inhalt, dcn Empfänaer zu wärmstem Danke für so viele un- Verdiénte Arrfmerksamkrit verpflichtet. „
Mtt dem Auödruckr des Dankes nach allen Seiten bkn, an die Behörden wie an die Bibliotheken des In- und Auslandes so- wke'an granche einzrlne Gelehrte, für die wohlwollende und opfer- ijlae Forderung unserer Bestrebungen haben wir wie gewöhnlich zu
s ck11eßen.
Kunst und Wisensäxaft.
In der Sißung der philosophistb-bistoriscben Klasse drr Akademie der Wissenschaften vom 3. Mai (vorfißender Sekretar: err Badlen) las Hsrr Brunner .übrr die erbrecytkiäse Stellung der Werber bsi Langobarden, erfgotben und Salfranken'. Juz Gegensaß zu _neuecdmns außgesvrochenen Ansickpten wird in der Yhyandlang a_u§zufuhr_en_v3ryucht, das: im langobardischen VolkSrecht dre ursprungltch: Zuruckxeßunq der Weiber nur abgeschwäkht worden sei, dqß bet den Westgothen unter Enric!) die Töchter binßchtltcb des „Grundbefiyes znrückgeseßt waren und daß H6! 89.1103 59 nur dte Erbfolge der Muttxrmagrn, und zwar nach Analogie der Erbfolge der Vatermagen, geregelt babe. :
In der S::zung der_vbvsikalisch-matbematifcben Klasf der Akademie von demxelben Tage (oorfisendrr Sekretar: Herr Waldevrr) sprach Herr Klein übar ,die neurste Vermehrung der. Mtneralrensammluna der Königlichsn Friedrich - Wilhelms- UntVersität . .Diese Sammlung hat danach durch den auch von der Könthichen Akademie betürwortrten Ankauf der von Janson'schen Mmeraliensammlnng eine Bereicherung von über 10 001'Stuck Mineralstufen ersten Ranges erfahren und ist damit in dte Reihe der großem europäiscbxn Sammlungen eingetreten. Eine Auffteüung der bxsonders beroorraqrnden Stücke hat in der Schau- sammlung stattgefunden. -- Ferner legte Herr Klein eine Mitthxilnng des Herrn,Profeffors 1)r. Rinne von der Königlichen Technischen Hochsch113m HannoVSr vor, enthaltend einen „Beitrag zur Petro- graybte' der Mrnabafsa in Nord-Celedexß“. In diksrr Arbrit Werden dlc tn xenrm Gsbiet Vorkommenden alten und jungen Eruptivgrsteine ?)Ssc'lxiltdeätd von denen besonders die leßteren außerordentlich ver- ret e n .
Diezoaäézmis (16 mHäscius in Paris bat, dem „Temvs' zufolge, dan ordentiia'prn Professor an der Brtliuer Universität, Gé- [)srrnent Negrernngsratb ])r. F ischer zum korrespondierenden Mitgliede ernann .
_ Aus Christiania vom 8. Mai wird dem „W. T. V.“ be- rrchtet: Der für die bevorstehende EiSmeer- Exp ed ition des russischen Bazyns To1l auf der Archer'joben Werft in Latvik (Norwegen) aus- gsrustete Dampfer „Zaria' ist hier eingetroffrn, mn Koblcn u. s.w. einzunebmén. Da der Wuptzrveck der Expxdition Unxersuchungen des Mrerrßqrundes, der Strömunnen u. dergl. find, so wird an Bord ein ganzes Laboratqrium für die Gelehrten, dk! an der Exprdition theil- nebmen, eingerichter. Von birr gebt die Expedition zurück nach Larvik, um Rettungdboote und Segel an Bord zu nebmrn, und sodann direkt nach St. Petersburg, wo Proviant und Aurirüstung an Bord kommxn, u a. 10 zrvrjfißige Kajaks, von denen jedrs nur 36 k,;- wieqt, 10 Schlitten und eine Menne Skis, alles aus Norwegkn bezogen. Anfangs Juni gebt die Expedition von St. Petersbuxq ab und nimmt die _Route nördTich don Sibirien nacb Wladiwostok. Von _norwrgistben Städtrn wird nur Tromsö angelaufen, _ um gsxrocknete Fische als Hundefutter mitzunebmrn Hixrauk wird Kola angelaufen, wo 62 Schlitten- hunde an Bord genomuxen werdkn. Dann gebt die Expedition na.b Kara, wo das Schiff gegrn den 1. August eintreffen soll. In der Dkckxonsbucht werden die Koblenvorrätbe ergänzj. Dann geht das Scbeff nacb anikow-Land, wo die Expedition bis zur Fortseßung tbrer Route im nächstrn Sommer zu überwintern gedenkt. Von ZnnikorY-Land hinab nach der Bebringstraßc Werden sehr schwierige Etsyerbaltniffe zu überwinden sein, doch hofft die Expedition im Laure des Hsrbstes 1901 Wladiwostok zu erreichen. In Wladiwostok verläßt die Expedition das Schiff und kehrt durcb Sibirisn und Rußland mit der Eisenbahn nach St. PITCXSbng zurück. Aae Mitglirdec der Expedition wrrden Russen sem. Außer dem Leiter, * Baron Toll, befindet fich bei derselben dec Schiffsführer Leutnant Kolomei off, der sich den nächsten Winter hindurch in Norwegen aufhält, um die nterefsrn der Expedition Wabrxunebmen. Außer diesen Beiden wird dér Expxdttion aus vier Gelrbrten, drei Oxfizieren und zwölf Mann Brsasunq bestehen. Die _Oxfizkere und dée Mannschaften sind aUe außgesuYte Lease von der ru1fi|chen Marine.
Land: und Forstwirthsckxaft.
Auf der gestern berndeten LFU]. Berliner Mastvieb-Aus- stellung wurdr, nls Züchter-(&drenpreis Ssiner Majestät des Kai- sers und Königs, die goldene StaatSmedaiUe dem Rittergutsbestsee von Kterski-Brzema bei Jelice, Kreis Wongrowiß, zugesprochen. Ehrenprexs; des_ L;ndwirtbscbafts-Ministeriums erhielten: Admini- strator Sachs tn Ober-Alt-Ellgutb bki Pantwiß (Schlesien), Frau Landcs-Oekonomieratb Kiepert-Marienfelde, A. W. Brauer- Trnever bci Hemelingen (Bremen), Graf von Alweanleben-Oftro- meßko auf Glauchau bei_Kulmsee (Westpreußen); Ehrenpreise der Stadt Berlin (Geldpreije von 250 bis 750 „FC): Hoflieferant Christian Witte - Braunschweig, Ritterautsbcßyerin Frau von Potworowska - Bozejewice (Posen), Oberamtmann Ad. Stich-Kaisersbof (Posen), AmiSrath Richard Nonne-Groß- Heidau (Schlesien) und D. Ratjen-Bargfeld (Schleßwig-Holstein); Silber-Ebrenpreise des Klubs der Landwirtbe: Hofbefiyer Schaper- Maine, Landwirt!) Heinrich Harke-Voübütttl und Landwirt!) Mühle- Nötgesbüttel (sämmtlicb Braunschweig); die go1dene Natbufius- Medaille: Br. Kozlowski-Wollstein (Posen).
Belgien. Nach einer Verfügung des Könialicb belgischen Ministeriums für Landwirtbschaft vom 23. v. M. ift_ bis auf weitere Bestimmung die Ein- und Durchfuhr von Rmd- und Schafvieb aus der Argentinischen Republik verboten. Die direkte Durchfuhr diejes Pieds wird efntretendenfaüs nur mittels der Eisenbahn in vlombierien Wagen und ohne Umladung während der Beförderung erfolgen können. '
Gesundheitsmesen, Thierkrankheiteu und Absperrungsq Maßregeln. Ä
Malta.
Durch Verfügmi dcr Lokalregierun in Malta vom 2. d. M. 1 für Schiffe un'» 'Zassaqiere, die ichs Egypten kommen, eins:?
wölftägiae Quarantäne an wrdnet w*rden. 9 l, “ .' :. 76 vom 27. März d.I.) “ " («zg 'R'W'“