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Baden.
Sxine Königliche Hoheit der Großherzog von Olden- burg ist, wre die „Karlör. 7thg.“ meldet, mit ?lbrer Hohyit der Herzogin Sophie C arlotte gestern bend, von Basrl _kommend, in KarlSruhe eingetroffen und von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog am Hauptbahnhof Empfangen worden.
Clsaß-Lothringen.
Seine Majestät der Kaiser traf, wie „W. T. B.“ meldet, am Sonnabend friih nach 61/2 Uhr von Kurzcl in Novéant ein und fulir, üb“ra11 von der stölkerung auf das freudi fie brgrüßt, zu Wagen über Corny nacb Arlt). Gegen 711 r stieg Seine Max-stät in Art:) zu Pf-rde uni) bechb Sisi) nach dem (Hßfcchisield. Jbre- Majestät die Kaiserin war Seiner Maxstäi spät r gefolgt. Nack) S:!)lUß der Uebung hielt Seine Maj:siät der Kaiscr auf St. Blaise Kritik ab urid „fuhr durch 30111) und Urs auf den (Horaimont, wo Ailerbocbstdkrselbe in Bexxleiiunn dsr Gsneraie Grafen von Fasscicr, von Schlii'ffsn und Freibrrr von der Goltz 519 neu-Sn
(“stUUJSÖÜUteU bcfichtigte, Dcr Befestigung auf dem Gorgimoni
“wurde der Name „; este Kroxkprinz“ vcriieben. Um
11/2 Uhr traf Srine Najssiät in MW ein, wo das Frühsiück bci dem kommandierendeii Gomeral Grafen von Haxselsr em- cnomnirn wurde. Um 31/, Ubr erfolgte die Rückfahrt nach rville. Ihre Majestät die Kaiskrin war bald nach Schluß d.r Uebung nack) Urvilly zurückaekebrt , _ GcsternVormiiiag bcsuchien JhrcMaj siäten den Gottesdich in der Kirche von Kurzel. Sodann besichtixite Seine Maxestgt der Kaisrr den dortigen Kriegrrvcrein, der vor dcr Kirch»- 11111 der Fahne Aufsteüung gcnommen hatte„ umd ließ Slck) die Zeichnungen von fünf Denkmälern zeigen, welche der erein auf Kriegergräbern in drr Umgebung erklÖTZ'k bat. Später besuchten Beide Majestäten das Auguste Victoria- Stift und traten als:)ann die Rückfahrt nach demKSchlosss Urmlle (M. Zur Miitagstafel waren der Staixbaltsr Furst zu H ok) en: 105€=Langenburg und Gemahlin geladen.
Oefterreich-Ungarn.
Der Erzherzog Ferdinand Karl ist _vor estern von Wien über Paris nach Madrid abgereist, um im uftragc OLS Kaißers dem König von Spanien die Insignien des Gro 552qu des Siepbans:Ordens zu überbringen.
Die osterreichischc Delegation hat, wie „W.T. B.“ meldet, am Sonnabend ihre Eröffnungsst una abgehalten und den Delsgirtcn von Jaworski zum räfidrnten gewählt. Drrselbe danktefür die Wahl und erbat die Eriaubniß, bei drm Empfange bei dem Kaiser den freudigen Gefühlen Aus: druck geben zu dürfen über das Eriigniß, welches in diesen Ta en stattgefunden habe, nämlich den Besuch des Kaisers in erlin und den Allcrhöcbstdcmselben zu tbeil gewordenen Empfang. Es sei ein bedeuiun Zvoües Ereignis; gc- wesen, geeignet zur Bekräftigun un Stärkung des Drei- bundes, jrner (Gewähr für den öikcrfrieden, den alle Völker, alle Staaten sehnlichst berbeigewünscbt und den zu erhalten Ocsterreich:Ungarn das größte Jntereffe babe; allein auch der innere Friede, dcn alle sehnlichst herbeimünschtrn, sei noth- wendig. Der Redncr schloß mit einem dreimaligen begeistert aufgenommener: Hoch auf den Kaiser. Nach der Wahl der Ausschüsse wurde die Sißung aufgehoben.
Die ungarisch e Delegation konsiiiuisrte sich vorgc'stern unter dem Vorsiße Dssidrr von Szilagyi's, der inYeiner EröffnuriJSred-x die friedliche Richtung der auswärtigen olitif betonte, dabei jedoch bervorhob, daß alle Mächte zugleich in der Entwickelung ihrer chrmacbt ein Mittel zur Sichkrun dis Friedens erblickten. Der Redner fuhr sodann fort: „Noch Zehen wir unter dem Eindruch_ drs Besuches unseres Königs in Berlin, wo Seine Majestät mii außsrorbenilichen Ehren empfangen worden ist. Wir waren Zeugen, daß die Reichs- hayptstadt Berlin unseren Monarchen mit zahllosen Be- mbisen drr Vcrehruiig und Sympathie überhäuftc, und tmr hatten die Empfindung, daß bei der Zusammenkunft der „Herrscher auch die freundschaftliche chinnung und die loyalen Bundesgefühle der Völker einander begegneten. Wir unsererseits erwidern die Gefühle der Sympathie und Vcr- ehruxig, welche 512 deutsche Nation unserem Herrscher aus- gedruckt hat, in rei stein Maße sowohl dem Deutschen Kaiser, als der großen deut (!)-„'n Nation gegenüber.“
Geßem wurden beide Delegationen von dem Kaiser und K'onig empfangen.
Bei dem Empfang der österreichischen Dela ation sagte der Präsident. von Jaworski in seiner An prache, d:e Delegation erblicke in dem herzlichen und glänzenden Empfaiige, der dem Kaiser in Berlin zu ibeil geworden sei, emen neusn Beweis für die herzliche Freundschaft zrvtfch3n dcn beider) erbabsnen Monarchen, wie nicht minder fur de_n unge1chmalcrtcn Fortbestand des miitcleuropäifchen Byndmffes, welches zur Erhaltung des Fricdens so wesentlich beitrage. Der Empfang dss Kaisers seitens der Stadt: vertreiixn und der Bevoikerung Berlins habe in den „Jerzen der Voier' der „Moyarchie dcn kräftigficn Wieberha gc- fmiden. Diese Huldigungxn hätten doch nicht nur dem Friedenskursten und Schopfer des Dreibundes, sondern
auch dem geliebten Herscher und dessen boben Regenten: tugendeii gegolten. Der Präsident schloß: Die Vorsehung möge den Kaiser noch lange m rüstiger Gesundheit erhalten zum Wohle imd Heile der Monarchie.
Betabem EmpfatY der ungarischen Delegation hielt der Prasident von zilagyi eine Ansprache, welche mit folgenden Worten schloß:
Die_ DeleYZion iii von dcr Ueberzeugung geleitet, da die Sizberbeit der onarchte unfere Sicherheit und daß die Krat der Monarchie unsere Kraft ist, und weil die Monartbie ihre Macht aus den KrafiÖuellen der beiden Staaken schöpft, ifi die Ent-
bi
wickelung und ermebruag derselben die Grundla e dafür, daß wir nach außen n mit einer um so me r imponierenden
Macht vns/rer vereinten Kraft auftreten können. Allergsnéitdigfter e
err! Wenn in dem kurzen 'eitraume, wel er der Lbäiigkeit der levien Delegation der offen ist, auch.:b in der aus- wartigen Lage keine die Monarchie berubreude Veränderung einge- treten ist, so bai doch unsere Aufmerksamkeit in Anspruch genommen und unsere Gefuble eWeckt jener Besuckp, welchen Eure Majestät in der Hauéistadt des Deutschen Rei s anläßlich ves Familienfefies des Kai lichen Hause! ab efiatt bat. Auch in der Ferne waren w mit stolzer rende engen dieser Festlichkeiten. N1cht nur _Zeugen waren wir dersel en, sondern wir haben in unseren Gefublen an ihnen auch tbeilgenommen. Da wir sahen, welche innige Freundschaft die Häupter der verbündeten Monarchien ver- knüpft„ da wir die immer erneuten Beweise der Verehrung und Sympathie beobachteten, mit welchen die Bevölkerung der Hauptftadt
des Deutschen Neicbs und mit ibr die deutfche “Nation Eur: Majestät umgab - einer V'Zebrung, welch: sowohl _dem Hauvte der verbündeten Monaccbte, wte dessen Fürstlichen Tugenden galt, -- da fühlten wir unter Hsri warm voeben, und wir emvianden es, “daß bei der Zusammenkunft der_ ürsten guck) die Sympathie und die loyalen bundxsgenoffxnfcbaftlt en Gefublr _der *sixtionen sicb bequnetén und da!; Das Bündniß, Welches voliitsche Inf rpffen aeschloffen haben, auch in der Ueberzeugung der Nationen Wurzel geschlagen bat.
Der Kaiser und K_önig Franz Joseph erwiderte auf die Anspruch: der Prändrnten beider Delegationen:
Die Versicherungen treuer Ergebxnbeis, wklche ich soebxii ver- nommen babe, erwidere ich mit bern Auödruckx mxines aufrichtigen Dankes. Die voliiiicbe Lage der Monarchie hat in den wsni en Monatsn, die seit der leßtcn Séiüon der Deleization'en'verflo en sind, keine Aenderung erfahren, Unsrr [ana bewährtss_mltmes Yer- ixäliniß zu unieren Verbündeten. weiches aue!) anlq lick) MULTI jüngsten Bcsuchss bsi Seinyr ngestäi dym Deut? en Kauer WM? in so erbebender W»:ise xu Taxe trat, ndet in den voittsfflécben Beziebunsen, in wricbcn wir zu allen käcbten sieben, sowis fvezieil in dem steten Einv-krnebmen mir dem russiickven Reiche in allen den nähert.“. Orient bstxcffxnden Fragen eine erfreuliche Cr- gänzunq, und leiten wir aus dieser Siiuation dis: Zubersiubt ab, daß der Monarchie bie Segnungen dis Frixdcns (mä) fernerhin erbaltrn blkiben weidxn. Pleine Kri?-,19!)er:1ckaitmxg et'brbt auch in diessm Jahre nur in dea enxxsien G:“MZCU dr: Noibwendigkeii Mehr- forderungxn. Diesplben find tbkils kixik Foiqe der früheren BewiÜi- gungen. thsils betréxffsn fi? V-zrsuchr ini Geschüizweien, drinn solche Bescb'ffimakn „nd Bauten, wcl-He unaufichxebbar sind. Das wirth- icbafiliche Leben in Bognien und der Hcrxegowina beim:..t sich in den normalen Bahnen stetiger Weixrrent-pickelimg, und zur Deckung der erwaltungékosten dieser Länder xosxwen, wie bisber, is eigenen Ein- nabmén Wilkommen auskeirbcn, Inbem ich der patriotischkn Hin- gebuna, mit Welcher Sie sich Ihrer verfaffuwsmäßigen Thätigkeit unterziehen werden, vcrtrausnsvoil cntgogensebe, Ysiße ich Sie herzlich willkommen. .
Das den Delegationen unterbreitete gemeinsame Budget pro „_1901 Wklst, dem „W. T. V.“ zufolge, nach- stehende Hauptziffern auf:
1. Ministerium des Aeußern: Ocdrntlikoe AuSgaben 10 530 784 Kronkn, außerordentliche Aus aben 208 295 Kr.
11. Kriegs-Minisierium: a. aer: ordentliche Ausgaben 278 649 953 Kr., *auß*rordeniliche Ausgaben 25 168 528 Kr. 1). Kriegs- marine: ordeniiicbe Außgaben 28 741 660 Kr., außerordsntliche Aus- gaben 14 969 160 Kr. , '
111 Finani- Ministerium: ordentlrche Ausgaben 4260 609 Kr, außerordent1iche_ Außgaben 11400 Kr.
17. Gemeiniamer Oberster Rechnungshof: ordentliche Aus.;abcn 314 022 Kr.
DieZolleinnabmen der im Rekebßratße vertretenen Königreiche und Länder belaufen sich auf 111737600 Kr., bei den Ländern der ungarischen Krone auf 17 876 000 Kr, für BoSnien und die
srzegowina auf 554220 Kr., zuiammxn 130167 820 Kr. Narh ' bzug des Reziekostenpauschals der beiden Reichsbäliten mit 3700000 Kr. und des Abzugs des Pauschals für "di? Landes- verwaltung von BoSnien und der erzegowina mit 1428 571 Kr. ergirbt fish also ein reiner Ueberschuß der Zollgefälle von 125 039 249 Kr.
Das Gesamminettoerfvrderniß des Kriegs-Ministe- riums erböbt sicb grgenüber dem Vorjaere nm 15 368 996 K:. Das ordentliche Erfordernis; der Marine weist ge enüber dem Vor- jahre eine Erböbunq von 2965610 Kr., Da.“ an erordeniliehe cin solchex von 1058710 Kr. auf. “Aus dem außerordentlichea (Fr- forderniii des KciegI-Miuisteriums ist hervorzuheben: für VZrsucbe FUT Schaffung eines neuen Feldgescbüßsviiems 1500 000 Kr. *
Aus dem Budget des Ministeriums des Aeußern ist zu bemerken: Entsvrcchnd der wxÖsz-idxn '*Zedexitunq Béklan als Handels- und Veckebröpiaß erxcheint die Schaffung eines effxktiven Gxneral-Koxsulats i:; Berlin dringend wünjchenswertb. Es wird daher ein M:brerforderxiiß yon 12 000 Kr. angesprochen. DrSJleiÖen soll das Hoaorar-Konfulai in Köbi in ein Effektives Amt umge- wandklt werken, wssbalb ein Mrßrecfordc'rniß bon 36000 Kr. an- gesprochen wird.
Zuiolge d-Zr Scblußrrchnung für 1898 vermindert ("“ck die Leistungsickwldigkeii beider Reich5ibeile gczsnüber dem Präliminaxe um 11 757 067 Gulden. Das Ergebni? der Zollaefälle-Ucber- schüsse war gegenübkr dem Anil!) age um 17 548 879 Gulden günstiger Zufolge Gedabrungs-Vccksnang für 1899 ergiebt sich im Ordinarium eine Kreditübürsäpreitung von 1 562 538Guiden, im Extra-Ordinarium ein Krebiirxsi von 11633740 Gaidxn, soxiii im Ganzen ein Kreditrest von 10 071 202 Guldsn.
In der heutigen Sißung ber Budgetausschüsse der Delegationen erstattete der Minister drs Auswärtigen Graf (Goluchowski das herkömmliche Exposé.
Der Minister begann mit dem Hinweise auf die kurze Frist seit der leßten Session der Delegationen und mit einer erweisung auf seine damaligen Ausführungen, die auch den geanärtigrn Ver- bä_1inissrn in 1.010 und in 5138016 angspaßt seien. ' uf den kürzlich erfolgten Besuch des Kaiierv und Königs Franz Joseph am Berliner Hofe übergebxnd, bob der Minister hervor, daß derselbe den innigen Be- ziehungen zwischen beidén Monarchn und deren Staaten entspreche. , Wenn es auch nicht erst der besonderen Erwähnung bedarf, daß keine svezieüen politischen Fragen die Begegnung brrbetgé'iübrt baden, geht es anderer- seits nicht an, ihr die Bedruiung zu versagen, die ihr in vollem Maße zukommt als einer neuen Bekräftigiing jener Prinzipien, auf welchen der solide Bau des miiteleuropäiichen Frisdensbundes aufgerichiet ist.“ Der Minister eniwickelie sodqnn, daß die wertbvollen Garantien für die Ruhe des Welttbeils in ungeicbmälerter Kraft und Stärkefortbeständea u,".d zur Hoffnung berechtigten, daß sie die ungestörte Entwickelung normaier Zustände auch in der Zukunft gleich wirkungßvoll fördern würden. In dieser Hinsicht firioc das enge: AÜianzvcrbältniß zu De_uxscbland und_Jta1u-n eme schatzcnswertbc Ergänzung in der Ueber- einstimmung zwiichen dem Wiener und dem St. Petersburger Kabine! in der Behandlung der den nächsten Orient und [peziell die Balkanhalbinsel berührenden Fragen„ sowie in den vortreff- licbkn Beziehungen zu aüen übrigen Mäxbtzn; diese Konstellation in boUem Umfange zu Erhalten, bilde den G:,zenftand stetiger Fürsorge de_r österreichisch-ungaris en ngisrung Die Eckenntniß der seaeiis- retchen Folgen, welcbe si daraus für die Frixdensinteceffrn Europas Ergeben hätten, Werde, die anderxn bcibriligten Faktoren nicht minder in ders: Vorsaße bestarken, aufrichtig und loyal an der Konsolidierung eines Werkes mitzuwirken, das ailein voc mrbängnißvoaen inter- nationalen Konflikten und tiefgehendkn Erschütterungen bewahren könne. Der Minister wies sodann darauf hin, daß die von ibm ge- äußerte Zubersirbt die Konfirgraiion in Süd-Afrika werde keine ge- fßbrlicbe Ruckwiréung auf dt“. Beziehungen der Großmächte herbei- fuhren, sich bisher voll bestätigt habe, und sprach di: begründete Hoffnung aus, daß man am!) in Zukunft von folgenschweren Ueber- raicbungen verschont bleibey w_erde. Dieses erfreuliche Moment könne indtß in keiner 'Weiie abschwächend auf den *sebn- lichen Wunsch 'ei'ies _ baldigen Abschluffes des Krie s- zufiandes wirken. „Immefern dafür Umsicht vorhanden |, ist, vorderbaudx noch schwer zu ermessen. Jedenfaüs scheint mir “aber das Eintreten einer freandscbaftlieben V'ermitielungßaktion voilkqmmeri außgescbloisen zu sein, die übrigens nur dann von Erfolg be leitet fem könnte, wenn beide kciegfübrenden Theile gleich geneigt w ten, sie anzurufen, was bekanntermaßen nicht der all ist." Auf die Angriffe über ebend, die wegen an eblicber eutralitäisver- le ungen gegen e österreiikiscb ,' uugari che__ Regierung gerichtet w rden, verwies Graf Golucbowski auf deren e_"tfthfeni-e Wider- legung darth deu dfixrreiäpisäjen Minikier ; P denten im Abgeordnetmbause des Reichrcitbs; nichtßdeftoweniger dune er nicht
] unterlassen, auch seinerseits entschiedene Einsprache gegen die will-
kürliche Auslegun g:wiffe: Grundsäße ses Völker:
die weder, _dem Zsmlaute. noch dem Sinne nachech§sjtnjl erbeb stimmungen im Einklang: stände_n, welcbe ken Bkstiff Juen J„ traliiät umschrieben. Die budgeiaren Vorlagen bksvteckpnd er Neu. der Minister, daß das Mehrerforderniß (ür 1901 sicb“ ibeton Gremen dxs Allernotbwendiqsien bewege Und die 112113: n
antwortung der gkmeinsamen Regixrung es ihr zur Pflicht mk? Ver. zu verczeffeu, daß inmiiten der friedlichen KoksteÜaiionxn E“ k- „"i: eintreten könnten, welche dic Großmachtsteuung der regnisjx tangierten und sie aus dissem Grund? nicht mangelhaft Voékxjarch" finden dürften. Sßéjitn auf die Erhöhungen des Voranschlaérettet Ministeriums dcs Aeußern übergebend, betomte ©fo G 99121
die durchibn verfügte Enisenoung einer Svkzialmisfion MIZUÉWM
Schiff „Donau“, welcbks im Laufe dss Jahres eine Reise nach?;
amrrikanifcben Küste unternehme, damit rue unkie ;, ,- . an wslcben sié) di.- Schaffang effektichr ZertretUFZbketbYildixnurdeM Fahndklsponjxixipckch RückxiTYt-én e::wikbien ivürich. Der Minister schlau? 11 sm er 1 StR ('r lärtr, etw.! rwün ie u - - scböpfender Waise zu crtbeil-k-n g s A skläcungM 1" er- Jn Wien begaben fich am Sonnabend die deutsch nationalen Siudentcnv;»:rbindunqen, troß dss Verbot“ dcs Farbentragens, mit Bändern und Kappen in dieAula uad entsandten ein'c Abordnung an den Rckior Neumann Um L. Zurücknahmexnes Verbots zu erbittc'n. Der Rektor lehnie die Elke Zillung der Bitte ab u,",ier demH'mwcis, daß das Verbot auf eine : eschlusz dcs akadkmischcn Senats beruhe. Die Siudenien ve? ließen dann die Aula. Ausschreitungen kam?.n nicht vor. Der- Rektor Neumann hat die Rcktormüche niedergcieqt, Weiler wie die „Wiener Abcndpost“ berichict, die Ueberz'eugung „; wonnen hat, daß der Senat nicht in allen Punkten mud, von ihm veranlaßien Durchführung der vom Senat q-Jfaßm Beschlüsse übéreinstimme. Mit der Führungdes NikiökatSisl der Prorektor Wiegner betraut worden.
Großbritannien i_md Irland.
John Redmond_und John Dillon sprachen, wie „W.T.B.“ berichtet, gestern in einem großrn, in Manchester abgehaltenen irischen Meeting. John Redmond führte aus* in dem Augenblicks, wo der Empfang der Königin in Irland, eine günstige Gelegenheit geboten hab?, gute Bkzikhu'ngen dauernd zu festigen, sii Lord Salisbury dazu geschriiten, oje irischen Forderungen falsch darzustcllen und die vernünftiqm Forderungen Jrlgnds in verlesendser Weise abzuweisen. Die „rländer sähen ]? t klarer denn1e, daß fie nicht auf dem Wege der Vcrsöhn ichkeit oder Loyalität Abhilfe fiir ihreBe, schwerden erlangen würden. Dillon sprach von der Vzr: einigung der irischen Parteien, deren Bedeutung nach den au- gomeinen Wahlen klar wcrden werde.
Frankreich.
Bei den gestern vorgenommenen Stichwablen zu den Munizipalrätben wurden, wie „W. T. B.“ meldet, in aris 19 Naiionalisten und 11 Mitglieder der anderen arteien, Republikaner der verschiedenen Schattierungen, c-o ialiften, Revolutionäre u. s. w., gewählt. Der bisherige Prafidant des MuniÉpalratbs Lucipia unterlag dam Sekretär der Pairiotenliga auffet. Jn_dcn Provinzen wurde bsi den Wahlen die Ruhe nicht gcstört. Das Ergebnis; der- selbsn hat an dem bisherigen Siand3 der Parteien wenig g- ändert. In Algier fisgte die Lifte der Antisemiten; in Rennes batten die Unabhängigen die Mehrheit. Jm allge- meinen haben die Republikaner die Oberhand. In Paris kam es auß Anlaß drs Erfolges der Nationalisten gestern Abend zu Kundgebungen auf den Boulevards, namentlich vor der Redaktion der „Libre parole“, welche die Ergebnise
"mittels TranSparcnte bekannt gab. Eine große Volksmenge
sammelte fich an, welche Rufe gegen dir Regierung und die IFM ausstieß. Ein erheblicher Zwischenfall kam indessen ni t vor,
Der neue Pariser (Hemeinderath zählt 10 _Kon- f?rvative, 8 nationalistische Republikaner, 24 riiiie Naiiyxia- listen, 5sozia1istisch=radikalc Nationalisten und 4 sozialqtqche Nationalisten. Dice 51 Gemeind'räthe sind nach dcmPro- gramm dEr Vate ndsliga gewählt. Die übrigen 29 02- wählten gehören zu den Sozialisten und den Regierungs- parteien. -- Jm „Eclair“ werdcn Erklärungen einer Anzahl der neuen nationalistischen Gemeiridexätbe veröffznilichx, wéllk)e übrrciiistimmend die Absicht aussprechrn, sich lediglich den Gemeindeangelegenheiien widmen und im Sinne der Bo ruhigung der Gemüther wirken zu wollen.
Italien.
Wie dem „W. T. B.“ aus Rom berichtet wird, hat der Senat am Sonnabend mit 79 gegm 60 Stimmen den voz! der Regierung eingebrachten Gxseßeniwurf, betreffend die ungeseßlichen Ebert, axigenommen.
Der Papst empfing hiute Pilger aus Posen, Elsaß-LObe' ringen 2c, und ertheilte ihnen seinen Segen.
Spanien.
In einer gestern in Madrid abgehaltenen VersatZMT' lung von Republikanern wurden, dem „W. T. B) il?- folge, die Grundzüge einer Union der vsrschiedenen MMU" kanischen Gruppen angenommen. In der Hauptsache? habe es sich um die Annahme der Konstitution von 1869 gehandeli
Belgien. „
Dsr Major Fiévez erhebt, dem „W. T. B.“ sz011ka "'
einer Broschüre entschieden Einspruch gegen die wegen em“
Thätigkeit im Bangala-Distrikt egen ihn erhobenkzt
Anklagen. Namentlich verwahrt er si ge, en die Beschuld" gung, daß er persönlich Negern die Hände a gehauen habe.
Griechenland. „ „
Die Vermählung des Großfürsten Georg Michal;
lowitsch und der Prinzessin Maria von Griechxnlal!
hat, wie dem „W. TB.“ gemeldet wird, gestern Vormittag 1" Korfu stattgefunden.
Rumänien.
' Aus Bukarest erfährt „W. T. B.“, das; bei der Jes"? im zweiten Wahlkollegium des Bezirks Ilfow (Bukarest Loui genommenen Senatswahl der konservative Kandlählt mit ungefähr zwri Dritteln. der abgegebenen Stimmen IWL)“, worden sei. Seitens der liberalen Opposition sel UU ' Wahl besonderes Gewicht gelegt worden.
Serbien. 9“
nBelgrad haben, nach einer Meldun bes „WT d'en
am onnabend die Ver andlungm in dem rozesse ges ""
früherezt Minister Tau ckanomitsch, der der EKW", a
und Falschun'g von Aktien der Bank „Beogradska “**-M„
angeklagt ist, begonnen. Der Angeklagte gestand ie uad pfändung, Zeugnete aber die Entwendung von Aktien
behauptets- Andere hätten die_ Aktien entwendet und eine Einksrkerung benixßt, ,um „ihn als den Schuldigen
ch'inen zu lassen. Michailomi-tsch, früher Mitglied des Aufftchtzraths der ges_ch_ädigten Bank, b-Zkundete, daß ihn Bankomitsch und Celotviijch von der Entdeckung der Fälschunq überhaupt nicht verständigt hätten Der Vertheidiger Mostitsch qab seiner Ueberieirqung dalkin Ausdruck, daß Vankowiisch und Celomitsch die Aktien gefäscht und sich ihrer lange vor Tauschano'witsck) bedient hätten. Die Verhandlun wurde sodann geschlossen. Die Verkündigung des Uxtheils Holl hsuie
ek fÜlZen- Amerika.
Wie dem „Reuier'schen Bureau“ aus WashinYon gr- melwet wird, wies in der vorgrftrigen Séßung des enats bei der wsiteren Verathung der Flottenv orlage der Senator Spooncr die von 53m Senator Lodge aufgestellte Be- hauptung zuriick, daß Deutschlgnd Eixigriffe in die Monroe- doktrin beabsichtigr. Spooner rügte hinzu, daß es nie eine git chebzn hab.“, in 1v21chcr die Beziehungen zwischen den Zst'kiriigtén Staaten und Druischland freundlicher geweskn seicn als gegenwärtig. DIL“ Senator Haie erklärte, er glaub? nicht, daß irgend eine Nothw3ndigkeit zur Vrr- mphrunéx dsr Flotte dadurch gegebsn sei, daß man für die urimittc bar bevorstehende odrr-die spätere Zukunft Feindselig- krit-xn mit Deutsrbland befürchte. Dieses große Land sei mit den V-rciniaten Staaten durck) unlösbare Bande in Gestalt von 10 Millionen Menschen deutscher Abkunfi verknüpft, welche heute zu dsn besten Bürgrrn der Vereinigten Staaten ekörten. g ) Die „Times“ meldet aus Buenos Aires vom gestrigen TMS, drr Finanz-Minister habe in einem Kabinstsratk) das Budqet für das Jahr 1901 vorZelegt. Das größte Ergebnis; der Einnibmen, auf welches die8 egierung rechnen könne, seien 18000000 Pfd. Stekl. Von dissen würden 5900000 Pfund durch dsn Schuldendienst absorbiert. Wenn die einzelnen RkaiLkUUAS : Ablheilungen sich nicht bei ihren Au§gaben BesÜränkunqcn auferlegten, würde sich ein Defizit von 660000 Pfund ergeben. Der Minister betonte schließlich, daß eine stärkere Besteuerun nicht möglich sei, und daß auch weitere Anleihen nicht wa :scheinlich seien. Das einzige Mittel, eine Uebereinstimmung 5er Einnahmen und AUSJaben zu erzielen, sei die Einschränkung.
Asten.
Aus Yokohama berichtet das „Neuier'sche Bureau“, es sei daselbst aus Korea die Nachricht von einem neuen aus- qedehnten russischen Landkauf eingetroffen. Es handele fich um Land bei Port Tschinnan an der Westküste von Korea.
Afrika.
Aus Loureiixo Marques vom 13. d. M. wird der „Times“ telegrapbicrt, es gehe daselbst das Gerücht um, der VolkSraad in Pretoria habe in geheimer Bcraihung b&- schloffen, daß alle Bswobncr Transvaals, glcichviel welcher Nationalität, gemäß dcn Vrftimmung-sn' des abgeänderten Militärgeseßes, die Buren bei der Vertheidung der Republik zu unterstüßc'n hätten.
Eine Drpésche des Feldmarschalls Lord Roberts aus Geneva Sidinq vom 11. d. M. besagt: Die Truppen, welcbe heute 20 Meilen marschiert waren, trafen in (Hesneva Siding ein. Leßteres ist etwa 6 Meilen votiBoschrand eni- fernt, wo die Buren eine verfchanzie Stellung mnxhgben. Die Brigade des Generals (Gordon ist in Füblung mri ihnen; die Division des Generals Tucker befindet sich in germ er Ent- fernung südöstlich, die Streiimacht des Gcnerals amiiton noch weiter westlich. Die Brigadc des Generals Broadwaod boite gestern einen Theil des feindlichen Couvois bei Potgietcrs Lager, südöstlich von Ventsrsburg, cin, erbeutete mehrere Wagen und machte eiiiige Gefangene. Der General French befindet sick) mit den Brigaden dcr „Generale Porter und Dickson sowie der berittenen Infantcrie des Genergls Huttqn in cinigcr Entfernung nördlich von Geneva Sidmg. Wir machten in_ den beiden [eßten Tagen nahezu 100 Gefangene.
Der Feldmarschall Lord Roberts meldet aUs Bosch: rand vom 12. d. M. Morgens 8 Uhr: Wir bcfmdc'n uns acht Meilen südlich von Kroonstad. Der Feind hat die erste Linie seiner Verscbanzunasn während der Nacht verlaffcn. Wir rekognoszieren 1th die Gegend in der, Richtung auf Kroonstad. Der General French bemächtigte sich Lesterii Nach- mittaa der Valsch,j1ußdrift, bevor noch der Fend sick) dort zum Widerstand fetse en konnte.
Vom Sonnabend achmittag 2 Uhr meldet Lord Roberts: Ohne Widerstand zu begegnen, zog ich heute Nachmrttaq 11/2 Uhr in Kroonstad ein; der Union Jack wurde unte_r_Hochrufen_dcr wenigen britischen Einwohner gehißt. Der Prasident Ster j 31 Lüchtete gestern Abend, nachdem er vergebens versucht batte, die
urnber zu überreden, den Widerstand fortzuseßen. Die Buren von Transvaal erklärten, sie wollten nicht länger iti: Freistaat kämpfen, und zo cn nach dem Vaal- luß ab, die Fretstaatbursn dagegen beschuldigten die Transvaa er, erst „hätten diese fie benußt und ließen fie cht im Siich. Viele Fretstaatburen b'aben sich nach ihren Wohnorten be eben. _Bevbr der Präsrbent Steijn Kroonstad verließ, ma te er in einer Pryklamatwn bekaniit, daß nunmehr Lindler) der Siß der Re terun des O_ranje-Freistaats sei. Sowohl der General:Komman ant otha wre der General de Wet begleiteten die TranSvaaler.
Die „Times“ meldet aus Kroonftad vom 12. d. M.: ES beiße, der Präsident KrüYer beabsichtige, sich nach Lydenbur, zu begeben, sobald er Präsident Steijn, der am 11. d. 231. mit dem General Voiha Kroonstad verlassen habe, bei ihm eingetroffen sei. _ _
Aus Masern vom gestct en Ta 6 berichtet das „Reuter'fche Bureau“, die Generae Rund e und Brgbant ruckten in einer Linie vor; man nehme“ an, daß sie ur
eit am Leeuw River ein Lager bezogen hättexi. e_r chnelle Vormarsch Lord Roberts' habe auf dre Frei- taatburen, die in der Nachbarschaft von Clocolan und den Korannaber'g-H-ügeln ständen, Eindruck gemacht;_ fie lker- stkMen fick) nach allen Richtungen; viele Frauen seien a ein auf d_en Farmen zurückgelassen. Es sei zwar möglich daß die EnJlanber noch auf starken Widerstand stoßen wur en, aber es ei nicht wahrscheinlich, daß der Vormarsch werde gehemmt Werden. Verein lte Kommandos seien no bereit, gegen schwache Punkte er britischen Linien vorzusto en.
Parlamentarische Nachrichten.
_ Der ericht über die vo estri e Si an des Rei s- tages befindet fich in der Erste:;9 Bei age. s g ck
-- In der heutigen (193) Sißung drs Reichstages, welckier der Staatssekretär des Innern, Staais-Minister ].")r. Graf von Posadbwsky beiwobnte, wurde die zw:ite Lesung des Entwurfsßtnexs Unfallversicherun Sgeseßes für Land- und Forstivirthschaft bei dem § 1 & fortgesetzt.
, An der Debatte betbeiligten sich bis zum Schluß des Blattes außer dem Staatssekretär des Innern, Staats-Minister
])r. (Grafen von Pqsado wskr) und dem Geheimen Ober-,
Regierungsratb'im Reichsamt des Innern CaSpar die Abgg. Tofmann - DLÜCUbng (Il")- reiherr von Richthofen ( .kons.), Molkenbuhr(Soz.), amp (Rp.) und Roesicke- Dcffau (5. k. F.).
Bei der am Sonnabend vorgenommenen Ersa wahl Zum Hause der Abgeordneten im zwciten erse- urger Wahlbezirk (Wittenberg-Sckzweiniß)“ wurde nach amtlicher Fritstellun der Kammerherr von Leipziger auf Kropstädt (kon?) mit sämmtlichen abgegebenen 272 Stimmen gewählt.
Statistik und Volkswirthschafk
Die Durchschnittßpreise der wichtigii€n Lebens- un d Futtermittel
betrugen in Preußen im Monat April 1900 nach der „Stat. Korr.“ für 1000 kJ: Weizen 148 (im März d J. 146, im April 1899 156) „Fi, Roggen 141 (138 bezw. 139) „FC, Gerste 140 JW bezw. 141) “FC, Hafer135 (132 bezw. 139)-«111, gelbe Erbsrn zum
ocben 222 (221 bezw. 224) „M, weiße Speisebobnen 253 (249 bezw. 251) „14, Linsen 402 (401 1395113. 421) .“, Eßkartoffeln 50,5 (50,1 bezw. 49,3) „14, Richistrob 36,9 (35,9 bezw. 3621.46, Heu 57,8 (55,2 bezw. 51,6 „ji, Rindfleisch im Großhandel 1067 (1062 b-zw. 1059) «sé; im Kleinbandel für 1 kg: Rindfleisch von drr Keule 1,35 (1,35 bezw. 1,34) aii, vom Bauch1,15 (1,15) .“. Scbwéinefleisch 1,30 (1,30 bezw. 1,34) 9“, Kalbfleisob 1,31 (1,31 bezw. 1,32) «ji, Hammel- fieiich 1.31 (1,30 bezw. 1,27) „44. inländischer geräuch:rter Speck 1,52 (1,51 bezw. 1,60) «ji, Eßbutter 2,24 (2,20 bezw. 2,19) „ki, inländisches Schweineschmalz 1,55 (1,54 bezw. 1,57) „FQ, Mebl zur SVLifebSrsitäng aus Weizen 30 (30 bezw. 31) H. aus Roggen 25 (25) „3; für 1 Schock Eier 3,11 (3,47 bezw. 3,03) :“ _
Die Gstreidepxeise haben im Monat Avril d. J. fast an allen Marktorten Aufbenxrungen erfahren. die beim Staatsdurcbscbniite 2 bezw. 3, 1 und 3 „si betragen. Die Fleischvreise zeigen nur geringe Veränderungen. An einigen Marktorten baben PreiSerböbungen statt- gefunden, welche die im Monat März d. J. einzetretc'nen Er- mäßigungen zum tbeil wieder aufheben. .
Die Arbeiterbersicherung. .
Im Auftrage des Rei Versicherungsamis ist von dem Re- gierungSratb 1)r. La im €ich6-V:tficherungSamt und dem Re- aierun skatb ])r. Z:: u im Kaiseriichsn Siaiisiiscben Amt eine Denkßrbrift Üer die Einrichtung und Wirkuna der deutschen Arbeiterversicberung für die Zweck der Welt- ausstellung in Paris aus.;earbeitet worden. Die im Verlage yon A. Asher u. Co. bierselbfterschienene umfangreiche Schrift giebt sehr in- siruktiv Aufschluß, in welch€r Weise? das Problem der staatlichen Arbeiter- vcrsicbernn in Deutschland rechtlich gelöst. und durchgeführt wuric und wie dieses ksé gebungswerk fia) bisbrr vraktiscb bewäbrt bat. Das Werk bietet, be onders in srinem zweiten Theil, aucb deutschexi Lesrrn, Welche mit den einschiägigrn Fraxcn im aU-zemeincn vertraut sind, manckpes, was ihnen neu sein dürfte. So werden unter andxrem die segensreichsn mittelbaren Wirkungen der Arbeiterversiäxérung dar- gelegt, und zwar x1icht nur in Bezug auf die Acbeitcrsibast, iondrrn auch in Bezug aus die Arbeitgeber, die Gemeinden und die gesammte GeieUschait- „ ,
Die materiellen Verhaltnisse der Arbxiier haben durch die Arbeiierverfichcrungseieseize eine weienilich: Aufbesserung erfahren. Das erhellt schon aUein aus der Thatsache, daß den Arbeitern bisher etwa zwei Milliarden Mark an (Fntscbavigungsleißungen zugefioffeii ind. Die früher biSweilen bervorgetretene Befuribtung, daß die Urbeiigebsr die ihnen durch die Versicherung auferlkzxrn Britragslasien auf die Arbeiter durch Lobnkürzunqen abwähen könnten, ist nirgenks eingetroffen. Hingegen läßt sich aus der Einkommensteuer" Konsum- und Sparkaffen-Staiisiik unschwer nacbwetken, das; [is stensbaltung der Arbeitxrklaffe durchwxg fich gehoben bat. _ , _
Die Vetsicherunasgeseße haben ferner dte hygienischrn Yer- bältnisse, unter denen der Arbeiter lebt _iind schafft, gunstig beeinflußt. Wie mnfaffend die vorbeugende Tbaitgkeii gegen Ersatzd- beiisscbädigungen, Unfsllgefabren 2a. in An r_iff genorzxmen, ist, bm- län lieb bekannt. An die neuerdings mit ver iatftem Eifer eingeleiteten Beirebunzen zur Lösung der Arbeiterwohnunasfrczge und zur Be- kämpfung der Lungemuberkrlose soll nur im Voruvggeben erinnert werden. In der rechtlichen und iozialen Stellung des Arbeiters haben ("ck unter den Einwirkungen der Arbeiterversickperuxigs- gesetze gleichfalls heilsame Aenderungen _vollzoget]. In der Arbeiter- versicherung wird das Recht auf Untxrsiu ung fur den Arbeiter fest- aesieüt; lkßterer isi zuxileicb zur Antbetlna me an der Verwaltung und Rechtsvrechuna in Versickperungssachen berufen. .
Bei den Unternehmern ist durch die VersicherungSgeséße eine erhöhte soziale Fürsorge für die: Arbeiter wacbgsrufen und das Gefuhl der sozialen Verantwortung gsicbäcft worden. Ferner hat die Arbeiter- versicberung auf die Gemeinden durcb Anregung der kommunalen Sozialpolitik, Entlastung der öffentlichen Armenbflege und arideres mehr erfreuliche Wirkungen ausgeübt. Bon dauxrnvem Vortheil ist die Arbeiterveisicberung endlich auch für die Gesammtbeii, u,)elcbe aus ihr eine Neubrlcbung des Gemeinsinns und der fonaipoliltscben (Gesinnung der Bevölkerung berzuleiten vermag.
Die vorliegende Denkschrift ebört zu den Drucksachen, die auf der Pariser Weltausstellung einrnS estandtbeil der besonderen Gruppe ,Die Arbeitervetsi ung des Dxuischen Reichs“ ausmachen werden. Hoffentlich finden !) e lehrreichen Materialien nicht nur dir Beachtung der Sozialpolitiker des Auslandes sondern regen auch die in Pgris anwesenden deutschen SoziaToLiiiker zu Vergleichenden Studien uber den internationalen Arbeiters uv an. Manches irrige oder befaugkne Uribeil würde dadurch berichtigt werden.
Zu: Arbeiterbewegung.
Nach einer Mittheilung der .Volks-Ztg.“ ist der Ausstand der Berliner Datbdecker beendet, nachdem die Forderungen derselben zum rößten Theil bewilligt worden sind,(vergl. Nr. 102 d. Bl.).
In St. Louis, wo bereits vor einiger Zeit ein Arbeiter- ausstand auSgebrochen isi, kam es, wie „W. T. B.“ meldet, am 11. d. M. an veritbiedeuen Stellen zu Rubestörungen.
Bauwesen.
Aus SYletißadt vom 9. Mai wird der „Straßburger ofi' geschrieben: : weiter die Abräumungsarbeitexi aii der ob- köningurg forischreiten, deiio klarer wird der Einblick nicht nur in die ?undamentieruna da gro artigen Bauwerks, sondern an , durcb de zahlreichen Funde an tensilien und Ornamenten, in de innere Einrichtung desselben. Unter den tiefen, von Dornen
„ werke be
",und Gestxüxb übérwaehsenen SÖuitmaffen "sind ganze Mauer-
en, so, das Grundmauerwerk im Innern der Burg und die rin 5 „um dikselbx sitb berumziehende Uquüungsmauex, weiche jest f on an einigen Stellen, so namentlich am Eingangs. “tbor, bloß ekegt ist. Der Schutt 51th auch, wie sicb dies von selbst verste- t, eine ganze Menge Bausteinx, die von den zerstHrim oberen Partien des Schloßgebäubes berrubren und die nach ihrer AuSgrabung am Fundorte “selbst zusammengetragen wrrdrn, um später beim Neubau wieder verwendet zu werden. Uni-"r dens-"lbcn baben sib aucb Tbxile von Gcfimse'n, Tboreinfassxmgen, Vorsprünge, Säulen und feiler vor,;efunden, wklch durch Inschriften oder durch ihren ai itsktonischen und dekorativen Charakter das Interesse anf iich lenken So wmdr u. (1. am Eingangstbor ein Stein ge- funden, in w€lchen die Jabrcs abs 1555 eingkgkäbkn ksk- Nachdkm Wk Einigen Jahren schon Schutt und Steine aus dxm oberen Keller entfernt worden waren, hat man neuerdings den unteren Keiler- ra'um entdeckt und angeräumt. Unter den zablreiTen Fun'gkgen- siaeidsn, die mrbr als 20 Kistkn ansüüen und die jxst schon ein inthkffantes Museum bilden, erregen in erster Linie dix? Waffen, G,?!Öoffk-„Tbonnrnamente und einige Münzen aus der Rxgierungs- Mk LUOth's Rlll. die Aufmerksamkeit. Die Abräumungsarbeiten, NJW MWM zur Zeit etwa 50 Arbeiter beschäftigt sind, waxbxn bor- laufiq unter der zielbewußten und sachkundigen Lriiung dss Architekten Cbbardt aus, Berlin ibren Fortgang nrbmern; jedoch noch Wc ibrcr .Voßendung wxrb an den freigelegten Stellen mit dem Wieder- aufbau der Burg begonnen w:rden.
Literatur.
Zur Lehre von der Rechtskraft. Drei Rechtsgutachten von ])r. A.Wach rind Dr. P. Laba-d. Leipzig, Verlag von Dancker u. Humblot. Preis geb."3,60 „Fs - Es sind zwei von den hervor- ragenden Rechtslehrern fur die Verhandlung über einen Rechtsstreit abgegebene Gutachten, von denen das erste aegknüber einem entgegen- siebenden, in Jbermg's „I'abrbücbecn' veröffentlickoien (Gutachten von Professor Fiscbsr in dem dritten Rxcipthutachten durch Wach eingehend bkribeidigt wird. In diesem ba_ndc]t ks fick) um die Fragk, ob ein im Streit mit dem Fiskus rechtskrafti als bcficbend fesigcfieliies Privat- ber regal damit dem bezirkSeingkseZenen Bsrgbauireibenden gegenüber festiebe. Die Frage wird von Laband aus der Natur des Privat- bergregals, von Wach auf Grund allgemeiner, die Lehre vom indektat erbeblich föidernder Eiörietungen über die Kraft des Indikats
(xa .
, - Engliscb-deutsÖ-s paienttecbniscbes Wörierbuckp mit einem ausführlichen deutschen Wörierverzeichniß, nacb authentiscbxn Quellen bearbeitet von Dr.Hu o Düring. Berlin, Karl Hxvmann7s Verlag. Preis geb. 4 «xa -- ieses Wörterbuch soil demjeni en, der sich über diese oder jene Stelle eines engli chen oder ameri aniscben Gefeßss IT. im Urtext zu unterrichten wüns t, oder der sich mit der Uebertragung jener Geseße in das Deutsche befaßt, die Miiiel zu einer schneüen, richtigen und verständlichen Ueberseyung an die Hand geben; es soll ferner dem im Paientfacbe Arbeitenden bei der Er- ledigung seiner Korrespondenz mit ausländischen Behörden und Vertretern ein Raibaeber sein und schließlich aach den münd- licban Ve:kebr zwischen Angehörigen der beiden Nationen er- leichtern helfen. Dieskm weck des Buches enisvrecbend, erstreckt sich sein anaii fasi ausschließ iF auf AUSdrücke, die für die Praxis des Paieniwesens unentbehrlich nd, und zwar hat sowohl die juristische als auch die iccbniscbe und kaufmänni che Seite des letzteren bei der Auswahl des Stoffes eingehende «rücksichtigung gefunden. Die Ueberscßuna aller in den erwähnten Gesetzen vorkommenden weniger bekannten Wörter und Phrasen. die Erläuter g einer Reihe von YuSdtückeu, betreffend die Einrichtunaen, das Ver abren, den Beamten- körper :c. der auswärtigen Patenibebörden, die Erkiärung vieler in amtlichen Blättern sicb findenden Abtürzungxn, sowie endlich eine Auswahl von etwa 4300 auf die verschiedenstkn Verhältniss und Vorkommnisse im Patentwesen, wie [. B. die Einxeichng bon Ge- fxcben, B:]“ebwerden, Einsprücben, die belung von Gebühren sc., bezüglichen Schrift- bezw. Redewxndungen werden dazu beitragen, jedem, der dem Patentfacbe nabe Lebt, manche Arbeit zu erleichtern oder zu ersparen und über manche rage Aufjchluß zu geben.
Landé nnd Forstwirthschaft.
Das Deutsche Gartenbau-Comiié für die Welt-Nus- stellun g in Paris weist in einem Auiéaßder.Gattenfiora' die deutschen Gärtner daraufhin, daß außer den eiden bereits stattgebabten noch weitere zebn Spezial-Nusstellungen bevorstehen, und zwarin den Zeiten 50-1 23. bis 27. Mai, 13. bis 17. Juni, 27. Juni bis 1. Juli, 18. bis 22. Juli, 8. bis 12. Naßusi, 22. bis 26. August, 12. bis 16. September, 26. bis 30. Sevtem er, 10. bis 14. Oktober, 30. Oktober bis 5. November. Von diefen Ausstellungen dürften die erste (Winter- blüber), die zweite und dritte (Rosen), diesiebente (großeerbftausfiileung) und die lsßte (Chrysanthemum) die intereffgntesten werden. Für dicHerbst- Ausstellung (26; bis 30. September) 111 eine KoÜektiv-Betbetiigung der roßen deutjchen Städte geplant. Nachstehend Genannte babkn die ermittelung übernommen und vertbeilen gern nähere Auskunft: Jürgens, amburg, Büicbßraße; C. Van der Smissen, Stegliß- Berlin; 1ichael Buchner, München; Direktor Siebert, Palmen- garten, Frankfurt a. M.; Rudolf Seidel, Laubegafi-DreSJen.
Saatensiand und Getreidebandel in Bulgarien.
5 5 DU)? Kaiserliche Konsulat in. Varna beriehtet unter dem
Anfang April standen sämmtliche Saaten gut und erweckten zu- versichtlich Hoffnung auf eine reiche Ernte; in der ersten Woche des- selben Monats traten schon übermäßige Regengüffe ein, die Mehr! iowie ungewöhnliche Kälte im Gefolge hatten und dem ganzen MoNat hindurch anbieiten. Bei diesen ständig schlechten Wittrrungöoerbäit- nissen erseheinen, sofern nicht bald sonnige Tage wieder einießkn, die bisher günstigen Ausficbten iür die Weizenernte sebr getrübt.
Nur der Maißauswat, die in einigen Gegenden bereits begonnen bai, kam das feuchte Wetter zu starten, die Weingärtsn stehen zur Zeit ziemlich gut. ,
Der Getreidebanrel sicckt fast ganz, die geripge Zeteglien-Aus- fubr richtete sich ausschließlich nach der Turkei, da, die hiesigen Pfreistnotierungen westeuropäischen Marktplätzen noch immer nicht zu ag en.
Budapest, 12. Mai. (W. T. B.), Das Ackerbau- Minifterium veröffentlicht ielegrapbijrbe BenÖte uber den in der letzten Nacht in Ungarn aufgetretenen Frost. 'In annahernd 60 Bc- zirken wurden bei einer Temperatur von 2 17:3 4 Grad unter Null Saaten und Anbau stark bes ädigi; insbesondere litten Obstbäume, Weinstöcke, die in der Visit 2 befindliche Rapssaat, Taback, Garten- frücbte und Mais.
Verdiugungen im Anstande.
Spanien.
9. Juni, 1 Uhr. Generai-Oirektion der öffentlichen Arbeiten im Ministerium der öffentlichen Arbeiten zu Madrid: Lieferun von 12 Bo en nebst Ringen, Ketten. Eisenitangen und sRumpen ( x_den Außen afm' in,.Bilbao. Voranicblaq 159 465,19 Pe etas. Angebote auf Stempelpa ier. Klasse 11- ormular_bier1ür in spanischer Sprache beim eiO-Anzeiger. Si erheitslei'iung vorläufig 7973.26 Pesetas. Näheres .in dem genannten Minif-erium und im Zivil- Gouvernement [u Bilbao.
Niederlande.
23 Mai. Uk Uhr. Direktion der Marine in Hellevoeioluis: Lieferunngon Gain Hanf, Then, Manufakturwaaren Kotksäcken, Feuerlöschartikeln, ckWie“ Blech- und Eisenmann, Möbeln und