1900 / 116 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 15 May 1900 18:00:01 GMT) scan diff

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Yichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 15. Mai.

Seine Majestät der Kaiser und König hörten gestern Vormittag im Schlosse Urbille den Vortrag des Chefs des Zivilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths Dr. von Lucanus und besichtigten hierauf in Meß die Arbeiten zur Wieder- berftellung des Domes.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist das erste Geschwader, Chef: Vize-Admiral _offmann, am 12. Mai in Lerwick eingetroffen und bcab 1chtigte, heute nach Bergen in See u eben.

H 9S. M. SS. „Heriba“, Kommandant: Kapitän zur See von Usedom, und „Hansa“, Kommandant: Kapitän zur See Pohl, find gestern in Wusung ang-skommen. ' _

S. M. S. „Jaguar“, Kommandant: Korvetten-Kapiian Kinderling, ist gestern in Kobe eingetroff-én und beabsichtigt, diesen Hafen am 26. Mai wieder zu verlassen.

Bayern.

In der gestrigen Sißung der Kammer der. Yb- geordneten erklärte, dem „W.T_.B.“ _zufolg's, der Minister- Präsident Dr. Freiherr von Crailsheim bet der Berathung des Eisenbahn-Eiats, daß zwischen den suddeutschen Wahn,- vertvaliungen Verhandlungen uber eine Reform der Per- .sionentarife im Gange seien, und zwqc auf" Grund ber Süße von 6, 4 und 2,5 bezw. 2,3 Pfenmgen fur den Kilo- meter in den drei Wa enklcxffcn mit 1, 0,7 und 0,5 Pfennig Zuschlag für S neUzuge. Diese 'Hergbse img ber Tarife würde bei dem Saße von 2,5 tennig fur 18 dritic Wagenklaffe einen Ausfall von 4240 „44, bei 2,3 _Pfenmg einen solchen von 5600000 „46 und bei 2 Pfennig sbgar einen Ausfall von 8 Millionen Mark ergeben. Troß, dieses Ausfalles würde Baysrn einer solchen Rc ulierung zytimmen. Eine Schlußkonfercnz in dieser Frage ha e noch mcht stati- aefunden. Es sei jest wieder fraglich gewyrden, ob fich alle anderen süddeutschen Staaten bcthctltgen wurden. * «ck

Württemberg. Seine Majestät der König hat sich, wie den „S_t.-A, f. W.“ meldet, am Sonntag zum Besuche "Seiner Komglichen obeit des Herzogs Nikolaus von Wurtiemberg nach arlsruhe in Schlesien begeben,

Heffen.

Seine Königliche Hoheit d-er Großherzog begab fich, wie „W. T. B.“ berichtet, gestern Morgen von Darmstadt nach Bingen und dort an Bord eines der Torpedoboote. Von Mainz fuhren zwei Festdampfer mxt den Vertretern der dortigen Yvil- und Militärbehörden, Stabtverordneten _und geladenen äsien der Torpedoboot-Flottiils bis Eltville entgegen, wo unter lautem Jubel die Le enseitige Begrüßung erfolgte. Auf dem ersten Torpedoboot e and sich SemeKonig- liche Hoheit der Großherzog. An den Ufexn des Flusses bildeten die Bewohner der einzelnen Orte Spalier und begrußtkn die Torpedoboote mit lauten Hoérufsn und mtt B,öllerschiiffen. Yi Biebrich hatten die Zög inge der Untcxofftzierschule niit & ufik am Ufer Aufstellung genommen. Bei der Ankunft m Mainz erreichte der Jubel den Höhepunkt; vom Festungs- wall wurden Saints üffe abgefeuert, Militär und Vereine standen am Ufer des Heines, und eine unabschbare Mensckxn- menge begrüßte die Gäjta mit Tücherschwenken und stürmischen Zurufen. Die Besaßung wurde von beni Stadt- koinmandanien, Generalmajor vpn Zastrow begrußt, sodann erfolgte die Meldung der Offiziere bei dem Gbuverneur, Generalleutnant Baron von Collas, 1velcher h_„crzltche Worte der Begrüßung an dieselben richtete. Den Offizieren wurde

icrauf in der StadthaUe ein Ehrentrunk kredenzt. Später ?olgten die Of ziere einer Einladung des Großherzogs zum Diner im Gro hcrzoglichen Schlosse. '

Gestern Abend fand in der Stadthalle Ju _Mainz aus Anlaß der Anwesenheit der Torp-édoboots: oiiille ein von den dortigen Kriegervereincn verunstalteter ommers statt, an welchem etwa 3000 ersonen, darunter die Spißen der Militär: und er Zivilbehörden, theil- nahmen. Der Ncgierun, Stati] Lochmann brachte „einen begeistert aufgenommenen rinksprucb auf Seine Maxestät den Kaiser und Seine Königliche Hoheit den Großherzog aus. Der Bauratb Kuhn begrüßte die Gäste namens der Stadt. Der Kapitänleutnant Funke erwiderte mit herzlichen DankeSworten für den glänzenden Empfang.

Elsaß-Lothringen.

Seine Majestät der Kaiser, AUerhöchstwelcher Sich, wie „W. T. B.“ meldet, gestern Vormittag um 11 Uhr von Kurzel mittels Sonderzuges nach Dcnant-les- onts begeben hatte und dort von dem Bezirks-Präsidcntcn reiherrn von Hammerstein empfangen worden war, besuchte daselbst die Bildhauerwerkstätte dcr Meßsr Kathedrale und sodann die Kathedrale selbst. Seine Majestät nahm das Frühstück bei dem Bezirks-Präsidenten Freiherrn von Hammerte'm ein und kehrte um 3 Uhr Nachmittags nach dem Schlosxe Urville zurück. Zur gestrigen Abendtafel daselbst warqn ämmiiichc anerale der Garnison von Metz und der Bezirks-Präsident ge aden.

Oesterreich-Ungarn.

_ Ueber den Verlauf der gestrigen Sißung dex öster- reichischen Delegation liegt folgender Bericht des W. T. B.“ aus Budapest vor:

Nach dem Exvoié des Ministers des Aeußern Grafen Golu- owski erklärte der Delegiete Slama, daß die Delegaten der

[er?en gegen das Budget des Acußern stimmen würden. Dieses able nende Votum berube einerseits auf “dem voiisten Miß-

.trauen gegenüber deni Grafen Golucbowskt, andererieits auf dem Mißtrauen ge en die von ibm verfolgte Richtung der auswärtigen Politi. Der Yedner warf dem Grafen Golucßowski ein systematisches inareifen in die inneren Ver- ältni e Oesterreickps vor und bezeichnete ibn als den Urheber der Auf- ebun der Sprachenverordnungen. Slama besprach sodann das erb liniß Oesterreicb-Ungarns zu Deutschland und Rußland und

„Maffenausweisungen czechischer Arbeiter aus Preußen betreffe, so könne

dem Einvernehmen mit Rußland eine Garantie für die Erbaktuna des Friedens. Der Redner meinte,daß durchdie Vorgänge der leßten Tage dieses Einvernehmen gestört werden könne. Er besprach sodann die Ausweisungen böbm scher und polnischer Arbeiter aus Deutschland und bemerkte, daß am Vorabend der Reise des Kaisers Franz Joseph nach Berlin underte dieser Arbeiter aus Deutschland vertrieben worden seien. Der ednet fragte den Minister, welche Schritte in dieser An elegenbeit unternommen seien, und regte ferner Repressalien für den Fall der Erböbung des deutschen Einfuhr- zolls auf böhmische Biere an. Der polnische Deleairte Graf DzieduSzicki sprach dem Minister des Aeußern volles Vertrauen und Anerkennung aus und richtete einen Appell an die streitenden Völker O-ssterreichs, einen biUiHen AUSgleich zu schließen. Der Delegirte Kozlowski kam au die Frage der Außwanderung aus Oesterreich zu sprechen, regte die Schaffung neuer Konsulate Thorn an und befürwortete die Anbahnung von mit Rußland behufs einer Konvention über die Wei selschiffabrt, ferner die Regulierung der Weichsel und die Lrlängerunq der galizischen Bahnen nacb Tomasiew und Warschau. Der Redner klagte über die Ausführung der Veterinär- konbention, regte ein internationales Uebereinkommen zum Zweck des Arbeiterschu es und der Regelung der Arbeitszeit an und betonte die Notbrvendig eit der Bildung einer mitieleuroväisthen Zoilliga und der Einschränkung der AuZWeisungen auf solche Personen, welche bis innere Ruhe störten. Der Delegirte "Demel erklärte. seine Partei sei stets bereit, iür die Herfteüung des inneren riedens ihr Mögiickpstes zu thun. Gegenüber dem Delegirten Slama emerkte der Rxdner, da[; alle Parteien Oesterreich und auch die Mehrheit des czeZtschen Vo ks die gegenwärtige Politik Oesterreichs biili ten, sobaß Osama vereinzelt dastebe. Der Redner besprach bieraizf den eine!) des Kaisers Franz Joseph in Berlin, bob hervor, daß die Vmebungsn zu Rußland bie besten seien, und regte eine Vereinigung der Kontinentalftaaten gegenuber d_er_ Wirth- scbaftspolitik Großbritanniens und Amerikas an. Der Minister des Aeußern Graf Goluchowski trat den Ausführungen, des Dele irten Slama entgegen, welche den Thatsachen nicht ent- sprä en. Er habe schon wiederholt die Behauptung von [einem Em- greifen in die innetpolitischen Verbälmisse Oesterreicbs zuruckgewiesen, trotzdem werde dieselbe immer wieder vorgebracht ,und von einem KriegSzustande zwisehen den Czecben und dem Minister „ge- sprochen; zum Kriege gehörten aber zwei, under babe keins Lust, Krieg zu führen, habe auch niemals etwas gethan, was die czechiscbe Nation schädigen könne. Wenn Slama die Besorgmß zum Außdruck gebrach habe, die innigen Beziehungen zu den Verbündeten könnten bxwirken, daß die Mittellinie, welche er - der Minister ;- seit Jahren ein- zuhalten bé'stkkbt gewesen sei, nämlich di:, leichjeittg gute Beziehungen zu den Verbündeten und andexen Nachbar aaten ju pfl: en, verlassen werde, so bemerke er, daß Slama wobl weder der * nspcache_ des Kaisers, noch seinen vorherigen Ausführungen die nötbige Aufmerksam;- keii zugewendxt babe. Denn in beiden werde mit „auer Dxutiichkeit betont, daß das Ailianzverbältniß eine höchst erfreuliche Erganzung in den guten Beziebun en su Rußland und anderen Staaten finde, und daß das ständi e Ve eben der gemeinsamen Regierung darauf gerichtet sei, diese KonZeÜaiion zu erhalten. .Slama babe weitex bemxrkt, daß in Bulgarien und Serbien keine Sympathien fur Oester- reich mebr vorhanden seien; wenn Slama das so verstehe, daß es das Ziel der österreichischen Politik sein_ soll:, dort Parteien zu Lebaffen, die für Oesterreich arbeiteten, sss musse er -- ber Minister -- agegen hervorheben, daß das M: en des Uebereinkommens mit Rußland eben darin besiebe, eine Einmischung in die „inneren Ver- bältniffe der genannten Staaten auszuschließen. Gerade hierdurch werde die Möglichkeit von Zusammenstößen vermieden. Was die angeblichen

in Oppeln und Verhandlungen

weisungen aan; vereinzelte seien. Der Minister bespra mehrere einzelneFäüs und wies nach, daß bei diesen der Grund der usweisung nicht die Nationalität der betreffenden Arbeiter gewesen sei. Uebrigens babe die Auswanderung (;alizischer Arbsiier nach Deutschland beteits einen soicbm Umfan angenommen, daß sie zu einer wahren Kala- mität geworden sei. ?qu Slama's Aufm e wegen der Erhöhung des Zolies auf böbmisckpes Bier in Deutsch and bemerkte der Minister, daß es sich vorläufig nur um den Beschluß eines Ausschusses handle, und daß eine Reklamation gegen diese Ma regel auch nicht erhoben werden könne, da der Zoll auf Bier ni t zu den v::trZJSmaßig festgelsgten Positionen gehöre. Bei den Verhandlungen uber die Erneuerung des Handelsverirages wsrde sicb ubrigens Gelegen- heit bisten, über diesen Yunkt, wie auch uber die von anderer SLite berührte Veterinär- onv-ntion sich auszusprechen. „Schließ- lich stellte der Minister in Aussicht, daß es bald möglich sen werde, mit der Schaffung bon neuen Konsulaten in einem rascheren Tempo vorzugeben. Der Bericbxersiaiter Marqms de Bacqusbem bob nochmals den Empfang des Kaisers Franz Joseph in Berlin als ein Zeichen der intimen Bsziebungen und der vertrauensvollen Freund- schaft der beiden Herrscher und Kaiserböfe, wie auch als Untervfand für die Festigkeit des Bundesverbäiiniffes hervor, und beantragte schließlich dem Grafen Goluchowski das Vsrtrauen dxr Dele- gation auskusprecben. In der hierauf folgenden Spengldebatte wurden sämmtliche Titel des Bud ets des Aeußern „an- genommen. Im Laufe der Debatte espracben dix_ Delegtrten Koslowski und Slama nochmals die Aubweisungen aus Deniscbland. Der Minister des Aeußern Graf (GoluchowSki crwiberie: wenn Slama immer wieder auf Massenausweisungen zurückkomme, so könne er ibn nur ersuchkn, ibm svxjielieFäÜenambaft zu machen; er werde alsdann nicbt säumen, die nbtbigkn Erhebungen einzuleiien. Wenn die Ausiveisungen mexft polnische oder böbmxicbe Arbeiter t-äfen, so dürfe man nick)! Vergeffen, daß aus Oesterreich isst nur slaviicbe Arbeiter nacb Dkutscbland gingen. Von einer differen- zieiicn Behandlung nach Nationalitäten könne also nicht die Rede sein. Die Sißmg wurde sodann geschlossen.

Die Subcomités der Quotendeputationen ver- einbarten gestern die Beibehaltung der Quote von 34,4 und 65,6 Pro ent. Diese Abmachung wurde bom Plenum der österreichiéchen und der ,ungarischen Deputation, welche sofort zusammentraten, gcnehmtgt._ . . _ ' '

Unter dem Vorfiß des osterreichtsxhen Unterrichts-Mimsters von Zartel hat gestern in Wien eine Enqnizte, betreffend die eform des hoheren Madchenbildungs- und

Schulwesens, begonnen.

Großbritannien und Irland.

Der König von Schweben und Norwegen stattete estern der Universität CambridÄe einen Besuch _ab. Aller- Zöchstdersclhe wurde mit großer egeisterung empfangen und erhielt den Titel eines Doktors der Rechte.

In der gestrigen SißunÉ des Unterhauses'machte, d_em „W. T. B.“ zufolge, der taatssekretär für . die Kolbmen Chamberlain die Mittheilung, daß er keine Nachrtcbxen aus Kumas s i erhalten habe, welche späteren Datums seien als diejenigen, die am le ten Montag amtlich bekannt gemacht worden seien. s sei kein Grund zu ber Annahme vorhanden, das; die Garnixon Gefahr laufe, uberwältigt zu werden. Er ho e, der "Ausland werde niedergemorfen werden, sobald die weiteren Verstärkungen, die ab esandt worden, in Kamassi ein etroffen sein würden. Cham erlam brachte sodann die Vor age, betreffend die gemeinsame Verfas- sung der australischen Kolonien, ein' und sagte, die Vorlage bedeute einen wichtigen Schxiu vorwarts zu der Organisation des britischen Reichs. Werde die Vorlage angenommen, so werde Australien einen gemein- samen Tarif, ferner reihandel zwischen den Kolonien und eine gemeinsame erwaltung der Landesveriheidigun

er nur auf die amtlichen Erhebungen verweisen, denen zufol-Ze die Aus-

Auftraliens sowohl wie Großbritanniens lie e. Na Rückblick auf die Geschichte der föderativen kIBAN? ck “W Chamberlain, daß die Zusiimxnuna zu dem Vorsck) a in

Vorlage, welcher sich auf _dte Berbfung (Zu den Hebei Nati) beziehe, zu Komplikationen fuhrxn konnepund für die Einheit, des Reichs schädlich sein „wurde. DW Regierung ersuche das Haus, die Vorlage dabm zu verbe ern, daß der gegenwärtige Appellhof beibehalten werde. Die egierung habe die Verschmelzung des richtkrlichen AuSschuffes des Geheimen

m Anspruck) nehmen, da die verschiedenen Kolonien um ihre Meinun daher vor, dem

911": Ernennung je eines Repräsentanten

ebensläng1ichch Peerschast. erhalten. Sir Henry Campbell Bannerman be küßte die Vorlage, verwarf aber-die von der Regierung vorgcsgslagene Abänderung. Die Opposition werde sich bemühen, die elbe durcb Einbringung eines Gegenamende- ments u modifizieren. Nach mehrstündiger Debatte Wurde schließliZ) die erste Lesung der Voriage angenommen. Im weiteren Verlaufe der Sisung genehmigte das Haus die dritte Lesung der Marine-Rcserve-Bill.

Frankreitb. Nach der amtlichen Feststellung der Ergebnisse der Stick)- wablen zu den *Ukunizipairäthen smd dieselben, wie „W. T. V.“ berichtet, in den meisten großen Städten, so'jn Lille, Lyon, Nimes, Saint-Etienne, Montpellier, Tours, Poitiers, Nantes, Rochefort, Bourges und Besangon, zu Gunsten der Republikaner ausgefallen.

Türkei. *

Wie das Wiener „Telegr-Korresp.:Vureau“ aus Kon"- stantinopcl meldet, hat der Sultan aus Anlaß der Ver- mählun dsr PrinzessinMarie von Griecheniand mit dem Gro fürsten Geor', Michailowitsch dem Konig von Griechenland telegraphiqsch seine Glückwünsche ausgesprochen, Dsr König erwiderte mit herzlichsten Dankesbezeugungen. Die griechische Gesandtschaft in Konstantinopel über: reichte gestern sämmtlichen Botschaftern das angekündigte Memorandum über die Frage der Konsularkonveniion. Das Memorandum beleuchtet ]ene Punkte, welche zu Meinun s- verschiedenheiten Fmischßn den riechischen und den türkis en UnterhändlernAn gegeben ha en,uno b-xsagt, daß, da eine direkte Einigun nicht habe erziclt werden können, die gricchifcheRegicrung emäß cJem betreffenden Artikel des Friedensvertrages bc- ?chloffen Habe, bebuxs Herbeiführung einer Lösung das Schieds- gericht der Botscha ter anzurufen. Gleichzeitig uberreickxte die griechische Gesandtschaft der Pforte eine Note, in der rie die erfolgte Ucbergabe des Memorandums an die Botschafter bekannt giebt. _ , Der gestrige Ministerrat!) beschäftigte sich abermals mit dsm französisch :syrischen Eisenbahnpro1ekt. Der Entwurf der betreffenden Konvention wurde dem Sultan zur Sanktion unterbreitet, Serbien. Wie „W. T. B.“ aus Belgrad meldet, ist der frühere Minister Tauschanomitsch wegen Urkundenfälschung zu MY Jahren Kerker 'm leichten Fesseln verurtheilt worden, do wurde diese Strafe mit der von ihm noch zu oerbüßemen neunjährigen Gefangnißstrafe in elf Jahre Kerker in leichten Fesseln zusammengelegt. Asien.

Der „Times“ wird aus Peking gemeldet: Die Kom- missare, die von der chinesischen Regierung ernannt worden sind, um Vorschläge zur Revision des Zolltarifs

auszuarbeiten, würden vorschlagen, daß für dxe Ausfuhr- zölle der Saß von 5 Proz. 80. 78101'6111 beibehalten werde;

*dageqen sollten die Einfuhrzölle von weni er als 5 auf

15 Proz. 30 7310113111 erhöht werden, da die 2ikinsteuer und alle weiteren die Einfuhr treffenden Steuern abgeschafft worden seien.

Afrika. -

Aus Pretoria vom 12. d. M. meldet das „Neuter'sche Bureau“, daß die Buren Mafeking an dem genannten Tage lebhaft mit GeschüÉ- und Gewehrfeuer angegriffen (Zutritt. Das Eingeborenen- iertei sei durch Feuer, das dur eme Granate verursacht war, zerstört worden. -- Das Vexbot der Einfuhr von LebenSmitteln iiber die Delagoa-Bay werde in erster Reihe die gefangenen Engländer treffen. Zuerst werde" nun .den Buren Lebensmittsl verabfolgen, dann den Angehorrgen der neutralen Mächte und zuleßt erst den Gefangenen.

Demsclbcn Bureau wird aus Kroonsiad vom 12, d. M- gemeldet: Der Präsident Steixn habe sich nach Heilbron- nicht nach Lindley begeben und Heilbron zur neuen Hauptstadt erklärt, Ueber 400 Burgher hätten ihre Waffen aus eliefert. In Kroonstad und in der Umgegend verlautk, die JTransvaalburen konzentrierten fich am Vaal-Fluise- Der General Sir Revvers Buller meldet amtlich, es sei ihm gelungen, die Biggarsbergpässe zu forcieren. Die Beseßung von Dundee werde demnächst erwartet.

Aus Stonehill Farm (Natal) vom gestrigen Ta e be- richiet das „Neuter'sche Bureau“: Nach einem viertägigen arsch in östlicher Richtung bis zum Fuße der Helpmakaar- ok)?"- die die Front und den linken Flügel der feindlichen „teiluni? bildeten, gri die zweite Brigade am Sonntag den Feind an der linken [anke an. Lord Dundonald's Kavallerie b,?- drängte die Buren im Zentrum, während Lord thhunes berittene Infanterie auf dem äußersten rechten Flugel gegxn PchZroy vorging. Der Feind wartete ]edoch den Angkl ni t a . '

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Parlamentaristhe Nachrichten. .

Der Bericht über die gestrige Sivung des Reichs tages befindct sich in der Ersten Beilage.

- In der heutigen 194.) Si ung des Neichstqges- welcher der Staatssekretéxr des Innern, Staats - MMW“ 1)r. Graf von Posadowsky und der Staatsfekretar is Reichs-Marineamts, Staats-Minifter, Vi «Admiral T irp 1“ beiwohnten, stand zunächxt die zweite esunÉ des Ges?

sagie, die

Czecben hätten niemals gespannte Verhältnisse oder gar Feindschaft mit Deutschland verlangt. Anderctseits erblickten sie in

haben. Die Regierung glaube, daß die Vorlage im Intere e

entwurTs, betreffend de militäri che tra rechts- pflege m Kiautschou-Gebiete, auf er-Tageßor nung-

UUI ia *, , nahme ick

Raths mit der Appell-Gerichisbarkeit des Hauses der Lords eiw . gehend erwogen. Aber eine solche Veränderung würdevisl Zeit ;

befragt werden müßten. Sie [ ;! aufe der Lords unverweiltf einensDZY; ür Canas ustralien, Süd-Afxika und Indien als Mitglieder des (GY : heimcn Raths auf sieben Jahre vorzulegen. Disse neu*.n Mit: ? lieder sollten auch als 1.40r(1§ 01“ 3.956,31 tbätrg sein und die

Der § 1 des Entwurfs gelangte unverändert zur An-

u ? 2 [(F ein Antrag der Ab g. Bassermann 2Zul.), E Tos (fr. olkSp.), Kirsch (ZentrZ und Rickert (fr. ag,) vor: em (Hesxß einen Zusaß zu c en, wonach dasselbe einst-

weilen nur bis zum 1. Januar 1 tn Kraft bleiben soll.

Nachbxm der Abg. Bassermann diescn Anika aus den schon in der ersten Lesung entwickelten Gründen empLZohken hatte, wurde derselbe ohne weitere Erörterung in dieser Fassung angenommen.

Darauf begann die zweite Beraihung des Entwurfs eines See-Unfallverstchernng-deseßes auf Grund der Be- schlüs e der )()(1. Kommission.

n der Debgtte betheiiigten sich bis zum Schluß des Blattes der Geheime Obe'r-Re ierunquatb im Reichamt des Innern CaSpar und dieN gg. Molkenbuhr (Soz.) und Stadthagen (Soz-)-

.- In der heutiqen (67. Sißung des Haus es der Abgeordneten, welcher der _ iinister der öffentlichen Arbeiten von Thielen beiwohnte, theilte zunächst der Px-äsidcnt von Krocher m1t, daß er von Seiner Majestät dem Kaiser und König, o_on Jhrsr Majestät der Kaisorin und Königin und von Seiner Kaiserlichen und Köni lichen Hoheit dem Kronprinzen„beauftragt worden sei, dem Jause den Dank für die Glückwunsche zur Großjährigkeitserklärung des Kron- prinzen anSzusprechen. Sodann trat das Haus tn die Tages- ordnung em.

Das Maybat bes Abg. Schweckendieck, voriragenden Rat s im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, wird durch die erlcihun des Charakters als Wirklicher Geheimer Ober- Regierungsrat mit dem Range eines Raths erster Klasse auf AZWV der GeschäftSUrdnungskommission für nicht erloschen er ärt.

Es folgt die Verlesung “der Interpellation der Abgg. ])r. Hirsch (fr. Vp.) und Genossen:

„Welche Maßregeln beabsichtigt die Köni liche StaatSregierung zu ergreifen, um die durch Versandung verurßacbte Sperrung des Memeler Hafens, durch welche der Handel und die Schiffahrt der Grenzstadt Memel und die Lebensintereffen ibrer Einwohnerschaft gefäbrilsdeztt WWW“ zu beseitigen und deren Wiederkehr für die Zukunft zu ver u en

Nach der Begründung der Jnterpeilation durch den Abg. Dr. Kri e er-Konigsberg (fr. Voiksp.) wird dieselbe von dem Mini ter der offentlichen Arbeiten von Thielen beantwortet und damit für erledigt erklärt.

HieraufÖelangt der Antrag der Avgg.Krause-Dawil1cn (kons.) und enoffen zur Berathung:

.Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die Könialiche StaatSregierung zu ersuchen, für den baldigen Ausbau der Süder- mole bei Memel die erorderlichen Mittel verfügbar zu machen.“

Dieser Yntrag Wird nach längerer Debatte der Budget- kommisfiqn- uberwwsen.

(Schluß des Blattes.)

Statistik und Volkswirthfthaft.

Die Eisenbahnen der Erde.

Das Ciscnbgbnneß der Erde hatte, wie wir einer im Maibeft des „.Aräpvs ur Eisenbahnwesen“ zum größten Theil auf Grund amtlicher Que en egebenen U:bersicht entnehmen, am Ende des Jahres 1898 eine Lanze von 752 472 icin erreicht, eine Längs, die das 18Zfachc des Erdumfanqs am Aequawr (40 070 km) noch um mehr als 1000 km übertrifft und nahezu dem Doppelten der mittleren Enifernung des Mondes von der Erde (384420 km) gleichkommt. Bei “dreier Längengngabe „sind nur die Bahnlängen gerechnet, die Gletslanae ist bet den vielen 2- und mebrqleifigen Eisenbahnen, die sich namentlich in Europa und in Nord-Amerika finden, eine noch be- deutend größere.

_ _Von der qesammien Babniänge der Erde kommt Mehr als die Halfte - 386 732 km -- auf Amerika. Dann foigt Von den Erdtbeiien bas an Flächeninhalt nur etwa X von Amerika umfassende Europa rnit 269 743 km, biernakh Asien mit der im Verhältniß zu der g-walnzen Flächengröße dirses Crdtbeils sebr eringen Länge von 55 605_ km, Australien mit der Verhältni ig wesentlich Nroßeren Lange von 23 334 km und endlich Afri a mit der sowohl in Ganzen als im Verhältniß zur Fläche kleinsten Zahl von 17 058 km Eisenbahnen.

Wie Amerika unter den Erdtbeilen, so stehen die Vereiniqten Staaten_von Amerika unter den Staaten in BLM auf die Eisenbahnlange obenan; sie zählten am Schluß des Jaßres 1898 299 911 Luxx. Dann folgen das Deutsche Reich mit 49 560 km, das europäische Rußland einschließlich inlands mit 42 535 km,

rankreich mit 41 703 km, Britijch- stin dien mit 35 384 ]::m,

esterreich-Unaarn einschließlich von BoSnien und Herzegowina mit 35113 km, Großbritannien und Irland mit 34668 km.

Im erbältntß zur Flächengröße ist das Königreich Belgien, in dem 20,6 km Eisenbahnen auf je 100 qkm Fläch-z kommen, das mit Eisenbahnen am besten außgeftaitete Land. NW dkesem folgen das Königreich Sachsen mit 18,6 km, das Groß- bkkioqtbum Baden mit 12,5, Elsaß-Lotbringen mit 12,2,

roßbritannien und Irland mit 10,9, das Deutsche Reich im Durchschnitt mit 9,2, die Schweiz mit 8,9, die Nieder- lande mit 8,8, rankreich mit 7,9 km Eisenbahn auf je 100 qicru F äche. Die übrigen europäischen Länder sind mit Egenhabnen im Verhältniß zu ihrer Flächen- ansvebnunz syarlicher auszerüi'iet, die kleinsten ablen baden

ußlanb mit 0,8 und Norwegen mit 0,6 km tsenbabn auf qkm. Von den außereuropäisckjen Ländern stehen in Bezug, auf dieses Vexbältniß die Vereiniqten Staaten von mertka mit 3,8 ]xm Ei enbabn auf 100 qkm obenan, danach Klam Portngiesiscb-Indien und die australische Kolonie iktoria mit je 2,2 km, alle übrigen Länder zeigen wesentlich kleinere Zahlen, B In Bezug auf das Verhältniß der Eisenbabnlänge zur Kevölkerungszabl steht die dünnbevölkerte australische wolonie Queensland mit 88,3 km Eisenbahn auf je 10000 (Fm- 8.li-butt obenan. Dann folgen die Kolonie Süd-Australien mit B-l km, der Oranje-Freiftaat in Süd-Afcika mit 63,8 km, kitisch-Nord -Amerika mit 51.7 km, die Kolonie Neu- keiland mit 48,6 km, Neufundland mit 45,3 km, die Ko- dTUen Viktoria und Taömanien mit 43,0 und 42,8 km, bebVereinigten Staaten von Amerika mit 42,6 km Eisen- Öf" auf je 10 000,Einwobner. Wesentlich kleinere Län en kommen die gleiche Einwohnerzahl in den europäischen L ndern, wo miétlveden mit 20,4 km obenan steht. Danach folgen die Schweix und dM, Dänemark mit 11,3, Bayern mit 11,2, Frankreich mit 1as Gwßbmogtbum Baden mit je 10,9 Elsaß-Lotbringen wc 0.8, das Deut che Reich im DurÉscbnitt mit 9,5, Nor- gen mit 9,3 ]:m isenbabn auf je 10 000 Einwohner. vom E“ Zuwachs, den die Eisenbahnlänge der Erde in der Zeit betta nde des Jahres 1894 bis Ende 1898 erhielt, bat 64 967 km raumge1n' Dieser uwacbs ist um 4605 km größer als der im Zeit- 1892 b893 bis 18 7 und auch grö er als der in den Zeiträumen ßärtst is 1896 und 1891 bis 18 5. Verbältnißmäßi die bahnee Steigerung haben in dem letzten Iabrfünft die Fisca- n von Asien und Afrika au zuweisen. In Asien macht

Transkasvien beleaenen Eisenbahnen geliend, Cbina wird wo in den nächsten Jabren mehr in den Vordergrund treten. 3er Afrika ist der Eisenbahnbau der englischen Kolonien im Jahre 1898 stark borgescbritten. In Australien hat sich in den legten Ja teu das Eisenbahnney nur wenia_ vermebrt; in Süd- und Mittel- merika findet man emen fast vollitändiaen Stillstand; das Ney der Bahnen der Vereinigten Staaxen bat sich um etwa 3000 km vergrößert, ein im Betalen!) mit fruheren, weiter xurückliegenden Zeiten geringer ZZFYSs'einJm Jahre 1899 sollen dort wieder etwa 7000 km gebaut Den größken Fortschritt imJabrfünft 1894-98 weit Ru - land mit 6975 km neuer Eisenbahnen auf. in Oestserreicß- Ungarn wurden 5075 km, im Deutschen Reich 4098 km neuer Eisenbabn-n aebaut, in Frankreich betrug der Zuwachs nur 1724 km, in Großbriiannien nur 1077 km. Zieht man in Er- wägung, welcbe For_tichrttte in den lehren fünf Jahren in Deutsch- lqnb, in kriter Lime in Preußen, der Bau von Kieinbabnen (dre m der Zusammensteaung fehlen) gemacht hat -- yon denen (1119171 in Preußsn seit daI Inkcafttreten des Kieinbabngeseyes vom 28. Juli 1892 bis mm 30. September 1899 5906 km theils gebaut, theils ge- (111357532? LWL ;, sFrßtiebbtfiF, NF dlixs Dextiche Reich hinter keinem e er ? tm em usau snes - mitteYlFizZ:ri"zßckgx:Zliei)erc1b ist, s Reyes bon Verkehrs ! er uwa s an Eisenbahnlänge der Erde seit 1890 n Jahr zu Jahr betrachtet, so er iebt fiel) aus der nachstehenden ZI:- chtztmjfinzßsiiliäng, Fkk; dderselbeicxrxixLZaZre 1825 kmit 13156 km ( 1,9 0/9) r g en an erre a e an n den daran :) 2

Jahren stetig wieder in die Höhe gegangen iii. f f lg "de"

Gesammte Zunahme gegen das Vorjahr

Eisßnbaxoxnldänge im (?(anzxn in Prozent

er k ? 111 Ende des Jahres 1890 . . 615 927 19 843 1891 . . 635 891 19 964 1892 . . 654 528 18 637 1893 . . 671 893 17365 1894 . . 687 505 15 612 1895 . . 700 631 13126 1896 . . 716 393 15 762 1897 . . 733 789 17 396 1898 752 472 18 683 2,

Zum Zwecke der Berechnung des auf die Eisenbahnen der Erde verwendeten Anlngexapitals , die nur näherungsWeise möglich ist,_ sind im „Archiv fur Eisenbahnwesen" Angaben über die in v-xr- schiedenen Ländern auf die Eisenbahnen verwendeten Geldbeträge zusammenaesießt. und zwar getrennt für Eisenbahnen in Europa und in aubereuropaisckpen Ländern. Danach ergaben sicb als Kosten für 248 233 kuZ Eisenbahnen in Europa 71998000000 «ji oder dumb- scbnittiieb fur 1 k.“) 290 042 .“ Wird dieser Durchschniitspreis für a11e Eisenbahnen in Europa zu Grunde gelegt, die am Schluffe des Jahres 1898 im Venikbe waren, so eraeben sich als Aniagikapitai dex europaischen Eisenbahnsn 290 042ck(269 743 = 78 236 799 206744 Fux die Eisxnbabnen der übrigen Erdtbxile ergeben sich in gleicher Weise Anlagekosten von 146159 )( 482 729 = 70 555 187 911 .“ ZKM ksind zutammen 148791987117 .“ oder rund 148,8 MiÜiarden

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Zur Arbeiterbewesung.

Die Maschinenfabrik Vulkan (Akt.-Ges.) in Berlin bat, der „Dt. W.“ 'zufylae, wegxn fortgesetzter Störung des Betriebs durcb Lohnstreitmkeiten ihre sämmtlichen Former und Gießerei - arbeiter entlassen und die Gießerei geschlossen.

In Breslau haben, wie dex ,Voff. Zig.“ mitgetheilt wird, gekäenttaufend Bau- und Möbeltischler gestern die Arbeit nieder- ge eg . '

Nach einer Meldung der .va. Ztg.“ sind in einer größeren Buchbinderei Leipzigs aegen90 Arbeiter und Arbeiterin n en infolge Ntcbteinbzltens des Lobntarifs in den Ausstand gstreten.

In (Gent ist ein Weber-Ausftanb ausgebrochen, der sich, wie die „Köln. Zig.“ erfährt, seit dem 12.5 M auf sämmtlickye Baum- wollfabrtren erstreckt. Die Zabi der Ausständigen beträgt an 5000. Eine Anzahl von Fabrikanten erklärte, , ch einem aus Ar- beitern und Arbeitgebern zu bildenden Schißdsgkrtcht unterwerfen zu wollen; - In NinoVe sind gleichfails sämmtlichs Baumwoll- webereten geschloffsn. Die doctigen Arbeitgeber bewilligten eine Lobnerbobung von 20 %, dock) vsriangen die Ausständigen mehr. (Vergl. Nr. 283/1899 1). Bl.)

Kunst und Wissenschaft.

4. 11. In der jüngsten Versammlung der „Brandenburgia', Gesellschaft fürHeimatbkunde, tbeilte zunächst derVorsißende, Gebeiuze Regierun Sratb, Stadtratb Friedel, u. a. mit, daß Seine Majestat der Kai er und König der Gesellschaft ein Wsrk über die alte Römerveste Salbnrq bei Homburg zum Geschenk gemacht babe, dessen Stadium allen sich für vatecländiscbe Geschichte Interesfisrenden zu cmvfeblen sei.

Den Vortrag des Ab-nds bielt 1)r. Zacbe, der bekannte Forscher und genaue Kenner der Urgeschichte seiner engeren H.im1tb, dcffxn verdienstiiabes, Wklk die sehr anschauliche „geologische Wind“ im Humboldt-Ham ist, über das Tbsma .Die märkischen Seen“. Die Seen unserer_Mark, so begann der Redner, sind nicht nur ein bübscbxs Schmuckiiück derselben, sondern auch ein nüsliches Siück ibres Inventariums; denn Menscbsn, Thiere und Pstmxen ziebsn Vortbkil von ihrem Vorhandensein. Dörfer, Städte, Schlösser und Villen sind yon den ältesten Zsiten bis zur Gesenwart an ihren Ufern Und sogar in ihren Finthen entstanden. Es waren mannig- fache Umstände, welche die Ansiedler herbeilockten: ursprünglich das Vedürfniß nacb Schuß, nach Trinkwaffer für Mensch und Vieh, aueh der Vorrath von Nahrung, den für alle Fälle die Waffertbiere dar- boien, in neuester Fit das Bedürfniß ,nach Erholung und frischsr Luft. Auch die 5 fixmenwelt bevorzugt die Seen , ja sie begnügt 1ch nicht mit der Uferzone , sondern wandert in das Wasser inein und zwar zonenartig und Verschieden tief. Auf den äußsren Gürtel des Schilfes folgt die Binse, jenseits derselben die Seerose und die W::fferranunkel. dann die untergetaucbten Pflanzen, Hornkraut und Laicbkcaut, ganz zuleßt die am Boden nicht mehr fest- gehaltenen Pflxnzen, der Waffkrstern. Wasserschlauch, diz Wafferiinse. Mit dem Hineinwandern in den See ändern fick; die Organe der Pflanzen. Die leichtere Befriedigung ihres Durstes läßt bei der Binse die Blätter gänzlich verschwinden und an dem lederartigen Blatt der See- rose die zablrsicben, an der Oberseite anderer Blätter vorhandenen Saug- öffnungen. Die eine oder andere der untergetauchten Pflanzen, an sich schon interessant dadurch. wie sie ohne die Beihilfe von Wind und Insekten das Geschäft der Fortpflanzungk ihrer Art besorgen, sind erwiesene Fleischfreffer, indem sie den [einen und kleinsten Krebsen Fallen stellen und sie sich assimilieren. Doch, so stark auch der Aufent- halt der flanzen im Wasser ibre Organe beeinflußt, so ist der Unters ted zwischen Luft- und Waisewfianzen doch ver- bältnißmäßig gering gegen den fiÖ zwischen Luft- und Waffertbieren er ebenden. Hier giebt es viel zahlreichen Stufen. Die erste echte assereinrichtung ist die Schwimmbaut zwischen den Zehen, womit die Vögel sich dem Waffe: anpassen; das eigentliche Kritxrium des Wassertbiecs aber sind die Kiemen. Zwischen diesen ,Wafferliebhabern“ und den echten Waffertbieren steht eine große chppx, ' ebildet aus verschiedenen Ordnungen des Tbierreichs, welche nur in t rer Jugend Waffertbiere sind, wie z.B. die Lurche und verschiedene Insekten. Der Redner gab an dies er Sie e seines Vortrags, begleitet von Zeichnungen und Präparaten (darunter eine Sammlung „ausxxestopfter ische, wenn dieser Ausdruck für das Konservierungsverfa ren zuläs g ist), eine große Fülle höchst interessanter biographischer Einzelheiten, von denen wir nur folgende hervorheben. Dieünte ist nicht nur durch ihre Schwimmbaute ein typischer Bewohner des Waffers, sondern auch

Residenz-Tbeater bai sich hierdurch erworben, als es 5191)": nur MM? Gelegenheit gab, den eigenarti en e

vermögen,

Niedrigkeit umb

Grade ifi der Taucher für das Waffe: veranlagt und dein- entspmhend für das Land so wenig, daß» er beim Laufen die el zu HUF nimmt und vierfüßig läuft. Auth der Schaukel der 8 ;: “yz el t durch die Kämme und öcker an seiner Wurnl dgfür einge tet, bei der Einnahme fester abruna aus dem Wasser dieses abzusondern uno berauslaufen zu lassen. Höchst wunderbar ist die Tbatsa , daß die Frösche, obgleich im Quappenzustande die „flinkften S wimmer, in ihrer s äteren Entwicklung die Wasser- oraane vollständig verlieren, Da viele Insekten ibre Brut im WZffer sichern, hat seinen Grund im Fehlen der Kälterückfchläge im Frubijr, die in der Luft den Insekten bäufiq tödtlicb werden. An:!) emacbt nach dem Winter das Leben im “W:: er früher als in der Luft. Von auSgebildeten Insekten leben indeffen vie weniger im Waffkr, als man nach dem aUSaedebnten Gebrauch, den sie für die Erziehung ihrer Lercn davon machen, glauben sollte. Es giebt z. B. nur wenige Schmimmkäfer„ welche vollkommene Wafferorgane, Schwimm- borsten und Ktemen - Tracheen, besißen und in der zugespitzten Form ihres Leib-s dem Element, in dem fie wohnen, an- gepaßt sind Ganz dem Waffe:: angebörig ist von allen Insekten nur der Krebs, von seinen roßsn Formen an bis herab zu den fast znikroskovtscben, die man_ aum mehr als Krebse erkennt. Er ist durch den BMI von Kiemen für das Waffer drädkövonikkk; seine Panzerung macht tbn_ gegen die Angriffe der stärkeren Wassertbtere gewappnet. Sem Geich1echt gehört wahrseheinlich zu den älisften Erdbcwobnern. Wafferbewobner par 6:061161106 und nicht wie andere auch zugleich zux Noth für den Landaufcntbal: ein- gerichtet, sind die Friebe. Das Wesen ihres bxsondßren Waffexorganes, der Kiemen, besteht darin, unter Mitwirkung des Ktemdeckels besxändig große Mengen Wasser an den Aibmungs- öffnungen vorbeizufubren, um jenen das nötbige Luftquantum zu ent- nehmen. Dem Leben im Waffer angepaßt ist der flache, vorn und hinten zugespiyte Körperbau des Fisches, sein Skhwanx, seine Floffén; letztxre aber sind viel yeniger FortbetvsaungSorgane, als man glxubt,

da tm Schwanz das eigentliche Organ für Fortbewegung sowohl als

Steuerzmg gegeben ift. Eine der wgnderlichiien Erscheinungen in unsern

Seen iit der Stichling, weil er sich ahnlich einer sebr entfernten, aver un-

ähnlich seiner nahen Verwandifcbaft ein Nest baut. Endlich geschah

noch der Muscheln und S:!)necken Erwähnung, an denen die märki-

schen Seen allerding; nicbt überreiib sind: der Teich- und der

Wandermuschel, so genannt, Weil sie im Wege passiver Wmde-

rung durch rukfische Flößer sich von Osten nach Westen verbreitet

haben, der Teuerschnecke 2c; -- Der zweite Theil des Vortrags um-

iaßte die _geologiscbe Seife des Stoffes. Naeh der heutigen

Ansicht unserer Geologen „steht das Vorkommen unserer S an

in' engem Zusammenhang mit der Vergletscberung der norddeutschen

Tiefebene. Der Redner hat jedoch eine Bcobacbtung smacbt, welche

ihn zwingt, amansbmen, daß auch tektonische Kräfte Fei der Heraus-

bildung iznferer heimischen Landschaft mitgewirkt haben. Die Schichten

der Erbrxnde verschieben KY beständig gegen einander, sodas: Gsbirge .und Tyaxer, enxfteben. adurch treten an der Oberfläche und

in den Stetnbrucben sogenannte Verwerfungslinien hervor, welche

in den ngirgigen Tbxilen unseres Vaterlandes eine große Rolle

svielen. . Solche Linien sind nun vom Redner auch in den Tbon- und

Lebmfcbtcbien bkobachiet worden, welche den undurchläsfigen Boden

aller unsersr Seen-biiden, nämlich in den Ziegelei-Gruben in der

Nackpbarxchaft des SÖarmnßei-Sees bei Fürstenwalde, und haben ihn

dazu gefuhrt, diesen See als eine Einsturjrinne anzusehen. Auch diese

mit dem größten Jntereffx aufzenommenen Mittheilungen wurden an

mehreren Zeichnungen erlautert.

Land: und Forstwirthschaft.

Getreidemarkt in Genua.

Der KaisZrlicbe General-Konsul in Genua beri tet unter dem 8. MHR. Ylgekndes:l. f [[ ck

er art.!)erie im a gemeinen ziemlich rubi , bei uter Kaufbust namentitch in der Lombardei und in Venetigen, mog die Vorkatbe an einheimischer Waare stark ia; Abnehmen begriffen sind. Die Eröffnung der Schiffahrt_ im Azowssben Meere blieb obne Einfluß auf den Gang der Gckckpafte und auf die Preise. Das Interesse der Käufer konzentrierte fich ausschließlich auf prompte, Paare, ch die Berichte über den Saatenstand in Italien im allgemeine) befriedigend lauten. In Sizilien soÜen dicehtcißrnteausfickoten sebr gunstig jein und zu schönen Hoffnungen be- re nen. '

Obwohl erfabxunsxssemäß die, Berichte über den Saatenstand um diese Jahreszeit inc das wirkliche Ernieergebniß durchaus nicht maßgebend jino,.so wirken sie dennoch auf die Stimmung der Käufer. Unter diejem Etnflußmacbte sich auch auf den italienischxn Märkten eine Tendenx 13 15. 138-1886 geltend, und die Preise gingen in der zweiten Monatsbälfte um F-ä Frank_en zurück.

Es wurden Lebandelt: Hartweizen P. 10,(6 Fr. 18,62Y-18,25, szme Odeffa/Krtm P. 10 bis P. 10,08 Fr. 175/8-16,75 je nach Q19lität, thrka/Ulka Nicolajew P. 9.30 Fr. 1625-157/8, Donau- Weizen Fr. 1700-1550, je nach Qualität und Naturalgewicht; NNdamerckantsckoe Viamtoba Nr. 1 Fr.167/s, La Plata SIMS"? Frangaise Fr. 16,75-1650, aber, wie bereits oben bemerkt, alles per pxompte Abladunq, da siti! niemand für spätere Termine engagieren wtli, in der Meinung, spater billiger anzukommen. Mais ist sebr fest: Rumänische Cinquanti-Cotire beute Fr. 1450-1425, Donau- Mais Fr. 12,50, L4 Plata-Mais Fr. 12,00, Zucker festere, Mai/Iuni Fr. 29.00, Oktobxr/Denmber Fr. 26,25.

Am 30. Apxti d. I. stellten sich in Gknua die Getreideboträtbe und die Preise fur den Doppelzentner, wie folgt:

. unberont inländisch Weichweizen 38 300 (17. 15,75-16,75 Goldfranken 25,50-26,00 Lire Xrtweizen 30 250 17,75-«18,75 28,00-28325 5_ ais . 3200 11,00-14,00 . 1550-1625 Rufer . 5600 12,00-12,25 , 17,75-18,00 oggen . 1000 , 14,00 - _ _-

Verkehrs-Anftalteu.

L_aut Telegxanxm aus Oberhausen (Rhld.) ist die erste englische Post uber Vlissingen vom 14. Mai wegen

Siurms anf See aUSgeblieben, und laut Telegramm aus Ko1n(Nl)ein) hat die zweite englische Post über Ostende yon dexnselben Tage den Anschluß an Zug 31 nach Berlin uber HildeSheim aus dem gleichen Grunde nicht erreicht.

Emden, 14. Mai. (W.T.B.) Das Kabelschiff der

Deutscb-Atlantischen Telegraphen-Gesellschaft hatte bis heute Mittag FaisPxeilen Kabel außgelegt und passierte Mittags die Seilsy- n e n. -

Theater und Musik.

Residenz-Tbeater. ' In einer Matinée am Sonntag kamen drei Einakter des schwedischen

Schriftstellers A u sgiu st S t r i n d b er g , welcbe bisher in Deutschland noch nicht zur Dar ' liebe“ und ,Debet und

ellung gelauÉten,d j-n y;)nsnielleschen é?hwei ckck M att erb

re '.t“ e ino n in eine“ Heimaibiand gegeben worden sind,: erstmalig zur Aufführun ,s Da insofern ein literarisches erdienst

Autor auf der deutschen Bühne, nnen zu lernen. Man wird a er an seine Werke, die weder zu erwärmen noch zu begeistern mit widerstrebenben Gefühlen herantreten, und wie von schwerem eeltfchen Druck befreit, wird man sich von ihnen wenden und cbfirFYXg'k itdai? ckth Ki vx! soelZZii Trfabkxerdier _ S o n : onne e 14 un sx- Ftübling [KM- G1ÜckÜchMoeise smd die Menschen aber nur selten so

durch die hintere Stellung ibrer Weine, die ihr trefflich zu steuern,

der fortschreitende Ausbau der biriscbea Bahn und der in

aber zu Lande nur zu watscbeln erlaubt. In noch höherem

erbärmlich wie die Stß'cndberg'scben AuslG an derselben- Dies n. so stark angcvrästsn PessimiSmus kann smcm wohl, Inf "