1900 / 116 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 15 May 1900 18:00:01 GMT) scan diff

...,“ “„U-„„My. qi»»«„qqd- , ...T.,„:„. ' “..-- ,„Z -.

«CM FMM «;;-;;»; „“

Ansprucko auf R_ente mehr habe, wenn sein Zustand fi!) erheblich verschlechtert! wurde.“

In § 853. (Anlegung der Bestände der Berungendffen- schaften) wird auf Antrag des Abg. Freiherrn von Rt t- hofen bezüglich der L_lniegu'ng in ypotheken-Pfandbrieen der Vorbehalt, daß daruber dre Geno enschafiSversammiung zu beschließen haben soll, anal0g_ dem Beschlusse beim Gewerbe- UnfailverficherungSgesch geytrichen. _

Nach § 87 (Erlaß von UnfaUverhutungsvorschrifien) find die Verufsgenoffenscbaften befugt und auf Verlangen des ReichS-Verficherunzsamts verpflichtet, Vorschrifien über die Vsrbütung von Unfälien zu erlassen.

Abg. Freiherr von Richt_bofen beantragt, die Verpflichtung zum (Erlaß derczriiger Vorschrisien zu streichen, da in der Landwirt!)- Fchsatfi, die Verbaltmffe lange nicht so schlimm lägen wie in der In-

u rte.

Abg. Hoch (Soz.): Allerdings liegen die Verbäliniffe anders, fie liegen nämiicb in der Landwirtbscbaft bezüglich der Unfallverhütung viel schlimmer als in der Industrie. Gerade in der Landwirtbschaft herrscht auf dem_ Gebiet der Unfallverhütung eine geradezu unerhörte VkrnacbiasfiJUng. Die Mißstände sind so schreiend, daß schon im Jahre 1895 von Reichswegen durcb Zirklear- verfügung eingeschrinen wurde. Eine Reibe von landwirtbsckpaftltcben Berufsgenonensckoaften hat damals auch solche Vorschriften erlafien. Damals hat auch der Staatssekretär von Boxtticher diele Verfügung des Reicbs-Verficherungsamis gegen die Angriffe der Vertreter 'der Landwirtbfcbaft vertbeidigt; beute werden wir das ja allerdings nicht mehr erleben. Leider hat das Neicbs-Vetficbsrungsamt gar keine- Exrkutive, und so ist denn im (Ganzen die Wirkung jenes Erlaffks eine geringe geblieben. Es muß dieser Behörde durchaus die in dem Kommissionsvorscblage gegebene Befugniß übertragen werden. Wenn der Freiherr von Richthofen jetzt einfach erklärt, solche Vorschriften eigneten sich nicht für die Landwirtbfchaft, so schafft er durch Mit Behauptung die bestehenden Mißstände nicbt aus der Welt.

Staatssekretär des Innern, Staats-Minister 1)1'. Graf von Posadowsky-Wehncr:

Meine Herren! In erster Reibe möchte ich für den Antrag ein- treten, die betreffende Bestimmung zu streichen. Denn die Verhält- uiffe der Landwirtbschaft sind in Bezug auf die Unfallverhütungs" vorschriftcn wesentlich andere als die Verhältnisse des gewerblichen Lebens. (Sebr richtig! rechts.) Es hat sich gezeigt, daß der Versuck'- allgemeine Vorschriften der Unfaiiverbütung für die Landwirthscbast zu erlassen, nicbt geglückt ist, schon aus dem einfachen Grunde, Weil die Verhältniss der Landwirtbscbaft in den einzelnen Theilen Deutsch- lands volikommen verschieden find. Wenn Sie sich aber nicht ent- schließen können, dem Antrags des Herrn Freiherrn von Richthofen statt- zugeben, so muß ich bier doch die Ansicht aussprechen, daß sich die Thätigkeit des Reichs-Verficberungsamts immer nur darauf beschränken könnte, die Berufsgenossenschaften zu veranlassen, da, wo durch bestimmte Einrichtungen und Verhältnisse Unfälle noiorisch herbeigeführt sind, Sicherungsmaßregeln zu beschließen, daß aber die

, Führung in der Frage unzweifelhaft bei den Berungenoffenschasien

bleiben muß. (Sehr richtig! rechts.) Die Berufscxenoffenschaften ihrerseits müssen dafür zuständig bleiben, durch welche Unfaüver- bütungsrorschriiien die vorkommenden Unfälle zu bekämpfen und zu ver- büten sind. Denn um Unfallberbütungsvorscbriften zu erlassen, muß man, glaube ich, inmitten des praktischen Lebens sieben, sonst liegt die Möglichkeit sehr nabe, daß man aus der Amtsstube beraus Vorschriften eriäßt, die sich im praktischen Leben nicht ausführen lassen und lediglich auf dem Papier stehen bleiben. Es würde also gerade umgekehrt, wenn diese Bestimmung angenommen würdk, das Reichs-VetsicherunJSamt fich darauf zu beschränken haben, seinerseits Anregungen zu geben, daß gegenüber bestimmten Unfälien überhaupt UnfaÜverbütungsvorscbriften zu eriaffkn sind, abrr die Gestalt, die Form, in der diese Vorschriften zu erlassen sind, muß von den Vor- ständen der Berufégeroffenfcbast und von der Berufßgenoffenscbafi srlbsi bestimmt werden. Ich meine also, die Führung in der ganzen Sache muß aus dringenden (Gründen der Praxis bei den Vrrufs- genoffenschafien verbleiben,

Abg. Gamv: Jch babe seiner Zeit die Anregung des Reichs- Versicberungsamts, daß die landwirtbscbaftlicben Berufsgenossen- schaften Unfallverbütunasvorscbriften erlassen sollten, nicht bekämvft, sondern nur diejer-izen Unfallberbütungstwrscbriften, welche das Reichs- Versicbrrungsamt als .Normale“ zur Einführung emvioblen batte. Diese waren vielfach lediglich Produkte des grünen Tisches, wie es der Staatssekretär soeben selbst zugegeben bat. Das Reicbs-Ver- sicherungsamt ist damals bei seinen Entscheidungen weit über die Grenzen, welche ihm die Gesetzgebung 3on, hinausgeaangen. Die Vermehrung der Betriebsunfäae erklärt fich zu einem Theile daraus, Laß vielsiaé die Betriebsunternebmer mir in die V3rsicherung ein- e en n .

ngbg. Hocb: Bei dem damaligen Vorgehen des Reichs-Versiche- rungsamts konnte niemand annehmen, daß die als Muster vorgelegten Unfallverhütungsvmschriften nun auch überal] zur Einführung aelangen sollten; die Gencffenschaften sollten vielmehr das ihnen Passende daraus entnehmen; beute siLUt Herr (Samy die chbe wesentlieh anders dar. Sckoon die große Zahl der Unfälle beim landwirtbschaft- lichen Maschinenbetriebe macht den Erlaß von Unfallverhütungs- vorschriften in der Land- und Forstwirtbscbait zur unbedingten Notbwendigkeit. Wenn fich unter den Momenten für die Zunahme der VetriebSunfälie auch die Fahrlässigkeit der Betriebsunternebmer befindet, so genügt das schon, um die Vorschrift des § 87 in der Kommissionsfafiung zu rechtfertigen, aber freilich, bier gilt es ja wieder einmal, den Junkern einen Gefallen zu erweisen.

Staaisxekretär des Innern, Staats-Ministcr 1)r. Graf von §Yosa owsky-Wehner:

Meine Herren! Ick möchte zunächst dem Herrn Vorredner doch dringend ratben, das Gewerbe der Landwirtbicbaft nicht immer mit dem Begriff ,Iunker' zu identifizieren. (Sehr wabr! in der Mitte und rechts.) Die Landwirtbscbaft isi ein Gewerbe wie ein anderes und unterscheidet sich nur dadurch von anderen Gewerben, daß es ganz unzweifelhaft infolge der ganzen modernen Entwickelung mit den qiiergrößten Schwierigkeitén zu kämpfen hat (sehr wabr! aus der Mitte und rechtS), aber mit dem politischen Begriff .Junkertbum' bat die Landwirtbschast meines Erachtens gar nichts mehr zu thun, und was die Bekämpfung meiner Ausführungen betrifft, so muß der Herr Abgeordnete nicht ganz gehört haben, was ich gesagt babe. Daß auch Unsallverbütungsvorschriften in der Landwirtbscbaft nötbig sind, ist unbestritten, und ist von keiner Seite bisher bezweifelt worden; aber es ist ganz außerordentlich schwierig, bei der Verschiedenartigkeii der landwirtbscbafilichen Be- triebe, bei der Verschiedenheit der Betriebsweise, die mit der Gestal- tung der Bodenverbältniffe, der Bauart der Gebäude 11. s. w. xu- sammenbängi, Unfaüverbütungsvorschrifien, die wirklich praktisch sind und nicht nur auf dem Papier sieben, zu erlassen. Ich kann Ihnen ein Beispiel hierfür anführen, die UnfaUverbütungsvorschriften für den Gebrauch der Siede- oder Häckselmaschinen. Bei der Unfall- ansfielluug bier in Berlin war zwar eine ganze Reihe von Siede-

odet Häckselmascbinen, wie man wobl in Süddeutschland sagt, mit Unfaüverbüiungsvorricbtungen aufgestellt. Sebr bäufiz kommen bei solchen Maschinen Unfälle vor; es ist aber unendlich schwer, etwas Praktisches auf diesem Gebiet zu finden. Soviel ich weiß, ist bis jest noch kein praktisches Mittel, diese Unfälle zu verhüten, trotz aller Versuche der Fabrikanten, gefunden worden. Stellen Sie sich vor, daß die Häckselmafchine eine Maschine ist, die der kleinste Bauer bai. Sehr oft hat der Mann nur einen nicht sehr gut erleuchteten Raum, wo die Maschine aufgestellt ist. Damit hängen auch vielfach die Unfälie zusammen. Weil die Leute bei der Maschine nicht gut sehen können, passierten häufig die Unfälle. Der an der Maschine beschäftigte Mann stopft mit der Hand das Stroh nach, aber er greift zu weit hinein, und hierbei werden ibm die Finger abgeschnitten. Meine Herren, _zu scheiten ist also sebrieicbt; es kommt jedoch darauf an, wirklich praktische Einrichtungen zur Unfallverhütung zu schaffen und nicht einen Beruf zu vxrdäcbtigen, daß er inbuman handle und seine Pflicht nicht tbue. (Sehr richtig! rechts.)

Also, daß Unfallverbütungsvorschriften für die Landwirtbschaft erlassen Werden müssen, ist ganz klar; aber es hat sich bei den Normal-UnfaUVerbütungsvorschriften des Reicbs-Verficberungsamis gezeigt, daß si“: für die meisten Gegenden Deutschlands unhaltbar waren. (Sehr richtig! rechts.) Jeb „hab? mit seiner Zeit die größte Mühe gegeben, sie auszuführen; aber sie waren zu sebr aus der Amtssiube beraus gemacht obne genügende Berücksichtigung der verschiedenartigsn praktischkn Varbäitniffe. ch babe das nur auSgefübrt, um einer bureaukratiscben Behandlung der Sache vorzugreifen. Daß das ReichZ-Versicherungßamt die Pflicht hat, darauf hinzuwirken, daß, wo sich notoricb häufig Unfäiie ereignen, aueh die nötbigen UnfaliverbütungSvorschrifien erlassen Werden, ist unzweifelhaft; aber die Form, wie fis erlaffen werden, die Aus- gestaltung, muß in den Händen der Berufsgenoffensäpaften bleiben; denn nur diese haben die praktische Kenntniß, um Unfaliverbütungs- vorschriften zu erlassen, die nicht nur sebr human in der öffentlichen Meinung aussehen, sondern auch geeignet sind, wirklich Uniäile zu verhindern. (Brady! rechts.)

Abg. von Waldow und Reißenfiein: (35 können ibai- sächlich nur in der Landwirtbschafi stehende sachkundige Leute solche Vorfebriftrn erlassen, man muß daber den Erlaß dieser Vorschriften den Berungenoffensckpaiten anbeimftellen; das Reichs - Versicherungs- amt ist dafür nicht kompetent.

Abg. Molkenbubr erklärt, er finde es befremdend, daß von

dem Staatssekretär des ReichSamts des Innern jeßt Angriffe gegen eine andere Bkbökdk, das Reichs-VersicberungSamt, gemacht werden.

Staatssekretär des Innern, Staats-Minister 1)r. Graf von Posadowsky-Webner:

Meine Herren! Ich stelle zunäcbii fest, daß es der ganzen Be- bördenorganisaiion nicht entspricht, daß ein Gegensaß zwiscbkn dem Reichs-VetsickperunZSamt und seiner vorgeseßien Behörde bestehen könnte, oder daß eine vorgeseßte Behörde Angriffe gegen eine nachgeordnete Behörde richtete. Nehmen Sie mir das nicht übel, das ist eine pbaniafievoüe Darstellung, die Sie gemacht haben. Im übrigen kann ich nur erklären: ich habe feststellen wollen, daß die all- gemeinen Vorschläge für die Regelung der landwirtbschastlichen Unfal]verbütungsvorschriften, die alierdings von dem Reichs- Verficherungsamt, wie ich glaube, sogar unter Aubörung land- wiribscbaftlicher Sachversiändiger, gemacht sind, sich im größten Theile Deutschlands als nicbt ausführbar erwiesen haben, und ich babe daraus folgern woÜen, daß diese Vorschriften mit außerordentlicber Vorsicht zu bandbabkn sind, wenn sie praktische Erfolge haben sollen - und darauf kann es Ihnen doch nur ankommen - und daß infolge deffen der Schwerpunkt der ganzen Ausfübrungen dort liegen muß, wo die praktische Kenntniß der Dinge ist: das ist bei den Berufsgenoffen- schaften. ch babe darauf gehalten, diefe Ausführungen bier zu machen. um eine Grundlage für die künftige Auslegung dieser gesetz- lichen Bestimmung zu geben.

Abg. Roesicke-Deffau: Mit dem Kommissionsbeschlu wird dem Reichs-Verficherung60mt ja durchaus kein besonderes orrecbi eingeräumt. Von den 48 landwirtbschaftliäoen Berungenoffenschaiten haben bis jeßt nur 7 solche Unfalivubütungsvvrfcbriften erlassen.

Der § 87 wird gegen die Stimmen der Rechten und der Reformpariei unverändert angenommen. „'

§ 90 (Ueberwachung der Betriebe) wird ohne Diskussion in einer den Beschlüssen zweiter Lesung dem Gewerbe:Unfal]= verficherungsgeseß entsprechenden Fassung auf Antrag des Abg. Freiherrn von Richthofen angenommen.

Der Rest des Geseßrs bis § 133 einschließlich wird ohne erhebliche Debatie im wesentlichen nach der in der Kommission beschlossenen Fasjung angenommen. . _

Die Kommission hat ferner zwei Resolutionen vor- geschlagen: _

1) den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, bei den verbundeten Reaierungen dahin zu wirken, daß die von den höheren Verwaltungs- bebörden für die land- oder forsiwirtbsOaftiicben Arbeiter fesiÄgTese ten durchschnittlichen Jabresarbeitsverdiensie möglichst bald einer evi ron untersogen werden;

2) die verbündeten ngierungen zu ersuchen, bei der dem- näcbftigen Revision des Krankenversicberungsxzesexes in Erwägungen darüber einzuneten, wieweit die in land- und orsiwirtbschafilicben Betrieben beschäftigten Arbeiter der reicbsgeseyiisben Kranken- versicberung zu unterstellen find.

Abg. Stadthagen Soz.) befürwortet einen Antrag der sozialdemokratiscksen Abg . ' [brecht und Genossen, anstatt der Resolution 2 folgende esolution anzunehmen: ,Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage baldigst einen Geseßentwurf vorzule en, durcb welchen die in land- und forstwirtbscbastlicben Be- trieben ?owie als Grfinde beschäftigten Arbeiter, soweitdieselben nicht der reichSgeseßlicben oder einer gieichwertbigen [androgesetzlicben Krankenver- sicbetungspflicbi unterliegen, einer reictheseviicben Krankenversicberun ;- pfiicbt unterworfen werden.“ Redner brbt namentlich die Notbwendig eit der Vetxcherung des ländlichen Gesindes bewor. Die bloße statu- tarische akultät, die jest bestehe. habe sich als nutzlos erwiesen; aber auch der KommissionSantrag gebe nicht weit genug.

Die Resolution Albrecht und Genossen wird abgelehnt, die von der Kommission vorgeschlagenen Resolutionen gelangen zur Annahme.

Der Entwurf eines Bau-Unfallversicherungs- geseßes ist in der Kommijsron ohne_Aenderung angenommen worden; Anträge lie en auch zur zweiten Lesung nicht vor. '

Auf Antrag es Abg. Roesicke-Deffau werden die Kommisstonsbeschlüffe 011 11100 angenommen.

Darauf wird die Vertagung be chlossen.

Schluß egen“ 51/2 Uhr. 'Nä i_te Sißun Dienstag _1 Uhr. (Vor ane, betreffenddte militärische trafrechtspflege m Ktautschou; SewUnfaUversrcherungsxzeseß; Nachtrags-Etats.)

Literatur.

„Rabel Varnbagen', ein Lebens- und Zeitbily Otto Verdrow. Mit 12 Vildniffen- Verlag von Greinervox Pfeiffer in Stuttaart. Preis „geb 7 „jé, geb- 9 '“ _ Mit feine" Verständniß und liébevoiler Hingabe bat es der Verfasser verftanye aus dem ibm zugänglich gewordenen, reichhaltigen Material in dem yok liegenden Werk eine eingehende Schilderung von Rabel von Varn- baqen's Bedeutung für ihre Zeit zu geben- Er zeigt, wie sie durch die li-benswürdigen Eigenschaften ihres edlen Herzens die hervorragenzßu Männer und Frauen der GSM» und Geburtßartsiokratie in ihrem Salon um sicb zu sammeln und durcb innige Freundschaft an ß zu ketien vsrmocbte und entroÜt gleichzeitig vor unseren Akgen durch die verschiedenen Elemente, die den Verkehr in ihrem Hause suchten, ein Bild von kulturgescbicbtlicber und litxrarische: Bedeutung, wie es feffelnder kaum gedacht, werden kann. gab wobl keine Frage von tieferen! Werth; die in jenem Salon nieht erörtert u'nd nach den verschiedensten Serien bin beleuchtet worden wäre. Rabel ielbst, eine in ?ck so abgeschlossene Persönlichkeit, die des Lebens Höhen und Tiefen ermessen bqt, und dx: nichts Menisk- lichrs fremd geblieben, ist wobl tm stande, m ierr Eigenart das höchste Jnterxffe aucb jkßi noch zu erregen; ja, wir muffen geradezu staunen wie sie in dem Flug: ibrer Geda'nkeq' ihrer Zeit weit vorausJeejsé war, sodaß viele ibrer Aussprüche rote fur die Gegenwart grscbriebeu erscheinen. Das erk, welches auch in seinem_vornebmen GSWande weitgehenden Anforderungen genügt, maß daher als eine für jeden denk§nden Leser sebr interesante nnd geistig anregende Lektüre bezeichnet wer en.

-- Aus der Geschichte der Reichsstadt Mühlhausen in Thüringen. Von Yrofeffo: 1)r. Eduard Heydenrei , Archive:; der Stadt. Mit 11 Holzschnittrn undö Lnbtdrucktafelu. alle «S„ Otto Hendel. Pr. 3,50 „M - Eo giebt wenig tädie i:: Deuts en Reiche, die so alt sind und deren Entwickelung jn rechtii er und voiiSwirtbscbaftlicber Hinsicht so deutlich sich in den äußerst reicbbaitigen Quellen der Archive nachwetken läßt, wie die Stadt Mühlhausen in Thüringen. Der Verfaffer zeigt uns diese Entwicke- lung von der ältesten urkundlichen Erwähnung der Stadt, die bereits in das Jahr 775 fäiit, bis in die Reformationßzeit, in der die Wirren des Thomas Münzer die beba liche Woblbabenbeit der Burgerscbaft vernichtete, Diese Woblbaben eit rief am Ende des Mittelalters eine lebhafte Bautbätigkeii hervor; noch beute ist Mühlhausen dureh den Reich. tbum an interesanten aitertbümlicben, kirchlichen und profanen Bauten vor den übr gen Städten des Thüringer Landes ausgezeichnet. 'cydenreich s !ldert diese Bauten unter Zieigabe von Holz- cbnitten. Dcr eicbtbum des mittelalterlicben Mublbausen spiegelt sich auch in seinem Münzwesen. Eine Reihe von _Bracteatcn mit dem Kaiserbilde, don spätern Münzen mit dem Mubleisen, dem alten Wabrzeichen der Stadt, sowie zw-i Medailien aus dem 18._ Jain. hundert mit Ansichten von Mühlhausen sind auf einer Munztafel ab;;ebildei. Eine Siegeltafel führt uns in die Geschichte der städtischen Verwaltung und der in Mühlhausen zahlreich vertretenen Innungen ein. Außerdem sind nvei Gesammtansichten der Stadt aus verschiedenen Zeiten, Aufnabmen der Archivgewölbe und eines Archiv- fensters sowie die Grabplatte des Bischofs Kerstan bon Samiand, der in Mühlhausen geboren ifi, die dortige Untermarktskirch gxgrundet bat und in dieser begraben liegt, beigegeben. Alle diese Tafeln smd sorgfältig in Lichtdruck hergestellt; Das Buch darf Freunden deutfcher Städiegescbicbte warm empfohlen werden.

- Die Lieferungsausgabe des großen Prachtwerks ,Das IUZ. Jahrhundert in Wort und Bild“, Politische und Kulturgeschichte von Hans Kraemer in Verbindung rnit bervor- ragenden Fachmänncrn (Deutsches Vsrlagsbaus Bong u. (Co., Berlin;

Von den leßtersckjienenen Heften behandelt das 50. die Vorläufer der gegenwärtigen Pariser Ausstellung. Der von dem Geheimen Regie- rungsratb, Professor Reuieaux verfaßte Absibnitt giebt eine anschau- liche Uebersicht auer Veranstaltungen dieser Art nebst ibren bemerkens- wertbesten Besonderheiten, von der ersten internationalen Aussieiiung, die im Jahre 1851 im Londoner Hyde- ark(KtysiaU-Palaf1) stattfand, bis zu der glanzvolien Völkermesse in bicago. Als Beilage ist dem Heft ein charakterifiischer farbiger Faksimiledruck eines Pariser Piakais von dem Meister dieser modernen Kunst, Jules Cberet, beigegeben. Im folgenden Heft wird eine durch Druckproben vorzüglich iiiufiriert: Erläuterung des Dreifarbendrucks gegeben. Den übrigen analt bildet eine Darstellung der Entwickelung der Heilkunde in der zweiten Halfte des vorigen Jahrhunderts, jener großen Epoche, welche durch die Namen Lister, Virchow, Koch, Viklrotb, Graefe gekennzeichnet wird, aq! der Feder des Berliner Universitäts-Dozenten Professor Dr. Pa e_l. Pte weiteren Lieferungen bringen nicht minder interesante bicbmtte über die epocbemachenden ForschungSreisen des vorigen Jahrhunderts (von Dr. Karl Weule), die an wiffenschafilichen Ergebnissen so reichen Ausstabungen (von Dr. Hubert Schmidt) und die umwalzendcn Ent- drckungrn auf drn Gebieten der Physik und Chemie (von Dr. Albert Neuburger). - In einer der leßten Lieferungen macht das Bong'!chk Verlagshaus ferner die interessante Mittheilung, daß dasselbe_ sicb _ent- schloffen bat, den drei ersten Bänden des Werks einen gleichartigen Suvplement-Vand folgen zu lassen, der vorwieaend die Pariser Weitaussiellung und daneben den Krieg in Süd-Afrika_be- handeln wird. Es ist wohl nicht daran zu zweifeln, daß auch disse! vierte Band allseitig nüt Beifall begrüßt und dieselbe Verbreitung finden wird, wie seine Voraänger.

- Vollständiges Ortbograpbisches Wörterbucb-der deuts chen Sprache mit zahlreichen kurzen Wort- und Sach“ erklärungen und Verdeutschungen der Fremdwörter von Dr. Konrad Duden, vanasial-Direktor. Naa) den neuen amtlichen_Rezeln- Sechfi e, verbesserte und vermehrte Auflage. Verlag des Bibliographi- sÖen Instituts in Leipzi und Wien. In Leinwand gebunden, Preis 1 „ck 60 Ö. - Diese ?ecbste Aufla : des wohlbekannten Hxndbutbi zeigt in mannigfackzer Hinsicht eine rweiterung des analts, weiche durcb eingreifende Neuerungen der leßten Jahre erforderlich gewordsk ist. So haben namentlich die neuen Fachauwrücke aus dem Burßet- lieben (Heseßbucb und die Neuerungen der Felddiensiordnung Anina me

efunden; aber auch sonst ist aus der lebenden Sprache und Literatur

Jerangejogen worden, was deffen wertb schien. Die Verbefferungeq find inßbesondere den Wort- und Sacherkiärungen zu,gute „gekommen, eine eingehende Durchsicht haben auch die Angaben uber die Hexkunst der Wörter erfahren. Das Buch wird sonach auch iy dieser neuen Angabe ?ck als ein nützliches und zuverlässiges Nachjchlagewerk bk“ wa ren.

- Feld- und Manöverbegleiter für Unterofsziert all er W af fe n (Auszug aus der Felddienstordnung vom1.Januar19003- Verlag von Gerhard Staliing in Oldenburß. Pr. geb- 65 -e3- 8“- 85 „_3. - Dieses handliche kleine Buch entb it eine gedrängte Ueber- sicht des Inhalts der neuen Felddienstordnung und will de'" damit noch nicht Vertrauten zeitraubendes Nachschlaxen _ersvakks- Da aiies für den Dienst des Unteroffiziers nicbt unumg ngllcb NN ' wendige fortgeia en und das andere in knapper, augen ä i FM" gegeben ist, so it das Zurechißnden in den vxrschiedenen wesentlich erleichtert, und es laßt sich jeder etwa aufsteigende 3 an der Hand dieses Felddienfjbegleiters sofort bebeben. .

- Das Maibeft 1117. Jahrgangs 1900 der „P hotograpb MF; Rundschau“, Zeitschrift für Freunde der ébotogravbie (“beraden gegebsn und geleitet von 131“. R. Neubau in Berlin iUkb wiffenschaftlicben und technischen Theil und Ernst Zahl in Ham "ZZ fiir den künstlerischen Theil sowie unter besonderer MitwirkunZ vici Cb. Scolik, K. u. K. Hofpbotograpben in Wien, Pgul von Miau in Konstantinopel und anderer hervorragender Fachmanner; Verefn von Wilhelm Knapp in Halle a. S.; jährlich 12 Heft!! mit Trxt - Abbildungen und !unfibeilagen; Pr. des H 1 .“) bat fol enden Inhalt: Eine neue, D von Dr. Ed. ming; Ueber die amerikanische arapbie, von Sadakicbi Hartmann; Ausländische Umschau; Kleine Mittheilungen; Bücherssbau; Erläuterungen Zunft“ Tafeln und Textbildern; Fragekasten; Vereinsnachricbten- ““

[ beilagen: Tafel 18. Aufnahme von R. CickemeVer in New York-

60 Lieferungen zu je 60 „Z) nähert fich mehr und mehr dem AbsÖlUß.

",' : vüre von Meisenbalb Riffartb & Co. in Berlin; Tafel 19. FL, me von Alfred Stiegliß in New York; Tafeln 20 u. 21. Auf- nab!!!“ von R. Eickemeyer in New York.

Handel und Getverbe.

im Reichöamt des Innern zusammengestellten (Las de:'Nacbrichten für Handel und Industrie".)

Winke für die Ausfuhr von Nägeln.

Nach der Kavkolonie kommen Nägel hauptsächlich aus Gros;- hritannien, Drablsiifie auch aus Belgien, Deutschland und Amerika. Gebraucht werden: gewöhnliche Nägel von 14, 2, 21 und 3 engl.

„11 Länge, Brettnägel von 2, 21 und 3 Zoll und Drahtstifte von

2; und 3 Zoll. Die Kavkoionie selbst hat keine Näseifabriken. Örettnä el kosten je 100 engl. Pfund 14 Schilling- Weizöllige Draht- ßefte ko en 16i Slch111ina und smeteinbaib- sowie dreizöliige Drabi- stifte 15 Sebiliing 1e 100 Pfund. Aus Großbritannien werden die Nägel in Fässern eingefuhrt, aus Belgien in bölzsrnen Kistén und aus Amerika in Säcken; man kann indessen nicht saaen, daß irgend eine Verpackungsart bevorzuat würde. Die bei der Einfuhr von Nägeln entstehenden Unkosten find die folgenden: 1) der Einiubrzoü beträgt 719/41 des Fakturenwertbes, 2) Dyckgebübren 2? Schilling für die Tonne zu 1000 e_nal. Pfund, 3) Lörch- und Ablieferungs- oder Nieder- [agegeldkr 4 Schilling die Tonne, 4) Maklergebübr 1%.

In Egypten Werden im allgemeinen Nägel belgischsn Ursprungs recht begehrt, während die Nachfrage nach framöfiscben und en lischen Fabrikatea geringer isi als früher. Neuerdings soll inde en die deutsche Einiubr gewinnen zum NaÖtbsil der belgischen; auch sind „rößere Auftrage in [ester Zeit nach Amerika aegangen. In der Hauptsache verspricht ein billiger Preis am meisten Erfolg. Es werden swöbnlicb Drahtstifte von 2 bis zu 20 0111 besieiit, die gangbarsten

orien sind indeffen stachköpfige Nägel von 3, 4, 5, 6, 7 und 8 0111. Die Preise sind sehr verschieden. Der Einfuhrzoll beträgt 80/9 vom W::tbe. die Spesen „&a/a.

Süd-Ausiralien kommt nur für die Einfubr von Drabistiften in Betracht, da nach anderen Nägeln Wenig Nachfrage ist. Stifte mit kegelförmigen: Kopie werden den fiachköpfiqen vorgezog-en und in alien Größen und Starken (Von 1 bis 6 Zoll Länge und von N:. 4 bis Nr. 16 stark) verlangt. Man nimmt an, daß der Ein- fuhrzoll von 2 Pfund Sterling für die Tonne zu gering ist, um den Bau einer ?abrik im Lande zu ermöglichen. Die eingeführten Nägel und Schrau en kommen hauptsächlich aus Großbritannien, Deutsch- land, Victoria, den Vereinigten Staaten und Belgien. Die ameri- kanischen Nägel geben vielfach Grund zu Klagen, weil die Köpfe viel zu leicht abbrechen. Die Preise schwanken sebr; durchschnijtlich wurden in le ter Fit für die Nummern 5, 7 und 8: 10 Gb., Nr. 9 und 10: 11 b., r. 11: 12 Gb., Nr. 12: 14 „Ski., Nr. 13: 15 SH„ N:. 14: 16 Sh. und Nr. 16: 20 Sb. bezahlt. In diesen Preisen find Ablieferung in der Kolonie, Einfuhrzoll und alle Unkosten ent-

en.

In TaSmanien herrscht bauplsäch1ich Nachfrage nach Nägeln uud Stiften für Bauzwecke und zur Herstellung von Obstkiften. Zu le terem Zwecke nimmt man Drahtstifte Nr. 14 und 15 von 113011 Lnge oder Nr.12, 13 und 14 von 1§Zoil Länge. Zu anderen Zwecken werden Stifte mit kegelförmiaen Köpfen bevorzugt. Jm ießten Jahre erreichte die Einfuhr einen Werth von 6295 PLd. Sterl.; daran_ betbejliat waren: Victoria, Neusüdwales, Grof; ritannien, Deuticbland, Amerika und die Niederlande. Der Einfuhrzoll beträgt ZurSLYiltUL Pfd. Sterling 10 Schilling die Tonne und das Werftgeld

! ng.

Weft-Auftraiien hat nach der Statistik für das abgelaufene Jabr Nägel, Stifte, Bolzen, Nieten und Krampen im Werthe von 21752 Pfund Sterling bezogen, die Statistik macht indeffen keinen Unterschied zwischen diesen verschiedenen Artikeln. An dieser Einfuhr mr Großbritannien beibeiligt mit 10 466 Pfund Sterling, Viktoria mit 4226 Pfund, die Vereinigten Staaten mit 1992 Pfund, Süd- Ausiralien mit 1778 Pfund, Brigien mit 1239 Pfund und Deutsch- land mit 960 Pfund. Am meisten werden Drahtstifte mit kegel- förmi en Köpfen eingeführt, Nr. 4 bis 18 von 1 bis 6 Zoll Länge. Der reis in Großbritannien schwankt zwischen 7 bis 18 Sebiiiing für 100 Pfund, wozu an Unkosten noch etwa 25 0/0 kommen. In be- ir_ächtlicher Zahl werden auch Nägel („0100b5“) bon & bis 12 3011 Lange eingeführt zum Originalpreise von 14 bis 16 S:!)illing für 100 Pfund. (Nach belgischen Konsulatsbericbten, veröffentlicht im 131-1113]: Pkaäo 301111181.)

Zinkgruben und Zinkindustrie in Italien.

Italien besißt bedeutende Zinkgruben in Sardinien und in den Provinzen Brescia und Bergamo. Diese Gruben befinden fich fat au5fchließlich in Händen von ausländischen. meist belgischen Gesc - schaften, welcbe fast das ganze aewonnene Erz ausführen. Von den im Jahre 1898 geförderten 132 099 Tons Zinkerz wurden 130 064 Tons m das Ausland ausgeführt.

Ein großer Theil des ausgeführten Erzes kehrt in verarbeitetem Zustande wieder nach Italien zurück. So wiirden im Jabra 1898 28129 (13 Zink in Brotform und 30144 (17. Zink in Platten nach Italien eingeführt. Die Produktion von Zinkweiß in Italien belief- sich im Jahre 1898 auf 8400 (12 und die Einfuhr auf 5728 (12.

Unter diesen Verbältniffen bat Italien natürlich das größte In- tereffe daran, das im Lande gewonnene Zinken auch im Lande für den heimischen Bedarf zu verarbeiten. Zu diesem Zwecke sollen in Monteponi auf Sardinien sowie im Bremboflußtbal bei Bergamo die erforderlichen Fabrikanlagen errichtet werden. Besonders günstige Verhältniffe sind bei Bergamo vorhanden, wo die großen Wasserkräfte in elekirtscbe Energie umgewandelt werden können. (Nach einrm Bericht dds Kaiserlichen Konsuls in Ancona.)

Niederlande.

, Beränderunaen in dem Tarif der Waarenwertbe für Niederländiscb-Ostindien. Der Tarif, der bei Beratbung der Etn- und Ausfubrzölle in Niederländiscb-Osiindien zu Grunde zu legenden Wanenwertbe für das 2. Vierteljahr 1900 weist gegenüber dem seitherigen Stande folgende Abweichungen auf:

Gruppe. Benennung der Waaren Maßstab Werth

Gulden 1. eren eschirr: PorzeUan. Te er, weiße, runde von 16 bis 18 0111 Duvend (1185

. [ ' ' 1 . 0 ' .

. . . „21,24. , 1s2_0

! r r ! t 1-35 2, utegift, flüssiges . . . kg 0,90 3- utter in Doppeifäffern u. s. w. . . kleines Faß 7,75 Cbokolade in Küchelchen oder Tafeln mit Zucker irg 1,35 ackerwerk, englisches, in Büchsen von 1 bis 5 kg 0,42 rücbte, amerikanische und australische, in Waffe: Büchse 0,40 19. opinpapier, japanistbes . . . . ..... . kJ 3,70 R' BleimiWäge ; bi sicbtl ck d W tb ) ge nder n i es er es 3- Früchte, getrocknete, lose verpackt und in Buchsen: Tafelmandeln, Tafelrosinen mit Stielen, nicht anderweitig genannt, Prüneilen, Birnen, Kirschen .......... . . (?eändert hinsichtlich des Wortlautes) 1- ereuge (birr, Porzellan: en, Ober- und Unter-, japanische, mit oder o ne Deckel in Kiftchen von 1 Duvend, blau- satbig dess; ., deSgl. andersfarbig

3 (ganz in Wegfall ekommen)

- Frith“, getrocknete, Tafelro nen, amerikanisthe (neu binsugetreten).

EJiwxckleuisßl-dx subtropischen Kultur im Kaukasus. : u top : ultur entwickelt sich im Kaukasas recht schne[l. Außer mit Thee sind von dem Apanage-Reffort noch eine Reibe von Versuchen mit der Anpflanzung anderer subtropiscber Gewächse k!! Tschakwa ge_macht worden, wo die Bodenbeschaffenbeit und das Klima hierfiir geeignet erschienen. Gegenwärtig hat man schon Nachrichten uber die Erfolge dieser Versuche, und zwar namentlich in Bezug auf die Bambusrobrvfianzungen, Apfelsinen-, Baumwollen- pflanzen, Ramie- und einige andere tropische Pflanzen, die man in dem Apanagengut Tschakwa anzubauen versucht hat. Das Bambusrobr wurde von der Apanagon-Expediiion theils aus China ibeils aus Jadan gebracht. Vorläufig ist die Plantage zwei Deffä- tinen groß, wird sick) aber voraussichtlich von Jahr zu Jahr der- rößsrn. Das Bambusrohr giebt eine normale Ernie im vierten abr seiner Anpflanzung. Die dritte wichtigste Branche ist die

Kultur der Mandarinen, der kleinen süßen Apfeifinen, die widerstands- fabiger und sichxrer sind als die gewöhnlichen Sorten. In Tscbakwa rst eur Vorratb von daselbst gezogenen Stecklingen für eine Fläche von funf Deffatinen vorhanden; dieser Vorrath soi] im Jahre 1900 vokl auf der im Jabra 1899 vorbereiteten Plantage verpflanzt werden. Das Unternehmen hat unzweifelhaft eine Zukunft und ver- spricht eine hohe Etn_nabme. Bei 300 Stück Frucht tragxnden Bäumen auf einer Deffatine _und bei einer Normalernte von 500 Stück pro Baum kann die Dessätme 750 Rubel brutto einbribgen. Auch andere Anpflanzungen find in Tschakwa Vorzüglich forigekommen; aus dem Bast eines dort gezogenen Baumes wird sebr gutes Papier be- reitet, auch macht man daraus_vorzügliche Tapeten, Möbelbezüge (L;:der-Tapeten) und sogar Leibwascbe und Fußbekleidungen, wie sie beispielsweise dre jabaniscbe Arwee im Kriege gegen China trug.

Diese Wascbe laßt. vorzüglich die AuSdünstung durch, ist warm, besißt große Dehnbarkeit und ist außerordentlich billig. Die Stoffe werden obne Gespinnsi und Gewebe hergestellt, durch einfaches Walken.

chhs ,Deffätinen _Plantagen find mit Ramie bepflanzt. Nach den kltmaizscben Verbaltniffxn kann die Rami: in Tschakwa vor- züglick; gedetben, erfordert aber eine verstärkte Bedüngung und Be- arbeitung des Bodens.

Bei der Bearbeitung mit Handbetrieb erbielt man sebr gute Fasern, die Kosten stellten sich aber auf 20 Rubel und mehr für ein Pud. (Russischer Regierungs-Anzeiger.)

Serbien.

olltarifierung von baumwollenen Geweben. Um alle weifel bezuglich der Verzollung der unter den Namen „Oxford, Zepbir, Konofos' eingehenden baumwoilenen Gewsbe zu beseitigen und_ eine gerechte und einheitliche Behandlung dieser Waaren berbei- zufubren,_ bat dsr sZrbiscbe Finanz-Miniiter durcb Zirkularerlaß an die ZoÜamter verfügt, daß die nach Hersteiiunq und Verwendung verschiedenen Gewebe, welche im Handel die Bezeichnung „Oxford, Zevbir, Konofos“ fuhren, in drei Gruppen nach von ihm an enommencn Mustern eingetbeilt werden. Die mit 1. bezeichneten MULFU find als feine und lexbte Gewebe nach der Tarifnummer 304 zu behandeln; die mit 11. bezeichneten Muster gehören zu den dichien baumwollenen ereben nach der Tarifnummer 301; die mit 111. beieichneten Muster sind als Oxford, erbir und Konofos der in Nr. 296 des allgemeinen Zolltarifs vorgesehenen Sorte und Qualität zu betrachten. Den oliämtern find diese Muster mit der Anweisung zugefertigt worden, in Zukunft nur auf die Feinheit und Fabrikation der zur Verzollung gelangeyden baumwolienen Gewebe zu achten, dieselben genau mit den drei übersazidten Musterßruppen zu vergleichen und die Waaren alsdann done Berucksichtigung brer Benennung in den Rechnungen und Deklarationen zu verzolien. Bei der Verzoiiung ist das Dessin der Verschiedenen GLWZbe gar nicht zu berücksichtigen.

Berechnung des Zolls nach dem Bruttogewicht. Jm Grieß, betreffend den allgemeinen oUtarif vom 8. Januar 1899 („Hand.-Archiv'18991.S. 282), beste t zwischen dem Arjikel 8 5111) i), wonach der 3011 nach dem Bruttogewicht einer Waare, auf welche nicht msbr als 10 Dinar Zoll per 100 kg zu erheben ist, berscbnet werden soll, und dem Artikel 21 desselben Geseßes, welcher vorschreibt, daß der dem neuen Gefeße angehängte Zo tarif auch weiter in Kraft bleibt, ein Widerspruch, da im Tarife eine Tara auch für Waaren vorgesehen ist, welche weniger als 10 Dinar der 100111); zahlen. Nach Vergleichung des Tariftextes mit dem Besikmmur-gen des genannten Geseßes hat der serbische Finanz-Ministcr auf Grund des Artikels 20 des Geseßes, betreffend den AUgemeinen Zokltarif, entschieden, daß in Zukunft der Zoll nach dem Bruttogewicht Von alTen Waaren und alien rodukten zu erheben ist, welche im All- gemeinen Tarif unter den Nummern 1, 12, 29. 52, 56,“ 95, 101, 113, 114, 115, 151, 161, 208, 209, 210, 214, 215, 218, 225, 226, 233, 248, 256, 261, 266, 267, 268, 271, 286, 307, 312, 313 und 314 genannt sind. Diese Erhebung des Zolles vom Bruitoaewicht der ge- nannten Waaren ist nur dann anzuwenden, wenn diesclben aus Nicht- vertragsländern eingeführt werden oder Wenn bei der Verzoliung aus- drücklich die Anwendung des Allgemeinen Zolliariis von, dem Importeur brantragt wird. Bei den aus Vertragsländern zur Einfuhr gelangenden Waaren sind bei der Verzollung bezüglich des Tara- abzuges stets die Bestimmungen der Vertragstarife anzuwenden.

Zollbebandlung von Olein. Oiein -- Klumpen von Fett und ei _- ist in keinem Vrriragstarife, sondern nur im Allgemeinen kZoanrif in Grupp? Rll 8115. Nr. 273 vorgesebkn, Wonach dassalb-x einen Einfuhrzoll zu zablen bat. Im Gegensatz hierzu hat das Waarrnverzeicbniß diese Waare auf Seite 140 in die Nr. 266 des Allgemeinen Zolltarifs eingereiht und mit einem 3011 Von 2 Dinar per 100 113 belastet. Zur Beseitigung dieses Widerspruchs hat der serbische Finanz-Minister entschieden, daß Oiein der Nr. 273 des Tarifs zuzurechnen ist, weil dasselbe dort ausdrücklich durch das Ge- seß, betrc-ffend den Allgemeinen oiltarif, vorgesehen ist. Demzufolge haben die Zollämter in diesem inne die erforderliche “Korrektur ini Waarenverzeicbniß vorzunehmen und Olein bei der Einfuhr zoklfret einzulasien, wie dies vom Gefe Vorgesehen ist. („Srpska 19016110“ Vom 24. u. 25. Marz/6. u. 7. ' pril 1900, Nr. 67 u. 68.)

Vereinigte Staaten von Amerika.

Zolltarifentscbeidnnqen. Lithogravbiscbe Drucke von unbedeutendem Werth, auf Holz geklebt, sind nicht als Bilder zollfrei, sondern als Holzwaaren zu yrrzolien.

Proben von Spirituosen und destilltertenGetränken sind obne Rücksicht auf ihre Menge zollpfiicbtig, so z. B. Kognak in Flaschen von 1/10 Quart. _

Stabi in Stangen, poliert und gebartet, Drabimaß Nr. 4, bekannt als „äriU 1065“, wird nach § 135 des Tarifs zu dem entsprechenden Sa? verzoiit und wegen der Poiierung mit einem Zuschlag§zoll vou C-nt pro Pfund nacb § 141 belegt. Polierter, ungebärteier Stahldraht, Uhtdrabt, Drabtmaß Nr. 10 und 11, unter- liegt nach § 137 des Tarifs einem Zoll von 45 % vqm Werth,

Bei Waaren, für welche im Ausland eine Ausfuhr- vergütun nach ihrem Gewicht gewährt wird, und deren Gewicht an dem Transport nach den Vereinigten Staaten aus natur- lichen Ursachen eine Einbuße erfahren bat, wird der Zuschiagszoll nach dem Gewicht zur Zeit ihrer Ausfuhr und nicht nach dem verminderten Gewicht bemessen.

Gardinen, die „war auf der Nottingbamer Spivengardinen- oder Kettenmaschine hergestellt sind, dann aber auf einer sogenannten ,aoräing 11180111116“ eine weitere Verarbeitung erfahren haben, die ihnen das Ansehen gesiickter oder appliquierter Gardinen giebt und ihren Werth bedeutend erhöht, werden nicht nacb § 340, sondern nach § 339 des Tarifs verzollt.

Gereinigies Wollfett, ein pbarmazeutisches Präparat, bekannt unter der Bezeichnung „366115 181186 81111 1110118“, das dem Lanolin ähnlich ist, fällt nicht unter den bande Sublichen Begriff .Wollfeit' und ist daher nicht nach § 279, sondern nach § 3 m

Nitrobenzol, bekannt als .künftlicbxs Bittermaadelöl“ oder .Mirbauöl' ist nach § 524 des Tarifs zollfrei.

Ubrketien aus Leder und voliertem Stadl werden als „SchImcksaÖm“ nach § 434 des Tarifs mit 609/0 vom W verso t.

Gebräuchliche und gewöhnliche Verpackungen beein- flussen nicht die Tarifierung der Waare, die fie enthalten, und werden, selbst wenn sie einen höheren Werth (113 die Wxare haben, wie diese verzolit. -- Kolophonium in runden Zmnkapseln von etwa 1? Zoll Durchmesser und 14- 3011 Höhe ist nach Abschnitt6 des Tarifs mit 20% vom Werth als „nicht besonders genannter ,b?“ arbeiteter Artikel“ zu verzollen. Die Zinnkapseln sind als gebräucbircbe Verpackung anzusehen.

Kleine Zeugproben auf Pappe in Buchform mit gedruckter Beschreibung und Bezeichnung der Muster sind gemäß richterlicher Entscheidung nicht nach § 501 des Tarifs zollfrei. sondern nach § 403 zu Verzouen.

Zange, schmale baumwollene Schnüre, Schubband- schnu're, die nach ihrer Einfuhr zu Schubbändern vsrscbnitten werden, unterltrgen gemäß richterlicher Entscheidung nach § 339 des Tarifs einem 3011 Von 60 0/0 vom Wkrth. ,

_ Bet Aetbyl_chlorid wird die Verpackung in Glasgefaße mit einem Verschluß ahnlich dem von Farbentuben, aus denen der Inhalt durcb „Drucken und Preffen mit der Haad entleert wird, als gkbräuch- liéeb tm Sinne des Administrativgeseßrs vom 10. Juni 1890 an- .ge : en. ,

Das Modell eines menschlichen Auges fäiit nicht unter die nach § 638 des Tarifs zolifreien Arjikel.

Gravierte Platten tn Form von Tischplatten zum Gebrauch für GlaSarbeiter, die zum Anbringen von Mustern und Figuren auf Glasplatten benuxzt werden, smd nicht als gravierte

latten im Sinne des §f 166 des Tarifs anzusehen; unter diYen

aragrapben faiien nur die zum Druck auf Papier und äbnli es Material bestimmten Platten.

Kleine Spiegel mit, Rahmen und Rückseite aus Koll odium, zusammen mit kleinen Sckonurrbartkämmkn in Kollodium- Futterale verpackt, sind nach § 17 des Tarifs mit 65 Cent pro Pfund und mit 25 0/0 Vom Werth zu verzoilen.

Opal in Form von kleixien Knöpfen mit vier Löchern unterliegi nacb § 414 des Tarifs emem Zol] von 50 0/9 vom Werth.

Abjchnitte, bestehend in Stücken rober Schlacke, von Eisen in Stangen, Stäben oder Ingots, bei deren Her- stellung Holzkohle derWendei worden ist, mit einer mechaniscbm Schere abgeschnisten, sind als Gußyisenabfall nach § 122 des Tarifs - 4 Doiiar pro Tonne - zollpflicbtig.

Chinesische Vogelnester unterliegen nach Abschnitt 6 des Tarifs einem Zoll von 20 0/0 vom Werth.

„Dry Ferrodor', ein dunkelgraues feines Pulver mit metallischem Glanz, entbaltend 92,04 "40 Eisenoxyd und 8,46 0/9 unlösliche Substanz, ist nach Abschnitt 6 dss Tarifs mit 20 9/0 vom Wertb zu verzollen.

Teakholz zum Schiffsbau ifi nach §699 dcs Tarifs zollfrei.

Neue Kupferbergwerke im Tanana-Distrikt.

Nach einem Bericht des Konsuls der Vereinigten Staaten von Amerika in Dawion zieht der Tanana-Disirikt die allgemeine Auf- merksamkeit auf fick) wegen des wanderoollen Reicbtbums seiner Kapfererzlager. Große Maffen fast reinen Kupfers sind an den ver- schiedensten Octrw des Landes gefunden worden, und es haben sich auch schon Geseiiicbaften zur Ausbeutung dieser Erzlager gebildet. Die unmittelbare Näbe drs Prinz Wiüiam-Sundes sowie der Reich- tbum des Landes an Holz und Waffer sichern ein: sebr günstige Eni- wickelung des Bergbaues.

Ungeachtet der Schwierigkeiten und Gefahren cines Marscbes Von 1200 bis 1400 Meilen über Schnee und Eis in der ungünstigsten JabreSzeit sind in der Zeit vom 4. Dezember 1899 bis 1. März1900 nicht weniger als 700 Lsute von Dawson nacb Nome ab ereift, und Tausende warten nur das Frühjahr ab, um mit erster elegenbeit ebenfalls nach dem neuen Eldorado zu wandern, da von Nome sebr ermuibigende Berichte eingelaufen sind.

Die Ausbeute der gegenwärtigen Saison wird auf 20 bis 25 MiUionen Dollars geschäßt, ungefahr doppelt so viel wie im Jahre zuvor. (M16 301111181 01" 00111111er6 11116 (701111110ij211 811116de.)

Die Bevölkerung Cubas.

Die VolkSzäblung Cubas brachte ein unerwartetes Ergebniß in zweifacher Hinsicht: die Bevölkcrung ist stärker, als man annahm, und die Schwarzen bilden einen kleineren Theil, als ungemein ge- schäßt wurde. Die gegenwärtige Einwohnerzahl von 1572797 ist so stark wie Vor dem Aufsiande; entweder bat man früher die Ein- wobnerzabl bisl zu niedrig geschäßt, 0der die Verluste infolge des Aufstandes und des Krieges find zu doch angegeben worden. Die farbige Bevölkerung soliie _nacb früberrn Schäßungen ungefähr die Halfte der_ Einwohnerschaft bilden, einige schätzten fie sogar auf mehr als die Halfte; jeßi bat swb herausgestellt, daß es auf der Insel nur 505 243 Farbige giebt, (1110 noch etwas wemiger als ein Drittel. Das weibliche Geschiecbt übsrwiegi bci drn Schwarzen um 30842 und bei dén einbcimitchn Weißeri um 15554; die fremden Weißen sind meist Manner. Wahrscheinlich rübrt diese Urberzabl des weib- lichen Geschlechts von den Verlusten des Aufstawds und Krieges ber. 28 0/9 der gesammten Einwohnerschaft können lesen und schreiben, von den über zehn Jahre alten Einwohnern sind es sogar 43 0/0. Diese Zahlen sind zwar nicht sebr erfreulich, aber immerbm beffer, als man eerrtet )batte. (M16 .] 011r11111 01" SQWWLL'LS ami (1011111101'0131 1311 Odin.

Fleiscbausfubr Süd-Auftraiiens. Süd-Austraiien hat noch nicht 500000 Einwohner, gleichwohl führte diese Kolonie im *lxßien Jabre 71260 geschlachtete Schafe, 1362 ammel, 407 096 Kaninchen, 14 826 Zungen, 212 812 Nieren und ene große Menge sonstiger Fleischstücke nach Großbritannien aus. Diese Waaren hatten einen Weg von ungefähr 12000 Meilen quer über den Aequator um die baibe Erde zurückzulegen, um einen Markt zu finden. Mit den genanntrn Fleischwaaren gingen auch noch aus jenem fernen Lande eine Menge Enten, Gänse, junge Enten und Hühnchen auf den europäischen Markt.

("1'116 1100101101 X'rofiaionsr'.)

Zwangsverfteigerunaen.

Beim Königlichen Amts erlebt 1 Berlin aelan ten die nachbeseicbneten Grundstücke zur * ersieigerung: Cbauffeesira e 122, dem Rentier H. Engel gehörig. Nuvungswertb 31490 .“ Mit dem Meistgebot von 550 090 .“ wurde Rentier Samuel Friedlaender, Oranienburgerstraße 21, Ersteher. - Panksiraße 5i)., dem Fabrik- besißer H. Wern er gehörig. Nuvungswertb 7170 .“ Mit dem Baargebot von 3400 «(_ und 90 000 .“ Hypothekeuübernabme wurden Rentier F. Luck in Wilmersdorf und Genossen Ersteher. - Manteuffeisiraße 68, dem Tis lermeister Gustav Schmidt gehörig. Nußungswertb 18000 .,“ it dem Baargebot von 20000 und 250 000 .“ Hypothekenübernabme Wurde prakt. Arzt 1)r. woc]. S. Jacoby, Genthinetstraße 33, Ersteher. - Auf- gehoben wurde das Verfahren der Zwangsversieigerung in Sachen 1, Straße 2, Abtheilung 13 1, dem Kaufmann B. Jacoby geböriY - Yappel-Allee 99, R. Wegener gehörig. - Lebrtersiraße 55, . u. . Bohm gehörig.

verzoilen.

«...-_.. -. ** o

.. „.;... _ , .„ , * --,*,..«,.„1- .»«--...»..-.„W«* ,...,-«„... „...,-„.. . ,

„; .„