1835 / 7 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

mn MM 11. 'M- neu hinzu etretenen Leser unseres Blattes die be- reitsk in Nr. 306 der St. tg. vom Jahre 1832 mitgetheilten Be- mer ungen-

Der Barometerüand bezieht sich auf das Niveau der Spree und auf eine Queckfilbcr-Temperatur von 0' R. Dte Luft-Tem- peratur wird durch ein mb lichst frei hangendes Thermometer im &é-cvatten bestimmt, Der L?saupunkt (Temperatur, bei welcher Der in der niederen Atmosphäre enthaltene Wasserdunsi fick) tropfvar avsondern würde) wird mittelst eines guten Psychrometers bxßirnmt. Die Dunsksättlgyng wird _aus dieser Angabe hergeleetet; ste , (:x-„bt in Hundert_thetlen an, wieviel Wgsserdunü die niedxre Luft tm Vergleich zu derjenigen Menge, die ste bei voller Sätttggng auf- “nehmen könnte, wrrklick) enthält. Die Quellwärme wrrd durch die Temperatur des" Brunnsnwafsers en der Nähe des Schlosses be- stimmt. Die Flußwärme _1fi die Temperatur der „Spree an der“ Nähe der F" cherbrücke. Dre Bodenwärme 111 dee Tempexarur des Bodens n der Tiefe von 2 Fußen (5 Fuß aber dem Nxveau der Spree) in einem Garten mit_sandigem Boxen in dcr Kbvemcker: Straße. Die Ausdünüung gtebt an, wievtel Zchntqusendtcl des Mbeinländéschen Zones in 24 Skunden die Oberfläche emex frei 11e- dendcn, egen Regen, geschützten Waffexfläche gesunken 111- Der Niedersxchlag zcaLt tn derselben Maß-Etnbeit an, wtevtcl sach eme Wasserfläche durch en in M Stunden gefallenen Regen, Schme :c. , erhoben hat. .,

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l-ouclnu, 30. 1102001001". (Zum. 3: pk. compi. NJ. Corts: 534. "0". LFZ 54,7. ]"m't. 853. [Lux]. Uu". 107. (3010010. 31T. 010.1. 41.3. (Meek, -. Zum, 784. 001.10". *.

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53 1004. 9043. 1834 500.

Königliche Schauspiele.

Dienaa , 6. Jan. Im Schauspielhaus“ Die Alpenhütte, Séngspicl "F1 Akt, von 31. p. Ko ebue. Musik von J. P. Schmidt (Neu deseht.) ieraus: er reisende Student, mun- kaiisckxek Ouodlibet in 2 A th.

In "POTSDAM Lx'eb' im Kriege und Krieg um Liebe, Lust- svisl m 1 Akt, aus dem Fran ., von “21. vom Thale. ?cerauf: Die beiden: .Kliugtberge, Luftspccl in 4 Abth., von A. v. oTbue.

Mittwockx, 7. Jan. Jm Schauspielhause: Torquato asso, Schaukpiel in 5 “210113, von Goethe.

Zu Potsdam. Der reisende Student, oder: Das Donner- Werker, musakzliwes Quodlibet in 2 Akten. Nach dem ersten Akt voxn rxiscuden Studenten: 1) 1,33 (je 811301, ausgeführt VM Maß. Taglioni, Dae. Galstcr und Herrn Taglioni. 2) 1339. 0:1 (19.074. anagcfäbrt von Olle. Amiot und Herrn Stun müéler. Zum SMW: Amors Triumph, anakrcontisches Diver- t;ssemem, (*.-m .Kosküme der Zeit Ludwigs ckck.) von Herrn P. Tazlioné- Mußk von „H. Schmidt.

Könégßädtisches Theater DiMfiaq, 6. Jan. Des Adlers . ora, t'omantisch-koméschc Oper in 3 Akten. Maß? von Fr. G: ser.

thcwoäz, 7. Jan. Der böse Geist Lumpacivagabundus oder: Das 11eder11che chxblatt, Zaubkkposse mit Gesang in 3 Akten. Donnerßag, 8. JM. Zum erxkenmale wé-edxrholt: Sappho, TraerpieL m 5 Akten, von Gréllparzer. (Mad. Crelingcr, K. ofz'chauspéelerin: Sappho; Dile. Be'thx Stich: Eucharis; Dlle.

„Liar- Scich: Melitta, als legte Gxstroilen.) Oxr Biäee-Verkauf zu dieser Vorstellung beginnt am Mitt.- woci) den 7ten, und werden die resp. Abonnenten ersucht, :hre Billers bis zu diesem Tage Mittags 1 Uhr abholen zu [:ssrn, widrkgxnfalls sie von da ab zum anderweéten Verkauf gestellt Werden.

M Neueste Nachrichten.

Par“, 30. Dez. Vorgestern Abends ettheiltt der König dem Gxai-M vou Bondy, dem Herzog von Choiseus, dem A0- mtral Jacob“, dem Baron Louis U00 dem- Neapolitanischen Ge- sandten Audien , und gestern arbeiteten Se. Majestät mit den Wüntskern des Lffemléchm Unterrichts, des Handels, der Marine, des Krieges, der Finanzen nnd„des Innern.

Die Pairs-Kammer 6161: heute waeder eine öffentliche Sißung, die indessen bloß da 0 hestimmt war, durch das Loos die große „Deputation von 20 am; u wählen, die übermor cn -dem Kdui : bei Gelegenheit de_- Ia reswechsels die Glüokw n- sch: der ammer darbringetz 190. Um 211hrkonsk1tuirce die „Kammer "ck wieder als Gertchtshof, um ihre Bergehungen über die Tbeilnehmex an den Festen Unruhen fortzuseßm,

“System der sogenaxmten richtigen Mitte verachten würden.

;zeugung haben verführen lassen, muß die Regierung durch ,“ eénen ehrenvollen Pardon fich geneigt zu machen suchen.“

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Zu der gestrigen Sißung der Deputérten-Kammer er- öffnete der Graf von Sade die Debatte über den GeseF-Ent- wurf Wegen des Baues eines neuen Gerichtssaales f r den Pairöhof. Zuvor waren unter die sämmtlichen Mitglieder der Kammer sehr ausführliche Pläne und Veranschlagungen zu die- sem Bau vertheilcworden, Herr von Sade ließ steh wider denselben vernehmen, und erklärte sich für die Bewilligung ei- ner Amneftie. Jedermann, meinte er, se?) m'rt dieser Maßregel einverstanden; nur über die Zeitgemäßhet derselben wichen die Meinungen von einander ab. Er seinerseiks glaube nun aber, daß die Umstände nie günstiger gewesen wären, als gerade jetzt. Er wisse sehr wohl, welche Scheingründe slch dawider anführen ließen; die Gegner der Amnestie d.haUpteten nämlich, daß nach einer allgcmcinen Begnadigung dee Legitimisten n1ches desto we- niger die gegenwärtige Regic-rung als eine usurpatorésche be- trachten, uud daß die Rrpubltkaner nichts desto weniger das

Indessen habe eine Amncstie auch gar nicht den Zweck, sich den Dank derer zu erwerben, auf dße se 11ch crstrecke; es sey eine große pol11sche Maßregel, die mchr in dem Interesse der Re- gierung als der Amnescirten [:ege. Der Redner, der leider so leise sprach, daß ein großer Theil seines Vortrages für die ent- fernter Sißenden verloren ging, führte héer die verschiedenen 'Umnestieen an, die nach einander von der konstituirenden Ver- sammlung, dem Konvente, Napoleon und der vorigen Dynastie bewilligt worden, und forderte die Regierung auf, auch ihrer- seits den Weg der Mélde einzuschlagen. „Ich gehöre nicht zu denen“, fe'jzzee Herr von Sade hinzu, „die da glauben, daß man eine Amnestie blind bewiUiqen müsse. C's giebt Leute, die mit frecher Seitn zu allen strafbaren Untcrnehmungxn, fie mögen im Namen Heint'ich's 17. oder der Republik starthaben, die Hände bieten, wenn se nur ihren eigenen Vortheil dabei finden; solche Leute dürfen nicht amnestirt werden. Die; jenigen dagegen, die sch bloß durch ihre politische Ueber-

.Der Redner benußte d:»?se Gelegenheit, um dem Ministerium für die Verordnun zu danken, wodurch so eben 29 politische Ge- fangene des ' ont St. Michel theils eine Milderung ihrer Strafe erhalten haben, theils ganz begnadigtworden find. Dies, meinte er, sey indessen noch nicht hinreichend; er verlange eine größere Ausdehnung der Amnestie, und Kimme sonach gegen den der Kammer vorliegenden Gesey-Entwurf. Während dieses Ver- trages trat der neuZewählte Pariser Deputirte, Herr Eusébe Salverte, in den Saal, und nahm seinen frühem Plaß auf der weiten Bank der äußersten linken Seite wieder ein, wo fick) so- ?ort die in seiner Nähe fißcnden “Herren Odilon Barrot, Arago, Laffitte, Cormenin, Auguls u. 21. um ihn drängten, und ihm ihre (Hlüekwünsche dacbrachtcn. Nach dem Grafen von Sade ergriff Herr Molin zur Vertheédigung des Geseß: Entwurfes das Wort. Er war der Meinung, daß die Bewilligung einer Amnestie keineswegs in den Wünschen des gesammten Landes liege, wie man solches stets behaupte, daß die Presse fich véel- mrhr bloß dicses Wortes" bediene, um die Kammer zu täuschen. Der Redner erörterte hierauf sehr ausführléch das Begnadzgungk- Recht, das lediglich der Krone zustehe, und unabhängig von den beiden anderen verfassungSmäßégen Gewalten sey. Es ließen fich darauf noch die Herren Pagés und Janvier wider und Herr Fulchiron für den Gcseß-Entwurf vernehmen, worauf die Fortseßung der Debatte auf den folgenden Tag verlegt wur- de. «- In der heutigen Setzung hatte zunächsk Herr Agier d-„1s Wort. Derselbe verlangte eine vollständige Amnestie für die rein politéschen Vergehen; dagegen Wollte er, daß für al1e gewöhnliche Verbxechen die Gerechtßkcét ihren Lauf habe. Nach Herrn A 1er b:“skleg dcr Finanz-Minisker die Rednerbüdne, um der „Hammer das Budget von 1836 vorzulegen. Er stellte bei dieser Gelegenheit einige allgemeine Bstrachtungen über den Zustand der Französlschcn Fina" en an, indem er aus die al]- mälige Abnahme des Auszabe- udgets seit dem Jahre 1830 aufmerksam machte. Nach 4 Jahren, meinte er, werde Frank- reich endläch aus dem Deficit herauskommen, um nie wieder in ein solches zu gerathen. Nachdem der Minister noch die Gewerbthä- tigkeit, die 110) im ganzen Lande rcge und neue Einnahme-Qucllen verspreche, herausgehoben hatte, kam er endlich auf das Budget des künftigen Jahres 0 sprechen, das die Gesammt-Ausgaben auf etwa 1009 Mill. r. festseßt. Die Einnahme, meinte der Minister, würde diese Summe Übersteigen, wenn nicht die Ab- schaffung der Lotterie einen Ausfall von 10 Mill. erWarten ließe. Um diesen Ausfall zu decken, schlug er vor, eine Summe von 10 Mill. von dem ReservexKapitale aus dem Jahre 1833 zu entnchmen. Er verlas hkernächsk einen Geseh-Entwurf, wodurch die Regierung zur Ausgabe 4proc. Schaßkammer-Scheine bis zum Betrage des Rcserve-Fonds ermächtiqt werden soll, so wie emen zweiten Gessß-Entwurf we en der Forterhebung der direk- tm Steuern auf dem bisherigen l!?!-ß. Das Budget so wie diese sämmtlichen Gescße wurden auf das Bureau: der Kammer nie- dergelegt. Hiernäcyst fegte Hr. v. Lamartin e die Debatte über den projekti: tcn Bau eines erichtssaalcs fort.Rachdem, meinte er, der Fi- nan rMinister eben ein so bxfricdigcndcs Bild von der materiellen Wo (fahre des Landes entworfen, scy es um so unangenehmer, die Aufmerksamkeit der Versammlung wieder auf eine Maßregel der Strenge zu lenken. Es scheine gleichsam, daß die Minister von einem Schwéndekge1ske befallen wären, und daßgcwissermaßcn ein un lückliches Verhängmß fie veranlasst", mit eigenen Hämden den A grund zu graben, der sie verschlingen solle. Wollte um?. den gegenwärtigen großen Prozxß fortschrn, so würde die Pairs- Kammer vßllcicht 2 Jahre lang nur den Anblick eines politi- schen Bagno bieten, wo man bloß anklagende Sximmen und das Geräusch der Kcrker-Niegel hören würde. Dies soy doch aber ein wahrhaft scheußlichcs Schauspiel. Zwischen politischen Parteien könne es nie eine?: Prozeß geben; der wahre "Prozeß sx!) die Schlacht, und das Uc'theil der Sieg, Als der Redner bei diesen Worten sehr lebhaft unterbrochen wurde, rief er: „Za, meine Herren, es gießt kein gerechtes Urtheil, sobald der S:“eger es auSzusprcchen hat. Ein solches Urth-xil ist eine bloß? Ironie. GcseJ, daß wir die Befiegten wären, und daß umere Sieger, die epub!ikaner, uns vor ein Kriegsgericht laden sollten, würden wir solche Richccr anerken- nen? Wir würden fie nicht anerkennen. Es ist kein Beispiel vorhanden, daß ein politisches Urtheil die Sanction der Nach- welt jemals erhalten hätte. Die Regierung muß die erste seyn, die dem Lande das Beispiel der Versöhnung giebt, und eben, weil sc hämmelweit hiervyn entfernt ist, ist sie unpopulair. Diese Popularität kann sich aber die Kammer erwerben, wenn sie für eine Amnestie skimmt. Man sagt uns, daß der Zeitpunkt hierzu noch nicht ekommen sey. Ich frage: warum nicht? weshalb sollen die ZToyListcn noch länger im Gefängniffe schmachten? Darch die Ge enwart einer Prinzessin verleitet, die selbst ge-

Augenblick erhoben; sie glaubten vielleicht, der Stimme der Ehre zu folgen; viele von ihnen hatten auch Woblthaten empfan en. Sie wurden beseegt. Glaubt man nun etwa , daß sie mit i rm thdrichten Unternehmungen noch einmal hervortreten werden? Die Republikaner smd eben so wenig gefährlich; fie irren fich völlig in ihrem Zeitalter; es smd junge unerfahrne Leute; wan lasse ste ruhig gewähren, dies ist das beste Mittel, fie unschzd, lich zu machen. Was endlich die gefangenen Minister in Hamm betrifft, so frage ich Sie aufs Gewissen, m. H., ob sich irgend I-rrxmd *Im Lach regetmvird, Wenn man se in Freiheit 1elzt? Ihc Schwach auf diese Frage ist die beste Antwort. Wir Uu; fühlen das BedürfnißeinerAmnestie; wirfind fie uns gegenseétkg schuldig; wir Alle haben gefehlt. Man wird mir vielleicht eim wenden, daß ein solches Gefühl der Eintracht für einen einfa- chen Bürger gen müsse. einer Memung nach_ist aber das Gefühl Alles, und man sollte es daher nicht verjchmähen. Was andere! hat die Juli-Revolution bewirkt, als das Gefühl der Verleßxtn

dcr Geseße? Befragen Sie daher immerhin Ihr Herz; durI Widerstand gehen ste zu Grunde.“ Cine ungemeine Aufregung äußerte sch nach diesem Vortxageén allen Theilen dchcrsammlung_ Nachdem wieder ewige Ruhe eingetreten war, ergriff str Guézot das Wort, um den vorigen Redner zu widerlcgcn, szm folgte Herr Odilon : Barrot auf der Rednerbüyne. (Eme ausführlcchere Mittheilung über diese interessante Sißung müssen wéy uns vorbehalten.)

Das Journal du Commerce will gestern Abend ver- s1chern ehört haben, daß das Ministerium die Abficht habe, den Gesetz: ntwurf über die Bewiüi ung von 360,000 Fr. zum Bau eines Gerichts-Saales für den airshof zurückzunehmen, ohne daß es jedoch über die Gründe, welche das Ministerium dazu bestimmt hätten, etwas Näheres anzugeben weiß.

Herr Laplagne ist von dem Wahl-Kollegium zu Mirande zum Dxputirten für das Gers-Departement gewählt worden. Er hatte 117 Stimmen und war der eigentliche Kandidat des Ministeriums. Herr Lasfis, den das Journal des Débats env pfohlcn hakte, erhielt 65 Summen und Herr Abeillé, „dec Kan- didat der Opposttion, 45 Stimmen.

Es heißt, die Oppositions-Wähler von Toulon schen ent-x schlossen, ihre Stimmen alle dem Herrn Poncevés zu geben, dsssen Wahl im August von der Kammer auf eine so auffallen; de Weise für ungültig erklärt wurde.

Der Cnglische Gesandtschafcs-Secretair, Herr Aston, isl von London wieder in Paris angekommen.

Das Duell zwischen einem der Rcdacteure des „Von Sens“, Herrn Cauchois Lemaire, und einem der Redacceure des „Re- formateur“, Herrn Ras'paél, _hat gestern im Gehölz von Vim c„nn-s stattgefunden. Herr Cauchoks Lemaére hatte den ersten Schuß, fehlte aber. Herr Raöpaél traf seinen (Gegner in die _rechte Seite des Halses, dee Wunde ist jedoch gar nicht gefähr- lich, da die Wirkung der Kugel durch Halsbinde, Weste und Rock gedämpft wurde.

Als Yer Minister des dffentlichen Unterrichts die Nachrichr von der Entdeckung des kostbaren Manuskripts d'ic: 01 11011 von Abälard in der Bibliothek von Tours“ erhielt, wollte er dasselbe gern nach Paris gebracht haben; der Maire berathschlagte aber erst mit dem Stadtrath darüber, und dieser entschied, daß das Manuskript nicht von Tours entfernt werden solle.

Aus Brest wird gemeldet, daß die Brigg „le Lutén“ am “.?-„Men 0. nach der Küste von Spanien abgesegelt ist.

Von der Spanischen Gränze schreibt man untermW. d.: „Am 17ten gegen 5 Uhr Nachmittags empfing General Mina eine Depesche von Linares, Worin dieser 1 m meldete, daß er so ébcn einer auf 7101; marschirenden “'- nsurgenten- chlonne nachgesetze habe. Sobald die Thore dieser Stadt ge1chlosscn worden waren, bcfalzll diesxr General seiner Kolonne, sei) um 7 Uhr Abends zum ufdruch fertig zu halten, um welche Zeit er fich an die Spitze derselben stellte und nach Aok; marschtrtc. Dort fand er aber keinen chnd mehr. Er marschtrte also weiter bes Lumbier, wo ein Karlistlschcr Offizier und 10 Mann fich unterwarfen. Unterweges nahm er ungefähr 20 Im surgenten gefangen, es waren aber lauter blutjunge Leute, und der General gab _ihnen daher die Freiheit; 6 davon wünschten in seinen Reihen zu dienen. Am 191en Abends kehrte er nach Pampelona zurück.“

In einem von hiesigen Blättern mitgetheilten Privat- Schreiben aus Barcelona heißt es: „Der General-Léeutenam Santocildez, vormali er General-Capitain der Königreiche Va- lencia und Murcia, bernahm gleich nach der Abreise des Ge- nerals Llauder nach Madrid das Ober-Kommando von Catalo- nien. An der Späße seines Stabes stehen noch der Brigadcer Tena, der die Operationen in den Gebirgen leitet, und Heck Joachim Agerbe, Königlicher Statthalter von Barcelona und Delegtrter für die Ober-Poläzei der Provinz. * Der 0501 Caparros, Privat-Sccretair des Generals LlaUOer, bleibt eben- faus bei dem Stabe. Dee GuerillaxAnfühx-er werden durch die Kälte in den Gebirgen zurückgehalten. Die Strenge des Wm- ters und der Hunger zerstreuen die Banden des Distrikts von Tortosa. Die anwéduen, aus denen fie bestanden, stetien sicb havfcnweise, um fich zu unterwerfen und die Waffen niederzu- legen. Durch ein Dekret von 25. November sind- dte See; und Land-ReSguardos und die Küsten- und Gränz-Karabiniersin ein einziges ungefähr 9000 Mann starkes Corps vereinigt wor- den, welches, eine ganz milkeairische Organisation betbehaltend- 00Sschlxeßléch unter der Leitung der Provinzial-Jntcndanten sieht- Durch diese neue Organisation macht der Schanz eine Erspacniß von 13 "Mill. Realen.“

«- Heute schloß 5proc. Rente 106. 65. Zyroc. Rente 76. 85- 5p'.*oc. Neap. 93. 25. 5proc. Span. Rente 421. Zproc. do.*27_ Cortes 40-1. AuSg." Span. Schuld 131. “.?-;proc Hou. 54. 21

Frankfurt a. M., 2. Jan Oesterr. 5proc. Metau 1001 1004. 4proc. 9210.9171 ;pkoc 543 B. jproc. 2331 2.37“: Bank-Actien1544.1542 * art.-Obl1g. 1.392.138; Loose ]" 100 Gulden 213:- G. Preuß.* räm.-Sch. 61. 603. do. 4proe. Anl. M;. G. Hol]. 5proc. O [. von 1832 97; 974. Pom Zoose26594. 681. 5proc. Span. Rente 42;- 42-1. Zproc. do. per» “55- 1- .

Nedacteur C'o “ck 1.

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Gedruckt bei A. W. Hayn-

fährlichen Rat schlägen gefolgt war, hatten ste sich für einen

anz gut sey, bei einem Staatsmanne aber schwch -

* !üändiq der Amnxüée wéderseßt.

, Pre11ßische Staat

Allgemeine

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AnmtheNachrichth

Kronik des Tages.

Se. Majeftät dev König haben dem Kaiserlich Rusfischen Wirkltchcn Staatsrat!) von Wolckow, zu St. Petersburg, den S1. JohannßterzOrden zu VSULÖHLU géruht.

; Se. Königlechc Majkßät habsn dem bisheri en Vice-Präsi:

.Der-101 öcs Obel':L-.*mMSg-:ééchts zu Halberzkadr, Yeheimen Ober-

»“Tx-x'buxxals-Ratß Mahtmann, dés erledigte Vice-Prä'fidencen- ©:er 101 dem Oder-LandcsxgeréckUe zu Naumburg Allergnädégst zu verlezhc-n geyuhk.

Se. Königikckxe O)?chj2stäc haben den Justizrat!) Nicolo- „jus zum Ober;L-.=ndcsgcréc1)ts-Rath urxd Mitglied dss Ober- L;:ndeszzerlchcs in »))?agdevurg Allergnädigst zu ernennen geruvt.

Mm Faßrikxn-Besßer Karl Wilhelm Schön zu Bar- men ist 00151: dem, 22. Dezcmber 0. I. ein Patent:

auf 910€- durci; Zcéchmmg nachgewjescne VerL-esscrung dcr m-xhrgämgégen Léßcn-Flecht;Maschine, so weit sie für um; u») exgezxehmméä) erachtet woxden, scchs 0011er 2020er folZeude Jahre, vom Tage der Ausfsrti- 9111113 an gccxchnet, 0:10 im ganzen Umfange Ns Preußischen Staats gültig, crtkchlc mordcn.

ZeUungs-Nachrichtmx Ausland.

Frankreich.

Députértth-Kammer. Siizzxng vom 20. Dezember. Nachtkng.) Herr Pagös (vom ArreOge-Dwartement), der dem kerrn Molin auf dcu' Rednerbühne folgte, verlas eine lange Rede .:e en ch Gescy-Enkwai'f. „Meine Herren“, begann er, „das Mi- :iZerimn vrrlangt von szyien eincn 2!udienz:Saal und ein proviso- ffchcs (.J.-fängniß_für den P:".irshof.“ (Allgemeines Gelächter,_ in as dcr Redner mtteinsttmmt.) „Ick wonte sagen, das Mémßermzn erlangt eincn provisorischen IltrdieUz-Saal, und ein foängntß fur ic, in den bei dem airshofe anbängtgen Prozeß vcrweckelten Per- onen. Die Kommision dagegen bringt einen definitiven Séhungs-

aal für die PairZ-Kammer als Gertehtshof in Antrag. Wix man au-h dic Sacße verschleiern möge, c;; ist, offen herausgesagt, tmmer nur ct'n Palast, den man der polittschen Justiz errichten _wtll.“ cide Vorsxiéläge tadclt der Redner. Die polnische Justiz, meint r, bcgeyc immer nur leidenschaftléchc Mißgréffe. Ein Urtyeil habe 01 50.015,10 Ney getroFcn, und Fkankrceck) habe das Urtbcél kas- rt. E41: U:“kbeil babe BMW 0111) einige andere Verschworne getroffen, nd dsr Juii-Rkvolutkon habe diesen Opfern ein Denkmal errichten ollen. OU" Hcrzog von „Berry sex) 111euchlerjschcrweise nérdergcsto- en WM", und das ihm zu Evren errichtete Monument werde ab- criß'sré. (.chcgnng) Die politischen Urthcile seyen der Aenderung nterwokxcn, w-éc MM von einer (Töswalt zur anderen übergebe. Die olitischk Justiz kdnnc 0110 nur ein fortwährender Jrrthum seyn. as Zéönégtyym bedürfe "oer Pairic; die Pairie «ber ihrerseits bc- ürfe dcr WÜrd-z, und c; hcißs nicht, ihrer Würde dienen, wenn an iw“ eincn xx:x'manenkeu (HerichtZ-Saal bewillige. Der Redner achte déc Kazmncx darauf anMLTks-„UU, daß sie durch die Annahme es voxlécgcndcn (150571): Ennvurfes nicht allein eine Fra.;e dc__r Yr- étcktnr, v'otxdcrn auch eine politische Frage entscheide, indem ne url) aynch fär *.*-ie Roxywendigkcit und chékmäßégkcit de; vor dem qerzhofe schwcbcndcu ProzesseI-auöspreche. „In diesem _Augcn- Yaks“, fuhr cr fort, „DM verlangten Saal bewilligen, hetßt a„_uch :eAnmestie-Frage ganz bxseétigcn, und dies scUeint die Aditcht es 9111001010103 zu seyn. Als" dll“ Minister des Innern dcn 5esktz-E:xt;vurf vorlcgtc, sagte er, daß dées die bcsie Gelegenheit 0), dx'e Nmncüie:Fcagc zu erörtern. Als ein beüimmter An1nes1.e- 'Vksclxlng in den Buxcaus zur Sprache kam, erklärte man densel- en fü? unnütz, und Vki'kkösickk uns auf den von Herrn Thiers vor: clegten 056sr13:Entwnsf. Was geschtcht aber jetzt? Es handelt 01) nicbt 111201“ um einen vx'ovésorischen, sond-srn um eincn verma- 1cnrcn Saal für den Pairslwf, und nun soll, wir der Herr Bericht: , Yßatter meint, von dcm Prozesse- und von der Amnestie gar necht ",'!Rcdc ssxm. .Di.“ 21:11ncstéc-Fkage kann indes; duch keine noch (* sxlziaus Taétik umz..a:1_qcn 11301611; man muß se in ihrem ganzen „siifamgc fxeémüthig 0:10 aufréchtkg erörtern. Und doci), m. FM bt“- 110010) diex'xlvc nécbt okme cine gewiss Befangenheit; man sagt, “as; 031 T.;)eZl von Frankreick) dicsclbc zurückstoße, daß Paris, Von 0.711» die Vet.:Péc sse fürchtcxcn. Fc!) selbst habe;, wie die 01:10:1ij Skädte und Provinzen, Flüche für die Ruvcstdrer, md 12016 Theiknahme für“ die fricdliWen Bürger, welche durch ie EUWZZ'UUZM so viel gslétten haben. Ich selbü habe lange yd 'rekßcxéx darübcr n«1-.1)gedacht, wclche Wirkung auf die Unstkge Nutze. ch Fxxcibcit der Personen hervorbrengen düxfte, ke f'c-Jxvxr déc Ruhe gestört haben. Aber alle' Bedenken weichen vor Zk'UkbcMugUUg/ 1017": das Könégthum ungemein an Kraft und Sta: txaxät gcménncn würde, Wenn es sick) üark genug fühlte, die Am- 0163 zu bewiULgcn. „Die 2011th ist der wahre Prüfscin einer enen Regierung. S:? „st es, wodurch Freunde und Feinde erfah- M- dax“: die Gewalt ch-ltcb auf einer Grundlage bcruht, deren E.“- cvüttzrunz'. sie nicht fü-xcxztct, und daß sie, überzeugt, die Ordnung 100th «'Haltcn 2.1.1 kämmen, chxcnégen verzeihen kann, die dieselbe küört kxzttsn. Die Gnade 11“: das Wahre Zeichen der Macht, und '“s [711ka??? Mickel, ch Unxubest-„ftcx: von ihrer Ohnmacht zu über- mgen 1an sie z:: ct“zt1“a,»_ax7nen. Bts mrs dcn hcutkgen Tag waren Uc§)c.*;1,2-;=.*xxng«tn dcn 7181-7110er des Lmzdes durch eine Amnestie ent- .eqcngekounvcn. Die ge:“ckzgebcndc meammlung, das Konsulat, das aescrxhum- die Rcséauratéon bdbcn ne yroklpmcrt und dadurch siets ube tn die (550110100 zurückgebracht. Eme exnzigeRe kerung bat sci) Ick) mnnc den &ational-Kon:

'.Mk- (Hört, hört!") Té-crsclve war, wie alle usurpjrten Gewalten, xne ausxäxlicßlickxe Gewalt, die rings um fich ber die artelen er- ükaéurtxxx-los opscl'tk, bis üe endlich, ganz vereinzelt da chend, UU" ? x-cn Streiche» ihrer zahllosen Feinde scvmacbvou erlag! Jede kgtrrung, dée stch srbalten win, fühlt das Bedürfniß, an der Wc des Landes, und nicht bloß an der Smße einer Partei u "bk"; UNd des?,öalb cmpßndct sie auch die Notbwendigkeit, az: ,?kmungxn um (?ck zu versammeln , se mit einander zu verschmel- .n, und den Spaltungen ein Ende zu machen. Dabkn kann sie Iér nur durch das Vergessen alles Unrechts und durch dte Vereini- 'Ung 00er Intereffcn qelangcn. Dann hören die Befürchtungen “H und das Bedürfnsß der Ordnung führt alle diejenigen der Re-

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zu, welche zu verlieren haken. Hierdurch entstand die zxnde poche des Konsulats. Der Konsul ürcbte nach der Kaiser: Kr0ne, und er sammelte alle Republikaner um fich; er waxd das, Oherhaupt rener _Republik, und reichte allen Ro- yaltüern dtc Hand. Von dtrsex Zcit an war die Gewalt feß gxgryndet; der_m Wenn alle Parteten begnadigt werden- dann éebt ev kerne Partetenmehr. Aher köyncn wir das, was das Kon ulat that, von dem “';!“an Menißcrtum erwarten? Der Konsul war dex: Mann d.“ Veremeg_ung; unsere „Minisier smd die Männer des decrßandxv; der Konya! zog an sea), die Minister cntfernen von stch; d:e Emtracht machte die Gewalt dvs Konsulats aus, der Wi- derstand maxht die Schwäche unserer Minißer aus. Das Land will VergcffenheetddesVergangenen, Eéntracht in der Ge enwart, und Fortschritte fur dee Zuxunft; der Widerüand ist in o enbarcm Wi- dersorzach nut dem Wellen der Nation. Was das Land wia, das kgm: ck01 das doctrinaire System fortan nicht mehr geben, und fick) dtxsem Syüem zugeseUZn, heißt, gegen die Wahrheit, gegen Frank- rech) verüoßcn. Ick ftenxme daher gegen déchwilUgung irgend ei- mr_Sunxme Kum Yan cmes Saaxcs oder eines" Gefängnisses; und da tch mtch ,-b_er dt_e Amnestie ntcht durch ein Votum aussprechen kann, so mm; :ck mtc!) mrt dem Wunsche begnügen, daß die Krone, besser berathcn, uns bal„dcin (Besch vorkegcn möge, wodurchd1eRcchnung mast der Vergangenhetx vvllsiändtg ab eschloffen wird. Unsere Be- muvuxtgen find schqn 1ehtn1cht§anz 0 ne Erfolg geblieben; der Ruf nach emer Amnestie tft so laut ert nt, daß die Königl. Gnade dadurch geweckt worden ist.“ Herr. Fulchiron erklärte sch im Namen Lyons, dcffen Repräsentanx cr Zü/ gegen die Amneüée. Er set) war, sagxe er, von Unxmvßndltcbkcet gegen das Unglück weit entféernt, axlem die Ameneffxe scx) etwas Unmoralischcs, weil se diejenigen, dte ihre MttYurgcr ermordet hätten, wieder in die bürgerliche Ge- x-slxschast zuruchf0hre. «» Herr ©anvjcr erklärte von vorne herein, er in. dem vorliegenden (,.-Bc etz-Entwurfe nur eine Gelegenheit erblicke, a,ber dic Amneuéc zu sprecßen, und daß er cine solche Ge- legenhext m_;t und in dxr Folge nie ungcnu t vorübergehen lassen xycrdc. Dee yon dem Herrn Japvier aufge- enten Argumente für ?te Amnesiie siemmten tm Wesentltchcn mit denen des Hrn. Pagé“; ub-xrcxn. Er behauptete, daß tn ganzFrankreéch,-Parés, Lyon und die Vaexxdc-c nicht ausgenommxn, -- dZe Amncsiée von der Majorität der Emwohner „Jewünscht wurde. Wenn man die Pariser National- (Harde _mn ! re Memgng befragen Wollte, so zweifle er keinen Au- gcgblick dargn, daß “nc ihre Waffen in die Wagsaxaalc werfen und ausrufen Wurde: ,',Gnade_eden Befiegten!“ (Lcdbafter Beifall.) Nachdem 9er Redner ausmbrllcl) auf den politischen Nutzen der Amnestie bxnexexveesen hatte, schloß er mit folgenden Worten: „Mi- mster des Köntgs! Euer Sysiem „der Strenge ist ein ab enutztes SitYILYl;tk?1:zha1011etquchthu [Zarxctxzäckeg daxaucfß; Ye Amnesiie 1 fortan c 0 en g et; ran ret wm) ne 0 ab 0 win en oder Euch Nachfolger zu geben wissen!“ . z z 9 ,

In der Sitzung vom 30. Dez. trat derle ung des_Hcrrn von Lamartinc auf. mich gegen emen Tags zuvor. von Herrn Janvier gebrauchten Aus- draxch. Es gebe,. äußerte er, fett pem Jahre 1830 in Frankreécl) keine volttcschx Prpskrtbxrte xnehr. Kexn Vendéer, kein Republikaner be- ünde uch,semcr politescbcn Gesamtung wegen im Kerker. Wohl aber sey em Verbrexben begqngx-x worden, das die Gesetze aller Län- der als einen Angrtff auf dre Stchcrhcét Hes Staats und die brüc- hendc Ordnung der Dxngc stewpeltcn. Dres Verbrechen nun solle Fahnder werden, und zwar nacht auf den Grund eines Ausnahme- ZZcseyeso, sondern qufx dcr beüehenden gesetzlichen Beßimmungen, dxe inmtttcn der pol_1tcschen Stürme der eßtcn 4 Jahre von den Kammern selbsi gennxdert worden wären. Man thus hiernach sebr unrecht, wenn man von_Proscript1onen und Verfolgungen spreche. Alles,„was gescheb_e,_ gexctxebe auf den Grund einer Gcßygebung- dre, mtlder und,bel1:gerscv, als es deren je eine zu ir,end einer tht und in :rgcnd einxm Lande ge eben habe. r gehöre yzcbt zu denen, die 1751), 1th man zy verskzehen gebe, in der Ueber- xuUung der Gefängmse geßelen; vcelmehr wisse er sehr wohl, daß nzan xm); Menschlrxbkeit und aus Politik dem Unglücke ßets cm thitges Ohrs lexben müffe. Indessen set) es ganz unwabr, daß dae Gefängnisse u„bcrfüut wären, indem es vor 8 Tagcn überhaupt nur noch 211 polittsckchefgngene qegcben habe. Eben so wenig könne cr_ zugeben, daß das bishcrtge Sysfcm des" Schreckens und der Strenge, wxc man sich aysdräcke, durch em Syücm des Vertrauens und der Ycrsdbnunq ersetzt xvxrdcn müss, dlkm er leugne es, daß das seit 4 ';,«xhrcn befolgtc poxtttscbe Syßem jcnc Bezeicßnung verdiene. In dxr That habe _es vnllcicht nie eine zutraulcchere Politik als die jez- ztge gxgcbetx, mdcm die Regéekunq seit ihrem Bcsiehen immer das unvedtngteste Vertrauen zn_der Güte ihrer Sache, zu der Kraft der Vcrfaffuxtg und zu der Weisheit des Landes gehabt habe. Er müsse Tabor veeimehr den Vorwurf, den man in dicser Beziehung der Vcrwgltung mczcbe', a::f Me (Hegner zurückwälzen; sie wären cs, dxe per Vertaffung- den Kammern, den Wählern mißtrauten, indem sie bcüändig Neuerungen verlangten und die Z'nfiétutioncn des Landes als mangelhaft und unzulänglich vcrsckzréccn. Auch den Yorwurf der Strenge, den man der Regiérung mache, könne er mcht gsltcn knnen; gewiß habe die Verwaltung bei den wiederhol- tene Unxnhc„n_Langmuth genug gezeigt, und wo endlich eine Unter- drucknng deexcrxxnruhext nothwendig gekocsen, habe man [?ck immer gcrecht und 0141an gezeigt. „Man sagt uns“, fuhr Ter Minister fort, „das; der polterscvcn Kämpfen der “Sieg alxx'in über Recht oder Unreäzt etttscize-de, und dies nennen Sie ein System der Versöh- nung.? „Bci aüextpolitischen Fragen also, die sicb inmitten einer conßttmxten GeseUsMast e1*hcbcn,so1111e matericüe Gewalt allein ent- sck)etdcn:' Mit solxjn'n Grundsätzen glauben Sic, die Gcmütber aus: ztxsdhnetx? Wahr 111 es freilich, daß es heutiges Tages viel Menschen gtebt, dtx d:1s*Wahre vom Falschen, das Gute vom Bösen nich! mehr untxrscvetden fdnzrcn oder wollen, dre Alles ür crlaubk halten, um ihrer Metnung den Sacg zu verschaffen, 0119 d c das Glüét' und dieNuhe thrcs Lande?; aufs Spiel setzen, wm"! nc glauben, daß der Name ki- ner chtxblxk besser für daffelbe mm;» als der einu- Repräsentativ- Monarchtc. Dees ifi anerdings ein Uebel, das mehr oder weniger auf unserem Boden WurZel geschlagen hat; lauven Sie es aber auszuroxten, indem Sie Grundsäße wie diejcn gen verkündigen, die ver vortge Redner so eben dargelegt hat? Das Uebel wird dadurch nur vermehrt. Wir protefiiren gegm die Be eichmmg von Siegern und Beffegte'n, die man auf unseren geseUs astléchen Z-üand an- wendet. Fur uns giebt es in den Gcfängniffen nur Männer, die uch strafbarer Handlungen schuldig gemacht haben und dafür nach dem Bachßaben des Gesches gerichtet werden sollen. Man bezeich- net unser Syßem als abFenußt und verlangt ein anderes an

gierunÉ glän-

Zerr Guizot zur Wi- crselbe erhob sch zu-

dessxn Stxlle; ich melnerrits crkenne„indessen in dieser neuen Poletik mchts als jene alten revoluttonnairen Tbeorseen- die man gern wieder an wärmen möchte. Dies isi aber unmd lich, und so oft daher derg eichcn Gedanken kund gegeben werden, ?fi es mir, als hörte ich um so wahren und snnreichen Worte wieder-

lin, Mittwoch de117tc'-rZanuac

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O_tent hat: „...Ich !*.-Mme 0300) WM vor 40 Jahren; Zhi“ nmmce: Euch damals Petion *“ (Geläcizter. Herr Odilon-Barrot verlaxxgé. PZH" Workx “Wem. die Umncch, die gcgcnwärtig weder *.*-xn dsr Oxothwcndtgkett, noch von" de:: (JCL'eckUkaEÖT geboten wird, WM:“: bewilltgt wexden kann, Obi?!“ daß die. Régierung dadurch gesc1)wäci)r/ der Parteigcxst erxnuthigt und, dée. Ruhe der Gemüthcr gestört wird, xvßrd cs gemtß kemen etnstchttgen Staatsmann geben, der dazu nécixt mtt Vergnügcn xis Hand_1*1te. So lange aber diese Bedix: ungen noch mehr erfullt snd , so lange es" noch Besorgnn : um die ßffxntliche Ruhe und Ordnung giebt, _ so lange WLW? auch eme Amnesike nur als ein Akt der Schwäcbc erscheinen, upd, west entfernx, eine Versöhnung dex Gemütver herbeizuführen, Vielmrdr gerade eme- entgegen csevtc Wirkung hervorbringen. Aus dissen Grunden 411100 verwer cn wir für jetzt noch jene Maßregel.“ „Zaum batte dequtmecr die Nednerbübne verlassen, als die Herren Qeyraud und Odthn-Barrot uch gleichzeitig auf derselben einfandcn. Der Erstere trat jedoch bald das Wort an Herrn Odilom-Bar- rot ab, der fich etwa folgendermaßen vernehmen ließ: „Herr (Huizot bat fich,- wke mir sche nt, so viele Anspielungen auf meine bekann- ten polnischen Anstchten erlaubt, daß ich mich nicht enthalten kann„- seine Rede zu beantworten. Wax zunächst den uns vorliegenden Gcseh-Entwurf bxtrtfft, so glaube ich, daß fich kein Beispiel in der Geschichte nachwetsenaläßx, wo, während Angeschuldigte schon 10 Monate lang im Gefangmsse schmachten und endlich dem ersehnten Augenblicke nabe zuseynglauben, um vor Gericht ihre Unschuld darzu-

tbun, ein Verein von Staatsmännern und Gcseßgcbern ruhig und mit kaltem Blutx über den Plan zu dem Bau eines Saales bcratbschla- gen_, worin jene Angxschuldégten gerichtet werden sollen. Um uns eimgermaßen z_u krönen, sagt man uns, daß in 2 bis 3 Monaten das neue Gebaude fcxttg seyn _würde, und mcént, daß, wenn eins.“: 6 Monate und noch längere Zett darüber hingehen sollte, wir ja dén Mjmfter dcs Junerxx deshalb zur Verantwortung ziehen könnten.

Dres i_ß wahr ich cm großer Trost für die„Gefangenen. Und wür- den wtr wohl hart genug seyn, den Minister zu ürafcn, wenn er um? nach 6 Monaten sagte, daß der Baumeister nicht alle Schwie-

rtgkeiren vorausgesehen habe, oder daß nicht hinreichende Fonds zu dem Bau angetvcesen getp-sen wären? Aber durch den uns vorge- legten Gesetz = Entwurf 111 auch der Entscheidun der Justiz vorge- thffgn worden, dxnu als er an's mitgetheilt wur e, hatte der Pairs-

of (:ck noch gar mehr einmal fur kompetent erklärt, Was endlich die

Gertcjztsbarkett der Pairs=Kammxr betrifft, so bestreite ich se nicht,

x_obald (s sch daxum handelt„ emen Minister oder einen Pair von

«Frankreich zu rtchtezt. Burgxr aber die dem gemeinen Gesche

untexworfcn snd, muffen v_or dtx Gescéwornqn gestellt werden, und

hinsichtlich ihrer betrachte tch dee Pairs-KantMer als inkompetent.

Wohl weiß ich, daß man sch auf dex: 28. Artikel der Charte beruft.

Wer dies aber tloput, kennt diesen Arttkel gar nicht, denn es heißt tn

demselben auödrucklich, daß dte„PalrS-Kammer über die Verbrechen des H0chverratbs und die Ang'rtffe auf die Sicherheit des Staates,

die da:- Gxses noch näher bezeechncn Werde, zu erkennen habe. Diese Bezetchnung hat aber noch gar xticht stattgefunden, so daß bis 1th noch Niemgn_d recht weiß, worm jcne Verbrechen beßchen. Aus alle_n diesen Grunden verwcr e ich den Gcsetz-Entwurf, und komme !cßk guf dre Anekdote zuruck, wodurch der vorige Redner mich mit Pettoy hat„vergleéchen wollen. Auch ich sage then, Hr. Guizot, daß xch Sec schon lange kenne, denn in Ihnen sind nach der „“Fair-Revolution ane Grundsätze und alle Syßeme der Neßauration personiäzirt. (Beifau in den Reihen der Opposition.) Alles, was Sie uns über die Notbwendigkeit des Widerftandes und über d'ie Gefahren des Parteigeistes sagen, ifi abgedro chenes Zeug und ytelleécht früher eben so gut gegen Sie selbst und_ bre Freutzde angewendet worden. Sie ersehen hieraus, Herr Gutzot, daß mr- Sie ebenfalxs schon lange kennen. Die vo- rtge Regierung hatte ernst mxck) ihr Widerüands-Syücm; ibr Wahl- spruch: „„Keme Zugeüändmsse mehr!““ war aber der Vorläufer einer furchtbaren Kataßrophe. Dacses Beispiel muß um? cini e Bc- sorgniffe cinßdßen sobald wir hören, daß die jetzigen Mini er sich zu demselben Syécmc bekennen. Die wahre Politik ciner Re ie- rung beeLeht darin,daß ße zur rechten Zei! widerüebt odcr nachgtebt. Und wem soll denn der Widcrßand des jetz! en Ministeriums“gcl« ten? Echt dem Straßen-Ausruhr? dieser 112 ja gedämpft. Oder den p'olcttifckun Folgen der Jul: : Revolution? dies beüreiten die thücr selbs]. Man sage uns also, was das Widerßands- System bedeuten soll; wir müssm „es sonst für eincn Unünn erklärßn. Wenn man uns vollends dtcses Syücm als ein Svüem der Kubnbeit und des Vertrauxns anpreist, so möchten wir ivohl fragen, wie es zugehe, daß dee Repräsentanten dcffclben von dem Lande so ?apz verkanyxwerden,daß man hauptsächlich die urcht als den Hebe tbrer Polttxk betrachtet. In der That bat die Zieglerung gile Unordnungcn, dae in yen lehtcn Fahren üattgefunden haben, ubertricben, und den Partetcn dadurch mehr Gewicht gegeben, als fie wirklich hatten.“ Der General Bugeaud bemerkte bei diescn Worten, daß die Regierung tsch bci den Unruhen vor dem erzbischöf- ltchen Palaste pasffv verhnxtctt'hahe, und daß hierdurch dj:- Zerstö- rung décses Palaßesabcrbeegcfxthrt wordcn scx). Es kmn hierüber- zu 'cénigenx Expltcnteonen 'zwxsckzen Herrn Bugeaud und Herrn Odtlon : Barrot, „der be: junen Unruhen in Person xugcgctk war, uxtd daher che [)xtterbreckmng dcs Herrn Bugcaud fo'ni:5« lcgte,alo ob deescr thn für dir Zcrsiörunq des gedacbtcn Palnßcs Verc- antwortlich machen wolle. Herr OdiloncBarrot erklärte, das; er damals sein Möglichstes gethan babe, _um der Zcrüdrung vorzuch- gen, daß es indeffen Sacheydcr Polizet-Bcbdrde gewesen sex)", für dic Erba!tung__der Ruhe Gorge zu tragen. Der Minister des; Innern exgrztt darauf nocb einmal das Wort zu;“ Vcrtheédigunq des gegenwärttgen Syßcms der Regierung. woraus die Fortsetzung der chatte nur den folgenden Tag vcrlcgt wuxdc.

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„zn der Sitzung vom 31. Dezember m.tc zunäck» der » Zauberx den Kommisfions-Bericyt über die“ Propositionßdcs .???er Paraxjt hmschtltci) der Abschaffung der Majorate auf das" Bäreaa der Kammer nieder, _ Herr LeyrauH seht: sodann die obige Ds.. battx fort, indem xr sich zu Gnnürn ctncr Amnestie a:.?*'vrach, die ex fur durchaus" zettgemäs; hielt. Fm entgegengeseßten Emne spracl' sich Herr Liadé-Éxres aus, der zeegleeick) dem Herrn Guizot zu sei:“,xä beißen Reden des voxégcn Tasks Gluck 'vt'lnscbtc. In Erman-zelung YetcherEloquen ,memtcrr,werdeerstct)wcnigüensmögléch11kachfasen „xn der That s lo er bald semm Vortrag, indem "er; für die An- nahme dcs, Geste: ntwur cs stimmte. Gespanntcr wurde die Auf- merksamkett der Versamm ung, als Herr Henncqujn die Redner- bühne bestieg. (Wir behalten uns cmxn Auszuq aus" seinem Vor- trage vor.) Nack) ihm lteßen "ck die Herren (Hiéaud, Gnuguier und Genera; Bugeaud vernebmxn. _Dieser Letztere sprach s|ch be- sonders befttg aus. Man könnte thn vceUeicht, äußerte er, für un- berufen halten, in der ge enwärtigen Debatte seine Meinun abzu- geben, indem er bei den pril :Unruhen persönlioh gegen d?e Auf-

holen, deren man schx wenn ich nicht irre, in unserer Mitte be-

(ähm gekämpft babe; indessen würde m n d n '- lttakr ganz und gar verkennen, wcnn manaéhncf11thkazkz"7 FF,?É)