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Als Grund für die Abberufung des Pascha's wird angegeben, daß sem- Deptstben nicht verständlich genug _seyen, ein Fehler, der mehr seinem Secretair, als ihm zur Last fällt. Ein jeder, der beide Männer kennt, bedauert dies unglückliche Ereigniß. Der neue Gesandte er t die Anstalten zu seiner Reise so sehnen, als es sah mit der W rde eines schwerfälligen Türken der alten Schule verträgt, und je länger er hier bleibt, um so besser ist es für die „Interessen dieses Landes.- - Nachdem der Herzog von Ragusa in Aegypten und Syrien fich von Allem, was die Militaie- und CivibRegicrung Mehmed Ali's betrifft, unterrich- tet hat, giebt er in einem Briefe an den Oesterreichischcn In- ternuatms ein furchtbarcs Gemälde von. dem Zustande beider Länder. Er spricht sei) sehr ßark gegen den Usurpator aus, eigt, in welcher Täuschung sich das betrogene Europa in Hsm cht der Aegyptéschen Civilisation befinde, und erklärt endlich, daß er unter einem solchen Manne und einem solchen Systeme keine Dienste nehmen könne. Dies klingt ominös und ist unter den gegenwärtigen Umständen von Wichtigkeit. Marmont ist so arm, wie eine Kirchenmaus und war froh, in Aegypten ein Unterkymmcn zu finden. Aber er ist kein Thor, seine Talente find vo.:lnthvom ersten Range, und er sieht ein, daß die Macht Mehmed 11111! ohne eine feste Bass ist, und daß der Beherr- scher Aegyptens und die Zukunft nichts mit einander zu schaf- fen habxn. -- Aus Vurla ist die Nachricht eingegangen- daß zwe: Englische Linienschiffe, der „Malabar“ und „Re- venge“ [[H mit der Flotte vereinigt haben. Die Türken snd über die Gegenwart dieser Flotte sehr erfreut und betrach- tenofke als ihr Rectungkaittel. Auch der „Volage“ befand fich JU Burla. Der Engljsckxe Kuttsr „Spitfire“ mußte in Smyrna Quarantaine halten, weil fich Peß-Fälle am Bord gezeigt hat- ten. Bei der Rückkehr des „Castor“ nach Smyrna starb der Kajütten-Junge an' der Pest. Hier ist die Paß jest sehr unbedeu- tend und in der vorigen Woche wurden nur 17 Kranke in das Griechische Hospital gebracht. -- Aus Syrien smd keine neuere Nachrichten eingegangen. - Der Sultan hat dem Nureddin Efendi, Bruder des verstorbenen Osman Pascha, die Hand ge- reicht und ihm ausdrücklich erklärt, e_r sone alle jungen Leute, welche Europa besuchen und die Sprachen desselben erlernen wollten- uuterstüßm. Zweijunge Männer, einOberst und ein Bataillons-C ef, haben dies benuht uad begleiten Herrn Urquhart nach England. 111 vorigen FreitagL kam ein Georgischer. Fürst aus Persien in der Wohnung des oro Ponsonby an. Er War von einem Manne begleitet, den Herr Urquhart an der Ostküste des schwarxen Mee- res zurückgelassen hatte. Die Aegyptische Flotte, aus 8 Linien- Schiffen, 7 Fregatten, 3 Korvetten und 6 Bri 95 bestehend, ist nach Alexandrien zurückgekehrt, um daselbst zu verwintern. In Kahira werden, unter dem Vorwande einer Erpevition nach Ober-Aegypten , Truppen zusammengezogen, aber es ist viel wahrscheinliéer, daß fie nach Syrien bestimmt sind. Das neue, in England für den Pascha erbaute Dampföoot, der „Nil“, ist in Alexandrien angekommen. -- Die-Baumwonen- und Ge- treid'e-Aerndte verspricht sehr reichlich auszufaaen. 9- Ibrahim Pascha conzentrirt seine Truppen um Aleppo, zur Unterdrückung eines Aufstandes der Ansaris, eines wilden Bergvolkes.“
-* Aegypten.
Der Oesterreichische Beobachter' meldet: „Nachrich- ten aus Alexandrien vom 17. Dezember zufolge, war gegen Ende Novembcrs die Pest in dieser Stadt ausgebrochen, und hatte fick) schnell in alle Theile der Stadtverbreiret. Die ersten Pestfälle ereigneten sch am Bord der Linien chiffe Nr. 1, 4 und 6 und der Fragatte „,Behera.“ Auch das rsenal, worin sch achttausend Arbeéter befinden, ésé bedeutend kompromittirt. In der Stadt herrschte die größte Bestürzung, und die Regie- rung sowohl als. die meisten wohlhabenden Türken gebrauchten ürenge Borßchts-Maßrcgeln. Da diese Seuche seit ungcfähr zwölf Jahren Aegypten versckont hatte, färchtcte man allqemcén,daß fie bei ihrem gegenwärtigen Wiederersckzeincn schreckliche Verhcerungen an- richten werde, um so mehr, alsdas Elend derärmeren Volksklaffen der Verbreitung dieser Geißel förderlich seyn dürfte. -- Die Aegyp- tische Flotte sollte nach Suva (auf Candien) absegeln, Um dort zu überwintern. -- Ein Dampfboot Mehmed Alls war nach Syrien abgegangen, um Ibrahim Pascha abzuholen und nach Alexandrien u führen; sein Vater erwartet ihn in Kahira. Man glaubt, daß ck Ibrahim nicht lange in Aegypten aufhalten, son- dern bald wieder nach Damaskus zurückchrcn werde.
Der Kaiserl. Oesterr. Gcneral- Konsul in Aegypten, Herr
*Laurin, welcher am 25. November Smyrna verlassen hatte, um
fich an Bord der Brigg „Zl Veneto“ nach' Alexandrien zu be: geben,_bcfand fich widriger Winde halber noch am 4. Dezember vor T|chesme.
]Zorlinor Zörss. [)en 8. .]unuar1835-
141101. 1701'111- : 51111 11 _ 031-17071317Z7291191.“ (“,'-7“). 6717117.) [2,7 12?" ".'-NYM?|“"“"""""'"“"12'„7§*|71M:07721 4
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(30113. 33 pr. oompt. 924. Cortes W,. 01. L'F WL. 51“; 99". l'art. 864. Lux]. Russ. 107. (3011111111. 324. onx. 42. 11015. 95. (4140011. -. kms. 79. 081111311". «.
11711311, 3. 311111131“.
5; diet. MZF. AZ AZ. 8011143401181] 1285. Asus 1111101110 1“.
1834 562'z.
Meteorologische Beobachtung.
1835. [ Mor ens Nachmitt. * Abends I Nach einmaliger 7. Januar. *.;r. Inhr. [ 10 Uök- „ Beobachtung.
Zttftdräxck.. 341,37"'P§;-1340,9AJZ. 339,Z0"';v§r Quellwärme 7,0"R. uftwrme-49".“061.- -8*T. Tbauvunkt -- 5:4 “ N. "- ]:6 "R. - 4,8 "N 'UUM'M“ 0/7 OR"
Dunstsättg. 98 pCt. 92 W, 91 pCt. Bode::1värme1,s“R. 01.11.74: ...I... .S.. Wolkenzug - SW. ] -- 5021110111th 0_
Königliche Schauspiele.
Freitag, 9. Jan. Zm Opernhause: Auf Begehren: Der Freiscyüh, Oper in Z Abth. Mustk von C. M. von Weber.
„Jm Schauspielßause: 1)Ca11111[u, 011: 1.0 110113 (11 111 800111', 7311111371118 1311 1 0010, 11:11 5011118. 2) 1.11 148110 (1001161110118, (11711110 110111171111 1311 1 0010, 11:11" 1111". 011: 1131101Z1137 (31. 90:1. j01. 3) 1.03 1112185 1010003, [11608 0011013110 011 1 11010, 11:11" 1111". ():11'1110110118.
Sonnabend, 10. Jan. Jm Schauspielhause: König Kon- radin, historésche Tragödie in 5 Abel). und einem Vorspiele, von E. Raupach. _
Sonntag, 11. Jan. Jm Opernhause: Die Alpenhütte, Singspiel in 1 Akt, von A. v. Koxzebue. Musk von J. P. Schmidt. Hierauf: Der Aufruhr im Serail, Ballet in 3 2160), von Pk). Taqltoni.
Im Schauspielhause: Die beiden Klingsberge, Lustspicl in 4 Abth., von Koßebue. Hierauf: Jugend muß austoben, Lust- spiel in 1 Akt, 170.5?) dem annz, von L. Angely.
Königsxädtisches Theater.
Freitag, 9. Jan. Dcr Barbier von Sevilla, komische Oper in 2 Akten. Mufik von Rossini.
Wegen Heiserkett dcs Herkn Holeüiller kann die Oper Norma nicht gegeben werden. Die bereits gelösten Billers blei- ben zur heutigen Vorstellung gültig, oder kann der Betrag da- für bis 6 Uhr Abends in Empfang genommen werden.
Sonnabend, 10. Jan. Hénko, ,der Stadtschultheéßen-Sohn von Nürnberg, Schauspicl111 5 Akten, mit einem Vorspiel: Der jüngere Sohn, von Ch. Birckz-Pfeiffer, (Madame Birch- Pfeiffer: Margarethe Voléner, als Gastrolle.)
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Neueste*Nachrichtcm
Paris, 2. Jan. Vorgestern AHend brachte der Staats- Ratk) dem Könige seine Glückwünsche zum neucn Jahr. dar. Geßern empfiugen Se. Majcsiät der Rerhe nach die Glückwün- sche der “Adjutanten und Ordonnanz-Offi :erc, dcr 9121110707 UNT) Marschäüe, der Pairs: und Depucirten-Z ammcr, des Cassanopsx und des Rechnungshofes, vielcr anderen BeHörden und des dx- plomatischcn Corps. Im Namen des lelzreren redete dcr R10- sléche Borscyafter, Graf Pozzo di Borgo, Den König an; er Le- merkte unxer Anderem, daß die Wünxcyc, welche er im vorigen Jahre ausgesprochen, glücklichcrwc1se in Erfüxlung gegangen jcycn und daß die Vergangenhetc einc neue und mäcptige Yüög- schaft zu Gunsicn des|cmgcn oarböcen, was aUe Gurgennncen von der Zukunft zu hoffen und zu erwartsn ein Rechc hätten.
„In der hemcgcn Srßung der Depucirten-Kammer, zu welcher sch) ein eben so zahlretches Auditormm, wie_an den vorhergehenden Tagen - es fehlte auch nicht an scyöt1ge1chm§1ckx ten Damen - eingefunden hatte, wurden die Berathungen Über den projckcircen Bm sims Werke:)ts-Saales für den Pairshof fortgejcßc, nachdem die Bureaus OeyKammer durch 1306 Los.; 11eu311101nme11gesekzc worden. Herr Golbéry ließ s1ch wcder den “etreffenden Gescß-Entwurs' vernehmen, indem er den vor den Pairsdof gebracyxen Prozeß als gesetzwidrtg bezeichnete. Herr Hervé: erklärte, daß er anfangs nicht die Absichc gehabr habe, tm Laufe dieser Debatte das Wort zu ergreifen; indessen sey er durch die dem Gcseß-Eutwurfe gemachten Vorwürfe 10 im Innersten bewegt worden, daß er als Mitglied der Kommi]- ston nicht umhm könne, dxeselben zurückzuweisen. Der Redner gab sich darauf alle Mühe, die von semcn Vorgängern aufgesteü- ten Argumente zu widerlegen, was ihm inoeß seylechc gelang. Herr Dugavé war der Mcmung , daß die Amnestie, ganz gv.- gesehen von dem vorliegenden Gejeß-Emwurfe, als ein großer politischer Akt bewil11gr werden müsse, daß der Augenblick zu emer solchen Maßregel gekommen sey und daß die Natjonal- Garde wie die Armee so laut begehre. Der entgegengejeßtex A11s1cht war Herrn Robincau, einer der Depucicten der'we1r- lichen Departements, der M) bei dieser Gelegenhetc zugletch 111 einige Details über die Unruhen in der Vendée einließ. Dxe Herzogm von Berry, bemerkte er, habe schlechte Rathgßber ge- habt; . ste sey der * einung gewesen, daß bei ihrem Erscheinen der ganze Süden und Westen für ihrcnSohn aufstehen würden, während f1e nur etwa 1500*Mann um s1ch habe sammeln kön- nen. Herr Salverce, der zu Anfang dieser Sihung auf- genommen und vereidigt worden war, ließ sich jetzt z_um erstenmale wieder vernehmen. „Der um? vorgelegte GMF- Entwurf“, sagte er, „hackeinen andern Zweck, als den gewöhnt:- chen Lauf der “Gerechtigkeit zu unterbrechen. Hinzu ist abox Niemand berechtigt. Ohne Zweifel muß die Gerechtigkeit lang.- samen Schrittes vorschrerren , niemals aber darf ihr Lauf ganz gehemmt werden. Dies“ wü1'de aber der Fall seyn, wenn man 1th erst einen Saal bauen wollte, um die Angeschuldigten zu richten.“ .Der Redner bekämpfte dcn Gesclz-Entwurf aber auch noch aus anderen Gründen. Er suchte zu beweisen, daß die National-Versammlung und die Kaiserliche Regierung, als sie Amnestéeen bewilligt, s1ch in ungleich schlimmerer Lage als die ge- genwärtige befunden hätten. Er gehöre keiner systematischen Oppoficion an und einer der anwesenden Minister werde ihm das Zeugniß geben, daß er niemals einer solchen angehört habe. (Herr Hamann bejahte dies.) Indessen sey er der Ansicht, daß die Regaerung sci) lieber auf die öffentliche Meinung als auf die materielle Gewalt stüßen sollte. Er sey nnig überzeugt, haß die Hauptstadt im Allgemeinen einer 20.2019 911111119 joy,;
-Menge Dichtungen ausgearbeitet.
„Ick wünschte daher wohl“, sagte der Redner, „d..: zu einer solchen Maßregel entschlösse, und da;
man , sub man sie zugleich auf dée in dehnte. Dieser Wunsch steht übrigens mit demjenigen, im Jahre 1830 zu erkennen gab, in keinerlei.Weise in
Last scheint mir für die schuldigen Minister eine hinlän crafe, ganz abgesehen von den moralischen Leiden, die se im bei ihnen und den Zhrigen urücklassen wird. Und warum so man nicht die Thüren dcs 'esängnisses vier Männern erz die vielleicht nicht einmal in Frankreich“ bleiben werden? Regierung scheint s1ch Zu, fürchten, die Verantwvrtléchkeit für zu übernehmen, und doch hac ße_ die Herzogin von B." amnestirä, die“ mindestens wohl eben po schuldig als jene M10- scer war ?“ Herr Salvcrte stimmte schließlich für 1311: VW» fung des Geseß : Entwurfes. Man verlangte cht „„ allen Seiten den Schluß der Debatte; indessen gel. es doch noch Herrn Mauguin, sich Gehör zu vcrschqffm Derselbe stellte unter Anderem die ganz einfache Frage, we“). man fich so sehr ßräube, eine allgemeine Amnestie zu bewilligem da man doch bereits mehrere der Gefangenen des MoncSl W21chel amnestirt habe. „Also der Zufch“, sagte er, „hat diese: Gefangenen ihre Freiheit verschafft? und aüe andern sonen: beklagen , daß fie bei dem Brande auf jenem Felsen nicht 55 falls mit zugegen waren. Und doch will man es nicht Wahrh, ben, daß es politische Proscribirte giebt. Ick beharre bei dieser Behauptung. Unsere Abscht ist, alle Franzosen in ein gem, sames Gefühl der Liebe zum Vaterlande zu vereinigen. zweifeln, daß die Regierung bei ihrem Systeme diese Absicht reichen werde.“ (Bei dem Schlusse dieses Berichts war H,. Mauguin noch auf der Rednerbühne.)
Bei der Englischen Gesandtschaft trifft man alle Anstan zum Empfange des Lord Cowley, der sich unverzügxéch a11fs5 nen Posten begeben soll. Es heißt, er habe als Botschafter zu W: einen sehr versöhnendcn und gemäßigten Geist gezeigt, un 1 diesem Grunde Ihe man ihn zwei anderen bedeutenden 1.5 nern d'er Tory- artei vorgezogen. Man betrachtet daher- Sendun des Lord Cowley als ein Zugeständniß für die Fra zö'ßsche cgicrung.
Das Kabinet der Tuilerieen soll im Begriff stehen, aufa Fälle hin, da es dem nenen Englischen Ministerium, ungeach aller Versicherungen desselben, nicht trauen will, einige Vorfich1 Maßregeln zu treffen, und dies insbesondere an der Belgisch Eräwze. Meßvere Regimenter, die schon an der Belagerungvo Antwerpen Theil genommen, haben, wie man verstchert, den B fehl erhalten, sah der Belgischen Gränze zu nähern. Es s übrigens nicht die Abscht des Ministeriums seyn, sofort ei neue Nord-Armee zu bilden. Man würde sch, heißt es, da begnügen, ungefähr 40,000 Mann drei oder vier Tagemärs weit von Belgien so aufzustellen, daß se in wenige» Tagen v- sammelt werden könnten.
Der berühmte Englische Dichter Campbell wird in einig Tagen auf seiner Rückreise ua.?) London hier erwartet. E11) fick) mehreke Monate in Algier aufgehalten, wohin er s1chm' Hrn. Laurence und dem General Drouct d'Erlon begeben ha DemVernehmcn nach hat er während seines Aufenthaltes in Ask! ein interessantes Werk 1158? die Sitten dsr Araber und 11 Hr. Campbeu ist 1111th Ausnahme, die ihm in Algier geworden, sehr zufrieden.
Die Chouans sind, obwohl diesmal nur in germger Anzah hier und da wieder rege. So wird der Gazette des Tribu naux aus Fougöres (Ille ec Vilaine) vom 25. Dexembe mttgethetlt: „Herr Tregomaén, vormaliger Deputircer unter » älteren Linie der Bourbonen, ist in seiner thtxung bei Autra' im Bezirk von Fougßres, in Folge einer be: 1hm_1xorgen0mm nen Haussuchung, verhaftet Worden. „Er wurd; yoxorx mat d Poß nach Poncivy gebracht, wo, tote es schemx, cnx Pro über ein großes Komplott inskruirt wird, das das Wrederer bung der älteren Linie auf Frankreixhs Thron vexm-txelsk d Cyouannerie zum Zweck hatte. Verjchiedene Paptere tollen“ die Hände der „Behörden gefallen 111,11.“ „ .
Es scheint, daß bei Lyon cine völleg vrgamsjrte Dish bande besteht, welche die ganze Umgegend unsuyer machs.
Man hat berechnet, daß während des verflosjenen „Jah über 150 neue Zeitschriften, sow-yl wdchencliche ais monatii» in Paris erschienen snd. Dae Zahl der neuen Romane beträ» 200, die der Übrigen Werke von verschiedener Art 1600. * Pariser Buchan0cl hat 1500 1vtchcigeW_erke auf dem'Wege ** Subscription publtzirt. Von aUen dieren Speculacaonen „- nur 35 bis 40 verunglückt; alle übrigen halten ein günst! Resultat. .
Aus Sainr-Iean-de-qu schretbt man _vom 27. Deze her: „Das Spanische Dampfscyxff „Rcyna GobernadoraH so eben m unserer 2301) vor Anker gegangen. Es überbr- 4500 Flinten, du: für vie Truppen der Kögigin bestimmt K* Man brinxxe in diesem Au.;enbnck jene Waffen in 5 Trinka- ren, um- se in unserm Hafen auszuschZße11, von wo fie u Eskorte nach Spanien gebracht werden wixen.“
Dée Elect-on thetlc „Briefe aus Bayonne vom 27. Dez mit, die wenig Interesse darbieten. De_m Insurgencen ware! endlich gelungen, 11111311 Mömer *ztz gießen , der Bombenvo“ [50 Pfund, dic nmn 11115“ den Gxeßereien von Orbaceite “11“- trägt, und fie sch1cktcn sech an, Exqondo zu bxlagern. Ou? InsurgentensBacatUonc unter Erajo, welche dtexen Plaßvlokv ren, smd beschäftigt, Holz und brennbare Stoffe zusammcnz bringev. Von Mina vernimmx mcm_niches. Die Insurgxnre
aben bei El1sondo drei Franzojen er1chießen lassen, die i11thk
eihen disnten, und die fie--1n Verdacht hatten, deserctrenz wolken. ' Beide kricgführende_Tk)etl-: haben wegen des Treff vom 15. Dez. ein 11: 0011111 ungen lasen. „
-- Heute schloß 5proc. Rente ]11'. 0011191. 106. 75. 1111 60' 107, --.' Zproc. [)1'. compi. 76. 75. 1111 60111". 77. 5. 51) Reap. [)1'. oomyt. 93. 70. _1111 (:()111'. -. ». Sproc. Sd' Rente 42. Zproc. do. 27. Cortes 405. AUSg. Span. Sch' 13. prroc. Holländische 54. 30.
Frankfurt a. M., 5. „Jan. Oéskcrr. Jproc. Me, 1001974007?»- 413M- 9c'r'7 92. 2-1-proc. 54 G. 1proc.“ 23751. Bank-Actien1544.1542 Parr.-Oblig. --.-. Loose 100 Gulden 214. G. Preuß. PMM--Sch. 61, 60Z. do. 4!" Anl. 944. G."?„F. Zoll. 5proc. Obi. von 1832 971. 97;„ Po
Loose 2694. 69. .F. proc. Span- Rente 421 42. choc. do. v"
chacteur (70 ckckck. .
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Kronik des Tages.
Der Ka1nmergerichtsxAsseffor Goldbeck? isk um Justiz- Kßmxnjssariw's bei den Gerichtxn des Ruppiykchen Kreises“, m_ét *mveisung scxnes Wohnortes m Wusterhauwn a. d, D., b5s2111t wox'deN- '
" Im Bezirke der Königl. chéerung «: Stralsxnd 111 der Kandidat d-n' Theol-zgie, „Adolph WCMS?“ zum 905101- 1111]1.111(§i115 dcs Pi'edigct's Schulz zu 11111: ernannt worden.
Angekommen: Se. Excellenz der General dc? Kavallerie “md kom111at10€rcknde Geacral dcs “17“11217A11tcee-Corps, Graf von jeccn, von Brcs'lau. D;“r General-Major und Comnmndcur dcr 12cen Lanthr; „syrigadc, von Braunscb'weég, vou Nsiße.
Abgereifk: Der Obsr-Jägermcéüer und Chef des Hof- :gd.?§n.tes, General-WTajor Fürst Heinrich zu Carolath- ..eutkycn, nach Schlcsien.
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ZLUUUJÖ-Rachrich§MR „Ausland.
F r a n k r e i ck. Ja der Séßung der Deputieicn-Kamnzcr vom 2. Jan. ging «“nach “Abgang der Po11)noch_ungcmein üürm1sch her, Den nächüen .“;n aß zu diesen lekokzaften Exörrcrun cn gab Hcyr Maugtzén dg- urch, daß er den Miniskcr dcs öffent échen Unterrccbts an seme fru- erenpolitischanrundsäßecré11ncrte,undibndcsWankelmntbshesclzul- jgtc. „K*.11111chrr (0110.01 0th“, sagte _er, „HieJuli-Revoluteonvev- beidigen? Für ihn war ,dicxe Revoluxcon cmeKatqürophe, ein an: isoc'mloß ErcigUiF, ein Unglück. Bet solclxcn Anstchtcn qber kann * an Unmöglict) die Skeüung, in der man 110) befi_ndet„m1t Erfolg ertbcidigen. Und in Her That verbergen dic Mimüer thrc wahren nschtcn auch nicht: ste haben es kxin Hehl, d'aß ste in der Schule der Restauration gebildet woxden scnd. (Murren), Unterbrechc_n Sie mici) nicht, 111.3“)! LesenStc bloß den Monxteur; Ste werden darm finden, daß einMiniücrsYlbsi gesagx, marx habe kxmc andereAbscht, als dke Gesellschaft zu rekopüittztren, isisr eme artftokrat1schcForm quZeben, und sul) auf die Geisilechk-nt zu „ätzen; es sey, mkt cinem orte, auf eine Rückkehr zur Rcüauratton, bloß unter emem zmderen Regie- rungShauptc, abgesehen. Frankreich verwirft „aber eme solche Ten- denz. Dä.“ Sprache des Mtnißcrtmns m Hteser Beziehung ist“ so deutlich gewesen, daß, wenn dre Kammer sich,!)at tauschen [an*«zn, te es nicht anders gewollt hat; denn die Méntfter haben 1vahr11ch hre Gedanken nicht 'verheimljcht. Noch 111 einer unserer letzten Sixzungen beklagten ste sich über jenen Mangel gn moralischen: und olttiscyem Glauben, der sch ühexall im Lande fuhlbar mache. Wte kann dies aber anders seyn? Ww Yann es in Frankreich noch „eincen Glauben eben? Dic FuZi-Revolutton war yon dem Volke nnt c't- ner gewi en Begeiüerung begrüßt worden; )Cßt nennt man ste em Unglück. Frankreick) möchte seinen Kdmg gern lieben; 1xmn sagt ihm aber, daß eine Regierun umxopulaér _seyn m_use. ZUntcrbrcchung.) Ick) wkexcrhole blo , m. „xp„ wgs tm Monttcur cht. Frankreich achtete dte Gescße, und man m.tßbraucht fie.'in solchem Maße, daß st'e den Bürger nichtemchr schuhen. Dock) tch halte inne. Wollte ich fortfahren, so Wurden Sec sehen, daß_al1e dicse Grundsätze zu einer Zeit verthetdigt, _zu _cmer anderen wrcder Verleugnet worden sind. Wie kann man sec!) hternach noc!) wundern, wenn es dem Lande an einem polnischen Glauben fehlt? Täglich sa t man uns, daß uns noch 50 Jahxc der Unruhen bevoersiändcn. I]? dies wohl eine Sprache, 1vie_man nx dem Lande gegcnubcr hal- ten soll? Wir müssen diesem Zunande ern Ende machen. Der _Kam- mer gebührt diese Aufgabe, ut1„d„namentli_ch den jungen Deputtrten, denen unsere früherem polmfthcn Dt-Zkusßonen fremd „ gcblte- ben, und die frei von allen Verbindlrchkchctcn snd; ste vox- jüglick) müffcn sick) auSsvrechcn, upd dee Maxorktät dahm verseßen, wo se die gerechte Sache erbleoken. Was 11115 betrifft, „so werden wir ihnen gerne beistehen, ohne von ihnen emen Lohn fur den Sécg zu vertan 11.1.“ - Gleich nach Herrn Maxtguén besttcg Herr Gnézot zu einer Ncchtfcrtignng die Rednerbuhne. „Ja) ,' würde vjcneicm“, äußerte er“, „das Woxt_11tchtergri_ffchn haben, wenn der vorige Redncö nécht gegen die Polxttk Hes thüeriums eincn Vorwurf vorgedraxlxk hätte, den wir hcer ntcht zum erstenmale hö- kM- Man beschuldigt „uns, das; wir uns zu dem Syskcme der Re- Üüm'niion hinneigtcn. thr ist es, daß Mchrerx von uns, und tcb insbesondere, unter der vorégsn Dyrmstée dffentltche Acmter beklei- dxt haben. Inchcn will ich 111.1» hoffen, daß man uns blxß dteserhalb tadelt; dcr Vorwur“, den man aus macht, gtlt ohne Zweifel allein der damms von uns befolgten Politik; W 0 hat vorgeskcrn erst ein sehr eloquenter Redner, der letder in diesem :*ugcnblicke nicht hier 10 (Herr Berryer), behaup- kek- daß während der 15 Jahre der Ncsiauratmn er und scincFreun-
de es stets gewesen, die sich der Volksfreiheitcn angenommen und *
dasLand gegen die (Hewaltthätigkcitetx und den Reactions: und kafolg1111gs:GeLÜ der Regierung vertheldk t blättert. Jük diese Bc- büuvmng aber wohl gegründet? Haben ni t vtelmehr memeFremr- dt und ich zu jener Zeit üets aufrichtig, upd bebarrlkck) dahm ge- traecbtet, dic verfnffnngsmäßige Monarchte m Frank'reech fest zu he- grunden und die Verheißungen dcr Charte zu verwerflichen? Erm- .nern Sie fick) dcs W.“.hl-Gesetzes, des Rekrutirun s-Geseßes, des P-“eß-Ges-xyxs, das die Preß-Vergchen den Ge chwornen unter- warf; schrkiben sich diese Gesz'ße, und noch mehrere andere, dre, ici) anführen könnte , mcnt aus jener“ Zett ber, wo mum Freunde und ich im Ratbe des Könegs saßen? Wa- ren wir es nicht, die wir uns unabläsfig dym Reacttons- und Verfolgungzgcéßc wixerscyten, von n'elchcm d1e Kammcx von 1815 beseelt wm"? Zn "dcr That, meine Herren, tch schäme nxtcb fast, daß Um" mich zwingt, an solche notorische Thatsachen zu crtnnern. Da- Mals erscholl unser Lob aus dem Munde der1elben Partei„ die ups beute tadelt. Und was that denn diese Partei, als se thrersetts ans Ruder gelangte? Ick mag keine traurigen Erinnerungen wek- ken, mag nicht die Leidenschaften aufregen; qber vexsagen kann, ich es mir nicht, einige Maßregeln aus dceser y1el gerahmten Pertode btrvorzuhebcn. Ich nenne bloß dcs SakrilegmmH-Gesetz, das Gesetz über das Erstgevurts = Recht, dax; über die Emcgranten - Entschä- Ugungm und das PNL-Geseß. Von anderen _volltischen Maß. Koeln könnte ich vorzugsweise noch die Erpedttkon nach, Spa-
* Prenßiscsyx StaatI-Zeitung.
Berlin, Sonnabend den 10ten
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men nennen; mdeffen mag ich mich bei diesen Erinnerungen nicht“ aufhalten, xmd bxschränfe mich daher auf die Erklärung,- daß “cs selbst zu jener „Zeét, wo wir der Regierung völlig fremd waren- tmtcr dxxz Vcrthctdigcrn derselben viele Männer ab, die der 'Re- pkäsentattv-Mongrctn'c aufrichtig anbingen, und Her Meinung wa- ren, Haß 111011 ste sclbst unxdiesen chts unterüüßen müsse. Ick [ase dtes absichtltcx), damit selbst diejcmgen Männer, die damals un- ;er (Hegner waren, crfahren, daß jener (Helft des Hasses und der zcéndkclmft, wovon man ihncn 1110030110, Von unserer Seite yie bc011nd._ [2111011111 auf eine frühere Zeit zurückzugeben, muß ich bier ausdruckitc!) bcmc'skcn, das:, wmn ich vor einigen Tagen von .dxn 3171100110er des Jahres 1701 gesprochen, es dyrch- 111113 mcht n1ctne 211111110 war, die Personen zu bcschllldt M- d'zc dnmnl? anf dcr polnischen Schaubühne üandcn. Die Abs _)tM dtcser PNJYMU waren ohne Zweifcl gut, aber ste beruhten auf wrt- qen Bcgkmcn, auf anarchischrn Grundsäßcn- Dies iß auch noch
*icjzt meine Ansfcht, und ich behaupte dkcéü, daß, wenn wir untcr
drr vorigenDynaüic der Freiheit 11111» Dienste gelcistet haben, solche xben nur 11118“ unserem unablässgcn Bemühen hervorgegangen smd, Une aqaxchrschxn Grundsätze zu bekämpfen. Ich mag dtese DiSkus- 11011 mcht wetter in die Länge ziehen; meine einzige Abs7cht war, unsere Handlungsweise„1.111th der Reü'aurgkion, set) es als Rathgeber der Krone, oder als Mttglicder der Oppontion, näher zu bezeichnen.“ *- Hr. Charamaule ergriff nac!) Hxn. Gurzot das Wort, um na-
mentlich ausdcffcnfrübrcu Säxristcnzub1wciscn.daßcrseincn politisÖM'
(Hxaubsn geändert habe. Die Grundlage der jetzigen Regierung, mcmte er, 01) das Prinzip der Volks=Souveraénetät, und es frage 00) jetzt, Wix Herr _(Huézot stühcr hierüber gedacht habe. Der Ned- ncr verlas hterauf emige Sthen aus einer von Herrn „Guizot vor 131 Jahren herau-degebenen Schrift. Mehrere ministertelle Depu- txrte sua')ten dicse Vorlesung zu hintcrtreiben, indem se munten, ders wären blo'ße Persönlichkcttcn. Dics half thncn aber, zu nichts, Herr von Brecquevi_lle bcmerétc,daß, wer dcn Angrtff gcügtte- skck) auch dée Vertheidtgnng gefallen lassen müsse. An einer_1en-r Sketch nennt Herr Guézot das Px'inziy dcr Volkö-SouverametU an stel) abgeschnmckt und barbarisci), und diese Steüe war es, des Herr Charamgule vorzüglich hcrvorhob. Herr Gyizot meinte, adaß der Redner sem Buch nicht verü'che; Er wolle mxbt hoffen, sagte er henzu, daß man die Kammerzu cmrm pbilosoph1schen Kampfplahe machen wol1c; er bcharrc unbedingt bei den Meinungen, du er 111 jenemBuclyx ausgesprochen habe, und behaupte, daß src dgrckxaus nicbt, tm Wtdcrspxuche mit den Prinzivicn ßänden, die der jetztgen Rxgterung zum Grunde lägen. Als Herr Charamaule darauf ferne Cttationen fortsetzen wollte, suchten die Ccntra solches abermals zu vxrbindern, während die Oppofitions-Partei dcn Redner ermuthigte, necht nachzugeben- 'Es kam hierüber zu einem solchen Lärm, daß Herr Charamqule sch zuletzt nicht mehr verüändllci) machen konnte, und daher mat fol endep Worten die Rednerbühne verließ: „Ich erkläxe, daß es 111 r bet dtcscn fortwährenden Unterbrechungen un- mßgltck) ift, meinen Gedanken Worte zu leihen. Entweder wollen Ste „eme Debatte, oder Sie oncn fie nicht. Im „ersteren Fall 10 es aber eine Haupt: Bedingun , das; Sie 1703 11:11 vcr- halten, „und dem Redner Ihre Zufmcrksamkcit schenken.“ Hcrr Gutzot ersuchté den Präsidenten, die Kammer dqrauf auf- merksam zu machen, daß er selbst (der Minister) die wettere Vor- lesung verlangt habe; „Ganz 11110“, erwiederte Herr Dupin, „aber man wrll den Redner mcht bdren.Z/ Nachdem Lcßtercr auf seinen Platz zurückgekehrt, .rief er noch emmal Überlauf: „““ch er- kläre, daß man mich verhmdert hat, mein Mandat zu erfuacn!“ Herr Laffitte sa tc, daß er an seénes Kollegen Steüc die Tribune nicbt verlaffen,ha en würde, und vcrlanate im Uebrigen, daß der ganze Vorfall tm Protokoll Verzeichnct würde. „Ich prote'siltße quel) meinerseits/Z, fügte er hinzu, „wegen dieser Tyrannet der, Maxorttät. Es giebt keene Unabhängigkeit der Tribune meh?!“ Hteruber kam es. zu einem abermalégen Tumuxte, mehrere Redner verlangten auf einmal das Wort; der Präfidcnt erklärte aber, daß er daffelhe nur Herrn _Chammaule zuerkcnnen könne. „Ick ersuche dte Kammer in thrcm eigenen Fntcressc“, fuhr er forx, „stch situ zu ver- halten.„ WM: cin Rednsr Stellen aus Druckschreftcn citirt,„so kann man scme Cétationen, insofern fie jrrég snd, späterhin bcr1ckztigen, Wenn man ihn aber bei jedem Worte unterbricht, so isi es kxar, daß man das Recht der freien Erörterung verletzt. Ich fordere dtx Kam- mer wiederholt zur Ruhe während dergqnzen cht auf, dgß dce Vor- lesung des Herrn Charamaule dauern werd.“ Letzterer ctxirtedarauf noch mehrere einzelne Stcllcn aus der oberwähntcn Schrcft. - Als H1". Charamaule jetzt auf seinen Play zurückkehrcnxwollte, ersuchte der Minister ihn, sein Buch zurktélzulaffen; cr beütcg daran selbst die Rednerbühne nnd theilte der Versammlung noch andere tellen aus seiner Schrift mit, um seinen Zuhörern die Ucberzeugung zu 0erschaffen, daß er damals nicbt anders wie jetzt gedacht habe, und daß man ihn mit Unrecht des Wankclmuths beschuldigt. 21qu neue wurdc sodann der Schluß der Debatte vxr- langt, jedoch, umsonst. F:.crr Comte, der 170) und seme Partei durchcmige Asußerungcn des Ministers verletzt fühlte, er- griff das“ Wort und sa te: „Wenn der Minister uns beschuldigt- daß wir die Nepräsentat vRegicrung nicht vxrständen, tznd dgß w1r nnarchisMc Begriffe hätten, so beschuldtge tch ihn metncrseets dcr Bcsiecbumx und der Géwaltthätigkeit,“ 2111 die Bemerkung dzs Grafen 25-1 "bert, daß der 1.1 Artikel der C arte es vexbiete, fru- bere politische Handlungen ans T11gcslicht zu ziehen, crwtedechHerr von Bricqueville: „Ja, die „Cbgrte von 1814, aber mehr die von 1830“, - cine Aeußcrung, dcc cme anhaltende Bewegung ver- ursachte, Auch Herr: von Salvandt) verlangte, daß man alle Per- fönlicbketscn bei Serke laffe, und als dcssenungcachtet Herr Coxnte dee Frage stellte, wer das Ccnsur:G1-scy und das Gesetz uber die Prevotal-Gerichtshch entworfen habe, meinte Herr Jan- bert, Man könnte eben so gut fragcn , von wem das Wahl-Gescv von 1817 vo1*bercitct_1vqrd1n 11-1); zualeécb ersuchte "er den Präüdenten, wegen jener Persdnlechkeitcn dcn Mdncr zur Ord- nung aufzurufen. Statt dessen aber wurde er selbst von Herrn Du- vin zur Ordnung ermahnt. „Wenn die Geduld der Kammer ge- mißvraucbt wird“, sagte Letzterer, „so ist es“ nicht meine Schuld.“ - „Doch!“ rief Herr Zaubert. ZB_egcn dicses“ AUSrufs erbtel't er einen zweiten Verweis von de111P1aüdenten, der nunmehr erkla1“te, das:, da es al_len Anschein gewinne, als ob man die volitescbe Hand- lungsweise emzclxzer Personen zum Gegenstande dcr Debattx zna- chm wolle, er .kccnem eknzigcn Redner weiter das Wort bewrmgen werde, indem dtes Persönlichkeiten wären, die eben so th gcgexz die Schicklicbkeet als gegen das Reglement vcrüießen. ls jest uber den Schluß der Debatte abgestimmt werden fonte, widxrseyte fich demselben Herr Bérengcr. „Unter den Fragen, die hter verban- delt worden snd“, sa tc er „ iebt e_s eine, die noch nicht hinläng- lich erörtert worden 11 , 11 ml cl) diejenige, wem das Recht zusteht, einc Amnesiie 111 bewiUigen. Ick) verlange daher, daß dre Beratbung morgen fort esetzt werde.“ - Nachdem die Mehrzahl der Versamm- lung fich mt diesem Antrage einverstanden erklärt hatte , wurde die Sihung aufgehoben.
Januar
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Bei Besitjéx “0-1“ -Z?,.5-Zch,-*-.111.; oom „3011 wurden, da fix!) 01:11“ Berathung, erfork-xrlécL's 51.1131, yon Méx-„zéi-cdcrtx noct)__mcht «117.112: funden harry. cinégc 551111101 uninterrJanß B1nschrxxt9chr1chxe abgestattet. Ats di.;- Rawmkr *ooklzählp; war, 12 te s1e 011 ok-t'ge Debatts sort. Herr Berenger trat zur :. 100011111515 der Ansicht anf, daß“ ;edc: Mr dxei StaatsGetvalcen 01-3 31111111: tive hinsichtlich einer Axnnz-stic exrgryifen kömw. Ex béhä'xxpxexs- das Recht der Begnadigtmg und also (Wick) Hie JNMWT M JL?- ser Beziehun stehe ausschtichtich 09111 Köch 31.1, „DMU «M“ war er der * einung, daß der König diedes Rccht 111003090102 vor erfolgtem Urtheélspruchc ausükxen dürfe. „Man hq: gejagt,.- fuhr der Redner fort, „daß der König dieses Recht 1111581004907. könne. Nein, 111. H., da ür haben wir vcranxworrliche Mxmyrxr. Der König hat das Ne t, Frieden zu schlcxxzen, uqd thcg zu erklären. Folgt daraus, daß der König umere Natwnalctät ge.- fährden könne?“ Den Gesetz-Entwurf selbst erkläxtx Hr. chenggr für ganz unpassend. Bei dem Prozesse der thsier Karls )x, sagte er, habe man auch außerordentléche Ausgabenmachen Müssen; aber man habe es nicht gewagt, der Dchttrtep ! Kammsr cine s01che Forderung vorzulegen, aus Furcht, auf deeser Redner- b1'1hne Erörterungen zu veranlassen , die den Angeklagtxn hätt?" nachtbeilig werden können. Man habe damals die Aungen 111 dem Rechnungs-Gcscß: mit aufgeführt, und die Kammer habe die Schickléchkeit eine:"; solchen Verfahrens empfunden. War1:m könne man bei dieser Gelegenheit nicht eben so zu Werke,. gehen? Er werde gegen den Gesc Entwurf stimmen, weil dcrse1be emer- seits das Begnadigun s- echt des Köni s beeinträchttge, und andererseits über die traffällégkcit der ngeklagten vorweg ent; scheide. err Odilon-Barrot sagte von seinemckhplaße: „Ich ebe die identität zwischen dem BkgnadigungNRc re „und d'exn
mnestie- echte keinesweges zu. Nichts0estowcniger stamme m„ wie der vorige Redner, gegen den Gesekz:C'ntwurf, und glaube, wie er, daß die Amnestie-Frage in die Ihnen vorgelegte firmy- zéelle Frage nicht mit begriffen ist.“ Nachdem fich no,ch 01a Herren Poulle, Sauvcur Lachapelle und Glaisttzotn in kurzen Worten gegen den Geseß-Enttvurf ausgesprochen ,hat- ten, wurde die aügemeine Berathung geschlossen. Der Verschr- erskatter, Herr Dumont, faßte hierauf die Debatte zusammen. (Lei “I)lbgaug der Post befand er sek) noch auf der Redrscr- b ne. .
Paris, 3. Jan. Vorgestern, als am Neujahrétage,_cm- pßng der König die üblichen Glückwünsche des diplomatitchen Corps, der Kammern und der oberen Behörden. Der Graf Pozzo di Borgo hielt im Namen des diplomatischen Corps fol- gende Anrede: „Sire, als heute vor einem Jahre das diplomati- sche Corps Ew. Maj. seine Huldigungen und Glückwünsche dar- brachte, sprach cs zugleich den Wunsch aus, daß das gute Vcr- nehmen zwischen allen Souverainen, welches den Völkern 01“: Wohlthaten des Friedens schert, fortdauern möchtx. Dieker Wunsch, Sire, ist glücklécherweése in ErfüUung egangcn; und die Ver angenheit ist eine neue und starke Bürg chase zu Gun- sten de en, was alle Wohlgesnnte von der Zukunft zu hoffen und zu erwarten berechtit smd. In dieser Ucberzeugung cr- neuern heute die Reprä entanten aller Regierungen Ew. Maj. dieselben Huldigungen und dieselben Glückwünsche, und halten- s1ch überzeugt, Sire, daß Sie geruhen werden, dieselben mit eben den Gesinnungen aufzunehmen, die sie uns eingefidßt ha- ben. Wir fügen denselben diejenigen hinzu, die uns für Ihr Glück, für das Ihrer erhabenen Familie und Frankreichs besee- len.“ -- Der König antwortete: „Ein jedes Jahr, das im Schoßc des Friedens, dessen fick) die West erfreut, vcrflicßt, läßt uns auch die Wohlthaten desselben je mehr und mehr würdigen, und indem den glücklichen Fol en des guten Vernehmens, welches wischen den Souverainen csteht, immer neue Vortheéle hinÉtZeéügt werdcn, bringt jeder Jahreswechsel allen Staaten neue rgschaften fÜr die Dauer und Stabilität desselben. Je länger der allgemeine Frieden währt, desto mehr sehen wir die Möglichkeit einer Gc- fahr s1ch éntfernen, die ihn gefährden könnte; und die moralische Kraft der Gutgefinnten, die mit dem Vertrauen, welches die Zu:“ kunft einfidßt, zunimmt, vermehrt unsere Mittel, die Ruhe Dc'; Völker u fiebern. Ich empfange mit lebhaftem Vergnügen 021.- Giückw nsche, die Sie Mir über dieses gltchliche Resultat 1111.“ serer Anstrengungen darbringen, und Ich danke Ihnen für “LLL. “rss, was Sie, im Namen des diplomatischen Corps, Frankreich, Meiner Familie und Mir wünschen.“
Die Antwort des König:! auf die Anrede des Prästdentsu der Pairs-Kammer lautete folgendermaßen:
„Auch Sie, meine Herren, haben auf eine edle und würdig.: Weise den hohen Auftrag erfüllt, den Ihnen Frankreich amv» traut hat; Sie haben beständig den festen Willen zu cxkcnnca gegeben, unsere Gesche aufrecht zu erhalten, ihnen Achtung 30, verschaffen, und ihnen die Stärke und Kraft 11 verlethcn, derem, fie bedürfen, um in unserm Vaterlande die ,ffencliche Ordnuuz; und die Freiheit zu begründen, und unsere Institutionen gogM jene ungerechten und gehäsßgen Angriffe zu vertheidigen , dercn je t ohne Zweifel besser anerkannte Fruchtlosagkeit uns zu hoffm er aubt, daß fie sich nicht wiederholen werden. Ich empfinde auf das tiefüe Alles, was die Ihnen auferlegten Functionen Pein-
"liches haben; aber Sie werden, wie Sie selbst es sagen, dcn
Leidenschaften und dem Hasse unzugänglich _scvn, Sie Werdcn unerschütterlich bleiben , wie die Gerechtcgkeit , zu dercn Organ Sie berufen find; und, un eachtetodes Wunsches, der? Ich mit Ihnen theile, daß ene chmerzltchen Erinnerungan ausgelöscht werden und die trafen des Geseßes nicht msk):- auf den Ungiüchlichen lasten möchten, Werden Sie dcnnoch Ihre
sichten in ihrem ganzen_ Umfange zu erfüllen wissen.“ Sie aben zu einer andern Zezx dem Sturm der Leidenschaften zu widerstehen, und dadurch Frankreich vor Uebeln u bewahren qc- wußt, die es ohne Ihr Beharren auf dem ege der PstiÉr und der Mäßé. ung betrübt haben würden. Sie werden am) ferner diesen eg verfolgen , und seh dadurch neue Ansprüä»; auf Meine Dankbarkett und auf die des Vaterlandes erwerben. „Ick schäße Mich glüeklich, Ihnen dies bezeugen zu können, und-
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