1835 / 26 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

an seine Wähler gehaltene Rede nur in günstigem Licht für das jeßige Ministerium.

Aus dem Namen Sir Robert Peel hat ein Reformer das Anagramm terror ])]ebéis (ein Schrecken für d,“ Plebejer) her- ausgelesen; die Times verändert d'jes nüt Versehvng einiger Buchstaben in 181'1'01' 03 )1obi (dem Pöbel bist du ein Schrecken).

Die WeSleyschen ethodisken, die an der Oppofition der übrigen Dissenters gegen das Ministerium und gegrwdie herr- schende-Kirche nicht Theil “nehmen, haben eine Zeituna Unter dem Titel „Watchman“ gestiftet, in welcher sie unter Andercm erklären, daß ihnen die Gründe, n*-[che Lord Stanley dafür an.- gcve, daß er den Eintritt in das jeßige Kabinet abgelehnt, nicht befriedigend schienen.

Der Morning Herald macht seine Bemerkungen darübrr, ***aß_ die Anhänger der liberalen Belgischen Regierung in die Fuytapfen des Whig-Ministeriums träten, indem fie sch in dcr Rxpräsentanten-Kammcr, so wie dieses, zum Nachtheil der Ar- men ausgesprochen, und die Aufhebung der von der Holländi- Wen Regierung eingeführten Armen-Kolonieen beantragt hätten.

Zeitungen aus Halifax vom 2. Dezember bringen die Rede, welche der Königliche Statthaltervon Neu-Schottland, Sir Colin Campbell, bei Eröffnung der Sesfion der geseßgeben- dcn Versammlung am 27. November gehalten hat. Es wird darin die Angelegenheit der sogenannten QuidRenten, eine Zak)- lUng, wodurch ein Grund-Pächter sch von allen sonst anf dem Gruydstücke haftenden Diensten frei machc, dem Versammlungs- Hauye “aufs neu: zur crnstlichen Erwägung anempfohlen und dem- ]cxssen em Namen Sr. Majestät angeboten, diese Renten gegen rixxcn „bestimmten Betrag ablösen zu lassen, doch unter der aus- drückTwhen Bedingung, daß fie, wenn dieses Anerbieten nicht angenommen würde, augenblicklich eingetrieben werden sollten.

Nach dcn lrkzern Berichten aus Singaporé war der Mix;- harrdcl dort sehr lebhaft, und es wurden große Anstalten zur Ausfuhr vor) Reis nach China gemacht, weilman erwartete, Laß die drrtrgen Usberschwemmungeu großen Mangel an diesem ;;?aézrungsmrctel herbetgeführt, haben dürften. Von schwarzem Pfeffer war eine bedeutende Quantität zu höherem Pretse nach Kalkutta verschifft „worden.“

Niederlande.

, Aus dem Haag, 19. Jan. Der Prinz von Oranien, chchsr zum heurigen Geburtstage seiner Durchl. Gemahlin hier angekommen war, ist schnur erkrankt. Ein am 18ten Abends von den Aerzten Bernard und, Everard ausgegebenes Bulletin !qrtret; „Se. Kömgl. Hoheit der Feldmarschall Prinz von Ora- 11:61: :| gestern Abend um 71 Uhr aus dem Hauptquartier hier qxxgekommen. Se. Königl. Hoheit war seic14Tag'en von einer

_1c13wcren Erkältung befallen, die eine.sehr ernstliche Wendung grxx-mmen hat. Er, ist die ganze Nacht sehr auf der Brust bret1Zt gewesen, schexnt aber heut eMorgen etwas erlxéchtert. Scm Zuskany ist Bexorgnéß erregend.“ Heute Morgen um 8 11-55" folgte em-zweitcs Bulletin: „Se. König!. oheit haben ccmZe Augetzbltcke geruht und die KrankheitS-ErsMmungen smd wrmgcr hefctg.“ Allgemeine Theilnahme äußert sich im Publi- chx: und man vernahm im Laufe des Tages mit inniger Freude, da[; der Zustand etwas beruhigender geworden. -- Heute Mor- grn'konnte der König schon seinen Durch'l. Sohn, zu dem bis das)": Niemand ngelassen worden war, besuchen, woraus man cbrnfalls den Schluß MZ, das;. einige Besserung im Zustande drs Kranken emgetrcten ey. Cin nettes Bulletin [| seit heute sil?!) nicht ausgegeben worden.

. Drm Vexrnehn'ken nach, wird der Niederländische General- LsrUrerzant chbekz, Ober-Kommandant der Festung Mastrjcht, ix": ru1cgcn_Wochc.n „eine Reise nach Deutschland"machen und dort läuggxeßett verwerten., Dieser General ist* einer der verdiente- sfcn On.zicre unserer Armee und hatte besonders in Mastricht eixxr schwirrége Stellung, welche- er aber auf das ehrenvollste zu erauptcn wußte. ,

Zn Batavia ist die für 1833 und 1831 zugestandene zoll- frcje Einfuhr von allen Ackerbau-eräthschasten, einerlei von nw und unter welcher Flagge, auf die Jahre 1835 und 1836" rrrlängert worden.

-- Der Korrespondent der Allg, Zeitung im Haag, mrs- dcr Unterm 13. Januar: „Ick glaube, mit Gewißheit verKchern zn könncn, . daß die dem Baron van Zuplen nach England er- thcikxe Misston zwar eine politische, aUein keine“ solche ist, die den Charaktrr eines offiziellen Bevollmächtigten erheéschte; fie be- strht eigentlech darin, das Tory-Ministerium zu begrüßen, und, m;? den Eruyd der von_ London bereits eingegangenen halb offi- ziellen Mttthctlungen, dre Ausfichtfür die, dcmnächstége politische Lage Hollands zu erforschen. Daß, die Wahl des Königs gerade auf der: Baron van Zuylen fiel, giebt ein Zeugniß von seinen W'slikgndklbal'et'l Gefinnungen.*Zch hab.: in meinem lehren Schrei,- 5?" jch-on bxmerkt, daß zur«Zeét, als Baron van Zuylen ars dresscrnger Bevollmächtigter an den Unterhandlungen der Londo- _t:r1'.K911fet'enz Thetl nahm, er sich besonders mirLord Palmerston nacht nn germgsixn vertragen konnte; der Baron seßte fich mit Der größten Haxtnäckcgkeic den anmaßcnden Forderungen des Lords eytgrgen und erklärte dem Könige, daß, sééne. längere An,- wxxenhert m“ London unnüß sey, worauf, er dann, auch; zurückße- rufsn wurde. Um aber zu bejpeésen,„wie weni die. damals vom Barra van Zuylrn an den Ta gelegte Fe gkeit dem Könige m;7«.f1el, erkor er :hn nun, um 1 m eine“ -Mésffon, die auch ohne okfiziellen Charakter in ihrem Resultate wichtt seyn muß, zu :?|-.-r'tr'agetz. Der Baron von Zuylen, wird lch an Ort und E,:ejje mac drt) Torres hesprechen, und bei der hohen Achtung, ;xoxxhe er be: thurn gemeßt, und dem“ Scharfblicke, der ihm in yolieischen Untcxhandlungen eigen ist, stehr zu ermarten, daß „Holland bald erfahren ward, Was, es von. dem Tory-Ménisterium zn erwarten habe. Dyß Wellingxon das“ von den Whigs in Brtreff der äußern Polstikvertragsmäßig„Eingegangene umftoßen sollte, glaubt kein Mensch, aver, moderiren wirdÜer és in der An- wxndyng, und aus Moderationen 'und Modificationm ist schon Ost eme gänzliche Umgestaltung der Dingrentstanden, die auf

632327111 Grundsäßen baßrt waren.“

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 1.6. Zan. Die Schwedische Staats-Zej- UM ;: “enchlc nunmehr die Königl. Amworr an die Stände we- gen S.“.Zslkeßung dcs, Reichsrages- EH, heißt., darin: „Se. Ma- .)exkäc würden gern mden'von den S.?äyden :des Reichs geäußer-" ren und siché'o“ vom ganzen SchwedischxnzVolke gethrilcen Wunsch einstimmen, Daß der Rctch3tag sobald als möglichmöcheegeschloß sen werder: könne:), selbst. w.:m auch einige. minder. wichtige Sachen liegenblribex'.1 jyüßxen; allejndq mehrere der angelegenc- lichsten und darunter, WK."- welche die, aramieen betreffen, die die Bank dem Publtkum ,]ur Suhmm dcs R_echtes„d_rr Zettel- Inhaber, gemäß dem Ge eh über die .ÜUZHB? Zimmung vom 1. Mßrz 1830, sammt dem Geßßx für, die inchskändifckxeBank vom ]elbigen Tage, zu leisten hat, noch abzumachen find, so fin-

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den Ge. Majestät ßch mit Leidwesen veranlaßt, die Bestimmung eines Tages zur Schléeßunq des Reichstages noch auszusehen. „In Uebereinsitmmun mit §. 109 der Regierungsform, welcher dem Könige das Re t überlassen, die Stände des WWW nach Verlauf von vier Monaten aufolösen, von dem Tage an ge- rechnet, wo der König die Stände von dem Zustande und Be- darf des Staates un:errichten lassen, werden Se. Majestät den Tag zur Schließung des Reichstages bestimmen, wenn Sie es zum allgemeinen Nutzen erforderlich finden.“ ck

Der zweite Secretair im Königl. Kabinetts, Kammerherr Freiherr Hugo Hamilton, hat auf "sein Verlangen seinen Ab- schied erhalten. .

Man vernimmt, daß das Reichs-Gerécku morgen feinen Spruch in Sachen der angeklagten Staats-Raths-Mitglieder thun werde.

Freiherr K. H. Anckarswärd, Welcher bxkanntlich dem jeßéx gen Reichstage sich entzieht, hat am 2cen d. an die Königléche Kammer-Expedétion 43 Petétionen (4 von Städten und 39 von Land-Gemeinden), unterzeichnet von 1500 selbstständigen, alle in der Yrovinz Nerike angesrssenen Bürgern, um eine Aenderung der rpräsentation eingesändt, für Welche Sache von den jeßt versammelten Ständen nichts, wie er sch in dem begleitenden Schreiben auSdrückt, zu erwarten zu stehen scheine.

* Die Frage über die ausländische Anleihe für .Hie Hypothe-

. ken-Vereine. soll morgen im Plenum des Staats-Ausschusses vor-

kommen. In der betreffenden Abtheilung dieses Ausschusses hat die Mehrheit ihre frühere Verwerfung der Proposttion dahin geändert, daß die ypotheken-Vereine „ermächtigt werden sollen, die Anleihe unter arantie'des Staates aufzunehmrn. *

Die Regierung hat, wie man vernimmt, dem Beschlusse "der Stände wegen Oeffentlichkeit in allen Unter-Geréchten beigepfiichx tet, selbige aber, was die Polizei-Kammern betrifft, _nicht für zulässig befunden. -

Am 14ten d. wurde die Hauptstadt, und nach dem Berichte der Quarantaine-Kommisüon vom selbigen Tage das ganze “Kö- nigrejch für cholerafrei erklärt. *

Deutschland.

Leipzig, 22. Jan. (Leipz. Ztg.) In der gestrigen öf- fentlichen Sißung unserer Stadtverordneten wurden Lokal-Ange- legenheiten verhandelt. Durch ein Kommunikat des Stadt- Magistrats wurde der Nothstand der hiefigen Theater-Djrection, m Betreff der fie drückenden Pachtgeloer, an den Tag gelegt. Eine ähnliche Klage hatte der Direktor Kästner bereits, jedoch ohtze Erfolg , „erhoben, wenn er gleich viel mehr, als jeßt ge- schteht, für dee Anstalt that. Die Sache ist an eine vereinigte Theater: und Finanz-Deputatéon überwiesen worden.

Als ein Merkwürdiger Fall ist zu erwähnen, daß eine hiesige vermögende Einwohnerin, welche keinen Erben hatte und einen braven Bürgerxzu solchem eingeseßt, wegen einiger Veränderun- gen aber das bereits gerichtlich niedergelegte Testament zurück- genommen hatte, plößlich verstarb, ehe sie das zweite , denselben Erben nennende Testament den Gerichten übergeben konnte, wor- auf ihr Vermögen der Kommune anheimfjel. Auf das Gesuch des bloß „wegen _nicht erfüllter Form unglücklichen Erben beschloß der Magcskrat, thm die Summe von 1000 Rthlr. zu gewähren. Erfreulich Waren die Gefinnungen der wackeren Stadtverordne- ten, w_elche sach bei dieser Gelegenheit aussprachen, und in deren Folge ener Mann 4000 Rthlr. durch 49 gegen 7 Stimmen, un- serer tadt-Repräsentanten zugebilligt erhielt. Eine höhere Zu; strmmung dürfte aber wohl noch zu erwarten seyn.

„München,19.“Zan._ In der Münchener politischrn Zerrung ließ, man: „Brcefe aus Wien melden, daß Se. Ma; jestät der Katser_Sr. Königl. Hoheit dem Kronprinzen von Bayern das erledegte„Chevauxlegers-Regiment'Vincent verliehen haben, welches künfttg „den Namrn „Kronprinz von Bayern“ führen ward. Se. Kömgl. Hoheit der Kronprinz Wird noch bis Mttte Februar daselbst verweilen.“ * .

Der Fürst von, Oettingen-Waslerskein “ist nunmehr von sei- nem Unwohlseyn gänz hergestellt und hat wieder sein Minister; Portefeuille übernommen.

Dem Vernehmen nach, gehen die Bayerischen Israeliten damit um, bei der nächsten Stände-Versamnüung abermais ei- nen Versuch zur Erlangung ihrer völligen bürgerlichen Gleich- stellung zu machen.

Erner neuern Verfügung zufolge, müssen alle diejenigen, die hier mu. Aufenthalts-Karten verweilen, der hiestgen Behörde ihre Hetmgth-Scheine vorlegen. '

_ In einem, Artikel der AllYJjemeinen Zeitung über die WM Indqstrte-Ausßellung in ünchen heißt es bei den aus- gelegten Lernenwaaren:

„Unser Flacbsb'au ift ergiebig und sein Gewächs gut. Kein Land pura) Boden und Klima beser für ihn eingerichtet, und unserx Lemwand = Ausfuhr, besonders. aus dem'Ober ; Donaukreise, hat-rme große Ausvehnunxz; aber noch fehlt es dem Flachsvau an der thm möglichen Ausbrc tung, und dem Flachs selbst an der Ver- edlunF der Gattungen, Vkele Strecken in den beiden D'onaukreisen, beson ers tm, oberen, m den schönen Thälern der Donau selbft und der Inet“, smd aus„Man-?el an Schuß-Vorkebrungcn gegen das“ Wasser oder an Betreebsam eit, der Weide überlassen, weil man nicht geyug erwägt, welche größeren Kapitale fie bei anderer Kulturliefern wurden, oder wexl es an-Händen fehlt, fiezm ubauen. Hier jstAufmun- terung der Ncgterung “und durch är der EM behörde mit unmittelbarer Exmvtxkung auf diertnzelnen Gemeinden wesentlich nothwendig, und wre wtr hbrxt), ,hat- die thätége Regierun des untern Kreises bier sch,on* das Becsptxl dazu ge„eben: zunäch Einführung der bessern Letnartrn aus Rtga, Schirren, oder, da der Anfang auch bier ge- macht :|, rgscberc und aügemeinxre Verbreitung der bessern Sorten. Uyser thätzger und wohlthättger landwirtyschastlichcr Verein- xmt der Regierung Hand m Hand gehend, könnte bewirken, daß tn wenigxn Jahren die edleren Fl'achfx- Gattungen wenigstens zu zwei Drum gebaut würden. Damct aber sind wir noch nicht am Eyde. Denn wer die Art, wie unser Flachs bei der Saat, beam Jäten, Rauser), Weichcn, Trocknen, Brechen und Säubern behand„clt wird, met dem vergletcht, was in diesen Dingen in Schienen, Hannover trnd am Niederrhein gewöhnlich ist- wird finden, daß wer in dtesem wichtigen Zweige der einem acker- bautrcibendrn Staate vorzüglich zusagenden und nbthlgen Indu- strie hinter jeneen thätigen und eknskchtsvoUen Deutschen Stämmen bedeutend 'zu-rulcksichen. Die Folge davon isi, daß wir auch hier nur dte. Mctxel-Gattungen zu Stande und zu Markte bringen. Dann unsere Spmnräder und Spinnmaschinen! Wie viele einzelne utxter d_en verlen xaxxsmd Rädern, mit welchen bei uns gesponnen werd, smd nacb eznemvcrbesserten Mechanismus ger'nacht, und wie kommt CT- daßrtn Stnat,e1velchcr unter seinen Mechanikern einen Ertel benyt, mcht seinen uberlegenen Erändungsgeisi. benutzt, um dje Spinnmaschine, mit "welcher er sch vor einigen Jahren beschäf- ttske- ra_sch ztxr Vollendung bringen u la en und überdas Land u„_verbrerten? ja, daß wir noch nk t, e nma diejenigen, welche an- erwärts in Thätigkettx ünd, einge rt haben, z. B. dievortreff- XM" Spinnmühlen fur Baumwo en- Spinnerei, mit welchen in

„ngland und bis. vor die Thore von Bayern in Württemberg gxgrbeitet wird? Umsonst wird sei? unsere Gleichgültksktlt! d“- met trdßcn, daß auf Unsere Wese mehr Hände beschäftigt

werden und eine rdßere Menge Menfcben ihren gewinnt. Traurige äufchunkz, von der Sorglofigkeit erzeugt, „" der Unkunde unzerhalxen! N cht weniger, sondern mehr Mensa)", “nährt' der Betrteb mn Maschinen, wetl er größere Kapitalien jn Umschwung brmgt und durch se und den vrxhundertfältigten B“ dxtrf der Production mehr Familien mit*Arbett und Nahrung ver; steht. Dann„sehe mm,: an die Folgen der Konkurrenz, denen |

keen Volk, kern anwtduum dadurch entziehen kann, daß manu

in sein gytnzeinendes Vorurtheil wie in einen undurchdrin lia) Mantel thullt; Es gilt, mit Andern gleichen Schritt zu Falten oder zuruckxublceben, und wie kann man nicht zurückbleiben, w, man behagltcb zu Fuße geht und die Andern aufDampfwagen? Und die Folge davon? Eine immer wachsende Verlegenhcit, aus wachsgndz Armuth entspringeyd, und Abhejngigkcit vom Aysxandezvon seinem Fit" ße, seinerGeschickltchkcit, _damtt aber Dienstbarkeit für fremden WW“ unnd, fremdx Ueberlegenhett und am Ende fremden Uebermuth, und w,; eben so. schltmm ist, fremdes Mitleidcn! _ ein Privilegéum kgrgeben worHen iii, unter der Bedingung, dasz“- Empfanger fich etner Maschtne bedienen solle? Ich hörte dusk, Sachsen, in dem produktenarmen, aber industriereichen Erzgebirge, mitten unter den meiüen und besten Maschinen, mit welchen don dez: jämmtlichxn Zweige der Fndustrix stets schwunghafter und ge wmnreicher sur Land und Leute getrtcben werden. Ick bdrteet uqd kann es kaum glauben. Man zog die Achseln und bedauert; nnch! Die Folgen liegen auch hier am Ta e. Wie unser Flache, smp auch unsere _Garne aus Flachs und aumwolle nur zu d' Mcttelsorten gehöreg. Den Bedarf an feinen beziehen wir fastobné Ausnahme von dem Auslande. Es würde nicht besser werden, we

wxr uns ix_x den altxxx Zoll werder rénschlöffen. Nur der Sehlem. handler Wurde ?ewmnen. Dre Mittel des Besserwerdens liegen» uns selbst, und n Brnuvung der Vortheile, die uns Klima, Bode! und die Betriebsamkett unserer Bevölkerung darbieten. Was nk leaüen können, wenn wir wollen, zeigt auch in diesem Faches,

AussieUung.“

Augsburg, 20. Jan. Die Allgemeine Zeitun e hält nachstehende aus St. Gallen, 15. Januar datiree Erkeru pes Obersten Gustafsson: „Im Laufe des abgefiossenen Jahr :| ezn vyn mir _verfaßtes Schreiben unterzeichnet und vom *" Mat danrt an dre xdlen und hochmögenden Generalstaate'n; Königreichs der Nrederlqnßxe, abgegangen. Dieses Schreibe- kormte damgls wegen der Auflösung der Generalstaaten nicht . semer Besttmmung gelangen; dagegen ist es Ende vorigen Ro- vemberß an seinen Bestimmungsort abgesandt wvrden. Esift also kem Zwetfelr daß die Generalstaaten gegenwärtig in voll- kommener Kenntmß von diesem Schreiben fich befinden. Doch Willens, nlchts von dem zu verabsäumen, was zu meinem Reck)» beitragen karm, und um eine vollkommene Genugthuung, gegrür- det auf meme mehrmals in_ gesehlécher Ordnung angebracht Beschwerden, zu erhalten, mache ich dieses durch die Allgemeb Zeitung bekannt. Sollte gegen meine Erwartung und zu ma nem Erstaunen keine Antwort in Betreff meiner Angelegenh vor) den Generalstaaten mirÉu Theik werden, so würde es - zwangen, oben bemeldetes chreiben öffentlich bekannt zu .- chen. Es wäre mir schmerzlich, zu einem solchen Schrittegr

Unterbau

_zwungen zu werden, besonders da meine aufrichtige Achtung für

die Repräsetxtanten des alt-Niederländischen Volkes mir die Hoffnung gtebt, daß Gerechtigkeit und Biederkeit nie aus di. sem Lande ganz verbannt MZF" kötÉnn. _ erst . A. Gustafsson.“ Frankfurt a. M., 21. Jan. In deram 17ten d. [tatt- gehabten drttcen außerordentléchen Sitzung unserer gesehqebem den Versammlung war dieselbe unter Anderem auch, zur Erledi- gung des Senats-Vortrages vom 2. Januar, die Einführung neuer Militair-Gesehe betreffend, zusammenberufen wor- den.“ Em-Mitglied dar gesetzgebenden Versammlun des Jak): res- 1833 hatte nämlich die Vorla e neuer Kriegs-ertikei und Dtenst-Reglements für das hiefige inien-Militair beantragt, die damalige Versammlung auch diesen Antrag für zulässq erklärt und dem Senate zur Rückäußerung zugehen lasen. In dieser Rückßußerung nun wird unter Anderem bemerkt, „daß das Be- dürfntß nener Kriegs-Artikel und Dienst-Reglemcnts nichtso. drmgenp sey, als es hier und da wvhl dargestellt werde. Ein allgememes, alle Fälle umfassendes, auf lange Zeit anwendbares Déensk-Regilement lasse sch im WIe der Gesetzgebung nicht ent- zverfen, emzelne Verhgltungs - orschréften müßten vielmehr, rmmerximzch Erfordernis der Umstände, von den Regierungen- den Mtlrtmr-Behörden und selbst vomKommandanten der Trup erlassen, und nach Umständen zmürkgenommen werden können. Der Senat trägt demnach darauf an, daß die Großherzogl**

' Hesfischen Kriegs;Artékel unter folgenden Modificationen: daß» *an die Stelle der Festungsstrafcn bei geringen Vergehen :*

schärfter Stockhaus-Arrest, bei größeren aber Arbeitshaus-Str m emem abgesonderten Lokal zu substituiren sey, b) daß in * Fällen, wo Yppellation stattfindet, solche an das Revifions- ruht gehe, e'mgeführt werden - das Diensk-Reglrment aber, ***“ ches sich (wee aus denz Großherzoglich Hesüschen Reglement

sehen tyerden_kann) ntcht gesetzlich bestimmen läßt, sondern na Verschtedenhett der Umstände von Zeit zu Zeit Abänderung** erleiden muß, dem Sena: überlassen bleibe.“ Zur Begutacht des Senats-Vortrags wurden“ vom Präüdium in doppelter

J???itÉieder zur Bildung einer Kommission vorgeschlagen, und e

ahl fiel 1181" Zernlininm auf die Herren Oberst v. Earodt- Senator y. Heiden, Hauptmann Hoffmann, Senator v. Gand rode, Ma|or v. Lukaestch, F. A. *;ay und Beil.

Stchecnr Vernehmen nach ist es der Wachsamkeit der HW zogk-Nassamschen Polizeé-Behörden gelungen, die Thäter“ kürzlcch stattgefundenen Entwendung von Passagier-Gut dem über Ems und Wiesbaden fahrenden C'ilwagen “zu entdrck

srr ntwmdung hatten die nämlichen Individuen eine aßerm lage Brraubung des" gsedachten Eé[Wagens versucht; indessen mkß lang mehr nur dieser Versuchdurä) die Aufmerksamkeit des Co ducteurs, sondern er führte auch die bald darauf erfolgte" En deckung der Verbrecher herbei.

Italien.

Turin, 10. „Januar. Herr Romani, bekannt als talent- voller Dechter und Vrrfasxer véexer Oprrntexte, wie „Norma“

„Anna B-oxena“, „Straniéra“ u. s. w., *ist hierher berufen wo, i den, um der eraction drr hirsigen politéschen Zeitung zu übe* d

Fehinßeejß Er wird dafür ein jährliches Honorar von 10,000Fr ez e . „Dax auf dem Comersee bisher beschäftigte große Dampsboo „LarroZ“ unbrauchbar geworden, und man hat Arbeiter Vrnedtg kommen lassen, um es- wieder fahrbar zu mgchen. . klemerrs, ursprünglich für den Po bestimmtes Dampfboot vel? steht emskweilen den Dienst dessélben. -

Rym, 10. Jan. Der apostolésche Nuntius xu Net»)-tl Monstgnore Ferretti, welcher hergekommen ist, um Rechens» von seinem Verfahren bei Unterhandlung des vor kurzem der auf seinen Posten zur

erkehren. Andere behaUpten frei!.

das Gegentheil und glauben, wenn unsere Regierungauclxé“ ü

nem Benehmen völlige Gerechtigkeit wtderfahrm lasse, so wüst ck“

I| es wahr, daß bei uns "'

zer-Miniskeks in günstigerem Lichre darzustellen, und lZerieth

undEzur gefängléchen Haft zu bringen. Wenige Tage nach W 6

' d der Armee erworöen.

ck in Neapel seine Gegenwart nicht. Es scheine, daß

* "32, dort durch Uebereilung Fehler habe u Schulden kom-_

'[assm/ welche man nun dem Nuntiusau bürden möchte. Der König von Sardinien soll den Papst ersucht haben,

von ihm vorgeschlagenen Bischof unter die Zahl der Kar- Xe aufzunehmen- Sollte dieser Wunsch erfüllt werden, so n wir mit Einschluß des Motqfignore Fiesché aus Genua,

Suach mit dieser Würde bekleidet werden soll, bloß aus den

en komische" Staaten 11 Kardinäle.

DjeRegierung von Columbien hat hierher, zugleich mkit ri- , 'DankstHWWM- ein Geschenk von 75,000 Scudi für dre tm i „: Zahrr erfolgte Ernennung von Bischöfen ge“macht.7 Auch Sm: dortige Dame durch Testaments-Bestimmung eme “au- ordentlich hohe SUMME ausgesetzt haben, um hier seierleche "m für ihr Seelenheil halten zu lassen. ' Ms heute ist noch keine Bekanntmachupg rrschtenen , _daß aus Französischen Häfen kommenden Schaffe m. der: unsrtgen nt mehr zugelassen werden sonen; allein schon_ sm emrr Woche eh' diese AnordnUng, "und ist bereits undern'Konsuln tm klande bekannt gkmUCHk- Auch sollen Päpstltche Truppen sdem Meere angesteUk Werden, um hexmliche_ Landungen €x'yerlsndern; von unserer Besaßung wird em Thetl zu diesem erke verwendet werden. _Ferner fi_cl)c man einer andern Ver- nung entgegen, welche es jedem Orte zur Pflicht macht, Lo- e einzurichten, in Welchen bei etwanigetn Ausbruchs der Cho- *- Erkrankte augenblickliche Hülfe erhalten kdnnrn. Zuglewh ojeReinigung der Häuser, Höfe und Straßen empfohlen

"den. S p a n i e 11.

Madrid, 3. Jan. (Allg. Ztg.) Wir haben hier axht e lang einer mtnisteriellen „Kriss entgegen, oder etgenrlcch esehen, deren Herannahen ich Ihnen in meinrm Schretben . 23. Dez. andeutete, die den näher Eingewechten mannig- "ige Aufschlüsse über kleinliche chriguen, schlechr verhehlten rgeiz und despotische Gefinnungen gewährte, vor der Hand r nur das Vorspiel zu einer wirklich emtretenden Modifica-

drs Kabinettes wär. Ganz Madrid trug fich noch vor Ab- f des Jahrs mit dem Gerüchte, Llauder werde'das Mmiste- m stürzen, die Kammern auflösen, fich zum Diktator ernen- ,*und das frühere Zea'sche System des aufgeklärten Absolu- 'us wieder herstellen. Die Zeitungen erhoben alsbald emrn *altigen cherkampf für oder wider ihre resp. Lieblinge. Dre -*ende Biene stellte den Minister-Präfidenten als unentbehr- dar; der (unter Toreno's Einfluß redigirte) Compilador thtidigte den Finanz-Ménister; die Revlistxallein (welche [Tage lang wegen nicht gestellter Cautton thr Erscteénen geblicb erwarten ließ) wagte es, das Benehmen des neuen

üer in einen heftigen Kampf mit den übrigen B ttern. e waren indessen Darüber einig, daß ein Zurücktreten von .nun einmal betretene“n Bahn der Reformxn unmöglich und **t zu gestatten sey. Die eigentlichendGrunde des in „dem inisterium eingetcerenen Zwiespaltes blteben dem Publtkum bor en; ich habe ste Ihnen in meinem leßten Schresben der ahrKeit gemäß angegeben, und füge nur hinzu, daß-Llauder erdings einen entschiedenen Versuch gemacht hat, dre Köni- gegen seine Minister-Kollrgek: einzunehmen. Dxe Gelegen- itdau gab ein von der „“Königin-Regentin ganz tm Stellen * 26j§en in der Casa del Campo veranstaltetes Diner, Welchem Fer Ihrer Majestät-nur Liauder, der Herzog von Alagon und uüoz beiwohntcn. Indessen ist, wie es scheint, dre Regentm sen Anträgen unzugängléch geblieben, und die politisch_en Fra; n, über welche sch die Mitglieder des Ministeriums nacht ver- igen konnten, scheinen nun einer ruhigern Discusfion unter- rfen zu werden. Untör ihnen nimmt die Frage, ob eine Frau- stsche Intervention zur Beendigung des Krieges in Navczrra forderltch sey, den ersten Rang ein. Das gänzliche Ausblerben er Bestätigung der lelzeen so pompbafc verkandigten Stege rdova's und der gehoffcen Folgen derselben hat, wie ich Grund vermuthrn habe; den Franzöffschen Botschafter veranlaßt. den esseitigen Ministerü persönlécl) den Wunsch des Französtschrn abinettes auSzudrücken, den Bürgerkrieg, welchcr durch_ den m gland eingetretenen Minister-Wechsel einen neuen Auf1chwung hmen dürfte, und die Interessen Frankreichs so außerordent- ' beeinträchtige, auf das baldigske beendigt zu sehen. Das Panische Ministerium fängt nun an, wiewohl etwas schüchtern, d dem Nicht-Eingewethten unverständlich, mit der Sprache rvorzutreten, und anzudeuten , daß die Spanischen Waffen al- n nicht hinreichen, jenem Kampfe ein Ziel zu seßen. Der Com- lador (Organ des Ministeriums) von gestern Abend ent- lt einige Nachrichten aus den nördlichen Provinzen, und ließe dann mit folgenden Bemerkungen, welche aus der Feder oreno's herrühren sollen: „Wir hoffen zWar viel von den enntnissen und der Thätigkeit unsers tapfern LandSmannes ina, as1ein es möge die Regierung fich nicht täuschen, und die ortes slch nichts verhehlen: die Waffen müssen in dieser Art n Krieg, wenn er je ein Ende nehmen soll, vor allen Dingen zu dienen, die “Maßregeln der Politik zu unterstützen. Mögen *artei-Menschen, welche unser Land (es ist von den insurgirten kovinzen die Rede) nicht kennen, 1agen, was se wollen; fie erden mit ihren Charlatanerieen nichts erreichen, als eine Ver- "8kkung der Kriss, deren ganze Last wir, die wir hier wohnen, dkäglich den Aiwmalien und Inconscquenzen zusehen, welche n Verfahren herbeiführt, das aus einem den bxsondern Ver- lMissen dieser Provinzen und dem eben so besondern Charakter rerBewohncr ganz entgegengeseßten Geschtspunkte entxpringt, tragen haben.“ Ohne den JJUen egebenen Schlüsscl ésr eser Artikel schwerlich zu verstehen. ebrigens bac sch der "? Krirgs-Minisrer durch sein „Benehmen bet den Diskusstonen s Kriegs-Budgets den Beifall der Kammern, dcs Publikums C'r deckte ohne Schonung die Mänz [ der Bisheriger! Administration dicses Zweiges auf, verlangte, “5 die Königl. Garde ihre Befehle von ihm und x_u'cht, wie ter Ferdinand Ml., direkt vom Könige erhalte, und erklärte ne„Zustimmung zu allen von der Kammer verlangten, mehr die mmistration als den C'cat des Heeres betreffenden Ersparnis; „, * Unterdesßn ist am 30. Dez. das Königl. Dekret Wegen *tedereénsekzung aller vom 7. März 1820 bis 30. Sept. 1823 nannten Beamten in éhreWürden und Gehalteerschienen. Der taat wird dadurch nicht außerordentlich belastet, da die meisten

Ei. eser Beamten mittlerweile bereits wieder angestelltworden sind,

“' sch im Befiße von Pfründen befinden. Bei weitem wich- ger als dieses Dekret ist der vor- dem Finanz-Mmjster dcr rokuradoren-Kammer vorgelegte Geseß-Entwurf Wegen Regu- l'UUS der inneren Staats"-Schujd._ Gelingt es dem Grafen

or „wähnten Konkordats abzulexen, wird, dem Vernehmen nach- eno, die darin vorgeschlagenen Maßregeln in Ausführung zu

ngen, so erwirbt er fich einen der ersten Pläße unter den ohühätern seines Vaterlandes. Zwei Drittel yer nicht kon- * dirten Bates sollen konsolidért, und die keine chsen tragende

, 4T

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Schuld beim Kauf von Staats- Gütern angenommen werden, zu denen man die herrenlosen Güter (moßireneuß), die Hälfte

„der quchländ'er (1131-1103) und ein Siebentel der Kirchen-Gü-

ter-rechnet. Man schlägt den Werth dieser Ländereien aaf 2000 Mtllionen Realen an. Derselbe Geseß-Tntwurf annullirt die m drr constitutionnellkn Epoche stattgefundenen Verkäufe von Natwnal-Gütern, gnd bietet den Käufern nur die Erstattung des bezahlten Kaufpreises. Durch “andere Maßregeln verfügt er, daß eine große Menge öde liegender Güter aus mäßigen Händen in thättge übergehen, und dadurch die neuen Erwerber an das herrschende System der, Fortschritte gefesselt werden. Schon vor dem Erscheinen dieses Gesekz-Enrwurfes stiegen an der hiesigen Börse die Staats-Papiere ungewöhnlich; am 30. Dezember wurden allein von der keine Zinsen tragenden Schuld für 68,140,200 Realm umgesetzt; die meisten Geschäfte warden auf Lieferung abgeschlossen. Die nicht konsolidirten Vales hoben fich gestern auf 35, die unverzjnsbare Schuld von 152 bis auf 18.. Indessen erwartet man, daß der Plan des Finanz : Ministers bei den Prokuradoren mannigfa- chen Widerspruch erfahren wird. - Nachdem das Budget des Staats-Ministeriums und das des Krieges erledigt worden ist, begann gestern bei den Prokuradoren die Diskusfion des" Budgets des Zustiz-Minifteriums. Herr Garely, welcher kürz- lich zum Procer ernannt worden ist, kündigte dabei an, daß er nächskens dje Reformen, welche er mit den West; und Kloster: Geistlichen vorzunehmen gedenke, und welche trotz der mit dem Päpstlichen Stuhle stattfindenden Spannung keine Schwierig- keiten fänden , vorlegen Werde. Der Graf de las Navas hielt darauf einen beredten Vortrag, worin er die außerordentlichen Mängel der Spanischen Rechts- Verfassung hervorhob und namentlich seine Verwunderung darüber ausdrückte, daß noch jetzt Männer, welche ganz Europa verehre (Palafox), wegen angeblicher politischer Verbrechen seit acht Monaten ohne Ver- hör in Gefängnissen schmachteten. Der Justiz-Minister erwie- derte, er halte fich von Ihrer Majestät nur dazu berufen, die alten Grundgesetze der Monarchie wiederherzuskellen und be- trachte jede sentimentale Aeußerung, wenn sie "gleich durch noch so heroischen Patriotismus erzeugt sey, für ganz unzeitig. » Der bisherige Portugießsche Gesandte, Herr Moraes Sarmento, ist von hier abberufen, und es fungirt seit dem 20sken der Com- mandeur de Lima als Geschäftsträger. Andere Aenderungen in dem hiefigen diplomatischen Corps scheinen bevorzustehen. Ver- schiedene Umstände lassen auf eine demnächsüqe Abberufung des Herrn Villiers, welcher fich mit dem neuen Britischen Ministr- rtum nicht vereinigen kann, schließen; Lord Hervey würde als- dann vermuthlich als Geschäftsn'äger zurüchbleiben. Auch scheint die Möglichkeit vorhanden zu seyn, daß dem Grafen Rayneval der Botschafter-Posken in London bestimmt würde. Dadurch würde Madrid cinem Staatsmann verlieren, welcher um die Schlichtung der Spanischen W:“rren die größten Verdienste hat, dessen politischem und moralischrm Rufe auch der Reid nichts anhaben kann, und dessen Haus in Madrid jeßt das einzige ist, in welchem die feinste Geselligkeit, literarische Bildung und der edelste Kunst-Geschmch zugleich herrschen.

Portugal.

Porto, 3. Jan. Am 30sten v. M. wurden der Desembar- gador Torres und Antonio Manoel de Silveira, der unter Dom MZgchl Kommandant von Almeida war, hier gefängljch ein- ge ra t. --

Die Opposition hat in der hiefigen Provinz so großen Ein- fluß, daß sämmtliche neue ONuuécipalétäts-Mitglieder in Porto aus dieser Partei gewählt worden smd, wobei man einer zu die- sem Zweck von Lissabon hierher gesandten Liste folgte. Es sind also nun die städtischen Behörden von Porto und von Lissabon ganz antiministeriell.

Das Haus des Britischen Kaufmanns Dunlop an der Praga Batalha ist am 30. Dezember ein Raub der Flammen geworden; es wurde jedoch kein Mensch bei diesem Brande beschädigt.

Vereinigte Staaten von Nord-Atnerika.

Washington, 25. Dez. Der Courrier des Etats-unés sagt in seinem neuesten Blatte: „Unsere Schuldforderung an Frankreich beschäftigt seit dem A::Zenblick, wo die unglück- licheü Worte der Botschaft dem ganzen Handelsftande Bc- sorgniß einfiößten, fast ausschließlich die Aufmerksamkeit des Publikums. Alle Blätter enthalten lange Kommentare und Bemerkungen, die, wie wir mit Vergnügen sehen, keines- weges so billigend lauten, wie am ersten Tage. Nachdem die erste ritterliche Aufrvallung vorüber war, kam die Ueberle- gung, die Meinung der Vernünftigen wurde "?ck ttzehr zu Raths gezogen, und da diese anfängt, ohne Umschwetf fich gegen die unklugeu, und wie wir glauben, ungerechten Heraus- forderungen auszusprechen , so soll es uns nicht wun- dern, wenn man in vierzehn Tagen, mit AuSnahme der- jenigen Blätter, Welche 0x 010050 die Verthejdiger aller Handlungen der Reqierung find, nur die MißbilligunYausge- drückt sehen wird. Dies wird uns ein um so größeres ergnü- gen verursachen, als es" noch Zeit ist, die Worte der Botschaft als die Worte eines einzelnen Mannes darzustellen; l_md weny der Senat der Vereinigten Staaten, durch die öffrntlcche Mer,- nung gezwungen, dem Oberhaupt der Verwaltung die geführt;- che Macht, welche er verlangt, verweigert, so würde Frankretch, obwohl im ersten Augenblich beleidigt, diese wohlonenden und nationalen Aeußerungen des ersten Staatskörpers gewiß anerken- nen. Wir wollen ganz offen sp'rechcn. _Wir haben in den Wor- 'ten der Botschaft den Verlust der Entschädigung und die .Ver- anlassung zu großem Unglück erblickt; wir werden in der Wer-

erung des Senats den sichern Erfolg der Unterhandlungen se- Zen. Es ist nicht anzunehmen, daß die Deputirten-Kammer, selbst wenn se in diesem Augenblick versammelt ist, fich vor „dem Eintreffen der Botschaft des Präsdentrn in Paris ch dtescr Angelegenheit beschäftigen werde, und man darf sich mehr ver- hehlen, daß aller Wahrscheinlichkeit nach dies Dokument dee An- zahl dcr Opponenten, dercn jeßr nur 8') sm?, vermehren wird, wenn die Regierung steh dadurch nrcht zu kom- promittiren glaubt, daß sie, nach der an ste ergange- nen drohenden Mahnung, den Vertrag noch en die- ser Session vorlegt. Dies ist diezMeinung der hiesigenFran- zosen, die unserer Anstcht über diesen Gegenstand betpfltchten. Dée'meisten dieser Franzosen find in Frankreich geboren m_1d fie smd durch Naturalisirung, Neigung und Interesse Amerckaner geworden. Ihre Gefinnungen fi!1_d nicht zweifelhaft un_d unter solchen Umständen kann ihre Memung nicht gleichgültsg seyn.

' *) Nicht die Gesammtzahl, sondern die Majorität der Oppo- nenten belief fich au! 8. Es siimmten nämlich, in der Sitzung der Französischen Dcputrten-Kammer vom 1. Aprél_1834, für das Ge- setz: 168, gegen: 176, so daß es mit einer Maxorität von 8 Stim-

men verworfen wurde.

Der „große Irrthum unserer exekutiven Gewalt und fast aller Amertkamschen Blätter besteht darin, daß sie in dem von der Kammer 'verWorfenen Dokument einen geschlossenen Vcr- trag erblicken. Der American, dessen Meinung von Gewicht ist, beschuldigt uns desselben Jrrthums, da wir doch die entgegengeseßte Ansicht aufgestellt haben. Andere Blätter berufen steh auf Gro- tius, Wolf, Puffendorf und Varrel, ohne steh u erinnern, daß das fameuse Buch über das Völkerrecht im ZaZre 1758 erschie- nen ist, und daß viele Revolutionen seitdem die Regierungs- Formen und die Macht derjenigen, welche an der Späße stehen, verändert haben. Eben so gut könnte man, bei einer-Discusfion über die Reinbréc der Französischen Sprache, 31.011131;sz ciciren. «- Wir haben gesart, daß eM EntschädigungsVerträg nur gsx]. tig sey, nachdem er dir, Bexééxigung Surah dir gesekzgebende Var- sammlun erhakrem habe. und wir glaubrn, es gtebt onl pm wenige Franzosen, die .*.uf déeses Prinzip verzichten möch- tcn. Der Arrik'e! 1,5 der Charte sagt, daß der Kim», das Recht hat, Fri-rdens*-. Freundschafts- und Handels-Verträgc xu schließen, aber der 40. Art., welcher Um der Bcrfügrxng über die öffentlichen Gelder beraubt, zeigt Deutlich, daß ein Entychädigunqs- Vertrag nicht von seinem Wällen allein abhängt. Es wäre eine Abkurditäc, wollte man die Charte anders verstehen, und es“ isr klar, daß die Gesehgrber nur gemeint haben, daß das _Vorscßkax gen eines Entschädigungs-Vertrages der Kammer nicbt zusteht, wie sie, wenn se die Initiative ergreifen will, das Rechthar, ein Gesetz vorzuschlagen. Hierzu kommt noch, daß m_)n ]ener Verwerfung, welche alle diese unglückseligen Schjvierigkertetxvcr- ursachce, hier keine Beschwerden über den vor der Ft*anzömck,*rn Regierung befolgten constitutionnellen Gang und Über die yon der Kammer verlangte Bestätigung erhoben wurden. Erst 1981 findet man da Ungerechtigkeit, wo man anfangs nur vernünfn- ges und verfassungsjnäßiges Verfahren sah.“

Zn Alabama ist William R. King zum Mitglied des Se- nats der Vereinigten Skaaten auf „6 Jahre gewählt worden, Obgleich noch im mittleren Alter, ist er doch (mit einer kurzen Unterbrechung, als er Geschäftsträger in Rußland war) längere Zeit im Kongresse, als irgend ein anderes Mitglied. nges Buchanan, früher Mitglied des Repräsentanten-Hauses und zu- letzt Gesandter in Rußland, ist in Petmsvlvanien an der Stelle des Hrn. Wilkins, des jeßigen Gesandten am Russischen Hofe, zum Senator erwählt worden.

Am 8. Dez. überreichte Herr White (der vor kurzem aus Europa zurückgekehre ist) im Namen des Verfassers dem Kon- greß ein Exemplar von Barbé Marboés Geschichte der Abtre- tung von Louifiana. * Herr White übergab auch noch ein Me- morial der Erben des Marschalls Rochambeau, welche für die Dienste und Aufopferungen ihres großen Vorfahren während des Revolutions-Krieges Entschädigungen verlangen. Das Memo- rial wurde der betreffenden Kommission übergeben.

Der New-Yorker Daily Advertiser beschreibt in einem langen Aufsatze die von der Neu-Engländidchen Grsrklschaft an; geordnete Jahres-Feier der Landung der „Pilger“, die im An- fange des 17ten Jahrhunderts die ersten Niederlaffunzen in je- nrm Theil der Vereinigten Staaten gründeten. Diese Pilger waren Puritaner und hatten fich durch „ihre Auswanderung dcn Verfolgungen entzogen, denen sie um ihres Glaubens willen in England ausgesetzt waren. Ihr Motto war: „Lieser Freiheit ohne ein Vaterland, als ein Vaterland ohne Freiheit.“ Von diesen ersten Puritanischen Anstedlern stammen die Bewdhner von Neu-England ab.

Der Geolog Hr. Featherskonaugh ist, nach der Untersuchung der Länder zwischen dem Missouri und Arkansas, glücklécb in Little Rook, im Staate Arkansas, angekommen. Er beabsickxégc von hier nach den heißen Quellen zu grhrn“ und seit:: Unter; suchungen südléch bis an die Gränze von Mexiko auszudchxch.

In der Stadt Marshall im Gebiet Michigan, w-snn ein Ort, der erst ein Paar Mona'ce besteht, schon eine Stadt zu nennen ist, wurde vor kurzem eine Versammlung gehalrcn, m Welcher man auf Errichtung einer Eisenbahn antrag. Dry Red- ner, welcher dieses Projekt in Vorschsag brachte, behauptrte. man müsse damit um so mehr eilen, als es bereits18 Monate her sey, seit die Weißen von diesem Theile der GrafscHasr Px; sitz genommen hätten, und wenigstens schon 6 J)2911atr„:)crr die Gemeinde der Stadt Marshall konstituirc worden.

Mexiko.

Einem von Nord-Amerikanischen Blätcern tnr'tgr- theilten Schreiben aus Mexiko vom 28. Oktober zufolge, "!)-“!- dern die Berichte aus dem 0mnern die Invasion der Indianer als sehr verderblirh. Eine Änzaw Mexikanischer “Familien F| von diesen Barbaren ermordet worden. _ Die Stadt Nomvre de Dios in der Provinz Durango war der Schamplaß ernst; Kampfes zwischen der Regierungs-Partei und einer Anzahl M;,- [(z-Offiziere, die fich gegen Samana auflehnten. Das Vork trat auf die Seite der Erstercn, und die Offiziere mußern die Flucht ergreifen, nachdem auf beidenSeiten mehrere Memchcn gctödi'et Waren.

C o [ u m [3 i r n. -

Nord-Amerikanésche Blätter melöen Nachscehrndrs aus Bogota vom 23. Oktober: „Der Spanische Ernrrat Jose Sarda, welcher vor einem Jahre zum Tode vernrrké-rilt wurde, am Abend vor seiner Hinrichtung auf eine mundrrbarr Weise aus seinem Gefängnisse entkam, und seitdem in djcser Stadt verborgen lebte, ist wieder erschienen, aber rr fi.*,;xrirtr .nur einen Augenblick, und dieser AngixBl-"ck war drr seir-e-k; Todes. Es scheint, das; drr morgende Tag fÜr dcn 711168111112 der neuen Revolution bestimmt war. Sarda wurde von c:“:wm Manne, der seit einiger Zsic scheinbar in seénc Pläne einging, und Alles der, Regierung entdeckte, vcrt'äkheri; scherweise durch einen Pistolenschus; _qceödtet. „Dcr Leich- nam War heute ONorgen in Franziskaner ; Kleidnng, dir mit seiner wahrhaft kriegerisäpen Figur und .fr-“nern starken schwar- zen Bart sonderbar kontrastirtr, vor dym öffrx1txachcn Grsängéßssr ausgestellt. Dieser General war nicht ohne RUf- CV diente mit Auszeichnung unter Napoleon, ist it) er-kp durch m_rhrcrr glorreiche Waffenthaten brkannc und „dre Provmz RW **?»TÖU- deren Gouverneur er War, verehrt semrn Namen. Es ist..zu beklagen, daß er fich einer schlechten Sache ergab; 9. :*:,*x'dic]1t§ nicht, ermordet zu werden, sein Plak; war das Sch[*1_c;;1s“*'ld. Ein Arzt, ?.Norgallo, Neffe des berühmten Priesters ÖLULS Namens und vertrauter Freund des Generals Sarda, Wollte dcn Solda- ten entfliehen und wurde von einer Kugel getroffen, die ihm das Schulterbmtt zerschmetterte. Man glaubt, er wird an'dicsrr Verwundung sterben. Es smd_ zwar viele Personen verhaftet, anein die Regierung, welche alle Detaéls der Verschwörung in

änden har, erklärte heute Morgen in einer Proclamation, daß sie großmüthig verfahren und nur die Soldaten,. welche ihren * Eid verleßten, bestrafenwolle.“

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