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gersohn des ehrwürdigen Herzogs von Gramnivnt und Schwa- ger des Herzogs von Guiche.“
Cin Korrespondent des Courier theilt demselben seine An-
schten über den leßten Militair-Aufstand in Madrid mit und bemerkt in dieser Hinsicht unter Anderem: „Seit der Herzog von Wellington, Sir Robert Peel, der "Graf von Aberdeen und Sir Edward Knatchbull dazu berufen wurden, Enxlands Ge- schicke (Zu leiten, ist von Seiten der Spanischen genten des neuen Königin zur Annahme einer rück ängigen Politik zu bewegcn, die Ofalia's, Zea Bermudez und urgos wieder ans Ruder zu bringen und auf diese“Weése die Gunst der Tories für die neue Ordnung dei' Dinge in Spanien zu gewinnen. Martinez de la Rosa und Toreno, die Beide dcn sehnsüchtigen Wunsch hegen, ihre Gebieterin, die Königin-Regentin, von den Tories anerkannt zu sehen, und die Beide zu je"- dem Opfer bereit sind, um zu ihrem Ziel zu gelangen, haben diesen Agenten Gehör geliehen, haben die Möglichkeit in Erwägung gezogen, den General Llauder los zu werden, ihn nach Catalonien zurück usenden und wieder zu gemäßigten Män- nern und gemäßigten * aßregeln zurückzukehren, und haben die?- Alles zu offen gethan, als dgß es dem General Llauder und den ihm ergebenen Truppen hätte entgehen können. So führte der Wunsch der Königin-Regeniin, Martinez de la Rosa's und To- reno's, den Tories u gefallen und ihre Billigung zu erlangen, zu einem Militair- ufstande in der Hauptstadt und zu bekla- genswerthem Blutvergießen. Wahrscheinlich wird nun die Kd- nigin den General Llauder beauftragen , ein neues Ministerium zu bilden und es aus entschlosseneren, eifrigeren und thätige- ren Männern zusammenzuseßen, als Martinez und selbst Toreno sind. (Man vergleiche hiermit die Nachschrifc zu dem gestrigen Blatte der St. Ztg., wo die entgegengesetzte Meinum in Be ug auf den wahrscheinlich bevorstehenden Mi- nisterwechsel in cadrid geäußert wird.) Dies isi die Antwort dxr Spanischen Armee auf die Versuche der Spanischen Agen- ten des Englischen Ministeriums , die Königin und ihre Regie- rung zu einem sogenannten gemäßigten Toryismus urückzufüh- ren. Jene Empörung ist um so ernsthafter und edenklicher, als sie von den Truppen der Stadt-Miliz nicht unterdrückt wurde, und Wenn die Königin-Regentin es versucht hätte, Ge- waic statt Milde anzuwenden, so wäre sie vermuthlich entthronc Und ihre junge Tochter unter die Obhut einer vo.". dem Volke ernannten Regentschaft gesieUt worden. Dieses Ereigniß kann eine Lehre für die Königin-Regeniin seyn. Sie hatte viel; leicht zu glauben angefangen, daß die Spanier das, was um sie vorginge, mit gleichgültigen Augen ansähen, und daß, Weil die Emeucen und Aufstände abgenommen hatten, Apathie an die Steiie von Energie und Lauigkeit an die Stelle des Eifers ge- ti'eten sey. Dies war aber ein sehr großer erihum von ihrer Seite, und sie muß ihn jetzt einsehen. Es zeigt sich, daß es un- möglich ist, in Spanien eine juzio-milieu-Regierung oder Ver- Walcung zu begründen. Spanien muß entweder zu Don Carlos urückkehren oder auf .der Bahn der Revolution fortschreiten. „Ne Armee selbst, die nichts. thun, als gehorchen soll, hat es sich herausgenommen, ein Unheil abzugeben. Sobald dies aber ere? der Fall isi, - und daß es so steht, wird durch solche Revolcen, wie die vom 18cm, zur Genüge bewiesen, - so bleibt einer Regirrung nichts Anderes übrig, als vorwärts zu schreiten oder |ck“ stürzen zu lassen.“
Der Courier selbst äußert fich in derselben Beziehung fol- gendermaßen: „Vielleicht glaubt inan, daß Aufkiände, durch Karlistische Emissarien angestiftet ,und unterstüßt, das Mittel Hyen, einer „Partei in Spanien den Sieg zu verschaffen. Solche
ersuche werden aber, sie Mögen nun im Namen des Don Carlos oder in dem der Verfassung von Cadix unternommen werden, gleich verderblich für die. Sache der Freiheit daselbst seyn. Bis jetzt jedoch sind wir über die Beweggründe der Meu- xgx-e[e„und Über den Beistand, auf den sie rechnen mochten, noch u sehr" im Dunkiln, als daß wir uns über die Ucsachen des ufruhrs oder seiner Wahrscheinlichen Folgen“ schon ein Urcheil bilden könnten;, wiewohl der allen Empörern gewährte Pardon und freie Abzug, insofern ein Mangel an Vertrauen. zu der Stadt-Miliz der Grund dgzu gewesen zu seyn scheint, keine gute Vorbedeutu'ng für die ]eßige Spanische Regierung ist.“
Deutschland.
Kassel, 3. Febr. In der Versammlung der Stände am 2. Februar erklärte der Vice-Präsident, daß diese a'ußerordent- liche Sißung auf Verlangen der *Landtags-Kommisfion anbe- raumt ivorden sey, weil Se. Excellenz der Minister des Innern der Stände-Versammlung, Namens der Staats-Regterung, eine Mittheilung machen werde. -, „Der Minister des In- nern äußerte. sich demnach folgendermqßen: „ „Seit dem Wiederzusammentritt dieser hohen Versammlung hat bereits mehrfach ein Gegenstand deren Verhandluxigen a117ge„ füUt, der, so wie er an sic!) einer lcichten Lösung fähig ekschemen möchte, auf der anderen Seite eben so wichtig und, eingreifend hin- sichtlich der Verhältnisse sich darßeilt, guf'die er nicht nur zunächst, sondern vorzugsweise mitxelbar seine Ecnwn'kimg erßrcckt. Gerade deZbalv nimmt derselbe die Vorsox'ge der Regierung in hohem Grade in Anspruch, und es isi dersxlbx Iyrxr pflegenden, hul reiche11Tbeil- mhme so gewiß, als dabct_dte*“Stchexung der Lafnd andschaft mit u." Sprache kommt. Von einer allseitigen Verpfiichiung muß aber jc Rede seyn, weenn cs sicb davozi handelt, Gefahren vorzubeugen, die xxxm eben berubrten Verhältniss drohen. Es würde Verblen- dung seyn, [MMM &" wolien, daß, nach dem gegenwärtig vorlie- genden Zußade/ ks "icht möglich seyn würve, an die Stelle eines etwa äbgehenéch vonStädtxn gewählken Dsputirten die Wahl ej- ms andern zu „;_wirken, da !?!-",k fast üveinu die Stadträthe fehlen, aus welchen die WMUKWMLMM zu bilden ist, und Wenn etwa gar allgemein neue Wohlen Vorgenommen werdene müßten,. auch die Land-Wahlbezirke sich „Iußer Stande befindext wurde_n_, die Wab- 1en zuvou ichen. _ Es kann, wie gesagt- gar nicht, zwnstibaft seyn, daß fich akte wechselseitigen BEMÜbUngM „Vereinigen mussen, um diesen bxdcnklichen Zuüand aus deni Wege zu räumxn, Uiid daß da- bei.“, wenn irgend w'o, „bier Verständigung nötbig ist, um den ge- schlich n Ausipruch md "lich zu machen. War thber eine Vereini- ung bierübernicht e un en, Fo kann das Beharren bei entgegen- 'Zch'endén Anschten icverlich n cht in der ende an einem solchen Widerspruche seinen Grund haben. Die 5 e ierung will nur des Landes Befiesbefbrdern; und ein-Vertrmicn n eine gleiche_Gefin„ mmg dieser Versammlung hier aiiszusprechen, dazu fordert 1a Alles auf', was sich nur in ._Betracht ziehen läßt. Nur die Sache an sci) kann vzmnach ins Auge ge aßt werden, und nur in der verschiede- nen“ «nstßzt über die Wah der Mittel zu dem einen Zwecke kann . ,', Grund- .de Mangelnden Vereinigung liegen. Wie wichtig der ' éßielüm' "Mstx-tge der Stände - Versammlung sind, bewei- én ,fa :„ “"Ins-nen GCsc e, da sie, mit ganz unwesenx- 1§'chch ?( *Faome'ti', K_btkau “dische Vorschläge enthaiten, die “von der Regierung-i-MWU “"d- So “darf ich nu - um vet "vén neuesten,- die erwähnte V,?keitwilligkeit der Regierung darlegenden Beispielen sieben zu bleibekn, nur auß das wieder vor- gelegte Volks-Schulseseß beziehen, wc,_ches saft ü erna die Annahme
nglischen Ministeriums ein Versuch gemacht worden, die.
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üändischer Beschlüsse bekundet. So beabffchti t die Regierun , in keiner Weise die Bedeutung der Anträge der Zohen Versamm ung irgetzd xu vexkennenx bei deren erniilicher Erwägung, und, wenn sie _damtt sch nicht vereinigen kann, bei Angabe der desfangen Griinde, findet sie fick) "? dem Falle einer verfassungsmäßigen Verpflichtung. In gleicher Werse verfährt diese hohe Versammlung, wobl erwägend, daf; ohne eine Verßändigung in der Gesevgxbung kein Schriti ge- schehen kann. Bet solcher Lage der Verhältnisse schwindet mtr jeder Zweifel an dem Gelmgxn der_nur auf einen Zweck, den, das Ange- messensie zu finden, gerichteten Thätigkeit. „Die bisherige Gyund- lage der Verhandlqngen über die Wirksamkeit der älteren Gemeinde- Beamten hat zu keiner Uebereinüimmung geführt. Es isi daher am räthlrchiien gefunden worden, eben diese Grundlage der Verbandlun en axis dem Wege zu xäumen, und ich habe deshalb Namens der 5 e- giernng die desfnuitgc Gesetzesvorlage für zurückgezogen zu erklä- ren. (Hing die Ansicht der hohen Beisammlung nach Maßgabe der statigebabten-Verhandlzmgen, an die ich, nicht weiter erinnern wia, dahin, ein jedes ÖMÉZWM der Ausführung der Gemeindeordnung 3." vexhindern, - so _cmmt mit dieser Absicht die Regierung völlig iiberein, und weiin sie über die dermaltge Zweckmäßigkeit des des- mUI gxwählten Mittels zu einer nicht eben so beisiimmenden Erklä- rung nc!) veranlaßt sah, so mußte dock) der Zweck des siändtschen „Vorschlags um so „mehr erwogen und darauf, wie demselben nachzu- kommen sei), 'ernsilich Bedacht genommen ivexdrn. Der neue Ge- seiz-(Znth'f, _den ich hiermitvorziilcgen 'die _Ehre habe, enthält das Nesultai diescr Erwägung und ist, wre die Regierung zuver- sichtlich glaubt, so eingerichtet, daß sich derselbe die Beistimmung dieser hohen Versammlung versprechen kann. Es mußte auc!) ferner der lange Zeitraum seit der durch das. (Hefti; ver- loren gegangenen Amts : Eigenschaft der Gemeinde - Behör- den beachtet und. darauf Rüakfichi genommen werden, daß wohl hin und Wieder ohne gehörige Auffassung dcr Folgen des Gesetzes zam Beftctx der Gemeinden Handlungen vorgenommen seyn kdnnxen, zu der die gesetzliche “Ermächtignng fehlte. Damit auch in dieser Hinsicht Schaden abgewmdct werde, worauf eben wohl mehrere Aeußerungen in dieser Versammlung hindeuteten, hat man_geglaubt, durch das nkue Gesey die verloren gegangene Amis-Eegensck)aft der Gemeinde-Beyörden denselben. als beigelegt gewesen zuzusvreMn- An Ihnen, meine Herren, ist es nun, „durch einträchtiges Zusgmmenwirken ein Gesetz zu Stande zu bxmgen, dessen_Nothwcx1degkett in dem Umfange der Proposition. Niemand lebendiger als :ck empfinden kann.“ * Demnächst übergab der Minister einen Geseß-Eniwurf, die Fristen der Restitutions-Gesuche gegen Versäumungen von Fri- sten Und Terminen betreffend. Der Minister verließ sodann
den Saal. - Auf den Antrag des Vice-Präsdenten wurde dann .
der erstere der beiden Geseß-Entwürfe dem für die Gemeinde.- Ordnung bestellten Ausschuß, der lehrere aberdem Rechtspflege- Ausschuß zur Prüfung überwiesen.
» Der in der obigen Sitzung vdrgelegte neue Entwurf eines Geseßes, die einstweilige Bekleidung der Gemeinde-Aemter durch die bis zum Sch[usse des Jahres 1834 in Wirksamkeit gewese- nen Gemeinde-Beamten betreffend, ist folqetiden Inhalts:
„Von Gottes Gnaden Wir Friedrich Wilhelm :c. :c. erlassen, nach, Anhörung Unseres Gesmnmt - Staats - Ministeriums _und'mit Zusitmmimg der getreuen _Landüände, folgendes Gesetz: Die beider Verkündigung der Gemetnde-Ordnung vorhanden gewesenen Ge- meinde-Beamten sollen „überall, wo nicht die nach diesein Gesetze neu zu wählenden Gememdc-Beamten in ihr, Amt schon eingetreten sind-_ zu „dem Zwecke wieder in Dicnsitbäiigkeit treten, um die theils hinslchtltch der Wahlen der neuen Gemeinde : Beamten den Orts- Vorständen durch die Gemeinde-Ordnung auferlegten Verrichtungen vorzunehmen, theils aber auch sonsiige zur Gemeinde-Verwaliunq gx- hdrigeGeschäfte info weit zu besorgen, als solche ohneNachtbeil für die Gemeinden nicht bis zumDiensi-EintrittderneuenBeamtenaufgescho- ben bleiben kdnnen,auch nicht die Wirksamkeit desin Folge der Gemeinde- Ordnnn neu eintretenden Gemeinde-Ilusscimsses gesetzlich erfordern. Die ein weiligxn Ortsvorsiände haben dabei“, so weit dieses nicht geschehen ist, dix Wahlcti der neuen meetnde-Bchdrdcn unverweilt einzuleiten und m thundchft „kurzer Frist voilführcn zu lasen, und werden wegen jedes des'halbtgen Verzugs insbesondere für verant- wortlich erklärt. Auch wird den betreffenden Behörden zur beson- deren Pflicht gemacht, aUe auf die' Wahlen und den Diensiantritt dcr neu_en Gememde-Behdrden bczugitchen Geschäfte mit vorzugs- weiser Beförderung vorzunehmen. Die nach diesem Gesch den bei dcr„Verkkmdegung dei: Gcmeinde-Ordnun vorhanden gewesenen Ge- memde-Beamien wcxder zukommende; igmscbaft als solche soll, rückstchtlici) der von ihnen etwa inzwischen vorgenommenen Amts- handlungen, als denselben von dem Anfange dieses Jahres an bei-
gelegt betrachtet werden.“ ,
Kassel, 29. Jan. (Schw. Merk.) Der Kampf zwischen dem Ministerium und der Stände-Versammlung wegen Voll- ziehung der verabredeten Gemeinde-Ordnung scheint einen stets ernsteren Charakter anzunehmen, indem keiner der beiden Theile Geneigtheit zur Nachgiebigkeit an den Tag legt, und es läßt sich nicht sagen , wie dieser Zwiespalt noch endigen wird. An vielen Orten aber, wo die früheren Gemeinde-Beamten ihre Verrichtungen eingestellt haben, snd Unordnungen zu besorgen, wenn nicht an deren Stelle die neuen Beamten in Wirksamkeit treten. Die StändexVersammlung hat in der Sißung vom 28. 0Hamam: wieder einen neuen, von ihrem Präsidenten in dieser Sache gemachten vermittelnden Vorschlag (wie bereits gemeldet) mit nur 20 gegen 19 Stimmen verworfen.
-- - Weimar, 3. Febr. Die Tage des Februars kehren jetzt wieder, in welchen unsere Stadt und das Land aufs neue erwünschte Gelegenheit haben,. die Empfindungen an den Tag zu legen, Welche jeden Weimaraner gegen sein Hohes Fürsten- haus beseelen, dem er die Ruhe, die verbreitete Zufriedenheit und die große Ordnung, die in allen Verwaltungszweigen des Landes herrschen, verdankt. Das erste Festdieses Monats feier- ten wir gestern, nämlich das Geburtsfesi unseres Großherzogs. Durch die Anwesenheit Ihrer Qurchlauchten des Herzogs und der Prinzessin Marie von Sachien-Altenburg, Ihrer “Hoheit
der Prinzessin Paul von Württemberg, Sr. Durchlaucht des,
Erbprinzen von Schwarzburg-Sondershausen, so wie des Kai- scrl. Oesterreichischen Gesandten, Grafen von Colloredo, mehre- rer Königl. Preußischen Generale und höherer Offiziere aus Erfurt, welche sich hierher begeben.!)atten, um dem allverehrten Fürsten ihre Glückwünsche darzubrmgen, wurde die Feier dieses Tages noch erhöht. Abends im Theater, dessen Räume ge- drängt voll waren, wurden Se. Königl. Hoheit mit jenen Zei- chen der Liebe und Freude empfangen, welche zu geben die Lan- des-Einwohner so gern jede Gelegenheit ergreifen, Man gab neu: „Die drei Wünsche“, Oper von Raupach und Löwe, Welche von dem Ober-Zntend'anten, Ober-Marschasl von Spie- gel, finnig , kunskreich und dem Tage angemessen in die Scene geseizt war. Heute vereinigt. ein Ball-die zahlreichen Gäste und die nächsten Umgebungen des Großherzogs. Hauses im Residenz; "Schlosse. - Se. Königl. Hoheit der Erdgroßherzog ist auf sei- ner Reise nach Italien glücklich in Pisa. eingetroffen und wird vermurhlich sehe in Rom se n. -- Seit “dem- Anschluß unseres Landes an den Deutschen aVerband hat sich auch hier ein Gewerbe-Vérein gebildet, der bereits einen ziemlichen Umfang xriangt hat, und dessen '*Wirkung und Einfluß ersprießlich zu werden allen Anschein hat. -- Se. Königl. Hoheit der Groß- herzog haben den Legations-Rath „Karl Pause auf den Vor-
schlag des Öber-Konfisioriums zum Professor der Geschichte „„ Gymnasium ernannt und gem Schuhe (aus Magdeburg) s",
Deutschen Literatur am hiesigen bekannten Gelehrten ])1'. St. Charakter als Hofrath ertheilt.
Meiningen 27. Jan. Ihre Königl. Ho eit d' fürsiin von Hessen, ist in.Begleitung ihrer Tochtehr dernixM;
zessin Karoline von Kassel zum Besuch Ihrer weiten Tvz)".
unserer Herzoqin, hier eingetroffen und in dem er o |, “ abgetreten. Wie man hört,. wird die Fürstin die gatßzegFFKW Zeit hier zubringen, um sich mit eigenen Augen von dem be 9 GesundheiW-Zuskande der Herzogin, ist, zu überzeugen.
München, 31. Jän. (Nürnb. Korr.) Ihre M' * die Königin - Wittwe befindet sich, zum Troste der Armer?!estar Bedrängten, wieder besser. __ Der am Mittwoch den 2877010 stattgehabte Kammerball, auf welchem beinahe alle KUSWÜrtigxi- Gesandten zugegen waren, war außerordentlich glänzeno„„ Mehrere. sehr reiche Privaten haben sich bereits vereinigt, „„ wollen em großes Kapital zu dem Zwecke vorschießen, den klein, besoldeten Staatsdienern und sonstigen Kanzlei-Individuena * ein Drittel Besoldungs-Abzüge und Monatscheine Vorschuss, zu machen; dies wäre das einzige probate Mittel, um die ;, dra des gräßlichsten Wuchers, der der Ruin der bravstenuuz wackersicn Familien ist, zu ersticken. Die Statuten und Mi zenzgesuche hierzu werden demnächst der Königl. Regierung übergeben Werden, und bei derselben ohne Zweifel die erwünxzx, Besätigung erhalten. ' Vier junge Geometer von der hiesigen Steuer-Katafter-Zw mission haben dieser Tage von der Griechischen Regierung eim Ruf nach Athen mit einem jährlichen Gehalte von 900 Finns. einem Reisegelde von 250 Fl. erhalten und denselben auch“ reitwiliig angenommen. Von der großen Anzahl der hieß“. Geometer, denen sich nach der baldigen Beendigung der Ves messung Bayerns schlechie Auöfichten darbieten, wollen scho» meisten nach Griechenland begeben, welches zum Behufeeinerk neuen Steuer-chuiirung in seinem ganzen Umfange ausgemesxk sen werden soll. *
München, 1. Febr. Das Bayerische Regierung- Blatt enthält folgende Königl. Verordnung: „Ludwig, von Gottes Gnaden König von Bayern xc. Nachdem mit der von Uns und von sämmtlichen Mitgliedern des Deutschen Bunoei ertheilten Zustimmung in der 39sten Sißung der Bundes-Vw sammlun-g vom 13. Nov. v. I. nachstehender Beschluß gefaßt worden ist: „„Da sich ergeben hat, daß die im Artikel 12 da Bundes-Akte enthaltene Bestimmung wegen Verschickung dex
Arten auf eine Deutsche Fakultät oder an einen Schöppenstuhl
zur Abfassung des End-Urtheils zum Theil auch auf Polloi und Kriminal-Érkenntnisse ausgedehnt'word'en ist, eine sokche Auslegung aber nichc im Sinne jenes Artikels liegt, so„e klärt die Bundes-Versammlung, daß der gedachte Artikel 12 der Bundesakee nur auf Civilstrcitigkeiten Anwendung finden könne,“, so haben Wir nach Vernehmung Unseres Gesammi Ministeriums beschlossen, undverordnen hierdurch zur vollstän- digen Erreichung des durch obigen Bundesbeschluß beabfichtigiei Zweches, daß die bei den Juristen-Fakultäten Unserer Landei- Univerfitäeen nach den organischen Normen (jedoch mit geseh- licher Ausnahme aller inländischen Rechtssachen) zur Zeiinoch bestehenden Spruchkollegien sich künftig überhaupt der Annahm von Akten in Kriminal- und Polizeisachen aus den Staaten und Gebieten des Deutschen Bundes enthalten sollen, was zur Nachachtimg hiermit öffentlich bekannt gemacht wird. München, am 29. Januar 1835. Ludwig.“ * '
Der Bayerische Landbote schreibt: „Der Nachrichtii Beziehung auf die Leuchtenbergische Gemälde-Gallerie und Bi- bliothek können wir auf das bestimmtesie widersprechen. Esii und. kann viciniehr gar nicht die Rede von einer TranSportirung nach „Portugal seyn, da diese Kunstschäße einen Theil des Leuci- tenbergischen Familien;Fideikommiffes bilden, Welches nach den Bestimmungen des Ehevertrags zwischen Herzog August und Donna Maria nichc auf die aus dieser Ehe hervorgehendenkio der vererbt. Die Bewohner Münchens, so wie die diese Res- den stadt besuchenden- Fremden werden sich daher des Besuches Fe er ausgezkichneten Gemälde-Sammlung noch ferner erfreu-
nnen.“
Aschaffenburg, 2. Febr. Aus Orb hat man die traurige Nachricht von einem dort vorgefallenen höchst beklagenswertbw Ereignisse erhalten. Am 31.Zan. Abends zwixschen 6 und 711“- ward nämlich der Königl. LandgerichW-Aktuar Rösch, als ers aus dem Landgerichts-Gebäude nach Hause begab, .unterw** in der Stadt selbst meuchelmörderisch erschossen. Es scheintd boshafteste Rache Wegen strenger Pflichterfüllung diese verruch Thatlderübc zu haben. Die gerichtliche Untersuchung ist [“M“ einge e tet. *.
Wiesbaden, 1. Febr. Infolge des jüngst erschienen" Verordnungsblaites haben in dem Herzogihume mehrere Vik“ änderungen und Beförderungen, namentlich unter den Herz Civil; und Hof-Dienern, stattgefunden. So ist unter Addi“ der bisherige Kämmerer, Oberst-Lieutenant und Flügel-Adjulan' Baron von Breidbach-Bürresheim, zum Ober-Siallmeisier, d“ Major Baron von-Bose zum Hofmarschall, der Geheime LLS“ tions-Rath von Fabinius zum Geheimen Rath, der Kammer“ junker von Marschall zum Assessor, und der Hof-Commtssa“ Dreßler zum Geheimen Hofrath :e. TC. ernannt worden. A" hat der bisherige Domherr Bausch nach erlangter Päpsklkch“ Confirmation die landesherrliche Bestätigung als Bischof voi Limburg erhalten.
Spanien.
- -- Madrid, 20. Jan. Nachdem ich Ihnen in in““ nem leßten Schreiben einen Bericht über die blutigen und Ü" die Würde unserer Regierung nicht sonderlich ehrenvoll abgelkU,“ fenen Ereigniss des vorgesirigen Tages mitgetheilt, sey .es-m" auch verstattet, Sie auf einen anderen Schauplaß, nämlich “ den unseres Gebirgskrieges, der sich jedoch der Hauptstadt sil“ immer mehr zu nähern scheint, zu führen. Es liegt das SÖ ben eines Reisenden vor mir, welcher fich eben in V aufhält, und dessen Inhalt mit den'Berichten unserer 0 * „ tung nichts weniger als übereinstimmend ist. „Gestern Wo“ heißt es in diesem Schreiben, das vom 6ten d. M. datirt . „traf hier der General Caratala sowohl mit seiner eigenen *.*, vifion als mit der von BiScaya ein. Diese Truppen haben “' den vom General Zumalacarreguy selbst befehligten Ravarres und zwar unter den Augen des Don Carlos, ein bluriges “_ fecht zu bestehen gehabt, welches in dem GeburtSorte Zum. carrequy's stattfand. Der Ort heißt Horamaesteguy, und *“ ungefähr eine Stunde von Villareal und Zamaraga bei franca entfernt, wo die Navarresen |ck acht Tage lang au“
die jeßt außer aller Gefahi
UU [. bald
itor] [ ß
* ", führte mien und 10,000 Seeleute unmitt-klbar, und mit denen, die
ebene an einen Angriff der Christin“ geivartet und Evikirdglich fandf jenes Zusammentreffen bei dem ge- '„ Orte statt, wo zwei Tage lang ein mörderisches “ unterhalten wurde. Das Ende davon war, daß rChr'jsrinos auf schmachvolle Weise die Flucht ergrif- d von den Navarresen bis nach Bergara verfolgt un Das Regiment Cordova allein hat 13 Offiziere ver- en*Das Corps des Generals Zaureguy büßte, außer vielen 'n und Verwundeten", zwei Offiziere und eine sehr große [Soldaten ein, die von den Karlisien u Gefangenen ge- t wurden. Am schlimmsten ist es dem orps des Generals artery ergangen, das sich, nachdem .seinem Anführer ein bunter dem Leibe erschossen und mehrere Offiziere verwun- orden waren, förmlich aufgelöst hat. Die Navarresen be- ?i ten sich mit gefälltem Bajonnet der Kanonen, so daß Ca- “' g weder aus noch ein wußte. Der Leßtere wird jeizt, „ieuejcht mit Unrecht, als ein Feigling bezeichnei, besonders er nicht einmal den, Muth gehabt hat, |ck allem von Ver- nach Vitoria zu begeben, und sich vielMehr von den trau- Ueherresien seines ganzen Corps, die etwa noch aus ' «Mann bestehen, hierher hat begleiten lassen. Don Car- tjeßt an der Spiße von 12 Bataillonen unter dem Be- amalacarreguy's, denen fich nun auch noch Villalobos und rinomiiihrer ganzen Kavallerie angeschlossen haben. Die nrxGaide wird von Villareal und Jbarrola kommandirt. and/ der diese Trupxen am 3_ten d. in_ der Nähe von „gosgtsehen bat, ver|ichert, daß sie große Vorräche von „„- mit sch führen“ „ T ü r k e i.
Konstantinopel, 10. Jan. Nach langer Pause ist heute .er einmal ein Blatt des höchst unregelmäßig erscheinenden .niteur Ottoman auSgegeben ivorden. Es ent äic neben an Dingen, die bereits vor längerer Zeit von der ekwimi kajj qemeldet worden, unter _Anderm Folgendes: „Der itain Nicolas Chiefala aus Zante hat uns um die Adfnahme nachstehenden Artikels ersucht. Der Fürst von Serbien hatte Abficht, eine Korvette von 28 Kanonen erbauen zu laiseii, ße Sr. Hoheit dem Sultan zu überreichen. Der Capitgm efala übernahm die AUSführung dieser Arbeit, und veryflich- [ich zugleich, die Korvette unbeschädigt nach Konstantinopel „ringen. Er hatte bereits zu Brif-Palancq in Serbien ein ist anlegen lassen, als anderweitige Anerbietungen, welche heilhafter schienen, von dem Fürsten angenommen wurden. neuen Unternehmer , denen es an den nöthigen Kenntnissen te , um die unvermeidlichen Schwierigkeiten zu überwinden, ten bald das Werk aufgeben, indem se vorschühten, die an habe“ nicht Wasser genug für eine Korvette.“ Der Caxitain fata hat jedoch zu seiner Rechtfertigung eine Denkschrift be- t gemacht, worin er erklärt, daß die von den Erbauern gn; benen Hindernisse gar nichc existireti , oder wenigstens leicht Überwinden seyen. Er versichert, das nicht nur eme Korvette, ern auch eine Fregatte in Brif-Palanca vom Stapel laufen ohne Gefahr die Donau hinunter nach Koyskantmopel ge- rt werden könnte. Zum Beweise führt er die wohlbekannte isache an , daß er eine unter seiner Leitung„zu Semendria aute Brigg über Riffe , Wo die Wassertiefe nichc iiber 5-76 ßbeirug, glücklich nach Widdin, und von dort, mit Getraide .bin, nach Galaß gebracht habe. Nun würde aber die auf em' Werft jenseit der Gerdap-Felsen erbaute Korvette, die nur Fuß tief geht, mit weit geringerer Schwierigkeit die Fahrt Konstantinopel machen können. Er giebt ferner die billigen * ehrenwerthen Bedingungen an, unter denen er denPau rnommcn habe, und widerlegt zuletzt noch die nachtheiligen rüchre,„wtlche fich über ihn verbreitet haben.“
Ein junger Französischer Arzt, Namens Cholet, weicher fich November hier aufhielt, hat fich während der Zeit eifxig der Pest, die damals ziemlich heftig wüthete, beschäftigt. ging in dasGriechische Hospital, wo sich etwa'60 Pest- nke befanden, verweilte mehrere Stunden unter ihnen und ersuchte sogar den Puls mehrerer Kranken. Herr Cholet " bei seiner Ankunft in Frankreich die Resultate seiner Beob- tungen bekannt machen.
O | i n d i e n.
Kalkutta-Zeitungen vom Ende Septembers melden: sgeht das Gerücht, daß in Mysore Unruhen ausgebrochen en, und daß das 35|e und 48ste Regiment eingeborner Zn- terie, die auf dem Marsche Waren, deshalb Halt-Befehl em- ngen hätten. Im Bezirke von Vixigapatam ist durch das iedererscheinen des bekannten Rebellen Palkarow mit einer nde von 600 Mann die Ruhe gestört worden; 4 Compggnieen ter Major Tolson smd gegen ihn auf dem Marsche; die Ddr- bat er vergebens auf seine Seite zu Éiehen gesucht. Die uppen von Oude haben das Britische 'ebiet verletzt imd ip wshowra ein schreckliches Blutbad angerichtet. Als die Bre- chtnBehörden mit hinlänglicher Macht dort erschienen, fandßn iiber 180 Leichen auf den Straßen liegen; viele andere waren m W geworfen worden, und 15 Verwundete hatte man le- dig géspießt. Man glaubt, daß die Britische Regierung diese räuel streng rächen werde. Aus China erfährt man, daß em ["Und der Berg-Bewohner von dem gegen sie abgeschickten *seklicven General glücklich gedämpft worden war. Zu den len Veränderungen, welche die Erlöschung des Monopols der j"dischen Compagnie herbeigeführt hat, gehört auch die? Er- bniß der bisher verbotenen Ausfuhr von Salpeter nach China.“
Vereinigte Staaten von Nord-Amcrika.
Washington, 2. Jan. In der Sißung des Reprä- "tancen :Hauses vom 10. „Dezember legte Herr Pearce ecPetition von John R. Reynolds vor, der kürzlich von ei- Unkeksuchungs-Reise in dem Stillen Meere und an der Nord- Ü'Küste Amerika7s zurückgekehrt ist, und den Vorschlag macht, ecExpedition zur Aufnahme der Inseln und Riffe in jenem ean und an jener Küste auözurüsten. Die Petition wurde " der Skseßgebenden Versammlung von Rhode-Jsland empfoh- '- "nb Herr Pearce bemerkte, daß die Legis'laturen der übri-
Staaeen, sowie die Kaufleute und Handels; Kammern in "„größeren Städten der Union, sick) gewiß dem Antrage an- '? en würden. Um die Wichtigkeit des Ge enstandes ;; zei-
Herr Pearce an, daß der Wallfischfgang jekzt 1 2,000
mittelbarer Beziehung damit stehen, wohl 170,000 Tonnen d 12,000 Seeleute, also ein Zehnxtheil der ganzen Marine der
n;:inigken Staaten beschäftige, Das in diesem Geschäfte sek-
“lusk an den auf keiner Karte ver eichneten Inseln und Riffen
"Uli den Kosten, welche die usrüftun einer Expedition AU ahm: der Inseln und Risse verur ache, gleich. err
".mehr eine Aufforderung zur ausführlichen Darstellung dieses
Kapital"!)errage 12 Millionen Dollars, und der jährliche"
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Columbien sich mit der Fr ebeschäftige, ob es nicht Weckmäßig sey, die Verhaftung wegen chulden abzuschaffen. „ er Staat, dem ich angehöre (Louisiana)“, bemerkte der Redner, „hat - ich bm sto! , es zu sagen - die Verhaftung wegen Schulden seit zwölf ahren unbedingt abgeschafft, und es sind, seitdem * dies Geseß besteht, Millionen von den Schuldnern bezahlt wor- den, und dies humane System hat fich wohlthätiger für die Glßubiger'und für die Schuldner gezeigt, als das frühere bar- barischx Zwangs-Syffem. Dies System w:“rd vornehmlich fÜk den Distrikt Columbien, wo jährlich eine so große Anzahl unse- rer Mitbürger ihrer Geschäfce wegen zusammenströmt, von dem größten Rußen seyn. Man lese nur die Berichte der Gefäng- niß-Gxsellschaft , und man wird erstaunen über die Größe des mxnschlechen “Elends, ivelches aus dem grausamen Gebrauche der Emkerberung wegen Schulden entsteht. Ich hoffe daher, die Kommission wird darauf antragen, das Gesetz entweder ganz oder wenigstens für „Summen unter 50 Dollars abzuschaffen.“ Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Hierauf machte Herr M. Kinley den Antrag, den Wert!) aller öffentlichen Ländereien auf 75 Cents für den Acre herabzuseßen; ferner alle Ländereien, die zum Verkauf ausgeboten worden find und länger als 5 und weniger als 10 Jahre unverkauft blieben, auf 50 Cents per Acre; alle Ländereien, die, nachdem fie zum Verkanf ausgeboten, länger als 10 und weniger als 15 Jahre un- verkaufc blieben, auf 25 Cents für den Acre; alle Ländereien, die mehr als 15 und weniger als 20 Jahre unverkauft blieben, auf 12;- Cents per Acre; alle Ländereien, die in mehr als 20 und in weniger als 25 Jahren nicht verkauft werden, auf 6"; Cents per Acre herabzuseizen , und alle Ländereien, die länger als 25 Jahre unverkauft liegen bleiben, für Eigenthum des Staates, worin sie liegen, zu erklären, und allen Personen, welche auf öf- fentlichen Ländereien wohnen und einen Theil dersilben ein oder mehrere Jahre hindurch angebaut haben, das Recht des Vorkaufs „„und zwar für ein Viertel des in der obigen Klassifizirung ange- gebenen Werthes zu gestatten. Der Antrag wurde einer Kom- misfion überwiesen.
-- Die Times enthält Briefe aus New-York vom 31. Dezember, in denen von großen militairischen Anstalten die Rede ist, die in den Vereinigten Staaten getroffen würden; in 6Wo- chen, heißt es darin, sollten sämmtliche Kriegsschiffe segelfertig seyn; 7 Schiffe von 74 Kanonen wären bereits ausgerüstet, an 5 anderen von gleicher Größe werde noch gearbeitet, und außer- dem sollten auch noch 14 Fregatten von 44 Kanonen fertig wer- den; sollte die Französische Regierung, tvird schließlich bemerkt, sch weigern, die ftipulirie Endschädigungs-Summe zu zahlen, so würden die Vereinigten Staaten ihr unverzüglich den Krieg er-
klären. , Z n l a n d.
Berlin, 6. Febr. Wir kommen noch einmal auf die Feier des Dienst-Jubiläums des Herrn Geheimen Staatsraths von Staegemann zurück und glauben, in. diesen Blättern um so
freudigen Ereignisses zu haben, als der Gefeierte bekanntlich auch ein Begründer und im Jahre 1819 der erste Herausgeber der Preußischen Staats-Zeitung war. Gestern fand hieselbsk das zu Ehren des Jubilars angeordnete große Festmahl im Ja- qorsch'en Saale statt. An 250 Personen nahmen an demselben Theil, wvrunter Se. Hoheit der Herzog Karl von Mecklenburg, die Herren Geheimen Staats-Minister, der Herr Fürst Sul- kowski, mehrere der Herren Generale, die höheren Civil-Beam- ten, so wie eine zahreiche Menge von Freunden und Verehrern des Jubilars. Die Rückwand des Saales war in geschmack- voller Weise mit Blumen und anderen Gewächsen geschmückt, in deren-Mitte die sehr ähnliche Büste des Jubilars prangte, die Herr Professor Rauch für dieses Fest besonders angefertigt und dem Gefeierten als eine Huldigung dargebracht hatte. Der Iu- bilar wurde aus seiner Wohnung von Ihren Excellenzen dem Herrn Geheimen Staats-Minister von Beyme Und dem Herrn wirklichen Geheimen Rath Rother abgeholt, und bald nach sei- nem Erscheinen setzte die Gesellschaft sich unter Trompetenklang zu Tische. Zur Rechten des Jubilars nahm Se. Hoheit der Her- zog Karl von Mecklenburg, zu seiner Linken der Herr Geheime Staats-Minisier von Beyme, als der Aeltejie seiner Zu end- freunde, Platz. Der Leßtere brachte, bald nachdem das ahl begonnen, die Gesundheit Sr. Maj. des Königs aus, in Welchen Toast alle Anwesende mit dem lautesten Jubel einßimmten, und worauf das Volkslied, die letzte Strophe von der gan- zen Versammlung stehend, gesungen wurde. Der zweite Toast galt Sr. Königl. Hoheit dem KronprinÉn und dem gesamm- ten Königl. Hause, und wurde von r. Durchlaucht dem Fürsten Sulkowski ausgebracht. Nachdem hiernächst ein von Chamiffo gedichtetes und von Rungenhagen in Musik gesehtes Jubiiar-Lied vorgetragen worden, trat Hr. Hyfrath ])1'. Förster, von den Ordnern des Festes hierzu beauftragt, hinter den Silz des Herrn Jubilare; und überreichte ihn; im Namen der Gesell- schaft mit einer sinnigen Anrede in Verden einen aus den selten- sten Blumen gewundenen Kranz. Numnehr erhob sich Se. Hoh. der Herzog Karl und brachte die Gesundheit des Gefeierten mit folgenden Worten aus:
Der Becher, den ich freudig jetzt erhebe, er ist dem biedern Preußen-Freund gebracht! Ol)! daß uns alle stets der Geist umschwebe der heute noch aus seinem Auge lacht!
. es ist/der Geist der glühend heißen Liebe für seinen König, für sein Vaterland!
Was dies er Genius schafft, es hat Bestand; er sorgte wohl, daß ewig grünend bliebe der Kran; den wirkend seine Hand gewundert, denn Geist und Herz sind stets in ihm verbunden.
So wirkt, den er beseelt, in jedem Werke, sein Herz veredelt nur des Geistes Stärke, und beide bringen in des Liedes Klang noch weiter als sein thätig Wirken drang.
Sein Lied ist Muth wenn die Gefahren drängen; es 1veckt das Hochgefühl bei Siegeslust; es skählt die Treue in des Kriegers Brust, es ehrt den Ruhm mit seinen remßen Klängen; es weiht dem Schmerz die sanften Wehmuthszähren, --
Dem Dichter, dem so manches Lied gelungen das er zu Preußens EhrÄund Ruhm gesungen, den wir als StaatSmann wie als Dichter ehren, ' „Ihm töne jeZzt3 der frohe Becherklanl?! die eignen erke sind sein Lo gesangi! Zu welchem hohen Grade von Begeisterung die ganze Very sammlung durch diese Worte angeregt wurde, und mit welcher
'hnson trug darauf an', daß die Kommission für den Di rike
'
Während der Tafel wurden 7 Lieder, die in einem besondern Hesse abgedruckt und mit mehreren dem Jubilar gewidmeten Gedich- ten von Chamiiso, von Eichendorff, ])1'. Förster, 1)». Gedicke, Professor Pudor, vx. Stiegliß und Friedrich Schuss, jedem Couverte beigelegt waren, von den zu diesem Mahle eingeladenen Königlichen Sängern, und mehreren anderen Gesangkundi- gen - vorgetragen. Den Reihen dieser Gesänge eröffnete das bekanntlich von dem_ Jubilar selbst“ gedichtete vortreff- liche Lied: „Wenn Preußens Sohn an benedeiten Tagen :c. :c.“ das;, wie immer:, alle Gemüther auf das leb- hafteste bewegte, und zu: der freudigsien Aufmallung hinriß. Das Mahi, das in de?! chus-xxn zwi“*'ci)en de'n vorgetragenen Liedern auch noch durch Instiixmcnecxi-Musik gewürzt wurde, dauerte bis spät in den Abend him-in, Mid giedi) wic sick) im ganzen Lauf: deffelben überal! ficdtdcn- di- *i'ökzlichike Stimmiing Fand gab, aiso verließ auch gewiß cin, IMU“ dic Geselij'cvaft mit dem inmgsren Wunsche, daß dem hochvcrédésntexi Staatsmanne und geskicrtm Dichter dieser Tag noch recht oft im ungeiri'ibccn Gcnusse sai- ner geistigen und körperlichen Kräfte wiederkehren möge.
» Gestern beging auch der bei der Abtheilung für die Armee-Angeleganheiten des Allgemeiiten Kriegs-Depactements angestellte Geheime expedirende Secretair und Kalkulator, Kriegs- rath Sineck, sein 50jähriges Dienst-Jubiläum. Der Jubilar wurde am Vormittag in den im Geschäfts-Lokale des Königl. ' Kriegs-Ministeriums versammelten Kreis sämmtlicher Beamten geführt, wo zunächst der Herr Departements-Direktor, Geneyal- Lieutenant von Schoeler, demselben nach einer feierlichen Anrede die Insignien des ihm von Gr. Majesiäc dem Könige verliehe- nen Rothen Adler-Ordens dritter Klasse mit der Schleife und zugieich eine von Sr. Excellenz eigenhändig gefertigte Abschrift der das Verdienst des Jubilars in den gnädigften Ausdrücken anerkennenden Allerhöchsten KabineessOrdre übergeben wurden. Eine silberne eschmackooll gearbeitete Schale und zwei Alabaster- Vasen, dem Jubilar von seinen Vorgesetzten und Kollegen zum dauernden Andenken verehrt, waren zwischen Blumen und Ge- dichten im Saale aufgestellt. In den herzlichen Glückwünschen von allen Seiten sprach sich auf die unverkennbarste Weise die aUgemeine Achtung und Anhänglichkeit aus, welche der Jubilar sich durch eine langjährige musterhafte Berufscreue erworben hat. Se. Excell'enz der, Herr Kriegs-Minister ehrte denselben noch besonders durch die Einladung zu einem großen Mittags- mahle, bei welchem Sr. Majestät, unserem Allergnädigsien Kö; nige , aus voller Seele ein begeistertes Lebehoch gebracht wurde. ------_---_
Gartenbau „ Verein.
In der 137|en Versammlung des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den Königl. Preußischen Staaten gm ]. Februar c. wurden vorgetragen: die Aeußerungen des bethctltgten Ausschusses auf die eingegangenen Abhandlungen des Herrn Profesors van Mons in Löwen uber zwei neue Eigenschaften des Zaubeerrtngeß am „Birn- baum, des „Herrn Paul von Ballus zu Preßburg uber dte Erziehung des Weinstocks aus dem Gaumen und, des Kunß-Gärtners Hexrn Schmidt zu Groß-Streblii; in Schießen über die bei einem Ween- berge in dortiger Gegend angewendete empfehleizswerthe Behand- lung des Weinstocks. Ferner: der Jahres-Bexicw, des Kammxr- Affessors Herrn Schäffer in Pleß über die evormhregen Ergebnisse der Bestrebungen zur Beförderung des Gemusebaues und der Obsi- baumzucht in dortiger Gegend; die Vorschläge, des Ober-Fdriiers Herrn von Pfahl in Hamm zur BegründutHthmcß K'orresponden : Blattes zur Förderung des, Obstbaues; eine .itthetlu'ng des Kun : Gärtners Herrn Warsxcwtcz in Iniixrburg uvex dee Anwendung eines alten Lehm-Esirtchs zur Bereitung vorzuglicher Erde Für solche Gewckchse, die einen nahrhaften uiid gebundenen, aber nicht zu strengen Boden verlangen; die Mittheilungxn des Kammer- herrn Herrn von Poser zu Qoxnbsel bet Polnisch Wartxnberg, über den vortheilhaften Anbau eint er„Turnips-21rten zur Vtehfüt- terung, über das Pfropfen der Ka anten auf ['n-3,115 .IN-„ech und über die Vertilgung der Schtldlaus von Orangerie-Bäumen durch Begießen mit dem Abgange der Kartoffel-Brcnnereien (Sclilcmpek; Bemerkunegen des Kunst- und HandeW-Gärtgers Herrn Petsch n Neuwied uber ())/11000" ]).“qctFlon; Nachricht uber die große Chry- santhemum-Sammlung des Censors errn Nupvrxcbt in Wien; eine Abhandlung des Ober ärtners des aiserl. botanischen Gartens in Yeteerurg, Herrn Fa dermann, über den zu Hecken- und Schmuck-
nlagen besonders geeigneten Sibirischen Blutdorn (CMMLZUZ san- Zuinen); Bemerkungen des Lehrers Herrn Görner zu Luckau über den Aurikelbau im freien Lande; den Bericht des Jnsietuts-Gärt- ners Herrn Boucbé in Schöneberg über die Ergebnisse dcr Anzucht 56 verschiedener Kohl-Arten; Bemerkungen des Hof:G„äriner8 Hrn. - Wimmer zu Schlitz im Großherzogtthum Heffen,_ über die Benutzung des Schwedischen Apfels zur Bereitung von Cider, uber das Ver- lausen der Rosen, über die Behandlung der axisgezeichnctcn Melone von Sarevta, über das Verfahren von „einjährigen Ananas-Pffanzen, siarkc Früchte zu erziehen und über die Erlangung dlciuer Horten- sien durch die Anzucht in Mdor- Erdx unters Beimischung von Eisen-Vitriol, als eine Besiättgung fruherer ahnlicher Erfahrun- gen; Mittheilungen des Kurzsi-Gärtners „Herrn Ney zu Tscbtlxsen bei Herrnsiadt über die ungunfiigcn Einwarkungen dcs voxxährtgen trockenen und heißen Sommers a_uf die Veßetation in dortxger Ge- gend, als Beitrag zu den ähnlichen Erfa rungen tn anderen Ge- ßenden, unter Beifugung einer Zeichnung der dort vorgekommenen
prolißcation einer Nose, aus der an dem verlängerten Stiele drei vollständige zur Blütbe gekommene Knospen erwachsen. Vom Hof- Gärtner Herrn F. intelmann in Charlottenburg wurdxn vor e: zeigt: “an rcich mn Früchten bedeckte Zweige von zweisim Ia re 1822 aus Italjet": hierher gesatidten weldcn Oelbäumen “)]-«1 «m'a- paku), die im vorigen Jahre hterzum erücnmald zur Blüihe kamen, mit Angabe der Behandlung der Bäume, so wre einige im “vorigen Jahre hier zur Reife gekommene Saamen-Schote'n von 15i§1m-=;.. «„U-;
mms. Eingesandt waren:von Sr. Durchl, dcm Fursren zii Salni-chk ein Exemplar des reichen Verzeichnisses der in dem botanischen Garten
deffelben u Dyck wachsenden Pflanzen (k]arinZ [)chmixix); von der
Landwirt schafts-Grseüschaft in Steiermark, der 0. Band der neuen
Folge ihrer interessanten Vecbandlungen und Aufsätze; von dem
Landtvirtbschaftlichen Vereine mBayern das 4. Heft 14. Jahrgan-y
ges ihres reichhaltigen neuen“ Wochenblaties. Von dem Hof-Gärt-
ner Herrn Hempel bierselbsi, waren zur Stelle gebracht, schr gut1
konservirtc, nicht kammtrockenx Weintrauben von Malvaszcr und
Schdnedel, und von dem hiesigen Kunstgäitiicr Herrn Lembrecbt
aus seiner reichen Kameüiensior zwei schöne Excitiilarc don („Mol. 1i3 [myerinlig und Cloi'ia nmmli, die als Ebren-Gaoen in dir: Ber- sammlung verlooset wnrden. I,) ».
***.
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Haupt-Momente
neuerer Finanz- und Polizei-Gesehgebung des Auslandes, so weit selbige den Handel betrifft,
)(Ki'll. Berlin, 31. Januar 1835.
Frankreich. Das persprochene neue Douanen Wess? iii den Kammern bis xeizt 11th txtcht vorgelegt worden, und auch da zur Lc- galisation der voxläung tiber den Gegeiistatxd erlassenen Ordonnanzen vorgelegte noch_mcht zur öffcnxltchßn.Diskusnon ,gelangt. Die verstän- digercn Tagblätter loben das Ministerium, diefes letztere vor allen Dingen eingebracht und dadurch das Seimge gethan zu haben, dem
inni en Wärme ein jeder der Anwesenden auf das Wohl des hoch- vereßrtm Jubilare trank, bedarf keiner weiteren Erwähnung.
ganz conßitutionswidrigen Zustande einer über Jahr und Tag verlän-