1835 / 42 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

krrLandgräfin von Hessen Homburg aussefahren, und die Kb- UkZthhaltY wieder einen Spaziergang auf dem Kettendamm ge- axa .

- Die gefirigeLJof- Zeitung meldet: „Der König hat (I?. Gnaden den »Wzbisctzof von Canterbury, den Lord-KUWM Lindhzirft, Se. Gnaden den Erzbischof vo'n York, drn Graf!!! x'rntHarrowby, dcn Lord-Bischof von London, den Lord; Bi- 1choi von Lincoln, den Lord ; Bischof Wk (Siloucestcr, der sehr EOUUWMHM Barone: Sir Robert Peel, Hcrrn Hint:,» (Bou!- ÖUM; Herrn Charirs Wä'tkin Williams Wynn, „Herrn Henri) HONDA? und Sir Hirbert Zenner zu .Kdnigiichen Kommissa- i-_cn ernannt, mn den Zustand der verschiedenen Didccsen von EWMD Und Wales mcc Hmscht auf den Betrag ihrer Ein- kßnfle- 'auf die gleichmäßigérr Verthciiun «der biscköfiickxn Func- tionen“ und" äü'f bie Bése'étig'ung" der Nd: wendigkeii, dxn Bis; tÖÜmk'en noch Pfründen nebst der damit verbundenen Seelsorge ais Kommenden hinzuzufügen, so wie den Zustand drr vriscyie- denrn Kaiheoralcn und Koüegiac-Kirchcn in diesen Diöccssn mit Hinsicht auf die Angabe derjenigen “Maßregeln, wodmch diesel- ben in den Stand gesch wexrden könnten, für die Wchlfahrt der herrschenden Kirche am bHsten förderlich u seyn„ in Buracht zu ziehen und die ersprießlichske Art und rise der Saisorge, met besonderer Rücksicht auf die Anwesenheit der Geistlictzm auf ihren betreffenden Pfarrrn, ausfindig zu machen.“ Die Times findet sick) durch diese Anzeige zu folgendexr Bcrrachtunz veran- laßt: „AUe Freunde der Anglikanischen Kirche und der religiösen Zniercsscn dieses großen christlichen Voiks, worin die wichrigsken anderen Zntercssen eingeschlossen sind, werden 1)öchlichst darüber iksreUt seyn, daß der Souverain der Kommission zur Legung des Grundsteixis für eine umfassenöe und wirksame Rekorm der Kirche von England, in zeitliclxer sowohl aks geisiii- ckwr Hinsicht, sein .Exeqxtatur erthecit lxat. Die Häupter der Mehr, der Richispficge und der Staats-Verwaltung befindcn sich unter dem .Zu dies.:n Wichtigcn Zweck crnannten Kommissarien. Die beiden Ei*zbischöfe, der „Bischof von London, ])!*. Kaye (der Bischof von Lincoln) und der Bisctwf von Gloucester find die Mitglieder der National-Priesterschaft, denen die AUfgabe über- tragen worden ist. Sir Robert Peel (di": Premier; Minister), der Lord-Kanzlcr, Lord Harrowby, Herr Goulburn (als Secre- tair für das Innere) und Sir Herbert Jenner (sin ausgezeich- neter Kenner des Civilrechts) ncvst dcn .Herren Wynn und H. Hobhouse beiden den LaienzBeßandtheil der Kommission. Die Gegenstände, auf welche die Kommission ihre Aufmerksamkeit richten soll, sind von ,so allgemeineniZneeress-x, und die Kom- miffarien ihrem Auftrage so geivachsen, als möglich. ,Die Eis;- künfte der Bischöfe, die gleichmäßigere Verthiilung drr bisch?- «wn Functionen, die Abschaffung der Kommenden, die bessere *-.zerivendung der Dechanats- und Kapitei-Einnahmen, cine qe- !) ihrende Berücksicjziiguna des Zustandes dcr Kathrdral- und Kol- !egiak-KirMn und die Nöthigung der Geistlichkeit, sick) in ihren Kirchspielen aufzuhalten, bi1dcn die großen Zr1,echa dieser beabsichtig- ten Untersuchung. Wr nehmen es für außgemachc an, daß in Fo1ge derselben einigeEmschkäukungen in dem Privilegium“ und chi'aucl) dir Bischöfe, ihre Functionen auf Andere zu übertragen, ersol- chn Werden. Insofern diese wichtige Maßregel jedenfalls mit dem festen Entschluß ergriffen worden ist, daß fie dem Englischen Volke zum Ruhen und zur Zufriedenheit gcreichen soUe, können wir nicht umhin, der Geistlichkeit, der Regierung und dem Lande zu der Lsnkündigung in der gestrigen Hof-ZkitUNg GMF zu wünschen. Aber, sagt das Sprüchworc, „wer schurli giebt, giebt doppxlx“, und wirMeln 01511" nicht, daß die Kommis- sion ihren Baricht so ba a mögkich erstatten-wird.“

Herr William Pitt Adams ist zum „Britischen Legations- Sccryrair in Bogota ernannt worden.

_ Ole Times“ sagt: „Am Montag Abend und geüirn ging das Gerüäzc, daß gar kein Kampf um den Sprecherxxuyi iin Unterhause smnfinden werde, indem die Minister Kc!) cn:schios- set: ijärcrn, ,alle Hoffnung auf die Möglichkeit, daß Sir C. M. Sutton giwéhl: werden dürfte, aufzugeben. Diescs hinterListi- 9111 und abgeschmxikcen Gerüchts erwähnen wir nur, um es squcici) als eine reine Erdicbiung zu bezeichnen. Sir C. M. Sutton wird sich zu dem Kampfe ikellen. Und ohne Anma- ßung glauben wir i)ii1zufü-_1e11 zu dürfen, das; er mxc cim": sehr großen Majoriräc sc.;xn w:"rd. Es möchte freilich der Opposiiion schr an»;ene1ckm srym, wenn ihre Behauptung Wahr wäre. Se 1:11: vielleicht mit dieser policischen Erfindung einige gedankenlos- Stimmen eri)a','chrn wollen. Aber sie Derschwendcc ii)*.“e List und MW.»; drr Betrug ist entdeckt. Beiiäufig, wer ermächtigte denn den Lord John Ruffell, im Namen und als Führer dcr Wbißs und_Radika1en zu sprechen? Wer kam auf den Einfall, die “211:-

swrüche des Herrn Spring Réce ganz beiseitzuseßcn?“ Die“

Times empfiehlt sodann den Gegnern Sir C. Mann-xrs Sat- ion's“ an, die Rede durchzulesen, Mick)? Lord Althocp am 29. Jammr 18.33 im Untrrhause hiest, und worin dieser die Mei,- nxxng aussprach, daß die Befähigungen des Ersteren zu dem Spi'».*cher-Amc größer seyen, aés sie irgend ein anderes Indivi- , duum besißr. .

Der Marquis vor; Chandos wird, wie die Times glaubt, in seinem Kampf gegen die '))?alz-Taxe T))Titfkreiter finden. Hir]: H. Handler), das Parlaments-IMtglied für die südiiche Abthei- lang von Lincolnshire, soll von seinen Konstituenteti, nun Sir William anilby nicht mehr im Parlamente ist, dringend ersucht Worden seyn, die „Frage hinsicytlici) der Malz-Steaer im Anfange der bevorstehenden Session zur Sprache zu bringen. Herr Hanrliy nimm.“ jedoch, dem Vernehmen nach, noch Anstand, dies zu thun, weil er glaubt, daß der Marquis von Chandos, der bloß in Folge der Weigerung Sir Robert Peel's, in die Ab- schaffung dieser Steuer nicht zu willigen, nicht in das Ministr- rium eintreten woiite, mit einem ähnlichen Antrag: hervorzutrr- ten brabsicytigc.

Die prächtige Bibliothek des Grafen" Spencer zu Althorp, von der die hiesigen Zeitungen glauben, daß sieüber 200,111-0 Pfimd gekostet haben “müsse, wurde voi) dem verjiorbcnen Grafen in einem Zeitraum von 45 Jahren ge1ammclr. Sie enthält be- sonders, sehr viele Bücher aus dem 15cen vnd 16cm Jahrhun- dert.“ Diese _BÜcher-Sammlung nimmt_ eine 220 Fuß lange Reihe von Zimmern ein, die bis an das Gesimse angefüljt smd, und soll gegen 60,000 Bände enthalten. Zu dem Tesmment des verstorbenen Grafen ist dieser Bibliothek gar nicht gedacht, der jetzige Graf aber, der mit großer Innigkeit an seinem Va- ter 13 ng, Will sich von derselben nicht trennen, obÉleich er sich nicht so viel, wie Jener, mit dem Studium der ibliographie be- schäftigt hat.

Die Times enthält Privat-Nachrichten aus Konstanti- nopel vom 7. Jan., denen zufolge einige Tage vorher der Grie- chifche, Armenische und katholiiche' Patriarch zum Sultan einge- laden und von diesem mit den Decyrationen ber Großwarden- träger des Reichs bekleidetMokden ieyn sollen. Das Gerücht vonder Rückkehr der Englischen Flotte nach Malta fand unter den' in Konstantinopel lebenden Engländern wenig Glauben; man

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hatte eher eine Berskärkung „derselbe.?! errvareet.i Die Feier des Ramazan hatte so eben in der Türkischen Haupistadt begonnen.

2111 der gestrigen Börse wurdcn nicht viel Geschäft: gemacht, und die Coysolix waren am 533201334211 sogar etwas gedrückt, spä-

ter abcr stellten sich die Preise bcsser. Es waren eiyige Gciücyie'

abcr Uneinigkeiten im Jkiniskerium im »Uiiiiauf, die jedoch kei- nen Giaußen fanden. ic Nachfrage n_ach Süd-Amerika'niscben ObligaiioUen hat sehr achnozmnen. An Geld ist. noch immer Urbci'fTUß, und es zcizc sick) dr.!)w Lust zu Spore:!!ationen in “21c- tien dci- ne11e21 Actien-Comyagniecn und in aniyren gewagten UtLsekneJanNgM, mal 115-217 das" andere warnt. „Zu diesem Augenbixck'“, sagt die- ses BlUt, „zxicbt es solchcr Uxicernchnmnqen noa) nicht so sehr vicie, aber dsr Eifcr, womit 111111 sich, sobald nu? eine angekün- digt wird, um die Thrilnahms daran bewirbt", ohne KEF) vorher gehörig nach drr Art und Weiss des Unternehmens und nach den Namen bei dafür Verantwortlichen zu erkundigen, 111 sehr auffallend.“ '

Polen.

Warschau, 5. Februar. Se. Majcj'cät der Kaiser haben unterm 13. Dkzrwber in St. Petersburg foigrnde Verordnung erlassen: „Mir Riicksich cmf 0111 2017111 Artikel des am 26. Fe- bruar 1832 dem Königreiä) Polen von Um; verliehenen organi- schen Statuts, wodurch Wir uns vorbehielten, durch eine be- sondere Verordnung das Nähere darüber zu bestimmen, in weichem Verhältniß imd nach welchem Grundsatz ,das Königreich Polen an dem Beffand Unserer Armee Theil nehmen sollte, so wie“ in Gemäßhiic Unseres Manifestrs vom 13. August d. „J. in Be- treff“ der jährlichen Aushcbungcn für die-Armee im Kaiserreich in Frierenszeiten, haben Wir verordnet u':d verordnen, ivie folgt: Art. 1. Im Königreich Polrn sol! während des Friedens eine jährliche Rrkruiirung im Verhältniß von 2; unter je 1000 Ein- wohncrn männlichen Geschlechts, jedoch mit Ausnahme der Israeliten, vorgenommen werden. Art. 2. Obige Rekruten- zahl soll jedes Jahr aus der Klasse der Enroüirtcn, nach den chr b“estchetidcn oder in Zukunft von 11118 zu erlassrnden Be; stimmungen, ausgehoben Werden.“

.Die hirsigen Zeitungen enthalten eine Menge von Ordens- vrrleihungrn, wodurch Se. Maj. der Kaiser verschiedene Beam- ten des Königreichs Polen ausZezeichnec haben; unter Anderen crhirktsn die Staatsräehe Woyde und Lubowiozki den St. An- nen:.OrOrn Mer Klaffe.

Dem ehemaliger: Senator Kasteilan und StaatSrath Tho- mas Grabowski, welchcr General-Direktor der ehemaligen Re- gierungs Kommission der geistlich und Unterricbes-Angelegen- heiten war, ist mit Rüékfichc auf seine zwanzigjähriger- Dienste und auf seine während der («';-zien Revolution brWU'sene Treue von (“Fr. Majestät aus eigenen Fonds eine jährliche Pension von 6250 Guidrn bewilligt worden.

Da die Einwohner des Königreichs Polen, welche in den Teil)-:n drr Kaiserlich Russischrn Amme dienen, von dem im Jahre 1816 m Rußland gebildeten vaakiden-Fonds ebenfalls Nutzcn'zichen, so haben Se. Majestät beschlossen, daß die Be- stimmungen, Miche in Bezug auf diesen Fonds im Kaiserreich bestehen, auch im Königreich Polen cingeführt werden sollen, und man wird demnach von jelzc an zum Besten dieses Fonds von allen Skhenkungen, Belohnungen, Anleihebewilligungen und dergleichen, welche den Einwohnern des Königreichs von Seiten drr Regierungen zu Theil werbemxewisse Prozente erheben.

Gestern hieltm die Behörde des landsayafiliihen Kredit- Vrrcins eine Sihung, welche in Abroesenheit des General ;Di- rektors dcr Regierungs-Kommisfion der Finanzen der Präsident der Bank, Staatsrakh Liibowidzki, eröffnete.

Der Admmiiirationsratl) des Königreichs hat die Einrich- tung einer Feuerwache in der hiesigen Hauptstadt angeordnet und zu diesem Zweck 150,000 Fl. aus der Fruerkasi'e angewiesen.

Die .Herren Ludwig Gall und Robert Philipp haben von drm AdministrationsMach ein 5 Jahre gültiges Patent auf ei- nen neu erfundenen Dampf; Apparat zum Branntweinbrennen erhalten; eben diese Behörde hat Herrn Wilhelm Warnke ein 3 Jahre gülci es Patent auf dir Erfindung eines auf Reisen zu braucdcnden pparats zum Kaffeekochcn und eines anderen Ap- parats zur brlievigen Bereitung von Kaffee oder Thee ertheiic.

Deutschland.

„Hannover, 2. Febr. (Hannov. Ztg.) Durch das Er; kmntniß des Herzogiick) Braunschweigschcn Landesgerichts vom 2. Juli 1833 und die in letzter Instanz vom gcmeinschaftlichen Ober-AppeüntionsgeriMe zu Wodfenbüttel unter dem 2, 9., 19. und 23. September v. J. abgegebenen Erkenntnisse wurden, we; gen Hochvxxrraths (in der b.»:kannten Verschwörung zu Gunsten dss Scrzogs Karl): 1) der Obecst-Lieucenant a. D. Franz Georg von Kaim aus Braunschweig zu einer Ziährigen Gefängnis;- sirafe, 2) der Bediente Gottfried Adam Erhard aus Göttingen zu einer 6jährigen Zuchtbaus|rafe, 3) der Bediente Karl Lud- wig Zosepv Wilhelm Dübirn axis“ Braunschweig zu einer“ 41111)- rigen Zuazchausßrafe, 4) der Kandidat der Rechte Hirsch Sil- berschmidc aus Braunschweig zu einer 12jährigen Zuchthaus- sirafe, 5) „div Buchändler Gottfried Christian Erni? Meyer 81111. aus Braunschweig zu einer 2jähriqen Gefängnißsirafe, und we- gen kalumniösei' Anschuldigung: 6) der Tagiöhner Karl August Hage aus Braunscöweig zu einer 5jährigen Zivaugs-Arbcitsstrafe verurtheilt, und werden die anerkannten Strafen an sämmtlichen Verurth'eilcen gegenwärtig vollzogen. '

Kassel, 5. Febr. In der gestrigen Sißung der Stände- Versammluxig zeigtr der Vice-Präsident an, daß der Bericht des Ausschusses“ über den in „lehter Sitzung von dem Minister des Innern vorgelegten neuen Geseß-Encwurf, die fernere Wirksam- keit der bisherigen Gcmeinde-Bcatnten betreffend, abgefaßt sey und verlesen werden könne. *Der Landtags-Kommissar hatte ge- gen die Verlesung nichts einzuwendin, widersprach aber der so; fortiYn Ditzkusfion. Es wurde beschlossen, statt der Verlesung den ericyt drucken und vercheilen zu (affen; worauf die öffsnc- liche Sitzung in eine vcrtrauliche überging.

117. W. . Puchta, Professor zu München, hat den schon vor geraumer eit an ihn ergangenen Ruf zum öffentlichen Lek)- rer der Jurisprudenz in Marburg endl-ch angenommen. Puchia ist ein gefeierter Name im Fache der Rechtsgelehrtheit, und der iiach Marbukg berufene Sohn ist als Schriftsteller in demselben Maße ausgezeichnet wie der Vater. Der ihm zugesicherte Za!)- reS-Gelwlt beträgt, wie man hört, 2000 Thaler, eine in Mar- burg bisher fast unerhört hohe Besoldung. '

Gotha, 6. Febr. In der verw1chenen Nacht erlebten wir hier ein in dieser Jahreözeic seltenes Natur-C'reigniß. Nachdem der gestrige Tag durch eine milde Temperatur sich auSgezeichnet, und das Thermometer nach Réaumur gegen Mittag eine Wärme von zehn Graden angedeutet hatte, erhob sch gegen Abend ein von Stunde zu Stunde zunehmender Sturm aus Nordwesten,

vor milchcn die Timex; das Publ-„kum einz'

“Städt en Orb hat in neuester Zeit Ereignisse der trau

welcher nach 11 U51“ zum heftigen, vom Louchten der Blöße Donner, Schnee und Hagel begleitrten Gewitter wurde. Dai: selbe hielt bis nach Pkitternachc ununterbrochen an und („„U find Straßen uad Faider "theilweise mit Scyn-Ie bedeckt. Die

Temperatur der Lust" hat 115; zwar verändert , indessen zeigt „, »

Thermomrter gegen Mittag noch zWei Grade über'Nuu, D Gewitter der vergangenen Nachc ist übrigens, wie Wir vernehmen, übrr eincn großen Theil des Landes_verbreétet Und besonders auf dem Thüringer Walbe heftig gewesen.

Dresden, 6. Febr. Das erste Stück des nenen Gtseßx und V-«rordnungs-Biattcs für das Königreich Sacbsrn ist mm', m-hr erschienen, und enthält solches unter andern wichtigenGw“ scizcn auch eine Verordnung Über die veränderte Einrichmngzck Vollziehung der Todessträfen. Hiernach i!? das sogenannré 1:4," nothcinliche HciisgeriM, Welches der Vollstreckung dcs Ur .. vorausging, auf.";chobcn und bei Brglrimng des Vrrbrechers . „. Geistliche zum Richrplaß für unzulässig erklärt; öoch,:so11.s[ch F dcm letztern ein Geistlicher befinden, um nöchigenfalls' rim V brechrr geistlichen Zuspruch zu gewähren. - -

Zufolgr der im vorigen Monat erschienenen Listen find Jahre 1834 in Dresden 486 Paar getraut und 20.26;an

gcboren worden, nämlich 10.30 männlichen und 996 weibli

Gesch1echts, mic Einschluß von 378 Unehelichen; gestorben.]: 2105, darunter 1051 männlichen und 1054 weiblichen Gesch1ch incl. 85 todtgeborcncn (51 Knaben und 34 Mädchen). IMB gleich mit dem Jahre 1833 sind 101 weniger geboren, ger gekiorben und 24 Paare mehr getraut worden. » In Bauzen sind 80 Paaregotraur, 411 Kinder gebW“ und 444 Menschen gestorben, darunter 14 todtgeborne,2«_, Bixntern und 12 Vrrunglürkte; unter den Gebornen 1111112“, männlichen und 216 weiblichen Geschlechts, incl. 4 PaarJW. linge und 50 Unihelickx. In Cbemni sind 237 Paaezg traut, 1132 Kinder geboren und 887 Per onen gestorben. *

München, «1. Febr. Hjesige Blätter meiden: „Dx gestrige Maskenball war unstreitig die glänzendste Reunion, :. 1eit langen Jahren in München tiattfand. 4-5000 wogten in den weiten Räumen des Königl. Hof-Theaiers, =* ein reichcr Blumenftor geschm11chtcr Frauen und Jungfra' zierte die Brüstungen, die Logen und Gallerien, ja man!“ annehmen, daß fast “Zilles, was.unsere Residenzstadt unter »! Ständen Schönes, Anmuthiges und Blühendes besixzt, hier wesend war. Doch über alle Beschreibung herrlich und die steigerte Erwariung überircffend, war der Maskenzug derM», höchsten und hohen Herrschaften, die, bevor fie fia) in dem *** nigl, Salon zu ihren Quadrillen versammclren, einen dreima' Umzug hielten, und sp dem Publikum die Freude gönnten, anzusehen. '

In dem eben erwähnten Maskenzuge wurden, dem *». gramme zufolge, welches die hiesige politische Zeitung tbeilt, die vier Welccheile Europa, Asien, ?lfrika und Ame dargesiellt. Jeder Wcltthcil wurde von einer Dame repräs tirt, der sodann paarweise die vcrschicdenen Nationen (mi Nacional-Trachtrn einer Dame und eines Herrn) folg- 24 Trompeter eröffneten den Zug; ihnen folgten14 Panierii 1111 den MYM und Farben Europa's; dann 6 Herolde Insignien. er erste Wclrtheil, Europa, erschien, repräs 1»- von der Frau Baronin von Eise; hierauf die Länder Deu- land, Ungarn, Schweden, Rußland, Türkei, Polen, Frankf England, Schottland, Spanien, Portugal, Italien, Griechen! Schweiz; - der zweite Welttheil, Asien, repräsetteirr voi; Frau Herzoqin Max in Bayern, von Sklaven unter einem . chen Baldachin getragen, uno von den Panieren Asiens gef ihr nach die Länder Persien, Syrien, Tartarei, Indien, C“ Armenien. Der» dritte Weltcheil, Afrika, war rcpr tirt von der Frau Baronin von Aretin, bcglcitet von 4- ven und paniertragenden Negern, und gefolgt von den Län- Äegypten, Marokko, Tunis, Nubien, Algier, Abysfinien. „4 41cm Weltthril, “Amerika,- stellte die junge Herzdgin Th linde von Leuchtenberg dar, ebenfalls von Sklaven gefolgt, w Waffen und das Bild der Sonne trugen; hinter ihr die Li Mcxiko, Peru, Brafi1ien, Chili, Paraguay, Canada. Un- bar an diesen Zug schloß sich die große Quadrille an, auf Hauptpersonen in Walter Scott's „(Zuauliu ])lll'U'Ükä" »- hend. Besondere Aufmerksamkeit erregte Lord Crawford, führer der Bogenschükzen der Schottischen Garde; Ludwig König von Frankreich, Johanne, seine Tochter; der Zerzog Orleans; Karl der Kühne, Herzog von Burgunz; raf“- laume de la Marc, genannt „der Eber der Ardennen.“ beiden Züge ditrchschritten zweimal den Saal.

Am 31. Januar starb nach einem kurzen Krankenlag Eichstätt der Bischof Johann Friedrich Ocsierreicher 1me Lebensjahr.

Augsburg, 2. Febr. Jm gegenwärtigen Auqenblickii. in Bayern die Aufmerksamkeit so aligemein auf Beförderung Agrikultur- und Fabrik-Industrie gerichtet ist, verdient, eine wichtige Erfindung des Gutsbesißcrs Herrn Andreas, in der *Diihringer Au bei Augsburg, besondere Erwährl Herr Krieg hat es nämlich nach vieljährigen Versuchen gebracht, bloß aus Kartoffeln 1) verschiedenr Sorten stk)r

' “e t noc! Die Gerüchte sind YFM» uer sehen, jedoch noch ohne nähere Begründung, , That mit dem Mord; Yersuch? durch die Höllenmaschine „bindung. Diese an emeem Beamten verübte Gewaltthae so auffallender, als, wee manierfährt, schon an dem vo- n Landgerichts-Aktuar ein ähnlicher Mordanschlag verübt den ist, indem auf denselben, als er tm Bette lag,jrdoch ohne durch das Fenster gefeuert wurde. Wir Wollen über den d,der Moralität einer ganzen Gemeinde nicht absprechen, da rlich die Gemeinheit nicht ]ederzcit für Einzelne einstehen c75:1'1zesj'en verdient doch Folgendes bemerkt zu werden: In „,',mDrb herrscht große Armuth, welche seit der nun größtentheiis *, nenSchnggelei, die notorisch aüer Orten dir Unmoralitätzu unerhörten Grade erhob, leider erhöht worden ist. Eineaußer- „((ckck vermehrte Lust zum Wildschéeßen und Waldfrevel, was “ck organisirt zu seyn scheint, ist in diesen Gegenden einge- Vor etlichen Jahren wurden drei Juden wahrscheinlich öerlei Individuen auf e-ine schauderhafte Art halb todt ge- ,n, und dann noch halb lebendig verbrannt. Diese That- ; scheint kaum glaublich.“ Indessen wird sie. durch eine noch [auhjjchet'e übertroffen, 01? dqrin besteht, daß die Thäter im; „„zu gebliebeix sind, obgleich diese schreckliche Execution mehrere . den in Anipkuch nehmen mußte.- All diesem und so vielem „ernaebel kann nur durch die PolizeizBehörden gesteuert werden, 61101“) in solchen Fällen alle Energie und Consequenz erheischt. rmmsceMord isl kakks FUU_UF1kk*-'1ucburxg gezogen worden, und s, dem ausgezeichnrten Königlichen Kreis: und Stadtgericbts- ! errn Jberl hier „übergeben worden, da die Stadt Orb Kriminalfällen dem biefigen Kriminalgerichte unterworfen ist. .. sind von den Königlichen Stellen bereits die gehörigen träge auf schleimige WiederbeseJng dieser erledigten Stelle allerhöchßen Maßnahme, dem. ernehmen nach , einqeschickc rden. Es bleibt gewiß, daß solchx Banditenskreiche in Deutsch- o allgemeine Entrüstung hervorbringen müssen.

Hechingen, 27. Jan. Dem schob längst gefühlten Be- fnnse einer Abänderung unserer Grmemde-Verfassung wurde ck die am 2611er: d. rrfolgte Publication einer neuen Stadt- nung abgeholfeii. Sie ist den Bedürfnissen, den Orts- und e-Verhäleniffen entsprechend, und schaffc die Lebenöläuglichkeit Gemeinde-Vorstände ab. Es werden nun die, Wahlen des . “„de-Vorstandes nach drr neuen Stadtordnung unqcsäumt genommen. - C'in Wahlgesetz für die neue Landes-Deputa-

haben wir demnächst zu erwarten, und wenn, wie auch bis- der Fai] war, Fürst und Volk Hand in» Hand gehen, wer- 1 wir bald aner zeitgemäßen Verbesserungen uns zu erfreuen »in.“

Stuttgart, 7. Febr. Die Einwohnerzahl der hiesigen „uptstadt und ihrer nächsten Umgebungen, beläuft sich, der neue- n Zähiung zufolge, auf 28,439. Hiervon kommen auf die ei: tliche Stadt selbst 25,465, doch sind hierunter weder das OM- ir, noch die fremden Handwerks; Gehülfen, Dienstbotm 2c. _tvegriffen, die sich zusammen ebenfalls auf 5-6000 Menschen aufen mögen.

Hiesige Blätter theilen ngchstehende Akeenskücke mit: Adresse des engern üändischen Ausschusses an den Königl. Geheimen-Nath.

„Ew, Kbnigl.Ma1-:flät hatten die Gnade, durch den Allerhöch- » Erlaß pom 11. November 1). I. dem ständischen Aussthuß den iichluß mitzutheilen, Welcher in 'der Plenar-Sihung der Bundes- : ammlung VT! 30. Okt. 1834 über die_Besie11ung von Schieds-

en Bebu der Beseitigung von Iriüi'fgen zwischen Regie- ngm imd Ständen in nllcxi den Fäücn, wo nicht durch Gas?!) 1 Landcs-Verfasung für. dirsen Zwecik bereits Vorkehrungen ge- offcn sind, gefaßrwoxden „tü- «- Zugleich haben Ew. Königl. Ma»- ät dicse Mittheilung _mit der Bemerkung zu begleiten geruht, ßvie Beüimmungen dieses Vundes-BxsMussc-s die Wahrung der r-fassungsmäsiigrn Rechte der_ Stände m gleichem Maße wie der- igen der Regierung beabsichtigen, wie denn Allerhöchsdiesel- 11 auch die „Bcfggniß der Stände, eme Vereinbarung über Betre- -g des schiedsrichterlichen Wegs zu veranlaffcn, gleichmäßig an- innen. - Dem nie erschütterten Vertrauen auf die wohlwoljenden fiihren iind ver affungstreuen Gcffnnungen Ew. Königl. Maiesiät nden wer es 1“ uldig zu seyn, in der kaum berührten Allerhöch- nAeußerung dankbar die Zusicherung zu erblicken , daß der Be-

ng des schtedsrichterle en Wegs, werde er von der Staats-Re- mm oder von den Standen veranlaßt, immer eine freiwillige erein nrung vorangehen werde. - So ferne jedoch diesesßusiche- ng voti uns weniger aus dem Wortlaute des Allerhöck) en Re- rivts erichlossen, als vielmehr auf den von Ew. Königl. Majeüät is mit _Liebe gehegten Sinn und Geist unserer Landes-Verfaffung zaut wird, erlauben wir uns die ehrfurxhtsvollße Bitte, uns dar- 11111 beruhkgcn und zu belehren, ob wir wirklich durch die Vor-

nichts bekannt geworden.

„x_vltkig/ „daß das Schieds-Gericht stets nur unter Einverständ- 1: unserer Regierun und ihrer Ständc'werde angegangen werdc-n“ ! Werbchen Abicimn treu und richtiZRerf-ißt haben.

11 kkitfsier Ehrfurcht :c. :e. E;». Königl. aj. alleruntcrthänigsk xu-Éehorsamster siändiscber Ausschuß.

tuttgart, 16. Drz 1834. Der Präsident der Kammer der Standesberren.

(Unierz) August, Fürst zu Hohenlohe-Oehringen.“

'- Ntskript des K. Geheimeanathes an den ständischen ' Ausschu

„Wilhelm, von Gottes Gnadeit :c. Liebe Getreue! Wir

ben Eure aUcruntertbänigße Bitte vom 16. Dezember 1834 um

nehmer Weine, so wie Essig, 2) ein gutes haltbares Bieri» ““Wann und Belehrung über den Sinn des in Beziehung auf

einen reinen Branntwein, aus welchem Rum, Cognac UU queure vcrfertigc wcrde'n können, endlich 4) Zucker in fes“r flüssiger Form, auf eine so einfache als wohlfcile Art zu ten. Herr Krieg, welcher die Fabrication dieser Gegen“

“Bundesbeschluß über Bildung von Schieds-Gerichten' zu Beseiti-

"Ug vorkommender Irrungen zwischen Nr icrungen und Ständen m11, November des vori en Jahres an balken,- " Da jedoch die es Ncskript nach seinem _qanz klaren In- “'“ ntcht anders verstanden werden kann, als daß der Betretung »

uch erlassenen Jieskripts

iklzt im Großen bstkkkbk und dabei die Abgänge Mik V eJsschiedSriceri-lichen We es eineVereinbarung, die ihrem Begriffe

für seinen Viehstand benußt, hac darübernickxc nur von ve denen Seiten die günstigsten Zeugnisse, sondern auch,!)ou landwirthschaftlichen Vereine des Over-Donaukreises im “* 1833 eine Prämie und Denkmünze erhalten. Er geskatm ' dermonn, die Einrichtung zu seiner Fabrication in Ausens zu nehmen, und ist entschlossen, das Ganze seiner Erfind'

„ck den„Zwang ausschlie t, stets vorangehen werde, so wollen Wir uch „lediglich auf jene frühere Eröffnung “Wiese" haben. "" Wir erblciben Euch :c. :c.

Stuttgart, im K. Gcbcimrn-Rathe den (Unterz) Maucler.“

In der verflossenen Nacht

-Ianuar 1835. Frankfurt a. M., 6. Febr.

'S?" 12 Uhr zog ein starkes Gewitter über unsere Stadt, wel»-

durch den Druck bekannt zu amchen, wozu er eine SUM '“ ?War txécht lange anhielt, aber von vielfachcm Wetterleuch-

eröffnet "hat.

A chaffenburg, 3. M:. (Nürnb. Korr.) Publizitäx aufgewiesen. Nachdem vor mehreren Monat" sel Mordveriuch mittelst der Höllenmaschine schrechliche Verl" Ten angerichtet, und einem verdienten Beamten beinahe 'ebrn gekostet hätte, wurde (wie bereits erwähnt) der als ' bekannte K. Landgerichts-Aktuar Rösch von Orb am 31.3

seine gleich daran stoßende Privatwohnung begeben wolltt- ;

einem Schu1sc mcuchlings getroffen, und aixf der Stelle s' in di

Der Abend war dunkel und ohne Mond, und da der S einer Kugel geschah,so ist zu vcrmUthen,daß das Mord-Inß ein Pistol gewesen, weil außerdem „viel wahrscheinlicher g" Blei ebrauchtworden wäre, u'nd-daß der Mörder in unmUx . Beru rung mit dem Getddteten kam. Von einer Spur des '

en,

Mk- wodurch die comptanicn Stücke immer s Von einem großen Spekulanten ein bedeutender Posien dieses

urchtbarem Sturms und Hagelrcgen begleitet war, jedoch

.einen wesentlichen Schaden, so viel man bis 1th vernimmt, an Fbäulichkeiten :c. anrichtete. Schon am gestrigen Tage hatten tr sehr starmjsches Wetter und auch heute Morgen hält das- 6e bei mehrfach dunkelm und bewegten: Wolkenhimmel an.

"“ * Frankfurt a. M., 7. Febr. Die ersie Februar-Woche

war)" Bezug auf den Handel in Staats-Effekten sehr lebhaft. Die NU'UMS der Hanvt-Fonds ging täglich höher und das Gesuch

,au Abens 61 Uhr, als derselbe sich vom. Landgerichts-Gebk eberte dennoch fort.

ie sproc. Metaüiques fliegen vom 2. bis 6. ruar um ; pCt., die 4proc. un) 79, pCt., Actien nm 4 Fl. pr. ck, Inte rale um ;_; pCt. Die anschnlichen Einkäufe, welche esen Pap eren effektuirt wurdcn, geschahen ?kdßkentbeils gk M e tener wurden. Zim

[variiert war der Mangel in 4vroc. Metalliques- indem YFM! ekts

kkban Wurde. In Prolon ation für die laufenden Zinsen war

elbe nicht zu baden; nur_mt Ertra-Vergütang der halben Zin-

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seit war das Gechäf't darin auf ultimo ebruar 11 ma en e Geld-Vexbältni e des Plaßes haben sich e r gan ig gesYUt; inIeke bisher musst'g elegene Kapitalien wenden ,ich, bei dem ungemein niedrigen Zins uß, dem Pavier-Handel zu. Viele Privaten haben im _Laufe dieser Woche nicht nur in den couranten Fonds _ Me- kalltqyes, Actien und Integralen _-- ßarke Ankäufe gemacht, sondern auch_m 500 Fl. Loosen, „reußixchcn Prämien-Scheinen und Hol- län11schen Syydxkats-Obegationcn ansehnliche Summen vlacirt. Selbsi in Spanischen Fonds war der Handel wieder etwas lebhafter qe:- worben; auch hoben fichwdtc dvroc. fast um ein ganzes Procent, die 3péoc. um 11 pCt. «* Daxmsiadtische 25 Fl. Loose hielten sich be ebri, man zahlte se schon mit 104 (26 Fl. vr. Stück). vlixb es still.- Eben so im Geschäft mit fremden Weckxsein. mciücn Devisen sind offerirt; Angsburg- Sicht- waren noch an_i_meisien begehrt. Der Diskonto 11th 2; :*» .; th. _, Nachschrtxt. Heute, am Sonnabend, hielten iich dic Oesterreichischen und Holländischen Fonds„ ungeachtet fiauere Nori» rung von Amsterdam gekommen war, zu ßetgendcn Coursen begehrt.

Oesterreich,

_ Wien, 31. Jan. Die Störungen in Serbien smd von keiner _Bedrutunq gewesen, und schon beigelegt; Milosck) soll sich met seinen Gegnern durch vernünftiges Nachgeben verstän- digt baben. Daß übrigens“ die eingetretenen Ereignisse von kei- ner Bedeutung gewesen seyn müssen, erhelic daraus, daß, dem Vernehmen nach, bis zu diesem Augenblicke der hiesigen Regie- rimg nichts darüber zugekommen ist. - Der Dänische Gesandte, Graf von Barnstorf, welcher einige Zeit auf Urlaub von hier abwesend war,'ist gestern zurückgekommen. Der Graf Revent- low, welcher mdeß die Geschßfre der Dänischen Gesandtschaft hier versah, wird nun als Geichäftsträger Dänemarks nach Lis- sabon gxhen.

Wien, 30. Jan. (Allg. Ztg.) Die Post aus Kon- stantinopel ist eingetroffen, bringt aber nichts von Bedeu- tung. Untxr dem hiesigen Handelsstande ist das Gerücht ver; breitet, daß in Serbien Unruhen ausgebrochen seyen, w“lche die Entschung des Fürsten Mikosch und die Berufung seines Sohnes zur Uebernahme der Regierung zum chch gehabt hät- ten. Der Regierung soll jedoch darüber nichts zugekommen seyn, was denn diese Nachricht, wo nicht bezweifeln, doch ive- nigstens als übertrieben betrachten läßt, denn es wird von vie- lem Blutvergießen und von einer völligen Desorganisation Ser- biens gesprochen. OJZan konnte übrigens schon lange auf um ruhige Auftritte in Serbien gefaßt seyn, und ich habe zu ver- schiedencnmalen auf die mißliche Lage dieses Landes und den dort vorhandenen Gährungsstoff aufmerksam zu machen gesucht, was aber von den Freunden des Fürsten Milosch mit Heftig- keit in Abrede gestellt wurde. Viel wäre übrigens durch den Wechsci der Personen nichtge1vonneii, denn der älteste Sohn Milosch's soll rückfichtlich des Charakters das ganze Ebenbild seines Vaters, eben so gebieterisck) und zum Deöpotésmus ge- neigt, als er seyn, ohne dessen Verdienste um das Land zu ha- ben. Für die Unabhängigkeit Serbiens hat der Fürst Mikosch gewiß viel geleistet, und er verdient insofern den Ruhm eines echten Patrioten; allein seitdem er mit der höchsten Gewalt be- kieide_t ist, hat er oft. seinen -Willen über das Geseß gestellt, wo- durch denn manches Recht verletzt, und die Unzufriedenheit ge- nährt wurde. Zu des Fürsten Ehre sey es jedoch gesagt, daß, wenn man ihm auf gemäßigte Art und mit Gründen das ver- übte Unrecht zu bemeisen wußte, er unver üglich seinen Fehler und den etwa verursachten Schaden, selb mit Hintansehung des eigenen Interesses , wieder gut zu machen suchte. Da je- doch die Serbier sich überhaupt burt!) Hartnäckigkeit auszeich- nen, und meistens mit Gewalt auszutragen suchen, was sich leichter auf dem Wege der Verständigung erreichen läßt, so mag es denn zu einem Ausbruche der vorhandener: gegenseitigen Auf- reizung gekommen seyn. Daß dabei, wie es gewöhnlich ge- schieht, der Fürst aus Besorgniß, der Schwäche beschuldigt zu werden, slch zu keiner Nachgiebigkeit hat verstehen wollen, ist begreiflich.

„Die

Italien.

Der Schwäbische Merkur *berichtet von der Jta- liänischen Gränze vom 29. Januar; „Glaubwürdigem Ver- nehmen nach, werden die Kaiserl, Oesterreichischen Truppen die von ihnen seither noch in den Römischen Staaten beseßten Punkte bis zum Mai räumen, zu Welcher Zeit die Franzosen ebenfalls von Ankona abziehen diirften. In der That scheint die fernere Anwesenheit fremden Militairs im Kirchenstaate, .in- sofern dadurch die Aufrechthaltung der öffentlichen Ruhe be,- zweckc Ward, fortan vollkommen unnöthig zu seyn, weil, ist man dort vielleicht auch nicht durchgehends mit der Regierung zufrie- den, den etwanigen Revolutionnairs aller Muth gesunken ist, seitdem fie sich haben überzeugen können, daß fie auf keinerlei auswärtigen Beistand rechnen dürfen. Ueberhaupt gxwinnt jeg: Alles in Ober-Jtalien ein ungemein friedliches Amehen. In den Sardinischen Staaten ist der Bestand aller Regimenter, mit Ausnahme der Garde, um ein Namhaftes verringert worden, die diesjährige Remonte aber, die grdßtentheils Deum!)- land liefert, fällt bedeutend geringer, als die der vorhergehenden Jahre aus. Endlich senden auch die, die Oesterreichische Armee im Lombardisch-Venetianischen Königreiche bildenden Regimenter, die seither auf dem Feld-Etat standen, ihre ausgedienten Leute nach Hause, ohne daß bis jetzt von drren Ersesung durch neue

Mannschaften die Rede wäre.“ . -- Ueber die gegenwärtigen Arbeiten Thorwaldsen's meldet

ein in Deutschen Blättern enthaltenes älteres Schreiben aus*

Rom folgendes Nähere: „Thorwaldsen arbeitet an einem Ja- son in Marmor, man sagt, auf Bestellung von der Heimat!). Gleichfalls ist er mit einigen Stücken des Alexandcrzuges und mit einer fahren!:en Victoria beschäftigt. Das“ Pferd für die Maximilians-Statue, welche in München auf dem Wittelea- cher Plaße aufgestellt werden soll, isl in diesen Tagen in Gyps abgegossen, und macht alle seine früheren Pferde zu Schanden. Man sieht ein starkes Vollblutroß in kurzem Galopp, von leich- ter Bewegung, und so groß als das der Poniatowski-Statue. Nichts Weiches oder Fettes, sondern eine leichte und kräftige Natur. Es gehört 11 dem Grazidsesten und Kräftigsien, was die Kuni! in diesern &enre jemals hervorgebracht hat. Die Po- niatowski : Statue, welche von den Einwohnern Warschau's bestellt wurde, als Thorwaldsen in den Jahren 1819 und 1820 den Norden bereiste, sieht noch in seinem Atelier. Aber die schönske Arbeit des Meisters ist ein BaSrelief, welches gleichfalls in diesen Tagen abgegossen ward. Es ist von dersel- ben Höhe wie der Alexander-Zug, aber etwas fiacher, und ßeilt einen Jäger zu Pferde vor, mit einer Lanze in der Hand, ei- nem Hasen auf dem Rücken und in eine Löwenhaut gekleidet. Das Roß ist in einem starken, aber angehaltenen Trabe. Das Parthenon hat nichts Swdneres aufzuweisen. - In diesen Ta- gen hat Blanck ein hübsches Porxrait Thorwaldsen's vouendrt: ganze Figur in halber Lebensgröve. Man sieht ihn in seiner Werkstatt stehen, in seinen täglicben Kleidern, Meißel und Ham-

JU Polnis en Loosen ' LMdM, Hamburg, “kurze

. kuradsrin ; 511111111“; : chen,

Ü selisckmft,

um in der Hand, eine seiner Arbeiten betrachtend (die dreiGra- zien); hinter ihm steht der Jason,“ und im Hintcrgrunde Hef): mügntden Triumphzug Alexanders. Das Ganze ist sehr inter- e an .

Spanien.

Die Times enthc'zlt nachstehendes Schreiben aus Madrid vom 25- Januar: „Die Ereignisse der leßicn acht Tage sind für Spanien von der böchsken Wichtigkeit gemesen; die Meuterei des Ltcn leichten ananicrieRrgimrntS, die Ermordung des höchsten Militair- L““*ea1211cn wir Hamicxéadt durch daffeibe, die Capitulation der Regirrung 11115,“ 11917431 Regiment, die Furche dcr Karlisten, VM dem Pöbel e'.'1“.1-11.':'*-;*1 zu 1“:-ei'dcn, die chanen in der Pro; 11111;- 3111 “2119111111113 und dessen Ursa,- dcr 251111111115 :?».x; P:"oixres, Aufkiärungen von 09:1 Mini:"i-crn 3,11 “xcrwrigiig 1311 Umtriebe;- 5er gehekmrn Ge- ri»cl.;.k--: :.iciyt iiur in Madrid, sondern auch in mehreren bx-Icue-xiwen Skäbirn drs Landis von Erfolg gc- nIesen smd, «» 5118 211115 tmc dazu brigetragen, dem Volke dic. Augen zu öffnen und ihm zu zeigeii, wie nahe ihm eine Rrvolutioxk bevorsteht. Die Glowenre zu einer solchen smd vieifacb vorhanden.. Ueberal! herrscht Armuth uni» I.??ixivirqmigen; man gexkeht dic Nothwendigkeic einer Reform zu, aber dennoäz fürchtec sick) Zc- der, die Wunden nur zu berühren, und viel mehr 11011), sie zu untersuchen, um den Leidenden nicht zur Verzweiflung zu brins gen. Während dreier Jahrhunderte, als die Kolonieen 111181121131 ten von Glücksjägcrn die Mittel, sich zu bereichern, darboten, bestand Spanien nur aus Beamten und Mönchen. „Jetzt haben die Gli'icksjäger indrß nur geringe Aussichten, und da das 31an Land-Eigenthum unter etwa 320,000 Personen vercheilc ist, die mit ihren Familien usammen noch nicht 2 Millionen Serien betragen, so sehnen ilch von 12 Millionen (der ganzen Bevöl- kerung Spaniens) 10 Millionen nach solchen Veränderun- gen, durch die sie in den Stand g'eselzc werden, "“ck ihrem Gefallen ihr Leben in Müßiggang hinzuvringen. Das_Land kann daher nur durch die Fähigkeit der jexzigen Mini- ster, die Kammern gehörig zu leiten, vor einer Revoiuxion be- wahrt werden, wenn sie nicht immer durch die Agenten der ge- heimen Gesellichaft und durch den Krieg in Navarra und i;! den Baskischen Provinzen in ihren Handlungen gehemmt würdet;- Dieser Krieg kann den Karlisten nichts Gutes bringen; denn Wenn Don Carlos und Zumalacarreguy in 'Uli-Kastilien eindrin- gen, so ist sehr zu befürchten, daß alle Personen, die im Ver- dacht stehen, zu dieser Partei zu gehören, nicht nur in Madrw, sondern in aUen größeren und kleineren Städten Werden verfolgt, ihre Wohyungen geplündert und sie selbst ermordet werden. .Der geringe Erfolg auf dem Kriegs-SMuplaße wird von allen Freunden der Ordnung sehr beklagt. Dock) liche Erfolg noch sehr fern, denn abgesehen von Mi- na's mißlicbem Gesundheits ; Zustande, sind seine Tritppen nicht gewohnt, zu fechten, und seine Offiziere unzvijsmd, so daß seine Verluste in den verschiedenen Gefeiytrn gröFrr find, . als man hier zugestehen will. Daher das besxändize B.:tcn um Verstärkung. Die chi-siung thut alles Mögliche in dicser Be; ziehung, und sendet auch große Summen dorthin, aber dennock) währt der Krieg fort, denn Wenige sind im Stande, einem solchen Gueran-Krieg ein Ende 1: machen, von dessen Führxmz Mina selbst während des Unabl) ngigkrits-Kriegcs ein so ZLäm zendes Beispiel gab. -- Außer den Schwicrigkeiee11, Welche für das jeßige Ministerium aus der Verlängerung des Kampfes im Norden erwachsen, wäre es vor Kurzem durch die Pulast-Zne triguen fast gestürzt worden. Die Ernennung Liaudcr's zum Kriegs-Minister war das Resultat einer Znirigue von Perso; nen, die während der lehren Jahre von Ferdinand? Regierung auf verschiedene Weise große Rrichthiämer ct'lätxgt ÖMUM und nun glaubten, Llauder würde, da er auch rin Cataloniec sev, nicbt nur das jetzige Ministerium stürzen, sonoern auc!) cxne Am zahl seiner Kreaturen an die Spitze der Regierung ÜEUM kön- nen, Durch den Einfiuß auf mehrere Personen in der Umge- bung der Königin hatten die Jniriganten ihm große Vorihrile verschafft; im Geheimen Raths wagte er es, seine Kochen an- zufahren und sie sogar der Unfähigkeit zu bescbuldigen. Das Volk wurde durch Leute bearbeitet, welche die Welt zu überre- den suchten, daß Mina von dem Kommando der Arm.:e entfernt und Llauder, nicht nur als kommandirendcr Ecnrral, sondcrn als Kriegs-Minister, nach dem Kriegs-Schauplakze gesendet werden müsse. In Paris wurden sogar die Namen d-xr von Llaudcr neu ernannten Minister befxannt gemacht. Die Leiter drr iin leßien April gebildeten „Ge ellschaft zur Bewahrung der Unschuld Isabella's 11.“ begannen indeß, die Entwürfe Lkauoers zu fürchx ten, deren einer nichts Geringeres bezweckte, als so sximich wie möglich beide Kammern aufzulösen, und den Geiicrai Li-xudcr selbst an der Spixze der Armee zum Diktator zu proiiam-rcn. Es wurde daher der Plan entWOrfen, am 18. Jan. durcb k11:cn gleichzeitigen Aufstand der Garnison und der Stadc-Miliz von Madrid das ganze Ministerium zu stürzen. 5301qu und seine Anhänger erhielten Kunde von diexer Verschwörunz 11:11.“- bescylossen, ste zu ihren ei enen Zchken zu bciiulch. Das 2111 leichte Infanterie - cgiment empörte 1111) uvd bemächtigte sich des festcsren Gebäudes in der Stadt, drs Posi.- hauses; der Tod des General-Capicains setzte die Vrrschwcrcnen in Schrecken. Llauder kam mit Artillerir, um Brrsaye zu scvicßrn, aber nicht bekannt mit der Art und „Weise, ein solcivrs GLWUJQ anzugreifen, mißlang es ihm, und er ließ sick) endlich mir den Empdrern in Unterhandlungen ein und geiiattrte ihnen zulcßt, unter Trommelschlaq abzuziehen. In der Sißung der “231911111:- doren-Kammer am 19ten war er anfangs vol] Vertrauen, a11cin seine Unfähigkeit als Redner zeigte sich bald so offenbar, und seiixe Aufschlüsse waren alle so ungenügend, daß selbst peine Anhänger eingeskanden, er sey untauglichzumMinister, und er se1bsc rriiärtr sich später bereit, zu resigniren. Seine Entlassung ik? gchern anqex-„omwcn, und er, der noch vor einer Woche sich für einen Cäsar hielt, hat, um seine Entlassung etwas zu versüßen, den goldenen Schlüssel als Kammerherr der König"; und zug'icich den Beschi, in Madrid zu bleiben, erhalten, um der Procercs-Kammer in der morgénden Sitzung noch fernere Auftchlüsse zu geben. Das Fortbestehen, ja zum größten Theile die Sicherhsit dcs Minitir- riums ist allein den Talenten der Minister Mr.."tinez de sa Rosa und Toreno zuzuschreiben, denn während der viertägigen Debatte entwickelten sie, nicht _nur al? Mmister, fondern auch als Redner eine Kraft, die Wi aufqeklärtcren gesetzgebenden Versammlungen Ehre machen würde. Der Minister des Innern, Altamira de Moöcoso, erschten _mcht in der Kammer, obqleich er eben sowohl als der Kriegs Minister bei den Debatten hätténgeqm seyn müssen. In der'nächsten Woche beginnt die Diskussion des Budgets des Ministers des „Innern, und er wird, da er keinesweges in der Prokuradoren-Kammer populair 111, wahr- scheinlich so mitgenommen werden, daß er auch seine Entlassung wird nehmen müssen, wodurch die beiden Führer in den Stand geseßt würden, eine übereinstimmende Verwaltung zu bilden.-

ist der end: