1835 / 62 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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ck“ die Hausmutter den Zöglingon eine Weihnachtsfreude br: reiten. Die erfolgreiche Wirksamkeit der Anstalt legt sich m den vorhandenen und in den entlassenen Zöglingen immer merk- licher an den Tag.

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Landtags-Abschied für die zum 1th Provinzial-Landta e versammelt gcwssenen Stände der Provinz estphalcn.

(Fortsetzung. *)

27) Der Antrag, die BerechtiZung der YoÜZPacket-r von 40 Pfd. und darunter ausschließlich zu def rdern, fur dre Provinz Weüplxa- lm dahin zu beschränken, daß nur Packete von 10 Pfd. und darun- ter der Poü ausschließlich vorbehalten blxtlxnh werd, „so wett 1dlchcs kür den Umfang des ganzen Staates zulafftg tsi, seme Erledtgung ßuden, sobald das neue Poßgeseh, welches zur Berathung vorlcegt, in Kraft tritt.

Um inder, dem Bedürfniß emze_1ner Orte abzuhelfen, haben Wir Unsern General-Poßmeiüer autortnrt, zwtschen solchen Orte_n , wo etwa die Poüverbindungey so mangelhaft seyn sollten, chß ne dem Umfange des Verkehrs mcht genügen, det) Posxzwang fur Packete auf (2211 Pfd., oder, nach Umsiänden, anf em germgeres Gewnht zu erm ßxgcn. Q

_ 28) Der Antrag Unserer getreuen Stände auf Ernmßigung des inrdo tiger Provinz aufzubringenden Grundsteuer-Kontxngents. durcb. Glei )ücllung mit den dßljchen Provmzen bxruhet aux „der Voraus- setzung, daß die Steuersenkungen dcr weülechcn Provtnch unver-

hältnißméißég bedeutender sehen, als“ diejenigen der östlichen LandeF- z

theils.

Diese Voraussetzung ist bereits in der dem Abschéxdc s:“:r dcn : zWeiten Landtag der Provinz Weüpbalxn auf Unsern Bkst'hl r*ctgrgce . benen Denkschrift Unsers Fmanz-Minesters widerlegt worden, und ;

mit Bczng auf die anderweit für déese Bebauptxn 9owohlv_ot:11n- sern getreuen Ständen als von den getreurn Gk nden der Rhem- vrovénz anfgesxelttcn Gründe find in der „de_eliegcnden AuIeinandcr- schung des Finanz-Minißers abermals dtexeniZen Abgaben zusam- mengestellt, nach welchen das Bettrags-Verh ltniß des einen rote des auderanbcixsler Monarchtc fich näher ersehen und gegen em.- ander der eicher! är. _ ,

Wir gyetsnxamn Unsem gexreuen Ständen. daß ste durch dikse aus amtlichcn Qucüen geschdvtte Darstellung jene vorgefaßte Mci- nung gcnügrnd widcrlegt Enden werder), rvclche ny)“ auf unhaltba- ren Vcrnmthangrn und auf unzuxänglecher Kenntmß von,den land- wirthschafrléchen und Productionchrbältn:ffen der östlxrhen Pro- vinzen beruhen kann. . .

Dic (Hrnndsjeuer in der Provenz Wrstpbalen betragt nach dem Nesulmt des nun voklendeten Katasters nervt volle 12 Procent des ermittelten (5.5csammt:Rein-Ertragesder üeuerbarcn Grundüücke, und würde, sclbü wenn man diesen RcmErtrag um ;, zu hoch halten, und um so réel ermäßigen woate, noch nicht das gesehlizklze und er- fahrungsmäßig ;,uläsé e Maximum von 20 Procent erretchcn. Seit dem Jahre 1813 hat ckck die Zahl der fteuerharen Gebxkude dort jehr drdcmend vermehrt, und eben so bedeutend UL der Nem-C'rrrag der kultévértcn Grundßäcbcn durch neue Urbarmachungeu und „(Kultur- Bcrbeffcranzcn gestiegen, das Steuer-Kontmgcnt dqgegen rst _nicht erhöht, und schon hierdurch und, durch die gletchmäßtngerWeUung dcr StrUér nach dem Kataster :| becden Provmzen emx Erlccchte- rung gewähi'f, und wird denselbezt fortschrectcnd zu Thee! Werden.

chm hiernach eine Ecmäßtgmrg des dortigen Grundsteuer- Konténzcnrs nm" bewilligt werden köynte, ohne auch den anderm Provénzen der Monarchie auf e_me gletchmäßige Entlastung Atxsprgch zu geben, diese aber zur Ausrcrhrvalrung des Gl„ei_chgewicyts tm StaatFWuöhaUc nicht ohne gletrhzeétegen anderwctttgen Ersatz zu aewährsn sern würde, und wenn ferner nach Vorstehendem auch der "(Hmmm aus welchem Unsere getreuer Stände iq threm Jntercse dje Fortsemmg dcs Katasters 11: den dültchcn Provenzex: der Monqrchte in Antrag gebracht haben, sch. um so mrhr erlcdtgt, als bet den ganz WR tcdcnartigen Verhältmssen des ertxcn gegen dcp andern Lan- drsrhril eine unmittelbare AuSgleich-„mg der (Hrundßeuer m derArt, wie ür ;:risxhen dcn beiden westlichen Proymzen, deren etgenx:an_nsche ge- mäß,- üattgcfunden hahkaum für ausfahrbarzu erqcbten ifi; -7 oo konnen Wi“; Uns dri den großen Koßen d_er Kdtaürtrung, bet der Un- ücjzerhckr des Wertbes des Grundbenhes xn Unseren östlichen Pro- vinzen, welche eine solche Ausgleichung mxt src!) rühren tyurde, und bei dem geringen Resultat, welches an ßnanzrxhck Ökkijlcht davon zu crwmxten üeyt, nécht bewogen finden, uber dtexru, wie tm Gesetz vom 30. Mai 1820 schon ausgesprochen isi, dee Provinzml-Jnteressen mehr bcrührcnden, folglich von dcn„Stcknden dcr detreffcnden Pro- vinz zn berathcnden Gegenüand, auf der: Antrag emer andern, hxe- ve: nécht bctheilégten ropinz einzuschrettm._ »

29) Anlangend d e, m Bezugoauf die Klassen- »txuer grnyxch. tcn Anträge, so sicher in der Provenz Westphalen das Dou-Etnkom- Men dicsrr Steuer nach den Veranlagungen (ortwävrend untxr drm Durchschnittsaße in der ganzen Monarchie, besonders aber,gereng nu chicrunqs-Bezérke Arnsberg. _DxsTenyngeachtet baden dee Abgänge und Ex'msse in diefer_Provinz fast jährltcb und noch tm _vergangcnen Jahre verhältxtkßmäß1 mehr als das Doppelte der Ausxälle anderer Provinzxn betragen. ; ist als:; anzunehmen, daß sowohl bei der Veraxtlagnnq der Steuer, als bet der Prüfung der Yeclamateonen und bei den Erlaß-Bewiaégnn en kemeswegs mit Strenge chahren wird; und eine geschärxte. nweisung der Regierungen zur reng- sten Beachtung der gesgvltchen Vorschriften, zu deren_ Befolgung 111- ohnchjn verpflichtet und, würde daher dem von Uznern getreuen Ständen beabüchtigtcn Zwecke eher entgegen als forderlich seyn. _Öagcgen haben Wir, dem ferneren Antra e entsprechend, angeord- 1:='t- das; die Beschlüsse über die von der rxs-Bebbrde, der krers- üändiscdctt Kommisüon und dem Landrathe ubereinüémmend bevor- worteten Reclamationen egen die Klaffen-Steuer-Veranlagutxg, von dcn Re ierungen nur aufgvorgängtgcn Vortrag m p[eno gefaßt wer: den sol?cn; auch dem Finanz-Minéüer die Untersuchung der, von Unsrrn grtrcucn Ständen besonders gedachten Bcschwerde-Fäue nu“ etra- cn-

M*LZSFIU “u diesen Bcschverden nach gezählt nxyrden, daß die Re»- qéertmgen rböhungen einzelner Steuersätze vertu t haben, und die Vcraulagnngen ohne Zuziehung der. Gemetnde-„R the vorgenommen snd, so 111 zu bemerken, daß das Gesch und dar erlassenen Instruc- tionen den Regierungen jene Bcfugnxß ausdruckltck) beilegen, ,die Zuzéebung der Gemeindc-Räthe bei der Veranlagung aber nacht vor ckzreiben. , . _ . _ ,

sAuch können Wir die Vorschreft nacht mtßbtlltgen, wonach m der Regel bei der neuen Verqnlagung dee vorxährxgetz Steuersähe nicbt crmäßigt werden sollen, mdem nch dj_e ewöhnlrchen Verän- dcrungcxi nnd die Ermäßiguygen bei Unglu Fällen und Vermö- gens-Vcrminderungen schon tm “Laufe des abgewkchenen Jahres er» gébexk, hkcrvon abgesehen aber dre Veranlagung m einenx Zettraum mm 1x, ('?»ahren so viel Richtigkrit ewonnen haben muß, „daß die Begründung der Herabsetzung'emze ner Steuersätze, obne Harte den Stcuerpßécdtigen im gewbbnltchen Reclamations-Wege überlaffen Werden kann,

30") Auf die von Unsern getreuen Ständen Z"" Zweck einer Er- mäßigung dec Salzprctse gesteljten alternatwen nträge können Wir nieht einreden. .

Die Freigebung des Salz-Handels gegen eine Auflage nur das im Lande erzeugte, so wie das aus dem Auslande em chende Koch.- salz éß Wkgrn zu bcsorgender Vermehrung des Schle chbandels mtr Salz Und zu befürchtcnden Ausfalls an der Staatss-Eumahme- bei der im Interesse an““ Utttektbanen beüehenden grußlccven Ye- fiimmun:;, daß das Salz um einen vollkommen gletchen Prexs' mt

._ «. vo!“ xücrn Uebenrn errchsti'tcke diefes L.;ndtags-Abr'ckxiedes lese 111.111“u-1§0.d1§,1':t 03-132“ - GßmeiuheitSth-ung “: Iaod-Gem einbei es-T be!- kaugs-Orduuxkg-

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ganzen Umfange der Monarchie verkauft werden sol], und bei den | mit mehreren Staaten getroffenen Verabredungen , wonach während der Dauer der-Zou-Vereins-Verträge dcr Salz-Handel «."me im Iitzztternlezäxs jeden Staates nur durch Sraats-Negie zu fuhren isi, n zu a lg.

31) .Die in dem RegierungI-Bezirk Mindru bemerkte Verb e- rung m der Ausfertigung der Grundüeuer-cheroUen isi dur ie aus der Kataürtrung folgende UmwandlunY der bisherigen Steuer- Veranlagung nach den Sohlüättcn oder H fen in eicheranla ung nach den Gränzen der Grmeinde-Feldnmrkcn und der darin gc eHe- ncn emzelnen Grundüücke eines Best.:zer's veranlaßt worden. ** a das Kataster nunmehr im Regierungs-Bezérke Minden beendigt und eine der neuen_Steyer-Veranlagmtg angemessene Einrichten: der Empfangs-Beztrke tm Werke 111, so Werden dadurch die Ur achen der Verspätung dcr RoUen-Anfcrtigung gehoben werden. _

_ _32) Auf die Petition Unserer getreuen Stände wegen dermilx- tatrrschen Gottesdienstes eröffnen Wardensclven, daß, wenn gletch dte én Unserem Bescheide vom 22. Juli 1832 nusczesprochene Bestim- xnung im Wesentlichcn nicht ?eändert werden kann, Wir doch Un- yern kommandérendcn Genera mit Jnßructton versehen haben, wo- nach den Wünschen so wett genügt wird, als es die allgemeinen in der ganzen Monarchie geltenden Vrrordnungen zulaffen.

333. Wir können aus dem yon Umcrm Sraats-Ménißerium in dcr Uebersicht der Lagx, worén 1111) die durch dre früheren Landtags- Nbscksede nacht deänittv erledigten Gegcnßände bcsénden, getreuen Ständm bereits eröffneten Grunde, Uns mehr veranlaßt fknden, zu Unterstützung des katholischcn Kirchen: und Schulwesens in der OdeWGkafsckmst ngen einen Zuschuß aus Staats:FZaffcn zu de: LVÖngkU; auch dem Antrag:", die von der_katholischen Einwohnern dirsrs Lande; theils nn dre evangelische getstliche Güter-Kaffe bisher entrichteten Abgaben an Meßkorn, Dpfergeld, Neujahrüübern und Beigarren zu Unterhaltung der dortigen. katholischen kirchlichen u_nd Sch111-Anüalten zu überwetsen, tft nccht zu entsprechen, da dtes nicht ohne Verletzung anderroejt begründeter Rcchte geschehen könnte.

34) Auf den_Antraq, die Verwaltunq und Verstärkung der Fonds der aYademtschen Lehr-Ansiaxt zu Mänßcr und dée Wirksam-

eit der dorttgcn vhrlosophtschen Fakultät betreffrnd, geben Wir ge.: treuen_ Ständen zu bedenken, daß, da der Etat des Gymnafiums zu Männer von dem der dortigen akademtschrn Lehr-Anüalt schon in der Ausgabe yöllig, getrennt ist, eine Sonderung auch der Ein- nahme-Fonds, der in Renten, Nächten und Kavitalien bestehen, nicht allem für dre Verwaltung an dsr Hand derselben Behörde und des- selben Rentmccücrs sehr erschwerend schu, sondern auch bei der Aus- wahl der Fonds für dte eme oder die „andere Anstalt leicht Schaden und Verlust herbeiführen wärde; Die in Antrag gebrachte Theil- nahme und Miiwirkung des nkademeschcn Senats in Münster bei der Verwaltung der ctgenthümlichen, der dortigen akademischen Lebr-Anßalt dywrlltgten _Fonds würde ohne einen gedenkbaren (He- wénrr nur umröthege chergngcn und dopprltc Kosten verursachen, und“ 111 xrm so weniger zuläsng, als auch bei den übréqen Universa“- täten; eme solche Etnwtrkurq des akademischen Senates auf die ctgentliche Verwaltung tyrer Fonds nicht üartfindct, Wér Werden dnrch Unsern Minister der geistlichen und Unter- richts . Angelegenheiten darauf- sehen laffrn. daß die akade- mtsche Lehr - :Unsrait in Münüer das Einkommen, Welches derselbrn im J. 3. ihrer Statuten zugesichert worden, und wclrhes keinesweages, _wée dre getreuen Stände vorauszusehsen schemem alle. Emkünxte dcs Studirn- Fonds in Münßer umfax cn sou, aua) ferner uuvrrkürzt behalte.“ Da aber das bisherige Exn- kommen der akademxschcn Lebr-Ammlc bei Weitem noch nacht zu- rceckxt, um auch der phrlosovhisckun Fakultät die erforderliche Voq- üändkgkctt zu geben, so muß es, ungeachtet das Bedürfnéfx, _so war es andere dringenderc Ausgaben des Staates gestatten, vrrkickstclstigt werden so!), in „(:-insekt des Wirkungskreises dieser Fakultät bei den

desfallsfgcn bcschränkenden Beüimmungrn der Stature", bis die Um: "1

stände geüattcn, deren_ Fonds zg erhöhen, sein Bewenden brhaltcn.

35) C;; isi'zwar mehr zuläsng,.zur Errichtung etncr bdhern Büw gerschule m Sw, m aus dcnkvon Unsern getreuen Ständen bezeichne- tanondx; Zuschuffc zu gewähren, da über diese Fonds bereits ander- weitig dtsdomrt, aucb dxe ausgcsrrochene Voraussetzung, daß diesel- ben zu fremdm chckm verwcndct würden, unrichtig in; Wir haben indes; der Stadt Siegen zu dem erwähnten Zwecke einen jährlirdcn Zuschuß von 1000 Tyalern unter der „Voraussrhung bewilligt, raf; sc“: das mehr Erforderliche selbst aufbrengr.

36) Du: Einrtchtnng der RcvifioxW-Fm'mnz ist Ge enfmnd der Verordnung yon: 14. Dezember 11.37. gewesen, und es 1 darän aus bdhern Nücküchtsn der.“ :?uücz-Verwaltung dee Entscheidung auf das RschtS'nllttel drr Rcvifion und der Nichtigkeits-Besch1vcrde ausschließ- lixb dcm Gebetmcn Obchribunal hicselbsi überwiesen worden. Bei drcser Einrichtung muß es sein BcWenden behalten.

_ Dagrcn ü'ndcn uber Aufhebung des bisherigen Iten Senats bx; den O. sr-Landesgerickßen zu Münsier und Paderborn, und Er- rtchtung cmes eigenen Appellations:Gerichtshofs für die ganze Pro- vinz Wrsvhnlen gegenwärtig Berathungcn statt.

37) Der Antrag, die Aufhebung des exfmirten Gerickwwuandrs betreffend, 111 schon auf dem ;:ten Landtage der Provinz zur Sprache gebracht, und nach Inhalt des Landtags: Abschiedcs vom 22. Juli 1832 zur L_lUgeMeénen Gcseh-Revkson veravirsen worden. Dahm gehört dcrjclbc auch ganz eigentlich, da er nicht das spezielle Wohl und Itzteressx der ganzen Prdvinz odrr eines Tveils derselben, son- dern dee Auxhebung eenrs Sengular-Reckxts ohne Zustimmung der BcthetliYen zum (Hcgcnüande hat,wcsb-.11bWirUnsere etrcucn Stände auf die cßimmgpgen 8111) 111. des Gesetzes vom 5. „xuni 1823 ver- wcisen. WU“ mühen denselben zugleich zu erkennen geben, daß die- ser Arma? von Ihnen, ohne daß neue Gründe von einiger Erheb- 11chkeet_be gebracht „worden, nach 5. 50 des Gesches vom 27. März 1824 ntcht hätte jytederholt werden„sol!cn. _

38) Wenn Wer auch das berexrs sn ccnéhen anderen Provinxen zur Vcrmmderung der Prozesse errichtete Jnstétut der Schiedsmän- ner Unserer Provinz Weüphalen zu bewilligen geneigt seyn würden, so können Wir dock) den Antrag, fiatt jenes Jnsiituts das der sogenann- ten fxeirn Gertehtstage einzuführen, bei welchem die Obliegenheiten des Schtedsmanncs dem ordentlichen Richter anheimfallen, nicht ge-

nehmigen, da eine solche Modification jenes ersieken Xnsiituts weder

durch ei enthümléclze Verhältniss. drr dortigen Provinz gerechtferti- gct, tro an fich bei näherer Prüfunxx nothwendig oder zweckmäßig erschcmt, u1zd uberdies. M der Ausfuhrung bei dem Mangel cines bxerzu ausreccheenden R:chtcr=Pcrsonals fast unüberstciglichc Hinder- mssc finden wurde.

39) Der Antrag Unserer etreuen Stände, |) den Kataücr=Ver-

meffungen dahin Zlnen Hffxntl chen Glauben bcizumesscn, daß bei ent- siehenden GränzZStrcittgkeiten zunächst die zweifelhafte Gränze auf den Grund drs Kataüers bcrgcücllt, hiernach das 71-1558880rium ohne Zulassung wettereßchveisführun regulirt, demnächst 2) aber dern- xcnxgeq, welcher nch dczdurcb vcretzt glaubt, überlassen werde, am pentoxesdheq Prozcffc sem etwa verletztes Eigenthum zu vindiciren, le_1ßt nei) mrt dex: Vorschriften des .12stchktels der aUgemcénen Ge- rxchtsordnung ntcht vereinigen, Dieleage nuf Regulirung_ der Gränzen isi ein petitorisches Reavrszmttcl. Es kömmt daher auf die Bcgründung des Rechtes zum Besitze an. Beruft sch eine Partei aus die vor der Karasek- Behörde abgegebenen Erklärungen und auf d e Kataüer-Karten, so werden diese no_thtpendeg herlxeégcschaffd und bei der Inüruction des Yrozeffes daraur dee erforderltche Rückscht genommen werden. Am “„Plusse dcr kommissartschen Erörterung, und wenn der Versuch der Subnc fruchtlos gcwcsen isi, kömmt, erü nach §. 19 und 20 die Frage zur Sprache, wre es mitder einftwetxégcn Benutzung gehalten wer- den soll? wobeieauf den jüngsten Bentz Rücksicht genommen werden muß. - Es Wurde zu'großen Wetterungen führen und die Rechts- Theorie von der Bewetslnst durchaus verändern, wenn der Beffßer semes Bestzes vorläußg etxtseßt, die „Sache nach “den Kataüer-Kar- ten regulirt und nun erst jedem Thule, der sich verletzt hält/ eine Vindicativnsklage nachgelassen werden sollte.

Meteorologische Beobachtung.

[ Morgens Nachmitt, Nach einm

28. Februar,

/1 6“"Par.!332/3 7 "“Par- 332,8 3"'Par.'Quellwämne 7-0 " 3,0 o R. + 8,4 0 R, + 3,5 "N. Flußwärme 2,9 “N + 0/7 0 N- + 0,2 “N, + 0,5 "N. Bodenwärme 3,0 “N Ausdünst. 0,4245" iederschlaq 0,0 1 “Rd- Adends 6; Uhr “roa!“

Luftdruck.. 332 Luftwärme + Tbauvunkt Dunsisättg. Wetter .. . Wind ..... Wolkenzug

iter. balbheiter. hälbbeiter. W. W.

Quswärtigcr Uörsan.

Imstskäam, 24. ["obruar. Risäer]. Wirk]. 86111116 56. 5x; (10. 10]-§. [(Zum-Zilk. THF. 4;

901"... ["-“81188. 1'räm.-§ebsiuo 11-1. (10 UF „4111. 100.1. Spun. YZ

zusxx. Jclmjä ] 31

.Cmort. 95Z. Üngs, WZ; .

„&ntwerpau, 23. lkebrnar.

Tina]. 152;

Uamburg, 27. [**sbkuar.

flops iu COrt. WZ. l'rsnzx. ]"réim ZUM

ZobatU-Üblix. --. Wien, 24. [**Lbruar.

43 LIZZ. [Fank-Qotjßn 1347. Jens „&nlsihg,“

89:1". 59; 464. ('m-tex 245€,- Cnxl. [insg. 1053;- 126-Z. ['0111. 141; kortug. 86T. 58- let. 1023-92-- 1834 5941.

Königliche Schauspiele.

. März. Jm Schauspielhause: Die Brautvor Messina, Traverspéel in 4 Abth, von Schil1er. Beatrice, als Gajkrolle.)

Dienßag, 3. März. Im Opernhaute: Ich irre mich nie! Hierauf: Dcr Wasserträger, Singspielh 3 Abth. Musik von Cherubini. (Hr. Versug, vom Hof- ter zu Mannheim: Micheli, als GastroUe.)

Königstädtisches Theater.

Montag, 2. März. Lenore, Melodrama in 3 Akten,voa _ K. v. Holteé.

Wegen plößlicher Krankheit der Dlle. Siebert kann „Dj, Altiftinn“ und „Das Königreich der'Weiber“ nicht gegeben Wer- Die dazu bereits gekauften Billets bleiben Vorstellung gültig, oder kann der Betrag dafür bis 6 Uhr Abends in Empfang genommrn werden.

Dienstaa, 3. März. Endlich hat er es doch gut gema-jr,“ Lustspiel in 3 Akten, von Albini. Vorher: Die Ochsenmenueu, Singspiel in 1 Akt.

Neueste Nachrichten.

Paris, 23. Febr. Herr Dupén wurde gestern Mittag, und der Graf Molé, Nachméttags um 5 Uhr von dem Könige Die Konferenz mit dem Ersteren dauerte mehrere

(DUS. B. SW:

Lustspiel in 1 Akt.

zur heutigen

empfangm,

Das heutige „Journal des Débats enthält Folgendes: „Die Zusammenseßung des neuen Kabinets War heute der Ge- Wrr wollen nicht die Muthmaßum gen, denen man s1ch hingegeben, die Combinationen, die man versucht, die Namen, die man vorgebracht hat, wiederholen. Ei find dies nur Gerüchte und Versuche, die uns in diesem Argen- blicke noch gar keinen Werth zu haben scheinen. Es scheénx un schwer, daß ctwas_.Definicives vor der. Ankunft des Mancha!“ Sonic beschlossen werde, der, wir wiederholen es, nicht eher als in acht Tagen hier seyn kann. wärtégen Minister jeder mit seinem Portefeuille beauftragt.“.

Die Deputirten-Kammer war in ihrer heutigen Saz- zung weniger mit der Tagesordnung, auf wekcher die Berathung über das Bankerott-Geseß stand, Ministerial-Vrränderung beschäfcigt. _ Persil erschienen nur etwa auf eine Stunde in der Verdamrw lung, während welcher Zeit fie |ck mehrmals entfernten und wu- Gegen 3 Uhr trat der Graf von Riqnv ohne Porte- feuille in den Saal und seßte ßch auf seinen Dcputézxen-Pla im Centrum, oberhalb der Ministerbank. _ schenkten nur wenige Deputirte Aufmerksamkeit, da iir“ Neyo ahl derselben einzelne Gruppen bildeten, die sich aus'schKßléch tber die Zusammensetzung des neuen Ministeriums unter.,oelten.

Auch an der Börse herrschre heute eine große Bewegt!» Die kritische Lage der Mméskerietz in England und FrankreM erregte einige Besorgniß. Man jprach von der Auflösungvdel Uncerhauses und der Deputérten-Kammer, indessen fand dust! Gerücht nur wenig Glauben. _ .

Herr Passy ist von der Budgets-Kommijfion zum Beruht- erstatrer Über das Kriegs-Budget ernannt worden.

Der Graf von Moncaltvet proeeüért heute in den öffmtli- chen Blättern gegen dre gestern von dem Messager aufgestellte Behauptung, daß er mehrere Exemplare der Schrift: „Adress eines Constitutionnellen an die Constitutionnellen“ unter diePü1 riser National-Garde vertheilt habe.

Lord William Spencer, der zur Familie *))karlhorounge hörte, ist in D'ieppe mit Tode abgegangen.

Am 25|en d. wérd der Mercure de France“ wieder “*

genstand aller Gespräche.

Unterdessen bleiben die gegew

als mit der zu erwartender Die Herren Guézotunb

derkamen. Der Deb; "'e selb

Von der Spanischen Gränze snd hier keine neuere NW richten von Bedeutung eingegangen. Es scheint, daß der Gem- ral Mina die Absicht habe, sobald er den für ihn bestimmten Geld ; Transport in Empfang genommen, mit seinen Trupp?" nach Pampelona zurückzukehren. 15ten verlassen hat, überbringt die Nachricht, daß die Ausbeute der Queckfilber : Bergwerke in Spanien den Gebrüdern Roth schild und dem Hause Iüigo, Espeleta Und Comp. jn Bordeavx zugeschlagen worden sey, _ _

- Heute schloß 5proc. Rente [)r. (20111111. 108. 13. pr. compi. 78. 10.

Ein Courier, der Madrid a»*

80111". 108. 25. 11-1 (:!)Ul'. 78- 5proc. Reap. p[". compi. 95. 30.

Span. 441.

Fin 00117“. 95. 40- Corces 4/11. Ausg. Span. Schuß 2;proc. Holl. 56. 25.

Oesterr. 5proc. Metal!- 2;proc. 564,- G. 1proc. %- Bank-Actien 1570. 1568. Part.-Obl. 140. 1391. Loose 5" 100 Gulden 215. Br. Preuß. Präm.-Sch. 631 63; do. 4er- Holl. 5proc. Obl. von 1832 98,7. 981. 5proc. Span. Rente 441. 44. Zproc. do. pkw

Zproc. 2777. Neue Span. Anl. -.

Frankfurt a. M., 26. Febr.

10114 101797 4proc. 944. 94-71“

Anl.974. Br. Loose 711. Br.

Redacteur (;o-rss.

Gedruckt hei A. W. H

(Forschung folgt.)

taats-Zeitung. *

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Amtliche Nachrichrerr.

Kronik des Tages.

Se. Majestät der König haben dem KriegSrach und _Gehei- men expedirenden Secretair im Kriegs-I)Zinikkcriu:n, Stueck, den Rothen Adler-Orden dritter Klasse mit derSchl-eife zu war-

leihen geruht.

Bekanntmarhung.

Auf Befehl Sr. Majestät des Königs „ist dern-Dircktor des

Gymnasiums zu Hamm, Doktor Kapp, em Pravtlegtum gegen den Nachdruck und etwanige bloßexllmänderung _der von demselben nach einem elementarijct) deducirten Prinzip der Karrenzeichnung herauszugebenden Karten, wie solches in seinem Werke Über Clementar-Grogra- phie erläutert worden,

auf zehn Jahre für den ganzen Umkang drs Preußischen Staats

„theilt worden. _

Berlin, den 20. Februar 1835.

ZriTUNgs-Ncrchriäzten. A U 5111 n 0.

Fr (1 n k r e i ck. Paris, 23.Febr. Ein ministeréelxes Blatt, der M o nfs teu r du Commerce, äußert fich über die bcvorftchynde _Mmtsterml-Verhm derung und über die Vrranlassung zu derselben tn folqcUdkl' Wease:

Durch die vorgestern Abend erfolgtr Dimisston des Marschalls Mor- _ _ _ *

tierisk die ministertelxe Krtfis, das W011 setc emen) I)aorare-unver; meidlich geworden war, entschieden worden. Dee Mmaffer ver- sammMen sich vorgrsrern in den Tuilerieen. Es schemt, daß der König gleich anfangs vorschlug, den Marsch911 Soult “(*)?sz- berufcn, um ihm die Präsidentschaft dcs Conjetls und das Krtrgs-

kinisterium zu übertragen. Die Umstände, welche vor einigen

Monaten sein Ausscheiden begleiteten, erlaubten el_nixxen seiner früheren Kollegen nicht, sich dem Wunsche Sr. Max. zu fügen. Jener Vorschlag wurde daher für emen Augenbltck beseitigt, und es wurden dagegen andere Arrangements vorgeschlage-n, aber gleichfalls verworfen. Es säzle-r sogar, daß dre Combmatéon,. dem Herrn H:;mann die Praudrntschafr, und drm Herrn von Eaux das Kriegs-Ministerium zu übertragen, worüber das Crn- seil einig war, nicht durchgesetzt Werdsn fornte. Endlech, am Schlusse drs Conseils, wurde das_ Kabincc aufgelöst, und sogleéch ein Adjutant des Königs abgewndt, um den Mar- shal! Sonic nach Paris zu berufen. Die Lage, welche .tvtr so eben geschildert haben, :| schwicrég, schwieriger ohne Zweifel als die vom 12. November; wir wollen fie weder zu vcrschlimn1crn, noch die Folgen derselben vorauszusagen juchcn. Ader es ist von Wichtigkeit, daß man die Dinge in ihrrm wahre21 Lichte sehe. Daß eine neue Zusammensteüunß des Minéstcriums in diesem Augenblicke unumgänglich nöthig tvar,_ haben wir se1bst seit mehreren Tagen beständig wiederholt. Aver augenscheinlich mußte_,',k;-,s Ministerium in dem Sinne des alten Sxyßems, und nicht,...“ irgend einer Männer der Opposition Modiftzkrt werden.

ESCeerce eines einigen, kompakten *))?inisteriums) das entschlos- sen_mckt'e, alje Schwierigkeiten des vor der Pairs-Kammcr schwe-

_ bendm Pchsses zu übersteigen, eines Prozesses, der selbst jeßr,

wo die Si erheéc des Landes und die materielle Ordnung vor jedem Angriff fichcr gesellt smd, in einem Interesse hoher ge- seUschafrltcher Moral durchgeführt werden muß. Es bedurfte in dem Augenblicke, wo der Traktat tmc den Vereinigten-Staaten ur Erörterung kommen soll, eines I)kiniskcr'iums, das

-ähig wäre, denselben als einen schon vor längerer Zeit,

und vor den Unbedachtcn Drohungen dcs Pkäsdekn Jackson beschWssenen Grdanken zu vertheidigen. Der Name des Marschalls Soulc zeigt aäerdings nicht an, daß man bei der neuen'Combination daran denkt, slch von diejcr Linie zu mtfernen; aber der Wille wird hierbei nicht genügen. Der Marschall muß sch Kollegen unter den Männern suchen, die durch ihren Einfluß über die Majorität in den beiden Kammern ve'fügen, denn, vorauSgeseßt auch, daß der Gedanke des monar- chischen Widerstandes vollkommen durch die Königliche Wcésheit keptäscntt'rt würde, so hat doch dieser (Gedanke vor dcn Kam- mern Und vor dem Lande nur den oder die Minister zum Or.- ga'n, welchr ein moralisches Ucbcrgewicht in dem Kabéncetr aus- üben. Nun ist es aber ewiß, daß sslbsk im Schooße des Mi.- "isker-Conseiss der Mar chall Soult immer nur der Arm des Systems des Widerstandes war. Wo will drr Marschau, 0911 seinen früheren Kollegen auf eine Unxwéderruflrche Weise getrennt, bt'e Mitglerder des neuen Kaöinetrcs aufsuchen? Wenn er fich "Uf die Seite der Staatsmänner neigt, die der Restauratx'on angehört haben, so wn'd er die Gränze dcr Zuqesiändnisse bei

eitrm überschreitcn, welche die aus der Juli-Revolution her-

vorgegangene TNajorität den Zdren_der Ordnung machen kann Und will; und er wird fich überdtes von Männern umgeben Juden, die, da fie in der sireétcndcn Epoche des Systems-des

iderstandes die Verantwortléchkeit nicht mit ihm getragen ha-

b'", nicht gleich ihm überzeugt sehn dürften, daß jenes Sy- ßem nothwendig einer richterlichen Sanrt'ton bedürfe. Wenn "' sc!) dagegen zur Opposition oder zum 1101'8 . [)an; neigt, so

stnmc zu allen den von uns bezeichnetm Schwierigkeiten noch

'Zne neue hinzu. Wte könnten die Männer, welche als Depu- Ukke den Traktat mit den Vereinigten Staaten anqegriffen ha- _

M-rs wagen, ihn als Minister zu vcrtheidigen? Wenn endlich

dj?Wahlen außerhalb des Kreises _der parlamentarischrn Einfluss Ikkroffcn werden, so ist die Stellung nicht einen Tag lang halt;

“l'- und dann stehen wir vielleicht vor einer Auflösung der Kam-

mer von 1834, Alle diese Rückffchten find es, we!che_ uns bei dk? _aeqenwärtigen Kriss erschrecken. Wenn wir uns jetzt, wo 1ene Krtßs bereits eine solche Höhe erreicht hat, auch nicht mehr

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Berlin, Dienstag den ZU" März

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mit der, Hoffnung schmeécheln dürfen, daß durch unsere Worte einem beklagenswerrhen Resultate vorgebeugt werden könnte, so werden sie doch wenigstens dazu dérncn, im Voraus den Weg zu bezeichnen, den wir zu verfolgen gedenken, und von dem wir uns niemals entfernen werden.“

Bei der Rolle, die der 110122415111 wieder zu spielen bestimmt scheint, verdienen die Aeußerungen des Haupt-Organs jener Par; tei, des Constitutionnel, mehr Aufmerksamkeit, als“ bisher.

' Hinsickzrlich des gegenwärtiger: ministeriellen Jntcrrcgnums äußert

fich dieses Black folgendrrmaßen: „Die dem Marschall Soulc anvertraute Mésßon, das- Ministerium neu zasammenzustellen, weit davon entfernt, uns als eine Lösung der verworrenen Schwie- rigkeiten drs gegenwärtigen Zustandes zu erscheinrn, verwickelt dieselben, wir wir gsanben, nur noch mehr; denn, wie schon ge- sagt, entweder wird fich dcr Marschall Soukt Männer zugesellen wollen, denen selbü die retrograden Ideen des lelzren Ministe- riums noch nicht entschieden genug Waren, und ein solches Kabi- net würde vor dem Unwillen des Landes und der Deputirten- Kammer nichr_-dreé Tage Stand halten; oder er wird [fck an dir unadhänxzrgen Meinungen Wenden wollen,“ ohne deren Bri- stand jxlzt kame Majorität mehr zu hoffen ist, und hier "find die Schlvirrigkeiten nichr wenéger groß. Die erste von allen ist die, daß es uns 111 einem Augenblicke, wo eine unselige Broschüre die gerrchten Besorgnésse aller Freunde der Freiheit rege gerimcht ha?, wo die Haupc-Grundsäße der chräsentativ-Regierung mit "Füßen getretrn werden, durchaus nicht das geeignete Mitre! zur Beruhigung drr öffsmxxrhcn Nkrinung scheint, einen berühm- ten Degen, wie Hr. Thicrs sich auSdrückc, an die 'Spélze des Consetks zu berufen. Ohne dcm Marschall auch nur im entferntesten Pläne eines 18. Brumairc unterlegenzu wolLen, scheintuns doch seine Zustimmung zu den Anforderungen einer Rrpräsentatév-Regicruug nicht entschieden, sein Bcgraff von den constitutionneUen Rech- ten einrs Präsidentrn nicht fest genus, als daß wir in dieser Hänscht ganz ohne Besorgnis; seyn kdnntrn. Das Schwerdt des Siegers von Touxouse würde sich _acwiß nie dazu verstehen, seine Schewe zu verlasen, um die Verfassung des Landes anzugrei- fen; aber wir können nicht mit dersexdrn Gctviß'hcx't dafür e:“n- üehrn, daß es fie mit eben der Entschxoffcuheic verthecdigen würde, wenn se bedroht Werden sollte. Dann aber können wir, nach dem, was am 10. Nov. vorgefallen isi, nicht an eine iso- lérce Zustimmung von Seiten der Männer glauben, denen eine traurige Erfahrung die Nachtheile eines Ministeriums ohne ein ge- meinsames Band und ohne einen grm-Msamen Gedanken gezeigt hat. „Jene unadhängigcn Männer, an die fich der D)?arscha[l durch; aus wenden müßtr, wenn er ein Ministerium der Majorität einem Höflings-Mirxkskerium vorzögr, x:.»Ü-xdet: nécht mit unvor- schtégem Leichtsnne Verpflichtunxzen ctngrhrn; die Bedingungen,

.welche fie vorschreiben würden, dürften wahrscheinlich nicht an-

nenommcn Werden; denn fie würden auf einem gcmcénschaftlécben Verüändnisse, und auf einer |r2ngen Beobachtung der continu- tionncUen Erfordernisse der jckzigen Lage beruhen; ste würden haupt- sächlich zum Zweck haben, die Dingeaufdir W ah r h e it derRepräscn- tativ-Regierung zurü-quführen und axle La sr-xn derselben zu über- mhmen, jedoch unterder Bedingung, daß ihnen nach alle Rechte derseWen eingeräumt würden. Aus“ diesen Gründen bezweifeln wir es; sehr srark, daß? es drm Marschakl Soulf gclingen würde, rin Ministerium z::sammenzuseßen.“

In der véelbesprochsncn Flugschrift: Adresse eines Con- sticun'otmellen an dir Constitutionnellen“, welcher von einigen Seiten der Sturz des" gegenwärtigen Ministeriums beigemessen wird, werden folgrmdr Grundsähe aufgestellt: 1) Der K_önég her:.scht nicht bloß, sondern er regiert; 2) das“ Ministerium ver; walter; 3) es steht dem Ministerium .mrbt zu, als solchcs, be- sondere Grundsäkze odcr ein bcsondcrcs System zu haben; 4) das Ministerium bedarf bei scinrm Antritt: der Majoritäc der Kammern nieht; es ist hinrcéchend, Wenn es sich die Majorirät soäcerhin durch Vertrauen zu erwerben sucht, wobei ihm unbe- nommen blerbt, scinr Kräfte durch Bestechung zu vermehren; 5) der '))?inistrr- Rats) brftrhc (10 15510 und nicht (19. jura, und die Ernennung extres Cdmréls- Präfidentcn it? rein x'akuxtaciv; 6) der König kann sogar mi: einem einzigen Q)“?inisker regéerrn' , da die Charte nur bestimmt, daß jeder Akt der Régierung von dem Könige unterzeichnet und von cinemMinéxier kontrafignirt seyn soll. 7) Ludwig Phé- [Typ hat, selbsk nach dem Geiste der Charte von 18.30, das Recht, seinen Gcsandecn, ohm.- Vorwissen des Ministers" der auswärtkgcn Angelegenheiten, geheime Znstrurtioncn zu ertheélen. 8) Der Minister der anSwärtigen Anqelcgcnheiten darf seinen Kollegen ohne die Eimvilligung des“ Köniqs keine Mittheilungen aus“ ses- nem Geschästs-Ressorr machen. 9) Ludwig Philipv wird, als der Erste srinrr Dynastie, wohl thun, die Regierungs;Angelegenhcéten ?ribsr zu leiten.

Een hiesiges Blatt saZc: „Der Warschau Sonik. war schon seit Mehreren Tagen davon brnachréchtégt, daß er höchst Wahrscheinlich wieder ins“ Mimsrrrium berufen werden würde- und man“ kann daher schon heute oder tnorgen seine Artwork auf die ihm gemachcen Vorschläge durch den Tclegraphen erhal- ten.“ "* Dcr Temps ist drr Meinung, daß der Marschall Soult frührr in Paris eintreff-xn Werde, als in dem Artikel des Journal des Débats vermuther wird, da er schon vor gerau- mer Zeit zur Rückkehr nach Paris aufqefordert worden sey.

Der Brand des Theaters de la Gain“: hat, wie fich jefzt erweist, doch eénige Menschenleben gekostet. Heute hat man unter den Trümmern die Leichen eines Maschinisten, eines Sa- peur-Pompiers, einer Frau und eines Kindes hervorgezogcn.

Aus" Toulon meldet Man vom 18. Februar: „Der furcht- bare Windstoß, der im 2)?itte[ländischen Meere geherrscht, hat viel Unheil an der Afrckanischcn Küste angerichtet. Wir vernehmen heute, daß die Kriengrigg „le RUsÉ“ auf der Sca- téon von Bona, in Folge des Sturmes, dessen Wuth man so sehr zu Toulon vrrspürte, zu Grunde gegangen isi. Der Mann- schaft ist es mit unerhörten Anstrengungen gelungen, die Küste zu erreichen. Leider ist dées nicht der Fall mit 8 bis 10 an- dern Handcldschiffem die an dem nämlichen Ankerplaße lagen.

1835.

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Diese Schiffe snd an den dortigen Felsen zerschellt worden, und 8 bis 10 Seeleute wurden das Opfer dieses unglücklichen Er- eignisses.“ _

Großbritanien und- Irland.

London, 23. Febr. Der König wird heute im St. Ia- mes-Palast eine Geheime-Raths-Versammlung alten, in wel- cher, wie man glaubt, der Entwurf der Throm ede in Bera- tbung gezogen und deßnitiv festgestellt werden soll. ') Dem Standard zufolge, ist dieses Akcenskück bereits in einem mehr- stündigen Kabinets-Rath, der am Sonnabend im auswärtiFen Amte gehalten wurde, in Erwägung genommen worden, und oll dasselbe von größerem Umfange und von wichtigerer Bedeutung seyn, als irgend eine frühere Thron-Rede.

Die Königin besuchte heute den neuen Palast im St. Ia- mes-Park.

Der Herzog von Sussex leistete am Freitage im Oberhause den Eid; Se. Königl. Hoheit schienen fich so wohlÖu befinden, als man nach den leßten Nachrichten von seinem esundheits- Zustande kaum erwartet hatte..

Der Marquis von Londonderry ist vorgestern hier ange- kommen. Er war schon am Freitag Abend zu dem Diner er- ivarter worden, welches Sir Robert Peel dem Grafen Pozzo di „Borgo gab, und dem unter Anderen der Fürst Esterhazy, der Graf und die Gräfin Sebastiani, der Baron Bülow, der Ge- neer Alava, der Herzog von Wellington und Lord Hill bei- wv mm.

Der Türkische Gesandte, Namik Pascha, ist mit seinem Ge- folge am Freitag Abend von seiner Reise nach den Handels- Distrékteu wieder hier eingetroffen; am Sonnabend stattete cr dect? ?erzoge von Wellington im auswärtigen Amte einen Be- u a .

Der Marquis von Wclleéley liegt seit einigen Tagen sehr krank danéedcr. Der Graf von Féhwille'am, der fich neulich mit einer Axt in den. Fuß hieb, ist außer aller Gefahr. An demsel- benTage, wo ihm dieser Unfall begegnete, hatte sein Sohn, Lord Milton, das Unglück, mit dem Pferde zu stürzen, doch ohne sich bedeutend u beschädigen,

Am onnabend fand fich der Sprecher in vollem «Loßüm, mit Perücke und Robe, um 12 Uhr im Unterhause ein, und nach Verlesung des üblichen Gebets schritten die Serreta'ire des Hauses zur weiteren Vereadigung der neuen Mitglieder. Als der Sprecher eintrat, waren ungefähr 200 Mitglieder d". egen. Es wurden eine große Menge vereidigt. Auch Sir C artes Manners Sutton und Sir Robert Peel leisteten um 4 Uhr den Eid an der, Tafel des Unterhauses. Nachdem sie dies gethan, schüttelte der Sprecher Beiden, dem Gebrauch gemäß, die Hand, und Sir C. Sutton wünschte Herrn Abercromby Glüdk zu sei- ner Erwählung um Präfidenren des Hauses. Die übrigen Mitglieder des '.)?inisieriums, die im Unterhause fißen, legten ebenfalls an diesem Tage den vorschriftsmäßigen Eid ab. Der Lord ; Kanzler wohnte einige Augenblicke der Ceremonke bei. Kurz nach 4 Uhr vertaqte fich das Haus bis heute um 10 Uhr.

Der Courier meldete schon am Sonnabend, er könne ver; sichern, daß Dienstags ohne Zweifel im Unterhause ein Amende- ment zu der Antworts-Adresse auf die Thron-Rede Sr. Majestät vorgeschlagen werden würde. „Es wird, wie man erwartet“, fügte dieses Oppofitions-Blatt hinzu, „die zahlreichste Versamm- lung des Unterhauses seyn, die jemals erlebt worden, da es sich darum handelt, wie die Regierung dieses Landes aufs schleunigste aus den Neßen der Kabale gerettet werden kann, die sich wäh- rend der Prorogation des Parlaments um keines anderen Zwtl- krs willen die Gejvalt erschlich, “als um die Fortschritte jener nothwendigen Reformen zu hemmen, die das Volk von einem reformirten Unterhause zu erwarten berechtigt ist. Die Wähler des ganzen Reichs“ werden von den Mitgliedern, die bei dieser wichtigen Gelegenheit nicht erscheinen möchten, keine Entschuldigung annehmen. Zeder Nerv muß angespannt werden, um die Majorität, durch welche das Amendement ohne Zweifel durchgebrachrw“; den wird, zu vergrößern.“ Die Morning Chronicle sagt heute: „Kein Mitglied kann über die Adresse abstimmen, ohne zuvor den Eid geleistet zu haben. Es ist daher Unerläßlich, daß jeder Reformer ßch einfinde, damit er noch vor Morgen um 4 Uhr, wo die Debatte über die Adresse beginnen wird, vereidigt seyn kann. Es wird jedenfalls ein Amendement vorgeschlagen werden, und das Land ficht mit großer Spannung dem Aus- gange entgegen. Es kann den Reformern nicht entgangen seyn, wie die Tories bei der lcßten Abstimmung über ihr Corps zu mustern im Stande waren. Nur 7 von dieser leidenschaftlichen Partei waren abwesend, und ihr leßter verzweifelter Kampf wird nicht minder angeßrengt scyn. -Wenigstens so11ten die Freunde derVolksrechte eben so sehr auf der Hut seyn.“ In dieser Weise fahren beide genannte Blätter noch weiter fort, ihre Partei auf- Ytrcgen nnd zusammenzutrommeln, doch scheint eben aus diesen

ufforderungen hcrvorzugehen, daß die Eidesleésiung bis jekt nicht den raschesten Fortgang gehabt hat, und es wird unter Anderem auch die Vermuthung geäußert, daß, wenn morgen, noch a wenig Mitglieder vereidigt wären, die Thron-Rede erst am onnerstag den 2611er: d. gehalten werden dürfte. .Der Globe erwähnt auch des Gerüchts von einer nochma; ligen Auflösung des Parlaments. Aus den ministeriellrn Blättern ergiebt sich nur so vtcl, daß die Minister ent- schlossen find, sich durch die Machinationen der Opposition nicht bewegen zu lassen, die Zügel der Regierung aus den Hän- den zu geben. Die Morning Post äußerte sch vorgestern in dieser Beziehung folgendermaßen: „Es gereicht uns zu roßer Genugthuung, erklären zu können, daß das Votum des nter- hauses bei Gelegenhett der SprechersWahl auf das Verfahren, welches das Ministerium Sr. *))?ajestät zu befolgen beschlossen

*) Die Englischen Zeitungcn vom 2.1. Februar, welche die Thron-Rede enthalten und schon gestern über Hambur: hier ein- Jeheln soDUZM/ find auch heute noch ausgeblieben. (S. en Artikel „xn an .

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