Be krk mehrere falsche ; Thalerstücke mit den Jahres-Zahlen 1762 und 1766. und den Buchstaben 11. und 13. vor ekommen. Der. Verferti er dieser falschen Münzen ist in der Ferst," des Schlossermei ers Schmidt zu Leipzig bereits entde c und zur gerichtlichen Untersuchun und Bestrafung gezogen, daher außer den hmm im Umlau : befindlichen Exemplaren eine weitere Verbreitung dieser Muzen nicht zu befürchten ist. Wir machen indessen die "sämmtlichen Beamten der Haupt; und Speckal-Kas- sen unsers Verwaltun" -Bezirks auf die in Rede stehenden fal- schen Man en aufme am, und weisen fie zugleich an, bei der Empfangna me von Geldern in Beziehung auf dieselben beson- ders vorsichtig zu Werke zu gehen. Damit aber jene falschen Münzen leicht erkannt werden können , fügen wir eme von der Königl. General-Münzl- Direction angefertigte Beschxeis bung derselben hier bei: 11. uf der Hauptseite ist das Brid- niß im Umrisse ganz abweichend von den auf den echten, Mün- zen steh findenden Bildnissen, obgleich diese auch unter emandefr ungleich sind. Namentlich tritt auf diesen falschen Stücken d1e Schleife hinten in den Haaren fast rechtwinklig aus den Locken und gan unfdrmiich hervor; die ebenfalls ganz unförmlich am Nacken erabhängende ?aarpartie ist kaum als eine solche zu erkennen und geht ?u tie unter den Brusk-Abschnitt herab. In der Fläche des Bides ist fast gar keine Zeichnung; kaum find das Auge, der Mund und einige Haarstricde an der Grenze an- gedeutet; das Uebrége ist eine verworrene Fläche. Hat_man diese ganz schlechte Gravirung einmal genau angesehen, w erkennt man sie sehr leicht wieder als falsch. 13. Auf der Rückseite er; scheiut die Zahl 6 als eine aus einer kleinen kreisrunden Fläche fich entwickelnde Schneckenlinie. Diese Zahl hat auf den_ echten Stücken im Innern keine solche bedeutende Kreisfiäche, 1ondern läuft in einer Spiße aus oder endigt mit einem ganz kleinen Knöpfchen. Alle andern Éuchftaben sind unfdrmlicher und unter sch ungleicher, als auf den echten Münzen. (2. Auf, den abge- riebenen Stellen erscheint die schmutzigqelbe, und be1_ „dem Ab- schaben der Ueberfilberung, die frische Farbe des Messmgs, als des Kernmetalls dieser -falschen Münzen. 1). An den unabge- nahten Stellen erscheinen sie, wegen ihrer Neuheit, mit einer reinem silberweißen Qberfläche, als gewöhnl1ch bet den echten Stücken der Fall ist. Merseburg, den 16.,Febru.ar 1835. Königlich Preußische Regterung.“ . -------_-----»-
Königliche Opxr.
Freiiag den 27. Februar ward die Oper 2111 Baby von Cheru- bini zum ersten-, und Sonntag den 1. März zum zwettxnmale gx e- ben. Ueber ein Werk solchen Umfangs und, von sol_ch emem Met er hätten wir lieber erfi na_ch dsterem Hören em Urxhetl gusgespyochen, und wenn wir es schon jetzt versuchen, so esch1ebt pus wemgstens nicht aus Anmaßung, oder um ande_ren Me nungen m den Weg zu treten. Cherubim, geboxcn 1764, est der letzte, allein noch lebende Meister aus einer Ftaléckmschen Schule, welcbe 111 der zwecten Hälfte des vorigen Jahrhunderts so großen und. verdtcnten Ruf erwarb. Zwar sind Pccini, Sacchim, Salieri, Ctmarosa, Fiorgvanti „Jud „Andere von der Bühne durch eine neue, wesenxlich versch1cdene Jta- liänische Richtun verdrängt worden; schwerlxch 00er dürfte d'icse, wenn erü der Re der Neubert verschwuxtden 111, m der Geschtchte der Musk den unxcdingten Vorrang vor jener älterey Betrachtungs- und Behandlungsweise behaupten. „Insbesondere zetcbnete s1ch Che- rubini immer dadurch aus, daß er 111 fernen Qpern dex: Worten ynd der dramatischen Bearbeitun ihr Recht widerfahren lteß, un? nxcbt beide bloß inßrumentalen infällen unterordnete. Dte gluckltche Wahl einzelner Te te, inßbesondere des Wafferträgers, trug zur Ver- mehrung des Er olgs nicht wenig bei. So Enden wir nun auch in Ali Baba den Meiüer, welcher die Matei fewer Kunst kermt und ße .!" behandeln und zu benutzxn _w_etß. Während der Gesammt - nhalt so mancher neue_n Opex tn emegen melodischen Häschen bestht, und bloßer Lärm dre sonsitge Armqtv zudecken sou, Enden wir hier einen Schatz von Gedanken und eme kunßreiche Arbeit, welche zu entdecken und zu verfolgen „dem Zu- hörer immer neuen Genuß gewährt. Insbesondere ünd dte dere von roßer und eigentbümlicher Kraft. . _
iesem ungebcuchelten Lobe gegenubxr, woven war aber nun
auch ohne Scheu aussprechen, warum dte Over auf uns nicht den Eindruck mancher andern vollendeten Kunüwerke gemacht hat. Zw vdrdersi beweiset der Text, gletchwic„ so viele anyere , daß es eine Täuschun 111 u lauven, das eptsch Vortreffltche lasse sch „gar leicht in Framat1sch &ortreffliches mngeüalten oder auflösen. Areost, Cervantes, Wieland und Andere haben den Perfaffertx voxt Overn- tepten Stoff die Menge dargeboten, aber fast tmmxr mr_ß luckten die anspruchsvollen Versuche, und auch dießmall ward dte met zäblun aus 1001 Nacht in den wrseqtltchüen Punkten vxrschlectz- tert. „„ nsbesondere isi verxxffcn, paß dte Erzählung rasch ubxr eine Menge von Einzel-nheiten tnwegctlt, welche, tm Gcopräxhe, over gar durch Gesan auseinandergezogen, unklar bleiben und ermuden. Ferner ünd in der rzäblung viele Personxn und Charaktere brauchbar, welchc dramatisch vorAugen gerückt und m Hand1ung gesetzt, bedeutungslosta widerwärtigerscheinen. Dasselbe iltendltch vondenTriebfedermZusal. len und Ereignissen selbß. So 1 z. B. der Ali Baba weder kom1sch genug zur komischen, noch ernst genug zur ernstext Behandlung, son- dem eigentlich ein erbärmliches Subjekt, das stef) m ketne_poetische “ Regionerbeben läßt. Räuber und Galeeren-Sklave_n stehen 1th frei- lich oft in höherer Gunst als Natter und Helden; tndeffen stud Räu-
erbafte Ew.
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her, zu deren revolutionairer Frechheit fich Psychologischer Tiefsnn gesellt, welcbe dur die Macht merkwürdiger Verhältnisse beßimmt und im Kampfe mt dxnselben dargestellt werden, doch _ganz etwas Anderes, als Räuber,=d1e da eben gax nichts thun als plaudern und ni, t den mindesten Zusah persönltcher Kraft oder Charakterifiik zer en. . Die Liebe der beiden jungenLeyte gilt „uns ferner auch nur für - xme, wir m_bchten sagen unqualtficxrte, wre ffe unzählige Male in jedem Früblmge, dem Grafe vergletchbar, bervorwächst, aber keinen Ansprug) hat, ßcb in einem Kunßwerke bxeit zu machen. Liebe und Haß mussen, wenn se rm Drama und _m der Oper wirken sollen, bxsonderc Beschaffenheiten befißen: so Julee, Anna, Statira, Ivae- 1110, Alcefte- Medea und 21. Dies find lebendige, ewige, unverw fk- leche, unverkennbare Jndividualétäteu; Personen oder Persdnchen wie Nadtr, Delia und tausend andere, werden dagegen in einer und derselben Form geprägt und ermangeln anes eigenthumlichen Wesens und Lebens. Dazu kommt, daß Nadix- abgeseben vom herkömmlichen Seufzen,fgar mchxs thut; denn daß s1ch 40 Räuber im Ernü vo„r,1bm fürchten oll_ten,*1st unglaublich: aucb trägt „er nicht das Mmdesie zur Eytschndung bei., «- Von thm, hbyen wn: einwenden, geht ja aber des ganze Gesch1chtx aus. Allordmgs spxclt das Horchen in vielen neuern Dramen eme Hauptrollx, z. B. 1m_.fckernani, der Eu- ryanthc, den (Hünülingen u. s. w. Wer leugnen mehr, daß geschicht- lich aus dem Horchcn gar mancherlei mag gefolxxt, gar manche Ka- taßropbe beryorgegnngen seyn: dennoch muß d e ernüc Kritik, seit Artsioxeles ves auf den heutigen Tag, dies äußerliche, mit innerer Entwtckelung der Gedanken, Gefühle und Charaktere weder zusam- metxbangende, „noch daraus hervorgehendx Miktél- wo Nicht ganz Miß- billtgen, doch 111 die untergeordnete Reehe der Theatercoups verwei- sen. Wenigstens findet es in der Erzählung beffer seinen Play, als im Drama. , „
Unter so vtel unbedeutenden oder überfiüsngen Personen wäre Morgtqne,.die schlaue, „entschlossene, heldenmüthige, errettende Skla- vtn, dre ettxzig„lebendtge, künülertsck) brauchbare Gestalt gewesen; He 01 aber 111 eme neugierige und furcbtsame Zofe der aller ewdbn- ltchfien Art verwandelt, und die Rettung abgeschmackterweif? davon abhängig gemacht, daß zufälliq, in dem An enblécke der höchsten Gefahr, ein ZoUbeamter, nach Contrebande su end, hereintritt, und üatt des Kaffees die Räuber verbrennt!
Diese und andere Mängel des Textes konn_ten auf die Musk und
die Wirkqng der Oper nicht ohne Einfluß bletben. Jene erinnerte uns, hinsichtlich der ununterbrochenen und angesirengten Thätigkeit des Orchesters, an den Fidelio; auxin während Beethoven die Stng- ßimmen geWtssermaßen in die Rethe der. Instrumente stellte, bewegt 11ch_doch durch das Ganze ein gleicharttger großer Strom der Ge- nialttäx, welcher Ages zusammenhält und die Ueberscht erleichtert. In Alt Baba crscheent uns dagegen mcxnchcs üdrend durch Abscht, und gesuxhte um etnzelner Wirkungen wellen. Der verknüpfendc Fa- de_n entschlupft uns, und wn' glauben, neben dem sorgfältig Gear- beetetem' auch Manches zu Ohren, 1005 die Franzosen 1112000311 nen: nen. Dee kurzen, rasch wechxelnden, m der Luft schwebenden Figu- ren, Welche Geigen, Flöten, Hoborn, Fagotte u. s. w. in so großer Zahl ausführen, kommen, uns vor wie bunte Vögel, die 111 der glänzenden Sonnx ergötzleci) heramfiattern, aber wir wiffen nicht recht wqher, wohm 11nd wo 11. Qdex (wenn dieser Vergleich und dix Bezeehmxg ztz erküxli ) erschetnt) es war uns zu Mathe„ als bleckten wer 111 cm Kaletdoskov, wo in jedem Au enblicke, bet der geripgßen Wendung_neue, jedeZmal zwar gesetzli e, aber doch nur veretnzelte, ver änthxhc und zufäüége Geüalten erschesnen. „ Vielleicht nder sich ein Mdkres Mal Gelegenheit, dicse ungenü- genden Anxeutungen näher zu cntwtckeln; heut verdient jedenfaas noch Erwabnung und Lob der große Fleiß, mit welchem Sänger und Orchcfxer die sebr schwxre Musk _emgcübt hatten.. Unbeschadet dieser Verdtenüe snd wtr tydeffen mtt Hcrrn Spontmé überzeugt, daß man die Opxr zweckmäßeger hätte besetzen, und wenigßens die Rollen von Nader, Urs-Kan, Abul-Haffan und Kalaf anders hätte vertheilen sonen. 0-0.
ÜUIU'ürtigp 1361801].
1101810111010, 20. 1701111101“. Kisüut]. 11111111. 801111111 552. 57“; 110. 10012... [(um-1111|. 254. Y.;; 11111011. 94-1, ZZZ- 791. 99777 ['r-311811. 1'räm.-§01101110 1134. 00 4F 1111|. «. 33 201,4. -
111183. 801111111 1197. „111188. WZ. 0881811". 811811. 53 461.
11111111 1110911, 25. 171111111111. 8111111. ZF 461. ZZ 271 71111111. 115€. ("01-108 451. 11'1'1111111111'1 u. 111., 28. 170111117112 01-100". 53 11190111. 10141, 101; 43 941; 0414. 2.13 -. 56; 11“; 243, -. 1181111 -11011011 1570. 1509. 1“111't.-01111J. 140. ]39;. [W080 211 100 (11. 215. -. [,kLUZZ. 1'k51'111.-§011. 03T. ZZZ. 110. 41? 11111. 97-3. -- . 1101]. 57? 1111110. 1'. 1832 98F 118€. 140111. [4011513 70177. 53 89011. [101110 44,1, 213€. 3:4 110. 010. 201 251, 1-01111011, 24. 176 111111". 151118. 83-1. 1,1510. 77.
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Pfauäbr. 9871. Wien, 26. 1761111101".
53 11161. 99. Reus zuleide“- 1“.
1834 11551.
43 924. 8110151100011 1270.
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1835 2. März. 1
Dunstsättg- 81 Wetter .. . Wind ..... [
Wolkenzug
Morgens | 6 Uhr.
beiter. W.
PCt.
Meteoxrologische Beobachtung.
Nachmitt. 2 Uhr.
Luftdruck. . 337, 1 6"“P11r.|337, s 8 '"Par. 335, 8 «“War-'Querärme 7,0"31'
Luftwärme -- 0,3 “ N.e+ 1,9 “R+ 1,3 “N.
Tbaupunkt -- 0,7 " N. - 4,8 “R. - 4,1: “N.
43 pCt.
heiter. W.
Nach einmalige:
[ Abends k Beobachtung,
10 Uhr.
lußwärme 2,6 'N Bodenwärme 3,5 'N Ausdünsk. 0,0 3 s " » iederstylag 0.
62 PCL. halbheiter. W. .
__
W.]
[411
(“11 1 3818.
Freitag, 6.
Mittwoch,
911 1 001,0. 11111 59011110.
Abth., mit Tanz.
Oper m 4 Akten,
K ö n i g l i ch e
JNittwoch, 4. Nkärzx
große Oper in 2 Abeh. Musk von Mozart. (Hr. Vers» vom Hof-Theater zu Mannheim: Sarastro, alsGastroUe.)
Jm Schauspielhause: 1) 110 jeune, 1101111110 1311 10101101]
1011110113 11? 1029111311011 (10: .
Z) 17111“ 10 1111-0100, 111110011111? 001111
Donnerstag, 5. März. von Mesfina, Trauersp-el 1114 Abrh., von Schiller. Stich: Beatrice, als Gastrolle.) _
Es wird ersucht, die zu dieser Vorstellung auf Meldung reservirten Billers bis“ Mittwoch, 4ten d. M., Mittags 211 im Billet-Verkaufs-Büreau abholen zu lassen, widrigenfa dieselben anderweitig verkauft werden müssen.
Im Opernhause; Musik von Rosfim'. fetter: Desdemona, als erste Gastrolle.)
Im Schauspielhause: Franzößsche VorsteUung.
Febr.
Königstädtisches
4. JJTärz.
Schauspiele.
Jm Opernhause: Die Zaubers!“-
1.0 ()011110 011. 1711111611
Die Br (Olle. **
„Jm Sclwuspi'elhause:
Othello, Oper in
Theater.
Lestocq, oder; IntrigUe Und Lied
Musik von Amber.
Donnerstag, 5. März.. Zum erßenmale: Zulerl, die P macherin, parodirende Posse mit Gesang in 2 Akten, von Mei Musk von A. Müller. .
Zu Lande
Rthlr, 25 S r.- Zu Waése
Markt-Preése vom Getraide.
Berlin, den 2. März 1835.
: Weizen 17 S r. 0 Pf.; Roggen 1 Nthlr. 15 Sgr.; große Gerste ] Rt 6 Sg? 11 Pf.; kleine Gerste 1 Rtblr. 9 Sgr., auch 1 Rtblr. Sgr. 3 Pf.; Hafer 20 S r. 3 Pk- auch 22 Sgr. 0 Pf.; Erbsen,!
auch 1
r: Weizen 22 Sgr. 0 Pf. und 1 Rth 9 Pf., auc!) 1 Ntblr. 10 Sgr.
] Rtblr. 18 Sgr. 2 Ps., 01111) 1 M
tblr. 22 Sgr. 0 Pf
Zweißek) ] Rthlr. 25 Sgr., auch 1 M
r, 15 Sgr.; Roggen 1 Nthlr. 13
Sonnabend, den 28. Februar 1835.
Das Schock Stroh 8 Rtblv, auch 6 Nthlv; der Gentner 1 Ntblr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 15 Sgr.
Redacteur Kortex. *
Gedruckt bei A. WYHayn.
_“-
W
Allgemeiner Anzeiger
Verlag des bibliographischen
Hildburgsbausen:
Von der NeuZey bücervermebrten Auflage der :
deutscher Cankelberedsamkeir,
Bekanntmachungen.
Aufforderung-
Oiejeni en auswärtigen Mitglieder des erems der Kunst reunde, welche schon xnebrmals schrutlick), bis jetzt aber ver eblich, an Ecns-„ndung threr yra 18“ noch rücksi ndigen _Beiträge „erinnert worden ünd, werden ersucht, dteselben bts spätestens den 10. d. Mes. einzusenden, weil, Bebufs der nahe be vorsiehendcn “Verloosung der Kunstwerke, und der deshals :: bcwirkendcn Rechnungslegung, die Kqsse des Vere1ns an dem genannten Tage gefchlossen wtrd| und diejenigen, welche bis dahin nicht Zahlung gelei- ßet haben, als aus eschieden betrach'tet werden mussen.
In Berlin ist ein Mitglied mtt seinem Beitrage
- räcksiändig Der Tag der Verloosung wcrd noch näher bekannt gemacht werden. Berlin, den 1.März 1835.
Direktorium)“ Vereins der Kunstfreunde tm Preuß. Staate.
reg
s ck 11 lt Anerkennung,
Der
Literarische Anzeigen.
o' eben mp 0 ich von Hambur : S1) 1. Ed. Öles»), Predigt über am Bu Moss, 15, 87-41, mm einem Worte zum ndenren
an David Friedländer. Preis ssgr.
Berna," WW- I. A- 2111, Burgau 911.9.
ner Encyklovädie von Musterpredkgten aus den Gesammtwerken der bomilet1schen
20 Bänden, jeden zu 3 Lieserungen, binnen 20 Mo- naten herauskdmmt, ist de erste Lieferung so
DieseAusgabe wird zum bequemeren Gebrauche zum erstenmale mit einem vollüändigen Sach- iüer versehen. --,Bei dem classi chen Rufe dieser Bibliothek, welche als beste für den H _ die 10 7 Xahxen acht Auflagen nd- tbig machte, 111 es uberßüsstg, der einfachen Erschei: nungsan eige noch etwas binßuzuseßen. ußerst wobl eile Su für die Lieferung git nur für Bestellungen, welée vor dem 1. Mai 1835 gemacht werden. Für sp - tere tritt ein erbbbeter Ladenpreis ein. Auf 10 Exemplare das eilfte Das erßc Heft 111 an ekommen Buchhandlung zn Ber 111, Schloßplav Nr. 2.
Inüituts in . - Frcedréch11raße) 111 zu haben:
1 o t b e k 13 Thlr. 15 sgr. 20 r. Ze1k1, 5 Bde. f. 5 Thlr. 15 sgr.
e 870.
Classiker/
Tble, geb. 3 Thlr.20 sgr. eben erschienen.
geb. für 3 Thlr. éldungs- omiletlker anerkannt ist, eine
15 sgr. scriptiong-Prejs 5; sar 3 Thlr., 824-213, geb. 3 Thlr. Storck), Ru Bde. , geb. 6 hlr. 1-41: Bd., geb. ür 6 Thlr. d. Reisen 60 dchn., für Gesch. v. G esch ichte d. 15 sgr,
firef- n der Stubrschen
Becker's Weltgeschichte, 14 Bde., geb. für „ Blanc's Handbuch, 2 Tble, geb. m Pappbd. für 3 Thlr, in Hlbfrzbd- f. 3Thlr. v. Dohm, Denkwürdigkciten meiner „Ldpr. 13 Thlr. 12; sgr., geb. Eichhorn, Gesch. 1). neuen Welt, 4 Thlr., geb. für 4 Thlr. 15 sgr. Gesch, v_on_Altgriechenland, 4Thle., LThlr. Korche, Character aller Völker, 1 Luden,Gesch.d-Vd1- ker und Staaten, 3 Thlr., geb. ZThlr. 15 sgr. Joh. 11 Müller, Geschichte derschweiz. Eid: genos ensch., 5 Bde., geb. 5Tb1r. 15 sgr. Job. v. M11 ler, «Bücher gllgem. Gesch, 3 Thle., Sch11chtegroll, Nekrolog, 28 Bde., v. 790-806, geb. 15 Thlr. ge_schichte, 4 Thie, geb.f1'1r4Thlr. v. Raumer, Hestor. Taschenbuch, 1 + 51“ Jahrg. Rottcck's Weltgesch., 9 Bde., geb. fér Stein, Handbuch der Geo rap ie, Storck)- des Russ. Reichs, 4 Thie, geb. 4Tblr. 15 sgt. land unter Alexander ]., 9 Voigt, Gesch. Preuße Jö - 4 h Jesuiten, 4Thle, geb. 4Tblr. Hen e, riül. “Kirche, 9 Thle, geb. ? Thlr.
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sopdcrp sagt von beiden Parteien obne 'zectbercgen Fehler.
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iffenscha ten in den letzten funfzig Ia [, setzt'das Eigenthqmliche der Homöopathie deu auseenanyer und zetgt, wie diese wegen der derm
Mängel tn „der Medicin sch so wett habe heben nen. Er gtebt dann Vorschläge zu einer nötbk Umgestaltung der Medictn in ihren Doctrinen, gleichen ihrer Ausübung und in ihrem Verbäl '“ zum Staate und ist weit entfernt, zwischen den A patben und Homöopathen den Vermtttler u
ck91: Es wird daher diese Schrift
beiden Parteien mit eben so vielem Nutzen und;
gen ihres gebildeten
emeinverüändlichen Vortrags nach. Re
ichtäkzken gern gelesen werden. - C. H. F. Harrmaw
(Dlle. Sabine Hein
Allgemeiné
_ 9170011017 Staats=Zeitun'.
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Berlin, Donnerstag den 5“" März
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Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
Des Königs Majestät haben geruht, don Juftészath von .Oiebitscb 111111 Ober-LanQYSgerichrs-Rath und Metglcede des Ober-LandeSgertchts zu Rattbor,„und den Landgerichts-Asscssor schmiegel zum Iustiz-Rath bei dem Landgcmchc zu Breslau zu ernennen. * '
Jm Bezirke der Königl. Regierung
zu Bromberg ist der bisherige Vikar Valentin Wal- ,zewski als Pfarrsr bei der katholischen Kircéxe zu Koldrab zugestellt worden; * '
zu Danzig ist der bisherige Pfarrer von Wosstß und Les;- kau, Emanuel Sadowski, zum Pfarrer der neu errichteten Pfarrstelle in Oliva ernannt Worden;
zu Gum'béynen ist der Predigtamts-Kandidac Theodor Zippel zum Psarr-Adjunkt bei der Karche tn Lapienen beru- fen worden.
Z-Zeitungs-Nachcichten. “ A u s l a n d.
Rußland.
St. Peteerurg, 25. Febr. JHre Kaiserl. Hoheit die Großfürstin Maria N1kolajewna ist dem hier bestehenden pa- eriottschen Dam-en-Verein als Mitglied beigetreten, und Ihre Majestät die Kaiserin haben dies dem Vcreine durch nach- ftetzendes huldvolles Schreiben angezeigt:
„Dem Verlangen Meiner vielgelicbten Tochter, der Groß- fürsttn Maria R1kolajewna, an den Bemühungen des patrioti- schen Vereins Theil zu nehmen, 11 entsprechen, und von dem Wunsche bkseelt, daß Derselben * kir so erfreulicher Hang zum Wohlchun schon frühzeitig durch eine auf Erfahrung gegründete Uebung geleitet werde, trage Ich, mit Genehmigunq Sr. Maj. des Kaisers, dem Rath des patriotischen Damen-Vereins auf, Ihre Kaiserliche Hoheit unter die Zahl seiner wirklichen Métglcc- der aufzunehmen und Ihrer Aufüchc denjenigen Theil der Haupt- ßadt m1c „seiner Schule zu überlassen, welchen sonst die, jetzt dieses Amtes entlassene, Er_äfin Sophia Iwanowaa Ssologub beauffichtiaee. Ich hoffe, daß diese Ernennung dem patriotischen „Damen-Verein als ein Beweis von Sr. Mai. des Kaisers und Meiner besondern Berücksichcigung der edeln Bemühungen dessel- ben, und als ein neues Zeichen Meines fortdauernden Wohl.- vaens gelten wird. St. Petersburg, 10. (ZZ.) Januar 18.35.
Alexandra.“
Frankreich.
.Paris, 25. Febr. Der Herzog von Orleans stattete ge- siern Mattag dem Marschall Gérard eincn Besuck) ab, der über eine Stunde dauerte.
Der Herzog von Orleans bestehtt'gte vorgestern, begleitet von den Generalen Bauorand und Marbot, zum ersten Male das Kriegs-Depot, wo er von dem Direktor desselben, General- Lieuxenant Pelcc, und mehreren Stabs-Offézeeren empfangen wur e.
Der Graf von Rigny gab gestern ein großes diplomatisches Diner, dcm, außer säm1n1lichen Gesandten" der fremden Mächte, mehrere Pairs, Deputirte und Generale beiwohnten.
Die Minister des Innern und des Handels lassén durch
die öff ntlichen Blätter anzeigen, daß ihre Salons morgen nicht, '
wie sonst an jedem Donnerstage, geöffnet seyn würden.
Der Impartial, bekannt€1ch auch ein Organ de:; 11818- parli, enthält Folgendes: „Gut unterr1chtete Personen verstehern, aus dem Munde des Herrn Davin vernommen zu haben, daß ihm weder vom Könige, noch von irgend einer von St“. Max. beauftragten Person der Vorschlag, in das Ministerium einzu- treten, gemacht worden sey. Wenn ihm aber irgend ein Vor- schlag der Art gemacht werden sollte, so würde er nicht eher ei- nen Entschluß fassen, als bis er s1ch mit seinen polit1schcn Freun- .den berathen hätte und einig mit ihnen geworden wäre. Es ist seine unerschütterlicbe Meinung, daß es, um unter den ge- genwärtigen Umständen ein der öffentlichen Achtung würdiges" und einigermaßen dauerhaftes Ministerium zu btlden, nothwen- dia sey: 1) sich ein für allemal übev die Präsidentschaft des“ Con- seite, die Organisation des Kabmcts und die Freiheit der .Be- kakhungen zu verständigen; 2) über die Wahl der Personen ei- nig zuseyn, und dann die Männer, aus denen das Kabinec ge; bildet werden soll, persönlich zukammenzubringen, damit die Bedingungen nicht undeutlich ausgedrückt, oder unrecht verstan- btnwerden; 3) c11dl1ch, s1ch über den einzuschlagenden Wegzu ver: Kändigen, die Fragen zu lösen, die eben an der Tagesordnung sind, und emige von denen zu erörtern, welche sich allem Anscheine nach inxder nächsten Zukunft darbieten' dürften.“ - Die linke Seite der Kammer erklärt fich durch eines ihrer Organe, durch t*„tnCourrier franqais“, mit obigem Programme vollkommen einverstanden, zweifelt aber, daß Herr Dupin, wenn er demsel- en-treu bliebe, jemals Minister werden würde. -Dieser Mei- nung 111 vor der Hand auch der Constiturionnel. Er sagt:
' ,Herr Dupin ist heute vielleicht weiter als je von jener Gewalt
entfernt, deren Befiß man ihm schon im_ Voraus streitig zu Wa(hen sucht. Vom ersten Tage der Kresls an find wir der emung gewesen , daß ein von dem Marschall Soult prästdirz
m .Kabmet nicht die Zustommung und die Mitwirkung der par-
lamentarischen Männer erhalten würde. Alles, was seitoem vor- Ifallen ist, hat uns in unserer Ans1cht bestätigt, die wir mit
ergnüqen verwirklicht sehen; denn die Zukunft der selbststän- dtsen Meinungen hängt ganz vön dem Betragen ab, welches die präseneanten derselben bei dieser wichtigen Gelegenheit beob- aclöten. Dieses Betragen muß fest und gerade seyn, ohne ängstli-
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ch_er Schwankey, aber auch ohne Schwäche und ohne Zugeständ- mß. Man M10; von einem festen Punkte ausgehen uno s1ch éin bestimmtes Ztel vorstecken. Der Marschall Soul! wäre ein schlechter ?lusgangSpunkc gewesen.“
„Im Temps liest man: „Dée mit der Prüfung des Geseg- Entwurses Wegen dxr 25 Millionen für die Vereinigten Staaten beauftragte Kommnüon hat die Mittheilung einer großen An- zahl von Aktenstüoken verlangt und erhalten. Diese mit vieler Sorgfalt durchgesehenenPapiere1“o11en,wie man sagt, manches Lécht übxr „:,e ggnze Y_ngclegcnheit verbreiten. Es scheint indeß nicht, das_dees emen Tinßuß auf die Meinung der Kommisfion aus- geübt hat, deren Majoritäc von Hause aus für die unbedingte
verstehen man, daß mehrere Mitglieder der Kammer, und na- mentl1ch 018 Herren Berryer und von Fiß-James, im Bestße morkwßrdtger Aktenstüoke wären, die sie der Kammer im Laufe der Dtskusüon vorlegen wollten.“
_Man sprach seit längerer Zeit von einer politischen Wochen- schrefc, Welche _unt-r dem Titel „la Nouvelle Minerve“ erschei- nen sol1te. _Dte Geseljschaft, welche sich zur erauSgabe dieses Blattes geb1ldechac, konstituirte s1ch gestern bend unter dem Vorßße _des 'Herrn Jacques Lasfitte. Unter der Zahl der Actio- naire, d1e 0111er _ersten General-Versmnmlung beiwohnten , be- mxrkte _man _die Herren Dupont (von der Eure), Mauauin, v. Gerardm , Creméeux, Murat, Desportes, B. Lafficte, Renaud, qutrol, Sarrans den Jüngern, u. s. w. ,Die Herren Jacques Lafntte, Dupont und Lremécux wurde-n einstimmig zu Mitglie- dern des Admmistrations-Rathes, und Herr Sarrans zum Haupt-Redacteur der „Nouvelle Minerve“ erwählt. Die erste Nummer, auf deren Inhalt man sehr gespannt ist, wird am 5. April erscheénen. '
Der Handels-Minister hat auf die disponibeln Fonds seines Departements eine Summe von 4000 Fr. zur Errichtung einer Muster-Anskalt für die Erziehung des Setdenwurms in Rodez (Depart. des Aveyron) angewiesen. '
Großbritanien und Irland.
Parlaments-Verhandlungen. Oberhaus. Siz- Qung vom 24:1en Fe'bruar. Die Gallerie wurde um halb 5 hr HewFretpden geöffnet, aber erst nach 5 nahm der Lord-Kanz- ler semen Stß auf- dem Wollsack ein. Es'waren um diese Zeit ungefähr, 120 Packs im Hause erschienen; unter den Ersten, welche emtraren, bewerkte man die Herzoge von Cumberland, von We'llington und von _Buokingham, die Grafen von Durham und Rtpon und Lord Holland. Als der Lord-Kanzler die Thron-Rede verle|en hatte , erhob sech der Graf Hard- w'icke und „trug auf die Antwort ; Adresse an , die, ww gewöhnl1ch, ein bloßer Widerhall der Thron ; Rede war. Lory Gage unterstüßre den Antrag und machte nament- l1ch quf d_1e policcsche Lage aufmerksam, in dcr fich Ihre Herr- l1chke1cen ]eßt befänd_en. Der Würfel, sagte er, sey geworfen und jede loyale eryon aufgefordart, sich der Anarchie und Ver- w11'rung zu 1010121103111; es schwebc gleichsam nur noch ein einzi- ges Brett zw11chcn dem Fahrzeuge und der See, und wenn auch das umgeworfen würde, was sey dann noch 11 ihrer Ret- tung vorhanden? Es handle steh cht für hre Herrlich- keiten darum, den Feinden des Königs, der Kirche und ihres Standes die Stirn zu bieten; 611 sey noch der- selbe reformiskisch-gefinnte König , aber er habe jeßt ein konservatives Ministerium gewählt, um die Reformen auszufüh- ren, und wenn dessen Maßregeln wirksam seyen, was könne man dann gegen dassexbe einzuwenden haben? Ihre Herrlich- ke1ten hätten nun zwijchen einer constitutionnellen und emer re- volutionnairen Verwaltung zu wählen und zu entscheiden, ob das Schicksal der Landes den Händen Sér R. Peel's oder William Cobbetc's, dos rechtlichsten unter den Revolutionnairs, weil er wenxgßens „offen zu Werke gehe , anvertraut werden solle. . Hteräuf nahm Lord Melbourne das Wort, um em Amcnyement zu der Adresse vorzuschlagen, wel- 51)es ganz ähnlcch -lautete, wie das an demselben Abend tm Unterhauw von Lord Morpeth beantragte (S. Unter- hays). Der Redner brachte zunächst den Umstand zur Sprache, paß (der Herzog von Wellington eine Zeit lang mehrere Aemter m, se111erPerson vereinigt habe, was er als dux'chaus verfassungs- w1dr1g bezeichnete, denn, sagte er, wenn das Schaßamt und das Departement des Jynern einer einzigen Person anvertraut würde, so könnte diese Person ohne alle Kontrolle, das Belieben des Königs ausgenommen, über alle Ernennungen verfügen, und es ständm ihr dix ganzen Hülfsquellen des Landes zu Gebote, ohne daß es mßgltch sey, se dabei zu hindern oder zu unter- suchen, w1e ste ihre Macht_ angewandt hätte; er wolle zwar den edlen Herzog nicht be]chuldigen, daß derselbe eine Ge- wnlt hätte ausüben wollen, deren Erfindung Verrath seyn würde, aber selbst angenommen, daß diese GeWalt nur pro 10m- 11010 und im Nothfall von ihm ausgeübt worden sey, so müsse der edle Her og doch diese Nothwendigkeit beweisen. Ferner bemerkte der » edner, daß anerkanntermaßen in der Zeit, wo das vortge qulgment aufgelöst worden, das Land s1ch in emem ruhigen und gedethltchen Zustande befunden habe, was einerseits von dem sehr ehreywerthen Baronet (Sir R. Peel) in einer kürzlich bei einem Dmer von ihm gehaltenen Rede selbst eingesandcn wor- den, so wie e_s s1ch andererseits aus dem lehren Vierteljahres- Bericht über dte Einnahmen und Ausgaben hervorstelle. „Ist es möglich“, fuhr Lord Melbourne fort, „daß derselbe Mann, der solche Ansichten äußerte, wie der sehr ehrenwerthe Baronet in jene_r Rede ( Lord Melbourne las eme Stelle aus dieser, sei- ner Zett auch 111 der Staats-Zeitmrg mitqetheilten Rede vor), in eben dem Augenblick eine Auflösung des Parlaments im Sinne hatte? Dieser" Schritt mußte ja gerade die Aufregung erst her: beiführen, die er so ernstlich entfernt wünschte. Wahrlich, wenn jemals Gründe_ geäußert wurden, die gegen eine Auflösung in jenem Augenbltok sprechen konnten , so waren es die, welche sich in der Rede des sehr ehrenwerthen Baronets vorfinden. Wel-
ches rück|1chtilose Verfahren hat die Regierung jest eingeschla-
Annahme des Geseß-Entwurfes gewesen ist. Andererseits aber '
gxn! E01: Auflösung ist schon vorgenommen worden, und mit einer zwetten wird gedroht.“ Dex.“ Herzog von Wellington: „Wo und_ von wem ?“ Lord Meibourne: „So genau weiß ich das mchc ( Gelächter), aber erst neulich Abend äußerte'ein edler Verqudter des neben mir fitzenden edlen Herzogs ( von Buckmgham) , der Repräsentant von Buckmgham- shire, eine deut_liche Ankündigung der Art, die, aus dem Munde eines 10 eifrigen Anhängers der VerWaltung komt men_d , wohl von einigem Gewicht erscheinen durfte. Ick Weiß, daß es Präcedenz ; Beispiele für „ein solches Ver- fahren giebt; die Jahre 1784, 1807 und 1831 haben fie uns gelteferr; aber man 0121: eben diese Beispiele in der Zeit, wo ste geqeben_ wvrden, für kühne, ja für verzweifelte Maßregeln, was selbst dte Personen eingestanden, welche die Rathgeber und Ur- heber derselben waren. Aber so kühn u'nd verzweifelt auch jene Maßregeln waren, so Waren sie doch klug, einfichts'voll, vorsickxz tlg 1111 Vergleich gegen die von dem edlen erzoge und semen Freunden angerathene Auflösung. Welchen weck haben diesel- hen vor Augen? Die Klugheit der Maßre es muß fich aus threm' Erfolge zeigen, und worauf lief dieser inaus? Das Mi- neskermm hgt in der That mehr Glück gehabt, als es 11 cctvar- ten berecht1gt War, und doch ist der Erfolg ni t genü- gend. Wollen sie sich einfallen lassen, noch einen Versuch zu machen? Wenn wirklich irgend eine Gefahr von der Art vorhanden ist, wie se der edle Lord bezeichnet hat, der den An- trag auf die Adresse machte, so muß ich behauyten und fest glau- ben, daß die leßte Auflösung des Parlaments daran Schuld ist. Die Auflösung des Parlaments kann daher nur als eine Maß- regel willkürlichxr Ausübung der Gewalt angesehen werden, und ich kann für d1e Handlungen des jetzigen Ministeriums keinen Grund finden, ausgenommen den, daß es die Tories im Unter- haus: durch den Schmuh zu "schleppen und se dahin zu bringen wünscht, daß sie ihr ganzes früheres Leben verleu um. Ich muß in dzesem gefährlichen Spiel mit Parlaments; uslösungm dm Entschluß von Seiten des Ministeriums erblicken, eine ei- gene11 Prophezeiungen, daß es unter der Reform- ill uns mögltch seyn würde, das Land zu regieren, in Erfüllung zu brin- gen.“ Der Herzog von Wellington suchte in Erwiedtrung auf die Rede des Lo_rd _Melbourne xuvörderst darzuthUn, daß nach der Verseßungxes ]eßsgen Grafen Spencer, auf dessen Elnfiuß und Gewechc 1m Unterhause die Hauptstärke der vorigen Ver- waltung beruhe habe, aus dem Unterhaus: ins Oberhaus die Auflösung des yongen Ministeriums unvermeidlich gewesen sry. Er f11hrte.cm, tvce der Graf Grey und Lord Melbourne die Unent- behrltchkett des vorigen Kanzlers der Schaß-Kammer für ihre Verwaltung auSgesprochen hätten, und meinte, es habe also doch wohl dem Könige, nachdem Lord Althorp durch den Tod seines Vaters 1115 Oberhaus versetzt worden und also eme große unix unerseßliche Lücke in der vorigen Verwaltung enxstanden sey, geziemt, seine Prärogative auszuüben und sich nach emer ayderen Verwaltun umzusehen. Ihm selbst, dem Herzoge, sey dte Aufforderung r. Majestät hö | uner- tvartet gekommen; er hätte den Posten eines Premier» knisters annehmen können, aber sein persönlicher Ehrgeiz sey nicht so groß, daß er dieser Versuchyng nicht zu widerstehen fähig gewe- sen wäre, und er habe es vtelmehr für das Räthlichske gehalten, Sr. Maxxskäc den sehr ehrenwerthen Baronet, der jeßt das Un- terhaus leere, zu, diesem Posten vorzuschlagen, weil er denselben für den Tüchtcgßen gehalten, den der König 'zu diesem“ Aux: wählen könnte. Um nun dem sehr ehrenwerthen Baromt freun Spielraum zu lassen, habe er den König ersucht, ihn (den Herzog einjkweclen an die Spiße des Schasamts und der an- deretz taats-Secretariate zu stellen, bis Sir Robert Peel aus Ztalten zurückkehre und diese Aemter anderweiti besehe. Der Herzog führte zu seiner RechtfertigunÉ einen frZheren Fall an, nämlich, daß der verstorbene Herr anning auch einmal zu gxeicher Zett, erster Lord des Schaßes und Secretair für M auswärugen Angelxgenheiten gewesen sey, und bemerkte übrigens noch, daß er 10 der Zeit, Wo er mehrere Aemter bc- klxidet, nicht eine_ einzige Amtshandlung vorgenommen habe, die n1cht für den Dtenst S_r. Majestät und des Landes unerläßlich gewesen,sey, so dqß Str R. Peel, als er angekommen, alles Weseneltche gap; m „demselben Zustande vorgefunden habe, in welchem es dte vortge Verwaleun zurückgelassen. „Der edle Viscount (Melbqur_ne)“, fuhr der edner fort, „hat mich des- halb etadelt, wetl 1ch dyn Befehlen Sr. Majestät gehorchc und die nordnungen zur .Bxldung eines neuen Ministeriums erleich- tert habe. Wenn ich m1ch aber nicht irre, so war es ja der edle Viscount selbst, 0er den Befehl Sr. Majestät, wodurch mir ge- boten wurde, m1ch zu Sr. Majejkät nach Brighton u bege- ben, nach London brachte. (Hört, hört! und Eelächter.5 Wenn es also so verbrecherisch war, Sr. Maj. -in dieser innen zu ge- horchen, welches Verbrechen würde dann nicht auf dem anne lasten, der , da er den Inhalt des Briefes kannte, den er überbrachte, offenbar das Mittel dazu war, daß ich mir diese Schuld auf- bürdete? (Gelächter) Ich war nie in meinem Leben mehr übxrrascht, als, da ich die Art und Weise sah, wie das große Stege! späterhm von dem edlen Viscount aufgegeben wurde.“ In Betreff der Auflösung des Parlaments meinte der Redner, wenn die Rechtfertigung der Einberufung eines neuen Parla- ments auf dem Erfolg einer solchen Maßregel beruhe, so sey . es jedenfalls nicht billig Éedacht, daß man die Minister am ersten Tage der ession auffordert , fich Wegen dieses Schr1tts zu rechtfertigen. Er hoffe , daß der ErfolZdesselben eben so güqsitg seyn werde, wie der Erfolg der vom rasen Grey im Zum-des Jahres 1831 angerathencn Parlaments-Auflöpung, und er sey bereit, (der Herzog) Sr. Majestät ertheilt, das Parlament auszulösen, zu stehen Und zu fallen. Nachdem Lord Melbourne darauf einige_Worte in Bezug auf die Bestellung des Königlichen Szhretbens an den Herzog von Wellington gesagt, nämlich daß S::- Herbert „Taylor 111 am 14. November gebeten be, da" er fich d1rekt nach London begebe, doch einen rief
mit dem Rat!). den er
an Sir H. Wheatley, in welchen der an den Herzog eingeschlos-