Von *béesem Schritte des Königs unterrichtet. Die vorigen doc- TURM?!" Minister scheinen jedoch Kenntniß davon gehabt zu ha,- bxn. „Der König“, sagt ein hiesiges Blatt, „der die DYwierigkcitm vorausseht, die sei) der Bildung eines Soul:- 1chcn Mmistcriunvs„entgegenstellen dürften, schein: stci) auf einen Versuch mit dem Ministerium Sebastiani vorbereiten zu wollen, Die Frage i71nu11, welche Männer sech dem Leßtcrn anschließen wür,- den. Denn f:“:rihn jstdie Schwierigkeitungefähr dieselbe, wie für den Marschallx-Soulc. Die Rückkehr des Herrn Sebastiani hat dem seit e_migen Tagen verbreiteten Gerüwte neue Nahrung ge- geben, daß-die erren Thiers und Guizot insgeheim daran Gäch- lM- ehre Portefeuékles u behalten. Sie würden sich, heißt es, von- drm (Grafen von igny [osmachen und mit den Herren Sebafkiani Und Broglie, von denen der Eine Krjegs-Minister, de:" 'Isndez'e Ministry der auSwärtégen Angelegenheiten wcrden WWU, _dce “neue Verwaltung bilden. -- Dce Combination Du- PUL, schcmt gegenwärtig weniger Chancen zu haben, als in den [:P-;.: Tagen. Der König kann fich nicht dazu entschließen, die Präsidentschaft des Conseéls aufzuqeben, und bei der letzten Zu- 1am:.:enkun_fc, die er mit Herrn Dupin gehabt, schien er :::.-hc s:!)y u desen Gunsten gestimmt. Andererseits wollen die Her- ken "(MW und Passy kein Portefeuille mehr annehmen, und die Wahl des Marschalls Clauzel den Herr Dupin dem König vot'gescblagén hat, scheint Sr. Majestät auch nicht anzusehen. Mit Spannung steht man der Entwickelung dieses ministeriellcn
Wirrwars entgegen. Die Intriguen kreuzen sick) ]th so, daß es,
yar nicht mehr 1111: ikgend einer Wahrschemlichkeic vorauSzusehcn is:, auf welche Seite sich der Sieg neigen wird.“
Der Jmpartéal sagt, in Ucbereinstémmung mit den (ge- stxrn mitgethealtsn) Aeußerunaen des Constitutionnel: „Bis j-é'sc ist weder dem Marschall Gérard noch dem Herrn Dupin, ...ckck ihren gen1einsckafeiichm Freunden irgend eine Eröffnung gemacht worden. Es :'11 notorisch, daß keiner von Beiden an einer ménister] 1lcn Combination arbeitet oder qcarbcitet'yat. Wir kbxmcn vérfichéß." , da[; die Herren Gérard und Dupin sich bis zu die- 1':r STUUÖÉUoch nichcgcs-shen haben. Unddoch, welchcGerüchteseßen 1716): déc Doct:ina:.'s über die angeblichen Ministerien Gérard U::d D:?in in Umlauf! Der Zweck dieser Umtriebe ist klar; man wi, nämlich das, was noch gar nicht versucht worden ist, 1111: unmöglech erklären. Dies hat man im vergangenen Monat November gewollt und gethan, und dies will und thut man jetzt wieder. Tan sagt und läßt übßraa sagen: „„Dies oder jenes Ministeriwu ist unmöglicl)““- wenn auch noch gar nicht die Rede davon gewesen ist -- und zieht den Schluß daraus“: „„Wir al- lein find mögléck).““ Dies war das Ende der anréguen im Monat November, und dies wird auch cht das Ende :eyn.“
Die Gazette de France enthält folgenden Artikel: „In 5.3 Monaten 6110 51 Minister ernannt, verändert, abgesetzt odcr c1:t1asscn,* und 35 Staats-Männer smd verbraucht und abge- nutzt worden. Wir lassen héer das lange Verzeichnis? der.- 35 Ehrgeizigen folgen, welche verdammt waren, fich auf di.: Schmerzensbank zu se en, und deren 51 Ernennungen und 51 Entlassungen in dem Yeitraume vom 1. Angus: 1830 bis zum 1. März 1835 durch den „Monitcur“ publizn'c wurden. Wir reihe'n sie! nach der Dauer ihrer ministeréeklen Existenz, indem wir mit denen, die nur einige Stunden als Minister gcachmct haben, anfangen, und so, Tag für Tag, Monat für Monat, bis zu denen,!ketgen, welche die seltene Erscheinung eines minißc- riellen Lebens von länger als 12 Monaten darbieten; Todtgeborene Minister, oder solche, deren
nach Tagen berechnet wird.
Admiral Roussin ? haben klüglicherweise die ihnen angebotencn
Herr Breffon „ Kécrr Sauzct 1 Portcfxmlles abgelehnt.
D.*r Herzog von Bassano Der General Bernard
Leben
Herr Teste ? Acht Tachyon: 8. bis 18. 'No- ÖM? KarlDupin & vember 18.1.
Herr Passy
Der Marschall Jourdan ; Herr Bignon
Herr Tupinier 1 Der General Maison. Vierzehn Tage im „Jahre 18.10.
Minister, deren Leben nach Monaten berechnet wird.
Herr Molé ................ “.! Mon. 22 Tage. Der Marschall Mortier ......... 3 ** 12 ** „Dcr Admiral Dupcrré: .......... .' *. 1x " Herr Lasfilte ............... ' Herr DUpont (von der Eure) ..... Herr Girod (vom Ain) ......... . Dcr Marschall Gérard, in zwei Malm .“. Der Admiral Jacob * 6 36 Herr Marithou, in zwei Malen . . . . 7 18 Herr Duchatcl, in zwei Malen ..... 10 18 Herr Persil ............... 10 * 2.)
Ueber ein Jahr waren Minister: err Caümir Périer .......... 1 Jahr err von Argout, in zwei Malen . . . 1 **
Herr von Broglte, in wei Malen. . . ** Zen: Louis, in zwei * alen ...... ' **
ZehnTagc, vom 1. bis 11.Aug. 1830.
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22
err von Montalivet, in drei Malen ** Ycrr Thierk, in zwei Malen ..... * ** General Sebastiani, in xweiMalen . . **
err Guizot, in vier Malen ...... „ .* Kerr Humana, in zwe“: Malen . . . . ** Admiral Rigny, in drei Malen . . . . “ Herr Barths ' » 22 Der Marschall Sault ......... .) ** 28.3
Ein solcher Verbrauch an Ministern in einer so kurzen Zeit mbchte "vielleicht ohne Beispiel in der Geschixhce seyn.“
Die Gattin eines der jclzigen Minister soll gesagt haben: „Man spricht so viel von der jetzigen Ruhe. Wahrhaftig, eme schöne Ruhe, die alle 24 Stunden unsere Existenz aufs Spiel sclzc! Wir lebten weit ruhiger, als es noch Emcmen gab!"
.Die zweite Ausgabe der Broschüre „Adresse eines Consti- tutionnellen an die Constitutionnellen“ ist qestern hier erschienen. Diesesmal hat fick) der Verfasser , Graf Röderer, genannt Und in einer Vorrede die ganze Verantwortlichkeic far die :n dicser
“ Schrift aufgestellten GrundsäÖe übernommen.
.Der älteste Franzdfische eneral-Lteutenant, Baron Des. bureaux, ist vorgestern im 8011er: Lebenöjahre hierselbst mit Tode abgegangen. _ ,
In einem Schre:ben aus Bayonne vom Wskm d. heißt es: „Die TrUppén der Königin halten noch immer dieselben Punkte besetzt. Der General Miba ist, nachdem er die :'m Bäftan-Thale stehenden Truppen mspicirc hat, nach Elisoudo zurückgekehrt, wo er fick) gestern befand, und von wo aus er die Aufforderung erlassen hat, 200 Maulesel zu seiner Verfügung
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zu sionen, wclche wahrschein1é'ch dazu dienen sollen, das Geld zu transportiren, das auf Befehl des Generals nach den Alduden gesandt worden 16. -- Zumalacarreguy hat in aller Eile mit 10 Batai11onen die bisher inne gehabt; Stellung verlassen und ist nach dcr Gegend von Estella aufgebrochen, wo er mit dem Transporte, dcr fick) von Victoria nach Pampelona begiebt, bes; ser fertig zu werden glaubt, als mit dem, welcher früher von hier abging.“
' In der Sentinelle des Pyrenées vom 24sken_d. liest man: „Der “Plaß-Kommandanc von Orduüa sehr::bt, das; am 18. d. bei Tagesanbrucl) dieser Ort pldßlich von den Karlifken angegriffen worden sey. Ein großer Theil derselben überstieg auf Leitern die WFauern der Stadt in der Gegend des sogenann- ten Schlosses und bemächtigte fich der Häusermnd dcs Wallxs der zweiten Linie. Aber ste w::rdcn schnell wieder aus diem“ Stellung vertréeben, und mußten einige Todt: und Verwundeke
auf dcm Plaße lassen.“
Großbritanien und Irland.
Parlaments-Verhandlungen. Unterhaus. Siz- zung vom “25. Februar. (Nachtrag.) In der von Lord Stanley gehaltenen (und vorgcsrcrn bereits erwähnten) Red? sagte derselbe unter Anderem, cr wolle mix wenigen und, wie er hoffe, Übet'zkugendcn Worten dem Haare die Gründe ange- ben, weshalb er für die Adrcssc stimme. Bei dem jetzigen Stande der -Parteéen glaube cr, aks reclcktlicl):r WDann, 0er fich zu rechtlichen Reforanrundjäkzen b.?enne. verpftichket zu seyn, gegen das Arncndcment zu stimmen.- Diew Anstcht th116 er mit einer groß:: Anzahl von Männern, deren Namen im Lande von Gewicht seyen. ,
„Was das Amendcment bctrifft“, fuhr er for.“, „so muß [cl) zuerst mein Wohlgcfallcn zu erkennen geben über dre paffcnde u_nd ganz conüitutionncllc Weise, in dcr :ncm_ edler Freund daffelbc em- brachte. (Großer Beifall von beiden Sexten _des' Hauses.) In Be- trsff der conffétntéomchrn Rechte und Privtlcgirn Tiefes Hauses, und namentlich dcs Rec.;tes, die Auflösung dcs _voxkgen Pgrklamexrkts in Bcrathung zu ziehen, so wie darin, daß die jewgen thücx fur jene Auflösung „und für die Entlaffung des vorigen thüxrmms verantwortlich nnd, stmmxc ic!) meinxm edlen Freunde völ_l:g bei. Ich psiicbte ihm ferner in dem vollkommen be:, was,er über _die außerordentliche Vereinigung der Gewalt in einer eiy?tgxn Parton während längerer Zsit bci Entlnff::t_1g des" vorigen Minn c_r:un1s sggt. (Hört, hört!) Ick gebe ihn: vollkommen Recht, daß daes Verkab- ren durch den Umstand, daß kein Mißbrauch daraus entüandcn :|, nicht gerechtfertigt wird. Ich erkmnc dée hohen Talente „des Her- zogs von Wellington an, abcr ici) bm der Meinung, daß em solches „Verfahren, ohne daß die Ncpräscntanten dcs Volks dapox: unter- richtet sind, ein gefährliches Beispiel für die Fx'ctlxctczt' des Landes ist. (Lauter und anhaltender Beifall von der Oppotmon.) Der sehr ehrcnwcrthe Barone: hat zur Refertigung “dicses Verfah: rens cin Bcisvicl aus den lekzten Tage:: der Köncgm Anna ange- führt, wo den: Grafen S!;rewsbury dte höchücn Staatsgewaltcn üvrrtragcn wurden, Allein damals" War die Lage des Landes eine völlig andere. Die Königin lag auf dem Sterbedctte, dre Thron- folge war strcitég, und ein fremder Prätendcnt bedrohte das Land mit einem Bürgerkriege, jenes Verfahren _war daher nothwendig für die Erhaltung der Freiheiten des Volkes., Einer Stelle des Amendcmcnts kann ick) jkdoch meinen Beifall mcbt versagen, derje- nigen nämlick),_welche die Erläuterungen des „sehr chrenwcrthesn Ba- roncts in Hinscht dcr Muniztpal-Corporanonen für unzulanglick) erklärt. (Großer Beifall von der Opvofitwn.) Das Ettg1escl)eVolk hofft auf eine gänzliche Reform dex Mun:zipal-Corporateoncn, und ich erwarte mit großer 1111gcduld_d:c Maßregeln, :_vclchc die Regie- rung in diese:“ Beziehung crgrets'cn wir:). Bcucknde dahxr das Amendement nur aus der hierauf bezügltckycn Stelle, so wüz'dc es mirsch1vcr geworden seyn, irgend etwas dagegen vorzubrtngcn. Doc!) muß ich bekennen, daß mein Grundsatz, dic “Maßregeln Hes jetzigen Mimücriums nicht zt: vgxdatnnwn, bis ich rn“: Stande bm, zu beurthcilcn, welcher Art ::“c smd, mr.!) nécbt abhält, der Adrcffc nrcine Zustimmung zu geben, da sie nichts“ wenégrr, als eine Ver- wcégcrung aller darm übergangene" Dinge enthält, oder uns zu einer Gcnelzmigung dcr Einzelhcitcn odcr yerPrinzioicn jeder Maßx regcl vcrpfiicbtct. In der Rede S:“. Majestät wxrd von mehrckck: (Hegcnüänch im Sinne cincr gründltxlyen gt:d„constitut:om:elle_tx Reform gcsvrocßcn, aber durch ein c:gent1ck1:mlcc1)c5 Verbängmß kommt das Wort ,.Rcform“ selbst darin ntcbt_vor.„ *.Gcläcbter.„) Fa) glaube, dées ist denen 11: GesaUcn gesywhcn, dlc broscs Wort nicht liebcn. (Großes 115clächterf1 Fc!) “111511 Du'süber mchts weatoxr sagen, sondern, zwar begicrig- aber nur (chdnld und Mäßtgungzdte Erfüllung dxr in jener Rede. gegeben Verwrecjmngxn erwarten, F:!) voffc, so der Erklärumg gemäß zu bm1de1n, die :ck mcmctz Komit- menten quebcn habe, das; 1.1), obglct_ch x_cl) c.;„nblchntc, nncj) dxeser Verwaltung anzuschließen, und obglctclz tc!) kcm Vcrm'aycn zu dem jetzigcu Miniüeritm: habe, dennoch k'cincn_ Schritt zu fernem Sturz thun werde, cl)." ic!» nicht längere chr dtc Grundsätze, wvnmv es handelt, zu beobachten Gelegenheit gehavx habe. Ich bij] über- zrugt, das: das Amendcmcnx in drr Abncht cn_tworfcn 111, das jetzige Miniüerium zu stürzen odc1*_ eincn 1o|cken Trmmvv üvcr dnffclbc zu erringen, der c:"; 'm cmc große Verlegen- heit bringen sollte. Beides hnlte_ :ck) für Unrecht. _ (deth) 31: Der Erörterung der Frage über dee Entlaffung Des vortgcn Mt» niüeriums, die mcén cdlcr Freund (Lord Morpotb) eine Frage von der böäystcn Wichtigkeit nennt, fehlt cs uns qt: der genauen Krum- niß der Umstände, die dazu führten. XW wrll _micb nxcbt auf cmc Untersuchung der Zweckmäßigkeit odcr Rotbwcnyrgkett dtxscr Maßrc; gel c1n1affcn, aber ich widerseyc mic!) :cdcr Ex::xchcedung djcxcr Fr.:.ge «ms dem Wege cincs Amendcmcnts zu der Ildrcnc. Ja) wederxcßc mtc!) dex Erklärung in den: Amendcment- das; M Rexorm-BUY durch dte Auflösung des Parlaments gefährdet se.), denn wenn dus dxr Fall ist, wenn sie durch einen Aufruf an die Wähler dcs Rexchs tn 131.7: fahr kommt, so ist sie einc ganz unnütze uxtd werthloqe Maßr'cgcl. Meine Achtung vor der Reform - Bal! und bor den Wählern dieses Landes erlaubt mir nicht anzunehmen, daß eme Regierung dcn Strom heilsamer Reformen x_urßckzuhglten tm Stande sei), und ich bin der Meinung, daß die Auriömng emes Parlameyts die Ausdehnung der Reform nur alle nützliche und nothwenytgc Zwecke nicht verhindern werde. Die angcfübrten Gründe besinn- mcn mich, dem von meinem edlen Freunde vorgeschlagenen Amen- drment meine Zuüimmung zu versagen, weil es nicht nur den An: schein haben würde, als ob ich dasjenige; untcrsikjhxe, was meiner Anscht entgegen ist, sondcrn auch, weil :ck der Meinung bin, daß diese:“ Antrag unter den _acgenwäriigen Umständen für das Land und dxe Sache der constitutionnccht Reform _von gcfäh:l:chanolgrn seyn kann. Unabhängig von dem jctzkgcn Mimßerium, und keine anderen Vcr- pfiicbtungcn kcnmnd, als die, Welche icdcs unabhängtge Parlamxnts- Mitglied zu erfüllen hat, begierig auf dre Beförderung der Reform und zugleich bemüht, eine allgemeine Zerstörung des Bcstehcndcn zu verhindern, fühle ich mich vervfiichtxt, der zur Beantwortung der Thron-Rcde beantragten Adresse mcxne Zufitmmung zu gebcen, ob- gleich iclj Manches in derselben kräxtigeb hervorgehoben Wunschte, und zu leich mich den: Amendcment zu :vtdcrsxven, das, n:)vcn man- chem [) cbsl Wünschenswerthcn, doch. auch veel Verwerflnhcs ent: hält.“ (Lauter Beifall von den M::nüeriellcn.)
Unterhaus. Stßung vom 27. Febru'ar. Nach d.“ (gestern untcr London erwähnten) Erklärung Str R. Pecls, daß er nicht auf einer neuen Abstimmung über die Adresse bez stehen wolle, nahmen noch'mehrere Mitglieder, die an den dre: vorhergehenden Abenden nicht zu Worte gekommen waren, die Gelegenheit wahr, ihre Bemerkungen über das Ministerium und
Über die Auflösung des Parl'aments zu machen, namentlich Herr
Hume, der noch eine sehr lange Rede hielt und es an belejds, genden Ausfällen nicht fehlen ließ, und es wurde sodann der Bericht über die amendirte Adresse verlesen. Das Haus" yer, tagte slch um 1 Uhr.
London, 28. Februar. Bei dem lehren Lever, Welches der König im St. Zames-Palast hielt, wurden Sr. Majestät der
General Soublecte durch den Mexikanisch?" Gesandten und die“ ... .;
Barone von Schimmelpenningk uad van Gagcrn durch den Niederländischen Gesandten vorgestht.
Gestern Nachmittags wurde im auswärtigen Amte ein Ka- bincts- Rath gehalten, der von 2 bis halb 5 Uhr dauerte.
Der Standard meldet die Abreise des Generals Seba. stiani in folgender „Weise: „Am Dienstag Abend kam im Fran- zbsksckwn GesandtsWftWHotcl ein Courier aus Paris an, (.,.- eine Dcpcsche vom König Ludwig Philtpp an den Grafen S., bastiani überbrachte, wodurch die Anwesenheit des Letzteren... Paris gewünscht wird, Er und der Legations-Secretair, Herr Brennier, verließen am Mittwoch London. Man ve'rmu:het, daß, im Fall der Marsckmll Soult die Präfidentsamfc des Con. seils nicht annehmen sollte, die „Bildung des Ministeriums dem Grafen Übertragen werdcn würde. Die Gräfin Sebasrmniblejh: hicr und bezieht das Haus der verstorbenen Marquißn von Hartford in Mancheüer ; Square.“ Der Co uri..- glaubt cbcnfalis , daß die Abreise des Grafen Sex., stiani mir der Bildung eines neuen Französischen WKiniße. riums in Verbindung stehe. Dic Times will wissen, daß der Botschafter nur sehr kurze Zeit 11: “Paris zu verwetle. gedenke, und fügt hinzu: „Während der Abwesenheit des Gra. fen Sebastiani wird der erste Französische O;:sandschastsSecre. tair, Herr von Bourquenay, seine Stelle vcrtreten; er wurde_ am Mixtwoch Sr. Majestät als (Geschäfts'träger vorgestellt. Hex. Poncois, dcr vorige Geschäftscräger, ist im Begriff, nach R.. Janeiro abzugeben, Wo er zum Gesandten des Königs der Fran- zosen ernannt ist. Herrn Pontois Abreise ist für seine Freunde m England eben so betrübend, wie seine Ankunft :n Brafilicu fkk: seine zahlreichen Bekannten in jenem Lande, wo er früh.: schon als Geschäftsträger fungirte, erfreulich seyn wird. We- nige Franzosen haben vielleicht so viel diplonmtische Dienste ge: leistet, wie HLW Pontoés. Sein Name figurirte auf jedem seit 1811 gehaltenen Kongreß.“
Die ministeréellen „Blätter heben aus der Rede, WelcheSir Robert Peel am Dienstag Abend im Unterhaus? gehalten,» sonders die 1veit1äuf:igen uno unumwundencn Erläuterunqm hervor, wclche derselbe zu dem nothwendiger Weise kurz gefaß- tenZnhalcderThron-Rede gegeben. In „Bezug auf die auswär- tégc Poléték, we1che bas jeßige 5))Ziniucxyium zu befolgen gedenke, machcn ste :n diesem „ge1procbcnen Manifest“, wie fie die Rede des Prkrnier-ORinisters nennen, besonders auf folgende Stelle aufmerksam: „Der erste in der Tbron-Rede erwähnte Punkt“, sagte Sir Robert, „sind unsere Verhältniss zu aus'wärtigen Fürsten und Staaten. Die Regierung hat erklärt, daß eSihr ernstlichfter Wunsch/scy, die freundschaftlichen Beziehungen zu ihnen aufrecht zu erhalten. Sie hat versichert, daß stedu zuverschtlécde Hoffnung hege, d:“e Segnungen des Friedens bc: wahren zu können. Sie sagte ferner, daß se bereits auf Seiten einiger von den großen Mächten Europa's eine Tendenz zuzu- nehmendem Vertrauen in das Britische Ministerium gewahrt, und daß fick) dieses Vertrauen durch die Verminderung dchi- litair-VJDacht derselben kundgegeben habe. Andererseits hat man dar- in ein- schlimmes Anzeichen finden wollen, das; die militaérischen Re. gicrungen des Kontinents zu dem Englischen Ministerium Vers trauen hätten. Nun smd aber die Minitker gegen jene Regie- rungen keine Verpflichtungen eingegangen, die ste nöthégenkönw ten, von ihren Grundsätzen und von ihrer Abneigung gegen di: Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länderab- zugehen. Aber nichts kann ich für unseliger halten, ali das gelegentlich in diesem Hause eingeschlagene Verfah1 ren, diejenigen mit persönlichen Angriffen 11110 mit de:! härtesten Tadel zu Übcrhäufen, Welche in jenen Ländern ange]:- hcn sind, 11111 denen war, wenn ihre Institutionen auch von den unsrigen abweichen, eiu herzléchcs Vernehmen zu unterhalten bemüht seyn müssen. Was für eine Jnkons.quenz sollte dati! liegen, wenn wir 1591 den Grundsäßen einer freien Repräsm tactv-Ncgierung bleiben und doch, die Verschiedenheit unser Institutionen beiseitscxxcnd, mic unumschränkten Regierungen Freundschafc pflegen“? Es wäre Wohlgethan, wenn jene Herren die sick) zu ltberalen Grunosäßen bekennen, das Beispiel ein“ Landes nachahmen wollten, dessen Institunonen noch liberal sind, als w:o unsrigen, ich meine die Vereinigten Staaten,d keine Folgewidrigkeic und kein Aufgeben ihrer Grundsäße dab finden, sich um die Freundschaft unumscbränktcr Mächte zu -- werben. Welcher Vortheil wäre es für uns, frage ich, wen wir ste uns durch ein Benehmen entfremden wollten, welches"- wohl crbittern, abcr ihre Macht nicht schmälern, uns jedoch ver1 hindern könnte, einen heilsamen Einfluß auf ihre Rathschlüssk aus,:uübenx/ Aber, sagt man, dies zunehmende Vertrauenzll der Britischen Regierung von Seiten einiger fremden M11“ rührc jedenfalls von unserer Entfremdung gegen einen unsMc ]eßigen Verbündeten, gegen Frankreich, her. Ich kann abeer einsehen, Weshalb man der jetzigen Regierung diesen Vorn"! machen will? Wer war es denn anders, als der Herzogv" Wellmqton, der zuerst Ludwig Phtlipps Regierunq durcheim unverzügliche Anerkennung derselben befestigte? Warum so“ das jetzige »))?inisterium den wachsenden Wohlstand Frankrei mic Eifersucht betrachten, warum sollten Wir nichtein gutes Verne men mit jener *))?acanufrecbc zu erhaltenwünschen, vonwelcher, m ner Ueber cugunq nach, der Frieden Europa's hauptsäch11cyabhängl7 Ferner f hren jene Blätter die bestimmten Versicherungen a welche der Premier-Miniüer dem Unrcrhause in Bezug auf 1, wichtigsten Reformen gegeben. „So hat Sir R. Peel“, sagtd Times, „sein Kabinet unter Anderem dazu verpflichtet, ba digt? etne Maßrcael zur schließlichen und billigen Ausgleichu der Irländischcn Zehnten-Frage, cine a11dere zur Ablösung d Zehnten in England und Wales, eine dritte zur Vexbesscru der Rechtspfiege'in aller der klemcn gcißlichen Ortsgerichte und auf die Errichtu von Obcr-Gcricvtshöfcn an deren Stelle, Und eine vierte ur wi- samcrcn Ausrechterhaltung der Kirchenzucht durch Ver?chärfU" der Autorität der Bischöfe über ihre Geistlichkeit und zur B hjnderung von Vorfällen, die der Kirche zum Aegerniß gereich und die bei dcr Kraftlofigkeit der jeßigen Gesetze bisher nur oft ungestraft blieben, dem Parlamente vorzulegen. DieRegieru will auch eine Maßregel zur Abstel1ung der ]ehigen Beschwerden *“ Dissenters mit Hmsicht auf die Feier und Emregéstrirung ihk Heirathen und auf die Einregistrirung der Geburten und Tod: falle vorschlagen. Wir zweifeln nicht, daß Sir Robert Peel diesem Punkte wenigstens den: edlen Führer der Opposition (Lo I. Russen), dem ungescheckcen Verfasser der vorigen Bill Ü" d:“e Trauungen der Dissentecs, nur wenig Raum zum Triumph
Kirchensachcn, gegründet auf die Abschaffu [)
*n übrig lassen wird. Doch wir wollt:! auch ganz offen sagen, “' wenn Sir R. Peel in der den Dtffenters zu gewährenden “(35.116 nicht Weiter gehen, Wenn er nichts für sie thun wil], um „jenigen Hindernisse wegzuräumen, we1che ihnen den Zugang gelehrten Würden versperren , und entweder die Nebengesehe .: juristischen Kollegien und “des ärztlichen Kollegiums zu n„erdrücken, oder einer Universttät für die Dissenters selbst ei- “reibrief zu verleihen, er Weder von Seiten der Leßteren gemeine Dankbarkeit uud Zufriedenheit, noch von Seiten des 111?" Volks in Betreff seiner, Achtung für religiöse Freiheit ..mehrtes Vertrauet: zu erwarten hat. Ueber diesen Punkt ck: unsexe Ansicht sert langer Zeit fest. Was die Frage über ., Munizipal-Reform anbetrifft, so wartet Sir Robert Peel .: Bericht der von der vorigen Re ierung ernannten Kommis- ! im ab und bedient fich in dieser eziehung derselben Worte, elcbe Lord Grey in der Thron-Rede am Anfange der Sesston on 1832 gebrauchte.“
Der Standard sagt: „Die Minister hatten bei der Ab- immUUS über das Amendement zur Adresse, eben so wie bei „ Sprecher-Wahl, eine entschiedene und unzweideutige Majo- ität der Englischen Mttglieder für fich. Die Gesammtzatzl der :jmmenden bclxef fich bekanntlcch auf 611. Darunter bcsanden ck115 Schottixche und Irländische Mitglieder, von denen 92 rdas Amendement und 53 dagegen stimmten. Unter den ngljschen Mitgliebern stimmten 249 für die ministerielle Adresse «d 217 für das Amendement der Oppostion. Es ergiebt sich 110 eine Majorität von 32 Englischen Mitgliedern zu unskM der Minister. Dies ist das Verhältniß, in wel- .em sch Englands Stimme für das Ministerium Sir Robert „ess erklärt hat; aber es scheint, als sollte das Unterhaus ins- unstiae durcb O'Connell's Schweif geleitet werden.“
Der Erzbischof von Canterbury ist durch ein häusliches „ckckck, das Ableben seiner Tochter, der Lady Beaumont, die .us den Hyeriychen Inseln gestorben ist, bis jeßt verhindert .orden, im Oberhaus.: zu erscheinen. Dieser Prälat hatte erst orkurzem den Schmerz gehabt, „seinen einzigen Sohn durch en Tod zu verlieren.
Jm gestrigen Börsen-Bericbt der Times heißt es: „Die . wartung, welche gestern in der City allgemein gehegt wurde, ck die urxprünglickw Adresse durchgehen würde, ist nicht in Er- Mang gegangen, und der Geld-Markt hat dadurch ein schlim- „eres Ansehen erhalten. Es isi plöhlick) ein Mangel an Geld mgnreten, während es vor wenigen Wochen noch im Ueberfluß orhandcn wav.“
Niederlande.
Aus dem Haag, 28. Febr. Der Geburtstag Sr. Königl. oheic des Prinzen Friedrich isk heute hier durch Aufsteckung estlicher Flaggen, durch Glockengeläuce und eine große Parade :feiert Worden. Vormittaas war großes Dejeuner bei Sr. Kö- igl. Hoheit und darauf Diner bei Hofe, bei. welchen beiden Legenheiten auch Se. Königl. Hoheit der Prinz von Oranien : :en.
Man erwartet nächstens, und zwar noch vor dem 15. März, *ie Wiedereröffnung der zweiten Kammer der Generalstaaten. err Byleveld, bisheriges Mitglied derselben, ist von Sr. Mai. um Mitglieds der ersten Kammer der Generalstaaten ernannt ***oroen.
Deutschland.
Dessau, 3. März. Se. Durchlaucht der regierende Her- zog von Anhalt-Dessau haben, auf Ansuchen des Ober-Zäger- meisters von Harling, denselben nach einer fünfundsechzigjährigcn treuen Dienstzeit in den Ruhestand versetzt und sch bewogm gefunden, den zeitherigen Jagd-Zunker Graf zu Solms zum of-Jägermejster, mit Uebertragung der sämmtl:chen Zagd-An- gelegenheiten, zu ernennen.
Kgssel, 24. Febr. Am 22. d. hatte der Großherzogl. Hes- .:sche Ceremonienmexster, Kammerherr und Legationsrath, Graf . Görliß, die Ehre, das aÜerhöchste Schreiben, wodurch der- elbe als außerordentlicknr Gesandte und beoollmächtiater Minister «r. Königl. Hoheit des Großherzogs von Hessen bei Sr. Ho- eit dem Kurprmzen und Mitregenren beglaubigt worden :|, dchstdkmselben zu überreichen.
Auf dem letzten Hof-Maskenballe bildeten viele Offiziere nb Damen ein vollzähliges Kartenspiel, und die Costüms der **:lder waren genau wie auf den Karten. Die übrigen Blätter wgren durch weiße Anzüge mic filbernen Barets, z. B. Coeur 5 ottzWei rothen Herzen auf den Schultern, eins als Schnalle
nd zwei unten am Kleid: angedeutet. Vier Harlekins spiel- ten mit diesen lebendigen Karten in einem wohleingeübten Tanze
Whisk. -
München, 1. März. Am 7ten d. wird der Königlich Baywische Minister und außerordentliche Gesandte am Oester- nich:schen Hofe, Freiherr von Lerchenfeld, fich auf seinen Posten
"“ck Wien begeben, wohin der Legations-Secrecair, Freiherr v."
erger, bereits am Freitag abgegangen ist. _ Se. Majestät der König haben den Banquier, Baron Fer- dmand von Schäzler, zum Kammerherrn ernannt.
Folgende Schriften wurden mit Beschlag belegt: Das Me und Ice Heft der Zeitschrift „der Gcächtete, herauSgegeben von I-Yenedy, Paris 1834.“ - Das 1111: und 2x: Heft der Druck- schk1st unter dem Titel: „Polemische Blätter, betreffend Christen- thum, B:bel,_ Glauben und Theologie von G. Fr. Daumer.“
Die vom Landgericht Haßfuctk) verfügte, von der König!. Regierung des“ Unter; Main - Kreises fortgescizte Beschlagnahme von Säxnupstabacks-Dosen mic unfittlichen Abbildungen und Auf- Wtften wurde durch das Königl. Staats-Minisierium unter AnordnUng der Confiscation und des öffentlichen Verbots der Verbreitung der bezetchneten Dosen bestäxigt. Sämmtliche „Kö-
! M'gl- Poiizei-Behörden haben diese Entschließung ungesäumc in
ollzug zu setzen.
Stuttgart, 2. März. Se; Majestät haben den als Ge- schäftSträger am Königl. Preußi1cke11 Hof functionirenden bis- kkigcn Major im Königl. Gcneralstabe, Freiherrn von Linden, aus den Militairdiensten entlassen, und dem Departement der “UHWärciZKen Angelegenheiten mtc dem Titel und Rang eines Le- gations- aths, unter Belassung in seinen Diénft-Vcrhältnisscn
' als Geschäftsrräger, zugethUlk-
Frankfurt a. M., 2. März. In den Séßungen unserer Fesehgebenden Versammlung vom 25. und 28. Februar war die ortseßung der Berathungen über die Reduction der Zinsen der [lädt:schen Schuld, von 4 pCt. auf 3 pCt., an der Tagesordnung, kack) deren Beendigung die Versammlung mit 47 gegen 32 Stim- mxn und 1 suspendérte beschloß: „von der Reduzirung der Ztnsen der Staatsschuld von 4 pCt. auf 3 pCt. dem Prinzip nach zu a,bstrahiren.“ -- Die Weitere Berathung wurde auf die "ckck|? Stßung verschoben.
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Türkei.
Konstantinopel, 4. Febr. (Hamb. Korr.) Seit ei- négxn ngen zirkuliren wieder verschiedene Gerüchte von neuen OJYtßhellcgkeiten zwischen der Pforte_ und Mehmed Ali. Es hexßt, obwohl unverbürgt, daß in der Gegend von Jerusalem neue Unruhen au8gebcochen, und daß diese Stadt durch die Aegypter zum Theil tzßedergebrannt worden sey; ferner, daß wie- der mehrere Aegyymche Kriegsschiffe und eine große Menge Pulver und Mun_it:on nach der Syrischen Küste abgeschickt wor- dxn seycp :c. Ww, weit diese Angaben gegründet find, läßt fich mchc n::c Gewtßhett angeben; möglich, daß das Ausbleiben der so besitmmt erwarteten Zahlungen Mehmed Alls Stoff zu die- ser: Gerüchten geliefert, oder wenigstens Zu ihrer Vergrößerung betgetragxn hat. Offenbar und scher isk Ü rigens, daß die Pforte nch auf jeden möglichen Fall in Bereitschaft sekzt. Die Truppen- sendungen nach _Afien haben aufs neue begonnen. Rm Arsmal beme_rkt' man. Meder größere Thätigkeit Und an der Befestigung Komahs wrrd mit größtem Eifer gearbeitet. Die Englische Flotte, welche erst kürzlich nach Malta abgesegelt ist, wird dort nur so lapge verweilen , als zu ihrer frischen Verproviantirung nbthwendtg ist, und dann wieder ihre frühere Station in den (Gewässern von Smyrna einnehmen. Man spricht von bedeuten; den Verstärkungen, wclche derselben von England zukommen sol; len. -- Die Vcrhqndlungen zwischen den Pforccn-Miniskern und den Boxschaftern Englands und Frankreichs, wegen des Vertrags vor: Chuykcar Zskelesfi, dauern mic gleichem Eifer fort. Man sprtcht setc einigen Tagen gerüchtweise von der nahe bevorstehen- den Ankunft eines Russischen Diplomaten mit besondern Aufträ- getz an den Sgltan, und gründet hierauf schon die Vermuthung, da]; d1ese Misnon auf jene Verhandlungen Bezug habe, und so- fqrc dre Hoffnung, daß es dann doch endlich zu einer Verstän- dcgyng kqmmen dürfte. -- Unsere Nachrichten aus Alexan- drten „retchM bis zur ONitce Januars und melden, daß Mel)- med Al: von einer nicht unbedeutenden Unpäßlichkeit wieder her- gestellt sey, während sie zugleich verfichern, daß unter den Be- wohnern von Hedschas die größte Aufregung und Unruhe herr- 1che, wodurch sich die Regierung gezwungen sehen dürfte, neue TruppenzSendungen nach diesem Lande anzuordnen. - In den lehren vter Wochßn war die Hauptstadt wieder durch mehrere Feuersbrunste hecmge1ucht worden, wobei auch Menschen- leben_ zu Grunde gingen; die Veranlassung war immer ufälltg. (Von der in Englischen Blättern gemeldeten .euexsbrunst m Adrianopel wird nichts erwähnt.) - Die unselrgen Mauth-Verhältnisse, dercn unser leßces Schrei- ben erwäbnte, dauern noch f_ort, indessen sollen nun von Seiten der Englt1chen und Französißchcn Botschaft Vorstellungen dage- gen gemacht worden seyn, und man darf sonach eine baldige AbstelZung des Mißbrauches mit Zuversicht hoffen. - Wie man mtt vteler Bestimmtheit versehen, wird die Beschneidung des Erb-Sultanß Abdul Mcdschid, ältesten Sohnes des Sultans, demnächst m:c großer Fcierlichkeit vollzogen werden. Die Kauf- le_ute freuen fich schon auf die Geschäfte, wekche ste aus Anlaß d:ese_r prachtvollen Ccremonie zu machen gedenken. - Das Baj- ramsfest' wurde am 30sten v. M. auf die Übliche Weise gefeiert, i::dem sich der Sultan aus dem Serail von Konstantinopel, wo- hm er 11ch_ Taas vbrher begeben hatte, in die Moschee Sultan Achmeds m Begleztung seiner Hof- und Staat8-Würdenträger verfügte. Be: dxejem Anlasse War, außer den nenen Mützen der Petks unb Solakß, welche nach Art der "Europäischen Czako's geformt, ]edoch mn kemem Schirme versehen find, keine sonstige Veränderung schwar. "
Inland.
Beorlin, 6. März. Der am 30. Juni v. I. zu Neuen- dorf betKoblcnz verstorbenePfarrer und Schul-Znspekcor Lange hat der Stadt Koblenz seine Bibliothek und seine Gemälde- Sammlung (jene zu 375 Rthlr., diese zu 935 Rthlr. abgeschätzt) vermachx, auch ein Kayjtal von 3000 Js. oder 1666 Rthlr. 20 Sgr. Zur Erhaxtung diexer beiden Leqate, endlich für die Armen von J euenbort es:: Kapital von 5474 Rt1)1r. ausgesejzt, und haben diese Vermächtnisse die 21Uerhöchske Sanction erhalten.
-- Arx: ?ijen v. M. Abends gegen 9 Uhr brannte zu Schm_ot11eiffcn, im Kreise Löwenberq des RegierungNBe- zirks Leegmß, das dcm Franz Arnold gehörige Lehngut nebst der zunächß gelogenen Gärtnerstelle gänzlich darnieder. sämtntltchen Mobilien des :c. Arnold snd dessen Wirtdschafts- chnstléen, Getraidez, Stroh; und Heu-Vorrätbe, so wie auch, auger anderem Vieh, 17 Kühe und gegen 400 Schafe ein Raub der Flammen geworden. Als Merkwürdigkeit dürfte nicht uner- wähnt bleiben, daß man während dieser Feuersbrunst in Banz- lau uyd der Umgegend, in der Richtung nach Schmottseiffen hin, em Feuerzeichen bemerkcc, Welches in Hinficht der Gestalt, Größe und des Lechtglanzes vdüég cénem Kometen glich.
' Obwohl der Fall überhaupt nicht selten vorkommt, daß Nack)- ruhten emfig gesucht, und schmerzlich vermißt werden, welche in Büchern enthalten find, die Jedermann sick) leicht verschaffen kam:: [9 verdient doch besonders heroorgehobey zu werden, wie wemg e:,ne Anstalt benulzt wird, die ganz besonders bestimmt ist, zyverläßtge Nachrichten über die drtléchen Verhältnisse des preu- ßeschen Staats bés in die kleinsten Einzelnhciten hinab zu ver- breiten._ Unmittelbar nachdem der pxeußische Staat im Jahre 1816 seme jetzige Begränzung und Etntheilung erhalten hatte, wurden sämmtliche Regierungs-Kollegicn desselben veranlaßt, Ortschafcs-Yerzeichniffe von ihren VerWaltungsbezirken heraus- zugeben. Dtese waren zunächst nur bestimmt, von jeder einzel- nen Ortstbaft anzuzeigen:
1) zu welchem landräthléchen Kreise, und, wo diese noch Un- terabcheilungen haben, zu w:lcher derselben sic gehöre;
?) ob ste Stadt, Fleaken, Dorf oder abgesondert liegende land- wérthschaftlichce, gewerbliche oder polizeiliche Anlage, wie Vorwerk, Schaferei, ForstthUS, Ziegelei, Mühle, Hütten- wxrk, Zollstäte, Gasthof u. 1. w. sei;
3) wre vixl Einwohner fie enthalte, welche meist auch nach Versch:e_denheic dcr Konfessionen vertheilt angegeben snd;
4) ob fie etgne Kixchcn habe, oder wohin ste eingepfarrt sey;
5) und welches dre nächste Poststation oder die Entfernung von der Kreisstadt ist.
Schon hieraus lassen sich sehr anziehende Uebersichten zu- samnxenskellen. Aber diese Ortschafts-Verzeichnésse enthalten durch- gängtg außerdem noch viele sehr brauchbare Angaben. Wo die neuern Zeicxn die LandeSejnthMung wesentlich verändert haben, isthFexnemhm angezetgt, wohin jede einzelne Ortschaft vormals gc re.
, D:e Einleitungen geben meist, mehr oder minder ausführ- ltcb, Gewässer, Gebirge, Beschaffenheit des Bodens, wichtiqske Natur; nnd Kunst-Erzeugnésse- HandelSstraßen und andre wich- tige wirthschaftliche Verhältmssc an. '
Außer den '
Mehrere Regierungen haben im Laufe der sechzehn bis acH-k; zehn Iahre, die seit der ersten A:;Sgabe dieser Verzeichnisse ver- stossen smd, neue, in der Regel gänzlich umgearbeitete Auflagxks derselben veranstaltet; und es ist ein rühmlicher Wetteifer cn:- standen, diese neuen Ausgaben zweckmäßiger anzuordnen und re:"- cher auSzustatten.
Ohne irgend einer dieser achtbaren Bestrebungen minder Ge- rechtigkeit widerfahren zu lassen, darf doch hier besonders be- merke werden die neue AUSgabe des Ortschafxs-V7rz81chk.isses der Regierung zu Trier, welche unter dem Titel --
Topographische Beschreibung des Regierungsbe-
zirks Trier -
am Ende des Jahres 1833 in der Blattauschen Drackerei zu Trier in Quartformat erschienen, und bei dem Buchhändler Z. Z. Linß daselbst für 25 Silbergroschen käuflich ist. Eigent- lich ist sie schon das dritte Ortschafts-Verzeichniß, das von die:- sem Bezirke auf Veranlassung seiner Regierung herausgegeben wird; inden: das erste in Oktav im Jahre 1816, das zweite in Quart 1820 erschien.
Das jeßt vorliegende zeichnet sich nicht nur durch e:“ne sehr überstchtliche Anordnung, sondern vornämlich auch durch einen Anhang von 36 Quarcseiten aus, der den Zustand dks chie; rungsbezirks nach dem bei der Herausgabe des Wyrks eben voll- endeten Grundsteuer Kataster, und einer zu Ende des Jahres 1832 von der Regierung besonders angeordneten Zählung darstsllc.
Dieser Bezirk, der südlichste des preuß1schen Staats - außer: Neuschatel -- ist in vielen Beziehungen einer der merkwürdig- sten desselben. Seine Hauptstadt war schon die Rcfidenz römi- scher vaeratoren, als der östliche Theil des Staats, den gebil- deten Völkern jener Zeit kaum durch dunkle Sagen bekannt, noch in einem Zustande lag, vielleicht am treffendscen vergleichbar dem Zustande der Eingebornen, welchen die Gründer der Kolonim vorfanden, woraus der nordamerikanische Freistaat erwuchs. Sein Boden hat mit dem angrän enden Regierungsbezirke Koblenz, den Kontrast zwischen milden &hälern, an deren sre11en Abbé...- gen schon die Römer Reben pfianzten, und den rauhen Einöden gemein, worin menschlicher Fleiß die Spuren der Verwüxjungen noch nicht zu tilgen vermochte, von Vulkanen angerichtet, die scbon erloschen waren, als die Geschichte dieses Landes begann. Auch hier ist es zunächst die wirthschaftliche Benußung dieses Bodens, welche seine Bewohner beschäftigt und ernährt: der Kunstfletß selbst hat kaum einen andern Gegenstand, als die große Man- nigsalcigkeic der Mineralien des Landes, deren Benußung, wie vieljährig und vielfach ste bereits auch war, doc!) vieUcicHt noch einer großartigern Entwickelung harrt.
Nach den hier gegebnen Uebersichten hatte der Regierungs- bezirk Trier am Ende des Jahres 1816 . . 292,999 Einwohner, dazu kamen in 16 Jahren bis zu (Lade des Jahres 1832 durch den Ueberschuß der Ge- bornen über die Gestorbnen .........
wodurch die Einwohnerzahl sch erhöht ha- ben würde auf ................ 370,58?)
Es wurden aber bei der Zählung zu Ende
des Jahres 1832 noch ............ 5,9641
mehr, nämlich überhaupt ........... 376,55?)
aufgefunden.
77,590
Die zulekzt angegcbne Ver.:xeyrung kann cvcnso. wohl durch einen Ueberschuß dcr Einwanderung Über dlc Aus:: wanderung, als durch die wachsende Sorgfalt im Zähwn cntßanx den sein; und wahrscheinlich haben beide Ursachen Antbeil dar- an. Wenn aber auch ganz davon abgesehn, und nu.“ allein auf die am Ende des Jahres 1816 gefundne Anzahl der C'énxvohncr, und die seitdem erfolgte Vermehrung durch den Uebekschuß dcr Geborncn Rückficht genommen wird: so beträgt der Zuwachs in scchzehn Jahren doch 26,43. Prozent; also jäbrlécé) im DME)- schnitte 1,a-; oder nahe 1-3- Prozent. Das isr sehr bedeutend für ein schon so stark bewohntes Land ohne grcßc Fabrik.:xion. Die Zahl der Gebornen betrug in diesen sechzehn Jahren 210.167,- die Zahl der Gestorbnen nur 132,577. Das arithmetische M::cel der am Anfange und am Ende dieses Zeitrauws gezählten Ein- wohner ist aber 334,776. Aus der V::gleichung d::jer ZUHLct'. ergiebt slch, daß auf 100,000 Lebende jährlich im Durchschmtxs geboren wurden ....................... 3,924,- dagegen aber nur starben .................. 2,175. Oder es wurde in minder genauen, abcr überfiehtlichcrn Za":»,1cn von 25 Lebenden Eins geboren, wärend nur er:? von 40 Le- benden Eins starb. Es beruht ako die starke ZUnahme Oer“ Bevölkerung nicht sowohl auf einer hohen Anzahl von Gsburren, als vielmehr auf einer geringen Sterblichkeit, wel )9 doch mv: das Ergebniß der Sittlichkeit und des Wohlstandes ssin kann. Noch Vieles und sehr AchmngSwerchcs läßt sich aus dcn in dieser Schrift cnthaltnen Angaben ermitteln. Hécr kam es ua:: darauf an, in wenigen klaren Beispéelen zu zbiqcn, wie fcu-F.)tbar eine nähere Betrachtung derselben für die Sraatczwisscnsexéakc, Länder- und Völker-Kunde werden könnte. H.
"“O
Beilage zu 11. 28. des Lan_dtags-Abschiedes für die zum 4ten Provinzéal-LandtaZo verjammelt gewesenen Stände der Provinz chipßalcm.
D e n k sch :" : ft, die Anträge der Westphälischen und der Rheinisch Provinzial-Stände auf Ermäßigung des von dcn Provinzen bisher entrichteten Grund-Sreu-Iw Kontingents betreffend. (Schluß.)
_ _ Wettxentfernt also, das; im aUgsmeincn in der Bczcéébnnng der- 1entgen. Gegenstände, welche von den Gcmeincn aasgcvr.1c1)t wcr- den muffen, d.“ (Hememen der ößiicixen vor dem:: dcr westlicher: Provmzcn h_egunsitget wären, haben erstere vielmehr in mancher: bst, ltcbex: Provmzcn noch sehr ansehnliche Beiträge“ zur Ver.“;nsung und Abburdung von Kreis: und Provtnzéal S*Duldx'n bcwndeys ausza- brtngcn, während letztere in den wctUéchen Provmzcn zum weir .er- ßeren Theele aus den allgemeinen Staat.):RcVenf-en bestritten wcr- der:; und es find ferner auch die Corporation; - Sämlden der (N- mcmcn in den östlichen Provinzen bedeutender, als in den ...un- chen. da den ersteren diejenige Ht'xlch hierunter ni.]“t .xewäbrr wo:"- dcn 16, Welche während der Franzd.1:'1„c1,1_en Verwaltunxs:P.'rt'oöc dcn (Kemetxtcn des ltnken Rheinufers [rctlxcv theils a.:f Unkosten ihrer Gläubxger zu Theil wurde. „
, Dte Kurmark_(Regierungs=Bcz:rk Potsdam, a::sscbljcßljä. Ber, lm) „hat für Provmzml=Schulden aus den K:“ic.*.e5j.1l)rcn vos. 1806 ab e_me jährlich.: Stamm; von 309/090 Rthlr., "die Neumark (W.. Regterungs-Bezxxk Frankfurt, ausschließlich dcr chcmals Säcbß'swm Zuvcbbrungen) jabklxck) 83-000 Rtvlr. aufzubringen. “ “
In andc_rcn_Regterungs-Bczirkcn sind diese aus Kriegs-Léefcrun- gen, Conxrrbuteonc'n u. 1. w. herrührendcn Swulbcn nuf dxé em- Lelncn Kreesechrthetlt, und müssen in der Form von Zu:“.blägcn zn
cn Staa1Z-OteUcrn aufgebracht werden. „ *
Die Schulden der Stadt Berlin, wclche fick) zum größten Theile