1835 / 67 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

eécslc) fand es seltsam, daß die Oppofition so über die Auslö- “1um; des vorigen Parlaments eifers, da fie doch wieder die Ma- '.jDL'Qläk zu haben behaupte, und da so viele ihrer Mitglieder für kürzere Parlamente seytn und dem lehren vorgeworfén hät.- nn, es taugt nichts und habe schoxx. viel zu. lange gx- dauert; er halte aber die Auflösung; des vorigen- Par- lamente! besonders deshalb für mgemsssen, weil dasselbe 2100) unter der fieberhaften Aufregung, dée durch den Triumph dcr Refyrm,-B111 entstanden., gewählt worden und. viele der Muen Wählerschaften nicht sowohl aus Staatsgründen, als aus Dankbarkeit diejenigen zu ihren Repräsentanten auserkoren hät- tcn, die ihnen zur Erlangung des Wahlrechts behülslich geme- sen; merkwürdig. sey es wenigstens, daß, wia er gehört, ]“th ge- gen LWIMUZUWW in diesem Hause s'eyém, die früher noch nie- mals gewählt gew-seu, und gogen 200, die nicht im leßten Par- !ament gesessen hätten, und daß fich die Stärke der konservati- vyn Paktes in- dem Verhältniß von 2 zu 1 vermehrt habe; wenn atso die Wächterin eincrZxétvoükommenerRUHe ein von dem vorigen so wesentkéch v'ekscdiedcms lkmerhaus gewählt häxten, so sey 0215 doch wohl? allein schon eine hinreichende Rechtfertigung für die Auflösung des vorigen Parlaments. Herr Sheil (Mitglied für Tipperary) stichte den Vorwurf der anonsequenz zu wider- legen, der mehreren _Mitgiiedern der Opposition von der mim“.- Üerécllen Seite meacht worden war, indem man sie béschuldtgt hakte, das; sie ck der Greyscden Vcrwalmng widerseht härtcn und M) doax Über die Entlassung der vortgen Minister unzufrie- den zaiqten.

„Man verwechselt“, sagte der Rxdner, „auf diese Weise die von Loxd Grey gebildete Verwaltung, als dieselbe noch die vier Mit- glrcdcr in 1111) faßte, die fick) später von ihr trennten, mit der, wel- üze nach der Entfernung dicser Vier unter der Leitung des Grafen Grey fortbeßand, und endlich mit diescr wieder die ganz davon ver: schiedene Verwaltyng, wclche Lord Melbourne bildete, und die zum chck hatte, die Mißbräucbc der herrschenden Kirche in Xrland ab- zcxüeüen und den Ueberschuß- der Kjrchcn-Eénkcknfte auf eine neue Ztrt z:; verwenden. Beifall.) Dieser leßtcrc Punkt isles", in wclchxmiä) besonderSvon dcn nschtcnderje-sigeu"Verwaltung abweiche, und um deffrntwiUen auch, wie ich glaube, Sr. Majestät der Rax!) crth.cé!t worden is:, das vorige arlnment aufznlßscn. Der sehr ehremycrcbe Baronet zählte gesjern bend alle die Fragen auf, 1111 Welchen er die vorige Verwamng nnterßüyte. Es ist wahr, cr that“ dies, so oft unsere Partet [?ck der Vekwnltung widerseßte, Und cb*cn deshalb. (Bcifallvon betdcn Sexten des Hauses.) cl) w:“ll-nécht sagen, daß der schr ebrenwerthe Baronet mit der einen Hand dem vorigen Kabinet unbeilschwangxrcn Beistand hätte let- 17cn wollen, wäßrend er ihm mit der andern einen tödtlichcn Streich zn ve-r-sctzen gedaxxzte, abcr es n'af sch so, das: dée vorigen Minijier gerade in den Punkten von demselben) untersküßt wurden, hinsicht“- 1x'c13 deren» se leider mit der bFentlicH-cn Meinung in England und Irland im Widerspruch standen. (Beifall.) Widcrsehke 110) der schr evrcnwcrxhe Baronct nicht der Abschaffung der Kirchcn.Stencx-n in Irland ?“ Sir N. P'cel: „Nein, fck sprach mich ausdrücklich zu Gunsten dicser Maßx'egel aps.“ (Beifal!) Herr Sheik: „Es freut méck), daß ick) mich 111 dtcscr Beziehung ekrrt habe: es rührt daher, weil d-kr schr eökenwerthe- Barone: (l) der Jrländiscbcu Kirchen-Re-forxn-Biu ovponirtc; aber erklärte er nicbt, daß d1c Pars tri, zu; welcöer er gehörte, sick) der.“ Abschaffung der Kircks-n-Steucrn in Irland wjdekseizt'" habe?“ Str 'N. Peel: „Niema s.“ (Hört, hör?!) Herr Sbeil: „Nun ach, die Bill zur Vcrvcffc- an der Neshtsvfsege in Irland, drcser widersetzte sich Doch die Partei des sehr ehrenwcrthen Baronetsé'“ Sir R. Peek: „Ick un-tekÜÖb-te diese Maßkkgkl“ HM? S.];ei-l: „Der sehr eh- renwertbe Baxomt hat es fich selbst zuzuschreiben, Wenn man ihn für einen (Hegner dev _cKann-tcn Maßregel hält, da er sich mét der

“artci verbanden hat, je src!) derselvep opponérte. Diese Parteide- 1ebt aus* AntÖ-Re'formc-rn. Die Rcytt'run hat zum Beispiel dem ehrenwertbc-n und tapferen Mitglied für légo (Oberst- Perceval) 1er besondere Gunß zugewa'nöt-x einem Mann, der sich setbst als M;“:„Téed eines» großen und 1111111)th11 Bundes bekannt hat, der ge- gen Die Majoritär dcs Jrländrsclnn Volk; gcscdloffkn worden is?. Scene Ernennung muß große Sensation in Irland erregcn. Davin 111 es mit Mr chicrung gekomnnn; 0227111121300): Mitglixder, cm.: große Maioritäj-t, hat üe zu ihren Gcgpcrn und wird von Männern untrrüüßt, die 1105 nach Ausübung cmcr Partctherrschaxt über Fr- Aand eürebt babcn.“

in um erskmmal gewähltes Mitglied, der Obers? Chat; tcrton ( ,eprästncanc der Stadt Cork), dcr fich hisrauf erhob, diente der Versammlung zu cinig-r Belußögung durch die Unbr- holfcnheit, mit der er sich auSdrÜekke. Gleich seine erffcn Worte: „Ick bin ein so junges Mitglied“ erregten großes Gelächrer. Dec Redner wurde mehrere Male unterbrochen, und als er die Mitglieder herausfordern, offen gegen ihn aufzutreten, skate zu zischcln und zu tuscheln, wurde er unter großem Lärm znr Ord- nung gerufen, Er schloß seinen kaum vernehmbaren Vortrag endlich solaendermaßen: „Ich bm eiu Whég (großes Gelächter), aver ein W511; aus dem vorigen Jahrhunderte, wo der Wlsgjs- mus nsch dxrin beskand, die Freeheit dcs Unterthemen und die Loyalität; gegen den Thron zu vkrtbkidtgen, dem Eigenthum Schuh und dan Diffenters Duldung zu gewähren (hört, hört!); und wenn“ ich eine protestantische Kimya: qefährdcc sehe, es mag in England oder in Irland seyn, s.) werde [(F) mich- den auf ihrs Vernichtung abzielenden Maßregeln aus allen Kräften widcrx'eßen. Ick wil] nur wiederholen, daß keine Maßregel, die auf dia Beeinträchtigung der Kirche in Irland, gegen die fck m€ch von Mters her entschieden fetndseliq crklörc habe (die chidcutégkcit diescr Aeußccung, erregte großes Geläch- ter), verechnet is?, meine Unterüükzuug erhalten wird.“ Herr H. G-rat-ean (2121011070 für.Mearh) fragte, was aus Irland werden solle, wenn man zu den Reaterungs-Prinzépém zurück- kehren wolie, die das Jrländis-che Volk für immer aufgegeben glaubte? (Lamar Beifall von der Opposition.) Irland, sagte er, sev fast in dem Zustcmde cines Bürgerkriexxes; die Orangistcn Jeckeen die Häuser ihrer Gegner *in Brand (0, o! und hört!); ste, hätten das Haus des Lovd Charlemont niedergebrannt und hielten, der Ponzei zum Trotz, Umzüge wi: Flinten und Da- jonnetcm in den Straßen; fie hätten auch seinen Schwa- ger 111 01115110 verbrannt_ und gehängt. TGekäOtcr.) Der Redner wunderte sist) kehr , daß die Versammlung über solche Graues [nahen könnx, statt daß Ke liéber Mitletd mit den Duldenden fühxen sollte. Oberst Perceval (Schafz- meister des Feldzeug ; Amts) rechtfertigte die Orangésten, als ei- nen Verein, dchn Staunen allgemein bekannt wären und fich sogar in den ändcn des Mitgliedes für Dublin befänden (:x'as Herr O'Conne [eucxnet-O; das ganze Geheimniß desselben bestehe darin, daß die Mitglieder sich geqemeicig durch Zeichen verstöß- oigten (qxoßes Gelächter); übrigens aber habe derselbe nur Gu; tes gestiftet und oft die Anweydung mélxtairischr Hülse bei Sweécigkciten unnöthig gemacht. Sonfk, fügte der Redner hinzu, habe man der Regzerung vorgeworfen, daß Ke niemals einen Zrländer zu einem Zimt berufe, und jetzt cisere man darüber, daß fie drei untergeordnete PVsTen mit Irländern beseßt; freilich, das ehremverche und gcltkyrieJNZegljed für Dublin (Hr. O'Con- nell) möchte gern, das; dle Jxegtcrung nur ihm gchorcyte, aber

die Folgen, welche «: füt; die vorigen Minister gehabt, daß sie

auf diesen Herrn gehört, würden dW jkßkgen zur Warnung dienen.

2-0 Lcrd John Russell, als Wortführer dcr Oppofition, hielt eine sehr lange Rede, Worin er Vieles von den schon vorgekommanen Argumenten gegen die Adresse und zu Gunsten des Amende- ments wéederholte; es dürfte daher aus semem Vortrage nur etwa noch FoLgcndcs hervorzuheben seyn:

„Ick wia“, sagte er unter Anderem, „dem sehr ehrenwerthen Baronct gern die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß er, wenn er die vorige Verwaltunq unterstützte oder bekämpfte, 0th offen und männlich dabei zu Werke ging. Wenn man aber auf ciontqe,der von dem vorigen Ministerium cé'nqebrgchten Maßregeln zuxuckdltckk, denen der sehr ebrcnwerthe Baronet mb widersetzte, so hexßc xs m der That, einen außerordentlichen Grad von Aufrichtigkctt srmer- seits erwarten, wenn man meinte, „er hätte sagxn sollen, daß_er fich denselben bloß ans Oovofitionchtst gcgen_ dre Min-tsier xvrderseßt babe. Als'mcin edler Freund, das Mitglccd Für Lancashtre (Lord Stanley), dic Bill Über die zeitlichen G,)üter er Kkrche “énbracbte und erklärte, daß Graf Grey mit dieser Bill zu stehen oder zu fal- len gedenke, da verfehlte der sehr ehrenwerthe Baronet nicht, Hage- gcn zu stimmen.“ Sir R. Peel: „Jct) ßimmte nur gegen eineKlau-e sel dieser Bill.“ Lord J. Russell: „Man hat behauptet, ich sei) über gewisse Maßre eln mit mcincn Kollegen, nicht einverstanden gewesen, namentlich Jätte 10) die Proteüantcn 111 Irland in einigen Kirchspielen des Beiüandes einc; pronfiantischen (Hciüljcbcn berau- ben und die protestantischen Kirchen abtragcn laser; woÜen, und Lord Mclbournc babe dissen Plan verworfen. Drese ganze (Tze- sMchtc eine Fabel. Lord Duncannon war es, der mit Entwer- fung der Maßregel über die Jrländéscbe Ktrcbe, _ die wir dcm Pew- lamcnt vorlegen wouxen, beauftragt war, und tet) sab von seiner Arbeit njcht eher etwas, als bis fie _ém Druck erschien. (Hört, hör: !) Sie war ganz "_nd gar von den ovtgen Behauptungen abweicncnd. Was das vervrctrete Gerücht von cmer Meinungs-Verschiedenheit anbetrifft, die zwischen Lord Landgdqwne, Herrn Spring Rice upd mir obgewalxtet haben soll, so kann ta) erklären, daß, wenn es Met- glicder des Kabincts gab, mit denen ich Wk anderen übereinstémmte, Lord Lansdownc und Herr Spring Nice diese Männer waren (hört, hört !); aber ich kann noch weiter gehen und sagen, daß wér Ane über den Grundsaß einig waren, die Einnahmen der protestantischen Kirche müßten zuvördcrst für den religiösen Unterricht der Prote- stanten verwandt werden, nac!) Abzug der hierzu créorderléchen Sum- men aber würde es gesejzmäßig, polnisch und bill g seyn, den Neft für die allgemeine Bildung des Frländéschen Volks, ohne Untcksckmed des (Hlauvensbekenntnisscs, zu verwendcn. (Beifalxx) Man glaubt und wirft dem vorigen Ministerium vor, daß _es nch 11th u den Projekten des" ehrenwerthcn und qelehrtcn Mtt liexes für ublin hcrgegeben, daß esmit Hinficbt aqu-rland seinen mußten und Zwek: ken gefolgt scp, und doch citirt man, um den Man el an Vertrauen auf die Melbourne'scheVcrjvalkung zu beweisen, einen5 rief diesesMithedes, worin daffelbc dicser Verwaltung nicht etwa schmeéci)elt, sondern den größten Widerwiüen gegen einige Mitglieder derselben aus- spréäyt. Man wirst uns ferner vor, daß wir jkht mit dencn gemein- schaftlichc Sache machten, die uns früher oft gcschmäht hätten; erinnert 11611 aver dex sehr ehrcnwcrthc Baronet 11100 der langen und bitteren Philivptk'n, die nach seiner Sinnes-Acndcrun über die katholiscbc Emancépation geycn ihn grhalken wurden, und w e cén Ned- ner die Hände erhob und ausrief: "1111111171111 11110 110»? Und wer war deeser Redner? Ei, der sehr ehrenwerthe Sir Edwm'd Knatchull, den der sehr ehrenwerthc Baronet seiner jckzégen Verwaltung als Zahlmcißer der Armeen zuzugcseUcn nicbt Anüand nahm. (Lau- ter Beifall.) Der schr cbrenwerthe Baronet hat knnen las- sen, daß unter der jetzigen Verwaltung die in diesem Hause vorgelegten Maßregeln ihres Erfolg:: in dem anderen Parla- mcntSbause fichxrcr seven. (Hört, hört!) Sollen dicse Ma regeln denen der vortgcn Verwaltung ähnlich oder davon'ver (bieden seyn? Wann das Erstere, will man uns dann sagen, daß das Ober- haus nur dann R-iorm-Maßregeln anzunclx-mcn gcnckgt sey, wenn se von einem Minißerium seiner Wahl ausgingrn? Wenn es aber andere weniger reformistiscbe Maßregeln seyn sonen, will man uns dann sagen, daß wir dem Ob'crbausc nachgeben müßten, und daß bée'r nichts vorgelegt werden dürfe, was dort nicht für ndthig be- funden werde? (Hört!) Ich bin stets gegen jcyen Angriff auf das Oberhaus gewesen. Ich wünsche, daß es den thm durch die Ver- fassung angewiescncn Plalz behalte, aber ich kann nicht zugcbcn, daß ein Versuch gemacht werde, ihm auf irgend eine Weise die Macht- die es vor der Annahme der Rcform-Bill indirekt Über das Unter- haus ausübte, wieder zuzuwenden.“

Herr Gouldurn (der Minister des Innern) suchte meh- rere lewuptungcn des vorigen Redners zu wideréegen, insbe- sondere die auf die Einmüthigketc des vor:gm Kabinets bezüg- 1ichen. Er sagte namentlich, daß die Lords LanIdowne und Brougham sich laut und öffentlich gegen die Verwendunz des kkrchltchen Eégentkzums zu anderen Zwecken, als u denen dcr AuglikanCsÖen Kirche, erklärt, und die MeinUqu- zerschiedcnheit sey so auffallend gejvesen, das; die ein einen *Mim'skcr bei einst: vorkoxmnendcn DiSkussion über diesen Gegenstand entweder ihre Grundsälze oder einander selbst hätten aufgeben müssen. Der 5Mimster erklärte auch für seine Person, daß er gegen eine Av- stclluna der Corporations-MißbräuM nichts einzuwendkn Hohe, und daß er glaube, seine „Kollegen. stimmten darin mit ihm über- ein. Herr Harvey (Mitglied 1111“ Southvark) sprach in sehr radikalem Sinn; er meinte unter Anderem , die Zusammensez- zung der Kirchen-Kommisswn, rvxlche 0:e jeßigcn M*inéster er- nannt hätten, erscheine tbm ctwa jo, als wenn eine „Kommission zur Unrcrsuchung der Pcnfions- Liste aus Penfionairs zusam- mengesr c worden wäre, und er schloß mir der Bemerkung, daß er den »turz der vorigen Verwaltung und die Auflösung des Parlaments nicht bedauere, denn. beides würde allen künftigen Mimßcrn, Kc möchten nun Whigs odsr Liberale seyn, zur Lehre dtencn, daß s1e an dem Hose und dessen Janitscharcn keinen Srükzpunkc finden könnten, sondern ihren Anker tief in den Bo- den der Nation Werfen müßten. Herr A. Baring (Präswent dcr Handels-Kammer), der die heutige Debatte schloß, griff vor- züglicT) die Repräsentanten der Hauprsmdr an und behauptete, neun Zehntheile der Intelligenz und des Wohlstandes der Stadt London seum im Parlament nicht v-ércreten, wovon die mit 5000 U11terschrefcen bedeckte Adresse der City an den König, worin sie sich 311 Gmrsken dcs vorgenommenen *))?énisterweM'els ausgespro- axen, dcn deutlicHst-m Beweis liefere.

Oberhaus. Sißuna vom 26. Februar. (Nachtrag.) Nachdem die Antwort des Königs auf die Adresse verlesenwvr- den war, welche folgendermaßen lautsrc: „Ich danke Ihnen für Ihre tonale und pflicbeschuloigc Adresse, und Ich nehme mxt größter Zufriedenheit the Verstchcrung entgegen, daß Sie alle solche Maßregeln annehmen werden, die geeignet seyn möchtrn, das Glück und die Eintracht unter Meinen Unterthanen zu för- dern“, entspann fick) wieder ein Streit zwischen dem ]eßigen Lord-Kanzier und seinem Voxgänger. Lord Brougham be- antragte nämlich (wke bereits erwähnt) die Vorleaung sämnxt- licher Kommésffons-Ernennungen, welcye in den Jahren 1828, 1829 und 1830 unter Beifügung des großen Staats;Siegels ausgefertigt worden sind. Er habe nämlich, sagte er, aus der auf die Kommission zm'Untersuchung der Mißbräuche in den Munizipalitä- cen bezüglichen Stelle der Thron-Rede die Hoffnung geschöpft,„ daß die Regierung jener (von dem Whig : Ministemum eingeseßten Kom- misfion) sich auch ferner bedienen werde, habe aber aus der Anc- worc dcs Lord-Kanzlers abnehmen müssen, Seit; das nicht gesesse- hen Werdk, weil die der-Kommisfion ertheilce Vollmacht, nach dessen Ansicht, widergescßlich sey. Er (Lord Brougham) müsse

also wegen dieser Wibergeseßliehkeic einer Anklagc entgegcn [„

un 11 " ' ' * ' * . [)en d w mch: fich dmc!) dre Durchncht ]tner OOkumente “"' "4 (ck; wie" es slch auch mit meiner Feindschaft gegen das Men-

seéne Vertheédigung vorzubereiten. Der Lord-Kanzler , wiederte, aus der Tbxon-Rede gehe weiternichts hervor, als da man den Bericht der MunäcépKl-Kommission, dessen Vorlag, schon dic Thron-Rede im vorigen Jahre versprochen habe, ohne das Versprechen erfüllen zu können, jeßt, da-die Arbeiten s„ Kommisüon in Wenigen Wochen beendigc seyn müßten, [1ern

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Häusern vorlegen, nicht aber, daß man von diesem Bkkiäxt Gn *

braUch machen werde; Übrigens habe er (Lord, Lyndhm-ß) nur einzelne derselben ertheilce Vollmachwn. fü! Wider- geseßlich erklärt, und daß se das scy-en, wolle er be, vorkommcnder Gelegenheit beweisen. Der Marquis von Lame, downe (Präfidenr des Gshsimen-Raths in dem Whig-Kabinep machte dem Lord-Kanzler bemerkléck), daß jen_e Kommession schon- während der ganzen vorigen Parlaments; Sexfion vor den Aug, des Publikums bestanden habe, und daß es éhm (Lord Lyno: burst) dock) nismals einZefallen sky, die Gesekzmäßégketc versetze anzufechten. Dcr Lord-Kanzler antwortete, er sey niemakx im Hause gegenwärtig gewesen, wenn man über jene Kommis- swn verhandc-„tt habe; er habe auch die auSgefertigte Boum“), 1elbsr nie Zcsehcn; er habe aber von einzelnen Paragraphen der; selben geh rt, die offenbar widergescßléch seyen, boch wisse,k nicht, ob die Kommission dieselben befolgt habe. Lord Bronx, ham erhob sci) mm und sa 19: *

„Fcßx wciß ich wahrha ng nicht,. was éch„dem Hause 10. sol]. Sett Mcnsck)engcdcnken-_glaube teh, 11": kern solcher Ausmq vorgekommen, den ersten Theil der Scene des vorgcürigen Adem ausgenommen. Ein cdler und gclehrtcr Lord, nichts Geringer,; als der Lord-Großkanzier von England, der nicht alleén für Alles, was in seinem ekgencn Devarxemcnt geschieht, vcrantwortlich ja, sondern auch für aucs qcricdtltchc Verfavchn im ganzen Königreicß, tritt auf am vorgestrigcn Abend, bei der„fe:erltchen Diskusson über déc Adress an den König, und wirft semcm Vorgänger in demscj. bcn Anne vor, er habe das große Stqatsfie el unter eine Urkunde gesetzt, dercn hauptsächlicbüe Artikel wtder_ e eßlicb seyen, und füge bénzn, es müsse darüber das geeignete Ver ahren eingeleitet werden. Und_ was geschécht nun?, Ist je etwas der Art in _érgcnd einm Gerechtsbof, in irgend rtnem Parlament, an sonst crnem Ortgc. bßrr oder gesehen. worden? _Dersc1be edle tznd gelehrte Lord, wel. cher sich anheischtg macht, dt.:: Wtdcr eselzltchkctt der Vollmacht]- bewcisen, bekennt cht zn memexn „Er qunen offen und unumwun, den, er habe dies Dokument me m semem Leven g-sehen. (Hört, hbrt!) Es war also nicht des Olen „ugd gelehrten Lords etqem Anfichtpon der Sachc, sondern eme An_ncht, die er irgendwoam der zwectcn Hand erhalten hat. Ich wecß aber nichts Anderes,“- daß die Autoritäten dcs edlen und gelehrten Lords darüber cbenk- sehr im Dunkeln scyxt müssen, als per edle und gelehrte Lord cia- geüändlict) selbst es tft. Aber 005,10 11911) nicht Alles! Deve“- und gelehrte Lord läßt dcn Köntg m seiner Tbron-Rede ebendie- ser Kommisséons-Erncnnung erwähnen, eines Aktenstücks, wclcms cr seibf! nicht einmal gelekeg hat; er läßt den König die Vorlage des Berichtes einer Komm snon pcrsprechen, Ocken Vo11machtcn 11 (130 Lord-Kanxler) selbst für Widergeskvlick) erklärt! Aber frcélläz, wcr haben von d-m edlen u_nd. gelehrtenLord noch mcht vernom- men, was denn eigentlich mtt jenem „Beruht geschehen soll, wem er beiden Häusern vorgelegt seyn wrrd.“

Des so hart angegriffenen Lord-Kauzlers nahm sich sein Kollege Lord Ellenborough an; er meinte, wenn “gleich ein-

zelne Paragraphen der Instruction wédergeselzlicl) seyen, so könne *

man doch von den Nachforschungen Gebrauch machen, wem;- die Kommisfion kraft der nicht widergeseßlichen Artikel angefteü habe, Diese Ansicht bestritt Lord Plunkett, während derHer- zog von Wellington se für richtig erklärte. Der Antrag des Lord Brousham wurde übrigens angenommen.

Oberhaus. Sißung vom 27. Februar. DerHer zog von Wellington legte einen Bericht über die Ein; un Ausfuhr des Vereinigten Königreichs vom 5. Januar 1834 bi zum 5. Januar 1835 vor., Der Herzq 'von Richmond über reichte eine Bill in Becveff der Abscha ung der jelzt in den ver schiedenen Staats-Deparremems üblichen Eibe und die Erseßun dersclben durch einfache Erklärungen. Diese Bill mee zu ersten Male verlesen und dann an einen besondzren AuSsck) vxmvéesen. Der Graf von Mulgrave erhob fich daraufuu bemerkte, da es, um eine unpartciische Rechtspfle e xwischend Herrn und dem Neger-Lehrling zu fichern, die Z(bficht der 9»- seßgebung sey, das; die speziellen Magistrats-Beamten nicht We indische Eigenthümer oder bei diesem Eigenehum betheiligte Pe soncn seyn sollten, so hoffe er, daß diese Abfuhr geachtet und'd- Verfahren des Marquis von Sligo, der die Forderung der 1 sechbenden Versammlung von Jamaika, eine Anzahl von ansäsfigen Personen zu Magistrats ; Beamten zu ernenn zurückgewiesen habe, von dem Grafen von Aberdeen gebiü' morden würde. Der Redner fügte hinzu, er erwarte zuverß- (ici), daß man Maßregeln treffen werde, um die Neger in »- Relxgion u unterrjcbten, Der Graf von Aberdeen erw derte, es önne dem Grafen Malgrave nicht angelegentlicherw um zu thun seyn, als ihm selbst, die Beskimmungen d“ Emancipations-Biu ausgeführt zu sehen. „Das erste Votum“- saZce der Redner, „welches ich um Pariament abgab, war oar- auf gerichtet, die “Majoricät dieses Hauses zu Gunsten 11111 Maßregel zur Abschaffung der Sklaverei zu ver„ rdßern. M“ (ck auch von dieyer Zeit an nicht immer lebhajgcen Anthellök dcn Erörterungen dieses Gegenfkandes nahm, so habe ich doch jede? Erreicßung dteses Zwexks 6erechnete Maßregel stets mit meinenW *" schen und mirmeiner Sc1111mcuntersküßt.l* Der Graf erklärte sodan seine erste Amtshandlung sey eine Einladung an den Mara" von Sligo gewcjen, seinen Posten aks Gouverneur von Jann" beizubehalten, und er habt dem edlen Marquis auch bereits meldet, daß Se, Majestät das von ihm bei der erwähnten G legenhcéc beobachtete Verfahren voükommen gebilligt hätten;- Folge dessßn habe er die Anzahl der von Enaland nach Jama gesandkcn kpezicllcn Magistrats-Personen von 30 auf 61 vermkb Welche Zahl nun wohl hinreichend seyn dürfte, um die ersord lichen Pflichten gehörig zu erfüllen. Was die Bildung der N 091: andelange, so versicherte (Graf Aberdeen, daß der vo Schulz der Gesexze auf die Mésfionaire ausgedehnt ") dcn solle, und fügte hinzu: „Ick bin vollkommen zeugt, daß, wenn wir nicht durch kräftige und energts Maßregeln während der Lehrzeit der Neger für de Ausbéldung sorgen, wenn wir die Neger zwar persönlich sk aber geistig in Unwissenheit lassen wollten, die Emancipatio Akte sich aus einem Segen in einen Flush für Le verkehr, würde.“ Mit Hinsicht auf die Aeußerung, welche ord How im Unterhaus: in Bezug auf den Grafen von Aberdeen Uh“ hatte, nämlich, daß derjelbe ein Feind des MenschengescFM' sey, schloß derselbe seine Rede mit folgenden Worten: „I' [ offe“, sagte er, „daß meine ertheilte Antwort enügen und '

:eemand Ursachc haben wird, sich über den ?Heist, der dar obwaltct, zu beschweren. Ja) habe so gesprochen, wie1ch Herzen über diesen Gegenstand denke. Dessenungeachtet harm mich kürzlich geradezu als einen Feind des Mensckengesch|kch geschildert und es für unerhört ausgegeben, daß meinen 'Hän'

' ;an'um zur H schen Uebersetzung seines WerkS, bekreffend seine letzte Ent- “dxckungs-Reise nach dem Nord-Pol 2c., zu ereheilen.

xe Wohlfahrt und das Glück einer so, ahlreéchen Mmschenklaffe “„-crank werden sone. Alles, was“ 1 darauf sagen wia, ist, .,., geschlecht verhalten möge, wenigstens kein Feind des Reh- „z 6111, der mir diesen Vorwurf gemacht hat.“ Der Graf on Mulgrave fand fich daran noch zu der Verficherung ekanlaßt, daß er die Fragen, welche zu dieser Debatte Anlaß When“ in keiner feindseligen Abficht aufgeworfen -und daß er | Vergnügen die Antwort des-edlen Grafen vernommen habe. Diese Antwort“, sagte er, „nprd schnell ihren Weg nach den '„(onieen nehmen und dort gewrß mit großer Freude aufgenom- ,„werden, öesonders in der Kolonie, zu welcher ich in näherer Be- iehkng stand, und an deren Wohlfahrt ich unter allen Umständen ,nmniqstenund wärMsrenAntbeklnehmenwerde.“VordemSch[uß

) ck gzßung fragte noch Lord Cloncurry den Herzog von Wes-

an, ob die Regierung eine Maßregel zu Gunsten derjeni- en Jrländischen Geistlichen einzubringen beabsichtige, die von er ihnen 11 ihrer einstweiligen Unterstützung bewtüégten Anleihe 1111 Mi ion Pfund Skerling Gebrauch "gemacht, und die ]"th "„thahxung der ersten Rate des empfangenen Geldesaufge- zorder: würden, worauf der Herzog von Welléngton antwor- tete, daß dieser Gegenstand binnen wenigen Tagen im Unterhause zurSprache kommen würde, und daß er bis dahin nichts Nähe- res darüber sagen könne.

London, 28. Febr. Das Unterhaus hat beschlossen, nach :dem 13, März keine auf Privat-Angelegenheiten bezügiéche Pe- :ition mehr annehmen zu wollen und keine Privat-Bisl vor dem 13. April zur ersten Losung kommen zu lassen, so wie nach „,n 22, Juni keinen Bericht mehr Über eine solche Bill entge- genzunehmen. .

err Edward Ellice (der unter dem vortgen Ministerium KxjeZs-Minisier war) hat aus NeapKel vom 240en v. M. eine Adresse an seine Konsticuenten zu Coventry erlaffen, worin er |ck auf das entschiedcnske gegen das 1eßége Ministerium erklärt. Erbe eichnet die Entlassung der vorigen Verwaltung und die Aufldssung des Parlaments als höchst unglückliche Ereignisse, und u der letzteren Maßregel findet er um so Weniger Grund, als er behauptet, das vorige Unterhaus sey mehr als irgend ein frü- keres „konservativ“ gewesen, in dem Sinne, welchen eine Par- :eidkcsem Worte beilege. Von einer den neuen Ministern zu I;;:„währenden Erprobung will er nichts wissen; wenn man sie th- 1111! bewmigen wollte., meinte er, so würde man nur unnüße Zeit verlieren, denn die Parlaments Sitzungen würden mit nichts «[sfeindsaligen und erbitterten Debatten hingebracbt werden. Für otsivichtigste Frage, an der das Minésrertum sogleich scheitern würde, da selbß das vorige die größten Schwierigkeiten dabei gefunden habe, hält Herr C'lléce die Angelegenheit der chändi- schen Kirche; das Höchste, was es in dieser Hinsicht würde vor- schlagen können, dürfte Mva den Ansichten der Stanlcysépen Partei gleichkon1men, da aber die vorigen Minifker selbst von diesen ihren Freunden, dem Lord Stanley, Sir James Graham, dem Grafen von Répon und dem Herzog von Richmond, fich här- tcnlozsagen müssen, s o könnten fie um so weniger jeßtihren Gegnern, wenn diese dasselbevorschlügen, sich anschließen und ihnen beipfiichten.

Deutsebland.

Neu-Strelih, 4. März. Seine „Königl. Hoh. der Groß- herzog» haben sich bewogen gefunden, dem Königl. Großbritani- schm Schiffs-Capitain John Roß in London ein auf den Zei!- 1aum, von 20 Jahren sick) erstreckendes ausschließliches Privile- erauSgabe einer in London zu veranstaltenden Deuc-

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Rißebüttel, 2. März. Der Sturm hat endlich gestern

aufgehört; die Poskcn snd von hier abgegangen, und zwar in

verkehrter Ordnung, nämlich: das Dampföooc „Columbine“ mit den Posten vom 27séen v. M. gestern Morgen um 8 Uhr, „the Wm. Joniffe“ mit den Posten vom 24sken gestern Morgen um 11Uhr, und „the City of Hamburg“ mit den Posten vom

201101 v. M. gestern Nachmittag um 1. Uhr. Dée „Columbéne“

hatte die Nacizt vom 2811en v. M. bei Krautsand geankert und hatte daher Wasser genug, um gleich nach dem Aufhören des Sturms zu segeln; die andern beiden Dampfböce lagen hier im Hafen und Waren nicht gleich flott, mußten daher die Fluch ab- warten, und so kam es, daß die „City of Hamburg“, welches das größte Schiff ist (es mißt, beiläufig gesagt, von einem Stä- ben zum andern 180 Fuß Engl.), zuletzt flott wurde. Das bdse Wetter hat auch die Dampfböte von England zurückgehalten, daher die Dampfböte„Tourtst“ und „Sir Edward Banks“ mit den Posten vom 24. und 27. Febxuar hier zugleich eintrafen.

S ck w e i 3.

St. Gallen, 20. Febr. Die Regierung ist endlich gegen die Wiedertäufer in unserm Kanton eingeschritten. Zu Anfang des Monats Februar wurde der Vikar Fröhlich im obsrn Tog- genburg verhaftet und in sein Heimatland, das Aargau, hip- übergeschafft. €“'n St. Gallen bemächtigte man sach des Sohm)- macherqeseUen Ädolvk) und brachce ihn über die Gränze, worauf er in Bregenz verhaftet, dann aber nach Bayern gebracht wvr- dm seyn soll.

Inland.

Berlin, 7. März. Am 26sten v. M. feierte in Swine- mande der Geheime '.Kommcrzten-Rath Krause den Tag, an Welchem er vor 50 Jahren das dortige Bürgerrecht erworben hatte. Das Fest wurde den Einwohnern duroh eine Kanonen- _alve angekündigt, Welche zugleich den in dem inneren Hafen mgenden Schiffen zum Zeichen füt“ das Aufhijscn der Flaggen diente. Nun begaben sah die städtischen Behörden und die jahlreichen Freunde des Jubilars in seine Wohnung, wo die Ma kürats-Mitgiicder und eine Depuration der Stadtverordne- ten: ersammlung ihm Namens der Stadt einen in den ehren- WUsken Ausdrücken abgefaßten renovirten Bürgerbrief in einer

Seschmackvoll gearbeiteten !ilbernen Kapsel überreichten. Von den Mitbürgern und Freunden des Gefeierten war ein Festmahl veranstaltet, bei welchem nach dem Toast: auf das Wohl Sr. Majestät des Königs dem Jubilar von dem Bürgermeister zwei Graxulations-Schreiben des Königl. Ober-Präsidiums und der Kötstgl. Regierung zu Stettin überreicht wurden.

-- Aus Erfurt schreibt man unterm Zten d. M.: „Heute

Nachmittags, kurz vor 3 Uhr, hatten wir hier ein Gewitter. Schon seit 9 Uhr Morgens hatte ein heftiger Wind aus NW. Seweht, dessen Zntenßtät |ck skoßweise bis zum Nachmittage steigerte. Die Wolken zogen um diese Zeit sehr tief und waren, Wegen der darin enthaltenen Gcaupen, nur wenig durchsichtig, Um die erst genannte Zett erfolgte, nachdem der Wind sich et- w“ mehr nördlich gewendet hatte, ein ziemlich starker Donner- 1chlag, wonach die Heftigkeit des Wolkenzuges nachließ, ohne

27]

daß sich der Himmel jedoch aufklärte, Das Thermometer sank während dieses Ereignisses, Welches etwa 2 Minuten dauerte, von 4-;-“ bis 11“; diese schnelle Veränderung der Temperatur ist aber ohne Ziveifel größtentheils der Verdunstungskälce zuzuschrei- ben, da das Thermometer vom Winde ganz gerade, getroffen wurde. Das Barometer stand auf 27“ 0,4““ und sein Queck- filber hatte die Temperatur von 4“ R.“ :

_ In dem Königl. Land-Armen-Verpfiegungs-Znstitute zu Tapiau in Ostpreußen befanden fich am Schlusse des Jahres 1833 362 HäuSlinge; im Laufe des vorigen Jahres traten 584 hinzu, dagegen starben 32 und 445 wurden entlassen, so daß sich am 1. Januar d. J. noch 469 Personen in der Anstalt befan- det), wovon 367 männlichen und 102 wetbléchen Geschlechts Hterzu kommen noch 113 Kinder und 119 Gebrechliche und Irre, die außerhalb des Instituts, jedoch auf Kosten des Land- Armen-Fonds. unterhalten werden. Ueber die Einnahme und AUSgabe ist Folgendes zu Hemerken: Die erstere betrug, mit Hinzurechnung einer Summe von 12,844 Rthlr. als Bestand aus dem Jahre 1833, 42,904 Rthlr. Die Unterhaltungskosten Z:,lßßfen steh auf 30,212, wonach ein Bestand von 12,692 Rthlr.

e; t.

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Beilage zu 11.- 42.

des Landtags-Abschicdes für die zum 4ten Provinzéal-Landtage versammelt gewesenen Stände der Provinz Westphalen.

Denkschrift des Juftiz-Minisiers Mühler.

Der Antrag der Stände, Einréchtungcn treffen zu lassen, dgß die verschuldeten Grund üter in den Theilen der Pro- vmchßphalen, wclche dur das Hypotheken-Patent vom 22. Mac 1815“ bexroffenworden, unverzüglich zum Hl)- pothcken-Bych mgrosstrt wkzrden, wenn darauf nicht ausdrückltch verzichtet tft, und daß denjenigen In- tereffenten, welche es verlangen, von den Gerichten Hypo- tbxken-Schcine ohne Aufenthalt ertheizx würden, läßx fiel) mtt der durch die frübexen'Anträge der Wcüphälischen Stande veranlqßten Allerhöcbßen Kabmcts-Ordre vom 31. Oktober 1831 nicht veretnigen, welche die frühere, in der Hypotheken-Ord- nun vor_geschricbene Zwangs-Verpüichtung zur Berichtigung des Be :y-Tttcls aufgehoben und angeordnxt hat, daß die Bertchtigung des _Befiß-Titelzs nur auf den Antrag emes “nteressenten, es ser) dcs Besttzcxs oder etnxs Ncal-Berecvtigten, erfo gen sol].

Dte„Na„chthcele, welche die aufgehobcne allgemeine Zwangs- Vcrbmdlcchkett zureB'ericlnégxmg des Besß-Titels hätte hervorbrin- gen können, hat ubrtgens dte Allcrhöchüe Kabincts-Ordre vom 0. Oktober v. C“. (Hesey-Sammlung Seite 124, auch die Anordnung emcs «_bgckurztcn Verfahrens schon beseittgt.

_Dte Verordnung vom 4. März d. J. über die Execution in Civüsachen aber hat den Gläubigern die Mittel gewährt, auf dem kulrzestcn Wege zur Eintragung ihrer judikatmäßigen Ansprüche zu ge an cn.

Jer Zustand des Hypothekenwesens in den Bezirken der Ober- Landesgertchtc Paderborn, Münster und Hamm iii folgender:

. [. Ober-Laydxesgerichte. _

Ruckfixbtlich der exemtrten Güter und Grundüücke ist pee Hy- potheken-„Etnricwung als abgeschlossen anzusehen. Nur rvemgeGü- tersnd, tn das Hyvojtheken-Buct) noch nicht eingetragen, entweder wetl N1emax1d_pte Emtragung verlangt, oder es stehen Hindernisse entgegen, dee uch nacht sofoqrt beseitigen lassen.

11. ' Unter-Gertchte. 1) BTFtrk des Ober-LandesgericMs zu Paderborn.

Jm Fnrsienthuxn Minden und in der Grafschaft Ravensberg 111 der größere _Thetl der Grundüücke in die Hypotheken-Bücher emgetragcn. Dre schon vor der Fremdherrschaft eingerichteten Hr)- potveken-Bücher crlecchterten das Geschäft.

In dem Fürßenthum Paderborn und im ehemaligen Bisthum Corvey hat diese Angelegenheitmit den größten Hindernissen zu kämpfen gehabt, da es bis zur 1th beendigten Kataste'r-Aufnahme an allen fichern Grundlagen für das Hypotheken-Buch fehlte, und die Verwirrung durch die große Zersplitterung der Grundüückc so gxoß geworden war, daß das Ober-Landesgerécht_ an mehrere Ge- rechte besondere Kommiffaricn absenden mußte, um m die angehäufte Maffc vonNacbrtcvten, Gesuchen und Urkunden, Ordnung zu bringen.

Nach eitxem gn cfähren Ueberschlage beträgt die Zahl der Grund- Besßungen m dteYem Departement, wofür besondere Hypotheken- Zo-keen anzulegen seyn werden, 100,880, Am Schluss des vorégen

ahrcs warext bereits 36,675 HypothekemFolkcn angelegt. 2) Beztrk des Ober-Landesgerichts zu Hamm.

Der sehr lebhaftx Verkehr, vorzüglich in dcn Gebirgs-Gegen- dcn, tfk nccht obne Etnfluß auf das Grund-Exgenthum geblicben.

Die Anträöxe auf Berichtigun des Bestlz-Titels kommen in diesem Bezirk äufiger vor. Es i daher auch von den Gerichten zur Regul_irung des „HypothekcnwesenT schon mehr geschehen.

Es smd uberhaupt 140,371 Folccn anzulegen gewesen. Am Schlusse des Jahres 1832 waren bereits ........ 69,012 Folien angelegt. Im Jahre 1833 find hinzugetreten ..... 2347 :

, , zusammen 71,359 Folien. 3) Bezirk des Obex-Landesgertcyts zu Münster.

_ In diesem Bezirke tft verhältnißmäßig am Weniqüen geschehen. Dre Zahl der überhaupt anznlegcn gewesenen Folien wird auf 141,427 angegeben, Davon sollen nun zwar am Schlusse des Jah- res 1832 beretts 45,545 Tabellen angelegt seyn; die Zahl der wirk- lich im Hyootbekcn-Buä) eingetragenen Grundstücke betrug aber nur etwa 15-16,000.

Im Laufe des 0Jahres 18:13 sind 1361 Hypotheken-Folécn neu angelegt worpen. Zur Entschuldigung werden die noch nicht von- endete Regultrung dcr gutsherrlichen nnd „bäuerlichen Verhältnisse, die fortdauernden Marken: und Gemeinhetts- Tbeilungcn und der Mangel an den erforderlichen Subaltetßn : Beamten angeführt. Diese Gründe find nicht zureichend, da ste zum Theil auch in _den ü,brtgcn Ober:Lanpeögerichts-Bezirken der Provinz vorhanden smd, dre letztern abxr n_nt dem gleichen Personal doppelt so viel geleiüet haben._ Es wn'd jedoch darau“ gehalten werden, daß der Ober-Lan- desgcrtchts-Bezirk von Mün er nicht hinter den übrigen Westphal- lischen Ober-LanchgerichtI-Bczirken zurückbleibt. -

Was nach vorstehender Darstenung, zur vollständigen Regulrrunq des Hypothekcnwesens, noch zu thun rst, läßt sich nicht auf einmal und unvexzü lich durchführen. Das Beürcbsn des unterzeichneten c"susiiz-Mtni ers wird indes; darauf gerixhtet seyn, die mannigfachen Hindernisse und„Schwie.ri keiten anmältg zu beseitigen, welche der schnellem Erledtgung dre es Gegenstandes noch entgegrpsiehen.

Große Schwiertgkeitcn liegen m, mehreren Vorschrtften dcr Hy- potheken-Ordnung, die nicht auf emxn so oft wechselnden und so sehr tbeilbaren Grundbesitz berechnet smd.

In der so eben von Sr. Mnjcüät A_llerhöchs1 voüzogenen Ver- ordnung vom 31. März 11. J., wcgen Etnricbtung dcs Hypotheken- wesens m denz Herzogthum Westphalen, snd deshalb einige we- sentliche Modtfjcatkonxn der Hypotheken-Ordnun aufgenommen wor- „den, welche dte Bertchtigung des Bestß-Tite s und die Führung des Hypotheken-Bncheß erleichtcrn sollen. Das voUendete neue Grund-Kataüer bietet dte Mittel dazu.

„Es erscheint zweckmäßig, an diesen Erleichterun en auch die übrtgen Tb,eile_der Provtnz Wesivhalen, in denen das ataster eben- falls vollendet :|, noch vor der Beendigung der angemeinen Revision der Hypotheken-Ordnung, Theil txebmen zu lassen; es wird daher ein Geseb-Vorschlag in diesem Stnne für die Provinz Westphalen ausgearbeitet, und zur Berathung des Königlichen Staats-Miniüe- riums vorgelegt werden.

Die von Sr. Majesiät unter dem 4. März d. „F. vorxzogetxa Verordnyng über den Subbaüations - Prozeß ' rcxumt beretts dee Schwiere keiten„aus dem Wege, welche der Rxgultrung des Hypo- thekenwc ens bet den im_ Wege der nothwendigen Subhaßatwn ver»- kauften Grundüücken btsher ent' egenftanden, und wird, versiändig gehandhabt, einm_ sehr wesenxiazen Einßuß aufdie Beförderung der Hypotheken-EmreMyng äußern,

Berlin, den 10. Mar 1834. Mühler.

Nachdem jest sämmtliche Ausgaben für das, dem verstorbenen General von Scharnhorß von scm_en Freunden und Waffengefäbr- ten errichtete Grab-Denkma! besirttten iind, halten dee nockg lebenz den Mitglieder des zu jenem Zwecke zusammengxtretenen Comite es für ihre Pflicht, von der Verwendung der dazu erhaltenen Bei- träge hiernxipdffentliche Rechenschaft abzulegen.

An fretwmi en Beiträgen find überbauvx eingelézangen und bei der; General-Mi étair-Kasse deponirt gewesen 6215 Nth . 15 Sgr. 11 Pf. Dtese smd d_urch die Summe von . . . 007 - 23 = 9 . rxsp. durch ztnsbare Belegung der succefftve emgegangenen Summen und durch Ver- wechselung des Goldes vermehrt, so da "“""-""'"", im Ganzen ein Betrag von. . , ...... 6974 Rthl. 9Sgr. ZM. hat verwendet werden können.

Verausgabt snd dagc en: «) An Honorar dem Kün [er für 13318 bearbeitete Monument, em-

schließlich der Koßen dcs carrareschen Marmorblocks und dessen

Transport ................. 3229 Ntbl. - Sgr. - Pf. b) Für den Grundbau .......... 330 : 1 .. - .: c) Für das marmorneFußgestcll zum Mo-

nument ................... 1100 : _. . _ 11) Transyort-Kosten für den aus Prag

hterher gebrachten Leichnam und dessen

Beerdigung auf dem Kirchhofe der In-

)Zalidön ................... 227 - 23 0 - (* ür en aufdemMonumente ruhenden

_ vrynzenen Löwen ............. 1407Rthl.-Sgr,«-Pf.

1) Fur ein Gitter von Gußeisen ..... 349 .- 6 : 8 :- S) ufsiellungs- und verschiedene andere

Kosten ................... 106 - 8 - 6 -

_ in Summa 6749Rthl. 9Sgr. 85111-

Von der obgedachtcn Ernnahme von . . . 0074 - 9 - 8 -

ist mithin ein Bxüand verbliebext von. . . 225 Rtyl.- “Sgr. *Pf.

Dic Unterzerchneten haben 013 Sinne der Herren Geber zu han- deln geglaubt, wenn se dicse übrtg gebliebeknen 225 Rthlr. dem In- v,aliden-Fonds unter der Bqdingung überwresen haben: dies Kayttal ztnsbar zu belegen, und dte dafür eingehenden Zinsen dcm1e11t_gen Invaliden zu verabreichen, welcher pas Geschäft als Todtengrabek auf dem Kirchbofc versteht; jedoch Mit der Verpflichtung, dgß per- selbe dafür gehalten is?, das Denkmal beson_ders zn bcaufstchttgen u_nd durcb zettgemäßes Gießen im Sommer dee innere Erdäächedes eesernen Umgebungs-Gittcrs grün und sauber zu erhalten,

Berlin, den 3. März 1835. _ , v.d.Knesebeck,Schoeler,v.Mtnutolt,Nühlev.Liléenskern1 Gen. d. Inf. u. Gen. General: GcncrakLicutc- Gcncral rMajor. AderHVYdRönigs. Lieutenant. nant 0. „Z).

13 01'111101' 13 01'80. [)011 7. 111072 1834. 1411111. 1701108- 111111 «8111-80111'5-281'181. (Z'WUx/x. UMN'.) Z/I]/F27'éch/Üjé-'k/ck.| .* [ZF;]“1'1*kch/'](ZGÜ

81. -d'011u|(1- 8011. 4 1001, 100 08101". 7111011111". 4 1021“. «* 1,1". Engl. 0111. 30. 4 9D? 977“; 90mm. (10. 4 100§ «* ]'r1n.§1-11.(1.§0011. - (")B-,'; 64 1i11r-0.1&'00m.c10. 4 100.77 --- [(111'1n.()111.1n.1.(ck. 21 »“ 09; 8011188180110 (10. 21 -- 106.1 JS!!!".1111.§011.(10. 4 - 99.3- 1111550411005“. -- 77 «» 11871. 810111-0111. 4 100.1 ». 2.-§(:11.(1.1§'.-11.F. -- 77 *- ](1311119111. (10. 4 09-1 --«

1511111115. (10. 4-1 9.17“, -- 1101|. 1'01111'.l)111§. »- 17-1 --- 1)0117.. (10. 111 111. - 38; -- KLUE- 110. „„ 181 __. 1705101". 911111111112 4 102 -- [krisäkjcbsä'or . .! * 1317! 13x',„ (1r01'811. 1'03. (10. 4 102; -- |)180011t0 ..... *- 4

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Qussürtiga 861-8011.

zmsteränm. 2. 111017.

Rioäskl. 11711121. 861111111 552. 53 (10. 1011.

[(ma-1311|. 25Z. YZF 11111011. 95. 3; Z 7957.

991, 1'1'0085. ['Em-801181116 [137€ (10 45; 21111. «. ZZ 27.1,

11080,“- 80111110 172. 1111.33. 99. 0851017. 811011. 5Z 47,1.

Königliche Schauspiele. Sind am 7., 8. und 9. März geschlojsen. Dienstag, 10. März. Jm Opernhause: Othello, Oper in Z Abth., mit Tanz. Must! von Rossmé. (Dlle. Sabine Heine- fetter: DeSdemona, als Gastrolle.) Jm Schauspielhause: Franzdssche Vorstellung.

Köniqstädtisches Theater. . Sonntag, 8. März. Leskocq, oder: Jncrégue und Lcebe, Oper in 4 Akten. Musik von Auber.

Markt-Preise vom Getraide.

“Berlin, den 5. März 1835. Zu Lande: Weizen 1 Rthlr. 20 Sgr., auch 1 Rthlr. 15“ Sgr.;

Roggen ] Rthlr. 15 Sgr., auch 1 Rthlr. 14 Sgr_; große Gerfte

1 Revlr. 8 Sar. 2Pf., auch 1 Rthlr. 6 Sgr. 3„Pf.; Hafer 27 Sgr, (; Pf, auch 21 Sgr. 3 Pf. Ecngcgangcn und 3:17 Wéspcl ]2 Scheffel.

Zu Wasser: Weizen (weißer) ] Rthlr. 25 Sgr., auch 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf. und 1 Ntblr- 15 SITA; Roggen ] Nthlr 15 S r., auch 1 Rtblr. L*SgränZerändEZLFLWLMslWWCSaoM? 1 Rthr. 17 r.6 . engeg g se11« ee,

Sg Pf Mittwoch, den 4. Marzp1835. ) F

Das Schock Stroh 7 Rthlv; der Centner Heu 1 Nthlr. 2 Sgr.

5 , auch 15 Sgr. Pf“ Branntwein-Preése vom 27. Februar bis 5. März 1835. Das Faß von 200 Quart nach TraUes 54 pCt. oder 40 pCt.

Richter gegen vaare Zahlung und sofortige Ablieferung: Korn-

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