1835 / 72 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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versäumen und keine Mühe sparen mün'e, um Versammlungen und Petitionen gegen die verhaßte Steuer zu Stande zu brin- gen, Zu einer andern Zeit würden, selbst in einer Versamm- lung der Opposition, so ungereimte Vorwürfe, wie die der Un- wissenheit und der Falschheit, an dem bakannten und anerkann- ten Rufe der Gediegenheit der Kenntnisse und der ehrenwerthe- sten Offenheit des Sir R. Peel gescheirert seyn. Bei der jeizi- gm Aufregung der Parteien darf es aber nicht wundern, daß der d-Sfallsge Antrag einstimmig angenommen wurde.

„Ja einer Versammlung der Actionairs des Themse-Tunneis, die am Dienstag in der Londoner City-Tavern gehalten wurde, theilce Herr Hawes, der Vorfißer, dee Rachrichc mit, daß das vorige: Ministerium eine, nach der Meinung des Ingenieurs, zur Vollendung des Tunnels hinreichende Summe in die Hände der Direktoren niedergelegt habe. Der Bericht

'der Direktoren wurde verlesen, und es ergab sich daraus, daß

247,000 Pfund in Schahkammerscheinen auf das Eigenchum der Gcseüschafc als Hypothek eingetragen werden sollten. Hr. Brunel, der Ingenieur, verlas einen Bericht über den Bau, an dem er bereits wieder begonnen hat. Der schon fertige Theil des Tun- nels befindet sich in wohierhaltenem und sicherem Zustande, und Herr Brunel sprach die feste UeberZeugung aus, daß das Unter- nehmen nun ohne weitere Schwierig eit zu Stande kommen würde.

Es werden bcrcirs Anstalten zur Eröffnung des King's-Thea- ters getroffen, die am 14. d. stattfinden soll. Herrn Laportr ii? es gelungen, folgende Talente zu engaqiren: für die Oper die Da- men C-mei, Brambilia, Findlhor, Seguin, Griff und Xara, und die Herren Rubini, Jwanoff, Curioni und Lablache; für das Baiier die Damen Leroux, Varin, Taglioni und die beiden Eisler, und die Herren Perrot, Coulon, Leblond, Fremole und Desdayes. Beilini's, Oper: „Die Puritancr“ und Donizetti's „'",Narino Falicro“ soilm die Vorstellungen eröffnen.

Niedrrlande.

Amkkcrdam, 7. März. Man schreibt aus Herzogenbusci) vom 4ten d. M., daß der Pian, das Hauptquartier des im Felde beßndlicben Heeres von Tilburg nach dem Haag zu ver- lrgen, fürs erste bei Seite gelegt sey. Man glaubt zu Tilburg, daß sich der Prinz Feldmarschall mic Nächstem wieder dorthin brg.ben und einige Zrit dort verweilen werde.

Aus Batavia ist die Nachricht eingegangen, daß die Ex- prd'céon, welche: unter dem Obersten Elouc nach den Lampongs auf Sumatra gesandt morden war, um dieses Raubnest auszu- rortcn, vollkommen geglz'ickt is?, und jene Expedition am 6. No; vembrr wohlbehalten in Batavia wieder angekommen war.

Deigien.

Brüssel, 6. März. Durch einen aus Wien kommenden und nach, London bestimmten Englischen Courier ist hier gestern d;e I'iqchrichc von der gcfähriichen Krankheit Sr. Mai. des Kai- sers von Oesterreich eingegangen.

“Zins einer früheren Sißung der Revräsentanten-Kam- mer ist nackzträßlick) der bei dcr Discussion des Finanz-Budgees vorarbrachren cherprllation des Hrn. Desmanet de Biesme zu erwähnen. Sie bezog sia) auf die am Ende des vorigen Jah- res, wegen einer, wie man vermuthete, nahe bcvorßehendcn Zn-

vafion bewilligten 10 Zusarz-Ceiitinicn fiir cventuelie Kriegsve-

dürfnisse. Da fich nun die damals durch die Ernennung des Herzogs von Wellington zum Minister Englands veranlaßte" Befürchtungen allmäiig wieder zerstreut haben, so stellte Herr de Bieswe dem Minister folgende Fragcrx: 1) Macht die ge- genwärtige Lage von Belgien die Fortervebung der 10 Zusatz- Centimen noch frrner nothwendig? 2) Wenn im Laufe des Zar)- rss dir Verhäleniffe des Landes sich so gestalten, das; alle Furcht schwindet, macht dcr Minisrer sich anheischig, sofort die Erhebung der Zusatz ; Centimen einzustellen? -- Der Finanz-Minister erwiederte: „Die Regierung glaubt, daß es bei der gegenwärtigen politischen Lage Europa's unvorsichtig ist, die Aufhebung der 10 Zusaß-Centimrn zu verlangen. Findet sie aber später im Laufe des Jahres, daß eine solche Aufhebung tHunlich sry, so wird fie diesele bei der „Kammer beantragen,

' und die Kammer wird darm zu entscheiden haben, ob in Be;

riicksciuigung der Lage des Staats-Schaßes die Zusaß : Centimen r*.oci; ferner erhoben werden sollen oder nicht.“ _ Herr Der!- manet de Biesme: „Die Antwort des“ Finanz-Minisrers ge- Nügk mir durchaus nicht. Er sagt uns, es würde unvorsichtig sei)", in diesem Augenbiirk mit Erhebung der Zusaß-Centimen cénzußaltcn, weil man nicht wissen könne,*1vas sich noch Alles im Laufe des Jahres zutragen werde. Ich sehe ein, daß es bei emem Miniz'rer-Wewsel in einem benachbarten Lande, bei der ge- genwärtigen politischen Lage Europa's, bei der Annäherung des Früh- lmgs, dcr Zai)rcsze1r,inwclcher iich dieTruppenin Bewegung zu sez- zen pflegen, ailerdinqs unvorsichtig seyn würde, das zu thun; aber auf meine zweite Frage antwortet er, die Regierung werde in der Kammer die Aufyebung jener Abgabe beantragen, wenn wir den Frieden erhalten. ONeine Herren, wir können nicht darauf rrckmrn, ihn so bald zu bekommen; wir befinden uns in einem Zustande, der weder Krieg noch Frieden ist, einem Zustande, für drn man keinen Namen hat, -- und dieser Zustand “kann noch lange fortdamrn. Die neue Auflage ist aber jedenfalls fiir einen speziellen Zwch bewilligt Worden; wenn wir kcinen Krieg bekommen, so darf sie nicht angerührt werden, und dcnnoa) äußert der Minister, man werde sie anderweitig gebrau- chen kötrnen, auch wenn kein „Krieg entsteht. Dies bringt mich auf den Verdacht, der schon hin und wieder hier geäußert wor- d.", daß es nämlich irgend ein Loch zu verstopfen, eine Lücke auszusr'illrn giebt; ist das der Fall, so sage man es uns offen; dann ich werde immer bereit seyn, Grid zu be- Willigrn, um unsere Einnahmen mit den AusZaben m] niveau zu iexzen; aber vor allen Dingen müssen wir Antwort haben; :ck) habe meine zweite Frage darauf gerichtet, ob wir auch ohne Krieg jene addrtionelie Auflage brauchen werden?“ - Der Fimanz-Minister: „Wenn nach einiger Zeit die Lage Euro- pa? uns zu glauben berechtigt, daß wir keinen Krieg bekommen wcrden, so wird die Regierung ,bei der „Kammer die Auförhung des Gcseßes beantragen, welches die Zusathentimen bewilligt, und die Kammer wird prüfen, ob der Zustand des Staats- Szzaßes die Fortdauer derselben nothwendig macht. Was das zu verstopfende Loch anbelangt, so giebt xs" kein anderes, als

aSjenige, welches aus dem Ihnen vorgelegten Etat des Schaz- zes hervorgeht; es ist ein Desert da in der schwebenden Schuld; die (Gesekzgebling wird also dann untersuchen, ob es zweck- mäßig seyn Mrd- das DLR“ mit jener Auflagrzu decken.“ -- Damit War diese Jnterpeliation beendigt. -- Später fragte Herr Rodenbach,„warum nicht alle Gläubiger des Hauses Nassau- Oranien aus dem Provenü der Sequesier auf die Güter dessel-

ben befriedigt worden. Ob es nicht Recht ey, auch die Sum-

men n1icBeschlagzubelegem welche König iihxiw iii der Bank stehen habe? man würde dadurch mehr als 90 Millionen erhal- ten. -- Herr v. Huart antwortete, der Sequester sep im Jahre

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1830 gelegt tvorden , der damalige Finanz; Minister, Herr von Coghen, werde also ohne Zweifel alle ihm zuständigen Sichere beits-Maßregeln zur Deckung der Gläubiger ergriffen haben. Uebrigens seyen schon sehr viele Gläubiger bezahlt und was noch restire, sey sehr wenig und könne im Jahre 1835 87; arreztatj; ohne Schwierigkeit abgetragen werden..

Die Genter Baumwollen-Manufakruristcn haben am 2. März in einer zu diesem Zweck gehaltenen Versammlung eine abermalige Adresse an die Kammer unterzeichnet, worin diese um die Be- schleunigung der Verhandlungen über die Verhältnisse jenes Zn- dustriezweéges gebeten wird. Zugleich wurde eine Kommission von 10 Mitgliedern ernannt, um der Kammer die erforderlichen Aufklärungen zu geben.

Der bekannte Englische Oberst Caradock befindet sich wieder in Brüssel.

Schweden und NorWegen.

Stockholm, 3. März. Se. Majestät haben dieser Tage mehrmals“ Conseil gehalten. Ein Ergebniß davon ist folgendes in der_heutigrn Sratstidning erschienene Königl. Schreiben an die Reichs- Stände: „„Das von drn Ständen des Reichs während des lrkzren Reichstages angenommene und von Sr. Mrjesräc am 1. März 18.30 sanctéonirte Gesekz für die Reichs; ständische Bank schreibt im §. 7 vor, daß alle Bestimmungen und Reglements in Brcrrff drs" Geschäfts und der Verwalturig der Bank in genauer Uebereinsrimmung mit den in diesem Ge- sefze angegebcnen Grundlagen angeordnet werden sollen, Durch drcses Gesekz, unabhängig von 'der vom vorigen Rrichsrage ent- worfenen, aiiein von den jetzt versammelten Ständen nicht an- genommenen Rcdactions - Aenderung der? §. 72 der Regierungs- form, ist Sr. Majestät die "besondere Pflicht a;;frrlegt, darauf zu sehen, daß die Beschlüsse Über das Geschäft und die Verwaltung der Bank, welche von den Sränden gefaßt werden, die ?lufrc-Mhalrring der Münz-Besiimmung sichern, Welche von Sr, Majestät und dcn Ständen gemein- schaftlich friigcseßt morden. Sc. Majesiär hätten erwartet, daß die Stände des Reiches zu solchem Brhuf bei Sr. Majestät untcrtl)änigst Anzeige von ihren Beschlüssrn m Betreff der Baerk machen warden; und Se. Majestät haben in dissrr Erwarmng Ihre Antwort auf das unterihänigske Schreiben der Srände vom 27. Oktober Wegen einrs ncUcn Sysrcms drr Recjmungs-Einhri für die Sckiwediscihe Münze U. s. w. aufgeschoben. „Da eine solche untrrthäniae An rige rwci) xéichc an Sr. “Majestät gelangt ist, so glauden Se. *-?axesiäc, hiermit den ReichszStändcn zu erkennen geben zu müssen, daß Sie die Frage ["ck-r cine verän- derte Münz- und Zädl-C'inhrit nicht zur scdlirßiicheu Entschei- dung vornshmrn Wollen, ri).- Sie nicht in Folzxr des oben ange- zozenrn Grsrßes vom 1. März 1830 von den Ständen drs Rei- chos OJTLtrHeiiuxxg über ihre auf dicsem Reichßtage gcf-rßten Be- schltiffr Üdrr dir Grundiagen fiir den Verkehr und die V-srwal- tung der Bank empfangrr: habrn. Sr. M.]j-xx'iär verbleibsn u. s. ir. Karl Johann.“

Die erwähnt» von den Ständen nicht angenommrne Aende- rung des §. 72 der Regierunqsform w.:r bekanntlich eine solche, welche, dem Könige größercn Einfluß auf die Verwaltung der Bank“ verschafft [JK-ZLU würde. _ Was das grgenwärtige Königl. Schreiben betrifft, so erhellt aus dem, was die Hiefigen Zrirun- gen auszugMcti-r aus den Staatsraths-Protokdilen mirrheilen, das; siti) sämmtliche Minister gegen den, diesern Schreibrn zum Grunde liegenden Beschluß vcrtvahrt haben, weil die Frage von Namen, Form und Ziffer der I,)?ünze mit den übrigen Beschlüs- sen in Hinsicht der Bank nicht nothwendig in Verbirwung siche. Dennoch ist das K. Schreiben deti Stärtden üöergeben worden, von welchen man in dieser Hinsicht Aussteliungen wider die Mi- nisrcr erwartet,

Der König iwc unterm 261“th v. M. die vom Hofkanzler vcrordnete Einziehung des As'conbiads destätigt.

Dänemark.

Kopenhagen, 7. März, Se. Majestät der König haben vorgeskcrn die dies'jährigcn Versammlungen des Höchsten Ge- richtes feierlich eröffnet.

Unser junger Landsmann, der Uhrmacher Jules Jürgensen, welcher fich mit öffentlicher Unterstüßurm auf einer Kunstreise in der Schweiz befindet, hat eme neue Art von Metali-Thermo- metern erfunden, welche er OJTero-Thermorncter nennt, und die von der Beschaffenheit sind, daß sie angeben, welche Temperatur es zu irgend einer Zett des Tages oder an einem Theile des Zeitraums von 24 Stunden gewesen ist. Es soll dieses Zn- strument den ungetheilten Beifall der Naturkundigen, nament- lich den des berühmcrn Decandolie in Genf, gefunden haben.

Polen.

Warschau, 8. März. Aus Kalisck) berichtet man, daß die Vorbereitungen zu den dort beabsichtigten Miiitair-Uebungen, so wie zum Empfange der Hohen und Höchsten Herrschaften, mit außrrordentltchcm Eifer vrtrirbrn werden. Bei Biskupicr- Smolone, hart an der Gränze, ist bereits ein Lagerplaß abge- steckt, der Z Meile lang und “*- Meile breit ist. Das Lager, welches aus großen Zelten bestrhr, soll noch vor dem Ende drs Monats Juli gänzlich fertig seyn.

Deuts-Éiiand.

Hannover, 7. März. Am gestrigen Tage hatte Herr Taylor eine Mittagö-Gesellschafc zu Ehren des seit einigen Tagen hier anwesenden Cngsischcn Ingenieurs, Herrn Vignoles, bei sich ver- sammrlt, an welcher die .Herren Finanz-Minisker v. Schulte und Geheime Rail) v. Schele, die Mitqlieder der vom Königl. Ka- binets-OITiniüerium zur Prüfung des Entwurfs eincr Hannoverschen Eisenbahnniedergeseßcen Kommission, und andere für dirsewichtige Anaelegeni)cit sich interessirende Civil- und Militat'r- Beamte Theil nahmen. Herr Vignoles, welcher seit einiger Zeit das Erdreich, Über welches die beabsichtigte Eisenbahn ihren Lauf nehmen soll, zwischen Harburg und Hannover untersucht hatte, war so eben von einer Reise nach Braunschweig zurückgekommen, und be- z7uqte |ck) mit den an diesem wichtigen Handelspunkce ange- knüpkcrn VrrbindUngrn zufrieden. Zuerst erhob sich Herr Tay- lor, imd dankte drr Gcsrlisckmft für ihre Anwesenheit. Es seyen j-ßc anderthalb Jahre, sagte er, daß Se. Excellenz der Finanz- Minister ihm die Ehre erwiesen, ihn im Gespräche auf die Möglichkeit einer Eisenbahn zwischen hier und Hamburg auf- mrrksam zu machen; der Gedanke an die große Bedeutung einer solchen Untrrnehmung und drr lebhafte Wunsri), dem Lande, worin er während eines Aufenthaltes von nun bereits zwanzia Jahren einige der glücklichsten Augenblicke seines Lebens" genossen habe, einen Beweis seiner Anhänglichkeit zu geben, hätte ihn bewo- gen, sich über diesen Gegenstand zu unterrichten, und nachdem die erforderlichen Einleitungen getroffen worden, mit mehreren Herren in England Rücksprache zu nehmen, um die Ausführbar- keit und Rathsamkeit der Sache, wvzu dieselben das erforder-

liche Kapital, über drei Millionen Thaler, vorschießén wd"

Im Auftrage dieser Herren

ten, zu überlegen. dessen große Geschicklichkeit und

Herr Vignoles ,

. - ) dienste um die Ausführung ähnllchkk Unternehmungen "* endske Weise vollxkändig durch Erfahrung widerlegt sey,

England und Irland allgemein anerkannt seycn, die nz" Untersuchung vorgenommen; eine Kommission hiesigen Regierung niedergeseßt, um die Schwierigkeiten u„ Bedenken, welche ganz neuen und den meisten Einwohnern au eigener Anschmrung nicht bekannten Unternehmungen in Lande und auch hier entgegenstehen, zu erwäZen; er hoffe, es der Kommission möglich seyn werde, sri) von der Aussihr barkeit, der Rathsamkric, ja der Notdwendigkeit der Eisenbih zu überzeugen, und daß der Hannoverschen Regierung der Nut) gebühren möge, zucrß unter 7 ihrem Lande die Wohltbat

sichern.

eines so großen Werkes

der Eisenbahnen. Es“ sry, sagte er, kaum hundert Jahre her, daß man in England vor eincr Reise von Englischen Meilen geglaubt habe, sein Tcxramrnr warben" müssen. Damals haben Packpferde zur ForrMaffxxng d,. großen Lasten gedient, und die Wege wären dem M- beschaffen gewesen. Die erste Verbesserung habe in “Emrich. tung von Heerstraßen bestanden. Sie sey: nur unter allgcmumm Grfcbrei der Bethciligkert, unter theilweisen Volks-Aufiäufenu» Zerstörung der Schlagbäume eingeführt worden. Darauf scydaz Sysrem der Kanäle gefolgt; der des Herzogs von Bridgewaéersey

der erste gewesen; dieses System habe zur Folge gehabt, dais"

innere Verrehr sic!) gänzlich vcrändcrr, daß der Wohlstandm Landes im Großen gehoben worden. Seit zehn Jahren seymm das System der Kanäle durch das der Eisenbahnen Überßügxn worden, und in funszig Jahren werde vielleicht wiederumejz neues„Sysrem der inneren Verbindung den Vorzug verdienen Selösc der Gebrauch der Eisrndahnrn sey bereits außerordeno lich vrrvollkommnrt. Während das Comité für die Bahnzwß schen Manchckicr und Liverpool noch vor wenigen Jahrrnéi nen Preis ausgesctzc, für Fahrwerk, „welches in einer Stand: acht bis zehn Englisckye Meilen zurücklegrn warde, währen] man also dirses damals als das äußrrkie Ziel angeseßen hab:, sry man jxfzc dahin gelangt, in einer Stunde 60 Engi sche *)Iixrilrn grfahrios und bequem zurückzulegen. Zern Fortschritt in dieser Bahn werde als ein Gewinn an- gesehrn , denn in Enqiand betrachte man die' Zeit als das wichtigste Kapirai; Zeirgewinn gelte dort für Geirgewinr. Es w-xrde nunmehr dem Hannoverschen Lande die Gelegenheit geöoren, si-F) das Vollkomrrrenji-Z, was in dieser Art bisher!)“- vorgebracht worden, .:nzueignen, und das ohne Kosten, ohneGn fahr, nur durch Gestatcung eines Gesetzes, wonach Land-Eigcr thümer auf der brabsuiytégtrn Sirch: verpflichtet xrrrdrn köxinter ihr Eigrnjhum gcgen vollen Ersaxxz seines“ Werthrs, fast varii- rer eigener: Srixäkzung, abziitretrn. Zn Englar-d sey das Ver- fahrrn dabei einfaw. Das Pariamcnr frage nicht, ob Einzelne in ihrem Gervcrbs gestört wcrdrntnöchten, sondern ob das game Land dach gewinne , ob die Verbesserung dem gam en ngde größere Vorthciie verschaffrn w-xrdx? Es sey » orschrésc, daß ein Einzrlner mit seinen Kiaqcn gegen dergleichen Werke gar nicht einmal grddrt werden solle. Er selbst würde stolzseyn, zur Einführung des Eisenbai)n.Sysiemes auf den Kontinent mitzuwirken, indessen dürfe er bctheuern, daß keine Rchsici): irgend einer Art ihn bewegen könnte, einen ordern Plan „:..: empfehlen, als“ denjenigen, welchen er der Sache und dem J:;rer-exie rer Herren, für welche er hier zu sprechen 'die Ehrehabe, angemessen erachtr. Hr. Geheime Rath v. Schele, als Präsident der vom Königl.Kabinets-OJTinißeriUm nirdergesrßten Prüfungi KommR'fion- drmrrkre in Erwr'edrrung hierauf in Französiche: Sprache: Die wescnrlickw Bedingung, unter welcher eirieEisew bahn ins Leben treten könne, müsse die seyn, daß daraufdie Güter brdeutcnd wohlfeiler als bisher geliefert. wiirden. i: stimme den eben geäußerten Ansichten im Allgemeinen bci- müfse in ihrer Anwendung auf Hannover jedoch von Rück; sichten ausgehen, welche nicht so sehr aus der Theorie,au aus der besonderen Lage des Königreichs heraenommen wären

Wäre ganz Deutschland zu einem großen Reiche mit ein- SceuerZSystrm verbunden, so würde die Sache ganz andi, liegen als“ jelzt, wo unsere Staatsmänner die Pflicht hätten,übri drm Gewinne, _welchen eine Eisenbahn in angegebener Richtun" für ganz Deutichland haben möge, die Jnccreisrn dez eigen

Landes nicht zu übersehen. Dchortheii einrrEisenbahnwürdedt innern Dcutschland, Welches dadurch dem Meere näher geri werde, zu Gute kommen; aber er be weifie sehr, ob in gleiche Maße unserem Lande; wenigstens Gabe er [ich bis jetzt no nici): davon überzeugen können, obwvhl er bemerken müsse, das seine Ansicht noch nicht feststehe. Sehr viel klarer würde dies- Angelegenheit liegen, wenn dir Englischen Korngesekze nicht be- ständen; denn woxu unserem Lande eine Eisenbahn mäßen so!]?- wenn dasjenige Prodirkc, welchrs den Haupt-Ausfuhrarcjkeliei Uns bilde, das Korn, in England nicht zngelassen Werde? Mögt. England vorangehen, nerd uns mirErmäßigung der Kornbélleiv gegrnkommcn, so würde er sein Hauptbcdenken gegen dies Projékk verschwinden soßen. Nachdcer. Vignoles hiergegen bemertcham, daß diejenigen Herren, in deren Namen er hierhergckommti sry, nicht die Englische Ration rcpräsentiren, und er daherski nerseics diese beiden Fraqen als getrennt betrachten tm'xisr, “' klärte der Herr Finanz-Minisrer von Schulte: .Der Plan cim Eisenbahn habe iim als etwas in der Ausführung Wünschen wrrthes allerdings beschäftigt, und er würde rs sich zur große Ehre rechnen, wenn unter seinem Ministerium eine Arbxi: vs diesem Umfanqe und dieser Wichtigkeit für das Königreickio'“ Stande kommen sollte. Das Ministerium habe eine Ko

mission niedergrseßc, und derselben die Frage zu grün? lichster Erwägung Üdergebcn; cr seinerseits halte sich vo

dem übrrwirgenden Vorcheile der C'is-endahn fiir das Lü" im Ganzen überzcqu; er wünsche, d.“.xß die Kommjsßo sick) demnächst im Stande sehen möge, eine qrrinrli-x Ueber eugung dahin auszusprechen, daß die C.s.-ndaht: béi drrjei gen age des Latidrs für dasseibe vrrrheiihqx. , daz": sie

dasselbe nothwendig, und daß die Art, wir ::": ausch Werden solle, sich als empfehlenswerti) darstelle; dann, wen der Regierung eine solchc reiffich erwogene Uebrrzeuxxuna 1“ Kommission vorgelegt werden könne, werde auI») sie das Zhrki thun, und bei der allgemeinrn Ständc-Versammlung den Antka auf Anodehnungwes Geießrs über Abtretung vo'n Eigenes)" zum Brhuf der .Herrskraßen auf die Anlegung der "Eisenbahn m- chen. - Nachdem noch von andern Seiten auf die Modalitäkk eines solchen Antrags, anf den großen Vortheil, welchcr dem Land aus der sofortigen Verwendung einer so bedeutenden Geldsumm zUÜießen würde, den unzweifelhaften Gewinn des Landes dur erleichterte AUSgleichung seiner eigenen Produkte, die erhöh't Lebhaftigkeit des Personen-Verkehrs, die demnächstiae Erweiterun- des Systems nach anderen Theilen von Deucschland, und au

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sey von ho,:

jedem daß

alien Deutschen Regirrimgen

Nach ihm erhob sich Herr Vignoies und enrh wickelte in einer ausführlichen Darxieliung die Vrrhälmi", Em

ie unwidersprochiiche Thatsache hingewiesen War, daß Alles, Was ' gegen Eisenbahnen vorgebrarht werde und vorgebracht wer- “? könne, vor Jahren bereits met demielben Scheine gegen An- es von Heerstraßen vorgebracht, und seitdem auf die enü- “9 igchien ck die Gesellschafc in der Ueberzrugu-ng zu vereinigen, daß zur ussührung des Werks, wenn solche angegriffen werden sollte,

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d in günstigerer ZeitpUnkc als der jetzige nicht wieder erscheinen

erdi', und daher derselbe nicht unbenutzt vorbeizuiassen sey; Kassel, 8. März. In der heutigen Sitzung der Stande- Versammlung verkundete der Landrags-Commtssair eine höchste Cm- schließung Sr. Hoheit des Kurprmzen und Mitregenten, wonach * der Landtag mit Ende dieses Monats geschlossen werden svile. swurde dann das Grieß, yerschiedene Erläuterungen Und Ab- änderungen des Ablösungsgeierzes betreffend, revidirt und in ge- eimer Abstimmung mit 30 gegen 12 Stimmen angenommen. - e von dem ])1', Schreiber eingelegte wiederholte Protestatidn “egen die im vorigen Sommer von der StändezVersgmmlunq m Bezug aus die bei den VergleichsMlaterhandlungen nur den Wcsi- phälischeU anminenkäustrn zun) Grunde zu le enden Normen, q„faßten Beichiüise, ward? lrdtgitck) zu den kran genommen. Am Schlusse dersSikzung Udergai) dcr Landtags-Kommissar noch mehrere Geirß-Cncwürfe, betreffend die wegen veränderter Ab- qränzung mehrerer Gerickytsbezirke erforderliche anderwerte Fest- seßgng der zu stellendrn Wahlmänner, ferner die wegen mangel- ' bastgewordener Währjchafts- und H:)pothekrnbücher zii erlassenderi ::.d e„kuchen Aufforderungen und endlich ein Rrgulactv über ,die Tagegelmr und Reisekosten der erl-Staatödienrr. Sämmtirche Entwürfe wurden dem Rrwtspficge- Ausyxhuß zur Prfifung Die hiesige Zeitung sagt in

überwicicn. Leipzig, 10. März._ 4 einem Schreiben aus Wien: „Ueber den neuen Kaiser befe- |;gc sich mit jeder St_unde der (Hiaubr an seine Einsicht und Beharrlichkeit im Voriakz, in die Fußstapfen seines erhabenen Vorgängers zu treten. Dis irrrn ngiß, Weiche irgend eiiie Ab- änderung im System der äuxzern uno innern Staatsverhältntsse und der obersten SmarZMhör-Zea voraussagen. Die Hand- schreiben an diese, die ersrc ÖsskUUÖÖe Wiüenserkiärung, sind aus der Seele des nLULU Monarchen geschrieben. Die Erlassung aller neuen Boeidigungen i!? ein glänzender Bcweis des vätxriichen Zutraurns. Urid die Bewohner der Residenz, unter deren Augen Kai1er Ferdinatxd auf- qewachsen iir, lächclr: mit Recht über manche F-xbrleien. Seinen Muti) hat er bei der großen Ueberschwemmung 1833 he- wiesen, wo er mit Lebrnérefxßr. rritere und LebenSmirtel zuführte, wie Dcindardsiein ausfüéerxr) erzäßlc hat; aber auch bei dem Mordversuch, de:; ein Wa,“.rrx'inniger, Rrindel, in Baden auf ihn machte. Da war er dir erste, drr ohne aiie Bestürzung nur an den Schrrcken dachce, den diese T&liheir srincm Vater verursa- chen könntr, drr erxis, dcr zum Kaiser eiiie und sich gesund und unversefzrr zeimte. Als Mitgkird drs Staatsrarlw erhielt er,_ sowie sein Bruder, der Erzhrt'zog Frrnz Karl, oft Akten vomZaiirr zur Begucachtung ngcsch1ch, u. gewöyniich vollzog drr Ka:;rr die vo_n dem Kronprinzen vorgrschlagrne Rewiurion. Die _einem-Regenten io wichtige grnau: Kencnxß dcr Produrre und varrkate in ailen LZn- destheilcn war bci dcm jeßigcn Kaiser früh schon eine vorng- liche Liebhaberei geworden, Und man beeifrree sich, aus allen Theilen drr Monaräiie ihm die interessantesten Naturalien, be- ._ sonders in geognosrischer Beziehunxr, die neursten Modelle für ' Masckßnenbau, die gelungenstrn Erzengniffc dcs Oesterretchischen Gewerdfleißes und der so hock) gesteigerten anustrir zuzuschik- ken. Dies alies war in mehreren Sälen, seiner Wohnung in systematischer Ordnung aufgestellt und fÜUre seine Erholungs- Stundrn aus. Es stand ihm daöei lange Zri: Ferr von Kecß, erster Commissair drr Oeserreichisckxn Fabriken-Hnsprctéon, zur Hand, der berühmte Verfasser der „Darstellung des Oesterreichi- schen Fabrik; und Gewerbwesens“, welches Werk jener Samm- lung zum Theil seinen Ursprung verdankr.“ München, 7. März. Se. Majestät der König haben we- gen des Ablebens Allerhöchskihres Schwagers, des Kaisers Franz , von Oesterreich, eine Hofcrauer von vier Wochen angeordnet. Die Trauerbotschafc von dem Ableben Sr. Majestät des " Kaisers Frau;; wurde durch vier track) einander folgende Couriere, wovon den ersien Se. Majestär der König Dienstag Nachts halb 12 Uhr erhielt, hierher überbracht. Der Großherzogliche Hof hat,

*. Karlöruhe, 6. März.

reich, auf sechs Wochen Trauer angelegt.

Die Badische Stände-Versammlung ist auf den 28. d. M. einberufen worden. Zu Mitgliedern der ersten Kammer haben Se. K. H. der Großherzog unterm 28. v. M. ernannt: den Staatsminister v. Bcrkheim, den General-Lieutenant von Stock,- horn, den General-Lieutenant v. Freéßedt, den Bis of von Ma- cra, Domdechanten v. Vicari, in Freiburg, den Pr sidenten der OHer-Rechnungskammer von Theobald, den Direktor der evange-

' lisclden Kirchcn-Ministerialsection, von Vera, den Obersten von Laisolayc und den Ober-Forftrmister von Neven.

Jm Winter-Semester dieses Jahres zählte die Univerfirät Heideibcrg 530 und die Universität Freiburg 446 Stadirendc.

Unter der Firma „der Badische Phönix“ ist hier dieser Tage die erste einheimische Mobiliar-Feuerverficherungs-Gesell- schaft gestiftet worden und in's Leben getreten.

Oesterreich.

Wien, 7. März. „Se. Majrfiät der Kaiser habrn auch Uoch folgende Allerhöchste Handscbrriben erlassen:

An Se, Kaiserl. Hoheit den Herrn Erzherzog Palarin.

„Lieber Herr Oheim, Erzherzog Joseph Palatin! Ick halte für eine der ersien Angelegenheiten, bei dem Antritte Meiner

egierung mit tief bewegtem Herzen Meinen Dank auszudrük- kk", zu dem Ich Mick) durch die hoHen Verdienste aufgefordert Wie, die Euer L:cl1den um Meinen unvergeßlichen verklärten aier und Mein theures Kdnigreick: Ungarn während einer Reihe von beinahe voiicn 40 Zahrrn, sric welchen Sie die höchste RPM-Würde in Meinem Königreiche Ungarn so rühmlich be- kleiden, Stck) erworben haben. - Ich rechne darauf, daß Sie tmc giricher Liebe und 'I(:1k)äpgli,)keit auch Meine, dem aligemei- nen Wohle und dem Glücks Meiner getreuen Ungarn geweihten landeSvätrrltchen Absichten fördern werdcn. Wien, 2. März 1835. Ferdinand 111.11.“ . An Se. Kaiserl. Hobeit den Herrn Erzherzog Vice; König Rainer.

„Lieber Herr Oheitn, Erzherzog Rainer!_Es hat den uner- fökschlichen Rathi'chlüsscn des Allmächtigen gesalien, Se. Maje- Üät, Meinen hochverehrcrn innigst geliebten Vater, Unscrn Al; lerZnädégsten Herrn und Kaiser, heute Morgens um drei Vier- tel auf Ein Uhr in ein besseres Leben abzurufen. Indem Zch Euer Liebden diese, Miri) mir dem tiefsten Schmerze erfüllende Nachricht mittheile, hege Ich zu Eurer Liebden das feste Ver- trauen, daß Sie die, Ihnen von Meinem Hdchsiscligen Herrn

Wegen des Ablebens Sr. Mai. des Kaiser:? Franz von Oester- *

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Vater anvertraute Verwaltung des Lombardisch-Benetianischen Königreiches mit eben demselben Eifer und in derselben aUSge- Yichneten Art fortführen werden, welche Ihnen stets die volle nerkennung von Seiten Meines verklärten Vaters gesichert batten. Wien, 2. März 1835. Ferdinand m. p.“ An Se. Königl. Hoheit den Herrn Erzherzog Ferdi- nand von Oesterreich Este. „Lieber Herr Oheim, Erzherzog Ferdinand! Es hat den unerforschlichm Rathschlüssen des Allmächtigen gefallen, Se. Majestät, Meinen hockyverehrten innigst geliebten Vater, Unsern Allergnädigsten Herrn und Kaiser, heute Morgens um drei Vick- tel auf Ein Uhr in ein besseres Leben abzurufen. Indem Ich Euer Liebden diese, Mich mit dem tiefsten Schmerze erfüllende Rachricht mittheiie, heqe Ick zu Eurer Liebden das feste Ver- trauen, daß Sie die Ihnen von Meinem Höchstseligen Herrn Vater anvertraute Civil: und Militair-Verwaltung Meines Königreiches Galizien und Lodomericn mit demselben Eifer und in derselben auSqezeichnetcn Art fortführen werden, welche Ih- nen stets die volle Anerkennung von Seiten Meines verklärten Vaters gesichert ho.ttrn. Wien, 2. März 1835. Ferdinand m. x).“

- Der Korrespondent der Allgemeinen Zeitung meldet aus Wien vom 3. März: „Ich glaube, uoch einige Ncbenumstände, die das Ende des verrwigtrn Kaisrrs begleiteten, beifügen zu müssen. Hierher gehört besonders die wahrhaft rührende Ab; schiedsscene, die zwxschen dcm Verewigten und seiner erlaucbten Familie in den lcßtrn Angcnblick'en srinrs Lebens stattfand. Um 12 Uhr Mitternachts äußerte Se. Majrscät den Wunsch, Höchst- ihre Kinder und Brüder noch einmal zu sehen. Sie wurden schlemrigsk hcrbeiger'ufcn, und nachdem der strrbende Monarch ihnen seinen chrn ertbciit hatte, hob er die Hände zum Him- mel und sagte mit inbrünßigrr Stimme: „Jck) beschrröre Euch, meine Theuren, die Ihr mich hier sterben m):, gedenkt dicses Augenbl:cks,seyd fromm und einrrächtiq,und der Himmel wird Euch segnen.“ Nach diesen mit vieler Anstrengung hervorgebrach*cn Worten verfiel drr Strrbrnde in große Schwäche, und die Um- stebenden entfernten fi-Il); ciniae Minuten nachher, als der M0- narch wieder etwas zu sich gekommen, variangte er drt". Erzher- zoq Palatin zu sprechen. Er untrrhiclt sich mit diesem unge- fähr 10 Minuten, die ihm noch vergönnt zU seyn schienen, um die Wohlfahrt Ungarns drm Erzherzoge an das Herz zu legen. Gleich darauf trat die Agonie ein, und die Thürrn des Sterbe- zimmrrs wurden geöffnet, um den ganzen Hof nach der her- kön1rnlichen Sitte Augenzeuge von dem thschccdrn des O)?0nar- chen seyn zu lassen. D:cKaiscrliche Familie ist von dem sie be- troffrnen narrsrrzlicizrn Verluste kiff ergriffen, und schmerzliche Trauer erfüllt die (Stadt.

T?) P & ri i r n.- Madrid,10.Febr. (AllgemZeitung) Dir mit der

Prüfung des Gcsrß-Emwurfs übrr dic inncre Sraatgschuxd be- '

auftragte Kommission von Prokuradoren hat am 14ten ihre Ar- beiten berndigt. Ihr Plan soll an folgrndcn P:":krrn beru- hen: 1) die irme'cc Srimid der auswärtigrn möglichst glrichzu- stellen; 2) alle Arten der Schuld auf zwei, die konsolidirte mit Zinsen, und dir nicht krnsolcdirte ohne Zinsen, zurückzufüh-

ren. Zu diesem Bthf schiägt fie die Consolidation von zwei.

Dritteln folgender Sckzrriden vor: die aus Amerika angekomme- nen Kapitale, die sich auf 26,061,402 R. belaufen; die Cau- tionen in Geld 635,134 R. G.1ri)adcn der Depots zum Be- lauf von 11,355,677 R. und die aus den Tadack- und Salz- Lieferungen herrührenden von 0,71€.“- “.-?0 R. Auch bringt sie die Hälfte der niädt konsolidirten Valrs in Vorschlag, deren ganze Summe 827,028,004 R. brträgt, und die Hälfte der lau: fenden 5oroc. Schuld in Papirrrn zu 5323002201 R. Ein Drittel der vier ersten Schaldcn und die Hälfte der beiden iekzcerrn sollen, der Kommission zufolae, in der Klasse der un- verzinslichen Schuld bleiben. Die jährlichen Zinsrn, welche die Kommission anerkannt, mit Inbegriff von 12 Mill. Tilgungs- Fonds, würden 54,500,000 R. betragen. Torrno dagegen ver- langt, daß die Kommiiston zwei Drittel der vorhandenen Vales, anstatt der Hälfte, anerkemxr, und daß das übrige Drittel schwe- bend bleibe, ohne zur unvrrzinslichen Schuld überzchbcn. Widrigenfalls beharrt das Ministerium bei seinem Vor- schlage in allen Punkten. Die Kommission hat nun die Streic- frage einer großen Menge von Prokuradorcn zur Berathung vorgelegt. Aiies dicses hat die Fonds sehr gedrinkr, und einen fast gänzlichen Stillstand an der Börse verursacht. Es wurden vorgestern nur sechs Geschäfte notirt, und es herrschte auch 9,9- srern große Flauheit. ,Das Schlimmste ist, daß viele Prokum- doren, als Banquiers oder Inhaber von Staats-Papieren, bei dieser Frage persönlich bcrhriiigt smd, und ihr Priyac-Jntercffe mit dem des Staates kollidirt. »» Uneerdcssen lebt hier die große Welt in Herrlichkeit u-id Frcnden; die Frage dcs Bü:- gerkriegs wird aufden Maskenbäiicnvergrffcn, und die Tagrs-Politik wird beim Tanze verhandelt. Ocffcncliciye OJKaskenbälie finder: in den Theatern täglich (oder vielmehr nächtlich) sratc. Der Fran; zdfische Boischafecr giebt jeden Mittwoch einen Ball, auf wcl- chcm sich die höch'ße Gesellschaft Madrids einfindet, um der Französischen Artigkeit zu huldigen. Der Englische Gesandte gab am 7ccn d. emrn Ball, Welcher an Prackyt und Luxus echt Britisch war; über 400 Personen zum Theil vom lidch|ien Range, das sämmtlichr dipiomatische Corps, der General Quiroga, Alcala Galiano und Arguelles neben Amarillas, Alba, Osuna, Hijar, den Ministern u. A. waren dort anzutreffen. Die Damen wur- den von der Frau Gräfin Raynevai empfangen, welche durck) die ihr eigene, an allen Europäischen Höfen anerkannte Liebenswür- digkeit diesem Fest einen besonderen Reiz verlieh.

Inland.

Berlin, 12. März. Der in dem neuesten Stricke der Geseß-Sammlung enthaltene Freundschach, Schifffahrts- und Handels-Vertrag mir den Vereinigten Sraacen von Mexiko i-xutec folqenderrxraßrn:

„Im Namen der hochheiligen Dreieinigkeit!

Nachdem zWiskikUl dcm Königrciäw Preußen und dcn Vereinig- ten Staaten von Mexiko bereits seit einiger Zcit HandelI-Verbin- dungen brgründct worden sind, hat es znr Erhaltung und Förde- rung der gegenseitigen Intercffcn zweckmäßig grsciiirncn, diese Ver- .bindungcn durch xinen Freiindsclmfts-, Scthsahx-ts- und Handels- Vertrag zu befcsitgrn und zu beschützen.

Zu dem Ende haben bevollmächtigt:

Srine Mnjcüät dcr Kömig von Prenßrn: dcn Herrn Heinrich F*FciiU'l'i'n von Bülow, A(lrrhdcbsihrrn anßcrordrntlicbcn (Hrsandtcn nnd brooUnrärdttgpn Minister bei Sr. Mairüät dcm Könige von Großbritanien, dcs Rothen Adler-Ordcns dritter Klasse Rittrr :c. Jr.,

und der Präsident der Vcrcintqtrn Staaten von eriko: krn Herrn Manuel Eduard von Gorostiza, deren nurerordcnt- lichen Gesandten imd bevollmächtiqtcn Minister bei Sr. Viajcsiäk dem Könige vvn Großbritanien,

Weiche Bevollmächtigte nach gegenseitiger Mittheilung ihrer Voil- machten die folgenden Artikel verabredet haben:

Artikel 1. Es soll beiiändige Freundschaft zwrschen Sr. Ma- jestät dem Könige von„Preußen und Anerbdchfiivrcn Untertbaneen einerseits und den Vereinigten Staaten von Mexiko und deren Bur- gern andererseits besichen.

Art, 2. Zwischen reußen und den Vereinigten Staatrn von Mexiko soll eine gegenseitige Handels-Freibcit stattfinden. Die _Ein_, woyncr der beiden Länder sollen gegeyseitig vollkommener Freiheit und Sicherheitgenießcm um Krb Mit ihren chiFen und Ladungen nacb allrn denjenigen Orten, Häfen upd FlF-ffen zu begeben, wo einzulaufen anderen Fremden gegenwärtig genattrt ist oder künftig geüatret werden wird. . ,

Desgleicbcn sollen die Kriegsschtffe der beiden Nationen gegen- seitig die Befugniß haben, sicher und ohne Hinderntß it) „allen dcn- jenigen Häfen, Flüssen und Orten zu landen, wo den Kriegsschiffen anderer Nationen das Einlaufen ge enwärtég grstattct ist oder künf- tig wird gesiattet werden, jedoch m tUnterwersung unter die dascidst beffebendcn Gesetze und Verordnungen. , .

Unter der Befugnis; zum Einlaufen in, die m gegenwartigern Artikcl erwähnten Orte„ Häfen und Flüsse tft zwar caZ Recht; die mitgebrawte Ladung theilweise in verschiedenen Häfen fur den_32an- del zu löschen (0011111101143 ([**I-0119119), nicbt aber das den Natwnal- Schiffen vorbehaltene Recht, an einem Küüenvunkte Güter einzu- nehmen und sie nach cinem anderen Küstenpunkte deffelben Gebiets zu verführen ((KMU-IZE), einbegriffen.

Art. 3. Die jedem der kontrahircnden Theile zugehörigen Schiffe sollen in dem Gebiete des anderen Theils hinsichtlich der Lasi- oder Tonnengelder, der Lcucl)t-, Hafrn-, Lootsen:, Qrarqn- tainegelder, ferner drs Bergelohns im Falle von Havarie oder Schiff- bruch, so wie hinsichtlich anderer ähnlichen, seycn es allgemeine oder örtliche Lasicn, keinen anderen oder höheren Abgaben unter- worfrn werden, als denen, welche die nationalen Schiffe dort gegen- wärtig entrichten oder künftig entriciitcn werden. , _

Art. 4. Es sollen in den erikaniscben Häfen für dre EMsNhk oder Auöfnhr Von Waaren jeder Art auf reußiscdcn SWiffen/ Md eben so in dcm Königreiche Preußen für ie Einfuhr odr": Ilrréfnhr von Waarcn auf Mexikanischen Schiffen, keine andere oder i,*-r:“€: Abgabenerhobcn werden, als diejenigen, welche von dcnsclbcn L;; «- ren, wrnn solche auf Schiffen dcr begünstigtcfien Nation dort (“;.-:- oder ausgeführt werden, gcgcnwärtig zu entrichten find, oder kü..„- tig zu entricbtcn seyn werden,

Jede Waarr, welcbe gescizlick) auf den Scbiffen der begkmstigte- sien Nation in die Häfen der kontrahirendcn Twrile ringeiüvrt oder von dort ausgeführt werden darf, soll in gleicher Weise gegcnscitég auch auf Preußischen und Mcxikanischcn Schiffen, Welches auc!) “Oc: ren weitere Bestimmung oder der Ort ihres Auslaufcns seyn :*..ax; in jene Häfen rin: oder ausgeführt werden derscn.

Art. 5. Die beiden kontrahirendrn Theile sind überringrkrm- men, gegenseitig ais Preußischer oder Mexikanische Sciiiffr alle dir- jenigcn anznscben und zu behandeln, Welche als solche in den LUIT- dern und Staaten, denen sie angehören, zufolge der dort bestehrnrxn oder künftig noch ergebenden Gesetze und Lörsiimmungen - von ivrlrben Grishen und Brüimrmmgrn ein jeder Thcil dem andxrcn znr gehöriarn Zcit Mitthrilung machrn wird - anerkannt tmc“: voransgrsryr, daß die Führrr jrrtrr Schiffe, dercn Nationalträr dmch Scevrics'r, welche in dcr gebränclilicisn Form avgrfaßr, und mit der Unterschrift Dcr betreffenden hcimathlichen Behörde versehen sri), nachznweisen im Stande sind.

Art. 0. Es soUcn in dem Königrricbe Preußrn auf die Mexi- kanischrn Erzeugnisse des Bodens odcr drs Kunfißrißrs, und eben so in dcn Vereinigten Staaten von Mexiko auf die Erzrllqnissc drs Bodens und des Kunstfieißcs Preußens keine andere oder hölzere EingarrgC=Iibgaben, als die, wclche von anderm Nationcniür rtr- srlren Gcgrnstände gegenwärtig zu entrichten sind, odcr künftig zu entricdtrn seyn wcrden, grlegt, aucb soil derselbe Grundsatz in Be- trcff drr Ausfuhr beobachtet Werden.

Zingscichcn soll bei Gegrnsiändrn des gegensritigen „()und-“ls der bridrn kontrahircnden Thrile „kein Einfuhr: odcr Arisfuyr; Verbot Zarxkü'ndrné welches nicht gleichmäßig auf alie andere Nartomn er-

re t wer .

Art. 7. Alle Handrlfreibrndr, Schiffs-Parrone nnd andcrc Un: tcrthanrn Sr. Majcsrät dcs Königs von Preußen solls!: in dcn Vcr- cinrgrcn Sraaten vvn Mexiko vonommcne Frcideit hach, sci) dort aufzuhalten, Häuser und Magazine zu miethcn, zu reisen, „(;)-.irzdcl zu treiben, Produkte, Metalle und Münzen zu Verführen, und ii)“ rigcnen Grswäftc cntwcder ielbft zu betrejvrn, oder deren Führung naci) Gutfinden einem Anderen, er sry Commisnonair, Courtier, Agcnt oder Doürnetscher anzuvertraum, obne gezwrmgcn zr: ict)", zu diesem Bryufe andere Prrsoncn, als diejenigen, deren die Inlän- der sick) bediencrr, zu gebrauchrn, oder dafür mehr Lohn oder Vcr- gütung zu entrichten, alsrie Inländer bezahlrn. _

Dnglrirhen sol] es jedem Vrrkäufcr odcr Käufer Vollkommen frei stehen, in allen Fälien, unter Beobachtung der Gesch und (Hr- bräuclie des Landcs, den Preis der eingeführten odcr auszuführenden Wanken nner Art nach Belieben zu vrsnmmcn und fciiznirtzrn.

Derselbe" Rechte sollen unter glcicdrn Brdingungcn die eri- kanischen Birrgcr' in drn Staaten Sr. Mnjciiät des Königs von Pchßrn thrilhasreg scyn. , _ .

In der Befugniß, Wanken tm Großen ctnznfnlzren und zu vxr- kaufen, ist diejenige, (i_srgcnüände dcr Krich=Contrrbande odcr an- dere durch die beiderseittgrn Tarifewerbotene Wanken cinznführen oder zu verkaufen, nicht mit rtrrvrgreffen.

Obgleich durcl) gegenwärtxgrn Art-kel die Bürger und Ukiki'k- thanen cines irdcn der kontrahirrndcn Theile nur zum Betriebe des Großhandels, oder des Handclsbetricbs odne offrncn Laden brsämgr wcrden, so erklärt dennoch das Mcxikansche Gouvernement, daß es außerdem, und für so lange, als seine Gesetzgebung es zuläßt/ die Befugnis» offenen Laden zu hnltrn und den Klrinlzandrl zu treibrn, allen denjenigen Preußischen Untcrthanen bcwiliigr, wclche ilzrc Fa» mrlir mit sich briztgrn, oder wcläie nach ihrer Ankunft m der 7318- publik sic!) daselbst verheirathcn oder ihre in der Fremde gcvlicbrnr. Familie nachkommen lasen. ,

Das Preußische Gouvernement erklärt irincr Seits, das: drr. Mexikanischer: Bürgcr und Ulltcrthanen in Brzng auf den 30:01.- handel in den ganzen Umfang der Rccbte irrten sollen, wcläye „dee Gesczzehnnd chlements dcn Eingrborncu der begünüxgts'xicn Mikron zagcilr en.

Art. 8. In Anrm, was auf die Hafen-Poliiri, anf Lndtrng und Löscbimg dcr Schiffe, und auf Sicherung dcr Waarcn nnd (Z“!skklkik Bezug yar, sollen die Untertvancn und Bürger der kontraherctiden Theile grgenscitig den Gesetzen und Loknlchrordnungcn dex; Lari: des, wo iir siä) aushalten, unterworfen seyn. , , _ „_

Dieselben sollen von jedem unfreiwilligen tntlatmreicbcn Dirnike zu Waffer und zu Lande frei sern. Kein gezwungcnes Anlchn soll auf sie besonders gelegt, und ihr Eigenthu111_1oll kcmct-t ande'ren Lr.- srcn, Ncqnisitioncn odcr Auflagen unterworsrn werden, «12; dcnen, Welche von den Landcö=Emgcdornen srlbirchxordcrr wrrdxn.

Art. 9. Die Unrrrtlzancn und Burger drr konxrahircndcn Thrile iollrn grgrnsrifig für ibi'e P?W"kn/ ihk? Öcinscr und Güter drs vollüändigücn und nnrcrä'ndcrlirdstcn Scintßrs gctxicßrn. Sie sollen zur Verfolgung und Vrrthrldtgllng ihrer (555171111111sz frcicn und [richten Zugang vor den Gcrcchrx-vdsrn habrn, nrlx dr"; ?jrvokao tcn, Prokuratorcn odcr Agrxttcn, Welche zu erwählcn nk angrmrssctl sindcn, frei brdkktlkkk dürscrt, und irdcrlzmwr in ?inqrirgrnhci- ten ;).-7 Rechtspflcgc, so_ wie in Allem, was dir, tcsrmncmariscwe [)er andere Erbfolge in_prx'iönitcbrs Vermögen, ithlriciirn irak; die Be) fnqniß, über persdwlccdrs Vrrmdgrn dnrä» Vcriauf, Sebrninng, Täusch- chtwilitqc Brsnmnzunq odcr anf irgend rms andere Wrisr zu verfügen, anbelangt, Mit dcn Ein-chorncn dcs «*.-«cs, wo sie sich auftmltcn, gleiche Prärogative und Freiheiten vadcn, und in kcincm dicskr FäUe oder Verhältnisse üärkcrrn Anklagen und Abga- ben unterworfen werdcn, als es dir Eingcvornen sind.

Wenn durch dcn Tod einer Person, _dic in dem (iicioirrc cines dcr kontrayircndcn Theile Grundsn'nic bcxiizr, dicse (15r*r:t1diii:chc;:n.1)

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