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kringen, und daß er für sein Theil jene große Maßregel nicht als ein Mittel zu einem Zweck, wie gewisse Schreier es thäten, sondern als einen vollkommen erreichten Zweck betrachte. Die Dcpmirtcn wollten antworten, aber Sir Francis unterbrach sie und sagte, er hoffe nicht, daß man aus seinem aufe einxkleines Parlament werde machen und ihn täglich ,mit ähler-Deputa- tionen besjürmen wollen, um ihn wegen des Benehmens, welches er im Unterhause zu beobachten für gut befunden, zur Rede zu ücilcn und Dinge zu besprechen, deren Erörterung eine ganze Woche Zeit erfordere; das werde er sich höflichst verdienen. Die Y_Nitgliedcr der Depucation entfernten slch darauf, ohne daß es ihnen möglich gewesen war, von Sir F. Burdett die Versiche- rung zu erlangen, daß er fich dem jetzigen Ministerium widersetzen oder von seinem bisher im Unterhause befolgten Verfahren ab- gehen WÜkdk.“
Das Age erzählt, Sir Francis Burdett, als er gehört, daß Herr O'Connell neulich in einer Whig-Veesammlung bei Broo- kes den Vorfiß geführt, habe au8gerufen: „Nun dann, gute Nacht, Whigthum!“ .
Die Oppositions-Blätter finden es sehr seltsam, wie der Standard sich könne einfallen lassen, das; die Herren O'Connell und Ruthven in Folge der gegen ihre Wahl von den Dubliner Konservativen eingereichten Petition freiwillig auf ihre Parla- ments-Siße für die Stadt Dublinverzichten würden, ohne erst eine Rechekertigung zu versuchen.
Der Graf von Sefton, der seit einiger Zeit sehr krank da- vicdcvliegt, soll jetzt außer Gefahr sevn.
Man geht 1th damit um, den Zugang zu dem Postgedäude zu erweitern; es sollen zu diesem Zweck mehrere Häuser nieder- gerissen werden, deren Bewohner bereits Anzeige davon erhal- ten haben.
Der Standard meldet: „Ein Schiff, das am 23. Jan. von Alexandrien abgesegelt ist, bringt die Nachricht mit, daß eine Rusfische Flottille, aus 4 Linienschiffen bestehend, in den Archipel eingelaufen sey. Die Admiralität von Malta hat, dem Verneh- men nach, diese Rachricht nach London befördert.“ „
Dem Sun zufolge, hat sich dieser Tage hier das Gerücht verbreitet, daß ein NordzAmerikanisches Geschwader bei Cowcs erwartet werde, und daß die Feindseligkeiten zwischen den Ver- einigten Staaten und Frankreich binnen kurzem beginnen dürften.
Die Berichte aus den Seehäfen über den Schaden, welchen die letzten Stürme angerichtet haben, lauten sehr traurig.- Auch auf der Themse smd durch die Orkane, die am Neu und Iten d. würheten, viele Schiffe beschädigt worden.
Niederlande.
Aus dem Haag, 10. März. Einer Bestimmung Sr. Königl. Hoheit des Admirals und General-Obersien, Prinzen Friedrich, zufolge, soll am 1ten April 0. I. der in der Königl. Verfügung vom“ 25. Januar d. J. vorgesehene Zeitpunkt ein- tretkn, von welchem ab die nach ihrer Heimat beurlaubten Of- fiziere der mobilen Schutterei den bisherigen Halbsold nicht wei; ter beziehen sollen.
Die Zahl der aus Portugal nach Belgien zurückgekehrten Militaire; beläuft [ich auf 502 mit 2 Kanonen.
Dänemark.
Kopenhagen, 7. März. (Alt. Merk.) Nachdem die Akten in dem Prozesse gegen Professor David mit der vom Prokurator Haagen für den Angeschuldigten eingereichten Duplik geschlossen sind, "sehr man nunmehr dem Urtheile des Hof: und Stadtgerichtes mit Spannung entgegen. Für wie wichtig indes- sen diese Sache, namentlich ihrer Folgen wegen, auch gehalten werden muß, so ist doch die öffentliche Aufmerksamkeit vor der Hand vornehmlich der allgemeinem Frage, wegen der Preßfrei- heit überhaupt, deren Fortbestehen , und den Maßregeln, welche etwa gegen ihren Mißbrauch zu ergreifen seyn möchten, zuge- wendet. Die nächste Veranlassung hierzu lag bekanntlich in dem Gerüchte der beabsichtigten EmanirunZ eines Gesetzes, Wodurch die bestehende Preß-Geseßgebun abge ndert werden sollte. Es ist hierauf zunächü von einer Anza [ hiesiger Eingesessener eine Peti- tion bei Sr. Majestät dem Könige eingereicht, welcher sodann Bitrschriften aus Rothschild und Helfingör, so wie aus Nakskov und aus der Laaländisctzen Süder- und Norder-Harde gefolgt sind, mittelst derer die Supplikanten ihren Wunsch an den Tag legen, daß es in Beziehung auf die Preß-Angelegenheit, bei der bisherigen Verfassung sein Verbleiben behalten möge. Die de- sonnene Haltung und das Maaß der Worte in der Kopenhagener Petition wird Niemand verkennen; auch ck| darauf keine direkte Rüge erfoIth, indem es inder Königiichen Antwort nur heißt, daß Sr. ajestäc die Eingabe unerwartet gewesen, insofern Al- lerhöchstdieselben nach eignem Rathschlusse die zum Wohl des Ganzen dienenden Maßregeln zu ergreifen entschlossen wären,
Deutséland.
Schwerin, 13. März. Der Großherzogliche Hof hat we- gen Ablebens Sr. Majestät des Kaisers von Oesterreich eine ierwöchentliche Hofcrauer angelegt.
Alt-Streliß, 8. März. Mit dem Chaussee-Bau wird dieses Frühjahr auch. in unserm Lande fortgefahren, und sind bereits zu der beabsichtigten Chaussee von Neu-Brandenburg nach Berlin, über Neu-Strelih, hier, Fürstenberg, Gransee und Ora- nienburg - die in hiesigen Landen bis Dannenwalde zwischen Fürstenberg und Gransee gehen wird _ bedeutende Unterzeich-
nungen sowohl an haaren Geldern als auch an Fuhr-Leistungen,
gemacht. Wir [eben der Hoffnung, daß die Strecke von hier bis Neu-Stretiß, wegen des bedeutenden Verkehrs zwischen bei- den Städten , zu allererst vorgenommen wird, um jo mehr, da sowohl die hiesige Sradt-Kämmereé, als auch die gesammte Ein- wvhncrschafc cin Beträchtliches zu diesem Unternehmen unter- zeichnet hat.
Braunschweig, 3. März. (Schw. Merk.) Die hie- sige reformirte Gemeinde , die viele der reichßen und angesehen- sten Einwohner unter ihren Mitgliedern zählt, hatte die Entfer- nung des früher von ihr erwählten Geistlichen, Gaibei, verlangt, weil ste mit dessen Lehren und Predigten, die sie für zuwsuperz naturalistisch und mystisch hielt, nicht mehr zufrieden war. Da Gaibel selbst gegen Zuficherung einer ansehnlichen Pension nicht in seine Entiassung willigen wollte, so wurde, da die reformirte Gemeinde nicht unter dem Konsistorium steht, eine Synode zu.- sammenberufen, bei der auch die Geißlichen der reformirten Kir- chen-Gemeinden in Hannover, Hameln, Göttingen, Münden und anderen Orten im Hannoverschen und Braunschwägschen eine Stimme haben. Von derselben wurde beschlossen, daß der
astor Gaibel mit lebenslänglichem Fortgenuß seines vollen mts-thalts außer _Function gesetzt wurde. Gaibel aber hat sich dabei nicht beruhigt, sondern Klage gegen die Gemeinde er- hoben, indem er behauptet, mit Unrecht *genöthigt worden zu seyn, sein Prediger-Amk bei derselben aufzugeben. Er hat sei-
302 nen Prozeß getvonnen, so daß der Gemeinde, Wenn sie ihn durch-
aus entfernt haben will, nichts übrig bleiben wird, als sich mit ihm auf irgend eine Art gütlich abzufinden,
Hannover, 11. Mär. Die hiesige Zeitung enthält folgenden Artikel über den annoverschen Leinwand: und Garn- Handel im Jahre 1834: „Bei sämmtlichen Legge-Anstalten des Landes snd im Jahre 1834 vermessen, gestempelt und verkauft
14,806,405 Ellen, zu 1,17l,5(_51 Rthlr.
im Jahre 1833 15,100,660 » » 1,201,638 »
mehr "1833 354,25?) Ellen, werth 30,077 Rihir.
Dieser im Ganzen nicht erhebliche Ausfall, stellt sich doch provinzieli, und War für das Fürstenthum OsUabrück, wo 701-606 Ellen, zum Werthe von 75,616 Rthlr. weniger verfor- tigt sind, als bedeutend dar. Es hat jedoch hierbei ein, wohl mit Rechc günstig zu, nennendes Ereigniß eingewirkt: die bei be- trächi1icher Preis-Erhöhung vermehrte Ausfuhr des Garns. In den südlichsten Landesrheilen ist der bemerkbar gewordene Ausfall dagegen hauptsächlich der dort unergiebig gewese- nen Flachs : Aerndte vom Jahre 1831 zuzuschreiben. Die Legge-Anstalten in den Landdrostei-Bezirken Hannover und Lüneburg ergeben für das Jahr 1834“, einen nicht ge- ringen mehr ; Betrag an Quantität und Seide. ““ In den Provinzen dieffx-ics der Weser smd die Preise der Leinwand um 10 bis 15 pCt. gsskiegen, und haben viele Aufträge beson- ders zurn Ankaufe von halbßächsenen und Hede-Linnen unausge- führt bleiben müssen. -- Auch im Fürstenihum Osnabrück fand die Leinwand im leßten Simefier des Jahres 1834 bessere Preise, besonders war die graue LeinWand sehr gesucht, und-konnte hö- her ausgebracht werden, als im Jahre 1833; auf der Legge zu Osnabrück warde breites gebleichtes, zum Theil mit der Schnell- schußsvule verfertigtes Leinen Nr. 1 und 2 mit mindestens 95;- bis 102, ja nach Qualität selbst mit 117;- Pfennig pr. Legge- Elle (541332626 Pariser Linien) bezahlt, ein Preis, welcher ]cdoch nur in einem einzigen Falle bewilligt worden ist, - Von nicht leggepfiichtigen Leinwauo-Produkien sind an Schier- und Segeltuch aus dem Amte Iburg gegen 7000 Stück ins Aus- land versandt, 2000 Stück mehr als im Jahre 1833 angegeben worden. -- Die Verfertigung feiner, nach Art des Bielefelder Leinens gewebter Waare, isi in mehreren Landes-Theilen, na- mentlich im Amte Grönenberg, im Zunehmen, und wenn gleich der zu wünschende Grad der Vollkommenheit noch nicht erreicht ivorden ist, so scheint doch ein hinlänglich lohnender Gewinn die- ser Beschäftigung Fortgang zu versprechen, und wird fie, wie- wohl nur unter begünstigenden Verhältnissen, wohin, als erstes Requifit, eine verbesserte Spinnerei gehört, einzeinen Gegenden und besonders Gew-xrbtreibenden empfohlen Werden können. -- Anders verhält es sich mir den Erfolgen, welche die hin und wieder versuchte Anfertigung einiger Gattungen Schlesischer Lein- wand getsabc hat, deren Resultat geringer Gewinn, bei höheren als die für wirkliches Schlesisches Produkt zu zahlenden Preisen,
gewesen ist. Werden die Erforderniffe eincr Erzielung der Haup?-„
gattungen Schlestscher Leinwand: songäieige Vorbereitung des Ackers, Benuhung frischen Osisee-Leinsamens, zeitiges Aufzie- ()en des Flachses ohne Rückficht auf Samen ; Gewinnung, Rö- then in fließendem Wasser,die Nothwendigkeit einer künstlichen, in Schleiien dem Landmanne überall bekannten Bleich-Methode, endlich die Unentbehrlichkeic eigenthümlicher Anstalten zur Auf- schmückung und Appretirung der Leinwand, in Betracht gezogen, so kann nicht bezweifelt Werden, daß die Beobachtung alles des- sen, was geeignet ist, die HaUpt-Vorzüge der Schlesischen Lein- wand, hohe Weiße und Appcetur, zu erreichen, in hiefigen*Ge- genden große Erschwerungen finden würde. Ein noch größeres Hinderniß für diese Art der Leinwand-Production liegt aber bei uns in dem damit verknüpften geringen Lohne, indem fie dem Weber in Schlesien wöchentlich nur 1-Z- bis 1;- Rthlr., bei Verfertigung eines die Kräfte nicht übersteigenden Maßes hie- siger ordinairer fiächserner Leinwand aber unseren Webern durchschnittlich 2;- bis 2.1. Rthlr. gewährt. Wird nun vollends berückfichtigt, da[; erfahrungsmäßig in den Seepläßen viel häu- figer eine Stockung im Handel mit Schlesischer Leinwand, als mit den “hiesigen Haushalts- und Legge-Leinen e'ngctretcn isi, so sind Gründe genug vorhanden, um die Herstellung jener leicht gearbeiteten, oft mit Baumwolie gemischten (?) Produkte, ais unseren Verhältnissen nicht encjprechend, zu betrachten, - Die Ausführung von Leinwand nach Spanien hat sich aus leicht cr- klärlichen Gründen vermindert; nach Holland, „Hamburg, Nord- Amerika, wohin besonders Iburger Leinen versandt ist, und West- indien aber im bisherigen Gange erhalten, Aus dem Haupt- Stapelplaße der Nord-Deutschen Leinwand-C'xvoriation, der Siadt Bremen, smd im Jahre 1834: 228,64!) Stücks Hannover1che, Braunschweigsciw, Preußische und Lippescl)c Handels-Leinen, Bie- lefelder und Sächsische nicht mir begriffen, zum Werthe von 1,496,672 Rthlr. ausgeführt, und blieb am Schlusse des Jahres ein Bestand von 69,158 Stück auf dem Lager._- An Leinwand Hannoverschen Ursprungs wurden seewärts verschifft: 1833 114,015 Stück, werti) 626,400 Rchlr. 1834 111,019 ; ; 775,326 ;
Durch Auscheilung von SchneUschuß-Apparaten, Verthei- lung von Schlichtkämmem Blatrmessern und sonstigen Utensilien an unbemitcelte und gute Weber, ferner durch Bewilligung von Geldern zu Anschaffung von Zacquard-Maschinen und breiten Webestühien, ist die Weberei in allen Landcs'chcilen gleichmäßig befördert, wie denn auch die fortgesetzten Bemühgngen, die Spin- nerei durch Errichtung von Spinnsthulen zu verbessern, hin und wieder, namentlich im Fürstenthume Osnadrück von ausgezeich- netem Erfolge gewesen sind. *- Ein Wesentliches Unterstützungs- mittel des Leinwand- und Gaun-Handcls sind gute Bleichen. Es bestehen gegenwärtig zwei durch die Bemühungen der Regierung hervorgerufene Mufter-Zsnstalkeu zu Sohlungen und 'Melle, welche beide stark benutzt und gerühmt, gleichwohl ganz ver1chie- dene, hier mehr natürliche, dort künstlichere Methoden bei Bleiche und Appretur befolgen. Die Erfahrung wird ergeben, welcher der Vorzug gebührt. Jedenfaiis mag ein hoher Grad von Vorsicht bei dem complicirteren Verfahren wohl beachtet werden. - Der Garnhandel hac sich abermals und zwar bedeutend, wie schoii oben bemerkt, zwar zum Nachtheil der Weberei, aber ohne Zwei- fei zum Vortheil der Producenten gehoben. Die Stadt Hil- desheim, welche im Jahre 1827 nur 8097 Centnec, und m den Jahren 1828 bis 1832 nur etwa 9000 bis 0500 Centner vcr- sandte, hat im Jahre 1834 11,270 Ccntner exportirt. Im (Gein- zen hat die Ausfuhr aus dem Landdroskei-Bezixke Hildesheim 13,270 Centner betragen, und ist bei durchschnitclichcr Annahme eines Preises von 1 Rthir. 10 gGr. für ein Bund (71, Centner), deren Werth auf 540,000 Rchlr. veranschlagt worden, während im Jahre 1833 113,820 Rthlr. weniger für die Versendung einer etwas größeren Quantität angenommen werden mußte. Es darf nach vorstehendeaten die dem Lande aus dem aus- wärtigen Verkaufe von Garn und Leinwand gefiossene Summe mit einer an Gewaßheic gränzenden Wahrscheinlichkcit (unter
Berücksichtigung der Exportation nicht leggcpfiichtiger Leinwand, Sorten) auf 1,800,000 Rthlr., mindestens 150,1,00 Rthlr. höher als im Jahre 1833, angeschlagen werden, und ist, wie sit manches andere Gewerbe des Landes, auch hinsichtlich dieses wichtigen HandelSzweiges hauptsächlich der Wunsch zu hegen daß ec sich in seiner jetzigen Blüthe erhalten „möge, welche vo; wenigen Jahren von befangenen oder voreiligen Beurtheilecg für unwiederbringlich verloren gehalten wurde.“
München, 10. März. Man erfährt, daß Ihre Maienät die verwittwete Kaiserin von Oesterreich in dem nahen, freund, lichen Salzburg ihren Wittwenfiß nehmen und dort das Schloß Mirabelia ( auf Welchem König Otto von Griechenland geboren wurde) beziehen werde.
Aus dem von dem Könige zur Beförderung des Flachsbau“ of
und der Leinwand-Fabrication angewiesenen Fonds hat die Re- gierung kürzlich eine große Partie echten Rigaer Samen; Rußland ankaufen lassen, welcher gegenwärtig um den Möglichsx billigen Preis, eigentlich nur um den geringen Kostcn-Betrag, der sich über die aus jenem Fonds hierzu verwendete Sama], ergeben hat, durch die Lokal-Behörden den Landwerthen verab- folgt wird.
Die hiefigen FranziSkaner-MönM suchen“ auch durch zx, Prcsse Frömmigkeit unter dem Volke zu verdreiten. Ein blesgei Blatt, heißt es, werde gegenwärtig von jenem Klosterguz redigirt. _ _
- Die Leipziger Zeitung schreibt aus München; „Von dem Bürger- und Bauernstande m Bayern wird ck
dankbar" anerkannx, daß die Mehrheit des Ausschusses für di...; Piäs errichxende Wechiel- und Hypotheken-Bank sich iür Münch,", ***-“ZÖErzbisäiofs- unter Assistirung vieler Bischöfe und der Nieder-
als den Silz der Bank, entschieden hat, obschon viele Stimmm
in öffentlichen Blättern und im Schoße des Agsschussesselbsi jener Bank schon bei ihrer Geburt ein baldiges Ende p-ropheei, ten, wenn sie nicht nach Augsburg verlegt werden sollte. 5, hierfür angegebenen Gründe stüßten fich indessen nur auf SM und Eigennutz. Es war schon gleich anfangs der Willen Königs, so wie der Sinn des hierüber erlassenen Gesetzes, di die neue Bank vorzugsweise Hypotheken-Bank, und nur neben- her WechselsBank sein solle; die Haupt-Abfici)c dabei war, es solle vor Ailem dem andmann und Bürger Geiegenheit gegeii] werden, ohne viele Mühe und Kosten Kapicqleexi zu 4 pCt." erhalten und dabei sicher zu seyn, das; keine Wilikurliche, habsüi tige und den Ruin des Debitors hcrbeiführcnde AuskündigUiz stattfinden könne. Bci Verlegung der Bankcnacs) Augsburg (zwar allerdings dem einzigen Wechsel-Plgkz m Bayern) lag indessen die Gefahr sehr nahe, daß sich die Hypotheken-Baki alsbald in dcr Wechsel-Bank ganz und gar verlieren, den bo kanntcn Speculacionen dienen und so der Absicht der Gründyng, dem bedrängten Bürger und Bauer aufzuhelfen, nicht entwic, chen möchte. Dem Vernehmen nach, werden in alien Krei- Hauptstädten solche Hypothekcn-Banken errichtet, und dieselben uiiter die Direction der hiesigen Bank gestellt werden.“
Stuttgart, 11. März. Auf der Alb erinnert man 1167 sei lange keines so tiefen Schnees, “als des in den lehren Tagen gi fallenen. Die Straßen find fast ganz gesperrt. Bei Zainin stehen drei Wagen auf der Straße, mit denen man nicht me weiter kommen konnte. Ein nach Tübingen besiimmter Bier wagen mußte abgeiaden und die Fäßchen ein ein m das nächst Dorf geschafft werden, wo sie auf besseren eg harr"). Leich1 tere Fahrwerke lassen sich von mehreren Bauern begleiten, um
mit Schaufeln und Hacken Weg zu bahnen,-falls sie zu tief ein- sinken sollten. Im Thal von Urach liegt kein Sämer, imo -
sieht ihn bloß über dem Haupte auf den Bergen.
Oesterreich.
Wien, 10. März. Um 7101 d. M., Vormittags um 11 Uhr, wurde das Herz des höchsiscligen inscrs, nach dervol dem Hof; und Burgpfarrer verrichteten Emsegnung, von Kaiserlichen Kammerdienern, in Begleitung eines Hof-Fourieri zweier Kammer-Fouriere, zweier mit Wachsfackeln leuchtend Edeiknaben und zweier Kammerherren, unter Bedeckimg vo- zwei Arcieren-, zwei Ungarischen und achtTrabantemLeidgardew aus der Hofburg-Pfarrkirche feierlich über den Augustmergaiz in die Augustiner-Hofkirche übertragen, daselbst von demPri und dem Konvente des Klosters übernommen,_ und m „deri retto-Kapeile auf die herkömmliche Weise beigeießt. Gleich da- auf wurden die EiiiJeweide, nach vorhergegangener Einsegnuni unter obiger Begleitung und Bedeckung , in einem sechswäni gen Gailatvagen nach der Metropolitan-Kirche zu St. Step '"" gebracht, daselbst von dem Domkapitel und dem gesammten * rus im kirchlichen Ornate empfangen und im feierlichen'Z in die Gruft getragen, wo unter den gewöhnlichen Kirch Ceremonien und Gebeten dic Beiseßung erfolgte. -- Nachm tags ging das feierliche Leichenbegängniß vor sich. S_ckxon 3 Uhr begann der Vorauszug aus der Augustiner-Hoftirche den Kapuzinern auf dem neuen Markte. Voran gingen, un Vorreitung eines Kavallerie-Komtnando, die sämmtlichen Si talleute, dann alle OrdenS-Geistlichen paarmeise, mit brenn den Wachskerzen -- eben so die sämmtlichen Stadt* und Vor stadt-Pfarren - hieran die OffiZiere dcr sämmtlichen Bürs, Regimenter und Corps -- sodann der Stadt - INagiskl'ak-d Rieder - Oesterrcichischen Landstände, die Räehe der Hof.; " Landesstellen, ohne Beobachtung eines Ranges, und die vi Hofstäbe, in Trauerkleidung und schwarzen Mänteln. - Ml“ lerweile versammelten sich die Ritter des goldenen Vließes der übrigen inländischen Orden, die Minister, Geheimen Räk Kämme'rer und der äußere Hofstaat, die Damen, der Re " Magnificus und die vier Dekane der hiesigen Universität, ' auch das- Metropolitan-Kapztel, dann in großer Anzahl die 4" Anlaß des höchst betrübendcn Hintricts weiland Sr. .K-, Majestät eigens von Preßburg hierher gekommenen Ung- schen Landtagsglieder in der .Kapuziner-Kirche. Auch fand s in der Sakristei daselbst der Kaiserliche Ober-Hofmarschall " - Kurz bevor der eigentliche Leichenzug sich aus der Hosbu
“erhob, verfügte sich der Kaiserliche erste Oberst-Hofmeisker U."
Vorreitung einer Kavallerie- Bedeckung zur Kapuziner-Kir und begab sich dort gleichfails in die Sakristei, wo umi a Se. je t regierende Majestät mit Ihrer Majestät der Kaiser dann hre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten die Erzb' zoge und Erzherzoginnen fich einfanden, um der Einsegnung , zuwohnen. _ Um4 Uhr wurde der Leichnam von dem 9 und Burg-Pfarrer, unter Assistirung des Hof-Ceremoniars U der Hof-Kapläne, im Beiseyn der mit brennenden Fackeln v sehenen Edelknaben, der Leib-Garden, des den Oberst-Käm
rer vertretenden Kämmerers, des Oberst-Stalimeiskers, der or Leib-Garde-Capitains, zweier Kämmerer aus dem Fürstenskan' und des Gcneral-Adjutanten des Verewigten eingesegnet- „" hierauf der Sarg aus der Hofburg-Pfarrkircbe durch Kals“ liche Kammerdiener, unter Beihülfe von Leib-Lakaien, "' " im Schweizerhofe angestellccn Hof-Leichemvagen übertrug
" nenden Fackeln.
, “ nmckr seßte sich der Zug in Bewegyng und be- ;5 J:)“ übe? den Burgplxilz, Michgxlsylaß, Zoiephsplaß und '. urgerSpitalSplaß, lvo uberall Militan“ in Reihen aufgestellt Ur zur Kapuziner-Kirche. *„Die Ordnung des Zuges iyar ,“e/nde; Voraus riet Kavallerie, dann ein H„of-Einspamer, 'I'grausfolgcen drei viersißige Hofwagen mit ._Kaiserl. Kammer- leuriei'en und Kammerdienern, ein Kaisers. Hofsourier zu Pferde, -0 sechsspäimiger Hosivagen, worin »die drei Leibgarde-Capitains md der General-Adjutanc saßkn, ein sechsspänniger Hofwagen "jc dem Stellvertreter des Odersk-Kämmerers, dzm Oberst- “„,aameisker und den beiden Kämmerern aus dem Furstetisiande. diesem kamen die Leib-Lakaien in, Trauer, dann die Tra- vanxen-Leibgarde mit gedämpftem Spiel u_nd dem Trauerfior „ der Fahne, endlich der „Leichenwagen nur dem auf Polstern ivabk" liegenden Sarge. Anzedem Wagenschlage gmgxn zwei ejb-Lakaien, dann auf jeder Seite sechs Edelknaben mcc bren- e Zwölf ?lrcieren- und zwöif Königl. Ungarische Leibgarden, daxm von außen zwölf Travanten-Leibgarden, leiste- W die Neben-Begleitung. Hinter_ dem Leichenwagen folgte die Kaiserl. Arcicren-, Königl. Ungarisch;Leibgarde-mngedämy-f- tem'Spiel zu Pferde. Eine Compagnie Gxenadtere und cm ommando Kavallerie |th de:“: Zus. Bet Anlangyng an der Kirchenlbük wurde der Sarg von Kaisers. Kammerdienern, Un,- ter Bcihülfe von Leib-Lakaien aus dem Wagen gehoben, auf eine in der Kirche ?kkichkcte, init Goldswff bedeckte Tafel gestellt, und aiida, nachdem “Uf dt? dYt'Tk) dxn criien'Obcrsx-Hos- meistey,er|attece Meldung dcr L_inkuntt der Leiche, iich die .* “211101751517?" und Höchsten Psrionen auf die vorgerichteten ein der Kirche begeben hatten, von dem hiesigen Fürst-
“ rrei schen Prälaten, cingesegnet, endlich von den Päpst- FÖT: KaYu'zinc-rn, _uwter Bcihüifc von_Leib- Lakaiin, in die Gruft hinabgctragcn und daselbst von dem Jükst-Erzbischofe zum letz- ten Male eingesegnet. - Der erste Obersk- Hofmeister, weicher mit dem Stabe in der Hand de_r „Allerhöchstcn Leiche unmittel- bar in die Gruft gefolgt war, (tei; nun deri Sarg durch einen Kammer-Fourier eröffnen, wies dem Kapuziner-Guardmn den Leichnam vor und übergab ihn zur Obhut, welche der Gu-ardian- auf die gewöhnliche Art angelovte, worauf der Sarg t_mt zivei Schlüsseln verschloffen wurde, wovon den emen der Guardian übernahm, den anderen aber der ,Kämmerer, Hofrath urid Kanziei-Direktor des Oberst-Hkofmeis'er-Amts zur Abgabe 111 die Schaßkammec erhielt. -- Oth-ld der erste Oberst-Hofmec- [ker aus der Gruft wieder in die Kirche heraufkam, entferncyn ua» die obersten Hof-Aemter, Leib-Gardeii-Hauptleute und dci" gesammte Hofstaat aus der Kirche, aus Welcher Ihre Kaiserin chen Majesxätcn und diebübiZt-zxnhdöckystcn Personen sich gleich dei' C'inse nun weg egc en arten. nach Se. Kaisergl. MYjestäc haben dem Odersk-Zägermeister, Gra,- sm Hoyos-Sprinzenstein, welchcr bci deni veretvigtxn Kaiser Franz 1. die Functionen eines OOcrst-Hoimcist-crs bekleidete, das Großkreuz des Leopoid-Oödens, uiid dem General-Adjutanten des verewigten Kaisers, Gencral-Major Freiherrn, von Appel, das Commandeur-Krenz des Stephans-Ordens verliehen. Dem Leßtgenanntsn ist zugleich zur “Herstellung seiner leidenden Ge- sundheit ein Urlaub auf unbestimmte Zeit Mit _der ?illerhdchsten Eröffnung ertheilc worden, das; ihm sodann ein seinen eigenen Wünschen entsprechendes Dienst-Vcrhäliniß zu Theil weiden solle.
(Se. Majesxäc der Kaiser haben den General-Maxox, Gra- fen Eixm- Martiniß, zu Allerhöchsiihrem General-Adxutanten ernannt.
Die hiesigen Zeitungen melden ferner: „Se. K. K. Maj. ha- Mdie Trauer wegen des erfolgten Ablebens Ihres erlauchten tn,- m'gsk g;!iedren Vaters durch sechs ?Nonate, vom 7. “März bis 1. Sepicmber 1835, fÜr sämmtliche Hofz, Civil-, OJ?ilitair-, Staacs-, jiändische und städtische Magistrats-Beamte in der Art anznordtien geruht, daß während der ersien Hälfte der Trauxr- zeit an den Civii-Uniformen dcr Flor auf dem Hure vorsprin- gend und am Arme, schwarxe Beinkleider und Strümpfe, ange- laufene Schnallen und Hutschleife micFlox umwunden, während der zweiten Hälfte der Trauer aber der Flor nur am Arme ge- iragen wird. Für die Ungai'ischen Staats: und öffentlichen Bc- amten isi die Tmuer fiir ngedachcen Zeitraum in der Art an- geordnet, daß während der ersten Hälfte der Trauerzeit an den Ungarischen Civil-Uniformen und sonstigen Ungarischen Kostüm- Kleidern der Flor am Arme getragen, die Kopfbedeckung und der Säbel gleichfalls mir Flor versehen seyn müssen; während der ziveiten Hälfte der Trauer aberKder Fior nur am Arme gc- xragen wird. .Bei ganz schwarzer Kleidung bleibt der Flor am Arme Und der Kopfbedeckung weg; Säbel und Sporen müssen angelaufen seyn.“ '
- Die Allg. Ztg. schreibt aus Wien: „Die Nachricht von dem Tode des Kaisers“ hat in Ungarn tiefen Eindruck ge- macht; sie kam gerade nach Preßburg, als die Stände eine Ple- nar-Sißung hielten. Allgemeine Trauer erfüllte sogleich den Sagi und es ward einstimmig beschlossen, die Sihung aufzuheben, die Deputirten trennten sich und schienen von dem erlittenen Verlusi tief beivegt. Die heftigsten Gegner der Regierung ggben bei dieser Gelegenheit sprechende Beweise von Anhänglichkeit, dem: sie drangen darauf, eine zahlreiche Depytation hierher zu ]chik- ken, um das innige Bedauern der Ungarischen Nation über „den sie betroffenen Verlust auSzudrücken, und zugleich dem jehigcn Regenten die bündigsten Versicherungen von Ergebenheit und Treue darzubringen. -- In Siebenbürgen wird der Tod des Kaisers nicht minder als in Ungarn betrauert werden, _denn die Siebenbürger wissen sehr Wohl, wie redlich er es mcc ihnen meinte, wie sehr er für ihr Bestes besorgt war, und welchen Kummer ihm die von einigen Jrrenden mißkannte väterliche Fürsorge verursacht hat; sie werden das Andenken des verewig-
- Un Monarchen gewiß dadurch zu ehren suchen, daß sie mit Of-
fenheit und Vertrauen seinem Nachfolger entgegenkommen. Wie "hr dem Kaiser Franz das Wohl Siebenbürgens am Heizen “& ist schon daraus zu entnehmen, daß er noch im Laufe seiner [ckWeren Krankheit sich mehrmals über diese Provinz Berichte ekstatcen ließ, und Befehle wegen Abstellung einiger besonders auffallenden Mängel in den dortigen Verhältniisen gab. Ueber- bc:th verlor der Monarch ti'oiz seiner Leiden das Wohl und Glück seiner Völker keinen Angenblick aus den Augen; er schrieb
unter Anderem mit eigener Hand am Sonnabend den 28. Fe-k
erar, vierzig Stunden vor seinem Tode, eine vier Bogen lange Denkschrift nieder.“
Prag, 11. März. Se. Königl. Hoheit der Prinz Wil- helm von Preußen (Sohn Sr. Majeskäc des Königs) ist vor- Sesiern von Berlin hier eingetroffen und hat nach kurzem Ver- Weilen die Reise nach Wien fortgescßt.
S ck W e i z. „ Bern , 8. März. In den erjten Tagen dieses Monats ist sslqende Note nach Baden abgegangen: „ . “Schilltheiß und Regierungs-Rarh des eidgenössischen Vororts
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3-03 Bern woaeq Sr. Excelicnz dcin Herrn Freiherrn von Türkheim, Großherzoglich Badischen Minnicr dcr auSwärtigen Angelegenhei- ten, nicht verhehlen, daß fie mit eben sg großem Befremden als Bedauern aus vexschiedenen öffentiichenBlattern ersehen haben, Haß das Großherzoglich Badische Ministerium des Innern durch eme Verordnmxg vom 14. Februar d. I. einerseits alle dermalen m der Schwei? slch aufhaltenden Großherzoglich Badischen Handwerksge- fenen b nnen kurzer Frift zurückderußt- ,und andererseits sowohl den Großherzoglich Badischen als allen ubrigctiHaydwcrksgeseUen, ohne Unterschied ihres Geburtslandcs, den Eintz'ttr m die Schweiz längs der Badischen, Gränze untersagt. Der xedgendssiscbe Vorort hätte nämlich in Hinblick auf die freundsxhaftitckxen Beziehungen, welche von jeher zwischen der Sclnveizcrucixn Etdgenoffensclmxt und dem Großherzogtbum _Badcn deüanden hizbeixßund welche zu unterhal- ten und zu befestigen er sich jederzetx zur angenehmen Pflicht ge- macht hat, erwarten dürfen, daß vynOetten der Großherzoglich Ba- dischen StqatsMegierung keine init Yresen freundschaftlichen Bezie- hungen zwrschen beiden NaäyvairZLandcrn im Widerspruch stehende Verordnungcxi erlgffen und in Aqubung gebracht würden, bevor nicht bei den Schweizerisch Behörden Erkundigungen darüber eingezogen worden wären, ob diejenigen Thatsachen und Vorgänge, welche sol- che qußerordentlichq Maßrcgcltx al]ein__veranlaffen _fönnten, auf dem Gebiete der Schwurzerischen Etdgepqiyen'scdaft wirklich siatigefunden haben. Die in Frage liegende thsiertql:Verwaltung vom Men v. M. mußte_aver m den Lingen dcs eidgenössischen Vororts einc mehrere Bedeutung noch dadurch erhalten haben, daß, wie aus zu- verlässger Quelle vernommen wird, Großherzogs. Badischer _Seits außerordentliche Militair Z Maßrcgelxt iängs der Schweizernchen Gränzc getroffen worden iind, wclche :mtt denselben in Verbindung zu üeden scheinen. In dieser letzter): Beziehung 17th sci) dcr eid- genössische Vorort daher denn auch tm'Fall, sich von Sr. Excellenz, dem Herrn Freiherrn von Türkixctixi, ittie unuqundene Erklärung darüber zu, eybitten, welches dLV'Wikkltäix Zweck dieser außerordent- ltchen Miletatr-Anünlten sei), die man m_!) hicrseits um so wc_niger erklären kann, als Versichert werdcn__da_xt, daß in der Schwetz dic friedlechsten nnd freundschaftlicyßcn CZeyinnungen dcr Großherzogl. Badischen Regierung gcgenüdexjfortwahrcnd gehegt werden. Ueber- haupt aber müßte der eidgenössische Voroctdas gänzliche Unterlaffc_n aller offiziellen Einfragen von SertcnderBadtschen Regierung über die angeblichitiderSchweiz in ncucsierZeit startgehabxen Umtriebe, auf wel- che die Mintüerml-Vexordnung vom 1_ 4th v.M. sich ßützt, um so lebhaf- te_r bedauern, als erricb im Fal]ege1chen_hättc, die gewünschten Beru- higungen in vollüem Maße zu gcvxn;_ntcht nur beücht das angebliche in einem großen Theil der Scixwetz nattsndende Unwesen in Bezie- hung auftaufxührerische Versammlungen Dxutschcr Handwerker in der Wirklichkeit durchaus nicht, sondern es und vielmehr sämmtliche Kantons-Negierungen von dem redluhen und kräftigen Willen bc- seelt, auf ihrem Gebiet allem aufrührchischcn Treiben, Welches den Nachdar-Staaten Anlaß zu gcrecbtchxschwerdc geben könnte, ernültclxzu begegnen. Sollte); aber werkltcv bcsorgliche Vorfälle, wie iir tn dex Badischen Miniitcrial-Vcrordnung vom 14. Februar angedeutet smd, in größerem „odcr geringerem Maße auf Schwei: zerischcm Territorium ftattggxundcn havcn, ohne daß dieselben zur Kenntniß des cidigenösiischcn_ Vororts gekommen wären, so würde diesex es ick), bci ctncr diesfäuigen Anzeige vpn Seiten der,“ Badischen Regtcrung zur Pflicht gemacht haben, sich dqrüdcr dte möglichske Aufklärung zu verschaffen und gegen die werkltci) Fehlbarcn die weitcrn g_ecxgnctcn Maßnahmen einzuleiten. Von“ den freundmchbarlicben Gctmmmgen, welche die Großherzogl. Regierung yon jeher der Sidweiz gegenüber bethätigte, so wie von der Gerechtigkeit des Badischen Mixiiüerinms läßt nch übrigens er- waxtxn, „ das: die fragliche auf irrigen Voraussetzungen beruhende Miniüertal-Verordnung und jede damit_ in Verbindung stehende fer- nere Maßxegel - nachdem die Unbegründetheit dieser Voraussetzun- gen hiermit durch den eidgenössischen Vorort dargethan worden ist, - von der Badischen Stadts-chierung entweder gänzlich zurück- gezogen oder doch wesentlich modifizirt werden wird. In diesem
Vertrauen benutzen u. s. w. , Schultheiß und NegtFerUUZZZNÜtb der Republik
-« ern.
Türkei.
Konstantinopel, 13. Fcbi', Dic Tekwimi Wekaji meldet: „Ani “löten des vci'gangencu Monats Ramasan hat Seine Hoheit, der lddlichen alien Sitte Genüge lcistcnd, im Ge,- folge aliek Großwüi'denträacr, dem heiligen Kleide*) einen Besuch abgestattet. Die Würdenträqcr ersten Ranges, em Theil derer vom zweiten -- der Reichs-Marschall, der Direktor der frommen Stiftungen, die Direktoi'cn dcs Münzhauses, der Le- bensmittel und der Großherrlichin Küche » und ein Theil derer vom dritten Range - der Birkis:riften-Meißcy, der Kabinets- Secretair des Groß-Wesirs, dei“ Och-Bau-Direkcor, und der erste Secretair an dem Burcau der beiden heiligen Orte (Mekka und Medina) -« endlich auch die Divifions-Generale der Sar,- den und Linien-Truppen, die Brigade-Generale der Kavallerie und Infanterie der Garden und Linien-Truypen u. s. w.: alle diese Herrschaften traten 'der Reihe nach vor das heiiige Gewand, warfen sch ebrerbietig vor demselben nieder und verdienten sich durch diese Handlung Heil und Segen.“
Die Türkische Zeitung vcx'ich)tet auch, daß der Sultan die Groß-Würdenträger an den Abenden des 12ten, 18cm und 14ten Ramasan, - sobald nämlich die Zeit des Fastens ver- strichen war - mit einer Mahlzeit regalirt habe, und zwar am dritten Abend imPalaske dcs Seriaskers. „Nachdem“, dies find die Schlußworte des Redacteurs, „das Abendgebet in der Mo- schee Sultan Bajesid's verricisrct war, kehrten Se. Hoheit in Dero Palast Beschiktasci) zurück. Die bereits angezündecen Laternen und Lämpchen ") waren einem Heere von Wandel- Sternen vergleichbar, das den Vollmond am Himmel der Ma- jestät, unseren Herrn und Gebicccr, auf seinem Heimritt um: schwebte!“
Inland.
Berlin, 15, März. Einer Bekanntmachung der Königl. Haupt-Verwaltung der Staats-Schuldett vom gestrigen Tage zufolge, sollen am 17ten d. M, 723,000 Rthlr. Staats-Schuld- scheine, als der vollständige Bedarf des Tilgungs-Fonds für das 1|e Semester 1835, durch öffsntiiche Verloosung zur Einlösung am 1. Juli bestimmt werden.
- Im Regierunqs-Bezirk KöSlin sind im Laufe des Jahres 1834 14,583 Kinder geboren worden und 11,250 Men- schen gestorben, folglich 3333 mehr geboren als gestorben. Un- ter ersteren kamen 151 Zwillings-Gcburcen vor. Die Zahl der unehelich Gebornen belzef sci) auf 1030; todc geboren wurden 463. Das“ natürliche Lebensziel erreichten 1463 und nach dem 90|en Jahre verstarben 55 Personen. Es wurden 3214 Ehen geschlossen.
*) Chirkai scherif, angeblich ein Kleid des Propheten Mu- hammed, welches Ziebü anderen Relcqyten Muhammeds und der er: fixn Chalifxn tn einem, der inneren Gemächer des' Serai aufbewahrt wcrd. Es ist selbiges m 40 Bündel aus koübarem Stoffe eingewik- felt und wird nur einmal jährleck) (den 15. Ramasan) aufgedeckt, bei welcher Gelegenheit jeder hohe Beamte dasselbe küssen darf. FHW],- & Yinfifnxr's Staats-Verrassung des Osmanischen Reiches
**) Bekanntlich ist an den Abenden des Ramasan große Ilia- mination.
Königliches Schauspiel. „ _ Ueber die „Braut von Messina“. (Fortsetzung des „Berichts m Nr; 69. d. St. Ztg.) So ist denn zwar aus deni eigenthumltch- stenDicHtxrgenie Schtiiers, aber auch aus der damaligem, eben durch das Stlxdtum des Griechischen Alterthums geleiteten Richtung des- selhen dte„,-Braut von Mesina“ hervorgegangen; gleichsam WM Minerva tn voher Rüsturxg aus Jupiters Haupt, in Stoff; Fox"? und Gehalt, dre sci) m einander fcxgen und sich cinandex durchdrin- en. Wie in des Dichters Phantane ein solcher Stoff slch erzeugte, Zo mußte auch eine solcheäßorm zudemselvcn ÜCL). gleichsam voir selbst bilden. Kurz, Ref. 1 _ der Meinung, und, ntcht erst ieit ge- Üern, daß zu diesem Stoff dicse Foxm, dieser lyrische Ausdruckeiind dieser Chor, gerade so wre er erscheint, wesentlich gehört, und uber- läßt gern jedem gelehrten Kunstrichtxr nach wie vor |ck, tn, Bc- weisen abzumühen, daß dieser Chor nicht dex Chor der Griechischen Tragödie sei); denn mit allen diesen Beweisen kann doch nimmer- mebr bewiesen werden, daß es dem Genre des D7513ters eines andei'n Volks und einer andern Zeit benommen sei), „ tur sein DMW em passendes Organ, so wie es der Chor in dcr „Brautevon M'emna“ ist, zu erfinden und anzuwenden. Nicht cinders perhqlt 29001301:- ser5„ Erachtens niit der Art und Weise, rpic Schiller m .de-4:51; .',-rg- gddrc das Schicksal ivalten läßt. Wer die Maxin deseSclUX-zaiozn dem Wettlauf dex „Dinge ganz verkennt und dix: Einfuhrung dcxixl: ben in die" Tragödie gar nicht gestatten will, mit dem zu reF-Zz; W; lohnt es nch der Mühe nicht. Es kömmt nur immer an-Qie M'. der Einführungdcffäben an, und vor allem aiidcr11„od es (111-1000 rer Dichter in, der Kraft genug dsstizt, gletchiaixn_ ivw cm Held im wirklichezi Leben, den Kampf mit dem ScHichgi zu dc- stehcn und zu itegen oder würdig unterzugehen. Yerdßbcix UU" freilich Dicht'eriinge Blößcn genug gegeven und Gc'i)tch111LH-“ Pfuscdereien in Hülle und Fülle zu Tage gefördert, die mit chair nei) Svdttcreien zugczogcn haben, gesalzene und ungesalzsue. “Lich so Wcmig wie Aristophanes dem Euripides hat dad Garaus 111ande können, um so viel weniger wird (Hxaf Platen mtt scMschkhaW- nißvollen (Havel den gediegenen MÜUner in Fetzen zexrctßelt- _gcx stdweige den genialen Schiller nur verletzen. Und tü denn oa» Schicksal in der „Braut von Mcssina“wirkl:ch so _bltnd waltcnd, so qu: Freiheitdcs menschlichen Wincns und der Leidenschaft miss_chlte- ßend, wu: selbst gelehrte Kunüricbtcr es zu sagen, M) MM ZUM“ haben? Referent seinerseits meint, keinesweges; in der kontrizüirxcxx Charakter-Zeichnung der beiden Brüder, der ungestümen HMM"- des einen, der sanften Passivität des andern, so wie in der OMNIT- heit der Mutter zum Glauben an Zeichen und Wunder dahin cs fich seinen Weg in dieser poetischen Welt, wie in der ivirkiiäxkxx. Kurz, es wird uns in dieser Tragödie eine Welt _aufgethan, di:: über das,Gewöhnlichc hinausgeht, innerhalb welchcr sich aber, das de- Weisen die vollen, bewegten Häuser in den drei kurz hinter einander gefolgten Vorstellungen, sci) die Zuschauer schr wohldefundcn ha- ben. Fast scheint es, als wenn es noch_Leiitc giebt, die den gelehr- ten Maßstab, wonach man sich wohlbefinden soll, mcht bxi1chtxzi- noch weniger aber durch die (Haukeleien des Tages dcn Simi ju": das Erhabene einvüßen. - Fndeß gehört allerdings, wenn cin so ideales Drama, wie die „Braut von Messina“, verkörpert ivcr_dett und die Theaterfreunde nicht bloß einmal ins Theater l_ock'cn 1011, ein; dem Geist und Sinn der Dichtung gemäße, xmthin rmx andere, erhöhtcre als die auch in unseren besjen Trauersptclcn gcdrauckiltch-é.
“Darstellung zu ihrer Wirksamkeit, ja ihrer Begreiflichkeit, insofern
dies Wort hier zu gebrauchen erlaubt ist. Alies muß in Harmonie erscheinen; die handelnden Hauptpersonen müffen in dcmsclvrn hohcnc Styl wie der Chor sprechen, und nur, wo der,Chor_, ganz- sich selbst Überlassen, das Wort führt, mag es thin in noch mehr erhöhtem, lyrischen Schwung überlasen seyn. Aber wo er in die Rede jener einfällt odcr mit ihr beisammen spricht- ist in jedem Fal], wie nun einmal dre Form des Ausdrucks beliebt werd , Gleichförmigkeit durchaus erforderlich. Auch hierbei muß Ref. eincn Jrrtbum berichtigen, in welcher) man sogar angcdlici) auf des Dichters eigenen Ausspruch verfallen ist; man hat nämlich behauptet, SchiUer habe eine opcrnartige Darstellung sei:- ner Tragödie verlangt, und man hat diese Behauptung dukrcl) seine“. fiüchtig hingeschriebcnen Worte: „Musik und Tanz müffe hinzukoms men, um die Worte des Dichters zu beleben“, zu begründen ge- sucht. Er hat damit nichts gnders gewolit, als der damaldüder» hand gcnomme_ncn Conwersattons-SpraM zu steuern i_ind 110“ „m zeigxn, daß 1ic mit ihrem Nick)ts'sagcn nicht an diesen Pini; gehöre. Unmöglick) konnte auch das die Intention. des Dick)- ters seyn, der doch wohl fühlen mußte, daß seen kräfngcs Wort ohne weiteren Schmuck, als Voll? und Wohllaut, 1in- reicht, zu Ihr und Herz wirksam zu dringen. Ader Referent weiß es auch aus dem eigenen Munde Schillers, als er hier im Jahre 1804 die „Braut'von Messina“ vorgesicUt sad, und zwar nicht überall und in allen Etnzcinyeiten durch die Vorstellung befriedigt, gbcr damit cinderstanden war, daß der Chor nur gesprochen, zwar im crhadcnsten, feierlichßen Styl, abex doch immer nur gesprochen Werden müffe. - Nach diesen aligemeinen Vorausseßungen kömmt Über die mimische Darstellung die wenigen Worte gcnügxn, das; Mad. Crclmgcr die Mutter durchaus in Harmonie des (»Im Sxyls dsr Tragödie mit Empfindungen und Affekten, und üici'ail mit tragischer Energie dargeiiellt, Herr Lemm im Ganzen vollkom- men im Sinne des Chors, desgleichen Herr Freund trefflich ge:- sprochen, Herr Grua den Don _Cäsgr Mit großem Feuer gespielt und Olle. Bertha Stick) uns die Ktndltchkeit imd Unschuld der Bea- trice so „zart und mit so innig gefühltcr, einfacher Wahrheit des Ausdrucks gegeben hat, daß. und das Vexlangen nach einer stärke; ren Kraft der Stimme gar nicht in den Sinn gekommen.
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Literarische Nachrichten.
Beiträge zur älteren Literatur, oder Merkwür- digkeiten der Herzoglichen öffentlichen Biblio- thek zu Gotha. Herausgegeben von Fr. Jacobs und F. A. Ukert. Trsken Bandes erstes Heft. Leipzig, 1835. 8.
An die Beschreibunge_n der„Bücher-Schätze zu Dresden, Wol- fenbüttel, „Berlin und Wien, dte wir seit mehreren Jahren von dch kctmtmßretchen Hütery de_rselben, Ebert, Wilken und von Mosel, erhaiten haben, rcxvt_1tch_tn würdiger Folge die Geschichte 11110 B::- sxbrcebung der Bibliothek zu Gotha, über welcye scit länger niz cmcm Jahrhunderte nichts zur öffentlichen Kenntniß gckommen war, Zwei gelehrte und erfahrene Männer geven 1111) als die Her.“ ausgeber einer Reihe von Heften zu erkennen, in welcheriße Bci: tkijge zur älteren Literatur_zu liefern und die Merkwürdigkeiten der seit _dem Jahre 1823 vcretnigten und neu, geordneten Gothaischen Bibliothek zu beschreiben gedenken. Auf die von dem Ober-Brblio- thekar Fr. Jacobs leicht und anmuthig geschriebene Vorxede folgx ein von demselben verfaßter Aufsatz „zur Gcschichic der Bibliotvck“ (S. 1--62), unter deffcn Vorzügen neben de_n vielen bibliographi- 1ci)en und biographischen Mittheilungen wredcrum dcr scddneix Darstelmng gedacht werden muß. Einen Auszug aus dkmsclvM kann Referent hier nicht geben, auch ntchtmancder crgöHliMn Nc- ben-Bemcrkungen, wie über die Besoldimgen dex bei der Biyléothik früher AngeüeUten, das Sportelwesen m der fruheren Zeit und im achtzehnten Jahrhunderte (S.,Lö)» u. d. m, weitläufng gedenken, So hatte der Secretaér Mayer im Jahre 1719 nach zwanzigjäyrzggy Dicnsizcit nicht mehr choldun als 200 Gulden Meißn, dazu noäv 6 Malter Korn, “. Malter Gert c und 8“ Klastern Holz; der Secre- tair - reieslcben cm Jahre 1774, .nacl) fast vier uno drkt'ßigjäyrjqcr Diem zeit Ams im Alieni 5/10 (Vulden Meißn. u. s. w. Ueber den damaligen „Zußtxnd dcr kalkptbek, die nach einer flüchtigen „Zählung icht 110,000 Bande _cnthalr-(tm Jahre 1735 zählte sic 25,048 mit Ein: schluß der Manuscrtvw), gtcb_t der Aufsatz vollständige Nachweisun- gen, wo es_ aber dyck_ schr besremdxnd ist, auf S. 01 zu lesen, daß die Gothaische Btvlwtbck noch immer eines Copisien entbehrt, so das; fast ane Kataloge von den Bibliothekaren selbst geschrieben werden mußten. Der Verdienste seiner Vorgänger Cyprian, Geis.
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