1835 / 83 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Weg, auf wischem die Kolonisien etwas von der Regierung erlan- _axn können, ist, daß se derselben keine Ruhe lasen. Haben doch “€*li Whigs selbst das Volk von England aufgeregt, um die Reform- Bil] durchzubringen. Ich empfehle den Kanadiern dasselbe Verfah- kep- damit sie ihre Reform-Biu durchsetzen. Der Kampf in Kanada sptelt, eben so wie in England, zwischen Tories und Liberalen, doch zum Glück find die Tories in Kanada weit schwächer als hier.“ Herr Hume sprach die Hoffnung aus, daß der Kanzler der Schaßkammer sehr im Stande seyn würde, dem Hause die Er- nennung des Kommissars anzuzeigen, der fich nach Kanada be- arben solle, um die Differenzen zwischen dieser Kolonie und dem Mutterlande auSzugleichen; Sir R. Peel aber erklärte, daß von dem dazu auserseh-snm Individuum noch keine Antwort eingegangen sey, doch hoffe er, daß sie günstig ausfallen werde. Herr Robinson meinte, das ehrenwerthe Mitglied für Bath (Herr Roebuck) thue zwar, als ob es die Aufre] um; in Kanada beschwichrigen wolle, werfe aber durch seine ussorderung an die dortige Bevölkerung, dem Britischen Parlamente Widerstand zu leisten, einen Feuerbrand in diese Kolonie. Nach dem Schluß dieser Debatte., erhob stch der Marquis von Chandos und fragte den Kanzler der Schatzkammer, wann er wdhl im Stande seyn würde, dem Hause seinen Plan zu Gunsten des“Ackerbau- Interesses vorzulegen. Als Sir R. Peel aufstand, um hier- auf zu antworten, wurde er von der Opposition mit einem Hört! empfangen, was ihn zu der Aeußerung veranlaßte, es freue ihn sehr, daß er in den ehrenwerthen Herren schon ein solches Gefühl der Gcnugthuung crrege, ehe er noch den Mund öffne. (Hört!) Er wiederholte sodann, was er schon bei an-

deren Gelegenheiten gesagt, daß er es mit Hinscht auf al1e-

Steucr-Herabsehunqen und fiskalischen Anordnungen für besser halte, fick) die vollständige-Darlegung seiner Abfichten bis nach Ablauf des Rechnungsjahres vorzubehalten, wo er genauer würde berechnen können, wie viel der Staatödienst erheische, und wie hock) fich der wahrscheinliche Ueberschuß belaufen dürfte; das Haus, fügte er hinzu, möge sich erinnern, daß er erst im Dezember sem Amt anaetreten habe, und Wenn es bedenke, wie sehr er seitdem be- schäftigt gewesen, so würde es ihm gewiß Zeit lassen, einige der wichtigsten mir den Finanzen des Landes in Verbindung stehsn- den Punkte noch in nähere Erwägung zu ziehen. (Hört, hört!) In der darauf folgenden (gestern erwähnten Debatte, wclche Ya") in Folge der Erklärung des Premtcr-s :inisters, daß der Marquis von Londonderry ganz aus eigener Bewegung, ohne daß er von irgend einem Mitgliede des Ministe- riums direkt oder indirekt darum angegangen worden wäke, den ihm bestimmten Bdtschafter ; Posten * in St. Pc-ers- burg aufgegeben habe, von neuem über diesen Gegenstand erhob, ließ sich zuerst Lord J. Russell über dm, seiner Be-

hauptung nach, unsicheren Zustand des Ministeriums vernehmen, .

weiches nichts als eine billige Prüfung gefordert habe, bis jdxxt «der noch nicht dazu gelangt sry, fich das Vertrauen des Hndzcs zu erwerben. Außer dem Nachrheile, behauptete er, den ein wl- ches Experiment ffn: das Land nothwendigerwcise herbetfiihren müsse, ergebe fick) nun auch, daß die Prärogativen der .Krdkze keinesweges gesichert scyen, wie der vorliegendd Fall beweije. Wenn das Ministerium das Vertrauen des „Hauses bcsäße, so *würde lekzccrcs nicht die Pflicht gehabt haben, über eine Angelegenheit, welche so bestimmt zu den Befugnissen der Krone gehöre, wie die Ernennung der diplomatuchen Agenten, eine abweichende Meinung zu äußern und da- durch gewissermaßen die Würde der Krone JLU gefährden. Sir Robert Peel erwiederte sehr scharf, die esignation des Marquis von Londonderry habe zwar in Folge der leßten De- batten in diesem Hause, aber keinesweges in Folge von einer Adresse an die Krone stattgefunden, und das Haus habe demnach seine Mißbilligung auf keine formeüe Weise geäußert. '

„Uebrigens“, fuhr der Minister „fort,„„könnte sich der Marq'ms vou Londonderry, selbs! wenn nc!) tn d:csem Hause etnelfßlndltcsf-c Majorität gegen ihn erklärt hätte, damit trdsien, daß es dteyelve ge- wesen wäre, welche den Vidcount Canterbury vom Sprecherfiuyle vex'drängte. (Beifall.) Mit Beziehung au_f dtc mecrkung dcs cd- Len Lords, welchc Nachthctlc es nach slch ziehen musse, das; die Me- nister das Vertrauen des Hauses nicht besäßen, kann ich nur wu_n= schen, daß der direkte Antrag, welchen das ebrenwcrthe Mitglied für Middlesex (Herr Hume) tn Bezrebmxg auf die Entl'assung der Minister angezeigt hatte, 1e cher, desto lieber _emacht_wurde. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Jemand, der ick) in ctne-r Stellung bcfindet, wie die meinige, die Folgen zu e_rwägen berech- tigt iii, die eine übereilte Auf chung des ihm anvertrqu- ien Postens haben würde. Woh fühle_ ich, daß . es keine geringe Nachtheile oder Niederlagen seyn durfen, die m_cch berech= tigen, aus dem Dienste des Kdnißs zu treten. (Lauter Be:fal1.) Will der edle Lord die Verwaltung fiurzxtx, so darf dies nicht durche An- träge geschehen, von denen selbst diejenigen, welche sie unterstutzen, sich keinen solchen Erfolg versprechen, sondem durch einen ausdruck- 1ics) dahin lautenden Antrag, daß sich eme ten größerem Maße, das öffentliche Vertrauen befißende und zur Erfullung der öffentlichen Pflichten geeignetere Verwaltung b_clden laffe. Ich kann nur sagßn, daß Niemand sehnlichex, als ich, dte unumwundcne Erledigung dte- scr Frage wünscht.“ Wauter Beifall.)

Herr Hume gab zu, daß der ehrenwerthe Baronet einéqen Grund habe, sch darüber zu beklagen, daß noch kein direktes Votum des Tadels gegen seine Verwaltung ausgesprochen wor- den; er hoffe aber, dieser Beschwerdegrund werde über ein Klei- nes beseitigt werden. (Gelächter.) Die Debatte zog stch nun noch eine geraume Zeit in die Länge; vergebens suchte Lord Stanley ihr ein Ende zu machen, indem er behauptete, es liege dem Hause kein Antrag vor. Nachdem der Sprecher ihn darauf aufmerksam gemacht hatte , daß allerdings eine Frage gesteÜc sey, nämlich die , ob das Haus sich in einen Substdien-Ausschuß verwandeln solle, nahm Herr Hume noch einmal das Wort, jedoch ohne fich aus der Bahn, welche die Verhandlung einmal genommen hatte, zu entfernen. Er sowohl als die übrigen Mitglieder der Opposition und ihre Gegner sprachen über Mißtrauen und Vertrauen zu dem Mini- sterium, und selbst die Resignation des Marquis von London- derxy, welche die Veranlassung zu der Unterredung gegeben hatte, wurde nur als Argument, nicht als.T'hema_benutzt. Umer An- derem fragte- Herr Hume die Minister ziemlich höhnisch, wie ds denn nun mit dem Ausbrüten ihrer Eier geworden sei); und *in welchen Austzxückm man dem St. Petersburger Hofe die Zu- rücknahme der Ernennung des Marquis v. Londonderry anzeigen wolle. Sir Robert Inglés tadelte den Marquis, daß er sich dem Geschrei des Unterhauses gefügt habe, während Sir Henry Hardinge meinte, er habe nicht anders handeln können. Leß- terer suchte auch die mehr erwähnte Aeußerung desselben über die Polen der Hiße des Augenblicks zuzuschreiben. Endlich, als Sir I. Hobhouse sogar mit der Ansicht hervor- trac, Sir Robert Peel hätte lieber selbst aus dem Ministerium Weiden, als die Resignation des Marquis von Londonderry an- nehmen sollen, und als Lord John Russell es wiederholte, daß das Haus. kein Zuxrauen zu dem Ministerium gewinnen kdnne, da dasselbe die ehm gegönnte Probe eic durchaus nicht zur Vorlesung der versprochenen Reform: aßregeln benuße,

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erklärte Sir Robert Peel, er sey der jeßigen Lage der Dinge überdrüsfig; tvenn Herr Hume keinen Tag für die von ihm an- gezeigte Motion, durch Welche der Mangel an Vertrauen zu dem Ministerium ausgesprochen werden solle, finden könne, so-wolle er selbst bchülflich seyn, eine gelcgene Zeit dazu ausfindig zu

machen; übrigens sey er" im Begriff, dem Hause morgen eine!

Bill wegen Erleichterung der unter den Dissenters zu schließen- den Heirathen und in der nächsten Woche eine Bill wegen Um- wandlung der Zchnten in England vorzulegen; auch solle noch im Laufe diescr Woche ein Versuch mit der Lösung der Zrlän- dischen Zehnten-Frage gemacht wcrden.

London, 17. März. Ehe Ihre Majestäten am Donnerstag in Windsor einzoqcn, war Vormittags eine Abtheilung Londoner Polizei dort angekommen, was eine Anfrage des Mauors von Windsor über den Zweck dieser Maßregel veranlaßte. Die Ant- wort war, der Staats-Secretair des Innern habe es so befoh- len, nachdem er am Abend vorher die anonyme Anzeige erhalten, daß mehrere Personen die schriftliche Verpfiick)tung eingegangen wären, Ihre Majestäten bei dieser Gelegenheit beleidigen zu onen. Der Mayor wollte darin, das; die Regierung dies gc- glaubt, einen Schimpf für die Stadt sehen und verlangte,* die Polizei solle sich nicht öffentlich sehen lassen. Sie blieb auch bis zum Abend im Quartier und wurde dann nach London zurück; geschickt. Eine Aufforderung der Einwohner von Windsor an den Mayor, das; er eine öffentliche Versammlung ansetzen möchte, damit die Stadt Ihren OJ'cajesiäten in einer Adresse ihre Treue und Ehrfurcht an den Tau legen und sich gegen jeden unwürdi-

gen Verdacht verwahren könne, erhielt zahlreiche Unterschriften,“

und Abends war Windsor auf's glänzendsce illuminirt, und es wurden mehrere öffentliche Diners gegeben. Die Times meint, die Einwohner von Windsor hätten den Verdacht ja nicht auf fich zu beziehen brauchen, denn es sey wohl möglich, daß von London aus Ruhestdrcr hätten dahin kommen wollen.

Der Herzog von Cumberland wohnte am Freitag der De- batte über den Marquis von Londonderry im Unterhause von Anfang bis zu Ende bei. Man bemerkte, daß Se. Königliche Hoheit sich längere Zeit mit Lord John Russell unterhielten.

Graf Pozzo di Borgo empfing am Donnerstag, als er ei- nem Dmcr bei Herrn Rothschild beiwohnte, die traurige Nach- richt von dem Tode seiner Nichte. Sie befand sich- Wie es heißt, auf der Reise von St. Petersburg hierher, um bei dcr Russischen Gesandtschaft die Honneurs zu machen, da de': Graf unverheirathet ist.

Der Graf Zenison, der vorige außerordentliche Gesandte

und bevollmächtigte Minister des Königs von Bayern am hiesi- akn Hose, ist gestern nach München abqereiff. ' Die dem Unterhause vorgelegten Veranschlagungen für die WZÜN'UL ergeben gegen dds vorige Jahr eine Vermenderung der Ausgabxn für diesen Dtexreiziveig um 230,000 Pfund. Für die BksoldUZm der Matrosen sind 933,054 Pfd., für ihre Beköski- gxxng 330,825 Pfd., für das AdmtralitätS-Amt, mic Einschluß der Gchaire dcr Lords dcr Admiralität, der Secretaire Und Schreibx', 108,844 Pfd., für die mit dem Marine-Zahl-Amt verbundenen Gehalte und Ausgaben 22,183 Pfd. und für die Gehalte der an den verschiedenen wissenschafclichen Departements der Marine angesiellten Beamten 24,590 Pfd. veranschlagt.

Die Reform-Mitglieder des Uncerhauses, welche, wie schon erwähnt, dem Lord John Russell am 28|cn d. M.“ ein Diner geben wollen, wobei Lord ?.Norpeth den Vorstkz führen wird, wurden zu einer Versammlung durch ein Circular eingeladen, das die Herren Denison und Ord, Lord Morpeth und Herr Bannerman unterzeichnet haben, welche die Antragsteller und Unterüüßek der bcidkn Motionen auf die Sprecher-Wahl und das Amendement zur Adresse Waren.

Das Birmingham Journal spricht von einer Erneue- xung der dortigen politischen Union und zeigcan, daß eine Bitt- schklst, wodurch der Vorstand dieser Union ersucht werden solle, seine Geschäfte wieder zu übernehmen, bereits 1000 Unterschrif- ten zähle, die man innerhalb einer Woche bis auf 3000 vermehrt zu sehen hoffen dürfe. _,

Der Limerick Chronicle zufolge, wcrd Str Hussey Vj- vian in kurzem sein Kommando in Irland niederlegen, indem seine geschwächte Gesundheit ihm nicht gcséattet, den täglich schwiot'tqer werdenden Pflichten dieses Amtes vorzustehen.

Sir A. Malet, Schwiegersohn der Lady Brougham, ist wieder zum Sccretaiv bei der Gesandtschaft in Lissabon ernannt und wird fick) am 20sien mit seiner Gemahlin einschiffen.

Herr Pitt Adams, Sohn des vorigen Commissairs der Wälder und Forsten ist zum Gesandschafcs-Secretair m Santa Fe de Bogota ernannt, wodurch die Stelle eines Secretaird im auswärtigen Amte erledigt wird.

Am 10ten d. warden, wie die Hof-Zeitung anzeigt, fol- gende Personen als neue Assistenten der Armen-Kommissarien vereidigt: Sir C'. Parry, der fich früher als Administrator in den Australischen Kolonieen auSgezcichner hat, und die Advoka- ten Herr R. Hau und Herr R. Earl, welcher Lehrers mehrere Jahre hindurch Privat-Sccretair des" Lord Stanley und dann des Herrn Spring Rice war, als diese Staatsmänner das Ko- lonial; Departement bekleideten.

F err Edwm'd Lytron Bulwer, der berühmte Schriftsteller und * arlamentsthtglied für Lencoln, liegt gefährlich krank danieder und hat daher noch keine Gelegenheit gehabt, seine ?in- sichten über die gegenwärtigen Verhältniss im Unterhause vor- zurraaen.

Die bekannte Gräßn Bleffmgton soll ernstlich unwohl seyn.

So eben ist hier eine kleine Schrifc erschienen, worin der Verfasser, Herr Salomons, die bürgerlichen Bcschränkungen der Bekenner des mosaischen Glaubens in England einer historischen Prüfung unterwivst.

Gestern Abend wurden die Bemohner der Regents-Straße dnrch einen furchtbaren Knall und das Zerspringen der Fenster-

,scheiben, so wie darauf folgendes Hülfegeschrei in Schrecken ge-

setzt. Die Veraniassung war folgende: Ein Bäcker hat ein großes unterirdisches Gewölbe, welches sich seit acht his zehn Tagen auf eine belästigende Weise mit Gas füllte. Da er glaubte, daß die an dem Gewölbe hinlaufenden Gas-Röhren beschädigt scyen, so wandte er fich an die Gas-Compagnie,_ wei- che sofort eme Untersuchung veranlaßte. Während index; die Arbeiter beschäftigt waren, die Maner des Gewölbes zu durch- brechcn, erfolgte eine ungeheure Explosion, Stxine und Erde wurden mit solcher Gewalt ymhergexcdleudert, daß mehrere Fen- ster auf der gegenüberstehenden Seite der Straße zerbrochen wurden und die Vorübergehenden kaum ihr Leben retteten. Drei Arbeiter und der Aufseher derselben lagen »mit Blut bedeckt, an,- scheinend leblos, am Boden; durch die schnell angewandte Hülfe wurden fie ins Leben-zurück-“gebracht. Der Hut des einen Ar- beiters wurde an 60 Fuß hoch in die Luft geschleudert. Höchst merkwürdig ist es, daß von den Vorübergxhenden Niemand gc- tödtct ward. Das Haus ist nur leicht be1chädigr.

Dem Morning Herald zufolgwhätée die Porta ie RegierUng 4000 Mann zur Disposition der Königin votgi &? nien aeskellt. (Vergl. Spanien.)

Die Times warnt vor zu großen Spcculationsn in d, ausgesetzten und passiven Theil der Spanischen CorteszSchuw vor erfolqter Konvertirung der Cortes-Scheine, die vor dem Monat Mai nichrzu erwarten sey.

Die Admiralität soll“beabfichtigen, die Trans-AtlantisM Station wieder, wie früher," in zwei Der Vice-Admiral, Sir Peter Halle:, wird in Westindien, Und der Contre-Admiral R. Thompson in Nord-Amerika befehljgm

Am 30. November v. 3. scheiterte ein von Santiago

Cuba nach Curagao bestimmxes Spanisches Schiff, „Severo“ [)|

an der Küste von Neu-Granada, an der Mündung des Mag: dalenen-Stroms. Der Capitain und die ganze Mannschaft wür, den gerettet und nach Cartagena aesandt. Das Schiff War am 17ten in traurigem Zustande in Rzo Hacha eingelaufen, wo es auf die gastfreundlichste Weise aufgenommen und mir Vorräthm aUcr Art reichlich versehen wurde, so daß es am 20sten Weiter segeln konnte. Dies wird als ein BMW angesehen von den wje, verkehrenden sreundschafelkchen Gesinnungen zwischen Süd-Axm, rika und Spanien, denn dte Regierung von Neu-Granada hat das Benehmen des Gouverneurs“ von Rio Hacha voljkommm gebilligt und hinzugefügt, daß,'in Folge der*eigenthüm[§chx„ Lage, worin Spanien und Neu-Granada sick) jeßt befändewge, wissermaßen eine Art von Waffenftiüstand (19 lacie) zwischenbei: den Nationen existire. '

Nachrichten aus Ostindien ufdlge, War dort Alles" ruhjg_ Mahnd-Sing, Radschah von DR meldet) fich unterworfen. Er verpflichtet fich, den rückständigen Tribut, so wie die Kosten der seinetwegen unternommenen Rü- stungen zu bezahlen, stch künftig ehrerbietiger zu betragen Und beständig ein Truppcn-Corvs unter erfahrenen Anführern zur Disvvficion der Britischen Behörden bereit zu halten. Die ge- gen diesen Radschah gebrauchten Truppen find jetzt geqen sj, Stämme der Schikawatis gesandt, welche vor einiger Zeitan den Gränzen Räubereien verübten. Der Handel mit China wird wieder mit Lebhaftigkeit betrieben, und es ist nicht der ge- ringste Anschein vorhanden, daß die Chinefischen Behörden uns wieder belästigen werden. Die Mißheuegkeiten mit China hattenjn Ostindien und namentlich in Bombay, wo ein so bedeutender Handel mit China getrieben wird, großes Aufsehen errecxt. Manist hier jedoch der Meinung, daß England solche Maßregeln, die seiner hohen Stellung m der civilifirten Welt angemessen smd, ergreifen und nicht länger die Beleidigung seiner Unterthamn durch die Chinesischen Behörden dulden wird, und hofft, daß man den Chinesischen Kaiser nöthigen Werde, (?) das Jnterese von 300 MiUionen Chinesen aanerkennen und einen auf Gegen- seitigkeit gegründeten Vertrag, zum Wohl der Menschheit, abs zuschließen. Die qröbstenBeleidigungen widerfahren den Briti- schen Schiffen „Zmogene“ und Andromache“, die das Feuer der Forts in der Bocca Tigris nicht erwiedcrn durften und die Beleidigung der Flagge Englands" ruhig dulden mußten.

Zn Macao brach am 5. Nov. auf einiqen Böten Feuer aus, das sich nach dem reichen, dicht bevölkerten Chinesischen Stadttheil verbreitete und, außer vielen Bambushütten, 400 Häuser verzehrte.

Zeitungen aus Singapore bis zum 21. November melden aus Cochinchina, daß Saigon von den Jnsurgenten völlig be- lagert ist. Die Siamesen rüsten eine große Seemacht aus, um die Feindseligkeiten gegen Cochinchina zu erneuern.

Ein Schreiben aus Bahia vom 27.Zan. berichtet von ei- ner daselbst vorgefallenen sehr ernsilichen Empörung der Neger. Es war am 24sten um Mitternacht, als sich der Aufruhr durch Gewehrfeuer ankündigte, micTages-Anbruch aber waren die Em- pö'rer entweder gecödtcc oder zerstreut; es sollen in der Stadtwe- nigskcns 70 Neger gefallen und eine Menge verwundet worden seyn. An den folgenden Tagen wurden noch viele festgenommen, wobei es abermals zu Scharmüszcln und Blutvergießen kam. Der Plan der Aufrührer war, alle Häuser ihrer Herren in Brand zu ftecken , die Kasernen anzugreifen und sch der Stadt zu be- mächtigen. Wahrscheinlich wären dann alle Schwarzen zu ihnen gestoßen. Von einer Absicht, die Weißen zu ermorden, konnte man jedoch nichts entdecken. Die Stadt Bahia war durch dick Ereigntß in große Aufregung verselzc worden, und alle Geschäfte ßochten. Axis den benachbarten Zucker-Plantagen aber ist Alles ruhig qeblieven.

Die letzten Nachrichten aus New-York wurden an der ,

heutigen Börse anfänglich als kriegerisch ausgelegt, allein diese Besorgniß und die Wirkung derselben legte sich bald wieder.

- - London, 17. März. Die Stimmen, welche ma)! längst von einigen Seiten über die Ernennung des Marqmi von Londonderry zum Botschaftex am Russischen Hofe vernom- men, und we!che wgar die Times vermochten, von Zeit zu Zell tadelnd gegen die Regierung aufzutreten, obgleich immer mit der Hoffnung, daß man von Seiten derselben nicht darauf bestehen würde, sind, seitdem der Herzog von Wellington jene Ernennuns im Oberhause bestätigt und erklärt hat, der edle Lord warte nur auf die gute JahreSzeit, um abzusegeln, zum förmlichen Sturm: geworden. Am Freitag Abend trag Herr Shiel darauf an, daß die Bestallung des edlen Lords dem Utiterhause vorgelegt würde- damit dasselbe die Krone ersuchen könne, jc-ne Ernennung, we,e für das Land mit Gefahren verknüpft sey, zurückzunehmen. Dl befremdete Niemand von Herrn Shicl, weil der Marquisbki der Versammlung zu Hillsborough, welche im vorigen Som! mer stattgefunden, s7ch gegen die Ansprüche der Katholiken höch|| feindlich erklärt; ebm so wenig von Herrn Hume, der slch "' seiner gewohnten knausernden Weise auch über die „Kosten einer solchen Gesandtschaft aufhielt. Als aber eben derselbe Lord, web cher bisher die Minister gewissermaßen mit seinem Schilde 9“ deckc, nämlich Lord Stanley, ferner Herr Cutlar Fergusson, Lor D. Stewart, Sir John Hobhouse, kurz, Männer von all?“ Schattirungen in der Politik, sich nach einander erhoben UU lhre Gründe gegen jene Ernennung aussprachen und Fold!ett darin erblicken wollten, "wofür se die Regierung verantworth machten, da schien Sir Robert Peel ebenfalls cttvas bedenkll zu werden. Ein Hauptgrund gegen den Marquis war feind? oft und so laut ausgesprochene Anhänglichkeic an das Stab!" täts-Prinzip; man meinte, ein Mann von seinen Gesinnungen (und man hält ihn für zu ehrlich, als daß man glauben sollte- er könne sie so leicht fahren lassen, wie Andere den ihrigen "'*' sagt haben) sey kein würdiger Vertreter der Britischen Nation am Russischen Hofe. Sir Robert Peel's Vertheidigung bezog sich mehr anf die ehemaligen Dienste des M““ quis; besonders berührte er das ganz und gar nicht- was Lord Stanley gesagt hatte; er meinte vor Aliem- m müsse es mit Reden im Parlament, besonders bei einem Mann: von lebhaftem Temperamente, nicht so genau nehmen. Er ““ klärte indessen, die Bestallung sep noch nicht auSgefertigt- kW"

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Kommando's zu thejlen . . . . . « : zu drohen, daß sem Ministerium zu Grunde gehen müsse,

chudpor, hat (wie bereitsge-

d „"Wasselbe, jedes in seiner Weise, besprochen; sie d lerUn

[ tvorden ist.

nkcht vorgelegt Werden. Uebrigens sey die Ernennung der sandten das Vorr,echt des Königs, und keine Entscheidung des carhaUs?s würde ihn bewegen, dem Mondrchen die Widerru- .; einer solchen anzurathen. Er würde dteses natürlich einem 'chfolgc'r überlassen haben. Aber Zeder sah voraus, daß nach scr Debatte der Marquis nicht als Gesandter nach St. Pe- sburg gehen kökxné- uns da[; U? Wahrscheinlich du_rch eigenes sxgniren die, Minister aus der Verlegenheit reißen würde;

hielt es die Times für angemessen, gestern dem Sir Ro-

nn er bei je_ner Ernennung brharrte. Auch wurde gestern end schon "n Oberhaus.: vom Marquis von Londonderry und im Unterhause_ von Sir Robert angekündigt, daß der rd seine Refignatton ettigesendet. Dieser Triumph hat das misrerium geschwächt, indem es sich von Lord John Russell ohl als von Journalen, die es bisher nnterstüßt, Vorwürfe

ßmachen lassen, daß es durch eine unbedachtsame, rückfichts- '

eWabl das Untexhaus gezwungen, unmittelbar in die echt? der Krone einzugreifen, um ein vermeintlich größeres bel abzuwenden. _ Hoffentlick) werden die Maßregeln, welche x schnell hinter einander entwickelt Werdin sollen, von der Art „n, diese!) Ltqangenchmen Vorfall vergessen zu machen. Das ößte Gldck“ jedoch für_da_s Fortbesehen der jekzigen VerWal- ng jst die Utzmöglichkecc einer fortwährenden Verbindung um rder Opposition, deren Zeyfallenheic sich täglich mehr offen- rt; denn upter solchen Umständen kann Sir Robert Peel ih- m gelegentltchen Zusammenwirken, wenn es auch noch so be- wertich fällt, dessenungeachtet furchtlos entgegentreten.

Deutschland.

Rostock,](Z. März. Vorgestern feierte der Großherzog- -e General-ßhirurgus und Professor an der hiesigen Univer- ät, Herr Jojephi, sein 50jähriges Doktov-Jubiläum, bei Wel- erclegenheit demselben von nah und von fern sehrschmeichel- fte Auszeichnungen zu Theil wurden. Unter Anderen hac err Geheimerath und Professor Link zu Berlin ein Programm: nliquitulW b0tm1i0710 l€051,0c:!1i8|1§05" eingesandt und Herr eheime Medizinalrat!) Profcffor von Vogel eine Abhandkung “ber den Einfluß der Farben auf die Salubrität der Luft“ dem ubelgreise zu Ehren drucken lassen. Die Aerzte Rostocks über; ichcen dem Jubilar einen in „Berlin gearbeiteten sehr geschmack- [len silbernen Pokal.

Hamburg, 20. März. Herr Vignoles, welcher bkkannt- .. mit der Untersuchunq der, auf die Hamburg-Hannoversche ésenbahn bezüglichen Lokal-Verhältniffe beauftragt ist, war we- nmchrerer dringenden Geschäfte, welche seine Aufmerksamkeit England und Irland erforderten, genöthigt, am 16. März ck London zurückzukehren. Kurz vor seiner Abreise erhielt er ck von dem Comm“: zur Anlage einer Eisenbahn zwischen Dres- nund Leipzig die ehrenvolle Einladung, die Richtungen, über clche man daselbst berathet, persönlich in Augenschein zu neh; en, und sein Urthcil darübcr abzugeben. & wa? Herrn Vig- [es nicht möglich, diese Einladung für jetzt anzunehmen, aber hat sich anheischig gemacht, dem Comité alle Aufklärungen zu bm, welche nach Darstellung des SachzVerhälmisses irgend ieflich mitgetheilt werden könntsn, und sollte seine persönliche nwesenheit für unumgänalich nöthig gehalten werden, so werde ,falls die Maßregeln für die Eisenbahn cZwischen Hannover dHamburg bis dahin hinlänchh vorqerü t wären, DreSden nächsten August besuchen. - Herrn Vignoles, der auf seiner M von Hannover nach England hier eingetroffen ist, wurde [kern auf Veranstaltuna dcs'Hamburg-Altonaischen Eisenbahn; omité ein öffentliches Mittagsmahl im Hotel zum großen wil-

Mam] gegeben.

Kasjel, 17. »))2375. Der bekannte ])1'. Schreiber har stern als Bevollm_ächttgtcr dcr Westphäxischen Domainenkäufer „Kurhessen eine Eingabe bei der Stände-Versammlung einge- ccht, dxe auch als »))?anuskrépt zum Zweck der Vertheilung un- r'sämmtliche Mitglieder des Landtags hier gedruckt worden ist. ae schließt mit der Bitte: „Hohe Stände-Versammlung wol1e chgeneigt Ihre Verwendung zu Gunsten der unglücklichen omainetxkäufxr bei der hohen Staats-Regierung dahin eintreten ssen, da[; dieje ermächtigt werden, hinfichrlich der Befriedigung rDomainenkäufer bioß dieselbe Methode und das nämliche erfahren zu befolgen, welche bei der Befriedigung derjenigen urhesfischen Staatsbürger, Miche Cesfionarien Kurhessscher taais-Kapétalien waren, beobachtet worden find, und diese An- elegenheic so glücklich zu einem definitiven Zeele geführt haben.“

„Stuttgart, 18. März. Heute wurde in der hiesigen ka- ollschen K_irche ein feierlicher Trauer-Gottesdicnsk für den höchsx- ligen Kaiicr von Oesterreich durch die Oesterreichische Gesandt- "afk am hiesigen Hofe veranstaltet. Die Kirche tvar schwarz ekletdec und mit Kerzen beleuchtet. Auf einem Trauer- W|? vor dem Altars war der Katafalk errichtet und :e allegorischen Figuren und Inschriften umgeben. Die ronen des Höchsrseligen Kaisers lagen auf dem Sarge und

beiden Seiten. An der Vorderseite des Katafalks War der eure Wahkspruch des Kaisers: .]nstiiid 1'05n01'u111 i'unciamentum,

lesen.. Im Hintergrunde waren die Wappenschilde aufgehängt. erBischof von Rottenburg, der fich zu dieser Feierlichkeit hier; er begeben hatte, verrichtete das Todtcn-Amt. Mozarts Requiem urde von einer ausgewählten KapeUe aufgeführt. Se. Königl.

[ck “„beit der Prinz Friedrich, der Prinz v. Monfort, der Graf es ll[)elm von Württemberg, viele Minister, höch|e Staats-, "Mi,-

_air- und_Hof-Bcamten, mehrere Gesandten und eine so zahxs lche Verjammlung, als die Kirche nur immer fassen konnte, ol)nten der Feier bei, bei Welcher allgemeine Rührung herrschte. äl Karlsruhe,17. März. Die KarlSruber Zeitung enc- ,kfolgenden Artikel: «Mehrere Schwcizer Blätter haben fich :dem von der Badenjchen Regierung ergangenen Verbot des anderns der Handwerks-zGes-ellen in dcr Schwei beschäftigt,

. haben ferner ." Schreiben des gegenwärtigen Vororts an die Badische Re- e zur. Öffentlichen Kunde gebracht, in welchem fiel) er- "k ber dte1es Verbot beschwert. Der Gegenstand ist un- kalien GestchtSpunkten betrachtet worden, nur nicht unter

ck m rtChtigen, welcher besonders in dem Schreiben des Vor-

t[)eils dem Auge entrückt, theils vor demselben verdun- Wir wollen versuchen, den gegenwärtigen

tand-der Dinge klar zu machen, und damit zugleich den ckWetzerblätcern für jetzt und für alle Zukunft antworten.

Mag allerdings unserer Regierung schwer angekommen seyn,

"0 es würde ihr auch in Zukunft gleich schwer angehen, mit ei;

? derartigen Maßregel, und wenn diese nicht zum Zwecke füh-

“Z son?- mit Weiteren Maßregeln gegen die Schweiz voran- mkißkken- gegen die Schweiz, mit der wir einen täglichen, un- _e aren Verkehr unterhalten, mit welcher unsere Vorfahren seie

Mel?" Jahrhunderten, in glücklichen und unglücklichenTagem und

Wir skets in friedlichen und fceundschaftlichen Verhältnissen ge-

anden [india welchen wir nurBeweise desWohlwollens zu geben und

breitet hat.

e.“. 737 zu emyfangen das Giück hatten, gegen ein Land, dessenZntereffen wir auch m der neuesten Zeit zu vertreten uns ur Pflicht gemacht haben, und die wir wirklich nach unsern Kr sten zu wahken su- chen. Wenn aber die Schweiz, statt sich als eine Freiftätte zu betrachten, wozu ihr das Recht Niemand streitig macht, und nie gemacht hat, auf welcher religiöse und politische, mit Recht oder Unrecht verfolgte Flüchtlinge unter dem Schulz der dortigen Ge- setze, und so lange sie nach solchen ruhig leben, unanqefochten sick) aufhalten können, fich dagegen zum Tummelplatz öffnet für alle polttische-Abeneeuerer von gam, Europa, die nicht bloß in der Abficht_ dieses Land überschwemmem um daselbst unangefochten zu leben, ]ondern um zugleich ihre zur Zerßörung führenden Ent- würfe auszuspinnen, und gefahrlos, allem Völkerrecht spottend, die (Fäden der Verschwörung nach allen Seiten hin auszudeh- nen, wenn die Schweiz sich zum Feuerheerd hergiebt, auf wel- chem dee Waffen gegen Deutschland geschmiedet werden; wenn sie sich theilweise in ein revolutionnaires Erziehungshaus umwan- delt, in welchem, was bei weitem das Verderblichste ist, die in der Regel am wenigsten politisch ausgebildete Menschen-Klasse, die mrt dem Begriff der Freiheit nur zu leicht die Vorstel- lung von Befriedigung snnlicher Gemäss? ohne vorhergegangene Mühe und Anstrengung, und die Uebung roher Gewalt ohne nachfolgende Strafe verwechselt, täglich von politischcn Aben- teurem ungestraft unterrichtet und gelehrt werden darf, daß

solch ein wilder Zustand derjenige sey, der um jeden Preis“ er-

strebt, und nöthigenfalls mit den Waffen in der Hand erkämpft werden' müsse; wenn Deutschland, und zunächst wir, die wir der Schweiz unsere Jugend anvertrauen, in der Hoffnung, daß fie dereinst als„tüchtige Handwerker zurückkehren werde, nur politi- sche Taugemchtse von da zurückempfangen sollen, zerfallen mit sich selbst und ihrem Stand, ihren Aeltern zum Kummer, ihren Ge- meinden zur Last, in ihrem Vaterlande ein fortwucherndes re- volutionnxaircs Element; wenn Deutschland und zunächst wir je- den Tag Gefahr laufen müssen, von dieser Seite angefallen, insurgirt und geplündert zu werden; wenn dieses alles unleugbarc Wahrheiten smd, und die Schweiz, die so dringend an fieergangencn Aufforderun- gen, diesen gerechten Besorgnissen mit gemeinsamer Hand ein Ende zu machen, unter dem unerweisbaren Vorwand zurückweisk, daß ganz andere Adstchten unter diesen Anforderunqen verborgen seyen, als die so klar und deutlich darin auögedrückkcen, daß man ihre National-Souveränetät antasten, daß man fie an der fried- lichen Fortbildung ihrer vielleicht mancher heilsamen Reform be- dürftigen Verfassung hindern wolle, woran überall kein Mensch gedacht hat, eben so wenig als sich überhauyc in die innern An- gelegenheiten der Schweiz zu mischen, so kann sie es einem, zwar minder mächtigen, aber gewiß einem ihrer älteüen Freunde und treuesten Nachbarn nicht verdcnken, Wenn er, obgleich mit schWe; rem Herzen und nur einer beklagenswerthen Nothwendigkcit ge- horchend, fich von ihr wendet, und Maßregeln gegen fie ergreift Yun Schuße Deutschlands und seiner selbst, und um nicht einen heil der lebenden Geschlechter in der Blüthe vergiften zu las- sen, “Maßregeln, welche die Schweiz, in Rückerinnerung alter Freundschaft, nie hätte hervorrufen sollen,. oder die ]“th Wenig- stens durch gemeinsames Zusammenwirken zu beseitigen sie jeden Augenblick in der Macht hat. Wir glauben verständ- lich gesprochen zu haben.“ Ihre Königl. Foheit die verwittwete Frau Herzogin Hen- riettx von_Würccem erg, Mutter Ihrer Hoheit der Frau Mark- gräfin Wilhelm, ist von Stuttgart gestern hier eingetroffen.

Italien.

Florenz, 13. März. Die Nachricht von dem Ableben Sr. Majestät des Kaisers won Oesterreich hat hier sowohl bei Hofe, als -bei allen Klassen des Publikums den schmerzlichsten Eindruck erzeugt, Man war gewohnt, in diesem tugendhaften 9Nonarchen das Familien-Oberhaupc unseres angebeteten Regen- tenhauses und einen eingeborenen Florentiner zu verehren und zu lieben. Seine persönliche Anwesenheit in Florenz im Jahre 18“) hatte dieses Band der Verehrung und Liebe noch fester geknüpft, die Betrübnis; aher seinen Verlust ist demnach allge- mein. Se. Kaisers. Königl. Hoheit der Großherzog hasen so- gleich eine zwölfwdchentliche Hoftrauer angeordnet, die Schau- spiele wurden für acht Tage eingestelkt, und am 1/4tcn d. M. sollte in der Hof-Pfarrkirche cin feierlicher Trauer-Gottesdieust abgehalten werden.

Rom, 7. März. (Allg. Ztg.) MitBrasilien hat fick) über die Besiätigung des Bischofs von Rio-Janeiro ein ernster Streit erhoben, den man von hier aus gern ohne Aufsehen beigelegt hätte, wmn es sich mit den Grundsätzen der Kirche hätte vereinbaren lassen. Die dortige Regierung hat einen Mann zum Bischof wählen lassen, der in einer Schrift das Cdlibae angegriffen, und dem daher die Römische Kurie es zur Pflicht gemacht hatte, diese seine Ansicht zu widerrufen, bevor man ihn in seinem Posten bestätigen könne. Bisher ist dieses nicht geschehen, und der bisherige Geschäftsträgcr Brasiliens, der in dieser Unterhandlung hier nichts ausrichten konnte, wurde durch Hrn. La Rocha erscht, welcher fich nun auf demselben Punkte befindet, wie sein Vorgänger, und vermuthlich am Ende von seiner Regierung abberufen werden wird. Herr La Rocha, als Diplomat bekannt, hat sich das Vertrauen der Regierung wäh- rend seines hiesigen Aufenthalts erworben, und stine Entfernung würde die Unterhandlungen nur noch mehr erschweren. Er hat einen Courier in d9r Person des Herrn de deW, der WM) eine kürzlich gehabt: Schlägerei die Aufmerksamkeit des Publi- kums auf fich gezogen hatte, abgeschickt, um kein Mittel unver- sucht zu lassen, diese Differenz zu einem günstigen Resultate zu bringen. Man erwartet in kurzer Zeit die Bekanntmachung einer Schrift, woraus man den ganzen Hergang näher kennen lernen wird.

Der versöhnliche Sinn Gregors „)(D'l. hat sich wieder durch eine Handlung der Gnade bewährt. Viele hülfsbedürfcige Per- sonen m den Provinzen, welche in den unruhigen Jahren sich hatth irre leiten lassen, verloren deshalb ihre bis dahin von der Regierung bezogenen Pensionen. Durch ihre gegenwärtige Reue gerührt, befahl Se. Heil„ diese Leute, in Rücksicht ihrer frü- heren Verdienste für den Staat, jener Unterstützung wieder theil- haft Werden zu lassen. Man bedauert zu hören, daß dieses Werk der Versöhnung bei einem großen Theile der höhern Geistlichkeit Widerspruch findet, welchen man aber, eben so wie die Oppo- sition gegen die vor „Kurzem gemeldete Säkularifirung der Ge- richte, zu beseitigen hofft.

Die Fremden verlassen uns gegenwärtig in großer Zahl. Zu gleicher Zeit werden aber auch die Landstraßen wieder Um sicher, welches unter den Reisenden nicht geringen Schrecken ver- Diese Straßenräuber find indessen mit denen der frühem Jahre nicht zu vergleichen, und es ist hinlänglich, wenn die Reisenden sch in Karavanen von mehrern Wagen zusammen thun; bisher wurde noch keine solche angefallen. Die Regie- rung hat Truppen zu Sicherung der Straßen ausgeschickt. Un-

ter den Abreisenden befindet fich auch der Erbgroszherzog von SachsemWeimar, der bis Ostern Neapel besuchen wird.

Spanien.

Madrid, 28- FMN (Allg- Ztg.) Der gestern hier an““ gekommene neue Kriegs-Minisier, Don Geronimo Valdes, hatt

die ihm zugeschickce Ernennung abgelehnt, es war aber an ihn der Befehl ergangen, fich unverweelt hier einzufinden. Er hat demnach von den Vaxenciancrn Abschied genommen, und ist mit der Dsligence hierher gereist. Bis Ocaüa wurde er von Ort zu Ort durch Urbanos freiwillig eskortirt. Noch vor seiner Adrexse von Valencia hatte er Gelegenheit, seine Gefinnungen u erpro- ben. Seine Feinde hatten ein schriftliches Paéquiu aufz ihn anz“ geheftet, in welchem ihm Feigheit und Tyrannei vorgeworfen wurde; er ließ es abnehmen, schrieb sein Zmprimatur darunter und ließ es durch den Druck“ verbreiten. Es steht nun zu erwar- ten, 06 es dem neuen Kriegs-Minisker gelingen wird, richtigere und erfolgreichere Maßregeln aufzufinden, als seine Vorgänger. Diejenigen Spanier, Welche für eine größere politische Freiheit gc- stimmt sind, als das Estatuto des Hrn. Martinez de la Rosa ge- währt, glauben, ihn zu den Jhrigen zählen zu können. Llaudek soll noch bei seiner Abreise von hier der verwittw. Königin den Rack) gegeben haben, unter keiner Bedingung Valdes in das Mini.- sterium treten zu laffen. Valdes wird in dem Estamento nichl glänzen, da er keine Rcdncrgaben befaßt; aber der Abgang der- selben wird ihn, hoffe ich, in den Stand seßen, seinem Lande hksscr zu nulzen, als die großen Sprecher des Tages; er wird ihnen kurz heraus sagen: ihr scyd Egoiüen! Wenn es mdal-É) seyn wird, eine Uebereinstimmung der Ansichten zwischen Vil- des und Tore_no herbeizuführen, so möchte wohl Herr Martinez de la Ro_sa Fein Portefeuille nicht lange mehr behalten; man sagt, daß er bereits, um seine Gesundheit wieder herzustellen, um Urlaub auf drei Monate nachgcsucht habe. Es heißt, daß Carratala an die Stelle des Don Geronimo Valdes zum Ge: neral-Capitain von Valencia ernannt worden sey, und daß Cor- dova, welcher noch immer hier ist, das Kommando bei dcr Nord-Armee für Carratala übernehmen werde. Von dort habcn wir eine Zeit lang sehr betrübende Nachrichten erhalten. Dex? zur _Vcrstärkung der Besatzung von Elisondo abgeschtcr'ce Obchk Occma stieß am 7ten d. auf einen weit Überlegenen Feind; er wurde zu einem Treffen gezwungen, in welchem die TrUppctr“ Ocana's, nach dessen eigenem Berichte, 2 Bataillons-Chefs, einen Obersten, Z Offiziere und 20 Soldaten an Todten einbüßten; verwundet wurden ihm 5 Offiziere und 54 Soldaten. Die NM)- richt davon bewog Mik 1, am 11ten mit einer bedeutenden Trup- penmacht von Pampeh aa nach Elisondo aufzubrechen; dies ver- anlaßte die Zniurgentsn, fich zurückzuziehen. Ocaüa rückte am 12ten in Elisondo ein, und Mina langte selbst gleich nach ihm dort an. Vor wenigen Tagen hieß es hier, Zumalacarregud habe Elisondo erüürmt, und die Besatzung niedergemacht; in- dessen find, Briefe Mina's vom Asten von dort angelangt, mit: der Nachricht, daß er sich wohl befinde, die schlechte Witterung abcr alle'Operacionen unmöglich mache. „Bereits unter dem 11tcn hatte Mina aus _Pampelona berichtet, die Witterung sey von der" Art, daß, um thr zu widerstehen, die Menschrn von Erz seyn müßten, daß die erste Division in dem jammcrvollscen Zustande angclgngt, und der Chef derselben, Don Antonio Seoane, un- tauglech für den Dienst geworden sey. -- Drei Compagnieen des bekannten Iten leichten Regiments haben bereits Gelegenheit ge- funden, fich auszuzeichnen; fie rückten von Burgos aus gegen die Corps des Arrayo und Villalobo, tödteten ihnen über 40 Mann und zwangen die übrigen zur Flucht. Diese Znsurgenten wa- r,“! nur “einer steinernen Kanone versehen, welche sie im Stiche [ceßem Em beiannter Jnsurgenten-Chef, Gregorio Pkorales, wurdc m_ der Provinz Avila gefangen genommen und erschossen. Am 10. Abends, überftcl ein Trupp von 50 Karlisken dcn Flecken Puerto Lapeche in der Mancha, wurde aber von den, obgleich schlecht bewaffneten Urbqnos in die Flucht geschlagen. Merino, welcher am 28. Noevember tn die Provinz Segovia eingefallen war, ist am 8cen d; uber den Duerd zurückgegangen. Er hatte über 150 Pferde, und des Truppen der Königin, welche von allen Seiten gegen ihn an- cückien, konnten nicht zum Gefecht mit ihm kommen, da er ihnen siets entging. Zn Loca ließ er den Korregidor erschießen.- Zn Cadäx hat man eine Verschwörung entdeckt. Indem man die bei Alguiras “schiedenen Trupps verfolgte, verhaftete man in S. Fernando die beideti Anführer derselben; 75 ergab sich, daß der eine von ihnen, em _vormaliger Kammerdiener des Don Carlos, Na- mens Antonio „Lisar, und der andere dessen Bedienter, Namens Salvador Agnilar, war. In Folge der von ihnen gemachtea Aussagen wurden in Cadix und der Umgegend mehrere ange- ]ehenc Personen arreéirt, wie der Marquis de Guerra in Puerto Real, .der Pfarrer von Chiclana, der Kommandant des Cadixec Prefidw, Brigadier Don Pedro Maria de Ugarte. Es heißt, daß die Verschwornen auf den Beistand von 1200 dortigen Galee- ren-S_klaven, unter denen 400 gefangene Jnsurgenten, zählten.- Die. Trnxnnung des Herrn Medrano zum Minister des Innern m] mtomm machce die Wahl eines neuen Vice-Präfidencen der Prokuradoren-Kammer nothwendig; die meisten Stimmen fielen auf die Herren Marquis de Someruelos, Trueba Cofio, Riva- h'errera und Caxrillo de Albornoz; der Erstere erhielt die Bestä- rtgdng der Königin. Am 27sten ward die DiSkusfion über die chdxremseßyng der Käufer von Fideikommißgücern geschlossen- ur_1d ]th beschäftigt fich die Kammer mit der „Diskussion des Gutachtcnz; der Kommisfion des Innern. Diese hatte für das hier seit einigen Jahren bestehende Konservatorium der Mask 400,00LRealen bewilligt; bei der Abstimmung aber wurde diese ganze. Summe verworfen, und das Institut muß vermutb- lach eingehen. Dieses geschah vorzüglich auf Betrieb des Herm Truehq Cosid und ist als eine der Königin pcrsönlich zugefügte Beleidigung zu betrachten, da sie dieses Institut in hohem Grade begünstigte und jede Woche dort ein Konzert veranstaltete, zn Welchem der Hof und die Diplomaten eingeladen wurden. Jh- xersetts trifft die Königin an ihrem Hofstaate die größten Eln- 1§hränkungem dadei wird jedem verabschiedeten Diener auSdrück- lich bemerkt, daß die gerinqen der Königin von den Cortes be- wtiligeen Geldmittel die Ursache der Diensk-C'ntlaffung seyen. Die Abeja radelt dieses bitter als eine AUskcizung zum Karlis- mus, und rühmt dagegen das Benehmen des ananten Dot: Francisco de Paula, welcher zwar nach mehrere seiner Diener entläßt, ihnen aber Geld-Unterüükzungen gewährt. Graf To- reno gab am 26ften einen glänzenden Ball, auf welchem die ver- wittwete Königin erschien. I. M. geruhten, das ihr, dem Eska- tuto zufolge, zustehende Veto dieSmal auch auf die ihr vorge- legte Liste der Eingeladenen auszudehnen, und mehrere Perio- nen, uriter andern den eben erwähnten Infanten und dessen Gemahlen; Schweßed I. M., zu streichen. Vom diplomatischen Corps waren nur die Repräsentanten derjenigen Mächte einge- laden, _welch; die 1th bestehende Regierung anerkannt haben. Auch die Minister der Marine und der Justiz hatten keine Ein-

ladung erhalten. J. M. tanzten mit dem Britischen Gesandten