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bcklagenSwerthér, als in England. Sir Edward Sugdey, einer der besten, wo nicht der beste Rechtsgelehrte Englands, ein Mann von der größten Erfahrung in der Rechtspflege, muß dem eigenfinnigen und zänkischen Lord Plunkett, als erd-Kanzlcr von Irland, weichen, einem OJTannr, der bisher auch noch nicht durch das Geringste bewiesen hat, daß er die nschigcn Eigenschaften besilze, um die Geschäfte des Gerichts- hofes, welchem er zu präsidiren berufen ist, zur Zufriedenheit der Parteien oder der Barre zu verwalten. Die leßte, gbernicht die geringste Thorheit, sondern eine, die Über alle Beichreibung gclzr, ist die Ernennung des Lord Morpeth zum Nachfolger des Sir Henry Hardinge, als Secrerair fiir Irland. Lefzterer, 1:11 alter Krieger und ein eben so gcwandter Staatsmann als Militair, war von seinen frühsten Jahren an das echte Muster eines erfahrenen kenntnißreichen und energischen Geschäftsman- nes; wogegen 'ord Morperh, wenn „er auch ohne Zweifel die besten Absichten hat, und so groß an Körper und reif an Jahren er auch seyn mag, doch an Geist noch ein wahrer Schüler isi, oßne Kraft und Erfahrung, und nicht fähiger, die Fluch Zrlän- dischcr Volkswuth zu beschwichtigen, als den Zrländischen Karzal zu durchschwimmen.“ Der Courier erwiedert nun hierauf: „Vergleichungen zwischen lebenden Personen sind immermißlich, weil man in der Regel die eine von beiden dadurch beleidigt, :.md selten richtig, weil das Benehmen der Personen von nichts so sehr abhängt, als von den Umständen, unter denen fie bgm deln. Wir bewundern und achten die Talente und die großen öffentlichen Dienste Sir R. Perks eben so sehr als irgend Je- mand. Seine Festigkeit und Einsicht retteten das Land aus der Gefahr und Schmach eines Staats-Bankerotts, und er hat um drSwiUen hohe Ansprüche auf das Vertrauen und die Achtung “des" Landes. Aber jeder Achilles hat seine Ferse, und wenn auch Sir Robert Peel noch zehnmal geschickter und vcrdienskvoller wäre, als er es ist, so hat er doch auch seine verwundbare Stelle, und wir würden uns auf alle mögliche Weise bemüht haben, seine Verwaltung zu stürzen, denn er hat sich _ wir es gekommen ist, wissen wir nicht _ mit dem Fortbestehen der Jrländischen Kirche in ihrer gegen- wärtigen Gestalt, das heißt mit dem größten Mißbrauche, der in irgend einem Theile Europa's vorhanden ist, identiszirc. Zr- land hat eine Bevölkerung von ungefähr 7 Millio- nen Katholiken, von einer halben Million Mitglie- dern der Anglikanischen Kirche und von einer halben Million Presbyterianern. Wenn nun in einem solchen Lande eine herrschende Kirche bestehen soll, sagt 11118 dann nicht
der gesunde Menschenverstand, sagen uns nicht die natürlichscen '
Wrundsäße der Gerechtigkeit und Politik, daß es die katholische Kirche 111111 muß? DieGründe dafür sind um so stärker, als die katho- lische Religion früher die herrschende in Irland war und die katholische Geisrkiclßric nur mit Gewalt durch Englands Truppen von ihren Pfründen vertrieben wurde, ohne daß in dem religiösen Glauben drs Voéks eine Veränderung vorging. Und doch sieht Sir R. Peel nichts Argloses in allem diesen, sondern nennt es vielmehr Kirchenraub, wenn die Einkünfte ciner Pfarre, in deren Bereich es keinen einzigen Protestanten giebt, genommen und zum allge- 111ci1117n VoikSunterrichc verwendet werden sollen. Wir bedauern dies seHr, sowohl um Sir R. Peel's, als um des Landes willen. Aber es ist nun einmal so, und folglich kann Sir R. Peel unmöglich wieder ans Ruder gelangen, bevor nicht die Jrländische Kirchenfrage erledigt und entweder die Herrschcndr Kirche als solche in Irland ganz aufgehoben “oder die katholische Religion mit der protestantischen auf ei- nen gleichen Fuß geseßt isi. Tiber, sagt die Times, Herr Spring Rice soll der Nachfolger Sir R. Peel's seyn. IT- und dieser hätte gewiß in den Functionen eines Kanzlers der Schafz- karnmcr keinen brfferen Nachfol er finden können. Hr. Rice be- 11131 cin gutrs Talent, großen Fleiß und genaue Kenntnisse im Firanz-Facl), 11111), mit Ausnahme Sir R. Peej's, i!?„er gc- wtß dcr geeignetste zu diesem Posten untcr Allen, die ihn 111 den lckzten 21) Jahren bekleidet haben. Was sodann den Lord Pal- merston betrifft, so wollen wir zwar das großeTalenc des Herzogs von Wellington nicht bestreiten„auf das je-
.der Engländer stolz seyn muß, glauben aöer auch, daß
Lord Palmerston fich als tüchtig bewährt hat. In den 4 Jah- ren, wo er Staats-Secretair der auswärtigen Angelegenheiten war, hatte er mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, und daß er deffenungeacbtet den Europäischen Frieden und die Würde und Ehre der Britischen Krone zu erhalten wußte, ist kein ge- ringer Beweis von Talent und amtlichem Takt. Mit al- Lem dem, was die Times zum Lobe des Lord Lynd- hurst sagt, sind wir vollkommen einverstanden; er ist ohne Zweifel einer der geschicktesten Richter, der je in einem Ge- r1c1)tsl)ofe den Vorsitz geführt hat, und es" ist sehr zu bedauern, daß ein alter Gebrauch bei jeder Veränderung des Ministe- riums die Abdankung der beiden obersten Richter von England und Irland nothwendig ma t; wäre dies nicht s o würden wir mit Freuden Lord ).yndhurft und Sir Edward Sugden haben im Amte verbleiben sehen; vielleicht wird sogar der Erstere bald wieder eintreten; sein Wiedererscheinen würde von der Barre und vom Publikum mit reinem Beifall aufgenommen werden. Aber wenn wir Sir Robert Peel, den Herzog von Wellington, Lord Lynd- hurst und Sir Henry Hardinge abrcchnen, was“ waren dann dicBeskandcheile des vorigen Ministeriums? War der Uebrrresk jenes Kabinets nicht eine Auswahl des Schwächsten und Trau; rtgscrn, was_ im Unterhause zu finden war? O)?änner, ,wie Sir Z, Hobhome, Sir H. Parnell, Lord Howick und Her! Poulett Thomson , würden sic!) beleidigt fühlen, wenn wir 716 mit jenen rergieichrwwolltrn. Sir Robert cel selbst schämte fiel) solcher HülfsxTi-uppcn und focht seinen . ampf allein aus; er kämpfte männlich und edel, aber seine Kolle en braUcbte er bloß als Zäh- ler. Auch Lord Mulgrave hat die ergleichung mit dem Grafen von FZaddingcon nichr zu scheuen, und ein so trefflicher Offizier Und Staatsmann auch Str H. Hardinge ist, obwohl ein wenig zu kampflustig, so wird fich doch auch Lord Morpetl), der ein ta- [cncvoller und humaner Mann ist als ein guter Secretair für Irland bewähren. Von Lord ?Nelbourne brauchen wir wohl
Nichts zu sagen. Seine Talente, seine Rechtlichkeit, Erfahrung,.
und Amtstücl)1igkeit werden von Jedermann anerkannt.“
Der Standard behauptet, Herr O'Connell verlange durch-
arts dic Abselzung des bisherigen Unter-Secretairs für Irland, Sir William Gossett, aber Lord Mcibourne weigere sich, diFes Begehren zu erfißllénx C'ben dicses Blatt glaubt, daß dem 0- ldmal-SecretairHerrn Charles Grant nur für den Fall die Pair- Würdr zugedacht sei,), daß er bei der Wahl in der Grafschaft vaerneß durchfiele, was jedoch sehr wahrscheinlich wäre. * Eine revolutionnaire Flugschrift unter dem Titel „Gedanken über die Aristokratie in England“ erregt hier großes Aufsehen. Man hält LOW BWUZHUM für, den Verfasser dieser Schrift, die in dem beißendsten Tone geschrieben ist. *"
Der T rue S 1111 erklärt, die Mehrheit der Britischen Kauf;-
[eure sey dem Prinzip der Handels-Freiheit abgeneigt, Und selbst
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der größte Theil derjenigen unter ihnen, die hinsichtlich ihrer sonstigen politischen Grundsäße mit dem jeßigen Ministerium übereinstimmten, seven ihm in diesem Punkte entgegen.
Diehirsigen Zeitungen [kellen jetzt über die Genehmigung des Fratizösisch-Amerikanischen Traktats von Seiten der Franzö- sischen Dcputirten-Kammer ihre Betrachxungen an, und dem Sun giebt namentlich die eingefügte Klauiel, wonach die 25 Mil- lionen nicht eher gezahlt werden sollen als bis die Vereinigten Staaten für die beleidigenden 'IluSdr*1€cke in der Botschaft des Präsidenten Jackson der Französischen Regierung eine Ehrener- klärung gegeben haben, zu folgenden Bemerkungen ?inlaß: „.Die einzige Schwierigkeit wird nun darin bestehen, dic1e _Ehrenerklä- rung zu erlangen. Die Schwierigkeit liegi nicht darm , daß der Präsident im geringsten zögern dürfte, das1enige zurückzunehmrn, was einen unangenehmen Eindruck gemacht hat, sondern darm, daß der Kongreß nicht versammelt ist, denn der Präsident möchte in diesem Punkt schwerlich ohne Zustimmung des Senats und des Repräsentantenhauses etwas thun. Da sich aber, der Ver- fassung gemäß, der Kongreß nur einmal im Jahre versammelt, und da die nächste Session auf den Monat Dezember festgesetzt ist, so folgt daraUs, das; ein Jahr verfiießey wird, ehe die Sache definitiv entschieden werden kann, der Präsident m1'1ßte denn eine außerordentliche Versammlung des Kongrcffes aufsichreiben. Er hat diese Bcfugniß, sobald er glaubt, daß sonst die Union in Gr- fahr kommen könnte. Aber da bieten s1cl) noch zwei Schwie- ricxkeiren dar; erstens werden die Wahlen in den Staa- t211 Alabama, Tennessee, Kentucky, Louisiana, P?isfisfippi, Illinois, Missuri und Indiana, die 48 Mitglieder in das Rr- präsentantenhans senden, nicht vor dem Monat August dccndigt seyn; zweitens findet im Monat Mai eine_ neue_ Präfidrnten- Wahl statt, so daß, wenn der General Jackion mehr wieder ge- wählt wird, die Ehrenrrklärung, so stark fie auch 1eyn möchte, aus dem Munde eines Anderen auSgehen müßte, und dann dürfte sie den Ohren der Franzosen gewiß nicht so angenehm klingen.“ Die Times , Welche ebenfalls einen längeren Artikel über diesen Gegenstand enthält, bemerkt, daß die Vereinigten“ Staaten die 25 Millionen vorzüglich der diplomatischen Gewandt- heit des Herrn Rives verdanktcn, der zur Zeit der Jrili-Re- volution Nord ; Amerikanischer Gesandter in Paris war; dieser habe sich nämlich sehr zu aristokratischen und monarchischen Grund- sätzen hingeneigt und sey daher von dem damaligen Herzogs von Orleans ersucht worden, den General Lafayette auf drm Stadt- hause mit seinem Rath zu untrrsrüßen, und Letzterer 1ey beisei- ner großen Vorliebe für alles Amerikanische durcliHerrn Rides leicht zu b'ewegen gewesen, seine republikaniickwn Ansichten etwas zu moderiren; für diese Dienstleistung habe_ sich dann der Amerika- nische Gesandte von der neuen Fi'anzöfiichen Regierung die Be- rückstchtigung der Entschädigungs-Forderungen 1e111er Landsleute ausbedungen. _ , & _
Man hat hier die Nachricht, da[; 111 Coruna 4 Englische Kriegsschiffe angekommen sech, deren fernere Bestimmung aber unbekannt isc. Hiesigr „Blätter bemerken bei dieser Gelegenheit, daß die Englische Marine jeszt 544 Fahrzeuge zähle, von denen aber nur 148 in aktivem Dienst seycn, daß es jedoch leicht seyn würde, noch 217 auszurüsten. _ „_
“21111 211111311 d. ging das Königliche Dampficksss „Comet,“ in welchem zum erstenmal ein Versuch mit der Anwendung des Quecksilbers gemacht wird, zu einer Probefahrt von hier nach Lissabon ab. Wenn der Versuch gelingt, so wird eine bedeutende Ersparnis; an Brenn-Matcrial bei der Dampfichifffahrt bewirkt werdeii.
Wie der Französische Admiral Mackau das Kriegsschiff „Oresc“ zum Schutz der FranZosen, so hat der Pefrhlster der Englischen Station zu „Bar adoes das Dampfichiff „* ee“ mit Waffen, O)?unition und Soldaten nach Para gejandt, um das Bricische Eigenthum daselbst zu schüch.
Nach den lelzten Berichten aus Ostindien,„soll Dosi Ma- hommed Chan mit einer Kriegsmacht von 25,001) Mann gegen Peschawcr auf dem Marsche seyn und Schack) Schuja wieder Truppen sammeln , 11111 seine Versuche zur Wiedererlangung des Thrdns von Kabul zu erneuern.
Der Imam von NTaskace in Arabien, der als ein zuverläs- figer Freund der Britischen Regierung gilt, hat, wie Ostindi- sche Blätter melden, eine ziemlich bedeutende Sremacht; sie besteht aus dem „Liverpool“ von 47 Kanonen, dem „Schach Al- lum“ von 51), der „Karoline“ von 98, der „ Sultanieh“ von 12, der Brigg „Psnche“ von 10 Kanonen, alle in Bombay gr- baut, ferner der „Picdmontese“ von 36_ und der Korvette „Ra- hanranee“ von 2/1 Kanonen, beide in Corbin gebaut, dann dem „Prinz von Wales“ von 36 Kanonen, in Rangun gebaut, dcm „V)Tuscapha“ von 28 Kanonen, in Muttra gebaut, ,und der Brigg „Curlew“, in Maskate gebaut. Außerdem besiizc er mehrere große Kauffahrtcischiffe.
Briefe aus Tunkin melden, das; die Verfolgung der Christen dort nicht mehr so heftig ist, daß diese wieder zu athmen anfan- gen und die ONisfionaire Anstalten treffen, um in ihre Missio- nen zurückzukehren. Die Nachrichten aus Cochinchina lauten minder günstig. Der Pater Odocico und Herr Zaccardc waren zum Tode verurtheilt worden, und das Urtheil sollte 13 Tage nach der Hinrichtung des Herrn Gagekin an ihnen vollzogen werden. Da die Königin fich aber für sie verwendet hatte, so war die Strafe in ewige Verbannung nach den äußersten Gränzen des Reichs verwandelt worden. Allein der König ercheilte dem Mandarin, der dieVerwaltung in dieser Provinz leitet, den Be- fehl, die Vcrbanntrn Hungers sterben zu lassen, und man hielt daher ihren Tod für unvermeidlich.
Niederlande.
Aus dem Haag, 26. April. Se. Königliche Hoheit der Prinz von Oranien ist gestern Abend von Soestdyk zurückgekehrt.
Man glaubt nunmehr doch, daß 'der Besuch der Königlichen Familie in Amsterdam schon im Laufe dieser Woche und zwar am Mittwoch, 29. April, stattfinden werde.
Deutschland.
Hannover, 28. April. Die hiesige Zeituyg findet fich veranlaßt, auf die (in Nr. 117 der Staats-Ztg. besmdlichen) Beschlüsse des Hamburgischen Eisenbahn-Comiré Nachstehendes zu erwiedern: „Indem die Regierung im Allgemeinen auf den Plan einer Eisenbahn eingegangen ist, hat sie nicht umhin ge- konnt, und ihrer Stellung nach die unabweisliche Verpflichtqu „ehabt, die eigenthümlichen Verhältnisse unseres Landes, und die
nteressen, welche je 1 oder in Zukunft bei der Ausführung der Eisenbahn betheiligt Heyn möchten, sowohl öffentliche al;“; beson- dere , in sorgfältige K*rwägung zu ziehen. Sie ist dabei zu der Ueber eugung gekommen, daß 1) es für das Land von W1cht1g- keit is?, die Anlage eines Hafens in Harburg nicht ganz. un- möglich zu machen; sie hat daher nicht einwilligen kön- nen , daß die Eisenbahn behufs dcs Waaren ; Trans- ports auf Hamburgischem Gebiete anfange. 2) Sie hat
fich nicht bewogen ßnden können, den augenblicklichen Wohl stand zweier der bedeutendsten Städte des Landes mög- licherweise aufs Spiel zu setzen, vielmehr hat fie die Be- dingung auSgesprochcn, daß die Eisenbahn, von dem aufblühenden Harburg" anfangend, über Lüneburg geführt, und so diese Stadt, deren Bürgerschaft seit Jahrhunderten durch Gewerbthärigkeir, Wohlstand, tüchtige Gesinnung und Treue gegen die Landes- fürsten ausgezeichnet gewesen isi, in unmittelbare Verbindung mit Harburg, annover und Braunschweig gcselzt werde. 3) Sie hat end ich das eigenchümliche Verhältniß würdigen müssen, welches sich daraus ergiebt, daß einer Gesellschaft mei- stentheils ausländischer Kapitalisten _ wclche ihrer Stellung zum Lande und der Natur der Sache nach nichts anders als die Am legung ihrer Gelder gegen einen angemessenen Gewinn beabsichti- gen können _ ausschließende Rechte für ein Unternehmen Zuge,- sranden werden sollen, welches an Umfang, Gcwichc und einem jeder Vorausberechnung entzogenen Einfius; auf die Gewerbe, in diesem Lande nicht seines Gleichen findet._ Bei einem Gegenstande von solcher Bedeutung ist das erste Geseiz für jede Regierung, klar zu sech; fie muß wissen, wofür sie Rechte zugesteht, und wie ihre ugeskändnisse wirken werden; fie muß, wo dieses, der Natur der Sache nach, nicht vollständig erreichbar ist, nicht nur“ die Bedingungen, unter denen ein solches Verhältniß jetzt beginnt, sondern auch diejenigen, unter denen es sich einst wieder auflösen, und ohne Schaden des Landes auflösen soll, mit größter Bestimmt; heit auffaffcn, um nicht dcnmächsk in unauflöslichr Verwickelungen zn gerathrn. Aus diesem GcsichtSpunkte scheint uns die Bedingung hervorgegangen zu seyn, das; entweder der Regierung eine Controle über Einnahme und ?iusgabe zustehen, und der Ueberschuß eines zu bestimmenden Maximums zu Rückzahlung des Anlage-Kapitals ver- wendet, oder aber die Eisenbahn in einer demnächst zu bestimmen- den Reihe von Zal)ren_ nachdem sie also den Unternehmern nicht nur C'rsalz ihres Kapitals und ihrer Zinsen, sondern auch einen
billigen Gewinn abgeworfen haben würde, _ dem Lande ohne *
weitere Vergütung anheimfallen solle. _ Schöpfungen von sol- cher Wichtigkeit, wie die in Frage stehende, können nicht im- provisirt werden. Je eilfertiger man Anfangs darauf hinringeht, desto schimmere Vcrwickelungen ergeben sich im weiteren Ver- laufe und bei der Ausführung. Man erinnere sich unter andern
Wafferbau- und Zollverhältnisse. Wir können es daher für das Land wie für das Unternehmen selbst nrr für günstig halten, daß die so eben hervorgehobenen Rücksichten schon jeht, da die Sache noch ganz in den Händen der Regierung liegt, so ernst- lich erwogen und mit Bestimmtheit zur Sprache gebracht wor-
den sind, und wir zweifeln daher auch nicht, daß, wenn dem-
nächst eine Vereinigung zu Stande kommen sollte, die weitere Berathung der Angelegenheit bei der Allgemeinen Stände-Ver- sammlung dadurch eben so sehr abgekürzt als erleichtert wer; den wird.“
*“ Gotha, 30.21pri1. Die hiesige Zeitung enthält einen Bericht über die herzliche Aufnahme, welche die beiden jun en Prinzrw von Sachscn-Koburg-Gotha bei ihrem Durchlauchtig en Ur-Großvater, Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog von Meck- lenburg-Schwerin, in Ludwigslust gefunden haben. Die Prin- zen werden sich mit dem O)?ech'lenburgischen Hofe von Ludwigslust nach Schwerin begeben.
_ _ Deßau, 28. April. Das neueste Stück der Geseß- Sammlung fÜr das Hrrzogthum ?[nhalt-Dcßau (Nr. 108 vom 21. April) enthä1t das, schon seit längerer Zeit erwartete Gcseß, die Be- schränkung des Lotteriespicls betreffend. jekzt nur das Spielen in der Königl. Sächsischen Landes-Lotterie zu Leipzig bewilligt, das Spielen in anderen Lotteriren aber bei 100 Thalern oder verhältnißmäßiger Gcfängnißstrafe verboten. Zum Verkauf der Loose hat die „Herzogl. Kammer einen Haupt; Collecceur für das ganze Land angestellt und diesem die Aus- wahl von zehn Unter-Collekteurs Übertragen, welche ion essionirc und öffentlich bekannt gemacht werden. Auch das" Hauizlrrn mit Lotterie-Loosrn, so wie das Anbieten und Aufdringen derselben wird mit 1011 Thaler Strafe und dem Verlust der Konzespéon geahndet. Das ganze Gesetz bestehtübrigens aus 14größeren und kleinerenPa- ragraphen, welche die Unterthanen micdcm Willen des Herzogs aus- führlich bekannt machen. _ Unter der Leitung unseres genialen Hof- Kapellmeisirrs ])1'. Fr. Schneider wird vom 11 bis 13 Juni d. I. das achte C'lb-Mufik-Fest hier stattfinden. Die Zerbster und Magdeburger Sänger-Chdre, so wie viele andere gefeierte Künstler und Künstlerinnen, wie wir hören, auch die erren Mantius, Krause und Dlle. Lenz aus Berlin, die Ge rüder Müller aus Braunschweig, Madame Schmid aus Halle und noch andere Vokalisten und Jnsirumentalisten werden die ver- schiedenen Aufführungen untcrsrüßen. Näheres wird das noch zu erwartende Programm etithalten , Woraus später ein AUSzug mitgetheilt werden soll. Deßau's reizende Umgebungen, die nahe gelegenen, weitberühmten Gärtxn zu Wörlitz und Oranienbaum, prangen zu der Zeit gerade 111 der üppigsten Frühlingsblüthe und versprechen die herrlichsten Genüsse. Die gastfreundlichen und biedcrn Deßauer werden Alles aufbieten, auch bei dieser (Gelegenheit ihren Gästen zu zeigen, daß Kunst und Wiffenschaft bei ihnen stets die freundlichste Aufnahme finden und mit Liebe gepflegt werden.
Darmstadt, 26. April. Se. K. Hoxeit der Großherzog
Yk heute 111 feierlicher, Audi“?ck aus den_H nden des Grafen v,
uol-SchaUensrein das neue eglaubigungs-Schreiben empfan- gen, durch welches der Graf in dem Posten eines K. „K. Oester- reichischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Mi- nisters bei dem Großherzoglichen Hofe bestätigt wird.
Gestern hat die erste Kammer ihre konstituirende Sitzung gehalten. Der Prinz Emil 11011 Hessen war von dem Großher- zoge wieder zum ersten Präsidenten ernannt worden und über- nahm das Präsidium der Kammer. Diese schlug zum zweiten Präfidenten den Fürsten von Solms-Lich und die Grafen von Isenburg-Büdingen und Solms-Laudacl) vor, von welchen der Großherzog den Fürsten von Solms-Lich zum zweiten Präfident ten ernannte. Die hohe Kammer wählte hierauf zu ihrem ersten Secretair den Freiherrn von Türkheim, zum zweiten Secretair den Grafen von Stollberg.
Sr. K. Hoheit der Großherzog hat den Wirklichen Gehei ';
men Rach, Präsidenten der Ober-Finanz-Kammer, zum lebenslänglichcn Mitgliede der ersten Kammer ernannt.
Darmstadt, 27. April. Heute Mittag. fand die feierliche Eröffnung der Stände-Bersammlung skatt. Se. K. Hoheit der Großherzog hielt vom Throne folgende Rede:
„Meine Herren Stände! Ich freue Mzch, Sie Um mich 1111“- sammelt zu seven und wurde Sie früher einberufen haben, wenn Ick Mick) darauf hätte beschränken wo!]cn, Ihnen das Budget der
laufenden Finanz-Periode vorlegen ?*TÖÜY'sTnZZnZÉÜYY KFF ._-
dahin geht, Ihnen einen nochmal ersparen, daß Ick, gle1ch nach der rledigung jenes Budgets, auch
das der künftigen Periode zu Ihrer Berathung gelangen lassen
Nack) demselben isi für "
werde, so war ich gendtbigt, die Beendigung verschiedener Vorar- beiten abzuwcirten. _ _Dxe Finanz-Verwaltung befindet sich ort- wzhrend in einem befriedigenden Zuüandr, und die Bilanz 1 im Ganzen aufrcrht erhalten „worden, obgletcs) dre Zeitumüändx ver- schicdcne Aus1a_lle 111 der Emnahmx hcrdeis1*1h_rtcn. _ H1n1chtl1ch der Staatsscbgld ward 3911111 Vorlage 111111) cmeFxnanz-Operat ongemacht Werden, die Ick)„ar1rdrij1rr l)abe,w811 nc M11: 111 |aatswrrthxchaftlichxr 111111) 1111111“ ais 111 finanztrUrr Bezthng wichtig und nuylich „fur daz Land srlzten. __Jn dem Budget 1111: die laufende inanz-Pertode sndFondssur 111111111 gcmemnuhcgeAysqaben vorgese en, die„ Wenn ' „ „..ck von 31111111 „brwrlligt werden sollten, docs) schwerlich 111 die- scm Fahre voliriandeaz werdcn vrrwcndrt werdcn Fdnnen. Das Land würde daher oncnbar nnter dcanange, den die leisten L_andtage genommen haben, cmprndltri) letden, wenn _Sie'Jbre Zustimmung 11111 versagen wogten, daß ienc Jom; für dte kunftige Finanz-Pe- réöde, in so wett 111: ntclxt vcrweßder nnd, aufbewahrt werden, irnd ihre Berausgavung audaahmßwctse 111 darselbcn üaxtiinde. _ Meine Entschließungen auf d1e an Mick) gclangten gemeinnhaftlichen Adres- sen beédrr Kammern des portgrgr Landtags habe Ick,bere1ts öffent- [jch verkünden 11111111; Die (51r1rizc nder, welche auf jenem und dem rühercn Landtqgr kcmc Erledigung fanden, werdc-ch) Ihnen aber- mals, nebst vcricbtedencn neuen, vorlrgrn lasen. _ch) hege das feste Vertrauen, daß der gcgcnwaértigc L_andtag zu manchen, von Mir br- «vsjcjztigirn Prrbcffcrungrn 1111 Znnande des Landes, zu wclchenJ-ch %yrerMitwerkung bedarf, f11hrrnwcrdr. __ Fch-zälxle unter Andern zahm: d1e„sc11_111111 Vollendung der bereits projekterten Provinzial- «111111111, die nä), selbst ohne Erhöhung des dem Gegenstande jetzt schon gctv1d_111rtc11 Aufwandrs, 111 wcncg Jahren bewirken [affen dürfte. _ (xs1vürdc Mtr zur 131011111 (51e1111g113111111g gercichen, wenn 311) 1111111 Tycxicii Meines Landes eben, so vollständige und „ausge: dehnte (xoxn11111111cat'1o11sZWegr geben könzitr, als andere Theile des- ; selben sfrsclyon längst 1111113111; wenn Ich die gxgenwärtige Generation 111 dem (5,31in1? 1111 der_Vortyetie srde, der 1111) an den crleichterten „x:, 2311111» knüpfen, dte s1e aher, auf der.: bisher betretcnen Wige noch 1111111 cnidedren würde. Diesen Gegcnüand, über welchen Fc!) Ihnen 11111" eigene Vorlagr wrrd'c machen [assemlcmpfehle Ick) daher Ihrer besondcrrn Auftnrrksamkett. __Edcn so nimmt ein anderer, die Ab- [Hsung drr Grundrcntrn 1151111111), Meine Sorgfalt in Ausdruck), _ Die Abschaffung aürr persönlichen, so wee der auf Grund und Boden ruhenden Lasten, die der Blütbc drs Ackerbaues im Wege_ ßehcn, 111 dizrci) Uixscre Gescizgxbung theils voll- führt, Mels s-zhr 12-111 gcdtrhen, und wenn glctch -d1e (Hrnnd-ch- 1111 1111 und für 11171) mcdt als ein unmittelbares Hinderniß der freien
; in 111111111111 Beziehungen von Nuvcn sryn, wenn auch se allmälig ;.;auf gesetzlichem Wige verschwenden und eine gänzliche Entlastung dcs Boden.? von Gr:1nd-Bcsch1v1rden eintritt; wenigstens ist es Mir bekannt, da;“; die Erreichung dieses Ziele.? von vielen Meiner Unter- themen s.-hr ersehnt werd; gern biete Fc!) daher die Hand dazu und habe dcmgcmäf: dic Bearveztgng dez" GcIenstandes, Welcher asker- dings sehr große Sc111vierégke1tcn darbietet, anbcfohlcn. Ick) hoffr, (“1111111 111111) auf diesem Landtage angrmessene Vorschläge deSbnlb machen laffcn zu können. _ Ich kann nichr umhin, die Befriedigung nochmals" auszudrücken, roclchc Mir die erfreulichen Ergebniffe gewäh- ren, die 111 1111171 Treilcn drs“ Lauch aus dem Jnßitute des landwirth- schaftlichen Vrrrins brrcixs hervorgrgangeu smd. Ihrer Erwägung bleibt 15 (1111111111 grgebrn, od nicizt dicse Resultate, durch eine ver- mehrte Unterrüyung 11115 Sta1115111itrrxn, sehr bedeutend vervielfäl- tigt werden kdn11trn? Die GUVU'LF-c i::deffcn nehmen nicht min- der, als der A.?Wban, der Fürsorge drchgicrung in Anspruch, und ein ähnliches, ihnen geroidmctes Institut dürfte eine Forderung der rat 161111, wrlcher 11111 gcrengcrrn Mitteln, als auf den erstgenann- 1111 Verein verwendet werdeg, entsprochen werden könnte, _ Ueber dée Mittel, dee Ich zur brnrrcn Aufnahme des öffentlichen Unter- richts, von dcrHrclisciiulr b1sz11r Elementarscbnle herab, für 11ö111ig erachte, babe Fri) schon früheren Stände-Versammlungen Vorlage machen lasen. _ Drin 11111“ drm leisten Landtage laut 2- wordcnrtt Wunsche, daß ,die Besoldungen drr Mttglieder er Justiz = Kolkcgicn drämtw frirgcxrizt werden möchten, habe Ick entsprociirn. _ Von dem großen Zuwachs an Gebiet, welchen der Deutsche Zolivercin in dcr Z1vischrnzeit erhalten hat, «11111: Ste bereixs 1111111111111. Vor einigrn Wochen ward ein Ver- rag. 111111; dcn Beitrckt dcs dics-rhc111isu1cn Theilrs der Landgraf- Wält z),*„.'n:z“;on1vx_1rg 11110 dée_Uci)-.*1*1ra11„1111q der dortigen Zollver- 11111111111; auf d1r htenge Zoll-D1rccrion abgeschloffrn. _ Auch mit 1111111drrcn Narddar-Stnairn wcrden Verhandlungen Über deren 1111111511111 Vrrcm grpflogcn, die jedoch noch nicht zu einem Vcr- ng Wührt 111211611. _ Mit den Wirkungen der neuen Organisa- ton der Verwaltungs: Bchörden, dée Icy vor einigen Jahren an- rdnetez _11adr Ji) Urzarhc voUWmmen zufrieden seyn. Es ist ur111d1c1eidc eine größere (Töieichfdruxigkcit und mehr Einheit in "er Yxrwaltuttq, be1o11ders.11ber rin raschercr Gcschäftdgang ber- _etgesuhrt worden. Vorzüglwi) wohlthätig wird die strengere Auf- ;,„cht wcrken, der das Rechnungswesen aller geistlichen und welt- '11c111n Corporationen unterworfen ward. _ (Hesiüvt auf die bis- ; herigen Erfahrungen und Beobachtungen habe Ich Miel) daher ».vor kurzenr veranlaßt gesehen,“ dirsrlbxn Verwaltungs-Formen ?:,11ch auf die Provinz ?1111111111111111'111 übertragen _ Zu den »rfreultc11111Erschcinu11gcn dieser Zcit gehört es, daß das Band, exäics d1e Staaten Deutschlands 111111'ci)lingt, noa) fcfier ge- 1111th ward und der Dcutsche Bund src!) immer mehr zu einer selbst- ändigen naiionalen Macht ausbildet, dic, kräftig genu , sfch gegen *Ußere und tnnrrc Feinde zu schützen, doch ihre Stär e hauptsäch- 19) 111 der Achtung für erworbene chiztc und woblbegründete Ver- alt111sse der Völker, wie der Regierungen, sucht. _ Leider aber ha- 11 wer grgemvärtig den Verlust „eines der ersten Stifter dieses )oundes zu vctraucrn, dcr unablästig um dessen Bcfcsiigung und ck ervollkommnupg bemüht war. Diesem verchrun Swürdigcn Mo- al“ch1n, der dté lange Reihe Drutscver Kaiser 19ch1oß, den aber Deutschland, auch nachdcm er dessen Krone abgelegt hatte, gleich inen Vater zu ltebcn und zu ehren fortfubr, war Ich und Mein
* 111111111141 Bande ,der Verwandtschaf1, der Freundschaft und An- kaltglici)kktk, und seinem Kaiserhaus: durch Ermnerungen von Jahr- undertz'nherzncngvrrvnndcn,alsdaßchesMirversagenkönnte,Mei- em 1111111 Schmerz Fadcr seinen unvergeßlichen Verlun auch beidiesem 111111111 Worre 1,11 l'c1hen. _ MM), Mcine Herren, werdcn se fort- ahrcnd 1111111 1711111111, allen billigen Wünschen ein geneigtes Ohr U sxhcnken; «lch Mcwrcgcln zu ergreifen, die, ohne die Kraft der * cg1cr11ng zu laick1i1r11, p_der die Ordnung im Staate zu gefährden, azu dienen kömn'n, Mißtrauen zwischen Regierung und Volk zu annen, eda_s_'„dc111cr“.-11*e Wohl Mrinrs Landes zu fördern und einr- "f ve'rnunittge Grundlagen gcdqut-z Zufriedenbrit sets aügemeiner 11 verbreiten. _ “231111 Flwer Seite 11.1“sprec11e Ick Mir dagegen vor 9 [1,1111 Vertramn 111111 1111tcr1111y1111g bci Meinen wohlwollenden Ab- 111111114so wie Mir Ihr Erfrr 1111' d11sbffcntliche Wohl dafür bürgt, UFJ Scr, ungeacdtct der Wichtégkxix 1111d des Umfangs Ihrer Ar- 11.111, doch „durch angeürengtc Thategkcit und Entfernung unnöthi- 1er Abschwcxfungcn und Writlä11fi'gkettcn, znr Abkürzung des Land-
«qs beizutragen wisstn werdc11._ Schlicßiick) versichere Ick Sic Mej-
ksla1131'sl)1rrlic1)c11 Wohlwollend “ Nachdem nach der Cidrs-Adicgung der dirigircnde Staats-
von Kopp,ixIYinist91- die Srändr-Versannnlung, anf Befehl des Großherzogs,
* 111“ eröffnet erklärt, backen die *.Nitglieder dcr ständischen „Ver- am1n111ng die Ehre, Sr. Königl. Hoheit dem Großhcr o e, Sr. . dhcit drm Erbgroßhcrzogc, und hieraus aiich JJ. KTK. HH, _ééxek Großherzogin, der Crbgroßherzogin und den Übrigen höchsftén zkHi'c'tYeédasten vorgestellt und zur Großherzoglichen Tafel gezogen en. 1431 „Frankfurt a. M. , 25. April. Es ist hier die Polizei- .. ctordnimg ernetzert worden, wonach das mäßige Zusammen,- hin vieler Pcrwne-nmtf der Straße, das Durchziehen der äUaßen 1n1t Geschrei und Lärmcn,-1o wie das Versammeln und rme11de Toben auf unseren Landstraßen :c., fÜr Einheimische und
mir der bei dem Urbergange Über die Elbe in Frage kommenden BMUMW d“; BWW betrachtet MWM können, so ")““d es doch.
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Fremde, unter Androhung angemessener Strafe, verboten wird, Was das unschickliche Lärmen auf unseren Landstraßen betrifft, so muß es dahin verstanden werden, daß besonders fremde Handwerksburschen, wenn sie von den unsxnahe gelegenen Ort,- schaften im trunkenen Zustande nachHause ziehen, wiederum an- gefangen h'aben, politische Lieder zu singen, welche verboten sind. Sowohl die Behörden unserer Stadt als auch die der Nachbar- staaten,-habcn die strengsten Maßregeln getroffen , daß es keinen veFJchttgen Personen gelingen kann, einen neuen Anschlag aUs- zu ren.
Italien.
Der Schwähischc Merkur schreibt von der Ztaliänischen Gränze vom “19. April: „Seit längerer Zeit scheintzwar Dom Mi- g11el auf jeden Versuch, die verlorene Krone Portugals durch einen Gewalcstreich wieder an sich zu reißen, verzichcet zu aden; mchtSdesiowcniger aber dauern von “Seiten der Regierung "* onna Maria's die Vorsichts-Maßregeln nocl) fort, um einen solchen Versuch, iollte er wirklich gewagt werdcn, giricl) im ersten Au- genblick wo möglich zu vereirrin. So liegt in dem Hafen von Geyua eine Portugiesische Frcgatte, welche alle Bewegungen, die zu jenem Behufr serwärts gemacht werden dürften, zu beobach- ten den Auftrag hat; die Französische Kriegs-Flotte zu Toulon aher soll, wie verfichert wird, die Weisung haben, auf Requisi- cton “des Befehlshabers dieses Fahrzeugs hülfreiche Hand 311 leistet), und, sofern solches erforderiicl) seyn dürfte, um eine Migueiiskische Expedition zu verhindern, in See zu stechen. _ Zu »))?ailand schmeicbelc man sich, daß Se. Majestät Kaiser Ferdinand [. gegen den Herbst seine Ztaliänischen Staa- ten besr1chen wird. ,Die Akte der Milde, die der Monarch bald nach seiner Thronbesteigung gegen die auf dem Spielberg filzen- den Strafgefangenen geübt, haben demselben Aller Herzen zuqe- wandt. , Ein Besuch in der Lombardei würde daher gewiß 15111 aufrichtiger Begeisterung gefeiert werden. _ Da die Seiden- Arrndte wiederholt mißrathen ist, so sind die Preise der rohen Seide noch fortwährend im Steigen, zumal da besonders für Englische Rechnung große Qantitärrn davon ersi kürzlich wieder angekarft worden sind. Man will sogar wissen, daß eine be- tr_äch111che Partie der diesfälligen Aufträge seither noch unausge- führt geblieben sind.“
Spanien.
. Dir Elcc_tion dr Bordeaux meldet aus Madrid vom 13. Adril: „Es wird hier eine nene Bank errichtet werden, in- dem der Park von San Fernando dem jekzigen Bedürfnisse nicht mehr entipricht. Sie wird dieselbe Verfaffung erhalten, wir die Banken von Prüssel und Rom, die unter den Auspicien des Harties Rothichild gegründet sind, und in den Übertragbaren Artern werden, wie 111 den Spanischen Fonds, an den Börsen von Paris und London'Geschäfte gemacht werden. Mehrere Banquiers hqben schon Actien genommen, Die ersten Gründer dieses Zn- skitutZ sind die Herren Carraso; der Graf von Toreno hat ihnen dxn Schutz der Regierung versprochen. Man erwartet, daß die Bank durch die Geschäfte mit dem Schaiz. und durch Dis- kdntrrungen einen Gewinn von 15 pCt. abwerfen wird. Die Größe des Kapitals ist noch nicht bekannt, doch glaubt man, daß es dem der Brüffrlrr „Bank gleich seyn wird. Es ist vorge- schlagen worden, chig-Banken in den wichtigsten Handelsstäd- ten. zu errichten. _ Vor einigen Tagen hielt die Königin cinen Mimster-Rats), worin eine fremde Intervention, als das einzige Mittel, den Krieg in den insurgirrcn Provinzen zu becndigen, vorgeschlagen wurde. Allein der Kriegs-Minisrrr widrrsckzte sich nur dem größten Eifer, Und man sagt sogar, er habe seinen Degen gezogen und gelobt, so lange _rr ihn noch zu führen vcrmöge, werde er niemals zugeben, daß Fremde sich in die Angelegenhei- ten Spaniens mischten. Als der Minister sich wieder gesammelt hatte, wandte er sich 1111 die Königin und entschuldigie sein 1111- passendes Bc11rh1ncn mit seiner großen Vaterlandkäiebe. ZU andern Zeiten w:“:rde Jeder, der in dem Palastc der Könige von Spanien das Schwerdc zu ziehen gewagt hätte, mit deni Tode bestraft worden seyn. _ Dic Truppen, welche vor einigen Ta- gen in solcher Eile Madrid vrrlirßrn, s1'11d nicht nach Toledo, sondern nach Aranjuez gegangen, wo die Insurgentrn einchrun- gen und von den O)?dncl)cn emdfangen worden waren. Sie wur- den jedoch von der Stadt-Miliz und dem OJTilitair wieder verjagt und darauf alle “Mönche, denen es nicht gelang, sich durch die Flucht zu retten, ermordet.“
Französische Blätter enthalten nachstehendes Schreiben aus Murcia vom 7, April; „Der gestrige Tag war zur Ent- scheidung über die Bewerbung um dax: Doktorat der hirsigen Kirche bestimmt. Von den beiden Kandidaten gilt der eine für e111en Karlisien, der andere dagege11,wclcher auSgezeichnete Fäbiq- ketten bcfikzt, hegt liberale Grfinnungen. Der Bisckwf und dä's Kapitel waren dem ersteren geneigt, während die Liberalen dcn leßteren begünstigten. .Das Volk begab sich in Maffe nach der Kathedrale und dem Palast des Erzbischofs, wo ernstliche U11- ruhewstattfanden. Ein Schriftsteller, der Lieutenant unter den _Rovaltstcn gewesen war, wurde tödtlich verwundet. Die Aufrßhrer drangen darauf in den Palast, und da sie den Erzbischof nicht fanden, so zcrtr1'11111nerten sie die Möbel, plünderten Alles aus und vrrwundrcrn sieben Personen von der Dirnerschaft. Die Ordnung wurde zwar für den Augen,- bltck wieder hergestellt, aber um is' Uhr Abends rottete sich der Pöbel bewaffnet wieder zusammen und verlangte, daß der Erz,- btschof und sein Haushofmcißcr die Provinz verlassen sollten. Ein lärmender Haufe ging nach der Wohnung des Letzteren, vcr- braimte die Thür, und drang i11 *))?asse hinein; der Haushof- 111r111erhatte jedoch Zeit gehabt, zu entfiiéhen, Der General- Lajpttain .und der Civil-Gouvernenr versammelten die Municipa- l1tät, schickten den Erzbischof und seinen Haushofmeister, untcr Eskorte, nach Albacete, und die Ruhe war wieder hergestellt.“
Portugal.
„FranZöiische Blätter melden aus Lissabon vom (5. April: „J-Ta11 Hat gemeint, der Pars? werde eincr Vermählrmg dcr Königiti Mit dem Herzog Maximilian von Leuchtenberg _Schwiemgkeiren in den Weg legen, allein der Patriarch von Lis- iadoxi har die Macht, Dispensationrn allrr Art zu crtheilen. Dirie außerordentliche Vollmacht ist dem Patriarchen von Lisa,- bdn scho111eit langer Zeit verliehe11,1111d derjcßigePapsc wird siei1)111 nicht entziehen, da hierdurch eine völlige Trennung der Lusitanischen Kirche von Rdm herbeigeführt werden würde. Wegen dieses Surre- mats drs Erzbischofs von Lissabon, der 111 Porrugal den Papst selbst re- pxräsentirt, gehen, ungeachtet der Spannung zwischen dem hiesiqcn „Hofe und Row, alle kirchlichen Angelrgenheiten ihren gewöhn- lichen, regelmäßigen Gang, und Niemand hat nöchig, sich deshalb nach Rom zu Wenden. Zins diesem Grunde fand die Vermäh- lung der Königin mit dem Prinzen August Katt, obgleich sie mit Dom P?iguel verlobt war, ein Hinderniß, das nur die
Kirche heben konnte. Eben so wird es mit dieser neuen Schwie-
rigkeit gehen. Man wird sich, der Form 'wegen, "an den Papst wenden, der auch wohl die Dispensation gar nicht verwei- gern w1rd.“
Griechenland.
Dre Münchener politische Zeitung enthält ein Schrei- den aus At rn vom 1. April, worin es heißt: „Endlich ist der berü )tigte Räuber Kontobunisos unschädlich gemacht. Verfolgt von der Gendarmerie und einigen Zügen irregulairer Truppen, verbarg er sich in einem Dorfe, das lange sein Schlupf- wmkel geweien, wurde aber entdeckt, 1111d nach kurzem Wider- stande „verwundet und gefangen. Der Kommandant der Gendar- merre-Zlbthrilyug, welcher die Katastrophe der Kontobunifischrn- Rotte hrrbeifnhrte, isi derselbe Capitain Deligeorgoputos, welchcr vor zwei Monaten von einem Kriegsgerichte _ weil er zur Zeit drr letzten“ Mcsseniscyen Unruhen seinen militairischen Pflichten iiicht genugr [)Jtte _ zu einem “Jahr Gefängniß verUrthéilt, von Sr. Maxesrat abcr begnadigt worden war. _ Die Garnison 11011 Atan bezieht urn: das vor der Stadt angelegte Lager. ZUm Lagcr-K0111111c111d11ntr11 ist der Oberfr Zavelias ernannt. Es wird (1115 .; anantrrir-Bacaillonrn, 1 Eskadrdn Uhlanrn und 1 Ar- tiYer'ir-Qowragnir bestehen. Das hcrrlichsce Frühlingswettcr bc- gunsrigr diejes Arrangement. _ Man spricht neuerdings von erurcronrn der Armee, namentlich auch der kostspieliarn PionierQompagniern. _ Die schon seit einiger Zeit [)611'1111; denen, Reibungrn theils drs Militairs unter *sich, theils ge- gen die niedrige Klasse der hiesigen Griechen, hat sowohl acscérn Librnd zu unangenehmen Aufrrittrn und blutigen Schlääerricn gefuhrt, als anch heute WTitrag eincn Auflauf auf deiii soge- 11a11ntr11 Platanen-Plaße veranlaßt, Dir hier garnisonircndr Zlbthctlitng _der Uhlanen-EScadron war so gereizt, daß beinahe 1ä111mt11chefGemeine bewaffnet an den genannten Piakz zogen und hier, 111 Verbindung mit mehreren Pionirrs, mir Griechen, ivdruntrr auch einige Griechische Militairs, und selbst der Gen- darmerie handgemein wurden. Zum Stücke wurde dieser Unordnung alsbaid gcskeuerc, und schonnach cinerStunde [)atte sick) die Volks- masse wieder erstreut. Zu bedauern ist nur, das; in Folge dieser mehrmaligen Taufereicn mehrere bedentendr Verwundungen vor- ftelen und ich höre, daß einer der gestern Abend verwundeten Soldaten kaum diese Nacht Überleben wird, Es haben Übrigens dicse bedau_erlichen Unordnungen keinen tiefern, am wenigsten einen pdliciichen Grund; nur die WirthshauszBerÜhrungen ha- ben dieie Excesse hervorgerufen. Die Aufmerksamkcic Und Um- s1cht der Civil- und VJTilitair-Behörden wird jeder weiteren Störung vorzubeugen wissen.“
Inland,
Brrlin, 1. Mai. In Folge der Allerhöchs'rrn Verordnung vom 111. Jimi v._J., betreffend die Einrichtung der Justiz- Bchförden im Großherzogthumr Posen, wird das Obrr-Landrs- (Yrrccht zu Bromberg seine Wirksamkeit als“ H11pothekr11-, Prozeß» Sprach- und Vormundschaftschhörde in den, ihm durch das grdachtc Gesrfz überwiescncn Sachen, am 2.Iu11i d. ,I. hr.- ginnen. .Die Aufsicht Über diejenigen“ Landgerichir, welche sich 2111 Tage der Einführung noch in Thätigkeit befinden, 11) wir uber die tiert eingeführten Land- und Stadtgerichte des Brom- bergcr Regirrungs-Bezirks und Über das anuisirdriac 311 Koro- nowo verbleibt vorläufig 1111d bis M weitere Bestimmung dcm Ober-Apdr[[ations'gerich1r zu Posen.
*, _ )))Tan schreibt „aus Fratikfurt «. d. ' O. U:*““*r1«.: 218; ,)l'pril: „Am gcürigen Tage waren es funfzig Indra, da[; drr 111rn1chenfreundliche Herzog Leopold von Braunschweig bei den Urbrrschwe111111ungrn der Oder sein schönes Lebrn im Dienste der Z)?c11schr11[irbr opferir. Einer von 9561-1111 «1qu- gangenrn Ottftung gemäß wird das ',)[11dr11ic11 seines rdr111111r111- 11111 'Tddrs alljährlich in Unserer Stadt auf eine würdige „Weise rrnrurt; dir städtiiiixn Briiördrn wollten aber, daß és in dir- irm _;mhrr 11111 bridnderer Feierlichkeit geschehe und hattrn 5:11“ Brr1chönrr1111g des am OdrrUfcr dcm Hordsrliqrn errichcecrn Md- 111111111111“; die Summe von 2521") 21.11.11. bcwisliat. Dir Fcirr drs" fur Unicre Stadt ewig denkwürdigen Tages wurde mir einer kirchlirhen Andacht in unserer schönen Obérkirchc rröffnrt, wel- cher Cx. Durchlanchc dcr Didisidns-Com1nc111dr11r, Prinz (»"qu zu Hrncn, mit dem Corps der Herren Oxfizirre, Sc. C'rccilrnÜ drr Qßcneral der Infanterie von Brause, dir Provmiiai- 11.111“)F |räd111cl1r11 Behörden, so wie dir grsanmttr Geistlicbkréi und der größte Theil der Bürgerschaft benvohntcn. Dir Prrdidc dir!: der Suprrintendrnt 1)1'. Spicker über Spr. Sal. 111, 7. *“ 5171112) Mcndigung dcrielben begann die Feierlichkeit in dcr Leopolds- 1ch111e (dir der große OJTrnscdrnsrcund selbst rrdaitc und cinarriciis tec hatte) der Stiftung gemäß durcb Vrrthrilunq dcr *Ihr-31111111 und Lehrbücher, durch Darürliung der 13 neu gekleideten Sd!- datcnkindcr u. s. w. In der Todes'scunde des Herzogs (zwischen 12 nnd ] Uhr) zogen die Kinder dicser Amialt unter dem (551- läute der (Glocken und unter einer feierlichen Musik von drm Nachhausthurmc nach dem Monumente drs edlen Fl*11*kk*311. Dic- 1cn1 Zuge ichloffen sich die (Geistlichkeit, die städtischen Behörden Und mit dch1'1rgersc11aft viele Hochachtbarr Einwodnrr drrStadc 1111. An dem Denkmale, das mit einer Ebrcnwachéversehen war empfingen SZ“ D11rchl_a11cl)t der Prinz Georg 11 Hoffen mir den Herren Orabd-“Onizierrn den Zug. Unter Orqléirqu der Znstrumrntal-Däcifk drs Hautboiftcn-Corps 1111111 121rn 0111171111113- rie-Regiment wurde hier ein Trauerrswr 111111*))?ä1111r1'111'111711r11 qr- 1111111811. Urbcrall zeigte sich eine rege Tbrilnabtnr 1111 der Fcirr dicses fürFrankfurc einst so vrrhäng111ßvollc11Taqes, und dir all- gemeine Rührrmg bewies", wir einheimisch das 'Ilndctikrn 1111 drn hochgclicdtrn Fürsten in den Herzen der Einwohner ist.“
_ .)[116 einem Berichte Über die Vrrwaltuna drr Straf- und Brffrrungs-AUstalten zu Spandau und Brandenburg für das Jahr 18:11 111111 über den dcrmaligrn Zustand diescr An- stalten ergiebt sich Folgendes: „Jm derSträf-"Z111stalr 511 Spandau betrug dir täglichr Durchschnitt-Zahl drr unterhaitrnrn Züchtlinae 8117, und in der zu Brandenburg 7191. Dir am Schillssc drs v. Z. in beiden Anstalten befindlick) grwrscnrn 1273 Ztichtlinqe thriltcn sich 111111) der „Dauer der Strafzcir 111 :;I auf Lrl1r1251eit 3111 über 11) Jahre, 11211 von 1_11) .ZULU'M.- 155“ 11111'1'1' 1311117 1111d 121 vor Abfassung des Erkrnncniisrs eingclirfrrte Verbrecher. Unter jc11cn 1273 Personen befanden sich 1111 11wiblichr11 Zücht- lingcn nur ".'-1:2, also etwa ;;, und 15111111'1111119111vonder Kriminal - Deputation drs Stadtgrrichis z11 Berlin 717, *“ Wir & 111 dirscm Berichte die Vrmrrknn ' “ Herr)S11p1-rit1ftc?1dent [)|-. Spieker zu Frankfurt?1 h1l1,1t1?uderdaß)kdj§: 1111d Nachwelt ein 'trrurs Bild von dem edlen Her og aufzusicUem bei dieser Gelegenheit dcffey Biographie in Dru herausgegebcé und den Ertrag dtkßer klctncn 4-1 Bogen 11111“ko Schrift dem Gllksch,schc!t Stiftx fur Verwahrlosxe Kinder in Frankfurt besiimmt hat. Die Vorderseite des Umschlags giebt das wohlgrtroffcneBrnsi-
bild des Herzogs, und die Rückseite rinrn Abriß von dem ihm cr- réchkeken Dcnkmale- Auch 111 der Schrift ein Fac simile brigrfägt.