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schmeicheln konnte, den Ministern und ministerielsen „Beamten, welche ihre Wiedererwählung zu suchen haben, Kandidaten ent- egengestellt und man sagt, die Mitglieder des Carltop ? Kiubs Hätten ungeheure Summen subskribirt, um so viele Mmrskerrelle als nur immer möglich aus dem Unterhause zu verdrängxn. Hierzu haben sie freilich einen dreifachen Beweggrund; Kerstltch würde es bei dem Publikum, bei dem „der Lebende imwe'r recht hat“, schon einen günstigen Eindruck für ihre Partei machen und den Glauben an eine Reaction um ein großes verstärken, wenn viele von jenen Ministeriellen verworfen würden, um ihrep Gegnern Plaß zu machen; zweitens aber würden die Whigs die Abwesenheit einer großen Anzahl ihrer Stimmführer im uiiter- Yuse noch härter empfinden, als die Tories "dies von vielxn ihrer
eamten emyfandm, und*zwar weil jene Stimmführer ihre bx- deutendsten Talente find und die Whigs sich sowohl gegen die Tories als mitunter auch ge en die Radikalen werden zu ver- theidigen haben, und dabei iJre Anzahl im Ganzen schon ver- "ältnißmäßig gering ist. Hierzu kommt noch, daß in dcr leizten eit beide Hauptparteien sich einander so gleich an Zahl waren, daß die Tories ich mit der Hoffnung schmeicheln dürfen, durch eine glückliche nskrengung bei den bevorstehenden Wahlen das Verhältniß ganz umzustoßen und auch die Herrsximft im Unter- ?xause zu erlangen, wie sie fie schon im Oberhauye befixzen., Die rage ist dann freilich, ob die Stanley ; Section die Tortcs in der Durchsetzung von Maßregeln unterstützen wird , welche dieser Partei wieder an das Ruder verhelfen müßten. Gebe doY der Himmel , daß fich bald Mittel fänden, mit der irche in Irland Einrichtungen zu treffen, w_cl- che" die Katholiken befriedi en könnten. Denn bevor diexes Feschehen, läßt sich an keine' erschmeizung der Gemäßigten bon eiden Parteien denken, und dauert der Kampfzwischen Whigs und Tories noch [an e fort, so dürften Eyeigisse eintreten, welche kaum einer noch vorZerzusehen scheint. Schon der Widerstand der Tories und dam“: ihre Nachgiebigkeit gegen die Katholiken war ein großes Uebel; dic Widerselxlichkeit und nachmalégc Wili- fährigkeit des Oberhauses bei der ReformxBéll aber ein noch viel rößeres, denn jeder Zeitungöschreiber wagt es jetzt, das Ober- Zaus mit seinen Drohungen einschüchtern zu wollen. Die
dinburgh Review macht den sonderbaren Vorschlag, daß, im Fall eine wichtige Maßregel von einer entschiedenen Mehrheit des Unterhauscs angenommen, vom OberhauseMber verworfen
“ werde, beide Häuser zusammentreten sollen, um den Gegenstand
noch "einmal gemeinschaftlich Azu berathen und das Resultat der gemeinschaftlichen bstimmung solle alsdann dar- über entscheiden. Wie weit aber die Frechheit in die- ser Beziehung getrieben wird, beweist eine vor kurzem erschienene Fingsclwift unter dem Titel „1110031115 1111011 1110 1111810011105- 01" 1511Z1111111, 1137 1811111: “111111111118, (;(-111118111011 ( Gedanken über die Englische Aristokratie, von J. Tomkins); ein Pseudonymus, unter dessen Maske man allgemein den excen- trischen Lord Brougham versteckt glaubt; diese Schrift fängt mit folgenden Worten an: „Die g111cklichc Frechheit, welche die von Natur schÜchternen Tories vcrmocht hat, die Regierung zu über,- nehmen, und einen der verzweifeltsien Versuche zu machen, wel- che man (etwa den der Karls und Polignac's von 1830 ausgenom- men) in der Geschichte hat, wird die Reformsache um 10 Jahre vorrücken und das Verbesserungs- und Umschmelzungs-Geschäst unserer aristokratischen Institute in Kirche und Staat bcschscu- nigen.“ _Der Verfasser hält es darum für dienlich, das Wesen der Aristokratie nach ihrer Theorie, wie in der Praxis, näher u betrachten. Er untersucht nun, welche Personen zur Aristo- Tratie gehören, und zählt darunter nicht nur den eigentlichen Adel, sondern auch dessen Familien und Angehörige, so wie Alle, die in demselben Kreise leben, dieselben Gegenstände verfolgen, und von Zeit zu Zeit dieselben Vorrechte zu erlangen vermögen. Zwar gelange, sagt er, dem Gesche nach nur der älteste Sohn eines Pairs zu dem angebornen Recht, Gesetze zu machen und, trotz aller möglichen Unwissenheit, ja selbst 11013 überwiesener Verbrechen, die höchste richterliche Gewalt zu üben, in,- dem nur eine spezielle Parlaments-Akte ihn _desjeiben berauben könne _ dar:.m1 aber seyen doch die [Wrégen Söhne, wie man sich (da das (5191113 ck so sagte) thdrichter Weise eingebildet hätte, "(*Im „Volke néchrg1eich. Freilich giebt er zu, da;; die höchsten Ilcmtcr und 5112111'den selbst dem niedrigsten Plebejer erreichbar seyen, aber das, was er durch Mühe und Fleiß zu erstreben habe, stehe dem Adel und Allen, die mit demselben verbunden, schon durch ihre Geburt zu Gebot, und zibar nicht nur'im Staate selbst, sondern auch in den geselligen Kreiicn. Wenn indessen auch ein Mann fich durch mancherlei O.)?éttel 2111 beiden zu erheben ver,- möge, so scyen die Leßteren für ein eib nur durch eine gol- dene „Brücke erreichbar, indem fie durch ihren Reichthum einer Patrizier ; Familie emporhelfe, zum Lohne aber der Spott von denen werde die sie vom Verderben gerettet. In diesen abge- schlossenen Kreisen aber sey es, wo Staatsmänner einen großen Theil ihrer Zeit hinbrächten, und ihre Maßregeln oft in der Gegenwart seichter Frauen besprächen, deren Urtheil und Mei- nung sie verhindere, verdienstvolle, aber nicht zu diesen Kreisen gehörige Männer anzustellen, oder große gemeinnüizigc Dinge u unternehmen. _ Daß ein in solchem Geiste geschriebenes ?pamphlet von dem Pöbel mit Begierde gelesen wird , braucht wohl nicht erst gesagt u werden; inzwischen ist der Englische Magen schon an solche ost gewöhnt, und se schadet daher auch unserer Constitution weit weniger, als es in einem andern Lande der Fall -seyn würde.
Niederlande.
_- _ Amüerdam, 25. April. Während der gbgelaufcnin Woche snd die Preise fast aller Staats-Papiere am lzixjtgcn Markte mehr oder weniger steigend gewesen, was vornehmlich den zu An- fang derselben von London eingegan enen merklich höheren Noti- run en und mehreren bedeutenden ulträgcn um Einkaufe von Hoügändischen Schul_d-Dokumentcn, w „ dcs Nord-Amerikamschen Entschädi un s-Gescycs durch die Kam- mer der Deputirten zu Paris zuzu (hre ben ist. Von den Hollän- dischen Effekten waren ntegra11.am meisten begehrt, und stellten sei) von 554; auf 56: v t.; die jungste EnglesJe Poti brachte zwar gestern etwas flauere Course, doch auch zuglel neue Ordres, woz durch der Stand der Fonds erhalten worden seyn würde, wenn nicht einige bedeutende Particen zur Realisation an eboten worden waren, die den Cours um 7"- pCt. zuruckdrängten; proc. wirkliche Schuld besserte sich um ; pCt. und stand geßern 102€," pCt , Kanz- Billets 25-11; m beiden war der Handel nicht lebbaxt. Russscbx sproc. Inscriptionen und Oeßerreichische Metalliques gingen bei mäßigem Umsaß ebenfalls ungefähr ; pCt. höher und reußiscbe Loose erreichten 115; l- Die rdßte Preis-Erbbbung er uhren die Spanischen Fonds, an von die en die Cortes-Obligattoncn, wovon ansehnliche Partieen für Enxlische Rechnung ekauft wurden, so daß dadurch der Preis von 4 '“ auf 49; pCt. er dbt wurde; nacha- dem blieb die aufgeschobene Schuld-in olge von Aufträ ext aus Belxien fortwährend begehrt und kenn ich von 229, allm leg auf 231: pCt. Perpetuelle wechselten am wenigßen; 5proc- üanden :- uern 497' und proc. 31": th-z in Cortes-Coupons wurden ei üätigem- reise wenig Gcschchfte gemacht- SÜd-Amxritqnische Obli-
e auch pätcr der Annahm»
498
gationen fanden dagegen wieder lebhaften Umsatz und gin en eben so, wie in London", auch hieriviedcr höher, und zwar Brailianische bis 88; pCt , _Columbiscbe bes 34; und Mexikanische bis 43; pCt. Das Geld bleibt ausgebotcn zu 2; Z- 21 pCt. _ Am gestrigen Ge- traide-Maxkt fand in Weizen wieder nur We111g Handel zu den frü- heren Preisen fiait; Preußischer Roggen wurde nicht begehrt; von getrocknetem smd aber einige Partieen abgenommen. Mit Hafer war cs etwas angenehmer. Die bekannt gewordencn Preise waren: für 131pfünd. bockbunten Polnischen Weizen 205 Fl., für 129vfünd. schönen bunten 205 Fl., für 126.130pfünd. neuen Pommerschen 152, 102, 165 Fl., f1'1_r 131pf1'1nd. jähriqen Anklamer 170 Fl., für 126pfünd. alten Scblejiscbcn 100 Fl., für 117pfünd. alten Preußi- schen Roggen 142 Fl., für 122vfünd. neuen dito 140 Fl., für 119. 120vf1'1nd. jährigen Preußiich-Pommcrschen 130.132 Fl., für 116- pfünd. Rigaer Roßgen 135 Fl., für 116p1ünd. Archangelsxbcn 132 Fl., für 84vfnnd. seinen neuen Hafer 90 Fl., für 82pfund. dicken 86 und 87 Fl.
B e l g i e n.
Brüssel, 27. Aprix. Gestern wurde die Taufe des neuge- borenen Prinzen durch den Erzbischof von Mecheln in der Schloß- Kapelle vollzogen. Taufpachen waren der König und die Köni- gin der Franzosen; die Stelle des Ersccren vertrat der PMI von Joinville. Bei der Ceremonie waren: die Prinzessinnen » Taria nnd Clementine, das diplomatische Corps, die Präsidenten und Vicc-Präsidenten des Senats und der Repräsentanten-Kammer, die Minister und die höchsten Civil.- und DITilitair-Beamten , so
wie der ehemalige Regent von Belgien, Baron Surlet de Cho; '
kier, zugegen. Vor dem Beginn der Ceremonie hatte der König die Glückwünsche dcs diplomatischen Corps empfangen.
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 2-1.April.Jn der gestrigen Statötidning liest man in Fyanzösischer Sprache und Schwedischer Uebersetzung das Schreiben des Prin en August von Portugal, wodurch er unserm Könige am 27. “ an. d. I. seine Vermählung angezeigt, nebst der Antwort Sr. Majestät vom 2. März. Hier folgen diese beiden Schreiben:
1. „Sire! Sie sind der Vater, und ein sehr'zärtiicl)er Vater meiner Schwester. Es kann Ew. Majestät daher 111chk gleichgültig
-seyn, was deren Bruder betrifft, und ich bin gewiß, daß es das" nicht
ifi. Demnach betrachte ich es als cine_ mcincr crsien Pflichtem Ew. Majestät von meiner Vermählung mrt _der Königin von Portugal zu benachrichtigen. Dieselbe ist gestern in der Kathedrale von Lis- sabon vollzogen worden unior dcn Acclamaiionen einer Menge, die mich allerdings gcrührt haben, die ich mir aber nicht eher zurechnc, als bis ich scher seyn werde, sie verdient zu haben, und wxrdcn fortan gllc meine Bestrebungen und meme Sor en dahin ge_rtci)tcht scyn, sie zu rechtfertigen. Ich bitte E11). Maje ät, niet Gute die Betheucrungen dcr“ Acvtung und aufrichtigen Anbänglichkcit anzu- nehmen, womit ich bin Ew. Majeüät sehr zugctbancr und ergebe- ner Owner Dom Angußo.“
]1. „Mein Herr Bruder und Vetter! Das Srbreibcn, welches mir die Vermählung Ew. Königl. Hoheit mit der Königin von Por- tugal meldet, 111 mir durch Meine Tochter zugeßeüt worden. Ich danke Fbpen für Ihre ?lusdrücke, indcm Sic Mick) den Vater und sehr zärtlichcn Vater Fve'er Scbweücr nennen. 'Ihre ausgezeichne- ten Eigenschaften und Ihre Seelengrößc machen Sie mir und de_n Bewohnekn der beiden Skandinavischen Königreiche thcucr» Die Acclamationcn, die Ihnen in Liffabon geworden unb die Ihr redet.- sinnlgcs und licbcnch Herz .zu würdigen gewaßt, smd von glucklt- ci)_cr Vorbcdcutung für Ihren künftigen Ruhm, zutdcm Beharrl_1ch- keit den Grund legen wird. Ich hege sehr aufrichtige Wümchx, dgsi derselbe Jahrhunderte hindurch Portugal für die Uebcl entscha- dige, welche auf dicser, durch ihre roßen Thaten so berühmten Nation geiaftet haben. Ick wünsche Ew. . önigl. Hoheit aufrichttg Glück dazu, Ihr Geschick einerFürstin angeschlosscn zu haben, die eben so sehr diirch ihrepersbnltcsyen Eigenschaften, als_durch die Gefahren undchhsUchllc, welche ihre Kcndheit umgaben, für 1111) einnimmt. Anki) dazu Wun- sckze ich Ihnen Glück, daß Sie durch den allgemeinen Wunsch der Nation und die Zuneigung de_r Königin, thcr Gemahlin, berufen worden, zum Ersch fü? die Leiden Portngals mit beizutragen. Aber Sie kcnncn schon die von Ihrer hohen Stellung unzertrenn- lich-'n Sorgen, und so darf ich keinen Augenblick ziVe'ifeln, daß Sie schon darauf vorbereitet syyn werdcn, Hic Hindernisse und Scywxe- rigkeiten zn übérskeigen, welche Sie bet Ihren Entwürfen zzcr Zu- rückführung der Ordnung durch Erhaltung der Ruhe und Heesclxung des Gehorsams ZTcgcn die Gesetze„ dieser vornchmsxcn und einzigen Bürgschaft, der echte und Frexheiten eincs Volkes", finden werdcn. Ich bin met ausgezeichnetcr Achtung Ew. K. H. guter Bruder und Vcttcr Karl Johann._“ Am 21. d. bcschloß dcr Adelsstand mit der Mehrheit 0911 drei Stimmen, den Antrag des verstärkten Staatsausschuscs seine bekannte Abstimmung in der Anleihefrage für ungültig zu erklären, 1111 1191.11 _zu legen , _ weil die Ständx nicht erst für ungültig zu erklären brauchten, was schon das Gesetz dafiir er- kläre, und es dem Ausschuss zugekommey wäre, selbst zuzuiehen, daß seine Abstimmungen nicht in ungewkzlichcr Ordnung vorge- nommen würden. _ Vermuthlich wird aber doch die Absiim- mung des Ausschuffes aufs neue zur Sprache kommen, denn der Baucrnskand hat die bekannte Einladung des Adelsstandes voi'x gestern mit 52 gegen 21 Stimmen verworfen.
Die Statstidning enthälx einen le_mgen, ihr eingesandten Aufsalz zur Berichtigung der falichen Anjicht, daß die Schwedi- schen Staatsräthe Minister seyen.
Deutschland.
KarlSruhe, 24, April. Folgendes sind einige Stellen aus dem Vortrage des Abgeordneten Ducclénger zur Begründung seines (bereits erwähnten) Antrages auf Aufhebung der Ge- schlechts ; „Beistandschaft :
„Die Nachtheile dcr Ansialt, deren Aufhebung ich begehre, find in neuerer Zeit so allgemein anerkannt worden, daß jkhk, nachdem auch Württemberg dre Geschlechts-Vormundschast nu gehoben hat, Baden bald das einzige Land ist, wo sie noch fortbc cht, wo das Gesetz noch fortfährt, das_ andere Geschlabt ur ewigen Unmündig- keit zu verdammen, Mein Vorschlag bezwe t, demielben die voll- kommenc bürgerliche Rechtsfähig1e1t zurückzugeben, die Geschlechts- Vormundschaft gänzltck) auf ubeben, weil es an allem zureichenden Grunde dafür fehlt, weil 1) e Anstalt in keiner Beziehung das Min_- defte nützt, nicht nur ihren Zweck verfehlt, sondern übcxdies als dte Queae vielfacher NaYtheile und Beschwerlichkeitctx anzzesehen wer- den muß, welche ni t nur das unterdrückte Weib, _ondern auch seine Unterdrücker selbst treffen._ Wenige Augenblicke, meine Herren, wcrden enügen, Ihnxn dtese Wahrheiten darzulegen. Wo sind zuvbrdersi d e Gründe , die es rechtfertigen oder gar nothwen- di machen, daß wir das andere Geschlecht als rechtsunfähig behan- de 11, wie Unmundige, wix Blddfinnige, wie Mundtodte, Verschwen- der, zu einer lebenslänglichen Bevogtung zn verüoßcn? Wenn dre Gesetzgebun gewissen Personen oder gewissen Klassen von Personen die eigene erwaiiung ihres Vermb ens entzieht, oder die Gültig- keit jener Handiungen, wodurchc ich Anderen verbindlich „machen, von der Mitwcrkung oder Zustimmung eines Vormunds abhängig macht, so geschieht es aus keinem anderen Grunde, als weil diesen
Personen die zur eigenen, dem eigenen Bedürfnisse und dem In-
tere : der Gesammtheit angemessenen Verwaltung erforderlichen geiü gen und physschen oder üttlichcn Kräfte mangeln, aus keinem
.' anderen Grunde, als weil ihr eißentbümlicher Zusiand es nbthkg
macht, daß sie der Staat sel | unter seine nähexx 'Obbut
.
nimmt, indem er durcb bie _Ansiali der Bebormundun da“: für sorgt, daß ihr Vermögen nicht das Opfer ctgener Mi griffe, oder die Beute fremder Nachskkllmz m_ werde. Daher das Institut der Vormundschaft über Minder! hrige, daher da_s Institut der Xftegschast über entmündigte Verschwender, Blbdfinmge oder Wabn- tnntge. Wo finden sch Gründe, meine Herren, die Angehörigen des anderen Geschlechts in unserem Vaterlande diesen Klassen Von Personen beizugcscllcn? Gleichwohl aber belasien sie die Zusätze un- serer Landes - Geskße durch die Einrichtung der Geschlechts - Bej- siandscbaft noch imm-r mit dieser Schmach, indem ane unverheira.
, . ' n r lt [ er e „ tbetcn Frauens Personen, welche nicht 11 te 11 er ich G walt oder ihrem Vorhaben erkundigen lassen.
***“ miralschiffsthat angezeigt, daß die sämmtlichen Schiffe schon mor-
Vormundschaft stehen, eines ständigen Beistandes, und die verhei- rathctcn Frauen eiiies zeitlichen, oder, nach dem Ausdruck des Gesez. zes, eines XnterimNBeistandcs für alle die Fälle bedürfen, wo der Ehemann M nach dem Gesche nicht ermächté en darf, oder wo er fie nicht crmächtigen kann, oder nicht ermächt gen will.“
In der heutigen neunten Sißung der zweiten Kammer legte der Abg. Duttlinger eine Bittschrifc des als Schriftsteller in seinem Fache bekannten Amts-Revisors Sonntag aus Gernsbach vor, um Verbesserung des Rechnungswesens. Der Hr. Abge- ordnete empfahl dieselbe als eine einfache und klare Auseinan- dcrseßung der vielfachen Gebrechen dieses Faches, welche Berück- sichtigung verdiene. Hierauf verlas der Abg. Sander den KommissionS-Bericht über die DITotion des Abgéordneten Trerrt, die Aufhebung des befreiten peinlichen Gerichtsstandes der Mili- tair-Pcrsonen betreffend. Indem der Bericht-C'rskatte'.“ von vorn herein bemerkte, daß alle Privilegien dem Rechte widerstrcben, ging derselbe zu einer ausführlichen Darstellung der Gebrechen und Nachtheike des Institutes über, um dessen Abschaffung es sich handle. _ *
Schweiz.
Bern, 23. April. (Schwäb. Merk.) Im Kanton Freiburg haben die beiden Großräthe, Maillardoz und Sa:“:fé“ vary an den Regierungsrath das Ansuchen. gestellt, den großen ' Rath außerordentlich zuversammcln, um bei demselben den An- trag vorzubringen, von dem Vorort Aufklärungen zu verlangen Über die Zusendung'der iicuen' Beglaubigungs-Schreiben des Hrn. v. Bombelles und die Sendung des Kanzlers Am- rhyn nach Zürich. Wenn auch vorauszusehen war, daß der Rex .. gierungsrath nicht darauf eingehen würde, so Yat jener Schritt doch bei unserem Vorort den unangenehmsken Eindruck gemacht. ." Der Antrag hat Aehnlichkeit mit dem frühem der 30 Mitglieder '- im großen Rath von Bern. TNaillardoz und Savary gehören 11ichtzn den einflußreichften Großräthcn Freiburgs, sonst hätte ihr Schritt einen dem Vorort ungünstigen Erfolg haben und leicht ähnliche in andern „Kantonen hervorrufen kön,- nen. Dennoch befürchtet der Vorort, es möchten von einzelnen Sländen Reclamationen einlaufen um Mib- theilungen über die Atni'hynsche- Sendung , da man über dieselbe eigentlich noch in gänzlicher Un ewißheic ist. Die Schweizer Zeitimgen widersprechen sich darü er , und man glaubt, die neue Wendung , welche das Verhältniß zu Oesterreich genommen hat, fÜr wichtig genug halccn zu müssen, um von dem Vorort etwas Offizielles darüber zu erfahren. Dieser möchte gern abwarten, wie die Antwort avf das Notifications-Schreiben von dem Tode des Kaisers Franz, weiches sehr ergeben lauten soll, in Wien auf- Fenommcn wird. Viele sind jedoch der Meinung, das; ihm keine essere Aufnahme werden wird, als dem früheren Mxmorandum. _ Drei bekannte Professoren unserer Hochschule wurden neulich _ vor das EYehungs-Departement geladen, um einen Verweis we- gen ihrer teilung zu den Studenten zu erhalten, wollten den- ' selben aber nicht annehmen. _.
S p a n i e 11.
Madrid, 15. April. Die heutige Gaceta enthält nun- mehr daskSclU'eiben, mittelst dessen der General Mina dem Krieglé-OJTtmster seine Entlassung eingesandt hat. Dasselbe [au- * tet a o:
_„Excellcnz! Als Ihre Majestät die Kbnigin-Ncgentin mich im vorigen September; mat, dem Kommando der Armee zu beehren ge- rubte, da befand ich mich zeriedcrhersiellung _meiner Gesundheit , zu Combo, und obgleich meme innige Dankbarkeit für ein so hohes ., Vertrauen und mxm lcbhaftcr Wunsch, zur Verthcidlgung des legi- temen Thrones beitragen zu xdtinen, mich antrieben, dies Amt zu überxrehmct), so nöthigtc m,:ch doch meine Delikatesse, die Herren V.)!imsixr i_ucizt mr_r vertraulich und von Amtswegen, sondern auch _ durcb cm in gehöriger Form von meinen beiden Aerzten und noch anderenSachverüändigcn _aaisgeücUthCertifikat von dem geschwächten i Zustandemeinechsundhertin Kcnntmß zu schcn. Die schmeichelbaften Antworten, welch; ici) hierauf empßn , und die Bitte:: meiner € Freunde suchten nnch zu überreden, da? ich durch Uebernahme des Kbmmandos meinem Vnterlandc, emen wesentlichen Dienst leißen wurde,.wknwick) auch nurbon bter aus die Operationen leitete, und so entschloß tch mich e_ndltch , eine_ Verantibortlichkeit zu übernebz men, von der es wahrlich nur wenige Beispiele giebt, nämlich vc: körperlichem Unwohlseyn das Kommando einer geschwächten Armee zu übernehmen, und zwar nachdem ick) eben aus eilfjährigcr Ver- bannung in mein Vaterland zur_üchgekebrt war. _ Die Gegenwart eines Generals zm de_r Spitze seiner Truppen erhält die Subordina- tion und die Oescipltn unter ihnen, ßdßt ihnen Vertrauen ein und bereitet den Steg vor. Es ist daher für mich eine unerträglich Qtzal, nicht 1eden_ Augetzblcck an den Mühseligkeiten und Gefahren m_ciner Kameraden Theil nehmen zu können und zu sehen, daß dec Gelegenheixen, den Waffen,:"chrer queüät neuen Ruhm zu er- werben, und die Paciäctxung dieser Provinzen zu befördern , unge- nüßt vorübexgehen. Sctt dcm Anfan e des November, wo ich das Kommando ubernabm, habe ich fün oder sechs Mal den hiefigen Ort verlassen, sobald ich glaubte, daß die Art der Operationen es erforbern und der Zustand meiner Gesundheit es zu erlauben schien/ ' aber jedes Mal warfen mich die Anstrengungen von neuem nieder und vermehrten meine Leiden in solchem Grade, daß ich fast die Hoff- nimg aufgab, für 1“th eine große Operation verfolgen zu können; die entscheidende Resultate herbeiführen würde. Ohne jemals den wahren Zusiand meiner Gesundheit zu verber en, habe ich; während .der Mangel an Truppen meine Lage hd 11 schwicri und gewagt machte_, mich doch enthalten, davon zu sprechen , wel dies KletnmüthiHLeit hätte erzeu _en können. Aber jetzt, wo die Verstär- kungen thei s angekommen md, theils von_C'w. Erceacnz vorberei- tet werden, und der Augenblick eréchienen ist, um glänzenderc Lor- beern zu sammein Ut_1d die_Operat onen thätiger und ausgedehnter zu betreiben, wurde tch meme flieht egen mein Vaterland, meink .; Königin und mich selbst zu ver eyen_ g auben, wenn ich nicht 9an offen Ew. ExceUenz sa te, daß es 1th eines Generals bedarf, der besiändig an der Spitze er Truppen und nicht nur fähig ifi, den Re- sultaten am TagcdesKampfes zu entsprechen, und den allgemeinen fcb!)n vorbereiteten Operaiions-Plan zu vxrfolgen, sondern dicken auch, unter seiner Verantwortlecbkeit, zu ,vcrandern, nachdem es die nmüände erfordern. Indem ich Ew. Excellenz bitte, Ihre Majestät die „(11-75
YiJin-Regentin von dieser Erklärung zu bcnachrichté en, hoffe 1041 V a
Sie dieselbe als ein Zeugniß meiner offenen un loyalen Gt- finnungen und meines brennenden Eifers für die Sicherheit des?. Tbroncs ihrer erhabenen Tochter, für den Ruhm ihrer Waffen und
für schneae Paciäcirung dieser unglücklichen Provinzen darüellen -
werden. Gott erhalte Ew. Excellenz viele Jahre! _ Pampelona/
den 8. 9111011835. Francisco Espoz y Mina.“ _ 1
“Z“- 91 .,
, WM in Verbindung zu bringen.
Und also ein wahrhaft unentbehrliches Werk„für die ßischeKiychengeschichte vorliege. Die merkwürdigsten Urkunden snd
Griechenland.
Athen, 12. März. Gestern lief die Englische Flotte unter Admiral Zofias Rowley in den Piräus ein. Man sah fie von der Akropolis, wohin sick) Viele begeben hatten, um ihre BeWe- una zu beobachten. Sie besteht aus zwölf Segeln und hat nxoh1 nur den Hafen gesucht, um den Stürmen dieser Jahres-
welche das Verweilen in den Gewässern von Tenedos ge-
“1 , ' ' 11111110) machen, auszuweichen. Dee Re terung hat sich nach “ Ein arlamentair des Ad-
gen den Piräus wieder verlassen würden, um in dem größern Hafen der nahctz Insel Salamis zu ankern.
Während sich im höhern Griechenland die Unterthanen des Sultans emp_ören und Constitutionen verlan en, haben wir auf Negropont emgeborne' Griechen das Türkis )e Jock) der milden Herrschaft Octo's vorztehen sexen. Mehr denn zweitausend Acker- bauer, die WG und bloß ge ommen wayen, sich auf Kosten der Regierung ansiedeln wollten, aber einstweilen, wegen Mangel an Fonds, vertröstet wurden, sind nach und nach aufgebrochen, und gen Macedonien gewandert.
Inland.
Am 26sten b. M. wurde zu Vers-
Berlin, 2. Mai.
mold im Regierungs-Bezirk Minden das 50jährége Dienstjubi- j läum des feiert.
Kantors, Schullehrers und Organisten Müller ge- Dem Iubclgreése traten am Morgen dieses Tages seine erzigen Schüler mit 'Kränzen entgegen, und brachten ihm ihre indléchen Wünsche in einem einfachen Gesange dar. Eine De- utation der Gemeindeglieder bezeigte dem Jubilar ihre freudige Theilnahme und führte ihn zu einem Mittagsmahle, wo ihm im Namen der Gemeindc ein silberner Pokal sammt einem Festgedichte überreicht, auch zu seiner gkößten Freude ein Gläckwünschungs- Schreiben des Wirklichen Geheimen Raths und Ober-Präfiden- ten Herrn von Vincke Excellenz verlesen wurde. Die treuen Gesinnungen der Versmolder, die mit inniger Liebe an König und Vaterland hängen, offenbarten sich bei dieser Gelegenheit durch einen, von der Versammlung mit dem größten Jubel aufgenommenen Toast auf das Wohl Sr. Majestät des Königs.
_ Die Königliche Akademie der Medizin zu Paris hat auch den Professor bei der hiesigen Universität, ])1'. C. H. Schulß,
zu ihrem korrespondirenden Mitglieds erwählt.
_ Dcr Marschall Maison traf am 26|en v. M. Abends, von St. Petersburg kommend, in» Achen ein, und sehte am fol-
genden Morgen die Reise nach Paris fort. An demselben Tage
kamen Ihre Durchlauchten die Fürsten von Trautmansdorff und von Liechtenstein auf ihrer Ruckreise von London nach Wien
' durch Achen.
_ Als naturhistorische Merkwürdigkeit führen wir an, daß am 31. März 13. J. in der Gegend des Dorfes MiSdroi (In- sel Wollin) eine Steinbutte gefangen worden ist, welche die au.- ßerordentliche Größe von 26 Zoll Länge und 18 Zoll Breite maß. Der geöffnete Rachen des Thieves stand 4Zoll weit auseinander.
Literarische Nachrichten.
Der Dom zu Königsberg in Pr. Eine kirchen- und kunsk- geschichtliche Schilderung, mit 8 die Domkirche darstellenden lithographischen Abbildungen in gr. Fol. _ Erste Abtheilung 203, „Bogen in gr. 8.): Geschichtc der Domkirche zu Kö,- nigsberg und des Bisthums Samland, von August Ru- dolph Gebser, Königl. Superintendenten erstem Dom- prediger, Doktor und ordentl. Professor der Éheologée :c. _ Zweite Abtheilung (24 Bogen in gr. 8.): Beschreibung der Domkirche 1U Königsberg und der M ihr enthaltenen Kunst- werke, von )1-. Ernst August Hagen, ordentlichem Pro,- fessor der Kunstgeschichce :c.
Dies, SréMajestät unsercnchnige zugccigncte und mitHöchsi- dessen Unterstutzung zur Herausgabe gediehene Werk entstand auf
Veranlaffung dcs tm Jahre 1833 gefeierten 500jäbrigen Iubelfestes
der Erbauung derDomkiWe zu Königsberg in Pr. Zur Erinnerung an
diese Feier ward die Erbauungxines, Hautes für die Elementar-Kirct): schule bxsck)lqffen ,e uqd , um 916 Mitiel hierzu zu vermehren, verei- nigten 1111) die w_urdigen_Vermffer _dieses Werkes zu dessen Heraus- gabe. Em Theil der ernen Abtheilung, die Geschichte der Dom- kirche bis zm; vollendeten Erbauung fortführcnd, ncbsi den auf Ko- üen Sr. Majestät dcs Kbnégs von dem Königl. lithogravbischcn Fn-
üitut in Berlin besorgten Abbildungen, erschien kurz vor der Jubel-
feicr im Monat September 1833. demnächst Anfangs dieses Jahres die zweite kunßgeschichtlichc Abtheilung, und die zu Ostern 1). J. fertig chordene weitere Geschichte der Bischöfe von Samland und der Kathedrale derselben, vollendet nunmehr das ganze werthvolleWerk. Dic Erbauung des Doms dura) den_vierten Bischof von Sam- la_nd, Namens Johannes 1. Clare, gab die natürliche Veranlassung, nicht nur von der Bildung des Bisrhums Samland und den Vor- ?ängern des Exbauchzu handeln, sondern auch die weitern Schick- ale der Domkirche mrt den Lebensumsiänden der nachfol enden Bé- _ Der letzte katholis e Bischof, _Georg von Polentz, bcgünsrifgte die Einführung der Reformation in Prxußcn, und so knüpfte ich an die Geschichte des Doms aucb naturlich cine'Darstellung der Reformation im Herzogtbum Preußen. _ Kein Theil der Preußischen Geschichte ist iy den früheren Histo- rikern_so oberftächlich, unvoußändig und vo_ll Jrrtbümcr, als die Geschtchte der Bisthümer, namentlich auch die des Bisthums Sam- lgnd. Hartknock) und Arnold folgccn in ihren kirchengeschicht- ltchen Weyken, neben einigen andern &hronikcn, den unzuverläss- ZKM Nachrichten Simbn Grunaix's und dessen Ueberseßers Leo. iemand aber, der mit der Würdigung dieser Cbroniker nur eini- ?ermaßen bekannt ist, wird sie für Quellen der Preußischen Ge- chichte ausgeben und als solche benuyen_wollcn. Die wahre, und lan 1 noch nicht erschöpfte QUclLeFür die Geschichte des Deutschen Or ens und des LanYes Preußen 10 das geheime Archiv; auch zur Geschichte der BcSthumer bewahrt daffelbe sehr reiche Materialien. „ So weit Voigt's vortreffliches xmd erschöpfendcs Werk reicht (bis 1407), ist, darin allerdings auch diesem Gegenstande die nbtbige Aufmerksamkeit gewidmet, ux1d umschtég haben die würdigen Ver- fasser die gediegenen Vorarbeiten in dieser Hinsicht, neben ihren ei- genen ergän enden Forschungen, benutzt und dankbar gewürdigt. Von ben er en Jahren des funfzehntcn Jahkbunderts ab verließ se aber die'se Quelle, und für den qanzbn folgenden Zeitraum, bis auf die Reiormation, mußte die Geschichte des Bisthums Samland zum ersten Male aus den Quellen, das ist aus den Urkunden des geheimen Archivs, erforscht und abgehandelt werden. Der Herr Herauögebcr der ersien, geschichtlichen Abthei-
lun rühmt gütig (Vorrede S. 1'11.)“die Bereinvilli keit, mit
Wel er der Direktor des geheimen Archivs, Herr Profe or :c. 11r. oigt, und der Unterschriebene seine Forschunßen durch ur- kundliche Mittheilungen unterstützt haben. As vicljäbriger Beamter, also auch Kenner des Archivs, glaubt der Unter- schriebene, das Urtbeil sicb erlauben zu dürfen, daß nun zum erixen_Male eine vollständige und urkupdliche Geschichte des vorzugltch merkwürdigen und interessanten Bistbums SamÉand, reu:
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fiberallqufdasgetreueüecopirt,theilsvoußändkg,theilsindenzweckdien- ltchjkcn Auszügen, unter den Text der Beschreibun an genommen; Briefschaften, Copiarien, Regiüranien des Archivs, md uberall nach Fach (Schieblade), Nummer, Seitenzahl :c. angeführt, damit künf- tigen Forschern jederzeit die Quellen zu Gebote stehen können. Von ach_tzehn Bischöfen von Samland bis auf die Zeiten der Reformation hat der angestrengte Fleiß und Eifer des Herrn Ver- faffers die merkwürdigüen Lebens - Umftäxtde erforscht, ihre Theil- n_ahme an den öffentlichen Angelegenheiten des Ordens und die ktrchlichenkVerhältnisse ihres Bisthums geschildert, die Chronologie gcnay bestimmt, die Frrtbümer semex Vorgänger beleuchtet und be- richttgt- Simon Grunau und Leo sind, wre billig , nur ange ührt, insofern fie init «ndern gleichzeitigen Nachrichten und zuverlä figern Chronikern ubereenstimmen; sonsi find thre Ueberlieferun en nur be- nuvt- um sie zu widerlegen und ihre Falschheit _darzuste en. Hart- kgockz_und Arnolb erscheinen nun in dieser Beziehung, wenigstens fur te Ordenszeit, ohne hésforischen Werth.
Aixs Urkunden des Archivs und Voigt's Geschichte isi das_ Leben der drecexüen Samländischen Bischöfe vor Johannes 1.: Heinvech's 1. vor; Strittberg, von 1255 bis um 1274, Chrisiian's von Muhlbausen, vbn 1276 bis 1294, uaniegfried's von Nein- fiein, von 1295 bis gegen 1318, entwickelt und beschrieben. Die Yerdienste des eherrdégen Bischofs und Stifters des_ Doms, Johannes [. Clare, von 1320 bis 1344, sind um-siändlich,_ um; mit vielen Urkunden belegt, geschildert; unerläßlich war es hierbet auch, des edlen Hochmeisters, Herzygs Luther von Braun- schweig, der deen Bischof durch reiche Spenden ur Erbauung desDomsz unterstutzte, der im Dome selbst starb und Fein Bcgräbmß darm erhielt, ehrenvolles Andenken dankbar zu erneuern.
_ Was c7ohcmncs des Ersten Nachfolger, Jacobus, von 1345 bes 1358, Bartholomäus, von 1359 bis 1378, für die Erweite- rung des kirchlichen Lebens und für die Bildun§ dcr Landbewohner, Dieterich ]. Tylo, von 1379 bis 1386, für ie Verbefferung des Schulwesens in Königsberg , thaten, ist verdientermaßen rühmxnd erwähnt. Von Heinrich 11. Kubal, von 1387 bis 1395, Hern- rich 111. von Seefeld, von 1395 bis 1414, dessen Leben und Re- Zicrung in dieeZeit der unglücklichen Tannenberger Schlachk sicl- md dle xnerkWUydigsiem Lebens-Umßätzde auSgehoben und geschil- dert, Die bisherige Reihe höchst würdiger und verdienter Bischöfe utitcrbrtcht _nunmehrHeinrich 11“. von Schauenburg, von 1415 biv 14161 nicht erfreulich. Er brachte das BiIthum in Fzroße Schul- den, starb aber schon nach einem Jahre. Johannes 1- von Sal- felb ward_ sein wiederum würdigerer Nachfolger, von 1417 bis 1425. Diexem folgxe Michael Junge, von„1425 bis 1441. Noch reichhaltiger ales frxzher fiicßen von hier ab die Quellen des gehei- men Archivs fur dee Geschichte des Bisthums Samland, und mit Umsicht hat der würdige_ Herr Verfasser das Erbeblichsje für seinen Zweck benutzt. Michael's Nachfolger, Nicolaus von Scbdnxck, von 1442 bis 1470 erlebte und überlebte wäh- rend seiner fiebenqndzwanzigjährigen Amtsführung die unglück- liche Zeit des drei ehnjährigen Krieges. Seiye friedlichen und Nrtxäglicbcn chh ltnisse mit dem Hochinetster Ludwig von ErltchShausem seine von Rom ausgehende unverdiente Anschul- digung, den Vynix der Preußischen Städte und „Ritterschaft gcgen d_en Orden be unüiget zu haben, die deShalb erlittenen Unanncbm- lichkeiten :e. md nach den darüber vorhandenen Urkunden und Brief- schaften bargesiellt.
Lluf ibn folgte Dieterich 11. Cuba, von 1470bis1474,_deffen unglucklichen Verhältnisse zu dem Hochmeis1erHeinrich von Richten- bcrg seinen grausamen „:?-tm _ertod im Kerker zu Taplau zur FUL? hatten. „Nur aus unzuverläs igen Chroniken war bisher sein trauri- ch Schicksal bekannx und daher in eine trübe Dunkelheit gehüllt. S1chere Umüäyde seines Lebens und Todes sind nunmehr aus den Quellen, nämltch_dcn Urkunden des ebeimen Archivs, an das Licht gezogen, in historischer Wahrheit ift 13cm Prozeß eschildert und er- wiesen, daß sein gewaltsanier Tod von dem Ho meiüer durch das Vorgehen, Dieterich sey eines pldßlichen natürlichen Todes an der Pest gestorben, ungeglaubt von den Zeitgenossen, bcschbniget wurde.
21110) für das Leben der nächsten Bischöfe, Johannes lll. Nehwmkel, von 1474 bis 1497, Nikolaus 11. Kreuder, von 1497 bis 1503, Paul von Wath von 1503 bis 1505, und Günther v_on Bunau, von 1505 bis 1518, hat das geheime Archiv so wich- ttge_, als sorgsam benutzte Materialien geliefert, wodurch die biz;- hcrtge verworrene Chronologie dieser Bischöfe und_andcre Fxrthzx- mer berichtiget sind. Zunehmendcs _Sittenverderbmß der Mit [:e- der des Ordens sowohl, als der Geistlichkeit führten jenen se nem Untergange, diese der Refo rmatio n entgegen. Mit dem Jahre 1519 begann der Bischof Georg von 'ipolenß, der Held, der Reforma- tion in Preiißen, von Luther selbst ge chäßt und geehrt,seme se ensreici): Wirksamkeit. Zwei frühere Lebensbescl)reibungcn des mer würdigen Mannes, von 111. Böckel und Kons. Rath und Prof. ],)1'. Rbesa, erhalten hier aus den Quellen des geheimen Archivs vielfache Er- ?„änzungen und_ zum Theil Berichtigun en. Seine freundschaft- icl)en Verhältnisse zu dem Hochmeiser, arkgrafen Albrecht, die Aemter, welche er, vor_dem Bischöflichen, im Orden bekleidete, die
äufigen Netscn und Wichtigen Gcschäfte, welche ihn als Gesandten :: des Ordens Angelegenheiten an dre Höfe anderer Fürsten führten, seine Erhebung zur Binfltchen Würde nach Günther _von Bünau's Ableben, seine Tbättgkeit_in dem bald darnach ausbrechenden Kriege des Ordens gegen Polen tn den Jahren 1520 und 1521, seine Wirk- samkeit als Regent des Landes während der Abwesenheit des Hoch- meißcrß von 1522 bis 1524, insbesondere zur Be ünüigun der Re- formation; alle diese Umstände, verbunden mit e ner mbgl chsk boll- ßändigcn Darstellung der Einführung der Reformation im Herzog- tbum Preußen, smd von dem Herrn Verfasser theils ganz neu zum ersten Male beschrieben, theils aus schon gedruckten Sammlungen Zur Preußi chen Geschichte, mit Getsi .und Gefühl zu einem erhe- enden B1 de zusammengesteur Auch fur das weitere Leben Georg's von olenv, als ersken evangelischen Bischofs, über seine Thätigkeit in d escm veränderten Wirkiinßskrcisc, über die neuen kirchlichen Einrichtungen damali er Zeit, uber die Gunst, in welcher er bis an sem Lebensende (1550 “bei dem Herzoge Albrecht üand, find viele ncue merkwürdixZe Umüändc beigebracht.
An ibn sci) icßen sick) nunmehr „kürzer behandelxe Nachrichten von„den Pfarrherren bei der Domkirche nach den Zeiten der Refor- mation, von Johann Brismann, Jacob MÜUer odcr Möller, Peter Hegemon 2c., bis auf den Herrn Verfaffxr des Werkes an, wobei auch Gele_ enheit gewesen isi, des noch im, rechzehnten und sebenzehnten Ighr undert stattgefundenen theologischen Gezänkes, dcr Streitig- keiten Mdrlin's, Osiander)» Morgenstcxn's, Hesbufius :c., genügend zu erwähnen. Sobanxi folgt die Nethe der Diakoncn bet der Domkirche bis auf die jetzige Zcit.
_Den Beschluß macht die neuere Geschichte der Domkirche, nämlich Yie Darstellung dessen, was unser chrwürdiger und geliebter König fur die Instandseßung und Aussä)1nückung des Doms mit Zrbßer Huldimd Liberalität gethmxhat, „und bis auf die ncucüe
e1t_mit frommem Sinne zu thun nicht m_ude geworden; die Be- schreibung des oben gedachten fünfhynbernährigeu Jubiläums der Domkirche; eine Nachricht von der Grundung der Domkirchschule, und_endlich noch eme kurze Nachricht voi) der Anwesenheit Seiner Majeftät des Königs,_ der Prinzen und Prmzessinnen des Kdniglichm Hauses in der Domkirche im Sommer des Jahres 1834.
Diese ßüchtige Skizze der überausercichhaltigen ersten ge- sch1chtlichen Abthet ung wirxx genugen, um den großen und bleibenden Werth derselbcif u bezeichnen. Schreibart und Ausdruck sind dem religiösen Ge ens1ande und der Darstellung eines geiß- lcchen Lebens immer w rdig ehalten, und der, der Geburt nach uns nicht angehbrende Herr L?crfaffcr hat nicht nur die Geschichte seines neuen Hetmatblandes mit unverkennbarer Liebe behandelt, sondern es auch tief empfunden ynd lebhaft ausgedrückt, welche Wohlthaten insbesondere sein geliebtxs Gotteshaus und die ihm theure Domgemeinde der landesväterltchen Huld Friedrich Wil- helms des Dritten u verdanken hat.
Der Herr Verfa er der zweiten, kunügeschichtlichen
Abtheilung, für Welche die QueUen des geheimen Archivs weit spgrsamer flossen, mit_ dcüo größerer Anstrengung also aufgesuchy nut Geschick und glucklicher Combination zusammengestellt find- und uberhaupt mit wenxßen Hülmeitteln Viel geleistet ist, liefert Zuerst allgemeine Nachrk tey über die Kunst des Deutschen Ordens n Preußen, vornehmlich uber den ältesten Kirchenbau im Sam- lande, handelt sodann voix den drei Samländischen Dombaueri im _Allgemeinen, und "geht hierauf zur Beschreibung der Domkirche tm _Kneiphof und „ihrer vornehmsten Kunüwcrke über. Ihre Architektur, Malerei, Bildnerei smd auf das genaueste erforsctit und beschrieben; vor Ancm isi auf das früher wenig beachtcte Denkmal" des Markgrafen Albrecht an der O|- seite der Fursiengruft „und dessen hohen Kunstwertb aufmerk- sanz _gema_cht. Insoweit es zu erm1ttcln Zewefen, isi zugleich aux dee Kunsiler, welche die bemerkenswerthe „en Denkmale verfer- tiget, Bezug genommen. iernächst folgt eme Beschreibung der Grangwblbe, Grabmäler, Lc chen|eme und Särge, mit Angabe dev" Inschriften; und dee von mehreren _der letztern in Lateiniscbev Sprache von dem Herrn Verfasser gelieferten metrischen Uebertra- gungen in die Deutsche Sprache werden gewiß die Leser, darunter auch hoffentlich_Frauet_i und Wungfrauen, als eine überaus anspre- chende Gabe seines Dichterta ents erfreuen. _ , Auch noch verschiedene andere Gegenüände der Domkirche, als: die Glockxn, Altar, Taufe, Kanzei, Or el, Chöre, Stühle, Biblio: theken, Kirchen eräthe u. s. w. sxnd n cht vergessen, und so siehct denn auch in d eser Beziehung eM vollendetes Bild des ganzen er- babchncn_Domgebäudes da; durch, acht lithographirte Abbildungen versinnlicht, Worunter besonders die Innere Ansicht des D oms i_tnd der Für'stcngruft, nach dem (Hemälde, welches Seine Ma- xeüät der König durch den Professor un_d Direktor der Kunsischgle in Danzig, Herrn F. C. Schultz, anfertigen zu lassen geruhet, nch auIzewhnet, und eine andere von dem obenerwäbntcn kunstvollcn Denkmale des Markgrafen Albrecht cin getreucs Bildgiebt. Je mehr nun dieses Werk die verdiente Anerkennung finden, und durch dxfsen weite Verbreitung für den wohlthätigen Zweck, zu welchem die Herausggbe unternommen und der Ertrag bestimmt ist, gewonnen werden Wlkd/ um desto mehr werden die verdienten Herren Vexfasser sicb für die große. Anstrengung, mit welcher se der Bearbeitung desselben sfch_unterzogen haben, belohnt fühlen. _ Druck und Papier Fer hiefigxn Hartungscben Hofbuchdruckeree) find vortrefflich, die ethographtschen Abbildungen (auf großcm Royal-Folio) einer Königlichen Anüalt würdig; der Preis (das voll- üändige Werk mit den Abbilduvgen kostet 5 Rthlr. 20 Sgr., dev bloße Text, 503 Bogen, ohne Abbildungen, 2Rthlr. 15 Sgr.) über- _
aus Zrdäß Zb ' P ß N F 1, nt erg tn reu en. „ a er g Geheimer Archißar,
Meteorologische Beobachtung.
1835. , Morgens | Nächmitt. , Abends Nach einmaliger 1. Mac. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
Luftdruck . 333,6 11'"Par.1332,4 9 ““Mr. 332,6 - "'Pas. Querärme 6, 9 “ N. Luftwärme + 8/9 " R- + ]5/4 " N- + 8/3 " N- Fluß ärme 9 1 ') N Thauvunkt+ 4/9 “R+ 2,0“N.+ 4,1oN M* / ' Dunfisättg 72 YCt. 32 pCt. 68 pCt. Bodenwärme8,6 “R. 111111: :: YYY. YFZ“. “UJZ?“ ...d... 0-0“ " Nb- Wolkenzu | _ SSO. 1 _ Niedersch1a90,oo : "Nh.
Tagesmittel: 332,91/“Par... 11,4“ R... 3,10 N... 57 pCt.
Zsrliuor ZörJE, [)en 2. 111111 1835. 7111111. 17011115- 01111 (310111-(10111'8-281101. (,)-"E?x/F. 671747.)
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81.-d'01101(1-§011. 4 1017'71100777 08191". 1,1111111111'. 4 102 _ 1'1'. ZnZl. 0111. 30. 4 , 991“. 98; 1'0111111. (10. 4 107 100.1 1'111111.§c]1.11.§0911. _ 05? 65;- k'uk- 11. 01011111. 110. 4 _ 102; [(urm.0b1.111.1.(). 4 101 _ 8011188120118 (10. 4 -- 100,5- Xeum.lut.§c11.(10. 4 1004 _ 111181.().11.2.-§011. 13011. Ztaät-0111. 4 101 _ 11. [(.- u. d'. _ 793 _ königsb. (10. 4 _ 98;
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ß'ritzärio11811'01'. . _ 011100100 ..... _
Qussäktige 861-8811, „1111819111810, 27. 11011]. 1511011011. 01711111. 861111111 56-14. 57? (10. 1021 1111811". 801111111 1)?» [(11112-13111. 26,“- 43,1? 11111011. 95; ZZZ 801',. 1111811. 9021. 0081-11". 994,1. ['r-1113|. Lräm. -801161110 115Z. (10. 47; ck11]. _. 801111. 53 501. JJ 314. It. 9810181111111, 25. 111111]. bone]. WFL. 1111111111111; 9197. 8111101- 111111. 3377. (1831 11, 32) 99.1.
Königliche Schauspiele.
Sonntag, 3. Mai. Jm Opernhause: Auf Befehl: Ro- bert der Teufel, Oper in 5 Abth., mic „Ballets. Mtisik von Z. Mcyerbeer.
Jm Schauspielhause: Des Goldschmicds Töchtcricc'n, Aic- deutschcs Sitten-Gemälde in 2 Abth., von C. Blum. Hierauf: .Die Novize, Lustspiel in 1 Akt, von C. „Blum. (DM, Helene Mügge, Schülerin der Mad. Crelinger: Therese.) Und: Zum cr- stenmale: Die Verräthcrin, Original-Lusispicl in 1 Akt, von “F. v. Holbein.
"O)?ontag, 4. Mai. Im Schauspielhause: Die unglückliche Ehe aus Delikatesse, Lustspiel in 4 Abth., von Schröder. (Hr. Seydelmaim: den Grafen Klingsberg, 1113050110119.)
Dienstag, 5. Mai. Jm Opxrnhan: Figax'o's Hoc!) eit, Oper in 2 Abth., mit Tanz, Munk von Mozart. (Olle, te- phan, die Gräfin, als Gastrolle.)
Im SchauspielhausezFranzöfische Vorstellung.
' Königßädtisches Theater. Sonntag, 3. Mar. Der Glöckner von Notre; Dame, ro- mantt ches Drama in, 6 Tableaux, von Charlotte „Birch-Pfeiffer. ontag, 4. Mat. Lestocq, oder: Intrigue und Liebe, Oper in 4 Akten. MUfik von Auber. Für die Deutsche Bühne bear- beitet vom Freiherrn von Lichtenstein.
57“; 1118011111.
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