Hätte man hierin anch hundert Mak recht, es giebt doch ein Et- was, das sich nicht so leicht, wie die gericht1ichen Formen, ändern läßt: „Dies sind die Sitten, Gewohnheiten und Begriffe einer Nation. Nm: weiß man aber seit 45 Jahren in Frankreich nicht mehr, was es heißt, cinen Bürger für ein Kriminal-Ver- brechen zu verurtheilen, ohne seine Vertheidi ung gehört [zu ha- ben. Es sind in dieser Amelegenheit von nfang an vie e Feh- ler bégangen worden; die Patric hat jeßt auch den ihrigen be- gangen, indem sie das ihr gebotene Mittel, fich den Prozeß auf eine ehrenvolle Weise vom Halse zu schaffen, zurückgewiesen hat.“
Nachstehendes ist der Inhalt der Protestation, die Herr AUdry de Pityraveau der Kommission der Deputirten-Kammer übergeben hat, die mit der Prüfung des Antrages der Pairs- Kammer, ihn und Herrn von Qormenin vorladen zu dürfen, beauftragt worden war: „Meine Herren, Wenn ich vor Ihnen erscheine, so gescHicht es bloß, um einer Einladung meiner .Koile- gen zu genügen, denn ich kann der Kammer das Recht nicht zucrkennen, die, Pairs - Kammer dahin zu ermächtigen, daß ste mich vor ihre Schranken lade, und ich protestire gegen eine solche verfasanNvidrige Präcension. Woilce die DeputirtenxKammer dieser Forderung der Pairs-Kammcr Gehör geben, so würde se die Gleichheit der Gewalten vernichten und ihre eigene Würde aufs Spiel sslzcn; ich will mir aber, wie jedes ihrer Mitglie- drr, dcn Character eines Mandatars der Nation unversehrt er- halten, indem ich, wie ich solches hiermit thuc, gegen Alles protescire, was" die Rechte und die Würde des einzigen Staats- körpers, der solch? der freien Wahl verdankt, verlcßen könnte. Den 18. Mai 18:55. ((Bez.) Audry de Puyraveau.“
Die ministeriellc Partei in der Deputirten-Kammer soll sick) dahin vereinigt haben, für die nächste Session den Herrn Sauzct zum Präsidenten zu wählen.
Briefe von der Spanischen Gränze vom 15ten sprechen von einem Vortheile, den die Karlisten am 13ten zwischen Her- mmi und San Scbaftian über den Brigadier Zaureguy davon getragen hätten. Lelzrerer soll einige 100 Mann an Todten und Verwundeten gehabt haben. Auch die liberalen Blätter bestäti- gen diese Nachricht in ihren Korrespondenz;Mittheilungen, be- haupten jedoch , daß der Verlust Jaureguy's nur unbedeutend gewesen sey.
Großbritanien und Irland.
ParlamentsxVerhandlungen. Untxrhaus. Siz- erng vom 20. Mai. (Nachtrag.) Die Mitglieder, welche den Vorschlag des Herrn Poulter wegen besserer Beobachtung der Sonntagsfcier unterstülzten, erblickten in demselben eine Mqß- regel zu Gunsten der ärmeren Klassen, denen man, wie fie mem- ten, dadurch doch wenigstens einen Tag in der Woche Ruhe verschaffen würde. Dagegen erhoben fich Andere gegen die all- gemeine Schließung der Wirchshäuscr rind gegen das Verbot des Verkaufs am Sonntage, wclche Ansicht auch von Sir Ro- bert Peel getheilt wurde, der sich darüber folgendermaßen ver- nehmen ließ: ' *
„Niemand in diesem Hause kann von der Wichtigkeit der Hei- ligbaitung des Sonntags inniger durchdrungen seyn, als ich; ich fühle, daß kcin Mensch ein Recht hat, seinem Nächsten durch Ent-
weihung dcs Sabbaths ein Aergerniß zu eben; aber ich zweifle sehr *
Daran, ob wir den Zweck, die Heiligkeit die es Tages aufrecht zu erhal-
tcn, durch ein Geseh am besten erreichen möchten (hört, hört!), und '
ich weis: niäzi, ob es nicht angemeffenerwäre, darauf zu bauen, daß .der Einßuß der Sitten und der,!)ffentlicbcn Meinung seine Entba- ligung versindcrn Werden„als dieses Ziel durch neue gesehliche Ver- schärfungen zu crßrebcn, die schwer zu voUzieben seyn und, wenn sie, gegen ihren eiJentiicben Zweck, etwa gar verkehrt angewandt würdcn, sehr bcläß gend für Einzelne werden und am Ende dem Gesche selbfk Verachtung zuziehen würden. (Hört!) Wenn ich pie ieyigc Beobachtung des Sabbaths mit dem vergleiche, wovon ich seivjr, wie ich mich erinnere, noch Zeuge gewesen bin, und mit dcm, was ich darüber aus früherer Zeit gelesen, so kann ich nicht umhin, zu sagen, daß der Sabbath, obne ir- gend eim neues (Heseiz über dcn„©egens1and, icht beser beobachtet wird, als ehemals. (Hört!) Ste haben nur zwei Alternativen, die Sir annehmen können, entweder das Gesetz in semem gegenwärtigen “Zusiandc zu lassen und keine Veränderung desselben zu versuchen, oder, wenn Sie es antasten wo11en, es zu vereinfachen, zu befxüigcn und in allen Beziehungen übereinstimmened zu machen, damit das Publikum genau wisse, was das Gesetz uber die Beobaqhtung dxs Sabbaths besagen wir]. ( drt!) Das ebrenwcrthe Mitglied fur Shaftesbury (Herr Poulter hat einen dritten Weg porgesch1agcn und dabci angenommen, daß die Msie Akte Karl? 11. 1th in Kraft sei). Da iyi drr ehrenwertbe Herr aber tm Jrrtbum; das Gesetz be- findet fiel; im Statuten-Buche, es ist wahr, aber es ist ein todtcr- Buchstabe geblieben und hat keine Geseveskraft. mid doch hatdas chrenwertthitglied dem Hairse vorgeschlagen, eine Bell anzuyehmext, in der die Gültigkeit jenes Geoches vorausgeseßt wird, denn seine Bill iü betitelt: eine Bill zur Versch_chrfun und erbcsserung der 29stcn Akte Karl's 11. in Bezug auf die grö ere Heiltgbaltung dcs Syna- tages. Abgesehen nun von dem Jrrthurn, der in der Annahme leigt, daß das Gesch Karl's 11. noch gelte, wrdersprechen,auch die Bestim- mungen dcr Bill des ebrenwertben Herrn denz Tatil und Eingang derselbsn, donn dcr ehreanrthe Herr hgt es eegerttltck) nicht unter- nommen, die Akte Karl's 11. ix_r allen ihren Theilen wirksamer zu machen, da er nur einen einzigen Verstoß unter den in der alten Akte angeführten hervorgehoben, aber vox: ihrem ganzen übrigen Inhalte nichts geFagt hgt.„ (Hört!) Bet der Ausführung dieser Bill würde man nch iiur _dte Wsie Akte Karl:; 11. beziehen müssen, denn der Sinn der Bil] ist der, daß jeder: _in der Akte Karl's ll. erwähnte Vergehen auch nach der_ neuen Bell als em solches an- gesehcn werden soll. Nun besndctstck) m der Akte Karl'SxineBesiimmung cgcn dicVermietbung von Bötey am Sqnntage und eme daraufgesevte Yrrafe.“ Herr Poylter: „Es ist seitdem eine Akte angenommen 1v0rdcn,_ wodurch diese Strafe aufgehoben wird.“ Sir R. Peel: „Das in möglich, aber wie sol] das Volk das wissen? Es wäre doch wahrlich differ, das Gesetz s?" vereinfachen und zusammenzu- fassen, als einzelne gescizliche Be immuwngen in dieser Hinsicht zu erlaffcn. (Hört!) Die Aite Karl's erklart, daß am Sonntage kem Fuhrmann, Kärrner, Fle1scher„oder Höcker bei 20 Shining Strafe aus seinem Hofgoder Hause ausrahren durfe. Will der ehrenwerthe Herr auch auf diese Brütmmung BeZug genommen wissen?“ Herr Poultry: „Nein,“ Str R. Pee : „Aber dee Geschäfte dieser Leute sind doku den Bestimmungen der Bill unterworfen. Wenn übrigens der Zweck „des (von Hrn. Hawe? vorgeschlagenen Amen- dements, die Bill einer besonderen Kommijion zu überweisen, die Vereitelung dcr Maßregel seyn sou, „wie einige Herren anzunehmen scheinen- so würde ich es für unenYltch treffer [“einem-'das das Haus die Frage offen entscheedc. Ich _wurde lieber freimütbi auf einer künfttgxn Station gegen die Big sitmmen, als dem eFrenwerihen „Herrn m der Form eines schikamrcndey Verzuges ein Hinderniß in den Weg lege . Ich halte es daher fur angemessener, die Bill des ehrenwerihen Herrn in den Ausschuß gekangen zu lassen, damit er dieselbe doxt so volLkommen als möglich machen könne; dann werde ich mich furberechtigt halten, gegen die Maßrx el zu stimmen, wenn se nicht von der Art seyn fonte, daß ich se bi igen könnte. Wenn die Bill nicht m einer an emeffenen Gesialt aus dem Ilusschusse hervorgeht, dann werde 1 den cbrenwerthcn Herrn ersuchen, sie aufzugeben, das (H„efeß so zu lassen, wie er es gefunden, und die Jebübkmde HUltghaltung des Sabbatbs von der sittlichen Bere ckung des Volks und von der Macht der öffentli-
chen Meinung mit Zuverßcht zu erwarten. (Hört!) Die
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Akte Karl's ll. verbot das Miethen und Vermietben von Bbtcn an Sonntagen. Warum ist prese Akte aufgegeben und kein Versuch gema t worden, sie wieder tn Kraft zu sehen? Wenn das Fahren von ampfbdtcn zwischen London und Richmond an Sonn- ta en unrecht wäre, so müßte man zxigcben, daß es eben so unrecht w re, am Sonntage überhaupt zu reisen, und ich glaube, man wird ugeüeben, daß die Reichen dagegen am meisten vcrüoßen. Ein er- such, die Armen am Sonntage an Bewegung und Erholung zu bm- dern, würde Feindschaft zwischen den höheren und niederen Klasen
erwecken und ein Prinzip der Ungleichheit in unserer Gesetzgebung
hervorbringen. Jedem Gesche, das von_diesem Grundsatz ausgingc, würde ich mich an' das entschiedensie wrdersetzen, Wenn wir über- haupt ein Gesetz uber den Gcgensiand erlassen wollen, so müssen wir unparteiisch dabei zu Werke gehen.“ (Hört, hört!)
Die Bill des Herrn Poulter ging dgrauf (wie bereits ge- stern gemeldet) durch den Ausschuß, doch 1oll bei der dritten Le- sung derselben noch einmal darüber debattirt werden. “
London, 22. Mai. Der Herzog und die Herzogin von Cambridge beehrten vorgestern ein von dem “Erzbischof von York gegebenes Diner mit ihrer Gegenwart.
Das Unterhaus kam gestern deshalb zu keinen Verhand- lungen, weil eine „Ballottirunq zu einem Wahl-Ausschusse, der nach der parlamentarischen Ordnung allen anderen Geschäften vorangeht, durch einen Form-Febler nichtig geworden war , wes- halb der Sprecher das Haus bis heute vercagte.
Der Graf von Winchelsea hat ein zweites Schreiben an die Protestanten von Großbritanien erlassen, worin er der Majorität des Unterhauses vorwirft, daß sie sich keßcrischen Lehren hingebe und ihren Herrn und Meisker verleugne.
Nach dem ministeriellen Plan in Betreff der Jrländisclxn Zehnten-Frage, den Lord Ebrington gestern in einer Versamm- lung von Reformern vorlegte, soll die Anleihe von einer T1)?“- [ion, welche für die protestantische Geistlichkeit bewilligt worden, annullirc, der jelzige Betrag des Zehnten um 30 pCt. herabge- setzt und in jedem Kirchspiele, wo es verlangt würde, eine neue Schäßung vorgenommen werden; um einer Verstümmelung des Planes im Oberhause vorzubeugen, will man die Maßregel in Gestalt einer Geldbewiliigungs-Biu vorlegen, so daß die Lords nur über Annahme oder Verwerfung der ganzen Bill zu ent- scheiden haben würden.
Im Gemeinde-Rathe der City von London oder vielmehr in einer sehr zahlreichen Versammlung des“ aus dem ganzen Rache besiehenden Ausschusses, nach Art des Unterhäuses, wenn dasselbe fich zum Ausschusse des ganzen Hauses konstituirc, wurden 1111“ ; [ich mehrere Vorschläge des Herrn Pritchard gegen die Ansichten des Lord-Mayors, der dem Gemeinde-Rathe das Recht zu einem solchen allgemeinen Ausschuse bestreitet, angenommen, nachdem Hertheacock ein entgegengeselztes Amendemenr zurückgenom- men arte.
Die bei dem Diner in der City gehaltene Rede Sir Ro- bert Peel's ist jetzt besonders abgedruckt und wird einzeln zu 1Penny, dußendweise zu 9 Pence und hundertwcise zu 5 Schil- ling verkauft, auch nach den Umständen umsonst auSgetheilt. Am meisten tj? fie bis jelzt in Canterbury und Kent verbreitet worden.
Am [Lien d. ließ die Direction der Ostindischen Compagnie ihre weitläustigen Waarenhäuser in der Jewry- Straße und in Ratcléff, deren sie “ehr nicht mehr bedarf, durch Versteigerung denen, die jetzt mit ndien und China Handel treiben, zum Kauf bieten. Die T eespeicher wurden zu 33,950 Pfd. 1o5gesch1agen; das Salpeter- ?agazin aber, auf welches nicht mehr als 0000 Pfund geboten wurde, behielt die Compagnie noch an sich, da sie dasselbe, das für das vollkommenste Waarenhaus im Londoner Hafen gilt, zu diesem Preise nicht losschlagen wollte.
“ Niederlande.
Aus dem Haag, 23. Mai. ZZ. MM. find gestern nach dem Loo abgegangen.
Mit dem Dampfschiffe aus Hamburg kam am 21sten der diesseitige Gesandte daselbst, Baron W. von Goltftein, in Amster- dam an. '
Am14ten 13. hat die gewöhnliche jährliche Versammlung der Niederländischen Gesellschaft zur sittlichen Besserung der Ge- fangenen in Amsterdam stattgefunden. Nach der allgemeinen Uebersicht der Wirksamkeit der Gesellschaft im Jahr 1834 hat sich dieselbe auf 2296 Kriminell- und Korreccionell-Vcrurtheilce erstreckt. Von diesen haben 702 religiösen Unterricht, 391 Un- terricht im Schreiben und Rechnen erhalten; 123 ist Arbeit und Beschäftigung verschafft worden; 358 Entlassene wurden auf ver- schiedene Weise versorgt, von welchen 7 sich dieser Gunst un- würdig gemacht haben. Die Gesellschaft zählte am 31. Dez. v. I. 3765 Mitglieder.
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 22. Mai. Se. Majestät der König haben am 19cm 0. M. in Höchsteigener Person den Geheimen Aus- schuß aufgelöst.
Der Commandeur der neunten Infanterie-Brigade, General- Major Härd, hat den nachgesuchten Abschied aus Schwedischen Kriegsdiensten erhalten.
Die „Königl. Akademie der Kriegs-Wiffenschaften hat Se. Hoheit den Herzog Bernhard von Sachscn-Weinmr und die Akademie der Musik den Königl. Sächsischen Wirklichen Gehei- men Rath, Freiherrn v. Miltiz, so wie den Komponisten Ignaz Moscheles zu auswärtigen 'Mitgliedern erwählt.
Dänemark.
„Kopenhagen, 22. Mai. Nach der amtlich bekannt gc- machten Reiseroute werden Se. Maj. der König am 10. Juni mit dem Dampfschiffe Kiel-von hier nach Luisenlund oder Eckern- förde abgehen. Am 14ten des". M. begeben sich Allerhöchdiesel- ben von Luisenlund oder Schleswig nach Rendsburg. Am 23stcn reisen Se. Maj. von Rendsburg nach Zßehoe, wo der König den 24|en verbleibt. Ant 25sken begiebt fich Höchsiderselbe von Itzehoe nach Kiel. Am 26|en und 27s1en verweilen Se. Maj. in Kiel. Am 28sken reisen Aller öchstdicselben von Kiel über Eckernförde nach Luisenlund oder chleswig, wo Sie den 29. und 30. Juni bleiben. Am 1. Juli reiset der Monarch mit dem Dampfschiffe Kiel nach Kopenhach zurück.
Am 10ten d. haben sich IJ. “K. HH. der Prinz Chri- FWH und die Prinzessin Caroline Amalie von hier nach Fühncn
ege en.
Deutschland.
Hannover, 25. Mai. Durch ein zu Klausthal publizirtes Gesetz vom 23sten v. M. ist nunmehr auch der Hannoversche Harz in das Steuer-Syskem des Königsreiches mit einigen Mo- dificationen und Erleichterungen aufgenommen worden. Die Leßteren beschränken sich jedoch auf die direkten (Personen; und Gewerbe-) Steuern, wogegen die ('Ein-, Durch- und AUSgangs- Abgaben, so wie die Fabrikations- und Biersteuer ganz nach den-
selben Grundsätzen (vorn 1. Juni ab) erhoöen werden soßen
Wi? s01che in dem Vertra e mit dem Her ogtl ume Bra * ». festgestellt worden sind, g 3 ) ""Wie
HÜMÜUM, 25. Mai. Der hiefige Korrespondent richtigt hxute die gestern von ihm gemachte “Meldunq, daß der Russi1che Gesandte, Herr von Struve, auf Beféhl sein! Hofes nach England eingeschiffc habe»; dieser Bksehl, Wird h?
trägers bezogen.
KarlSruhe, 22. Mai. Zu der Sißung der z1131icenKa mer vom 18ten d. begründete der Abgeordnete von Roccech« nen Antrag auf „eine, auf verfassungsmäßigem Wege zu bew!“ kendo Ergänzung und Sicherstellung der Vcrfas'uwg“, &.“ Rede war in sehr starken Ausdrücken abgefaßt. Trotz der El' sprache des Ministers Winter ward der Druck beschlossen, * Schlusse der Silzung vom 19th aber ward der Kamme'yelz, net, daß, vertnögc eines an den Buchhändler Groß crxaffean,fl fehks, nicht nur der Vorausdruck der Motion des “21111119sz ““ von Rotter? zum Gebrauche bei der Berathimg in NUM) lungen, sondern auch der Druck derselben in den Protokouené' Kammer verbol'cn worden sey. M
In der hiesigen Zeitung liest man: „Unsere ZVU-unz HandelsVerhältnisse haben sich - man kann wohl sach" » Übe Nacht, vom 17ten auf den 181en, auf eine iibcrrasciicnde Wetik verändert und der Uebergang zu dem nenen Sysreme, deer-Uc tritt zu dem Zoll-Verein, scheint auf eine ganz andere Weisez geschehetz, als bisher gewöhnlich war. Nachdem die Uncerhang, lungen in der leßxeaneit einen Gang genommen Hatch, dir nach öffenilichen Nachrichten, ein Abbrechen derselben chern?“ eine VereiZigung erwarten ließ, kam plößlich der VertragsW schluß zu Grande, und was am 12. Mai in Berlin unterzeichß worden war, trat unvermuthet schon am Morgen des Menu,) den wichtigsten Gränzpunkten ins Leben. “»Eine ungewöhnlia Eingangs-Verzollung hochtarisirter Waarcn, die bei dem Ei» tritt anderer Staaten überall stattgefunden, wurde bei mL früher in der Hoffnung des Anschlusses mehrmals WM in Folge öfters getäuschter Erwartungen und der vorausgx gangenen Nachrichten aber im entscheidenden Augetibiicke 11 trrlassen. Die_Hande1sleute sind daher nur mit gewöhnlichen Vorrächen verichen, und die in den Lagerhäusern befindlichen können nur gegen Bezahlung des höhern Eingangs-Zolls bczosm
werden. Es darf daher nicht auffallen, wann dcm Zoll-Auf]ck1ag -
aixf verschiedene Artikel, vorzügkich aber auf die KoloniaWMxen em angemessener *Preis-Aufschlag unmittelbar folgr, denn, 119111), die Handelsleuce von ihren Vorräthen den erhöhten Zollnjchx blezahlghaben, so müffen ste ihn doch von allen Bcz1*1gcn,1vomjx sic die1e ergänzen, entrichten. Daß hierbei in der ersrenZeu mancher Mißbrauch unterläuft, isc wohl nicht zu verhindern, und die Konsumenten werden wohl thun, so weit 1111551111), mit ihren Einkäufen zurückzuhalten, bis zu dem Zeitpunkt des“ freien VW kehrs mit den Nachbarstaaten. Ans dem bisherigen criräglichen Zustande der Ungewißheik sind wir aber nun in einen !iéUengi; iyorfett, der, wenn er nicht unerträglich werden soll, sich nothwen- dtg„schnel[ endigen muß. - Für 01 Artikel, die wichtigsten des größZrn Verkehrs, sind wir nun nicht nur an der Gränze gegen die Schweiz und an der Französischen Gränze und bei dem Bezuq aus allen andern, nicht zum großen Deutschen Zoll-Vcrein gehöri- gen Staaten, sondern nach allen Seiten hin, auch gegen Württem- berg, Bayern und Hessen und die Übrigen Vercins-Smaten hi; hxrn Zöllen unternwrfen, die durch eine Krengc, mir diesen St_aaten verabredere, also gleichsam gemeinschafciich 9.7?171111, gesichert werden; wir haben also dcn Nachtheü dri BWW- Zölle, aber nicht die Vortheile, welche aus dem freien “Ver,- kehr mit ganz Deutschland hervorgehen werden. DieRegix rUng selbst hat bei der Vorlage an die Stände diesen ZU- scanx cinen grierfreulichcn grnaimc, dem Lande abcrdi Honnung erdnnet, daß er sick) cndigen werde, so wie die Stände fich für den Bcitrirr des Großhsrzogrhums ausge- sprochen haben “werden. Der unverzüglichen Aufhebung di ser _neuen Zouichranken und dem freien Verkehr mit 1-1 größten Theile „pon Deurschland, der nach der ngicrunr Vorlage nur mit einigen wenigen Artikeln noch : „Jahr 111
Herstellung der neuen Zoll-Organisacion beschränkc [51111 [11 sieht nun das ganze Land mit Sehnsucht entgegen. Wir vic.- kennen zwar nicht, daß die Frage, 1iber'welche sic!)“imscreStänd entscheiden sollen, eine inhalcsscvwere ist, auch zweifeiz: wir nichtE daß sie, durchdrungen von der Wichtigkeit ihres Beriifs, sie sci) " erledigen wollen. Nur davon dürfte sich handeln, ob sie sie sch
erledigen können ? Tröstcnd scheint uns in dieser BczicHung, daß
es sich nach der Rede, womit der Großherzogl. Finanz-Mini/Zkl den Zoll-Vereinigungs-Vertrag vorgelegt hat, nnr von cincha oder Nein handelt, und damit alle neuen Vorsci)1äsc,ncichd? die Unterhandlungen bereits ein volles Jahr gedauert haben,„ab Leschnitten sind; xrdscend scheint uns ferner, daß es sich von eme! Frage handelt, Die seit einer Reihe von Jahren nicht nurbs uns, sondern in anz Deutscl)land*öffentlich besprochen 1150111- ist, Über die sick) 5 eues im Allgemeinen kaum me!» sagen lab'i * daß vor dem Beginnen dcr Unterhandlungen dic Norabeln 11 Produzenten, Gewerbs- undHandelsleute1113er unsere besondere; Zntereffen gehört worden sind, und nnch diesen 11111, nichtU1 bedeutende Zahl von Abgeordneten der Stände .- VorsaxnmimV' trösccnd scheint uns endlich, daß die Deutschen Ständc-VMW lungen allmälig zu der UcbcrzeUgung gelangen, da;; die (35111111 lichkeit nicht in endlosem Rech, Schreiben und Druäien bestéhh und diese Ueberchgung in einer höchst dringrndcn 2117113110111 gewiß wirken ward. Beruhigt auch Über die ?)Töglichieiccmcr baldigen Erledigung, geber; wir uns" der „1301711111153 hin, düßd' raschen Uebergang aus unserer bisherigen Lage in cimc mom tan offenbar sehr nachtheiiige, der weitere zum freien Berke mit dem übrigen Deutsch1and ohne Zögerung folgen, Und di) der langen Ungewißheit, dcm 1111erträg11ch|en Zußand fÜr 5?" del und Betriebsamkeit, endiich ein Ziel gesteckt werde.“ „ Frankfurt a. M., 10. Mai. Wie man vcrniert,* hält sich in diesem "Augenblick ein Franzose, Namens 1a öl?" hier auf, um Beiträge in Französischen: und anderm 2111ko zu sammeln, um das großartige Projekt der Verbiiidung . Rheins und der Donau über den Schwarzwald mitteln dcr, * zig und der Ober-Donau durch einen Kanal zu [WWerkskeUlgM
0 e | e r r e i ch. , Wien, 20. Mai. (Schles. Ztg.) Der KdnigiMsua sche Gejchäftsn'äger am hiesigen . ofe, Freiherr von Brockh sen, hat vor seiner Abreise an den Gesqndrsckxaftspostcnin Stockholmer Hofe gestern eine zahlreiche Geselliäxxsk MCSA Lustpartie nach dem romantisch schön gelegenen Rirccricbloßck „„ fenftein an der Donau eingeladen. Zu dem Für'sk[*ch „ zenbergschen Park bei Dornback), Wo man sich vet'ancl“U ein Frühstück bereitet war, ging die Reise durch Wälder" Berge nach dem einige Stunden von da entfer_nten, obhcnanu Schlosse, wo eine vollständige Musik die Gesell1chafk empfing
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zugefügt, habe sich nur auf die „Bestallung dcs" jcizigen Wschäftz,
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ein köstliches Mittagessen Wartete. Gegen Abend nahmen besonders hierzu in Bereitschaft gescßte Schiffe die Geiell- can „Bord und brachten sie auf der Donau unter Beglei-
hrer
537,19 der Musik nach dem eine Stunde von hier gelegenen
u dorf“, wo das Souper arrangirt war, zurück. Ein schö-“
*YFx-ühlingsrag trug dazu bei, die fröhlichsre Stimmung der
ec[[schafc zu erhalten, _und ÜberH-aupt diesem ländlichen "Feste in?" ungewöhnltßhen Retz zu verlethey. „ Briefe aus Belgrad melden, “da[; die Unruhen in dern Dr- M von Nijsa, unfcrn Her Serbiixhen (Z.Zrärxze, durch Abjeerrng nd VMVMZYWOJ des dortigen Turkiychen Gouverneurs beschwuh- . orden m . “97 tFurs Alsr an d rien Haben 1virNachrichtcn bis 31111127. April, esc hatte in dieser Stadt sehr bedcrxccnd nacygriassen, und
?! YIM der täg1ichen Sierbefäxie sich bis arif 50, nach emich
Brief?" sogar bis rms 20 verniindert. Zn Kahira und den süd- KOM" Gxgendcn- Llegyptrms ndkrhaupt, war diese Seuxlze dage- x,:nock) immer tm Zuncymen, Und die Scirbltchkett krieg dor: mit jedem Tag?-
Z i a 1 i c n. Turin, 10. “J)?ai; Se. Königl. Hoheit der C'rögrOßßerzsg von Sachsen sWeimar tsk gcxxcrn 17115 Florenz hier cingctwnen.
Neapel, 13. PTai. .Der Vesuv hac diescr Tage ein ganz neues Scharxipici dargelxrrsn. linnc 111391311 H;).uqmität der vulka- nisch?" 9):asc,_'we151)e_11ch M "Folge der Crrjptaimen vom “März d. L“, in dcr Gegeyd oss neuen .Kjquei's gitsgchanst 1)ng , ver- ank nämlici) 1111: emsnrYMle. ZUgLeicT) srr-zg aus“ den) «cl)iunde, der Mi“? yngechch Massen aufgcnommcn, ein dicker Rauch „Ußocr eme hcdcirrcnY-cxzsyöhe erreccizte 1171!) noch hdYer gestiegen Wäre, wenn mchrdcr ZWmd Zuweilen die schwarze Säule uncxr- brochen mrd zerstört hatte.. “11 Der ggnzcn Umgegend, hatte sich während dieser Zexr em icai'ker Schwefelgerusb verbreitet.
Spanien.
CortesxVeri)andlungen. Procercs-KammerxSiz- ung vom 1:2. Mai. Die Progreso Ughmqnyit) dieser Sißung folgende (ber-zicécrwähnke) ?xdresje an die Königin tn Bezug auf die VorfäUe vom gesci'igeii *;agx an: . *
„Die Procercs des_KötltZL'rtc_k)s haben mit Hein größten Be- dauern und Unwillen ngchen, daß die Lingrrxxte 'm der Haurtstadt khrßanpt erhcbt 111112 11,11“ Oaseyy dure!) 1chandltchx undegottloose Handlungen kund gkébk. .Bei dzrirm «tanze der Dinge Wurden tte jhrc Wicht gegen Ihre ngcftgt, gigen tk)? Vaterland mirgegcn sch seivsivcrleyxn, wenn sie; 111th “dicse edrfurcixtcsvoilc Perixton .I." Foren Füßen niederlegtcn,_1ndrm ßeJhr§Maich11at btttenz die kras- tigsien ').)?aßregcln zu crgratxen, um «116 ubclgrmmte Perjqnen, jycr ]ieauciy s?yn mögen, dteldextTi-rotx zu untergrqvenx friedliche Bur- geranzugreiken, dic Frctbcit der 001111? zu, beemtrachttgrn und, so weiter' in ihrer Riiac1)tscl)t,_ für de'n Triumph, des Prätcndiepten zuwirkcn sexchcn, unschädlich zu machen. Ber eineni so'hktltgkn und wichtigen GSZTUÜÜUM bieten die Proccres, als Mitglieder dcs" gesetzgebenden Körpers4eIhrcr Mjajesiat ihre Mitwrrkuizg und 31:- gleich ihren gimzen Perronlxclzen Einfluß, ihr chcn und ihr Tzsermoz; gen an. Möge Gott Has thcure Leben Ihrer Maxesiät fur das Wohl der Monarchic noci) liitigLFiihre erßalten.“ ,
Proceres-Kammer. Oißung pom 13.9)?111. , Der Minister des Innern ertheilce im Namen der Königin fol- gende Anrwort an die Adresse der Proceres:_ " .
„Ihre Majestät" waren tief gerührt durch die Adreiie, 111017111 Sie ihr einen Beivris vox: Ihrer Loyalität gchbcn haben. Dr_eje cinmütbigeu loualcn Gesinmmgcn'zeigcn auf eme höchst würdige Weise die Tugendrn _und den Patriotismus; von Männern, die „durcb ihreVerd'ienne mii) ti)rc Gcbm't berufen imd, einen großen Einfluß auf die Zuknnft'ihrcs Vatzrlanch auszuüben. Durch (“hren trrucn Beiaiand wird der Thron ihrer crlauchten T'ocbtcr bcfcfkgt, die Ma- chinationm der Ucbclwoiiendcn werdcn vereitext und das Land wird durch eine legitime Regiernng beherrscht wcrden, die eben so weir von den Bedrücknngcx: cincr dcspotiscven Gewalr, als von der zcx-x- Üörendcn Lcidcni'cvaxt der Anarchie cntfcrnt ist. Ihre Majestät sagt Ihnen den innigsrcn Dank für “01111 von der Kammer gemachte An- erbieten, sowohl alle zusammen als jeder insbesondere mit Ihrem Leben und Fhrem Bcrmögcn zur Vcrthcidigang des Throncs ihrer erhabenen Tochter mitwirken zu wollen.“
Prokuradoren-Kammer. Sitzung vom 121. Mai. In dieser Sißung nahm zuerst der Prokurador Herr Mon; tes de Oca das Wort. „Wir sind gestern“, sa re er, „Zeu- gen_eincs schändlichen “Ikttcnrates gewesen. Beim “inscrittc aus Wierer Sißung iii eiiier unserer Kollegen, der zugleich Mini- stxr isi, durch eiiw Bande von Mördern überfallen worden. Ohne dleDazwischenkunfc des unsterblichen Herzogs von (Vor würden sk khn getödret haben. Ich ersuche deshalb die Regierung, Aus- kunf_t zu erthciien, warum sie diesem Attentate, wenn sie von dexnßlben Kcnntniß gehabt hat, nicht vorgebeugt, und welche M“Regeln sie ergriffen, Um die Wiederkehr solcher Gräuel zu verhüten? Von meiuer Jugend an habe ich das Leben verachten gelernt und lasse mich deshalb durch keine Befürchtungen abhal-
; W, in dieser, einen meiner würdigstcn Kollegen betreffenden An,-
Ikkegenlxeit offen imd frei das Wort zu führen.“ Ihm erwie- orcno:
“Ich habe das iinzzlück gchabt, dcr geürigen Sitzung nicbibci- wohn"! zu können, aver ugieicL) das Glück, nicht Zeuge icncs PMDUÖM A::ftrixtcs gcwethn zu seyn- in Bctrcff desen Hr. Montes ““c“ Jagen an 1116 Regicrimg gesteac hat. Ich beantworte dic- Flbiil daiym, das; Die .“)irgicrung e;'fai)ch MW M“ NUV? WSW? bur“) “MM F:"rvler gesidrr wcrden, Weicwe jeöwede Uiiyrdnung „zu cnuizcn rrachtcn, 15:11 1an Dem Prärendcnten in die Händx zu lic-
tcrb Hter wxxrdc _Torctxo dixrrlx Mizrreir auf dcn Gallertcen un- daßWM') Veeürxcßt räusciw :ck 1111171) nichr, wcnn ici) vermuxhe, ein' sm) unter dcnetx, 113-c1ci)c üjbcr meme Neujzerung gcmurrt haben, AUM UZI 155211 Iridjvidnsn befinden; welcbe gestern an dem Mord- „ZMF UML genommen haben. In Fqlge "„im-, der Jcegicrqng ["T“-Men KUW? WN 176 UNTIL, Vorslkhts-Mariregcln getroffen. rnSBShördcrx moM-xn cs angemcnen_geiunden haben, einige Agen- Salljßxd MJ Javaiieree::Dctasci)erneut tn der Nähe dicses Sitzungs- ü “kv «Utimteßen; 72:11: aber .der Herr Prändenr der Kammer dar- ßark idcm5 Premchr-Yemiiicr eimgc Bemerkungen gcnxacht, hat dieser- trat m Br1vußi1evn seines griten Gemiffrns (bst dkkssk Aeußerung Ent Herr Martinez de in Rom gkr11dc in den Saal), Befehle zur fernung ienechiasckwments1'rt1)ctlt. Ich bedanke diesen seinen Be- er?» den ici) an1ettxer Sickie mcmals erlascn haben würde. Dicses abtl'auesn- welches die Mörder, wfcnn sie irgend Schaamgefühl gc- führ, hatte entwgffnen sollen, reizte sie nur noch mehr zur Aus- nmsllkxg ihres ftraßichen Beginxicns. So ücbt es denn fest, daß Mmkst-iiteniat oyne Yee hochherztge Sexbsiverleugnunq des Premier- en „Us mcznals wurdx „bgben ausgefuhrt wxrden können. Schä - ner ww uns m_deffxn glrxck'ltci),„daß die Dazwcschenkunft einiger se?- atFreunde dre Bollenozmg cines Verbrrzhenö unmöglich gemacht auf,uwe,l-che.s zu den siixwarzcürn gehören wurde, We1cl)e die Geschichte erz 'vUsc-l hat. Uebrigens wcrd es der Wachsamkeit der Ma iftrars- ")rMTUM gelingen, die Mörder un? ihre Jnstigatoren, wr7c1)e mit zu iehGolde dke_Do1ck)e jcncr erkansten, zu entdecken und zur Strafe der ehren. Die Regierung wird alle Mittei aufbtetcii, um der Wie- eit an quawr S_cencn vorzubeuxen. Bis 1th hat thre Anhänglich- kegeln G“ gksehltclw Ordnung :e abgehalten, _von allen den Maß- “ e[MUCH zu MWM, wclche ihr zum Behuf der Unterdrük.
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Yung solcher Unordnungen zu Gebote üehen. Für die Zukunft wird ne ßärker auftreten, jedoch ohne die Gesetze zu verletzen.“
Diese Worte nahm der Präsident der Kammer übel. Er bestand darauf, daß fich keinebewaffnete Macht ohne seinen ausdrücklichen Befehl dem Sißungs-Palaste nähern dürfe. Segen Unordnungen zu befürchten, so müffe man ihn benach- rlchktgen; er werde dann schon zu sorgen wiffcn, wiederhole aber, daß er jedesmal die Sixzung aufheben MWE, so [Wld fick) eine bewaffnete Macht dcm Saale nähern sollte. Herr Toreno enc- gegnete ihm, er möge immerhin unter ähnlichen Umständen die Sthung aufheben, die RrgierUng werde sicli dadurck) nicht ab- halten lassen, Truppen in die Nähe des Palastes zu schicken, ]obald das Bedürfntß der Ordnung 65 crhcische. Nachdem noch dcrKa1n_tncr-Präsident crwiedert harre, wcnn jenes Truv- zoxn-Detaichement sick) Unter seine Befehle geeielic hätte, so würde Lllles ruhig abgelaufen seyn, ging die Kammer zur Tagesord- nung Über.
Prokuradorcn-Kammer. Silzung vom 14. Mai. Die Prokuradoren ernannten in ihrer heutigen Sitzung einc SpecialKommission 3111“ Prüfung des am 11. von Herrn Ca- ballero gemachten Antrages, daß die TODinij'ccr amfgefordcrc wer- den sollten, der Kammer den zwischen dem General Valdez und ZumalacarregUy abgeschloffenen Vertrag mitzutheilen.
“Madrid, 11. Mai. (Franz. Blätter.) Die Aufre- gung wegen des Angriffs «mf Herrn Martinez de in Rosa ist ohne xvcitere Folzzcn voriibergegangen, und eine geringe bewaff- ncrc Macht war hinreichend, um die Ruhe der Hauyiskadr zu sichern. Alle Besorgnisse Über das Schicésal dcs *.Niniscerimns 11110 selbsr der Regierung waren Überrrieben, und die Ansicht, dai; eine fremde Intervention nothwendig sei), erscheinr als voreilig.
Die Abeja enthäic folgende Betrachtungen über die Vor- fälle am 11ten: „In der Hauptstadt herrscht die vollkommenfte Ruhe. Ein tiefer Unwille gegen die Verworfenen, welche einen Angriff auf das Leben des Conseils-Präsidenren machten, eine aligemeine Verdammung der Anarchie und eine Darlegung der Anhängiicheic an das Königliche Statut, das sind die moraiischen Folgen eines Ereigniffes, welche die Anfrührer mic Verzweiflung erfüllen müssen. Die freimüthige und energische Adresse der Proceres an die Königin entspricht der Achtung, welche dieser wesentlich konservative Körper eingeflößt hat. Man erwartet eine ähnliche Maßregcl von den Prokuradoren. Dies muß die beste Wirkung in den Provinzen und im Auslande hervorbringen, indem dadurch jeder Grund zu ferneren Besorgnissen ver- schwindet.“
Aus folgendem, an den Herausgeber der Abcja gerichte- ken Brief des Herrn Alcala Galiano scheint hcrvorzagehen, daß man diesen Deputirisn beschuldigt hat, an dem Angriff auf »Mar- cinez de la Rosa Theil genommen zu haben. .Der Brief lauter folgendermaßen:
„Ich ersuche Sie, mein Herr, nachstehende Zeilen in Ihr Blatt *
aufzunehmen; Wenn sieyaucl) für das Publikum nicbt von großer Wichtigkeit sind, so find 111: es doch für mich, deffcn Ehre auf eine abscheuliche Weise verlcmndet isi. Ick) War zufällig in dem Augen: blick zugegen, als Martinez de la Rosa/ aus der ProkuradoremKam- iner kommend, von_*dcm wüthenden Haufen angegriffen wurde. Ich war der erste, der nch zwischen ihn und die Mörder warf und den- selben Vorstellungen machte. Kurz darauf vereinigten sich mächti- gere Stimmen mit der meinigcn, und der Präsident des Cynseils sahz daß der Tumult ancin “durch den Beistand von drei Männern geütllt „ward. Dies war'mein Benehmen tn Uebereinstimmung mit ierten liberalen, jenen Wirklich liberalen Grundsätzen, zu denen ich mtci) bekenne. _ Es isi dnrch gemeine Vcrlenmder falsch dargestellt worden, aber ich erkläre, daß Ke gelogen haben, und wenn es nd»- thig seyn sollte, so kann ich Zengen Hellen, unter denen ich nur meinen würdigen Freund, den Grafen de 1:15“ Nawas, der an der edlen That Theil nahm, nennen wia.“
Der Sohn des Herrn Galiano, des Führers der Opposition, ist nebst mehreren anderen Personen gestern Abend verhaftet wor- den. OJTan glaubt, daß die Regiemmg einen solchen Schritt nichr gethan haben würde, WWU sie nicht hinreichende Gründe dazu hätte.
Bei dem zweiten Bataillon der Stadc-Mifiz zeigten sich gestern T))Torgen einige Symtome von Aufruhr. Die oberen Of- fiziere haben ihre Entlassung eingereicht. Dem Korregidor Pon- tejos ist es jedoch gelungen, das Bataillon zur Erkenntniß seines Jrrthums zu bringen, und in dem La_ufe des Tages hat es sei- nen Dienst im Schlosse mit Eifer veriehen.
Türkei.
Konstantinopel, 6. Mai. Die Türkische Flotte ist, den neuesten Berichten zufolge, erst den LMM v. M. von den Dar,- danellen nach Tripolis weiter gesegelt.
„Vor einigen Tagen hat der Sultan seine Residenz von Be- schiirasch nach dem Palast der süßen Wasser verlegt, um daselbst den Feierlichkeiten, welche mit der Uebct'gabe seines zweiten Soh- nes, dcs Prinzen Abdul-Assis, an einen Chodscha (Hofmeister) verbunden seyn werdcn, beizunwhnen. Zu diesem Zwecke ward das Großherrléche Kiosk auf das (Höcsämmckvollsce ausgeöcssert.
Der bisherige Gesandte am Pariser Hofe, Ameddscbi der Pforre, Reschid Bey, isi am [sten 0. OK. in dieser Hauptstadt eingetroffen.
Aus Albanien lauren die jiingscen Nachrichten wieder sehr ungünßig. Dcr R::bellcn ,- Isnfährcr Tafil Bust hat sich aufs neue an die Spitze der Unzufricdcnen gcsrelst und schon beträcht- liche Fortschritte gemacht. Srarc der bisherigen Trnppensendun- gen nach Asien wird man nun wwhl auf die entgegengesetzte Seite ein Augenmerk zu richten haben, damit nicht der Same dcs Aufruhrs und der Unzufriedenheit fich weiter nach Macedo- nien und Bosnien verbreite.
Inland.
Berlin, 28. 932111. Die Deutsche Gesxllschafc zur Erfor- schung vaterländischer Sprache und Alterthümer in Leipzig hat den Gymnasial-Direktor und Professor Wyttenbacl) in Trier zu ihrem korrespondirenden Mitgliede erwählt.
-- Am 2311er: d. M. fand zu Köln die öffentliche Jahres- Prüfung der Zöglinge der dortigen Taubstummen-Schule in Ge- genwart einer zahlreichen Versammlung aus allen Ständen statt, die nicht bloß Neugier, sondern innige Theilnahme an dem Un- glücke jener früher ganz verwahrlosten Kinder herbeigezogen hatte, um sich zu überzeugen, wie weit der Unterricht seit den drei Jahren des Bestehens der Anstalt gediehen sey. Die Priifung selbst, geleitet von dem ersten Lehrer, Herrn Gronewald, und noch drei Andern, zeugte von den Fortschritten der Schüler, so- Wohl in intellektUeller als in technischer Beziehung. Die erste Klasse war schon äußerst fertig im Schreiben, in der Zeichen- sprache und im Rechnen, auch in der Geographie und in der
Geschichte bereits Wohl bewandert. Die technischen Arbeiten der Zöglinge: Modellirungen in Thon, Zeichnungen und Schrift- proben, so wie die von den Mädchen unter der Leitung ihrcr Lehrerin angefertigten Handarbeiten ließen nichts zu wünschen übrig, und lieferten den Beweis, daß auch in der praktisckxen Richtung der Erziehung die Anstalt ihren Zweck? heilbrinqcnd verfolge. Das Institut zählt 1th schon Über 30 Schüler, rHeiLH aus Köln selbst, theils aus den Regierungs-Bezirken Köin 1111.17. Düsseldorf, welche meist unetitgeirlici) mircrricj)ret werdcn, 11:31) in 4 Haupt-Klaffen getheiit sind.
*- Berichtigung. Jm gestrigen Blatts der SkaKi'S-“Z-Si- tung, S.600„Sp.1,Z.36 v. 11. ich: „unxer den Toriss“, statt: „untcr thurn“.
. Königliches Schauspiel.“)
In der Rolle des Carlos in Goebe's Branm „ClavéqL“ bz, gann Herr Seydcimann die Reihe seiner Gatispirlc, 11111) [:*-511" 1 durch den crjicn sichern Grund zu der hohen Achtmig, die 11,11“: 1.1.9; ununterbrochen mit dem lebhaftesien Beifall bcglcitcc hat; 5.1 crx;- diescr NoUc bat „er fick) auch vor seiner leßtrn Erscheinung 117 '.-.*r zu seinem Bcncßxgcgebenen Vorstellung 111111) einmal gczrxg-r 11:13- nb_er1_nals in der Scene drs „1th Akts eincn Beifaussturm rriiiiz.1,=*;v, wre ihn nur das ungememc Talent in scincr kcufrégsken 21c;:s;cr“:--1-_-. den Gcmüthcrn abdringen kann. Rcferrnc mas; inDes; mio“ diescr Br*. : üeuung pfiichtmäßtg auch des Beannmrchais gcdcnkcn, den „Dr.“;- Grua mit einer Kraft des AuIDrucks und cincmFeucr gab, O:],s ".;ka Anwesenden ergriff; aber auch über den Moment hinaus 1,1111 ;- in gesellschaftlichcr Unterhaltung, von K*unßkenneru, die iW dahin gar nicht oder nur in wenig bedeutenden Ronen gesehen 1,1.» ten, iiiigethetlte Anerkxnnung erhalten. Herr (Hmm ist im ckckck];- der schäybarsien Eegcmchasten, unter denen nicht die geringyicn six.» daß sem Aeußeres immer einen gefäUigcn Jugendscyein har, Dax; Activy und Sprache ungezwungen und natür1ich sind, und das; 11- auch tn der längsten„Red_e niemals in Schönredncrei, faischcn Pck- thos'und noch weniger M den auf der Bühne so unangenehnxei: Predigerton verfällt, - Wir gehen mm zu der lcizten Ersci'ieinmxiz des Herrn Seydxlmann in der zu seinem Benefiz gegebenen Vs.!- sieuung kther, 131: auch _Se. Majestät der König, der Kronprinz, die Kronprinzessin und dee übrigen Prinzen und Prinzessnnen dcs Königl. Hauses, so wie der wcnige Stunden zuvor aus dem H-.2.*;;z hier ein ctroffene Prinz Friedrich der Niederlande nebst der Fra.» Prinzesm Königliche Hoheiten mit Jyrcr Gegenwart 19111)r;-;.-.„ Den humorisirschcy, bejahrte'n Doktor in dem bekanntsn 113€- nen Luüsviel: „Em Mann hilft dem andern“, gab der Kéßxzxéixs, wie es fick) im Voraus erwartcn ließ, mit der einfachsxrn, 11.1173 doch so lrbcnvo_11en Wahrheit; aber man muß einräumen, da;“; €." auch von dem ml) sirritenden und wieder sick) versößnendcn EbcHN-Krk (Herrn Krüger und Madame Crüscmann) gui secundirt wurdc; 1-95 («Besammtspicl griff in _einander, und der Beifall konnte daßer DZ:;O." sonst breit gedehnten Kleinigkeit nicht chien. Als Abbé- dc ZF .*. zeichnete sic!) seine äußere Gestalt von der seiner Vorgänger in ser Rolle dadurch aus, daß er ihn bei wrikrm älter gab. Dez)» skärker wirkte dann Geist u„nd Gemüth, als er“, von dcmeeck' s-xinc': langen Reise erwärmt, semc Gefühle in der vek'anmcn Erzähiuxra im zweiten Akt aussprack); - ein Mciücriiücx deIVortrags (1113111105: und Wahrheit, innerer Eyergic und Begeinsrung des Angcndiäcéx- die dem wahren Redner mcht thlcn darf, drm aber auch, Dann citik, Wirkung nicht entgeht, wre ne Herr Sewdclmann errei-chtr, c;- nen Ausbruch des Beifalls, den wir als das hdci)ste Mas: dcssiiöxy würden bezeichnen müssen, wenn er nicht durch die Arußeijl'cZiM am Sch1uß der gaizzen VorsteUung noc!) bei weitem überboten wor..-.;: wäre. Aehnliches erinnert fick) Ref. in der langen Zcit seiner Besuck1cT1-x-F sceniscben Spiele nicht erlebt zii haben. Das ganze gedrängt 11814: Opernhaus wicdcrhallie vpn cinem unanHdrlcchcn Beifaiizra-xsxyz zah1lose Exemplare von Gedichten fiogen auf die 2251712116 herab, mii i:... nen auch ein Lorbeerkrayz für den gefeierten Künjilcr, der MUM 51: Wortczu kommen und, ticiitbar aufs tiefsic bewegt, seinanank a::s. zusprechcn vcrianogite. chnluvsere Bühne auch nicht zum festen Best; dieses Kumtlers, der e_Z tm voükommcnüen Sinne chWorts jsx, gelangen soutc,1o darf se „ml) Hoch derHoffnung erfreuen, das: Heri" Seydclmann,chs er auch in scener Dankrede aussprach, oftmais «12; Gast zu uns weedxrkehren würde. Aber schon diese erste und so thätige Anwesenheit deffelbey hat guteynd,wir wollen hoffen,dancr11dc Früchte getragen. Der Sinn und die Neigung für das rccjxjrcnxx Schauspiel und neu erweckt und bclcbt worden; jedoch cines besondern Resultats der Seydelmannchen Erscheinung hofft Ich. nicht o:):i-x guten Grupd darm, daß die Erkentttniß ch Unterschieds zwischj; Natürlichkeit und Wahrhxii dcr mimischen Darüenung auf 1:3 einen, und der nxantcrrrtxn Komödianterei auf der andern Seite üärker nnd eindringlicher empfundrn worden isi; so „“.-M" aber auch umgekehrt dcr Unterschied zwischen der Kunß , WW:- heit, die nur dadurch zu erreichen ist, das; die Kunst sich wie'- der in Natur verwandelt, und zwisrhm dem nackilässkch- rohen NaturaleSmus, der _so oft gar dcn Wegwciser der “111-111: lichen, eincr großen Verrammlung vcrsiändlicvcn Pronunciatioxx der Rede.aus dem Auge verliert. Beißerrn Scydesmann fälit kein Wort ungchdrt auf die Erde, er läßt jedem Worte sein Reel)»: widerfahren, erkennt dadurch nine xtothwendige Aöhängigkeit von dem Dichter an, den er dadurch wieder zu überflügeln weiß, daß er, sich ganz der Macht des lebendigen Ausdrucks bewußt, scx) drffcm ami) zu bedienen versieht, aher immer in den Gränzm der DM)“ tung. Sonderbar, um cs gelmdestcns so zu nennen, daß man einen; Künstler Gente abzusprechen wagt, weil er ein Maß in sich h-„r- es seinen Produrtionen anzulegen, und c:; treu und gcnan zu erwi- ten sirsvt. Fasiicimnt cs,als wenn. hci manchen Leuten 71:1“.- die 1,1112: tungs: und gestiilrungslose _Exccnxrrcctäi für Genie gelte, qicsrßsxm; als: wenn der Occiyter Weniger ein Dichter wäre, w-enn ck sick; ;11 das üreugüe mcirische Maß fügt oder der gewählte» SékiéZwch'I willkkrclécycn/ sonxcrn durck) den Stoff vrdéiigtxn Form V01.ko111111,:1 treu bleibt und ich) vott_al1em_Ungcyörigcn losmaKz-„r. ODU“ 11355» etwa Göthej weniger Dichter in dcr „Jvhigenia“, als" im „9305. von Berlicirmgcn“, Schiller weniger „in drm „“.111a11-31111r1'u“, 1115 111 den „Räubern“? Es mag immerhin fUr chU; Beweis 173 Genies angenommen werden, wenn man Alles giebt, was“ iii.;w: kann und wrll, (1va das Kritrrtum der Kunst 111“, 1111.- Dass“ Recktc und Gemäße zu geben. Und so md en und werds" die «*.» bildeten Freunde des Theaters, und gerade ie hatHcrr Scydciiiimm vorzugsweise_1ebbaft angcrcgt und brfricdigt, das Andcxiken an ***)-D wenn er nach niemals zu uns zurückkehren sonic, dauernd bcanVM
„._.-x...-
*) Jm gesirigen Theater Artikel sind in der 4th „Zeile bintcr „Gattung“ die Worte „der Producteoncn“ einzuschalten.
Meteorologische Beobachtung.
Morgens Nachmitt. , Avcnds Nack) eiiximaliger “ Uhr- 2 Uhr- "9 Ul)? Beobaäxxrung. Luftdrurk . 330,1 !*"Par.,s333, k; 6-,T§11r. 335,3 g' "Paß Qnexlwärme 7/2 0 R. Luftwärme 11,4 0 R. 13,4 “' R. 8, 5 o R. " Thauvunkt 7,6 “ R. 5,9 “N. ?,. 0 N. F"“ÜWÜW 11/ ' R. Dunsisättg 74 PCt. 55 USt. 91 PCt. Vodonwärme W,: “N Wetter . . . beiter. hcjtch halbheiter. * _ , * Wind - - - - SSW. WSW_ | SW. 2111514111111. 0,17 7 z Rh. Wolkenzuxj "" WSW" | *“ Niederschlag 0,0 2 70111). Tasks!" “el: 3331" ““PR-.- 11-10 R... 7,0“ N... 73 pixi.
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