mit Schwierigkeiten und Gefahren verknüpft, seitdem der Preis Kees schnoankender gewvrden. Am 5ten d. war die vierte und am Ute" die fünfte dffentliche Auction, jedesxmal von 10,000 Cantar. Auf jener war der Mittelpreis 29, auf dieser 297:- Piasier, was im Verhältniß zu den Preisen in Europa keinen Vortheil abwerfen kann. Bis „Ende April:? waren aus dem Innern 74,120 Ballen von der Aerndte von 1834»35 angekommen und wurden von hier abgesandt 13,102 nach Triest, 15,002 nach Mar- sea'llc, 12,341 nach England, 390 nach Livorno. In den Maga- zinen der Regierung lagen damals 23,000 Basien und der Rest an Bord der Schiffe hier im Hafen. Von Getraidr, Leinsaa- men, Safior, Flachs u. s. w. isi bis jeßt nichts ausgefiihrt, daher auch nur noch sehr wenige Schiffe hier Ladung bekommen- kön- nen. » Heute ftarbcn hier 8 Personen, worunter 5 an der Pest,
Inland.
Berlinéw 5. Juli. Nachrichtcn aus Schmiedeberg zu, fdxge, sind „zhre Königl. Hoheit die Frau Prinzessin Louise, Witcwe des Fürkken Anton Radziwill, am 25|cn „._M. nebst Familie von Dreßden auf dem Schlosse Ruhberg eingetroffen. .
» Der General der Kavallerie und kommandirende General des 8ten Armee-Corps, Herr von Borsten, ist am 2811er: 13. 932. von seiner Inspections-Rcise, die ihn 4 Wochen lang von Koblenz entfernt gehalten, dorthinKurücÉgekehrt.
» Auf der Königl. 5 heimischen Friedrich-Wilhelms-Univer- sität zu Bonn befinden sich gegenwärtig 75] Studirende, und zwar: 83 evangelische Theologen (05 Inländer und 18 Auslän- der); 163 katholische Theologen (153 Inländer und 10 Auslän- der): 2441 Juristen (212 Inländer und 32 Auständer); 143 O.)?edtéincr (12-1 Inländer und 19 AttSländer); 100 Philosophen und . 'ameralisken (85 Inländer und 15 Ausländer); endlich 18 Richt-Jmmatrikulirre.
» Der in Breslau verstorbene Dom-Voigtei-Amts-Regi- ßrator Hübner hat eine Summe von 4000 Rthlr. zu milden Zwecken vermacht, und zwar: den katholischen Armen des Doms U11d Hinterdoms in Breslau 1000 Rthir., dem katholischen Gym- nasium daselbsi für arme Schüler 1000 Rchlr., dem Bürger- Hospital zu St. Anna und dem HoSpitql für arme Dienstboten, Jedem 500 Rti)1r., endlich dcm Blinden- und dem Taubstummen- Znskitut jedem 500 Rthir. » „Dem HoSpitale der Elisabethine- rinnen zu Bresiau i| von dem zu Strehlen verskorbenenFräu- [ein von Radzikowska eine Summe von 501'1Rth1r. ur Stiftung Links Krankenöetts, und dem dortigen Selcnkcschcn Z nskicute für derarmte Kaiifieute von dem in Bresmu verstorbenen Schul- .fKleegen Gröning ebensaiis eine Summe von 5-00 Rthlr. zuge- 61 en. »- In dem zweiten Quartale d. Z. sind in den Hafen zu Swinemünde 231"; Schiffe, von zusammen 17,050 Lasten groß, eingelaufrn. Darunter befanden sich 37 Dänen, 4 Mecklenbur- ger, 2 Hanseaten, "1 Russe, 5 Schweden, 4 Norweger , K Eng- lätxder, 4Hannoveraner, 4 Oldenburger, 20 Niederländer, 20e|erx ."“eick)er, 1 Franzose, 1 Amerikaner und 137 Preußen. Beladen waren 186 Säßffe (14,388 Lasten groß), gebaslastet 41 (2225 Lasten _qrrß) und 0 (443 Lasten groß) waren Nothhafner. »- Ausgelau- fr." sind in demselben Zeitraums 3:11 Schiffe von zusammen 23,058 Lasten Größe. Davon waren 2'8 (1 8,8118 Lasten groß) be.- ladcn, 15" (.'-385,52 Lafi'en groß) geballasket und 8 (408 Lasten groß) Nr-thdasner. »- Von de-n eingelaufenen 137 Preuß. Schiffen warrn 113 bcéaden, 16 gebaliasict und 0 Not dafuer, und unter den ausgelaufenen Schiffen befanden sich 2141 reußischc, wovon LY beladen, 19 geballastrt waren und 7 zu de:: Nothhafnern gc/ukken.
Auf Requisition der Kaiserlich Russischen Gesandtschaft am Hieségcn Hofe wird die narhs'rrhendc Bekanntmachung hiermit zur aiigemeinen Kenntnis; gebracht:
«k Bekanntmackyung.
„ie Podolische Gouvernements" - Liquidations ; Kommisfion, UEUSWZUZI benachric1tigc von der Confiscaeion des beweglichen 111111 nnbcwegliohcn ermögens des Johann Cybitlsky, Romuald und Euz'rach Zanuszkiewicz, dcs Vicars der C arnokozinsctzen Kirche, Geistliéhen Borkowsii, dcs Kollegien-Regi rators Hiero- nim RaczynSki und des Fähndricixs Tarczynski, macht auf Grund- age der am 28. Zuni1841221111rhdch|»beskätigten Vorschrift Foi- gendes hiermit öffenclici) bekannt:
1) Daß alle Krediwren der ehemaligen Bcsißer dicses konsis- zirten Vermögens, ohne den Ablauf der Termine zur Be- friedigung ihrer resp. Forderungen abzuwarten, sofort ihre AnsprÜche mit Beibringung aller zu denselben gehörenden Akten, Dokumente, Pfand-Versäzrcibungen und iibrigen Beweise dieser Podolisckzen Liquidations-Kommisfion einzu- reichen haben, und zwar diejenigen, welche in Ruß- land und dem Königreich Polen Wohnen , innerhalb 6 Monaten, diejenigen aber , welche sich im Arts'lande be- finden, spätestens binnen 12 Monaten, gerechnet von-dem Tage des Erscheinens der ersten _cdruckten Publication in einer der öffentlichcn Zeitungen Leider Russischen Haupt- ikädte, in einer der Warschauer Zeitungen oder dem Lichamsäxen Courier; wobei noch bemerkt wird, daß nur dieirnigrn unbeßrirrenen und nicht durch Pfandrecht ge- sicherten Schuld ; Doknmcnte in die ailgemeine Schulden- maßse, als zur Befriedigung geeignet, aufgenommen wer,- den können, welche bis zum Anfange des Aufruhrs in Rußland ausgefertigt worden sind; » diejenigen abcr,
ß„» ck58 welche im Königreich Polen oder im Auslande contrahirt wurden, werden gänzlich abgewiesen werden.
2) Haben sowohlPrivat-Personeu, als Kirchen, Klöster, Lehr- und Wohlthätigkeits-Anstalten, so wie die Kollegien allge- meiner Fürsorge, ihre Anforderungen an gedachtes konfis- zirtes Vermögen dieser Kommission ebenfalls binnen 0 Mo-
- naten anzuzeigen.
3) Die Schuldner der oben erwähnten Personen, deren Zak)-
lungs-Verbindlichkeit bereits eingetreten ist, haben sofort die schuldige Zahlung zu leisten, die übrigen aber binnen dem festgesetzten Termin von 6 Monaten ihre Schuld-Vcrpfiich- tung dieser Kommission anzuzeigen. Alle diejenigen, welche von gedachten Personen bewegliches Vermögen, Kapitalien, oder was immer für Dokumente, oder sonst denselben zugehörige Kredit-Billets und Obliga; tionen in Händen haben, sollen solche sämmtlich in dem Zeitraume von 0 Monaten ebenfalls dieser Kommission ein- reichen und derselben zugleich von allen auf diesen Gütern Fu Gunsten der früheren Eigenthümcr haftenden Gerecht- amen Anzeige machen.
3) Die Gouvernements.-ConfiscationsKommissionen, die Ka- meralhöfe und übrigen Bchörden und Obrigkcicen wcrden ersucht, in gleichem Zeitraums von 6 Monaren diese Kom- mission zu benachrichtigen von allen ihnen bekannt gewor- denen Schulden der früheren Eigenthümer dieser konfiszir- ten Güter, von den von ihnen erwirkten Zahlungen und noch zu erhebenden Geldern, so wie von deren Forderun- Zen an verschiedene Privat-Persdnen und Ochörden, deren
' eweglici)em Und unbeweglichem Vermögen, ihnen zugehö- rigen Kredit-Billets und Obligationen uud von ihren ctwa,- nigen Nußungs-Rechten auf Kron; oder Privat-Güter. Die Gerichts-Behörden werden angegangen, ungesäumt diese Kommission von allen bei ihnen wegen Schuldforderungen an ostgenannte Personen anhängigen Prozessen in Kennt.- niß zu setzen , so wie von den angemeldeten Fordrrrmgen derselben an Privat-Personcn odrr Behörden, mit „Bemer- kung des wahrscheinlichen Belauss und der Dokumente, auf welchen sie beruhen.
7) Diejenigen, welche den obengenanntcxi Verpflichtungen nicht nachkommen, seßen sich allen den “Folgen und der Verant-
wortung aus, welche durch die allgemeinen Gesrße des '
Reichs für die *um Publications-Tcrmin unierlassene An- meldung der chuld-Frwrdcr'ungen an Zahlungsunfähige nicht zum Handelsßandc gehörige Personen, so wir gleich- mäßig für Verheimlichung denselben zustehendcr Geldzah- 'iungen, Vermögen, Kapitalicn und Dokumenten, festgcselzt ind. „
Zn Auftrag der Podolischen Liquidations-Kommisson den 12. November 1834 und den 20. und 21. Februar 1835.
(unterz.) Secretair Johann Kaiurin.
Meteorologische Beobachtung.
Mor ens Nakhmiit. Abends Nach einmaliger 611 r. 2 Uhr. _ “104111,"er “Beobachtung.
Luftdruck . ,337“. 2 s “"Par.é336, 5 0 “"Vor. 337,0 4 "“Par.ki)iicll1värme 7,2 " R.“ Lüfkwäkmci 12, 9 0 Y. 22/ 0 ('H-16,3 : ZFI. FUWWÄU"? 15/6 0 R. Thaummkt 12,0 “ k - 13/4 “ - UM - L*odemvärme 12 d 0 Dunftsätig 93 pCt. 53 pCt. 00 pCt. “71,118dii W 0 12/3 .. OY), Weiser . .. heiter. heiter. bewölkt. * „ ' -“ ' Wir:?) . . . . O. O. W. NledsksWg 0- Waikenzug » O. » Nachtkälte 11,50N. Tagesmiticl: 336,93/“ Par... 17,1" R... ]2,30 N... 72 pCt.
] 8 3 5. 4. Juli.
Üuswäktizxo 116x881]. Ümaloräam, 30. .111111.
1111911011. 11711411. 801111111 55;. 53 110. 1001. [(an-141111. 2572, “,L Kmokt. MF. ZZZ 80.
W;. i'rouza. [“Um-801181110 111. (10. QZ 11111. ».
33 B;. 891111. 51; 40; Linxi. ». Cortez 2.111 1117111111111, 3. „11111.
Lo 1. 1111311. 1053. 110119 in ()(-kt. 983. „761188. kräm.-k7o1iein8 121§. 'nln. 13771. Xvuo kolu. „4111. 174. 111111. ». l'art. 5Z 83.
:: 36.
(30113. 33 914.
111183". 8121111111 1,729" 111158. 98; 00111c1'1". 891111. SF 40;.
4111198111811, 29. .111111.
1-01111311, 31,1. „111111. 119.1» 99. Spun. Cartes 431. 0111. r. 1834 42. Ainsl. 121. QUIZ. 181. 213 11011. 55?» 51“,- 110. 11101. l'art. TIF 8.5; 33 59. Ln§1.-11u118. ». 1511111. 83. Calumb. r. 1824 301. 1111351. ZGZ. kern 30. Cbiii 461.
1171911, 30. .)uni. 57? "st. 101§Z
4-3 971152. 319118 „4111. ». 11111111-140t10u 13-15.
Königliche Schauspiele.
Monta , 6. Juli. Jm Schauspielhause: Preciosa, Schau- spiel mit 'esang und Tanz in 4 Abtl)., von P. “Ii“. Wolff. Musik von C. 931. v. Weber. (Hr. v. Heidewaldi, vom Großh. Hof-Theater zu Strelilzz; Don Alonzo, als [ekzre Gastrolle.)
Dienstag, 7. Juli. Jm Schauspirlhause: Der Stiefva- ter, Lustspiel in 3 Abri), nach Hollberg, von E. Raupach. Hier- auf: Der reisende Student, musikalisches Quodlibet in 2 Abri),
Königstädtisches Theater.
Montag, 6. Juli. List und Phlegma, Vaudeville in 1 Akt, von L. Angely. (Olle. Muzareili, vom K. K. priv. Theater an der Wien zu Wien: Adolphine, als zweite Gastrolle.) Hierauf:
'Vorsiße eines der Vice-Präsidenten der Kammer.
Fubdlick) hat er es doch gut gemacht, Lustspiel in 3 Akten, "on iini. Diensta , 7. Juli. Die Familien Capuleci und Montecchi, Oper in 4 ? kten. Musik von Bellini. (Dlie. Vial: Romeo, 41; Gastrolle. » Dlle. Gerhardt, vom Stadt-Theacer zu Leipzig, neu cngagirtcs Mitglied dieser Bühne, Giulietta, als zweites Debüt. »- Hr. Baner, Königl. Bayerischer Hofsänger zu Maw- chenx Tebaldo, als vorletzte Gastrolle. Zum Schluß des dritten Akts wird Hr. Bayer eine Arie aus der Oper: „dcr Pirat“ von Bellini singen.) .
Preise der “21111: Ein Plaß in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rrülr. :c.
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este N chrichten.
Paris, 20. Juni. Der Fürst von Talleyrand speißd vox- gesk-xrn in Neuilld beim Könige. (Die Ankunft des “5111111 War noch von keinem Blatts gemeldet worden; erst heute berii ter der T))?ci'sagcr, der Fürst befinde sich bersits seit 2 Tageng Paris.) Abend:; wurde der Preußische Gesandte von Sr. M je:"cät empfangen. Gestern O),?ictag begab der „König sick), in ;. glsitung der Grafen von Mdntalivec und von ArgoUr, Versailles.
Die Pairs hielten heute eine legislative Silzung unter Der Baro PaSquicr ist so weit wieder hergestellt, daß er in dcr morgend Sißung dcs Pairshofcs den Vorsiß wird führrn können.
Der Bruder des Herzogs von Broglie isr vor einigen T.. gen ans London hier angekommrn.
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Neu
Am 2311611 und 217211. Haben in Toulouse einige Unruhe ,
bei Gelegenheit eincr Serenade sractgehabt, die dem Depucirte Dugabé am LZyDcti gcbracdt wurde, weicher einige Tage zuvo. dorf angekommen war. Es bildeten sich mehrere Gruppen, w che die »))?arseillaisc anstimmten. Es entsiand Streit, und di bewaffnere Macht mußte einschreiten, um die Haufrn zu zerskreuen Dies" wurde auch am Msren, als sich die Gruppen wiedrr sa mrlcen, nöthig.
Zn Agdd, wo die CHoLera wieder aqucbrorhsn isr, waren a 18ten vier Todesfäiie , am 10ten fiinf, am 20kren acht und a Liscrn drei, im Ganzen seit dem 1. Juni 107 Todesfälle vorg kommen. Das Gerücht, daß die Cholera in Toulon ausgebr chen scx), hat sich [eidsr bestärigc. Dock) isi die Scrtcde bis zu- 23stcn 11icht Über das Arsenal hinausgcdrungen. Die Sta selbst ist noch frei. Bis zum LZsten waren neun Fälle vore- kdmmcn, unter diesen 1. Todesfälle.
Der Moniteur brrichter nach einer gesrern Abend hierei gegangenen telegraphisckxn Depesche, daß Biibao fich am 26111 Abends noch gehalten habe. » Ueber die angeblichen Beschlüs des Minister-Rarhs wegen der Absendung der Frsr-Wrn-chio nach "Spanien enrÖälc dieses Blatt auc!) heute noch nichts eben so wenig das Journal de Paris. O)?itr[er1111ilc willi Messager wissen, daß die Convention in Bezug anf die Fre den-Legidn gestern von dem Minister deraUswariigen Angelege heiten und dem Spanischen Botschafter unterzeichnet wordens .
Der Herzog von Frias hatte heute Morgen eine lange ferenz mit dem General Dcsmichcls. Der Herzog giebt sich, w versauter, ami) alle mögliche Mühe, eine abermaiige Anleihe von" Millionen Fr. unter der Garantie Engiands, Frankreichs un Portugals zu Stande zu bringen.
Alle Offizic-rr und sonstige “Freiwillige, die in Spanisi Dienste treten onen, 1111111111 sich hier beim General-Ltem Pajol, kdmnmndirenden General der ersten *Militair-Diviiw melden.
Die Börse war heute sehr bewegt; man schloß aus derA fassung der obigen telegraphischen Depesche, daß man der La tulation von Bilbao von einem Tage zum aridcrcn enrgrgcnsch miiffe; iiberdies weiß man schon seit mehrrren Tagen nicht, aus Valdez geworden, und dieser Umscaiid erhöhtc die Besor nisse. Ueber die Foigen des Todes ZumaiacarrivgityY vrrlau noch nichts Näheres; daß die: Kariisccn dcn Muck) nicht ver! ren haben, beweist die Fortdauer dcr Belagrrung von Bilba Die Lage dieses Plaich an einem ziemiich brrircn Flitsseun einige fesie Vsrcheidignngswerkd in i;»inen Fkanien 111c1chen d' Einnahme desselben nicht leichx. Die ilcirzs Srcxdc Porrugalet die Bilbao als Hafen 1111111, ist erwa 3 Zicrrsx; davor: emfe Bereits am 20111311 waren dort fremde Hiilfdrrrrpprn -1_ngeko-„. men; fie kommen aber nichr zur Stadt gciaxrgrjx, Wild:“? „Be gcrer durch die VrrsenkUU-z mehrerer Fahrchgr dic «ck)ifffa auf dcm Flusse grhemmr [)(nten.
» Heute: sc.“,xdééi öproc. Route 108. ». 3131-51“. 78. 10. 5111 Reap. 1.15. 0-31. Span. Iproc. 40. (3597195 3-52. CoUp,1- Ausg. SUMO 16.1. prrdc. Holl. 57. 10. .
Frankfur: a. M., 2. Juli. Orsierr. “3133817. Me 1021-15. 10112. ÖPWC. 98-1. WZ» :ZZProc, 5137, 5712. WM. '*' G. Vani-Licrien14110.101/1, Park.;Ödi. 4, 1481, Lo zu 500 G 1173. 117. Loose FU 11,151 (3 „„ * * Pre Präxrr-SQ. ». ». dd. “KPW; 21111. 98.1. 537,2. Holi. dp Odi. von 18:12 04. 032. 530112. LW? 00. ©. 5173301). Sp Rente 303. 391. FLprdr. dd, prrp. 2-11. 243.
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Redacceur Ca Ms &. W
Gedruckc dri A. W. Hayn-
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Bekanntmachungen.
Bekanntmachung. Der dem Kaufmann Johann Samuel Zcrnecke zu.- xhörege, auf der Speicher-Jnsci an der Moitlau
[“n. 3-1 des Öthiwkm-Buchs gelegene, auf 54.56 Thlr. 2/1 sgt. ;; pf. Preuß. Courant gerichtlich veran- . sch1aqte vaicber, unter dem Zeickven der weiße_ Baer, wclciäcr main); erbaut, und fünf Etagen hoch 111, soll m nothwendtqcr Subhnßation gcgen haare Zahlung Verkauxt werden.
Hicczn 111 ein Termin auf
den dreizehnten October dieses Jahres, vor dem Ancxtonator Herrn Engelhardt in oder vor dem Arm-Zhoxc angescßt.
Dic Taxc,qdcr_ neueste Hypotheken.Sc[)-jn und die besondcrru Kßuf-thingungcn khnnen in unserer chiiiracnr, yo wie bei dem Ancieonator eingesehen werden.
Danzig, den 24. März 1835.
' si'dnial. Preuß- Land- und Stadtgericht.
laden,
Edietal-Ladung. „ Nachdem der Hüfner Johann FriedrichKübn, m drin zu hiesigen! Gerichts-Bezirke gehörigen Dorfe Necska,_ bereits tm nen Krtxgsdrangsale eingetretener trüber StimmunJ
iich entxernt, ohrxe seitdem von seinem Leben an Aufrnthalte Nachricht gegeben zu haben, so werden Gcrichts'wcgen nur. den Antrag deffcn nachgelasse- ner präsumtiven Erben nicht nur Jobgnn Fricdrici) Kühn, sondern auch, im all derselbe nicht mehr am Leben sein sollte, ane dejcnigen, we1che an dessen Vermögen Erbe- oder andere Ansprüche zu haben ver- mcmen, und zwar jener, unter der Verwarnung, daß er außerdem werde für todt geachtet und sein Vor- mögen den 17ch gebührend rcchtfertigenden Erben odcr Gläubigern überlassen werden, diese aber, unter der Bedeutung, daß sie außerdem werden für davon ausgeschlossen, so wie der Wiedereinsehung in vori- gen Stand für verlustig erklärt werden, andurch geo
den 22-"Septcmber1835,
_ x'"! . . MYJKLUTYUÜ'U.'y'?-k.!-M-I“ß|* ""."-"*-
Allgemeiner Anzeiger fur dir Predßis'wrir (:?-3111111111.
vor„uns in hiesger Gcricbtstclie _gesrhmäßig zu er- scheinen, zuvördcrst in Ansehung “ihrer Person gehö- rig sich auszuweisen, hiernächü thrc_21nsprüche und Forderungen gehörig an- und vorzudringen, hierüber nach Bränden nut dem txeüauecn Contradictor so- wohl, als unter sich rechktlxch zva verfahren,
o e r an welchem Tage die Akten inrotulirt Werden sonen,
Jahre 1811 in Folge der erlitte-
den 20.13
zu beschließen, und sodann d e n 1.
zu gcwärtigcn.
«***-*.*. ...-.,..- „***-12537171
„Dezember1835 . der Eröffnung eines Erkenntnisses in der Sache src!)
Schloß Zabcltiß, den 18. Avril 1835, Die Gerichte daselbß. A. W. Schenk, Dir.
Lirerarische Aiizeigcn.
Ü. ÜZbur'x 131161111., [111111011 ]3'11. 20: 13-111111'7'8 (201111911011 01" We'rixly 31 ]. 11111". 20 831".
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„|W.-
(mept-r 111731131" 17111111, 1 "1701. 870, 1101'1101'121'5, 11 81'0. 11101161"11i1jj11Z-“11131. 11111. 8111. ();-111.11 K*chnzxp, 1 110]. 8111. 1111111'0;"1,* 81:111E11i. 11111." [ '1'1111'. 8111-11) 9011112) 011812“, 'I. Zi"ov.i§. 1711]. 1" 3 '1'1111', 111.-.*"1'. (1119121111 111 11211111Z1141 111 131308719"! 2 “1701. 1211111. 2 "111112 15 5:41: [11111 (anj-xie,“ 111.-111121141, 211 1 170]. 81/0, "2, “11111: 15 5151", 1101? (:jampsuri-Z 111: 1111151111] 111: („*81'1-211-1178. ] 1'0].. 111111". 2115151". ()0110113 811111.“- 11121 110711116 ck11 [1016 1131 1734 81111) ;11 “1525. 2 1,111. 8r0.“3 ' 1115151". 1,16101' 1111Z0 KUZU", ] 17111, 121110. 151 117612111") 839111121 011 9:11'15 (11. 1101110 50115 1701111; 3 17411. 121110. 3 '1'1111'. 110 [112301113 0,1 1."- 1110586- 2 1211111. 2 11111“. 131112111113 .-'!.11“-1;111Z9§ 111.-1111111111051 11.7 1 11111". (;!"3115'0110111-0 ]].“11' 1111". (11: 1111101101111, "31. 121110. 2 “['1111'. (7011111310 8613111-5 110 11181“, “1 121110. 211111".
1833,
*» Preußiscße Staats-Zeitung.
Allgemeinß
„;F- 186. -
“"' ““"“-“_- " ___-
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Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
Se. Majestät der König haben dem Ober-Prediger Ho.- mann zu. Schönebeck, im Regierungs-Bezirk Magdeburg, den „Rothen Adler-Orden dritter Klasse zu verleihen gericht.
Donnerstag, den 0ten d. M., Nachmittags um 4 Uhr, wird die Königliche Akademie der WissenWaften, zur Feier des Leib- njßischen Jahrestages, eine öffentliche Sitzung halten.
Zeitungsi-Nachri_chcen. ' Auöland. Frankreich.
Peiris, 29. Juni, Der Groß-Referendar der Pairss“
Kammer, Herzog Decazes, hatte vorgestern Abend m Neuilly eine 'AudimZ beim Könige. „ .
Heute eginnen vor dem hiefigen Assisenhofe dte Verhand- lungen eines Prozesses, der in der Reihe der 91111595 célébroä einen der ersten Pläße einnehmen wird und die Theilnahme der Pa.- riser so lebhaft in Anspruch nimmt, daß schon vor einigen Wo- chen kein Eintritts-Billet mehr zu dem Sißungs-Saale zu haben war. Es vereinigt sich aber auch in der That Alles, um dieser Rechtssache sowohl in juristischer als in psychologischer Hinsicht das höchste Interesse zu verleihen. Die Stellung, die der Ange.- klagte, Emil *de la Ronciixre, Sohn eines General-Lieutenants und Neffe eines Pairs von Frankreich, in der Gesellschaft ein- nimmt; die Art des Verbrechens, die Richtswürdigkeit , mit der es angelegt, die rasende Kühnheit, mit der es ausgeführt wurde, smd gleich geeignet, Schauder und Entselzen zu erregen, während auf der andern Seite das Schicksal des jungen Mädchens, die das Opfer; der Unthac geworden, die tiefste Rührung einfiößen "muß. Die hiesigen Blatter theilen die Anklage-Akte vollständig mit. Folgendes" ist das Wesentlichsre aus derselben:
Emil de 1a Roncidre, Lieutenant“ im 1sien Lancier-Negimente, 'wurde von seinem Corps detaschtrt, um den Lehr-Kursus an der Kavaüerie-Schule *zu Saumur, die unter dem Befehle des Generals Barons von Morell steht, mitzumachen. Er war 29 Jahre alt, als er Ende März zu Saumur ankqm, wo er uch bald durch sittenloscn „Lebaaswand'el betmrklichmmaci)“, weshalb ihn duch der General Morell, dessen Familie nch damals noch nicht „in' Saumur befand, nicht zu 11“ einlud. La _Roncedre sp.“:üe gewöhnlich bei dem Gasi- “1v1rxb Marier im Hotel de l'Europe, und bald kamen anonyme Briese mit den h_eleidigendsicn Ausdrücken für die Frau des Wirths tm Umlauf. Die Sache wurde so weit getrieben, daß die Familie Marlier sicb gcnöthtgt sah, Sgumur zu. yeriassen. Anfangs August 1834 traf Frau von Morell, in Begleitung ihrer Tochter, Marie Morell, 16 Jahr alt, ihres Sohnes, Robert Morell, 12 Jahre alt, der Gouvernante der Tochter, Miß Allen, eines Bedientcn, Sa- muel Guiniéron, und. eines Kammermädcben-s, Julie Genier, bei ihrem (_Hemahl m Samxmr em. General Morell öff- nete nun sem Haus den Offizieren der Kavalierie - Schule. Unter ihnen war Octave Esioyiui) dcm General persönlich empfoh- len, und durch seinen recicktltchcn Charakter der freundlichen Auf- nahme, die er fand, wohl werth. La Ronctdre, der sich in seinem Benehmen gchcffert zu _haben schien, wurde nnch in die Geseüschaft gezogen, und ram bei einem Diner neben Fräulein Marie zu sitzen, ge en die er sich 1111th Anderem die unhöflcche AeußerunÉ erlaubte: „ ie haben eine liebcnrwürdtge Mutter; Schade, daß ie ihr so wenig gleichen.“ Wrntge Tage nach dem Eintreffen der Frau von Morel! fand man an mehreren Ortext im Hause anonyme Liebes- briefe an sie, wogegen bald darauf Nkiß' Allen und Fräulein Morell Briefe von grober Beleidigungen erhielten. „Ein Billet an die Mutter, unterzeichnet: E. de “la R., endtgte, wie folgt: „Ick Werde heute den ganzen Tag uanhr'Hnus hcrnmsireifrn; sehe ich Sie ausgehen, so sol] mir das ein Zeichen seyn, daß Ste die Huldigung meiner ehrfnrcthvonen Liebe annehmen. “ Zur Stunde, wo .Frau von Moch auözugehen pfle te, öffnete der General die Fcnßer nach der Loire - Brü e und _sah La Noncidre dastehen , dcr iich soglcicb xntfernte. (Diese Angabe und andere derartige sollen ,als Beweise dienen, dati dic anonymen Briefe wirklich von La Roncidre herrührtxn. Es wtrd sich im Verlaufe der Debatten zeigen, wie viel auf diesen Punkt gnkömtyt, und wie sehr sich hier die Schwierigkxitcn häufen, da des Kunnversiändigen tn den anonymen Briefen die Handschrift La Monetäre's nicht er- kennen wollen.) Auch General Morel] erhielt anonyme Zuschrifxen; man'saqte idm geradezu, der Zweck sey, Verwirrung und Unfriede in die Familie zu dringen. In einem Briefe an das Fräulein heißt es: „Mein Haß ward Folgen haben, die Mariens Lebensglück ver- giften sollen. Der Tod wäre für sie eine Woblthat, denn sc wird )th Daseyn in Kummer und Plage hinschleppen.“ Gleichzeitig cr- bielt _Herr von Estouillr), der in eben nicht freundschaftlichen Ver- hältnissen mit La Noticidre stand, anonymrBriefc ähnlichen Inhalts. Am 28. August 1831 zeigte Eüouin einen dieser Briefe dcm Lieutenant Ambert. Der Unbekanntesgcjztc darin: „Ich werde dicNuheder Familie Morell und dieDeiniZczu 11 rcnwtffen. Heuteschrcibeich anMarieund suche sie recht zu der_nuthigcn. Ich habe den Brief mit Deinem Namen Eüouilly) unterzeichnet; er wird sicher in Mariens Hände kommen, _"denn ich habe ettxen der Bedtenien mit 5 Fr. bcüochen“ Eüouilly, indignirt über die Voßhcit, eilte zu Madame Morell; der Brief war wirklich gekommen! » Am 8. Septxmber erhielt Esiouilly aber- mals ein Schreiben, das bei den Akten 111. Man bemerkt darin foi- “Rnde SteUe: „Ich habe Grund, zu vermuthen, düß Sie dem Ge- neral Alleigcsagt haben. Damit haben .Sie mir einen wahren
ienfi erzetgt. Marke wird um so mehr gequält. Ick habe mir _ck! paar Worte von ihrer Hand verschafft, und bemühe mich nun, 17? nachzumacden; wie es wir gelungen, mögen Sie aus der An- “lage sehen. Ick svtve meme Feder zu, um Ihnen im Namen der armen Troülosen Artigkeiten zu sagen.“, In der That fand sich 1" ,diesem Briefe. em Billet, unterschrieben: „Marie von Mo- “„I-„dem Ayscheme nach von “ihr an Eßouilly gerichtet. Sie Mit thm darm sein kaltes Benehmm in den wunderlichsten Aus- irueken vor. So sagt sie: „Du bist htart wre ein Felsen, und 11!) bin doch- so_sanft und zärtlich; ich liebe Dich, denn Du bist débMWÜkdtgk“. „» Efiouilly wollte La Ronccdre fordern; aber *:" Gxneral-Z für die Ehre seiner Tochter besorgt, brachte ihn davon * Am “* September erhielt Esiouiny abermals ein anonymes
„ schriften durcb Sachversiändige zu
Berlin„ Dienstag den 7““ Juli
*»
Schreiben, beser Inhalt auf verderbliche Pläne deutete: „Meine Rache zu befriedtgen, wuß ici) Blut sehen; nicht lange, und die my_qe Blütbe wird dahin welken; aus dem Fräulein soll eindeut- ivurdigte Kreatur _wcrden; wiüik Du sie so, man wird sie Dir an den Hals werfen; ich liebe fie zum rasend werden, d. h. ihr Geld. Gern hätte ich tbr dxn Kopf verrückt, aher sie trug das Näsckwn so hoch- daß ich mich nicht getraute, ihr eme Erklärung zu mnkhen.“ » Am _21. September _gab der Gcncral eine musikalische Soirée. La Roncwre kam auch hm. Herr von Morell licß ihn in den Speise- saal rufen, und sagte im Betseyn der; Cavitain Jaq'uemin zu ihm: „Aus besonderen Gründen ers_uche :ck Sie, nicht mehr in mcin Haus zu kommen.; entfernen Sie iich.“ » La Roncidre ging fort, ohnx cm Worx zu sagen. Am andern Morgen besuchte er den Ca- pctam Iaquemm, und bat ihn, ihm zu erklären, was der Auftritt gm vergangenen Abend“ zu, bedeutet! gehabt habe. Jaqucmin gab ihm Mei Ursachen an: die unarttgeu Worte an Mlle. Morell bxi dem obigext Diner und die anonymen Briefe. LaRoncidre fragte ptcrauf den Lieutenant Ambert, was er, thun sone. Ambcrt rieth ihm, auf Verleumdung zu klagen, und eme Untersuchung der Hand- ! . fordern. Der Nato gefiel dcm La Ronciore necht,„und doch hatte dec Scxne nm 21. Sept. im Spei- sesaal: Morell's seinen Zorn auf's äußerne gesteigert. Er zog vor, seine Drohungen durch ein unerhörtes Attentat gegen Fräulein Mo- rel] zu verwirklichen. » Am Diensicchn 23. Sept. waren Herr und Frau von Morell am Theater te Tochter, die zu Hause ge- blieben war, hatte Besuch von emigxn Freundinnen. Als diese fort- gxganZen waren, begaben fich Fräulein Morell und Miß Aaen, ohne die Ruckkehr der Aeltern abzuwarten, zur Ruhe. Die Gouvernante hatte vor dem Schlafengehen die T_büre nach dem Gang, wie sie immer u thun gewohnr war, vorsichtig zu eschlossen. Um 2 Uhr in der acht wird Marte, plötzlich aufgewe t dura) das Geklirr ei- ner eingeschlagenen Scheibe. Das FCUÜU' geht auf und ein Mann steigt ein. Er stürzt sick) „auf die Tbüre nach dem Schlaf : Kabinet der Miß Alien. Als Marte dies steht, erhebt sie sich rasch und stellt sich hmter einen Stuhl mzten am Bette. Hier nun konnte sie, beim beUen Mondschein, dcn Emgedrungenen ins Auge faffen. Er war vpn mittlxrer Statur, im T)uchübcrrock, mit einer rothcn silverbor- dtrten Miihe. Um das Gesicht hatte er eme schwarze [cidne Binde, unterm Kum her über die Ohren gezogen., Sein 251 ck war zum Erschreckecn. Marie erkannte den (Za Ndncidrc, als dersclbe mit den Worten uber ste hcrfiel: „Ich komme, nnch zu rächen.“ Er konnte nicht gleich ihrer mächtig werden, denn sie hielt sich feii an den Studi, hinter welchen sie 17ch gefiuchtet hatte. Nachdem erihr aber diese Schutz- wehr xntrissen, faßte cr,iie bei den“ Schultern _und warf-sic zu Bo- den, ihr das Nachtkamtsol,entwendend, das sich nicht wiedergefun- den hat. Dann band cr tbr ein Tuch um den Hals, und zog es fr) fesi zu, daß eie karim noch Athcm holen konnte; hieraus" nahm er emen Strick, wand ihn um den Leibdes Mädchens, und schnürte ihn mit aller Kraft zusammen. Jedi fing er an, ne gröblick) zu miß- bandekn, fchlni1z_-sic'aufeBrufi 11:71; Arm, biß ihr tn dad“ „Handge- lenk, und trqt te m1t Fußen. See hörte ihn sagen: Er wolle sick) rächen für die Beleidigung, die ihm vor zwei Tagen widerfahrcn sey. Bee diesen Worten wurde er immer wüthender, und verdop- pelte scme Mißhandlungen. Marie hat ausgesagt, wie er in dir- sem fürchterlichen Augenblick mit gräßlichcm Hohne sie angefieischt und dabei ausgerufxn hade: „Seit ich Dich kenne, fühlte ich den Wutxsch in mrr, Dick). zn verderben.“ » Wie „weit dcr - revlcr m der Mtßhandlung gegangen, läßt der Anklage-
kt nur vermutben. Gcnug,_ daß er zuletzt noch ein Meffcr xmbm, und der Unglücklichcn emen Stich beibrachte. Maric war in Bewußtlosigkeit und,Ohnmacht versunken; der Schmerz weckte sie auf und ein diirchdrrngender Schrei entfuhr ihrer Brust. Miß AUen, die bis dahin ruht fortgrschlafezt hatte, wurde dadurch aufge- schreckt, eilte herber, und achte dre verriegclte Thür einzusprengcn. La Roncedre, als er dex: Lärm hörte, sand jetzt auf und sagte: „Nun hat ste genug!“ legte emen Brier auf den Tisch und „entfernte sich, wie er gekommen war, durch's Fcnsier. Als die Gouvernante durch die gespren te Thur in's Zemmer trat, fand sie Marien ohnmächtig nend fast na t auf dem Boden liegen. „Der Hals war mit einem weißen Tuche, der Körper mit einem Streck umwunden und enge geschnürt; an mxhreren Orten sah man Blntfiecke. Es dauerte lange, che die Ungluckliche auf die Fragen der Gouvernante zu antworten ver- mochte; so wie sie aber zu sich gekommen war, erzählte sie der Miß Allen den ganzen Vorgang mit alle_n Emzelnheiten, wie sie oben an- geführt worden sind. Sie hat dringend, ihre Aeltcrn nicht gleich wecken zn lasen. Ersi gegen 6 Uhr Morgens brachte ihnen die Gouvernaptc die Kunde von. der nächtltchrn Gräuel-Scene. Zufällig sah Maric, während Miß Ligen b_ct ihren Aeltern war, zu dem offctxen Fenster nach der _Vrucke_ mms; da fällt ihr Auge auf La Ronctdre em Ueberrtock', nur der M "he, wie er ihr noch vor Au- gen siand. Er aber sah hm_auf nac!) dcm Fcnsiernnd lächelte! » Baron Morell und seine Gemahlin, als ne msZimmer traten, fanden beseitigt, was ihnen Miß Anen berichtet hatte. Sie sahen die eingeüoßeneScheive, dee Blutflecken, das Tuch und, den Strick, wodurch der Angstruf tbrer unglücklichen Tochter erstickt worden war. Auch ihnen nannte Marie den La Ronctore als den _Thätcr; sie hat auch später in die- ser Angabe nie geschidanft: sie 117 foil überzeugt, daß La Roncidre es war, der sie mit terfstscber Bthlk dcm Verderben geweiht bat- Mnn muß mit den wrderstrebenden Gefühlen vertraut seyn, welche bei [0 xgroßem Unglück eines Kindes das Mutterherz bewegen, um erklarl ck zu finden, daß Frau von Morell Alles aufbot, das Vor- gxfaliene geheim zu halten. Auch geschab keine Anzeige bei den (Hcrichten, dre erß syätcr cinzuschreitcn Veranlassung bekamen. » La Noncidre hatte, wie bemerkt worden, einen Brief zurückgelassen. Derselbe war versiegelt und an Frau von Morell überschrieben; das Datum war: Mittwoch Nacht 1 Uhr; der Inhalt wie folgt: „Sie allein sollen den wahren Grund des Verbrechens erfahren, das ich zu beqehen em Begriff bm. Es ist ein großes Ver- brechen, „das Remiie auf Erden zu beßecken. Ich habe Sie geliebt, 1a angebetet. Sie haben mir dafür nur Verachtung bezeiÉt; Jetzt will icthncn ein Recht geben, mich zu hassen. Ja) bqt te einmal, auszugehen: an dem Tage blieben Sie auf Ihrem Zimmer. Der Elende(E|ouil1y) war so unverschämt, Herrn von Morell QZUes zu sagen. Ich habe ihm geschrieben, wo ich ihn fände, rourdc ich ihm das Siegel der Schmach aufs Gesicht drücken. Ich erwarte ihn auf dem Kampfplay. Ganz Paris sou erfahren, wgs „„ hrcr Tochter izu Saurnur geschehen isi. Ich reise ab: es soll mir n cht vergönnt eyn, mich an Ihrem Schmerz weiden zu kön-
nen!“ » Wirklich erhielt Eiiotxilly am Mittwoch, 24. September,.
un) 9 Uhr Vormittags durch dix Stadtvosi eine Herausforderung. See war von derselben Hand, wre die früheren anonymen Briefe- e eichnet: „Enxil de la Ron.- ..“- und lautete so: „Sie find ein
ender, cin Fetger. Feder Andere würde, nach den Briefen , die 15) Ihnen schon geschrieben habe, Genugthuung gefordert haben. Statt dessen haben Sie mich bei dem General an egeben. Sie sind eine Memme. Ich werde Ihnen,.erfiex Ta c das S egel der Schmack) anf das Ge17cht drücken.“ Es wird sich se den, was Sie dann thun
1835.
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werdcn.“ Nack) einem solchen Schreiben konnte sich EßoueW nicht länger durch den Rath, den ihm der "General gegeben ÖW? gebunden achten. Er ging zum Lieutenant Ambcrt und erbat ich ihn ziim Sekundanten. Zwei Stunden später schlug er sich mit 1.1: Nonctére, der Herrn Berail zum Sekundanten bgttc. Das Loox; der Waffen war dem Beleidigtcn ungünstig; Estomlw wurde durch zwei Degenütche im Arm und _an der Hüfte verwundet. Vor und nach dem Duell war La Ronctdre dabei geblieben, die anonymen Briefe seyen nicht von ihm. Eiiouilly, als er sich verwundet „sad- versuchte noch einmal, den La Roncidre bei der Ehre “):-u gkklfc'tk; „Gesiehc“ » sagte er u ihm » „und Anes soll v_ergc1,en seyn.“. Allein La Noncidre wc erte sci) bartnäcki . Eftoutlly drohte, e. Werde ihn vor Gericht elan en, worauf a Roncidre äußerte: er wünsche selbü, die Sache m ge ugtersucht werden; man solieoihm mtr die Briefe zuiieUen, er" wolle ne dem Königl. Prokurator uber- gxben. Ambert gab dies nicht zu: er besorgte, La Roncwre möchté die Beweise „seiner Schuld vernichten. Fndeffcn kam es Mischen dxn vier Offizieren zu weitern Explicationext und La None ere dc- ßimrxite slch zuletzt, eine Art von Geßa'ndxnß abzulegen. Es beän- dxt nch bei den Akten ein Brief an Efiourlly, ganz von La Ron:- ctdre's Hand und vor; ihm ayerkannt; überdem war auch das Concept dazu unter seinen Papieren. In diesem Briefe heißt es: „Nach den materiellen Beweisen, die gegen mich vorliegeix » Beweise, die mich, wenn die Sache vor „Gericht kämx, crdrucerc würden » bin ick) der Ehre meiner Familie schuldig, emen Schreit zu thun. Ich nehme ane Ausdrücke m mdeinen Briefen an Sie 1,11- räck', geßeve, daß ich diese Briese gcschrtebeti habe, und brite Sts deshalb um VerzeihunF. Seycn Ste großmüthtg und verschwiegen.“ » Und als Eiiouiüy arauf forderte, er solle eben so eüehen, die anonymen Briefe, welche in das Moreusche Haus ge ommen, ge- schrieben zu haben, zugleich aber auf der Stelle Urlaizb nehmen und Saumur verlassen, » fügte sicb La Roncidre aiich diesem Ver- langen. Sein zweites Binex an Esiouiliy lautet, wie folgt: „Ich dachte, Sie würden mit meiner Erklärung vori heute früh fich vx- gnügrn; allein Sie drängen miei) noch mehr in meiner unglückli- (ben Lage. Ich erkläre also, der Schreiber der anonymen Briefe zu seyn", die dem General Morell, seiner Gemahlin und seinerToch- ter zagekommen iind. Ick erkläre, an Fräulein Marte cin Billet- gezeickmet Eßouilly, und an Sie ein Biliet, gezeichnet Marie von Morell, geschrieben zu haben. Ich habe mir Urlaub erbeten und reife heute Nacht av.“ -- Am 26. Sept. verließ La Nonciére Sau- mur und begab fich nach La Flechc. » Man sollte nut) denken, nach dem Duell und nach jenen Geständmffen müßten die anom)- men Briefe aufgehört haben. Aber nichts weniger als das. General Morra erhielt durch die Stadtpoß ein Schreiben vom 24. September 4 Uhr Morgens, worin mtt frechem Wohl- cfallen auf das Attentat der Nacht bingedcutet warde. „Mtcl) dur- Zete nach Ihrem Blute, nach Ihrer “Ehre, ich habe Alles erlangt. Ick“ hoffe, ja ich"“bin überzeugt, Marie bewahrt ein Pfand ihres Unglücks. Ihre Schande soukhald das Gespräch von ganz Paris werden.“ In einem zweiten Benet an Marie frohlockt dcr Schrei- ber über das Gelingen des verruehten Planes.- „Sic iind nun das elxndeiie dcr Geschöpfe; der Mensch, der sich beigeben ließ, Ihr Rtrier seyn zu, wollen, aß bald zu Schandcn gehauen; ich habe ihn gezeichnet! Mm) durchzuciét em Gefühl der Freude, das an Wahn- finn gränzi; ich schwcl e, in dem Gedanken, daß Sie nun von mir abhängig,!“md; ein grä 1191er Band wird uns an einander knüpfen; nach wenigen Monaten wWerdcn Sie mtch auf den Knieen aufleben,- uthnen und noch einem Wesen einen Namen zu geben.“ » Fn- zwighen hatte sich Marie seit der Schreckensnacht vom 24.Septem- ver nmner-schr unwohl befunden. An1„2|.Oktober, als es eben niit ihrer Gesgndherictwas beser zu gehen schien„fand se um10 Uhr Abends auf tizrcm Tische tm Schlafzimmer ein Vinci, gezeichnet E. R , worin es „hieß: „Was Du: am „Leebsien apf _Erden » Deine Mutter, Dem Vater, Eßouilly » sie werden in einigen Monaten nicht mehr am Leben sion- Du'hail mich verschmäht, meine Rache wird Dich treffen.“ » Man fand Marien ohnmächti am Boden liegen, das B'inet zerkytttert in _der_kramvfhaft ges [offenen Hand. Als fie wieder zu sick) kam, rief ne schluchzend: „Er mordet meinen Vater, . meme Maris!“ » Ihr Zustand verschlimmerte sich so sehr,“ das; man ihr die leiste Oelunk; Yb. Während dieser Krankhei? erhielt Frau von Morell dyrck) d e tadtposi einen Brief, worin La Ron- ctére sci) sam enthnllte: „Ich habe nichts gethan, als Ihre Toch- ter meuchlertsck) 1ntßhatxde1t;,ich woilte sie nur in Verdacht bringen und Sie dadurch ,in die Noibwendtgkcit versehen, mir ihre Hand anzubieten. Gerdtß haben Ste chr auch Vorschläge in“ diesem Sinne gemacht. Sie wird nicht daraufcmgegangen seyn, aus Liebe zu dem abscheulichen Menschen, der alle meitxe Pläne vereitelt. J-eßt atbme: ich nur noch Rache; ici) muß-Blut fitcßenschcn! Warlich, Ihk Pro- tektor Gisquet wird mich“nicht hindern.“ » Nun endlich sah dix Famiiix Morel! em, daß längeres Schweigen nur größeres Unglück:" herbeifuhrcn durfte. Der General reisie nach Paris, und am 27. Okeobcr 1831 wurden „die Gerichte angegangen, eine Untersuchung einzuleiten. La Ronctdre wiirde am 28. Oktober auf der Straße verhaftex. Aus der Jnsirnctton dcs Prozeffes ergiebt 17ch- daß er,- durch die Masse der gegen ihn obwaltenden Beweismitkel überwäl- tigt, nichts Besseres ausgedacht hat, als die Rollen zu wechseln. Aus einem An ekiagten „sucht er steh zum Ankläger 1: machen. Fräulein More , ibre Muxter, die Gouvernante und Eäouilly sol:- 1en„iich verstanden haben, tbn zu verderben. Er leugnet jeden An»- thctl an, den anonymen Briefen , stellt sch , als zweifle er an der Wahrheit des Attentats, giebt zu verstehen, Mariens Krankheit sey iiur erkunstclt, und will sogar glauben machen, mit der ganzen Er- fmduiig sei) es nur darauf ab esehen „gewesen, die Folgen einer: ver- trqultchen UmgangesmitEikou llt) auftvn, den Unschuldigen, zu werfxxn. DiesesVerthetdiqungs-SyfiemmußtevprallenDingenzucinerPrüfung der Handschrift 11 den-anonymen Briefen führen. Wider alles Erwarten scheint nun aber die Aussage der Kunstver- iiändigen dasVertbeßdigungs-System La Roncidrés zu unterstützen, de'nn zwxiderselben erklären: 1) daß ane iu'Nede stehenden Briefe von einer, und derselben Hand eschricben wären, und dgß es nicht La Ronctdre'sHand set); 2) da se glaubten; der „Marie von Moria“ unterzeichnete Brief sey von einer rauenhand geschrieben. Zwei andere Kunstverßändige sind aber no viel wei- ter gegangen; ste erklären: 1) daß die 20 in Rede stehenden Brief.;- wedcr ganz noch theilweise von der Hand La Roncidre's wär,". 2) daß das kleine Vince an Herrn von Eüouiüi), gezeichnet „Marie'von Morell“, und ein anderer Brief an demselben, gezeichnet „Victorine Moyert“ augenscheinlich von der Hand des Fräuleins Morell sey: 3) daß die 18 anderen thchx trotz dem, daß die Züge versiellt scyen, doch so zahlre1che_ Zeichen der Aehnlichkeit mit derHandschriftdcsFräuleiUSMorellaen sichtrügen, daß [ie ihr eben- falls zugeschrieben werden mußten, c"nderAnk age-Aktehcjßt es in Bezug auf diese Erklärungen, wic fo gt: „Der ßäxkße aner Beweise, die moralische Unmöglichkeit, erhebt fich gegen die Ansicht der Kunüverüändigen- Der Stil der Briefe, die in denselben ent- haltenen frechen Details, geßattm dnrwaus nicht, sie 11mm 111119112