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rüHtungen-zuk Beförderung“ des Abßuffcs und zur Anfiauung und Bonuhungxder-Gewäser, vomLandtage gemachten Bemerkungen haben Wir Unsrrm Staats-Métxisterio aufgetragen *.tnd werdxn drc- selben "W der deünitivcn Redactton des Gesetzes gebührend 111 Er- wägung kommen, wclchemnäch| Wir nns die wettere Entschctdung
vorbcyalten. 11, Auf die ftändischen Anträgr.
1. Unsere getreuen Stände haben von der auf Unsern Befehl vom Staats-Mmisicrio ihnen vorgelegten Urberffcht der; Lage,. in wclcher sicb dre durch die früheren Landtags-Absch1ede nacht defini- tiv_cricdigten Gcgenüände beii'ndcn, Veranlasupg genommen, vcr- scl1_tedme derselben besonders in Anregung zu brcngen und eröffnen Wer ihtxen demnach Folgendes: „
3) Dre in Anregung gebrachte nähere Bcfttmmung der §§. 22 Ff. dcr Geweinveitö-Tbeilungs-Ordnung vom 7. Juni, 1821 11? bereits in sorgfältige Erwägung gezogen worden. “Dreser Gc- enftand 0th jedoch mit der erforder11chextBeütmmung d“?
' leinßregeln wegen Sicherüeljung des (Hemccnc-Vermögens bet Gemeinheits-Tbeilungen in genauer Verbmdung, und es bachn deshalb uvor sowohl die Berichte der Behörden, als die _üan- dischen utachten über dte Beschränkung der Provocanonrn einzelner Mitglieder der Stadt- und Land-(Hememdcn erfor- dert werden müssen. ,
Nach ßeren Eingang wrrd dieser Gegenüand in Unscrm Staats-Mmjüerio anderwcir_ bcrathen werden, und dem- nächß darüber Unsere Entschltcßung erfolgen. ' _
* We en Revision des Gewerbe-Steucr- und Gewerbc-Poltzet- Ge eyes sind die Verhandlungen im Gange und soUen mög- lichst beschleunigt werden. . Was den ausgesprochenen Wunsch betrifft- daß zur Aufhulfe des Handels und der Schifffahrt in den Ostscc-Häfcn dae Nc.- gulirun dcs Sund-Zollcs' recht bald tbre Erledtgung Enden mö e, ?o wird auf alle Weise Bedacht genommen Werden, die e Angelegenheit baldmöglrchst zu einem Resultat zu _bringcn. Der Antrag 'in Betreff des Feurr-Socictätöwescns giebt Uns Anlaß, zugletch mit demselben hterdnrct) den in Unserm Land- tags-Abschiede vom 20. März 1832 «11 ].1-0130511. 1 enthaltenen Vorbehalt zu erledigen. In diesem Landtags:2!bschtede haben Wir schon bemerkt, daß der Pommersche Provmzial-Landtag vom Jahre 1831 der demselben von uns gemachten Aufgabe nicht vollständig genügt hat. Seitdem ist aber auch die' Ab- skcht, ein angemeénes Landes-Gcseh über das Xmmobtlmr: Feuer-Vcrficherungswesen, und daneben für jcde Provinz oder resp. für jede ferner bestehende Societät ein nur suvplircndcs Spezial-Gescv ergeben zu lasen, bereits aufgegeben worden, und haben Wir vtelmchr beschlossen, „für jede neu or anifirte Societät eit) besonderes Reglement, welches alle Be immun-
en, aucb dee aUgemcincn, auffassen soll, zu promulgiren, wic olches aus den für mehrere andere Provinzen in kurzem zu puöklcirenden Ne lements näher zu ersehen seyn wirp.
Dergleichen .eglements haben Wir aber für dre Provinz Pommern nicht redigiren lasen können, weil Unsere getreuen Stände die auf dem „vorgcdacbtcn Landtagx vorgelegten Ent- würfe nicbt vonsiärzdtg begutacktct und nah namentlich über die Grunpfähc der_ jedenfalls unerläßlichen Classification nicht erüärt, vtrkmchr sch) darauf beschränkt haben, die Beibehal- tung Dcr [Usher bestandenen Societätcn zu beantragen. Bei der- selben “wollen Wir es daher auch bis auf Weiteres belassen, jc- voch kann die„schon im Jahre 1027 angeregte Revision der in dmortigcr Provmz heftehcndcn, auf die Immobiliar-Feucr-Ver- nebcrung |ck bezeehrndeyReglcmcnts und Statuten verfolgt werdcn, weralb fernerwette Anträge zu machen 'Wir Unseren getreuen Ständen überlassén.
«) Dcr Enxwurf des Gescher: wegen Vcrpflicbtung zur Aufnähme nen anztchender Personen und zur Armenvflege liegt gegen- wärtig U-pstrm Staats-Ministcrio vor, und wird diese An- gelegcnbztt so balp erlcdigt werden, als es deren Wichtkgkeit und Wenläuftigkeet gestattet.
s') Wegen. Modxsicatéon der Gcscl)äfts-Ordnung für die General- Kommtsüotxen haben Unsere getreuemStände eine besolndere thslttxn emgereicyt, auf welche wetter unten Beschctdung erxo g .
Z) Die Abschaffung des Salz-Monopqls „anlangend, können Wir Unsere getreuen Stände nur auf dae thnen 1111 Landtags- Ab- schiede vom 20. Mac 1832 4:11]; 11. __,_ krtheilte Resolution vcr- weisen und ihnen bcmerklicl) n1achcn,_dx1ß dort nur eine aUge- meine Zuseherung, für deren Vcrwrrkléchung sch kein Ick- vunét bestimmen läßt, ert_hc1lt worden, daher dieselben nel) dem Vertrauen überlassen können, daß Wir auch ohne weitere Anträge Unsere damals ausgesprochene Abscht zu seiner Zeit verfolgen werdcn. . , _
2. Dem Antrag; auf Einfuhrung dcs Fnstttut-Zs der Schteds- männer in der Provm Pommern 111 inzwischen berctts durch die in den Amtsblättern der ortigen Regeerungcn bekannt gemachte, auf Grund Unserer Ordr: vom 7. Zum v. J. erlassene Verorpnung Unserer Ménißer der Iuütz und des Innern und der Poltzet vom 2. AugtJ ej. entsprochen worden. _
3. er Antrag wegen Erbauung eencr Chaussee vom Kavcl-Paß an der Mecklenburgisaxen Gränze nach Anklam und weiter nach Wolgast hat bereits dadurch seme Erledtggng gefunden, daß der Bart vom Kavel-Paß nach Anklam :c. eingexeetet 111. Auch haben War bereits Unsere Genehmigun dazu crtvrtlt, daß sowohl der Bau der Straße von Stargard bts amm, als auch dec Anlage von G'hans- seen von Rü enwalde nach Karwev, von Stolpmünde nach Stolpe und von Ko berg nach Körlin in den nächsten Jahren auSgeführe werde, sofern die von Unseren getreuen Ständen ausgc_svrochcnc.s)off- nung in Erfüllun, geht, das; von Seiten der bethcilkgtcn Gemein-
"dcn-und Grundbe ßer thätég mitgewirkt werde, worüber ihnen die
nähere Mittheilung zchhen wird,
Dagegen haben » r den Uns vprgetragencn Wunsch- das: die seht edachre Chaussee von Körlin wetter über Nru-Srcttén bis zur Wctvrcußischen Chaussee fortgeführt werde, am so weniger berück- ffcHtiqcn können, als die Zweckmäßigkeit einer solchen Verlängerung noch einer sehr reißechen Erwägung bedarf nnd jedenfalls mehrere anderweitig in Vorschlag gebrachte Chausseß-Anlngen für die Pro- vinz noch erbeblichcre Vortheile darbteten möchten.
4. Die Befugniß, den zu Abgeordneten gewählten Beamten den Urlaub zur Beiwvhmmg des Landtages zu Versagen, sclbß dcn be:: reits ertheiltcn zurück 11, nehmen, kann den Behörden mcht entzo- gen werden, da fie a em _dte Uncntbehrlicbkcit derselben in ihren Wirkungskrejsen zu beurthetlen haben. Verweigerung eines solchen Urlaubs odcr Zurücknahme desselben ohne erhebliche Gründe ist nicht 711 erwarten und bleibt überdies in den einzelner: FäUen dcn Bethel- igtcn der Weg der Befchwcrdeführung bei dcr hbherrn Behörde unverschlofsen, sofern sie dazu eranlassung zu habcntglauben.
5. Die früheren, zum Tbetl cht erneuerten saudischen Vor- schläge, wegen Beförderung der Mttwirkung sachversiändcger Kreis- Eingcfessencn auf die Außcénanderseßung/ st'nd bei Erlaß der Ver- ordnung vom 30. Juni v., Z., weggn dcs Geschäfts-Bctriebes in den Angelegenheiten der Gememheitsthctlungen,Ablösung und der Regu- lmmg der gutsherrlicb :- bämrlécknn Verbältniffe, sorgfältig geprüft
_und, somit es zuläsfig war, 111 den Paragraphen 2 und'folg. 19. 31 und folg. und 35 berückschttgt. .derung.;1er,Kosken bei Gemeinheitstbeilungcn soll demgemäß kn .“ nYmtTUge xexßkche Erwägung gezogen und thunlichsi berücksichtigt w e .
Auch der Antrag auf Vermin-
6. Dec beantragte Declaration des Edikts vom 14. September 1811 rückfich111ch der Hülfsdixnße würde, nachdem seit Erlaffung dieses Gesetzes vier und zwanztg Jahre versoffen snd, an fick) grm- Jm Bedenken unterliegen:“ es ist aber auch zu einer solchen leine
eranlaffung vorhanden, da ein Schwanken der Praxis über die von Unseren getreuen Ständen angeregte Frage aus dem vorgekom- menen einzelnen Falle- wo das Nevifions-KoUegium zu Stetem eine von der bis dahin angewandten Auslegung des Geseyes abweichende ansieht ausgesproohen, dessen Entscheidung aber auch in der höhe-
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FM Jußanz sofort wieder aufgehoben worden, nicht gefolgert wer- en amt.
7. Die Angelegenheiten wegen der für Aufhebung des Neben- modus und der Quartaliieuer in den Ritterschafts- und Stadt- ej enthums-Ortschaften Alt-Vor-Pommerns zu gewährenden Ent- scßädigung hat inzwischen durch Unsere Ordre vom 21. April d. J., welche durch das Amtsblatt Unserer Regterung zn Stettm bekannt gemacht 10, ihre deßnéttve Erledigung gefunden.
8. Aus der Beschwerde des Magistrats zx: Treptow an derRega
über eine von Unserer Regierung zu Stcxtin, tn Betreff der Vcrpfltch- tun_ der gedachten Stadt zur Aufnahme ernes arbeitsunfähtgen Armen, erln ene und von Unscrm Minisier dcs Jnrzern und der Polizct un- ter ausdrücklichem Nachlaß der Provocatton auf den Rechtstyeg besiätigte Verfü unq können Wtr kerne Vrranxaffung nehmen, eme Abänderung derZelben anzubefchlen und trttt hxer der im „S. 48 des Gesetzes vom 1, Juli 1823 vorgesehene Fall rener Bcdrückung um so weniger ein, als Unsere getreuen Stände nach dem Schluss ihrer ?esfallst'gcn Petition das chtfelhaftc des Falles selbst nicht ver- cnnen. 9. Auf den Antrag, wegen Bereitung cines. ausschließlich 111117 für das Vieh genießbaren Salzes _und dcffcn Verkaufs um ctncn htl- ligeren als dermalen allgemein bciteohcunycn, Prets, können Wir für 1th nicht eingehen, indem die Bchrsmffe des Staatshaushalts noch den gesammten Ertrag aller bestehenden Abgaben in Anspruch neh- men und keine Vermmderung derselbcn geüattrn, rvclcve lcßxcre dtc Bewilligung dcr Petition Unserer gctrcurkn Stände, jedoch 111 sehr bedeutendem Betrage zur Folge haben warde.
Urkundlich haben Wir hierüber den gegenwärtigen Landtags- Absckyied ausfcrtigen lassen und Allcrböchüsclvst vollzogen und ver- bleiben Unscrn getreuer: Ständcn 111 Gnaden gewogen.
Gegeben Berlen, den 23. Mm 11135
(11. 8.) (gez) Friedrich WilHelm. (gez.) Friedrich Wilhelm, Kr. P. v. Altenstein. v. Lottum. v.Brcn11. v.Ka111ptz Mühler.
Uncillon. Für den Kriegs-Miniücr: v. Schöler. v. Rochow. Rother. v.?llvenslebcn.
4118Wäkkizzs Kössen.
511115111 151111111, 3. .]11|1*,
371130811. 171114]. 813111110 55T. JZ (11,1. 1014“. 111.155“. 86.111111] ];. [(SQL-Zi". TZ,"; YF .411101'1. 944“. ZZZ 80 “1188. NZ 0€8t4)kl'. 99 !*161188. [“Max-5611011113 110. 00. QF 1410. ». 8111111. 534] 133- ZZ 26,7
Qnta-akpßu, 2.411". 211181.*:10;. (7011-38 30; 011-118
8111111. Z,"; 40Z, Coup. --.
811811. Jul. 42. 1401111011, 3. .)1111.
(30111!- BF 924. 89111. MZ,. 8111111. (Lottes 45. Üb]. ?. 1834 4277. 741113]. ]LZ. 411815". 19,2. 2431101]. 54Z. ZZ 00. 100€. 1,011. 5,2 ZU. JF 5T. L11Z|.-R1188. -. 1314111, 83. (301111111). 11. 1824 ZZZ. Max. ZHY. t'stu 30-;-. (“1101 464.
dt. l'aterzbnkxx, “30. „111111. 1-01111. 104. Imstsräam 52:3. Uu111b111'159195. ['Ukiß 1113.“ 571111411“-
llub. 357. 1111911, 3. 11:11. 5-3 Ust. 10112. 41? 97776. .Wenn) ck11]. 5825. 8111119091131] UWH.
Königliche Schauspiele. Donnerstag, 9. Juli. Jm Schauspielhause: Nicht oo1n Posten, Posse in ] Akt von L. Angew. Hierauf: Die Einfalt vom Lande, Lustspiel in 4 '2[bt[)., vom ])1'. C. Töpfer.
Königstädtisches Theater.
Donnerstag, 9. Juli. Zum erstenma[e: Die eifersüchtige Frau, Lustspiel in 2 Akten, 11011 KoHebue. Hierauf: SieHen Mädchen in Uniform, Vaudeville-Posse 111 1 Akt, nach Théaulon, frei bearbeitet von L. Angely.
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Neueste Nachrichten.
Paris, 2, Juli. Durch eine Königliche Verordnung "wird das fünfte Wahl-Kollegium des Jséxre-Bezirks auf den 25. Juli nach St. Marcellin zusmnmenberufen, um an die Stelle des Herrn Penet, der seine Entlassung eingereicht hat, einen neuen * eputirten zu wählen.
Der Pairshof fuhr in seiner heutigen Sitzung wieder mit dem Verhör der Angeklagten fort.
Fürst Talleyrand wird sch von hier nach Vichy begeben, und von da, wo er nicht lange verweilen wird, nach Karlsbad.
Der Präfekt des Seine-Departcments, Graf Rambutcau, hat Folgendes bekannt gemacht: „Da die Fremden-Legion bestimmt ist, nac!) Spanien Überzchhen, so har der Kriegs-Minister ent- schieden, daß alle Franzosen, welche beabsichtigen, sich dahin zu begeben, um die constitutionnelle Sache zu unterßükzcn, aus- nahmsweise und ohne weitere Ermächtigung von 1einer Seeta unter der besagten Legion Dienste nehmen können, Wenn sie im Uebrigcn dke Bedingungen des Alters und der ndthigen Eigen- schaften erfüllen, welche durch die Verordnung vom 10. März 1831 vorgeschrieben sind. Die Dienst-Eintritts-Aktcn werden von den Unter-Militatr-Zntendantcn ausgefertigt; die jungen Leute, welche eintreten wollen, haben sich bei der “Milicmr-Zn- tendantur in der Straße Verneuil zu melden.“
Zwei Commissaire, einer für Spanien, der andere für Frankreich, gehen morgen nach Algier ab, um bei der Einschif- fung der Fremden-Legion zugegen zu seyn. Der Franzöjische Commissair, Herr Delarnc, ist einer der Adjutanten des Mar- schall OJTaison. .
Dcr heurige Moniteur enthält nachstehende telegraphéschc Depesche aus Bayonne vom "1. Juli "3 Uhr Mtttags:
„Der Capitain der „Sappho“ Überbringr Folgendes: Am 29. Juni vertheidigte Bilbao sich noch immer. General La Hera, der an die Stelle des entlassenen Valdez gekommen ist, rückt auf diesen Play vor, der jelzt gesichert ist.“
Das Journal de Paris widerlegt ausdrücklich das von der „Gazetce“ ausgesprengte Gerücht, die Regierung habe den- jenigen Theil einer telcgraphischcn Depesche, der die Einnahme Portugalette's mitgetheilt hätte, absichtlich untcrdrknkt.
Die eitungen von Bordeaux vom 28. Juni enthalten nun auch die -7achricht von dem Tode Zumalacarreguss. Nach dem anicateur wäre Zumalacarregur) in einem kleinen Dorfe Cc,- rain amputirc worden und am 250111 nach einem langen Todes,- kampfe verschieden. Die Operationwar, wie es heißt, von ei;- nem Englischen Arzt unternommen Morden. Das Memorial borbdelais versichert, Zumalacarrcguy wäre am Tätanus ge-
or en.
| In der gestrigen Sitzung des Assisenhofes, der vierten in dem Pro esse der Familie Morell gegen La Roncidre, wurde mit dem eugen-Verhdr fortgeschritten, und es kam besonders die Haupt-Frage: wer die anonymen Briefe geschrieben habe? zur Untersuchung, jedoch ohne daß dadurch ei_n größeres Licht über die Sache verbreitet worden wäre. Die Kunstverständigeu hlieben dabei, in den Schriftzéagen der anonymen Briefe eher
die Hand des Fräuleins Morell, als die des La Ronciérc, „; kennen zu wollen *). ,.
Jm Journal des Débats liest man: „Es 1cheintge; wiß, daß die leßten Bewegungen Rußland's, auf die von den Englischen Blättern mit so vieler Lebhaftigkeit aufmerksam ge- macht worden ist, nichts anderes sind, als die jährlichen Evolu- tionen der Russischen Flotte im JNitteÜändischen Meere. Ob- gleich diese etwas prunkvollen Manöver von den Regierungen Europa's stets mit Aufmerksamkeit beobachtet werden müssen, so haben sie doch" bis jetzt keine große Wichtigkeit ebabt.“
Nach Briefen aus Montpellier nimmt die Zahl der Cholera; Fälle in Agde zu, statt sich zu vermindern.
- Heute schloß Sproc. Rente [)|-. compi- 108. 60. 1", (',0111'. 108. 80. Zproc. |11'. 13011191. 78. 50. 1111 ()()!11'. 78. 75_ öproc. Reap. 111". 60111111. 96. 710. Fin 1:0111'. 96. 70. Zproc_ Span. 910.2. Zproc. do. 279 Ausg. Schuld 104. Cortes 351, LZproc. Holl. 57. 40.
Parts, 3. Juli. Der König kam gestern Mittag zur Stan und arbeitete nach einander mit den Ministern des Krieges, dq auswärtigen Angelegenheiten, des Handels und des Innern. U11 3 Uhr hatte der Fürst von Talleyrand eine Untcrredung mit dem Könige, die bis Z', Uhr dauerte. Unmittelbar darauf kehrten Se. Majestät nach Neuilly zurück.
Die Kriegsschiffe „Nestor“, „Duquesne“ und „Toulon“ so wie das Dampfboot „Castor“, sind am 30. Juni von Toulon 11ach Algier unter Scegcl gegangen.
Das heutige Journal des Débats fügt der obigen tele- graphischen Depescyc folgende Erläuterungen hinzu: „Der G4
neral Don Jose Santos de la Hera, der den General Valdez in dem Kommando der Armee von Navarra erse t hat, befeh-z; ligte bisher die Reserve-JDivision auf dem rechten F'bro-Ufer um
hatte am 20. Zum" sein Hauptquartier in Brivées'ca, von w aus er seitdem seine Verbindung mit den Truppen des Bald zu bewerkstelligen und der Stadt Bilbao zu Hülfe zu komm suchte. Nachdem Valdez das linke Ebro-Ufer hinauf marschirt war er am [Men in Puente-Lara, 3 Licucs oberhalb Vittori angekommen, worauf seine „Kolonnen sich auf der großen Stra nach Burgos über Orduäa in Alc-Castélt'en nach Bilbao, wel leßtere Stadt 8 Lieues südwestlich von jener liegt, ausvehnten. O» telegraphische Dcpesche kündigc nun an, daß Bilbao sich am 29“ noch hielk und das; die Erhaltung dieses Platzes gesichert schein Vom 1914211 His Wsrcn isc er?," also den Truppen der Königin wenn gleich allerdings sel)r langsam, gelungen, die Bewegrxxy aur-Lzuführen, die sie 111 die Nähe je11er Stadt führen 00. TNan darf nichr au;er Acht lasscu, daß dic 1,1011 Puentr-la-Reyr und Logrosw aafgelxrocixne Armee der „(1425215901 beträchtlich vie! Zcék vrrioren und 6111111 Ucdrmrndcn ).[111weg'ge1nachk Hax, um 1111), «111114111 dérckc Über Virwrta, über ArdU'üa 111111) Bilbao zu 1139110911. Sie 111111311; (17.1131? riesen ].!111117rg Machen, 11111 den Co
„ Tr:“:ncn dcr KarUsTcU 5,11, erng-rm, 1111: das JNNLW dcr Prové,
mit [Wderxxsndrn Kräftsu Hr'sréZr L)-:1111:11 Used 1013111“ 5175111131141 blöd kiren. WARTEN? dieses großrn Unnvcg-s lc()n1;e (*.*-.'»: Arm- sich (111 2111-Castél1'c11 Und 101111113 „215116110 anf orr Straß nach Bnrgos zu Hüifs Mon, ohne zu 7125111017411, vo dM .*ZTariij'i'en, d(c Hier 111,11: schwache 0.011»: 11.11.0311, abg schnitxrn zu werden. Där gegrnwärri-Zc WUndrrzaht Oer Ar mee legte iHr die Norhwrndtxxéetc am,“ , 11fo ihrcm Mars
jedxs Gefecht zu vermeiden, und [)éeraus rrkxsär: sick), jveshalbm-z, Öffnung der eigentlichen Audienz nicht bekannt gemacht. Erst am
Garnison von Bilbao so "lange str!) seWsr Übrriassen :zeöließeu ist.
Die Karlisrcn ihrerseits“ 101811120 die Briagrrung 111051 mit b:- sondercm Nackz'srmk betrieben zu 111151411. Die Belagerung [119-1111 schon am 1211-11, und man muß sich daher 1vundrr11,_5aß di Karliséen in den 27 Tagen vom 121611 bis zum- 291141: sich nich
-ctner Staöc bcmächttgrn konnten, dir zismlicl) schlecht befestig
ift, gcgen die sie: alle (“?) .i[)re_Kräfte a11fgcdoron [)mctea, un welcher die Chrés'rc'nos erst 10 Mac zu Hülse kommen konnte Und do::l) hatte dée Karüsttschc Armee alle Aussicht auf Erfolg sie war mir Geschäkx, wohlverschcn, sic bckxerrschre den Lauf:. Flusses“, und hatte jede Verbindung zwi1ch1n der Stadt Portugalettc unterbrochen, was das Llnlangen der zur Seevo St. Sebastian abgexclßchrn ?))?u111tions-Vorräthe hinderte. W würden es uns schWer zu erklären wissen, wodurch die Mag rung von Bübao gescheitert ist, wenn wir uns nicht erinnerten daß die tödcliche Verwundung Zunmlacarreguxss sick) vom 16 Juni barschrcibt, und wenn wir nicht überchgc wären, daßei diese Verwundung und die darauf erfolgte Todes-Bocsch)astd=« Navarresen bedeutend cntmuthigc haben, während die Operation-« Pläne an sick) nichr mehr 111 der Uebereinstimmung ausgefü wurden, die der Obcr-Befchlshaber ihnen zu geben wußte.
An der hcutégen „Börse trug man sich mit dem Gch herum, die Regierung habe negerdings eine telcgraphische' pesche des Inhalts erhalten, da]; der General Latre unrer OITaucr'n von Bilbao cinen vollständiger: Sieg Über die Karl davongetragen und die Stadt entsetzt „Habe. Ob diese Nacl) gegründet 10, mus; sick) morgey auswemen. _ _
Man schreibt **:us Madreduncerm 23. Zum: „Es [)e_ hier ein wcxmg Entnntthignng, obgleiä) dir. Nacl)1'i_cl)tr11 aus?“ land nicht eben schlecht sind. Die Karlisccn haben vor BU große. Verluste erlitten; “31th und Simon Torres sind getö Villareal und Alzaa verwundet worden. Die TrUppcn dcrß nigin haben aber auch viel gelitten. Die Zusmnmenses des neuen Kabinets hacks Hoffnungen eingef16ßt; noch ** ist keine Verbesserung eingerrcten. Man kann Übrigens" gerade sagen, daß die Minister dre öffentlichen Angeles heixen vernachlässigen. Herr von Toreno, allein mit ] Ministerien beauftragt, widm'c den admméskrativen Ge!" ten alle seine Zric, Uno Tag Und Nacht cxpedirt er 'Isngelcgenhetren seiner zwei Dcparkemcnts. -« General * dova wird wieder em Kommando bei dcr Armee Übernehxn .Der Verkehr der unter der Präsidentsckwst des vormaligen-lek, Ministers Zarco del Valle nac!) 971111111“cm geschickten Mtl Kommission wird ohne Zweifel einigen Cinftnß auf die ,' des Nachfolgers des Generals Valdez haben. - Die Nach" ten aus den Provinzen sind etwas beunruhigend, In E“ nien, Aragonécn und Castilien herrscht eine gewisse GährW-„
»- chce schloß 5proc.Re11cc 108. 95. öproc. 0:1 ÜWTZ 20. .')proc. Reap. 07. -. Span. öproc. 41"... :Zproc. Cortes 351. Ausg. Schuld 17. Gnebhard 4:3. 241314340 57. 40.
*) Da uns bereits das Iyurnal des Débats vom Iten vor?' so würden wir a11ch scho_n emen 21115ng aus den Vrrhündl'dli] drr Sitzung vom Iten, tn Welcher unter Anderem .xyexr , Barrot als Neclxsbréstand der Kläger sein Plaidoyer MM 9 können; wir halten es indcffen für angemessener, dem Gangs
chgttcn nicht vorzugreifen. * _ eracceur 6-4 tksé.
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Berlin, Freitag den 10ten Juli
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Amtlicéye Nachrichte11. Kronik des Tagxes.
Se. Majestät der König haben dem Professor l)1-. Ernst 1. ugust Hagen an der Universität zu Königsberg dcn Rothen «dleerrden vierter Klasse zu verleihen geruht.
Se. Majestät der König haben dem Schullehrer und Orga.- isken Scheibe zu WMHlberq das Allgemeine Ehrenzeichen zu erleihen geruht. .
Dem Gutsbesißer von Mengershausen zu Höningen ésk . nterm 7. Juli 1835 ein Patent wegen eines durch Modell und Beschreibung nachge- wiesenen, in der ganzen Zusammensckzung für neu er- kannten Pfsuzzcs, .uf Sechs Jahre, von jenem Datum an gerechnet und für den mfang der Monarchie, ertheilc worden.
Abgereisk: Der General-Major und Commandeur der lsken arde-Landwehr-Brégade, von Strauß„ nach Dyhrnfurtk). . Dcr Königl. Sardinische General-Major, Gcneral-lejutant, außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte INinifter am hie- sigen Hofe, Graf St. Martin d'Aglié, nack) Rügen.
Zeirurrgs-Nachrichten. 7-21“ 11 s l a n d.
Frankreich.
Paris, 3. Juli. Ueber das in der vorgestrigen Sißung des Patréhofes gegen den Angeklagten Reverchon gefällte Straf-Urtherl ist noch zu bemerken, daß derselbe nicht bloß zum Verluste des Rechtes, Waffen zu tragen, sondern auch noch zum Verlyske des Wahl- und Wählbarkeirs : Techtes, so wie der Be- sugmß als“ Geschwyrner zu fungircn oder ein öffentliches Amt ck bekleiden, auf fans Jahre kondemnirt worden ist. Das Urtheil :wurde dem Reverehon von einem (Gerichtsschreiber im Nebenzim- mer mitgrthetlt, wo er es mit ziemlicher Gleichgültigkeit anhörte. Dm übrcgen Angeklagten , 48 an der Zahl, wurde es nach Er-
SW-jse der Sitzung verlangte einer der Angeklagten, daß man ihn Und seine Kameraden 'von dem Urcheilsspruche in Kenntniß seße. Als Reverchon darauf selbst ausrjef, daß er zu fünfjähri- ger Haft_ und einer Geldbuße von. 5000 Franken kondemnirt worden 1ey, schrieen mehrere Angeklagte: „Wir alle verlangen Haffelbe Urtheil für uns!“ Nachdem dress Aufregung sich gelegt, lteßen ste fich jedoch ruhig zum Saale hinausführen. «- In der „gestrigen Audienz, bei welcher von den Richtern der Mar uss „von Pange fehlte, wurden die Verhandlungen fortgeseßt. er Angeklagte Lagrange hielt einen langen Vortrag, um in sehr ge; mäßigtcn AuSdrÜcken die Inkompetenz des Pairshofes zu bewei- sen, zugleich abcr sich selbst als einen Mann darzustellen, der von jeher den entschiedensten Abscheu gegen den Bürgerkrieg gehabt, auch bei den lrkzccn Unruhen keinen Tropfen Blurs vrrgoffen habe. „Wenn ich Übrigens Ihre Kompetenz bcstreite“, äußerte er, „soowll djes keine Beschimpfung für Sie seyn; ich weiß, daß deeje Verjmmnlnng aus den aufgeklärcesken und verdiente- ßen Männern besteht, und es“ befinden sich nur wenige darunter, die 111108 Mitglieder eines Geschwor11cnsGerichcs vielleicht zurückweisen wurde. Aberals (Gerichtshofk'ann ici) Sie11ichtanerkem1cn, da Sie die Artskokratie rrpräsrnriren, während ich ein Soldat der Demo- krarte bin, und mithin nicht vor meinen Richtern, sondern vor meznen Feinden erscheine.“ „Der Angeklagte erklärte schließlich, dgß er aus diesem Grunde, und weil die Verthcidigung über- dtrs mcht frei sen, auf keine der an ihn gerichteten Fragen ant- Wrtrn werde. Der Präsident machte ihm mit vieler Sanft- much bemerklicl), daß er gewiß nirgends ein Tribunal finden "werde, dessen OJTitqlicder den Angeklagten so viel Bürgschaft ge- währten, al-Z der Pairshof. „Sie selbst räumen ein“, fügte er bmxu, „daß die Männer, die Sie vor sich sehen, sich seic 40 a re11 um das Vaterland wohl verdient gemacht haben. Glau- Zey Ste nun, daß sich in den „Herzen sochcr IJ'cänner gehässige “„etdenschaften regen , daß sie [ck von politischen Ansich,- ten brherrschen lassen könnten? "Nein, Lagrange, Sie ha- ben tn diejer Versammlung keinen Feind; Sie sehen vor slch blyß unparteiischc Richter, die nichts sehnlicher wünschen, “ls Ste unschuldég zn befinden. Antworten Sir daher lieber... “Ikange (den Präsidenten unterbrechend): „Ich bm ein Mann von Ehre rmd hatte das gegebene Wort für heilig. Sie selbst, HkkßPrästyent, haben vor einigen Tagen erklärt, daß ein Mann, der emen Erd geleistet, eine Verpflichtung übernommen habe, das egebene Wort nicht brechen könne, ohne ein Ehrloser zu seyn. termal habe ich gegen die Entscheidung protestirt, die uns un- serer Vert cidiger beraubt. Ick wiederhole, was ich bereits ge- sagt: als“ rivatmänner achte ich Sie fask Alle, als Richter kann
.*ch Sie ni_cht,a11nek)men. Ich halte es als eine Ehrensache, auf
dds an xmas) gercchteten Fragen nicht: zu antworten, so lange nicht “ e meme Mxtangeklagten zugegen sind und ihre Vertheidiger ihnen zur „Serre stehen. Wkein Entschluß in dieser Beziehung 1| unerschutterl1ch.“ Der Präsident machte den Angeklagten 'VW darauf aufmerksam, daß ein großer Unterschied bestehe zwi- LLM emem vor Gericht geleisteten geseßlichen Eid und jenen
**u hnen Perpfsicßtunge-n, die man zuweilen aus Kameradschaft "d gewrffermaßen blmd eingebe, und die denjenigen, der sie
„ernommen, weder in den Augen der gesunden Vernunft noch YYM Gswüserx nach fesseln könnten. Lagrange blieb irrdessen “- daß er hterauf ntchts weiter zu sagen habe. Es wurde
.Wikhjn sofort zum Zcugen-Verhör geschritcen. Im Uebrigen fiel
in'dteser Sißun - ., ) . . . g mchts Crhebleches vor.-Zn kemor heut: en SkßUng setzte der Pairshof das Verhör der anwesenden ATZe-
klagten und der Zeygen fort.. Es kam bis zum Abgange der
„Post Wenig voy Bedeutung vor. Aussage war pte des Pairs Herrn von Gasparén, der ur Zeit der! ttxnjßuhen 111 Lyon bekanntlich Präfekt des Rhone -_ sparte- me: ar. "*
In der vorgrftregen Sißung des Assisenhofes wurde das Zeugen-Verhör 111 _dem La Ronciéreschen Prozesse fortgesetzt. Da man wußte, daß die Kunstverskändigen und die Aerzte vcr- nqmmen werden würden, so war der Andrang des Publikums wxrdrr sehr groß. Unter den Mitgliedern der Morellschen Fa- melee vermrßr? man den General von Morell, der in Folge er- schütternder Gemüthsbewegungen krank geworden ist. Der heute zZerst vernommene Zeuge war der Glaser ; Meister Zorry aus Saumur. Er sagte aus: „Ich bin der Glaser des Morellschen Hayses_. Am 28. September wurde ich gerufen , um eine Fen- sker1che1be tm Saale einzusetzen; man sagte mir zu gleicher Zett, daß auch am Fenster in der _Stube des Fräuleins zerbro- chrn sey; da ste abrr noch schlief, so kam ich am anderen Tage wredrr und seßte dte Scheibe ein. Die Fensterscheibe war um Thees zerbrochen; es befand sich ein Loch in dem unteren in- kel; man konnte sehr gur die Hand durchsteckcn; aber es" würde, vrrmöge der Entfernung, sehr schwer gewesen seyn, den Dreh- rtcgel zt; errrechen und zu öffnen; die Glas-Stück'e laqen außer- halb, njtcht mnerhalö der Stube.“ - Herr C hai x d"E|ange verlas dte früherr schriftlicheAUSsage des Zeugen, woraus hervorging, daß er der Memung gewesen war das Loch in der Scheibe sey zu Lienz gewesen, als daß nxan ha e die Hand durchscecken kön- nen. „xorry: „Ich habe yagen wollen, daß ich glaubte, man habe'den Arm mclzc durchbringen können.“ Der Präsident erthetlt Befeh-l/ da[; Miß Allen geholt Werde, um über diesen Punkt „Zeugmxz abzulegen. IJDéttlerweile wurde noch ein weibli- cher Dthstbote der Frau von Morell, Namens Tessier, ver- hört. Ste hatte dre zerbrczchene Fenskerscheibe gesehen, welche ih- rer Aussage nach ganz zersplittert War, so daß sie glaubte , man habe sehr gut dre Hand durchstecken können. Von Glasscherben 1m„ Innern der Stube hat sie nichts bem-erkt. »- Der Archétekt Extraud sagt aus: „Ich kenn; keinen der nähern Umstände die,- yes Prozesses. Ich bm von Geréckytswegen beauftragt worden, das Haus der Wxttwe Rouauc zu untersuchen , und einen Plan von dem Hause des _Herrn von Morekl aufzunehmen.“ Der Prä s i- dent verlas das 111 dieser Beziehung aufgenommene Protokoll, w_oraus hervorgmg, daß man weder in dem Zimmer des Fräu- lems von Morell, noch in, der unbewohnten . Tansarde, wel- che fick) 1'1ber demselben befindet, Hock) in der Mansarde, wo Her Bed1ente Samuel wohnte, noch an den äußern Mauern zrgend exne Spur von der Anlegurx; einer Strickleiter, oder von «gend emer anperen Vorrichtung, durch welche man in das Zim- mer des Fräulems von Morell hätte steigen können, bemerkt habe. ONan habe arxes) an det) mit weißem Kalk bestrichenen Fenster- Vorsprüngen m drm Zrnxmer des Fräuleins keine Spuren von Blut bemerkt.' Em Gevchworner: „Ich frage, ob die Lage de_s Ortes so rst, Haß man auf irgend eine andere Weise in das Zemmer des Fräylems kommen konnte? Der Präsident: „Das ts? eme sehr deleckatc Fugge.“ - Der Geschworne: „,Ich weiß es; aber :ck, wunsche dle Meinung des Sachverständigen zu hd- ren, um die metqigc danach zu bilden.“ _ Herr Giraud: „Man hätte sich emer hölzernen Leiter bedienen, und die äuße- ren Enden derselben umwickeln können, um an der Mauer keine Syur zur11ckzrzlassen;§aber das hätte viel Zeit erfordert; und ich meme, daß bet der Schnelligkeit, mit der man bei einem solchen Unternehmen zx: Werke gegangen seyn wird, und besonders bei Nacht,)tes bemahe unmöglich war.“
. Mtß Allen war mittlerweile angekommen, und wurde einge- fuhrt. Frage: „Wer hat, am 24. September Morgens, das Jim- mer drs zräuletns gercmtgt?“ »- Anrm: „Ick kehrte sonü itämer das Ztmmcrz es wurde aher an diesem Tage nicht gereinigt, und ich begnagte nnch damit, dre Glas-Stück'e von der zerbrochenen Fen- ürrschetbe, welchc m das_ Zimmer gefauen waren, in den Kamin zu werfen.“ » Fr.; „Smd GWSschcrbcn nach außerhalb gefaUcnr“ «- Antw.: „Das isrwohl möglich.“ _ Präsident: „Orr Gla- ser behauptet, „daß dte Oeffnung in der Fensterscheibe sic!» in dem von drm Drebrtegel ganz entfernt liegenden Winkel befunden babe.“ -_- Mtß Alle,n: „Ftthcgcnthcel, ße war ganz nahe an dem Dreh- rzegel.-/ -_- Oer Praydcnt forderte Miß Allen auf, an einem der zensier des Saales rmx dem Finger den Ort der Oeffnung in dcr Fcnskcrschekbe zu brze1chnrn. Sie bcste'cg eine Bank und deutete die OQeffnunF tn emer Werse: an, wonach durch dieselbe das Fensicr leicht hatte ge ffnct werden können. Der Glaser bezeichnete darauf eben: fans an demselben Fenücr die gefundxne Oeffnung, aber auf eine widersprechende, mtt seiner früheren Aussage übereénüimmende Weise. _- Fperr Berryer: „Die Fensterscheibe wurde erst nach fünf Ta- gen wxeder emgesetzt; hat wahrend dieser Zeit das Fräulein in ib- renz Ztmnzer geschlafext?“ -_- Miß Allen: „Das Fräulein hat in mcmem Ztmmcr und tn metnem Bette geschlafen; ich legte Mick) auf _cme Matratze vor dem Bette.“ »- Ein Geschworner: „Es ist im Laufe der Debatten gesagt worden, daß man dem Fräulein von Morell kurz nach. dem 2/1. Scpt. Blutegel gesetzt habe; ist Mit“: Yllen dabei _beschäfttgt gewesen ?“ - Antw.: „Ja.“ - Fr.: „Befund xtcl) noch„eme,andcre Person dabei zuge cn?“ - Antw.: „Ick er- tmxcre mech ntchtx ob 'Frau von More dabei war.“ » Fr.: „%ck mc_1ne, ob sonfi em Dtensibotc zugegen war?“ - Antw.“: „NTM, Neemand, als ich- war in jener Zeit um fie.“ - Ein Geschwor- ner: „Wie geht es zu, daß man bei dem Anlegen der Blutegel die Wunde ntcht bemerkt hat, die das Fräulein in der Nacht vom 23. erm 24. September erhalten haben will?“ _- Miß Allen: „Fräu- em“von Morell setzte fick) die Blutegel selbst: ich half ihr nur da- bei., - Derselbe Geschworene: „Hat das Fräulein vor dem Erecgnksse schon an Nervcn-Zufällen oder sonst an ir end ei- ner Krankheit gelitten , die der, von welcher sc icht bc allen ist- ähnlich war?“ - Antw.: „Das Fräulein war früher immer voll- kommen gesund.“ _; Herr Chair d'Estangc: „Wie viel Blut- egel waren es, die scch das Fräulein selbst gesetzt hat?“ » Antw.: „Sie hat stel) deren 5 bis 6 Mal gesetzt; das z1ve1te Mal wenig- üens16.“ - Präsident: „Es muß schwcr gewesen seyn, das Blut zu ßinen.“_- Antw.: „Ick hatte alles Nöthige dazu vorbe- reitet.“ -- Ein Kaufmann, Ackermann, aus Saumur saqte aus, daß er ge en Ende September des vorigen Jahres mit seitier Frau vor dem ore0schen Hause vorbeigefahren, und daß ihnen die zer- brochene Fensterscheibe in dem Zimmer des Fräuleins auf efallen sey. -- Man schritt nunmehr zu dem sehr interessanten Bethr der „Hand-
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,Die interessanteste Zeugen- 7 schriftskundigcn (15:1161't 6131114111). Dererüe, ber vernommenwurrc-
war Herr Oudard; er äußerte [?ck im Wesentlichext folgenderma- ßen: „"*“ch bin beauftra t worden, einen großen Thxtl der_Bcwcrs- mittel 11 diesem ProTc e zu untersuchen- Bevor tch memen B4 richt absiatte, muß m r die Versicherung erlaubt seyn, daß M) "U Gewi enhaftigkeét und mit der rdßten Sorgfalt zu Werke WM- gsen b 11. Wer mich kennt, wir? mir in dieser Beziehung EMW,“;- t1gkeitwiderfahren lassen. Ich bemerke noch, daß „ich „UW, ""T der Untersuchung aner Briefe beauftragt gewesen bm; kch,kk"?'c nur 14 derselben, und ein kleines Billet, unterzerchnrt , Marte 13911 Moch“. Zuerst babe ich mich zu überzeugen MUM, oé alle Brcrxc emen und denselben Verfasser ehabt haben. „x(t) habe demnach M 14 Schreiben genau und gewi enhaft untersucht; ich habe erkanréx daß alle von emer mzd derselben leichten, gewandten und im Skar“- ben geübtenHand smd. Aae diese Briefe find anz auf dZLstl'vé Weise geschreebcn. Das kleine an Herrn von E oujlly ger1§11trx_a Billet, mit der Unterschrift „Marie von Mona“, ist frei, naturltcw und mit rascher Feder geschrieben. Die anderen Breefe smd 11911 derselben Perxon geschrieben , aber mit vcrüeüter Hanßschrzxr. Ick babe a sdann die 14 _Briefe mit der Handschrcst “oss Angeklagten La Ronciérc verglechen. Ich habe aber eine solchx U11- ähylichkett mcht anein in„der Form der Briefe, sondern auch 111 drr Btldung der Züge, und eme_ solche Vcrschiedenbcit in den Angewsl); nuann und besonders auch m der Orthographie efunden, das,“ 1111 die eberzeugung habe, La Ronciére hat jene Bchfe nicht geschrie- ben.“ - Exner der Näthe: „Es is? hier eine wichtige Berner»- kung über das mit „Marie von Morra“ _unterzeichnete BW: „111: macyen. Es war einem Her anonymen Breefx beÉZefügt, urchx 111; von dem Fräulein geschr1eben, sondern als eme achahmung thre- Handschrift. Das anonyme Schreiben drückt slch darüber folger- dermgßen aus: „„Ich habe mir einjge Worte von der Handschrf? Martens verschafft ; kch habe versucht, ste nachzughmen, und sendther hicrdas Rcsgltat memer Bemühungen.“ “ Es tit also eineNachavmaxxxg derhandschrtst und nichtdie Handschr1ft des Fräuleins selbü.“ - .?;er Oudard beharrt bei seiner Meinung, daß das Billetnatürléch, mch und ohne irgend einen Anschem von Verßellun geschrieben scx), _» Der Prästdent: „Ich muß den Herren (Hechwornen bemeril:ch machen_, daß Herr Oudard und ein anderer Kunsiverüänrx- ger, .Herr- vo_n Saint ; Omer, nicht über dre Identität 11c- ses Beasts mtx dcr wrrk,lichen Handschrift des Fräuleins rc: fragt worden smd. Die, junge Dame hat unter den Augen xxx (?nüructkons-Rtcktters ck_was geschrieben, was ihr diktirt wurde. Dxesr Handschrift des Fräulecnstund mehrere andere früher von 1131“ 01%- schriebencn Briefesnd zweten anderen Kunstverständégcn, den Öl,?“l'éi! Miel und Durnerm, vorgelegt worden, und diese haben die MrL- nung abgegeben, daß dieselbe Hand sämmtliche anonyme Briefe _.)..- fchrieben habe.“ _ Der Gencral=Advpkat: „Der Zeuge AMW batgeskern erklärt, daß erz als er die an EÜomUy geschriebenen anonyx'::„*:1 Brtefe gesehen, augenbltcklich_die Handschrift La Noncidrc's ererrxx habe.“ _- Herr Ambert, angefN'dert, sch _über diesen Punkt noc»- mgls zu erklären, fagte: „Ich bleibe bei memer Behauptung. Da); an Herrn von Eüouélxy gerichte“ Ausforderungs-Schreiben sa).-:?; mir ganz vox! der Handscyrrft La Ronctérc's. Er bam anfängléch11 vqrsncht, seme Hand zueversiellen; aber am Schlusse ift er zu semen Gewohnheiten zuruckgekchrt; am auffallendsien kü dt'cs bré der Adresse. So snd z. B. das Wort „Saumur“ und der Buchstabe. N, welcher das Wort Rue d'Orleans beginnt, augenscheinlich von der Fewbbnhchen Handschrift des Angeklagten. Hr. Bcraél hat beim 5711:- lick des Briefes ganz denselben Gedanken gehabt. Fol ender 1111105011) abxr bestärkt mia) noch mehr in meiner Meinung, un läßt mir «112: kemen„Zweifel übrig. Als 1ch zu Herrn von La Nonciére ging, 7:4; ihm dtc Bexchwerdey Eftomlly's zu überbringen, sagte er mir, ÖW.“ voxx ELourÜy habe tbn dem General angezetgt; das sey eine FNF? hett. „;ck antwortete ihm: „„Ich bin nicßt Richter über das Bc:- nehmen des Herrn vo_tet Eßouelly; aber wenn ich einen solchen Bréxx bekommen und Sie tur den Verfasser desselben gehalten hätte, so warde tch soglerck) __Genugthuung von Ihnen Verlangt haben.““ _- Herr von La Ronctore erwrederte mit: darauf: „„Sie haben N4c1=.1; Stccvfind einMann von Ehre; i_ci) bin mit Ihnen zufrieden.““- _. „xn dem anoyymen Brtefe, tn Welchem dieses Umstandes gedauixk 1v1rd,heißtes': t_ch h'abc Ambert gesehen, ich bin mit 11311: zufrieden. Wte hatte Her Verfasser des anonymen Briefes vo.: jener UnterredunJ Kenntmß haben sollen, wenn es nicht La Roncixrx selbü gewesen _Warer“ - Herr Berryer: „Da Herr Ambert 111-- grgcn„lü, so b1tte1ch ihn, uns zu sagen, ob Herr von La Nonchxxe mcyt en Saumur emen besonderen Geschmack am Zeichnen fand und 111) cr nicbt ggnz vortrcffxkch Zrichnungen korirtc?“ _ Herr Ambert- „LaRonccorc konnte111chtzetchnen, und doch kopirte er Zeichnungc11 1-3 gescht daß man die Kopie sch1ver von dem Original unterschejdxxr konntr. „Es war damals eme Art von Zeichnung unter dem Name:*? „Txureleten“ Mode; er brachte ganeragc damit zu, jene Figuren ;11 koptrcn. Er war ganz außerordentlect) geschickt in dergleichen DELL»- gen; er verfertigtx Transparente zu Fefiléchkeiten; er stickte, 11:19 macht; viele wctvltche Handarbeixen, zu denen Männer sonü wcutq Gescvxck haben.(-_ _ Herr Cbatx d'Esrange: „Findet dcr Zeua: Ae'hnltchkeét zwtjchen dcm,mit „Marie von Morell“ unterzeichncxéxc Btllet ynd der Handschreft L_a Roncéärés?“ - Herr Ambcrr: „Anerdmgs, und zwar sehr veel Aehnlichkeit. Ick berufe mich 111,41“ den Erüen Besien, dem man es vorlegen mag; es ist entschieden 111“. HandschriFt ch Ronciére's.“ - Während dieser Debatte behaur-tct; La Ronctarc eme vdUige Gleichgültigkeix. - Herr Oudard: „“'-71..- dermann wird Ihnen _mdeß sagen, daß jenes mit „Marie von Mo: rell“ unterzeechnete Btllet mit leichter UUd schneller Hand geschir- ben, ifi, und keipe Spur von Vorßcaung hat. - Herr Ambsré (mxt chhaftigkett): „Das ist Ihre Mcmung , m. 5" ., ich habe dee mc1111 e.“ -- Der Kunüversjändige St. Omer p échtet in «Irn Stu en der Meinun seines Kochen Oudard bei. - Herr Miel- ein andxrer Kunstver ändiger, erklärte, daß , seiner Meinung nach, sämmtltche anonyme Briefe vo_n dem Fräulein von Morell gcschrZ-Z- ben wärext. Herr Bexryer lteßsch mét dem Herrn Miel in eins, Weitläufttge Debatte em, :znd was ihm in den anonymen Bréefc21 mehrere Buchßaben nach, dre m1t der Handschrift des Fräuleins 4)"on Morell ga.r kcmc Aehnlichkeit hättxn. Herr Miel räumte dies es„ ohne es fur _einen Beweis gegen setne Behauptung gelten lassen 711 wo!]en, da eme und dieselbe Hand nicht tmmer die Buchstaben «FI., Yletch mache. Da die Aussagen der Kunstverüändigen dem 2111-11"- lagten ein wichtiges Vertbctdégungsmettel an die Hand gab, so I». ten die Advokaten des KläLers Alles auf, um jene Aussagen zu cm*; kräften. Drei Stundxn ang dauerte der Streit über diesen (41-5. genüand, und unersckmttert bebarrten die Kunüverßändigen bei “17.1 rer einmal angesvrochenetz Meinung. Der & räsjdent befahl „“,“; [ck- daß sämmtliche VMs? der “'ury vor ckUnng ihres SpruZÖEs vorgelegt werden sollten, damit 17T selbst ich ihr Urtheil bilden möchte, und versprach, es so Einzuricbtcn- daß das Zurückzieben dcr Geschworenen in ihr Beratbungs-Zimmer am Morgen erfolgen You?? damit 0; Fick TageSlicht prüfetx könnten. .- War das Urthcéé." cr unsiverft n am dem La Nonciare günßis- so spma; daakg-U