1835 / 190 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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äber „dies unnüße Blutvergießen“. beklagt, als ob er nicht die Veranlassung dazu wäre.

Die Regierung hat einen Beschluß der Deputirten-Kammer, dem Herzo e von Montéleone seine im Jahre 1833 konfiszirten Güter z11r1ckzugcben, bestätigt. '

Inland.

Berlin, 9. Juli. Am 4ten d. M. Abends kamen Se. “Majestät der König und ZZ. KK. HH. der Kronprinz, so wie die Prénzessunen Marie und Sophie von Württemberg unter den Namen der Grafen und Gräfinnen von Teck mit dem Dampfboote in Köln an, nahmen das Absteige-Quartier im Gasthofe um „Kaiserlichen Hofe“ und sehten am folgenden IKorgen re Reise nach dem Bade Scheveningen fort. -- Bald nach hrer Abreise trafen ZZ. KK. HZ. die Frau Prin- z-cssin von Beira und die drei Söhne des on Carlos“, näm- lich der Prinz von Asturien, und die ananten Johann und Ferdinand mit großem Gefolge in Köln ein und stiegen gleich- falls im Gasthofe zum „Kaiserlichen Hofe“ ab. Gegen Mittag mhmcn die hohen Herrschaften die Domkirche und deren Merk- wüydigkeiten in Au enscheén. JI. KK. HH. kalten bis zum folgenden Tage in öln verweilen.

-- Der Geheime Staats: und Minister des Innern und der Polizei Herr von Rochow Excellenz, ist auf seiner Reise dmch die rovinzen Pommern und Preußen am 3ten d. M. Abends in Strals und angekommen, und hat fich nach einem dreitägigen Aufenthalte am 7ten über Wolgask und Anklam nach “Stettin begeben.

- Am 9ten v. M. wurde durch einen Brand im Domai- ncn-Forst Mühelburg (Reg. Bez. Stettin), dessen Entstehung noch nicht zu ermitteln gewesen ist, eine mit Kiehnenholz bewach- scne, circa 400 Morgen große Waldfläche theils stark beschädigt, theils völlig zu Grunde gerichtet. Das FeUcr bedrohte die ganze waldrciche Umgegend mit der größten Gefahr und konnte nur durch die große Anstrengung der zu Hülfe eilenden Behörden und ländléchen Anwohner auf jene Waldfläche beschränkt werden, wobei jedoch ein armer Einwohner von einem umskürzenden Baume etroffen und leider lebensgefährlich verleßt wurde.

-- in von heftigem Hagelschlage be leitetes Gewitter hat in der Gegend' der obern Zhna (Pommern , und vorzügiich auf der Feldmark der Stadt Rörenberg einen großen Schaden ver- uysacht, indem es die Aerndte auf einer Fläche von mehr als 000 Morgen total zerstörte. Noch am vierten Tage nachher lag der .f agel stellenweise einen halben Fuß hoch und die ein elnen Scü e hatten damals noch die Größe einer Haselnuß, o gleich tnzwéschen schon wieder milde Witterung und warmer Regen ein- getreten waren.

-- Im Laufe des verflossenen Monats Juni find in die vier Seehäfen des Regierungs-Bezérks Strals und 54 Schiffe ein; und 60 aus denselben ausgelaufen; mit letzteren wurden unter Anderem 578 Wispel Wei en , 149 WiSpel Roggen , 401 Wissckßeé Gerste, 115 Wispel alz und 437 Tonnen Häringe ver it.

- Berichtigunq. Jm gestrigen Blatte der Staats-Zei- „tung S. 768, Sp. 2, Z. 57 v. u. [. „mtnder“ sk. „wieder“.

Königljche Over.

Fu Mozart? „Don Juan“ nahmen am 8. Juli zwei Gäsie, Mad. Fixcher (geb. Schwur vdck) vom Großherzoglich Badenschev Hof-Theatcr zu Karlsruhe, a sDonna Anna, und, Herr Eicke, vom Stadt - Theater zu Breslau, als Don Fynn, dre besondere Theil- nahm_e ch" - ublikums in, Anspruch. Dee Erstere gab bereits im Hexbm des _ abres 1831 auf dem Königlichen Opern - Theater eine Retbc von Gastrollen, konnte (:ck aber nur etheilten Beifaa er- werden. Man rühmte damals tbre allerdings Zcrrlicknn, unverwüst- 1rchc1x Mattl, Welche sie unter veränderten Umständen zu einer Küynlcrm ersten Ran es erhoben haben würden; die Ansbildun deryqlben aber, so wxe bre Leisiungcn als Darstellerin ßanden damt „n cmem so ungßnßtgcn Verhältmssc, daß es ihr durchaus unmöglich Jverdcn mqßre, dre Steve zu behaupten, zu welcher man sie, vermöge pbrcx xreffucknn Anlagen, vox: der Natur berufen glauben durfte. Seit tbrcr Abwesenhect hat dte Künstlerin indeß große und bedeu- tende Fortscyxitte gemachx, und mit ungemeinem Fleiß Vieleßnach- geholtz was ehr früher fehlte, so „daß sie jetzt auf dem steheren Wege M, die Hoffnungen zu verwtrk„11chcn, zu denen sc damals bercchithe. Ihre Stimme gehört m' der That zu den selte- nen (xrscheinungenx m 1eder_ Lage Fletch rein, friseh, voll und wohltönend, bletvt m auch bet der gr ßten Anürengung immer noch a.t1gembm, und dringt sclpß über dte siärksie Fnsirumcntirung mäch- teg_ hmdurcb. _Gletch bum ersten Auftreten konnte man bemerken, daß„dte_Sä11germ cxne ganz andere war, als früher; se trug das Nxcttatw het de_r Lerche thrcs Vaters und das darauffolgende Duett nzrc Octavty mrt einem, Ausdrucke und einer Gewalt der Dcclama- tton vor, dre das Publtkumtém Voraus aufs günstigste für ste stim- men mußte. Eben so treffltct) gelang die Arie: „Ur 8:11 (3111 1'01101'0

rä'pira :1 ms rolsch nebsi dem versexbsn vorausgehenden Recitativ, und der Beifalk des Publikums brach [Yer 111 volxcn Strötnen aus. Das Maskenterzett, in welchem die Sangexm fruher sehr unange- nehm detonirte, wurde diesmal von nnen Sttmmen so rein und sicher ausgeführt, wie wir es lange nicht gehört haben, u_nd selbst in der letzten Arie, einer gefährlichen levpe, an w'elcheredte meisten Sän- gerinnen scheitern, und die unlängü selbst etneoKunftlcrin von dem größten Rufe nicht zu umschiffeu vexmoclxte, 1oste „ste ihre Aufgabe auf eine vollkommen genügende chsc; dte schwiertgen Pasagen dcs Aae ro waren so glatt und rein, wre man es von „cincx K11nsilxrin, die :ck von Hause aus nicht als Bravoyr-Sängxrm gtebt, billtger- weist. nur verlangen kann. Die Fntonatwn war an der ganzen Par- tie fasi durchgängig rein und würpe es überall gewesen seyn, wenn die Sängerin ihr Organ nicht bts“we_élen ohne Noth x_u sehr gyge- strengt hätte, - eixt Uebelsiand, der s1ch asber_gewiß werd bcsetttgen lassen, wenn se mit den akustischen Vcrhaltmxsm des Opern-Thca- ters sech wieder näher vertraut gemacht haben wird. -- Das Pu- blikum zeichnete die (Haslin auf da; ehrenvollüe aus, und alle hier bemerkten Steam wurden aUgemrln xmd anhaltend ayplagdiyt. Da der Platz ciner ersien_Sängcrinf1'1r dt„e_große Over_beexn_Köntglichxn Theater leider noch unmer unbesetzt tt_r, und da dte Kunsilgrm stel) auch in Beziehung auf ihr Aeußxres, thre hohe, edle und tmponi- rende Gcßalt wohl dazu qualiäztrt, so gl„aube_n wir, daß durch„dns Engagement dersslben, wenn andere bereits ctngeggngcne Vexbmd- lichk'euen ihr dies sonsk gesiatten, de_m lang und drtngcnd gefühlten Mangel dauernd abgeholfen werden könnte. - Was den zweixen (Haß, Herrn Eicke, betrifft, sq gewann gucl) „dtescr “.*"? gute Mctxxung nn Publikum für fich. Er 111 im Besitze etner krafxtgcn u_nd bie?sqmen Baritonstimme, die er_zu einer so ungewöhnlrcbep Höhe [xtgern kann, daß es ihm möglich wird, böbcrcTcnorparthteen auszumhrcn, ohne dabei zu dem sogenannten Punkttrctx seine Zußuclxt zu neh- men. Wenn auch seine heutige Lctüung mcht durchgangtg als um- üerhaft aufgesiellt Werden kann, so war doch Manckzcs tn derselfbcn sehr zu loben, namentlich der Vortrag der Romanzx im zwecten Akte, die wir selbst von berühmten Sängern mcht mtt dlcskr Zart- heit und diesem tiefen Gefühl sngcn geyört haben. Da de).“ Gast noch jung ist und seine äußere Ersckxemung evenfaus_ f11r_ tbn spricht, so dürfte seine Erwerbuna mcht hloß für em klenxes, sondern auch für ,ein größeres Tbeatey jedenfalls eme w'un- sehenswertheund wrllkommene zu nexmen 1eyn. _- Jm Uebregcn gehörte die Vorstellung der Oper, „dax unter der Leitung des Herrn General-Muti'k-Direktors Sponttxtt smttfqnd, zu den gclungenex), und das zahlreich versammelte Publekum sch|en _seyr zufrieden dqmzt zu seyn. Auf den Hervorruf am Scyltzsse erschienen dee beidxn Ga- üe. Von unserm in der Oper bcschqftnxten„Personalc, vexdtent be- sonders Madame Seidler, wchlche ?te Pz1rtte der Elvira mtt lobens- werthem Eifer durchführte, eme_ ruhmlwhe Erwähnung. „Zn dxr näcbüen Zeit dürfte das Nepertotr der Kdngtchen Over_ew1eder em erhöhtes Interesse ewinnen, da nicht bloß L_):c erste Ausfuhrung dcr Auberschen Over ., 8 011131711 (18 111011240“ bkskkmmt an den 15ka d. M. angesetzt 111, sondern auch, außer der Oper „Lodoeska“ von (Thx- rubini zum 3. August, noch mehrere andere ältere Metsierwerke nass Neue in Scene geben sollen. 4 * * *

861'111101' Börse:.

[)(m 9. „11111 1835. Ümt]. konäs- um] (2916-00111'8-7321181.

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Oesterr. 5proc. Metall,

1'1'31111111'. 95-52. 53 Ust.

Frankfurt-a. M., 6. „Juli. 1021. 1021. 4proc. 98.7... 98,2. Yproc. 58.2517. [proc. 251, G. Bank-Actien 16.22. 1620. Part.-Obl, 1403» 1401. Loose zu 500 (55.1171; 117. Loose zu 100 G. 2131. G. Preuß, Präm.-Sch. 1511. B1. do. 4proc, Anl. 981. 08. Poln. Look 69. G)". Tsproc. Span. Rente IIZ. 39.3. 3proc. do. 24.2. M

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Meterrologische Beobachtung.

Morgens Nachmittags 211.1cnds Nach einmaliger 0 Uhr. 2 UHR. 10 U|“)r. Bcobachtung.

““Um-!"“ “"na-1. *- **

1835. 8. Juli. Lx:ftdruch.... 337.011“ Par.1336,70““§1§ar. 330-97““Par. Quellwärme 7,20 R. 13.60 M. 18,4 0 R. 14,70 R. F1uß1vär111e 17,4 0 R. 12,20 R. 13,10 R. 10,9" R. 00 pCt. 72 pCt. 89 pCt. rcgnixx. heiter. heiter. Wind ....... * O. O W. Wolfenzug ..1 - OSO. »- _Tagaßmiitcl, 7ten. 337,95“ Par... 15,10 R...10,70 R... 8tcn. 330,92“/ 15,6" - 11,550 - 84

Lustwärj'ne .. Thaupunkt .. Dnnfisätxig. , Wetter ..... .

Llusdunftung (1,003**“Rh.

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Königliche Schauspixle. , „_ Freitag, 10. Juli. Jm Opernhause: Dte Vestalzn, lyrtjchez Drama in 3 “leth., mit Ballets. Mustk von Sponttm. (Mad. Fischer: Julia und Hr. Eicke: Cinna, aYs-Gaskrollen.) Sonnabend, 11. Juli. Jm Schauxptelhgxtse: Zum erstem male: Die Familie Hellbrandc', Posse in 'H AMG„ nach 931011- ville und Caramouche, von L. Angely. Htcrauf: Dcr re:]ende Student, musikalisches Quodlibec in 2 Abch. ' _ _ Sonntag, 12. Juli. Im Opernhause: Ftdxlto, Oper_1112 Abth. Musik von L. van Beethoven. (Mad. Ftscher: FWW, a1s Gastrolle. Hr. Zschiesche: Rokko. Dlle. Lenz: Marzelme.) Zn Charlottenbu'xg: _ Tk). Körner. Hierauf; Die Einfalt vom Lande, Luscsptel M1 'Abth., vom [)x-. C. Töpfer. Montag, 13. Juli. , [uzzo, Schauspiel an 5 leth., nach emer alten Novelle, von E. Raupach.

Königskädtésches Theaxer.

Freitag, 10. Juli. Die Reise auf gememschaftliche Kosten, Posse in 5 Akten, frei nach dem Franz., von, L. Angel:). Vor- her: Rataplan, der kleine „Tambour, Vaudevtlle m 1 Akt, nack) dem Franz., von F. Pillthz.

Sonnabend, 11. Jul:. ' haltung in 3 Abth, (Im Ko um.) Erste Abcßeing: 10-0", verture und Scenen aus der per: „der Freisch , von „M v. Weber. 2) Große Scene mtc Chor aus der Oper: „Stmk ramis“ von Rossmi. Zweite Abtherlung; Ouyxerxüre uyd Sce- nen aus der Oper: „Wilhelm Teil“ von Rosnm. „;D-mere A1- theilung: Scene aus der Oper „Othello“ von Rosymr. (Dll; Vial: Semiramis und Desdemona, ,als Gastrolle. ;- Dlle._G11 hardt, vom Stadt-Theater zu chpzrg, neu _engggtrtes Mttglxed “dieser Bühne: Agathe und _Mathtlde, als drtctes Debüt. - 1, Bayer, K. Bayerischer Hofjänger zu München: Arnold Melcht [ und Othello, als chte Gastrolle.) . ] -

Preise der Pläjze: Em Maß 111 den Bogen und im Balkon des ersten Ranges [ Rthlr. :c. ,

Sonntag, 12. Juli. Der Alpenkömg und der Menschen;- fcind, Zauberspiel in 3 Akten, von Ratmund. (Dlle. Muzareüt:

Lieschen, als vierte Gastrolle.)

Rcdactcur ß'o xxx !.

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Gedruckt bei A. W. Hayn. *

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Allgemeiner “An"zeiger fÜr D

.Bxkanntmachung.

Es werd bxerdurch zur allgemeinen Kcnntmß ge- _ . bracht, daß dix Wcüpreußischen, auf der Herrschaft Per Pon-Exvedttenx und Steuer-Receptyr Gustav Bandeurg haftenden Pfandbriefe sämmtlich gekün- Rnchcrt_, ryelchcrm-f den Antrag der tbm vorqe- dtgt und, daß diesclvcn im Hypothekenbuchc geldsuizt s1'137kn Dxcnn-Behörde wegen Unterschlagun Königl. und zu denselben von Weihnachten d. I. ab keine rnninat- neue Kouvons-Series' ausgefertigt und ausgegeben

__ Es wcrd daher jeder Besser eénes bracht werden so te- bgt_nch dervelhxn durch die Vandsbu*gschen Pfandbricfs hierdurch aufgefordert- Flucht entzogen. Alle Ctvtl- und Mtlttaér-Behdr- denselben mit,dcn noch nicht fälli cn Koupons, so- vald als mögltch, spätestens aber v s zu Weihnachten ergebenft ersucht, auf den Ruckcrt cin wachsames d.?é. an die unterzeichnete Landschafts-Direction cin-

Bekanntmachungen, S t e ck b r i e f

Kascnczckdec und wegen Fälschun en zur Untersuchung gczo cn und zur gef ngltchen Haft ge- werden sollen.

den des In: und Auslandes werden deShalb dienst-

Strmnvfjirickers in Berlin-

Auge zu haben, denselben/ wo er (?ck treffen läßt, ]u-zusenden, welcbemnächü ibm sofort ein anderer Weü- Legate an mich zu wenden.

arretcren und unter ficherer Bedeckung solchen héeber prxußischer Pfandbrief von gleichem Betraqe und mat gletchxn Kouvons zugesandt werden soll, und darauf aufmerksam gema :, daß die Nichtbeachtung -* deeser Bekanntmachung Roesener. ; älle vqrgeschrievenen öffentlichen Aufgebots eines fandbraess zur Folge hat. .

den 6._ Juni 1835.

-WeftyreußiscbeLandschafts-Direc- non Schnetdemühlschen Departements.

abliefern zu lassen. Neuwarv, den 29. Juni 1835. Königl. Stadtgericht.

Ségnalement.

Geburtsort: ?euwarv: Vaterland: Gcwdbnbcher Au enthalt: Neuwnrp: Religion: evan-

Behle Pommern; Kön igé

Leipzig, am 1. Juli 1835.

d e Nachtbeile des“ für solche

gelésch-luthcx1sch: Alter: 20 “ahr; Stand, Getverbe: PoZL*Exvedttcur; Größe: ? Fuß, 9 Zoll: Haare: blond, mehr ins Dunkle fallend: Stirn: frcé; Au-

üchtSbiloung: länglich; Statur: kkäf

vejde Lippen anf der linken Seite. B e k ! ei 0 u n g :

tucyme; Sxéeseln: schwarze kalbsléderm; Hut: schwarz

V e k a n n t m a ck Das handeltreibende Publikum wird hierdurch be- gxnbrannen: blond: Au en: vlan; Nase: vroportio- nachrichti 1, daß die Meßhandclswoche der bevorste- mkt: MW): sewdbnlk : Zähne: voaüändég: Bart: benden beségen Laurentius-Meffe mit dem neunten schwach; Kinn: rund; Gesichtsfarbwtkzesund: Ge: künftigen Monats Auguft ihren Anfang nimmt, mit- 9: besondere bin das Auspacken der kurzen Wanken schon am 3ten „(*:-«'nnzeichen: feine Narben von 113111! Länge durch !. Mts, aller andere Waaren hingegen um dtm 1. MI vo11chMiTtagsd12 nthaltx geßxttct 111. . raun we , en 1. u 183“. Roi!- halb !almück, brauner Farbe; Hosen: blau Herzog], Obser-Jnspectkon der indirecten

u n g. 600 F1. Porn. Cour. beträgt.

Berlin, den 4. Juli 1835,

1)1'. Mertens.

Die am 29. Juni (*.. von dem Unt1rzcichnetcn im Auftrage der Bank von Polen zu Warschau durch . die öffentlichen Blätter bekannt gemachte Atzzeige lung, unter den Linden 911042111 so wird gegenwärtig dahin berich)tigt:_ daß der Prxts, x_u welchem die znhlbaren BatrY;Ccrtth«1te über_Polnt; sche Pfandbriefe und deren faUtge Coupons cengc1§u Werden, nicht 97; sondern 98 Thlr. Preuß.(§'011r- tur Auf die bcretts zu 971Thlr céngclbstcn Certifikatc und Coupons kann das hiernach zu wenig Erhobenc vis zum 3111e11 !) Mis, nachträglich in Empfang genommen werdcn.

Moritz Robert, Behrenür. Nr.45.

Steuern.

Wolff-

Lskerarische Anzeigen.

So eben ist erschicnen und bei Amelang in Ber- lin, Brettc-Straßc Nr. 11, zu hahen:

. .... MU- - 11-1 _ W " 11 _.- - ' t , * "W , . .

ae 5211161101111) 611 STURM. Aufforderung. Nachdem der unläsgsi fverzitszenc StquLf-Ülllyd zur Barctmachcr Herr E ren ric „xraugotxxFu1 (: )ter **or- und Mitwclk von ofratb Ur. der anu Dorothee, verchcl- Etrumpmrxgcr Schu: Yeécbenvach, Vorücécr deÉHKönigl. Naturalxt'“

chi) tn ngnenz, und cvcnl'UkÜ deren,.Kdeern, Lo Cabinets, Proscssor der Naturgeschécyte und D wce dcn Ktndern des Herrn Karl Hemrch) Fuchs, mittelst Erbvertrags Legate ausgcsclzt und dxr Y_crtragßerbe ÖM“ August Gottfried Paucrer allhéex uncl) mtr Rrgultrung dcr betreffenden Angelegenheit beauftragt daß, so fordere ick) obgenannte Interessenten auf, _ücn met den erfor- dcrlichen L-egxkimationen wegen Empfangnahme der

Das Universum der Natur,

.d Bele run, Üb.“ Unterhaltung "“ h ZUM"

tor des akad. botanischen Gartens in Dresden- Dritte L„éeferung. „[ DaIThierrcick) énsetnennatürléchenKlS' fen und Familien, entw1ckclt'dtzrchklm g'“oße21nznhl in Kupfer gcsiochcnc btldttcch)“b stellungen für Anfänger und Freunde der takgeschichte erläutert. Preis T(jsgr. Leipzig, Monat an1 1835.

Mag 11 e r' sche Buchhandlung-

. . 11 6**n der Sc! lcstngerschen Buch und MUMM, “; ) eben ersÖWTä Nicodemus, die Entwickelung deTCUnubtUsneu Jesus Cbriüus, „durch, das .lebendtge 211101“Zei seincr Herrlichkeit. Em Gemälde “UZd1rTblk des Herrn, von 3.21. G-Tescvendorf- 1.7 (Zum Ncüen des Altars derjzu rcsiaurcrcnbal St. Johanniskirche zu Suma.)- Der 11 dicses Werkes is das Leben Jesu en Brieen-

D e r

Den Wünschen Bieler nachzukommen hab?" n]

uns entschlossen, den Freimütbigen vom 1- „„

bis December mit 4 Thlr. vränumerando Tl; ; ben, jedoch bittcn wir um baldige Beßellung/ Anzahl der Theilnehmer fich bedeutend mehrk-

l'kk-llßs. präm. - Jebgioz'

Bodenwärnx? 13,8 " R. ;

Niedersehlag 0,032“,Rh. 'Nachtk'atte 10,7 0 R, 71 110.1.

Die Braut, Lustspiel in 1 Akt, von _

Im Schauspielhause: Corona von S1 '

Scenisch -mufikalésche Abend-Unter-

Freimüthiga '

d r e U 13 ['

,Allgemeé'nc

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Berlin, Sonnabend

Amcliche Nachrichten. Kronik des Tages. *Die Köüigliche Akadcmiéder Künste hat auf den'Antrag ibrcr

, musikalischen Section den Königl. Kamnwr-Muslkus Friedrich

Wilhelm Wieprechr und den Hof-Blase-Jnstrumcncenmacher Johann Gottfried Moriiz hicrselbsr, in Betracht der von ihnen genreinschaftlicl)erfundenen und als neu und vorzüglch) bmuchbar anerkangnen chromatischen Baß-Tuba, zn ihren akademischen Künstlern ernannt und die Patente derselben ausfertigen "lassen. * Berlin, den 0. Juli 1835. Königliche Akadenxis der Künste. (gsx) 1,):-. G. Schadow, Direktor, Abgercist: Der General-JFIajor, außerordentliche Gksandtc und bevollmächtegte “))Zittitkc1' am Königl. Sardtnjsctzen Hofe, Grafzu Waldburg-Tknchscß, nach Halle.

. ZeiTU11gs-Nachrichtt0 ' Anstand.

F r a n k r e i ck.

Paris, 4. Juli. .Der Englische und der Séciléanésckze Botschafter, wnrden vorgestern Abend 111 076111111) von dem Könige „empfangen. Gestern arbeiteten “Se. Majestät daselbst mir dem Finanz-Minésker.

Zu der _geßrigen 2871211 Audienz des Pairshofe-s wa- ren 5 neue Angeklagte zugegen, von“ denen 4 dem in Lyon be,- üandenen Cemral-Comit-Z angehört haben, der fünfte aber Soc- tions-Ches der Gesellschaft dex Menschcn-Rechte gewesen ist. „Keiner von alle!: fünfen nahm an den Debatten Theil, und als 'der Präsident sie fragte, ob siedamic einverstanden wären, daß 'soforr zum Zeugen-Berhör geschrétten werde, anxworketen 09, das; _“ihnen dies vollkommen gleichgültig sey. Dcr ehemaligePräfekt des Rhonc-Departenwnts, Herr von Gasparin, der darauf als Zeuge aufgerufw: wurde, stattete einen ausführlichen Bericht „Über die damaligen Ereignisse in Lyon und Über die zur Wieder-

" herstellung der Ruhe angewandten »))Ta-ßrcgeln ab. .Gegen 4 Uhr

wurde die Sitzung dreiviertel Stunden lang ein eskellt. Bei Wie- o-«ökßung' derselben berichtete der General ? ymax, der wäh- nnd, jmer Unruhen bekanntlich in Lyon kommandérte, »Wer die von.1'1)m erchcilten Befehle, dicüberall dahin gclautet, daß die Corps-Qhefsx mic Ruhe und IJIäßiguug verfahren und etwanigc Schmähungen und Herausforderungen geduldig ertragen sollten. 'Der Advokat Fa v re fragte den General, ob es wahy sey, das; nach der Erxfe'n'mung der Vorstadt Valse dic Soldatcn mehrere Gefan- ene erschossen hätken. Der Genoms erwiederte,wie esnur 111öglich1'cy, o etwas vorauszUsexch, worauf der Advokat sich erbot, Thatsachen sür-scine Behaupcung anzuföahrcn. Dcr Gencral berief sich dar- auf, daß er natüriiä) nicht Überall. in Person habe seyn können, daß aber ein »))Tord, wie der von Herrn Favre bezeichnete, ihm gewiß zu Ohren gekommen seyn würde, worauf der Schuldige sofort vor cm Krcegsgerichr gestellt und innerhalb 24 Stunden erschossen worden wäre.. McHTs dcm Aehnltches sey ihm aber gemeldet Morden; anal) würde es eines Franzosen mcht würdig "1111. „Nein“, cvwicderte Herr Favre, „aöer es ist wahr.“ Als der Gcneral-Prokuracor ihm bemerklich machte, es sey doch seltsam, da:? ein Advokat als Zeuge auftrete, um die Armee in Bezug auf Thatsachen anzugreifen, die er gar nicht gesehen, riefen mehrere der Angeklagkcm „Wir_ haben es" gesehen; ganz Lyon kcnnxdas “Faktum?“ und Herr Favre fügte hinzu: „Der Gerichtshof kennt mich l)én(c'1m lich, 11111 zu wnsen, daß, wenn :ck eine Thatsache von solcher Wichtig eir bebaUpW, ich meiner Sachcgewé1§ s?ynmuß. ".).[ber és giebt auch noch andere Beweise; ich habe Jeux],- niffe in Händeu, woraus hervorgeé'xt, daß Gefangene erschossen worden fino.“ General Awmar blieb 11iä)tsdc|oweniger dabei, da_'ß Tic süxzzabe falsch sey, da sonst ohne allen Zweifel die städ- ti_1che Behö'cdc sclbsc Wer jene Moxocyaten bei ihm Klage ge.- fUHrt haben 111111'Oe. Aus dem ferncrkn Verlaufe der Debacccn ergab fich“, daß während der Lyoner Unruhen von dcm Milicair ZLL-Mann zur Hälfte gctödtet, zur Hälfte verwundet worden sind. Von den Einwohnern blieben 109 auf dem Plaße; die Zahl der Verwundeten wird nicht angegeßcn. -- In der heu- ttgen Audienz brachte der Advokat Favre dyn obigen Gegen- stand noch einmal znr Sprache; Ek erklärte, daß, da sein eigenes Wort in Bezug auf die Erschießungen dem öffentlichen Ministe- rmm Tags zuvor niché genügt zu hach scheine, "er heute 4 Zeugen

, ?oxgeladenhabe,dieseineBehauytung bckräftigenwürden. U::tcrdic-

ßn'UmständenhielcderP r sc“ d e nt es denn doch derKlughetcgemäß, jedenfalls" einzulcnken. Er bemerkte daher, daß, wenn die angefühkten hatsachen auch wirklich gegründet wären, sie doch den Anstif- 4t_ern der Unruhen in Lyon nicht zur Entschuldigung gereichen, 19nder11 höchstens dazu dienen könnten, den Gerichtshof nachs1'ch- "M' für die AUgekwgccn zu scjmmen. Aus den Aussagen der vorgeladenenZeugen schien sich allerdings die Richtigkeit der Be- UUptuug des Herrn Favre zu ergeben, da z. B. einer derselben

kkzä Tce, er habe mit eigenen Augen gesehen, daß auf der Tils-

Uk rücke ,ein Gefangener von den Soldaten erschossen und der örper in “die Sakmc geworfen worden sey. Es fiel sonst bis zum Abgange der Post nichts Benwrkcnswerthes vok. In der Sitzung des Assisenhofes vom 2. Zuki wurden mehrerePersonen vernounnen, die dem Herrn de La Roncicxre jm Ugemeinen das Zcug'uiß gaben, daß cr sich in der Gesellschaft .sxuc und at1_skändc'g betragen. Ein Verwandter La Noncéére's, Herr_von Ehélincourr, sagte aus, daß cr dem Bedienten Samuel eme1ehr bcdeucende Geldsumme geboten habe, wenn er ihmden e1?sassey .de1' anonymen Briefe nmnwn wollxe; djcsck habe ab.».- ßcts ye1's1chert,daß ey nichts davon wisse. „„ Nach Abhörung sänmu-

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licher Zengen nahm Herr OdilpnzBar-roc afs Advokat dcr * Klager das Wort, und äußerte slch tm Wesentlichen wie folgt:

_„Metne Herren! Wexn es ein Vkrhreckzcn giebt, wclckxcs 111-131 allem Pie ganzc ' txcnge des GesetzW, sondern auch das Brandmal dxr dffen„tl_1chen Mcmung verdeept, so ist es dasjenige, für wclMs d:: Fe:1nax:e.Morc_U eine glä11zex1de,(§smrge1_mung von Fimen ver- 1«1ng_t. (xs gcebt 111 der Thax ttecvts-F.1geres, nichts Entchkcndercs, al:; jenes Amntatzgvckciws nc!) „nn der chwää)» an der Unschuld- f-„1s1 noch a11__der Ktndlxit vergrctst, wclches im Dunkeln vkgangsn 1v_érd und nch met Geheimniffsn umgkcbt. Fcnes Vcrbrrcven ist, ferner Natur 11.151, fast der Ungrüraftheßt gewiß; dexm abweichend von aUen üratbaren Handlungen) bei dcncn maxx slch Erfahren “am“:- ssk-“Zk, hat cs dns Eigcnthümxiche, dyß drm Opfer das SÜÜWWÜ- gcn gewisernmßen zur Nothwendtgkeit macht. So weit geht die NbZksckvnack'thrlx _dcr Vornrtyeéle der 214111, daß, wenn das SMacbt- 912121; klagt, _scä) glei-Hsmn cm (351121 dsr Zweifeisucizt und des Zlng-gubcns, em unycstnmutsr Hang zu bßzarxigen ?llxslcgutiqen dcs Publtklxnis bemächttgt. Hat das unglückliche Schlachtopfév nicht 111111111111 dcm Rlec dcr reinsten Tugend gcskandcn, ift cs nicht, wie m- dtc1em Falle, CM Kind, welches unter den Ange" seitxxr Nestern, [ctnereFreuH-de gelebt bar, 11110 deshniv außer 01113111 VerdaM séeht, yo warde etrze solche Stimmung zu vcfü-xäzten seyn. Mc Vcr- lexxmdung, dtxse ntoralksche_Sc11änHung, vé-cllzéäu noch fürchteréé )er LULS hic matcreene, würd: ehr Opfer 109111" 111 Dem Foeiligthume dcr ;;ustez“ anksuchen. Dtese_Sacl)c,' meine Herren, 1'11 nicht dic ci- I?? cmzelnen Mutter, es isl dre aer Mütter., aücr Familirn. Wte 1111111che liebende Matter wird nicht, wenn sie Kuude von den nah_cren Un1siändctt_ dicses Prozxxscs erhäét, mit ängßlicl)er Bcsorgmß denken: „„th: ich auch 113ny s:“chcr im Innern Meines .HauscZKW/ - *Ich, meine Herren, M dieser Lage brauchen wir 1111Z,111c1_)k zu crhttzen, wir brauchen uns nicht zu bcmühcn, unser ?ltcdttortum qufznxkgcn und für unserm Gegenstand xu énkcrcsft'ren; x_m Gegezjtberl, dee größte Schwierixz'r'ei-t für 11125 besteht darin, 1117- terer Autregung Herr_zu werden, uns Ruhe", Mäßigung aufzulegen; denn wjr verlangen kein in der Leidenschaft erlaffcncs Urthcél, son- de1:_n1v1r fordern Gerechtigkeit pon Ihrer Ueberzcugung. Und ick), dcnen games Leben der Vcrtbcjdegung deangeklag-xen gcwidch war'- uny dcr tc!) durcb eme. grausgme Ausnahme, hoffentlich ch einzige in nxcxnejm Levenxdie'Sttmme gegen _Nngcklagtc zu erhcben im Begriff bm, :ck xverde, wee groß auch mcm Abscheu vor dem Verbrccvcn und wie mnig nyc!) meine Ukberzeugung sswn mch, uke Vct'gcffcn, daß ich es mir etnem Angeklagten zu thun habe; ick) werde ute ver- genen- daß man mbst das'so gerechte „Gefühl der Entrüsxtmg niävt mißbrauchcn darf, das; dee Verurthktlung aus einer," tiefen, voll- „kofmmenen Ueberzcngung hervoxYehen muß, und nicht aus einer ““letdcnsckxaftlicvxn Aufregung. Ick)“ werde Ihnen also, 111. H., “enden: tcf) Ste dem lebhaftcn“ Eindrucks der Debatte entfülxcs, noch einmal die Thatsaxhcn des Prozesses ins Gedächtniß zurückru- fxn, Ihnen dann“ auxrtcwig und „ehrlich meine Ucberzeu'gung, und dre Elemente, aus „denen ich fie geschöpft habe, darlegen“, und Sie darguf Ihrem G'cwtffen Übkr'MTex?“ * Dcr Redner sÉf-ÉWIL'f 11.2111 znxiß'dcrü dés- Familéc Moch. von .?:r Niemand *:!“st Sch11mmcs wech, und den Angeklagten La Roncé-É-rc, gegcn dcn s1'ch tausend Stimmen erheben. boshaft, voU|berechncndcr Tücke; er war kein Spicker, nahm uécjyt Tbrel a_11 Trenkgxlagcn, und mußte dock), ehe cr :?!) Jahr alt war“, durch staben Rxgnnenrer wandern; man schickte ihn nach CURA!!!) er kam ungebenxkt zurück: :ck) have in dcn Akten des K*rt'cgs-Mini- 11er1u111s„naehgeskhen, Warum man ihn so stölngk behandclte, Was" satzd :ck)? Nicht einen Fall, wo er etwa gegen die Suvordination gefehlt, sondern bloß Mcßbnndlungen geqen Untergebene. Bald yatxe ct; emen Soldaßn geschlagen, bald einen Stallinecht grausam gczuchttgt, bald scm “Pferd mitten unter Frauen und Kin- der_ gesprecngx, balp emen Maire 'in seincr Amts : Kleédnng auf's (Hroblxchsle :nsultirt. Auch üand deshalb der Ange- klaßte m cinem , [cl)lcclhten Ruf, und als die Nachrécbt von den anonymen Brtesen zu den Offe'zieren drang, rirfen sse aUe fast aus einem_Muncde: „Das ist La RonciöreNW AlsHerr Odilo"- Barrot bet Exzahlung der Thatsachen auf da?; schriftlicne (“5,31“than- ntß La Ronct'ure's kam, sagte_ er: „Der Bcsicgtc (Estouin), 'dsr Verwundete tm Duel], schymbt dem “Sieger die Bedingungen vor; ex verlanZt pon ihm emjsckmmyfliches Gcständniß, und dicser läßt stch dc1n11thtg„dazu bcrctt finden M. H., prüfcn wir uns", jsdcr _Emzelqe m setncm Jnnxrn! Ist Einer Von uns, der die Wahrheit jchr1_ftl:c1)'e1naestchcn wurde, wenn man se auf eine so bklridigcnde ?Zene, _wsx Estouc-lly, von uns verlangte? gcschwcige denn eine Lug?! Wte, bci dtescr Gelcgcnheit zeigt La Roncixxrc nicht das gc- rmgüe Gefühl mxnscblicher Würde! .Der Angeklagte wcjnt und tobt, wcnn ,mgn sex.“:(n Muth blxweifelt; und er wéint niäzt, wenn man „ihm dxe 1ch1nahltchs1e11 Bedingungen vorschreibt; im Gcgcntheil, e_r 1v:_ll:gt cen,_ “. bckennt 1111) zu ckmm Verbrxcben, dcsM 1711) selbst 9111 Ebrloser jammert dürfte,- tndeß am Mann von Ehre lécbcr tau- 11-1td Tode sterben, als fich auch nur einen Augenblick, auch nur im S.“!xerz zu einer solchen Sckyandxlmt bekennen würds. Wir reden hier vlovß vyn dcm M*:Uschen, wir crmncrn nicht cinmal nn dcn Offizier, dexxcn _mnexsies" Leben, dcsscn innerster Gedanke die Ehre seyn soll, jvktl stck) seine ganze Stéliung auf Ehre gründet, und der hier sei- 11611 Kameraden sagt: „*„FU) bekenne mich zu einem Verbrechen, das mec!) 111 Euren Augen scbändct, um das Aussehen cines Pro1cffes zu vermetdcn und meenen alten Vater zu 1“chonen!““ - Wir lasen uns nicht harauf ein, „zu untcrsychcn, ob es für La Ronciärc kein anderes Mattel gah, dre Ehre semxs. alten, unglücklichen Vaters zu schonexx; Jeder möge O_as nach sexycn Gefühlen bcantworkcn, und _möge nch fragen: ob des Ausrcde cine Enrscimldigung für M* That :ü!“ Alsder Advokat auf die Gründe kam, welche die Familie Morell veranlaßt hätten, lange Zett Schweigen über das Attentat vom 23. Scxuembcr zu beobachten, verlas er eine Note, die der Ge- neral von Morell kurz nach dem traurigen Ereignisse geschrievcn 1)a,tte. Sic lautete folgendermaßen: „„O, Schande! Schmack)! Furchterltcbxs Unglück! Erinnerung an ein VcrbreMn, das mich ms Grab fuhren, gnd den Untergang aller der Mcinégcn herbeifüh- ren wird! Werde sch die Kraft haben, das auszuschreiben, was in dem tiefüen Innern der Erde begraben werden soute? Das Unge- heuer. untcrßützt von dem Elendcn, den er bc|ochcn hatte, ist in das Znn'mer metncyTochter xinqestiegen, und hat dort Alles an ihr; verubt, was dee schändltchste Brutalität nur ersinnen kann. Dceser Dämon, den_ die Höße zu xmsercm Unheil auszgespiren, hat wegar dee Grausamkett so wett getreebxn, fia) seines Verbrechens zu ruvmxn und uns relbß von ayen Dctatls seiner furchtbaren Säxand- that tn dcn anliegendxn Breefen zu unterrichten, Weche déc bc- üemmteficn Beweise ferner Schuld enthalten und ihn aufs Schaffott f1'1_hren„könnten. Und ick, habe, um mein unglückliches Kindnicht önentltci) zu cntchren, das Al1cs verheimlichen, tausend Qualm, tnuscnd Tode erleiden, dic. Pficcbtcn meines Standes &füücn und schreckliche Fxfic geben müssen. Marie, geliebtes, süßes Schlacht- opfer; Du, dre mtr das Liebste auf der Welt war. Engel an Nein-

„Ein harter, unvertngliMer Charakter, kalt,

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heit, Hoffnung Deiner Famélie, Stolz Deiner ?leltern- unscHnldx- 915, auf die feigstc Weése erwürgtss Lamm, xyenn 17143 W020? NL Du noch nicht emgxtreten wakü, DW) zurücknößt- so 1151179211? das Herz Deines Vaters immer ein Zufluchtsvrt seyn. Aber dtsfcr ieöte ZußuchtSort wird Di:: bald fehlen -- décscs so gcnmrterte HM; WLW der Kummer bald gebrochen habcn! (gez.) von “Morelx.““ (O,"- ses Schreiben, wclckzes Herr Barrot mit net?? Ruhr::ng "_ck Tone vorlas, machte eincn unbeschreib1ichen (xsndruck Wx d!- Versammlung. Alle Blicke richteten sch (*.*-7.7 DM GUTEN M9- rcll, der vergebens seine Thräncn znrüékzxxhaxééxx sUMS-y HM" Odtlon-Barrot ging, nachdem er die Farm der)“ MozkskÄMNUMFT hqtte, auf das Vcrthcidigungs-Sysicm des Anngagren uhcr. Ec ermncrte an die Bosheit, mit der man Gerüchte vam Der_SwwangeN schaft-dcs Fräulejns Marke in Umlauf gebracht. und «ck _vor (He- recht mit den Worten entschuldigt habe: „Es hätte doch jc11:1„kön- nen.“ Das Gutachten der Handscbrkktskundiqen griF He??- Ö011011-7 Barrot erst dadurch an, Daß er auf einzelne Aehnlichkeixeu 11113 wee- der auf eénzcluc Abweichungen hinwies, die dcn-KnnUVcrfiandégcn entgangen wären; dann aber that er imAligenwincn dar, 14316 107573- vcrlässtg _dtc ganze-Kunst ch Handschrifts-Expektise,sey. "XT“ bekté mehrere Beispiele an, wo aufdie Außsagc von Fyandschrésts11mdigctr Leute vcrnktheilt worden wären, indks; sic!) späkcrhén ihre 111111131211) ergeben habe. Einer der Fäüe von der Unzuverlässigkcit dchunn- verständigen brachte die Versammxnng zum Lachen: Vor kurzem legte cine Gerichtsperson falsche Aktenstüä-“x vor, um sie mét der Handschrift des Angeklagten „;_;-, vergleichen. Dre Handsckxréjych Angr- klagten bcféndet steh auf einem Bogen, auf-deffsn Rand DerR:chtc_-r sckbst wettläuftige Bemerkungen geschrieben hat. Der Sachvcrßändége glaubt, dicse Bctvcrkungen habe dcr Angeklagte geschréebkn, und WM fem Gutachkcn dahin ab, daß diese Handschx'éft mit dcr in dem falkchen Aktcnstückc ganz identisch fm). Dex“ Richter“ wurde also dadnc-F) für den Verfälscher erklärt! (Gelächtex') „Ein Handschréftskutxdéger“, fährt Herr Odilon - Narrot fort, „dcr ein Verwandter dcs Herrn St. Omer ist und den. wir gestern vcrnounnen haben, erklärt fclvü' in einer S§11rift „Ueber die Kunsi, Handschriften zx: p1*äfc11-'-“, daß ihm die vcyrändé e chbcrcinstémmunz; dcr KunsXer-"räydéßkxx, indem seit M Jahrcn ein einziger Fal] vorgekommen, wo nc vc3“_sc;*,_é;drt1xr Meinung gewesen wären, 6111 Räthscl sey. Mir aber _!!! nc kent Räthsel; die Kunüverßa'ndégcn wollm das" Vertra,uen_1n 11,11“; angeb- liche Unfehlbarkeitnécht schwächen; deshalb werdcn nc nic cingefke- han, daß üs vers'chéedener Meinung snd. Bcé'Gelcg-enhcét des Pro:“- zcffes des Herzogs von Rovégo sagte „Herr .Puvin, dic .',“)andscßrkfts- kundigen glichen dcn Römischen Augurcn, nc könntct: sicb 11151314111- sehen, ohne zu lachen.“-Herr B" 1-01 erinnerte mit _wcnigcszor- ten nnAlles, was in den Debatten ü “eédécuußerordentliäxc (558011137101)- *keitLaRonciér-x's 'in-derNachahmungökunstgesagt“ WWW, und forderte die Geschwornen dringend auf, die Handschriétcn selbst CÖUU' gcxmuen Prüfung zu unterwerfen, und besonders aufdéc orthogkavhiscixcn Fxblcr aztfmerksam zu seyn“. -Wie sollte, meinte er, Marie von Moch, wenn ste Verfasserin dev anonymen Brisfc gswcéen,“79111111117-911911111111: seyn, orthograpbisäze Fehler zu machen, da sie schr riclzxig 1'1T)1'eibt.7* Das würde einen Grad von Versxhlagenheit vorauEscycxv, dcr gar nicht anzunehmen ser). Von dem Angeklaatcn scx) es indes; crwicxen, daß er oft unxechtég schrsébc, imd sklésaU'IUVcisk. fändm sci) iu-dm a'nomxmenBrec-„fext gerade solche ortHograpHésckxe Fehler, 11112111“.- man auch 111 fernen frühcren Schriften bemerkk. „Es gicbt“, sagt: Herr Odtlon-Yarrot,_ „noch eine andere Art von Expertise,“ «11-3 dée'der HandschrtttZkundtgcn/ und diese Exvcrkisc ist unfehlbar. S18 111 111cht rc:n_matcr1c11, sondern erfordert etwas Vcrßemd, MDM: cs dei ck17 daran? ankommx, den Verfaffcr der anonymen Brief.? «1115 seinen Sxtten nnd»aus scinem Lebenswandcl zn crkcnnen. Mm;- hnt ge- sagt, der HU)! scx) dex Mcnsci), und das 111 sehr wahr. Es 11? lcrchter, dre Handscbrrft eines qu'cbcn, ais seinen SW! 11.411151:- al)n1xn, Wenn der Styl tetwas Etgcnthümlichs hat. Gölze71-wii? zu dteser moxaltschen' Prufung über. Smd dis nnonmucn Briefe von Jem Frgulxin von Moch? Maréx von Morel] ist 17 FWW ' alt; ne 10 me tm Theater gewxsxn, hat nie Romane gclcsen, und hat das Lesen selbst aus der hctltgeü Schrift gelernt, Etc 171 m?"! solocher Strenge erzogen worden, daß die Familie sogar oft der un- glucklichen_M11tter Vorwürfe darüber machxc. Aber Fran von'Mo- rell schien m threr Handlungsweise von einer Art VLM V01chefäbk geleitet'worden zu scyxt Sie schtcn zu ahncn, das; ihre Tochter? ganz re'm txnd vortvnrtsfret seyn .müffe, um dicPrüfunq zu brüc- hch, dae d'tc Vorsehung ihr aufbewahrt hatt.“; Nun,:"sx aber'der Styl, der tn Hen anonymen Briefen herrscht, bald" dsr cines Han." dxgens, der stäxohne Rücksccht-dcr allcrvlmnvüen Ausdrücke “be- 2319111, bald der etncs Wüsklmgs, cines Roués's won gutem TNT, dw: mat, Phrasen aus Komddx'cn oder Romanen umhcrwstst, Zn'cinem Br*tcjk hctßtxs: „„Dtexse Hunde von Gläubiger drän-zcn 1111-31) von aUey Sekten. "Hole ste der_ Teufel und -mic1) 1111110“ M. F).- wcnn 'dte HandschxxstF- Kundtgen zu Ihnen kämen nnd" *.;e*»*fi.-= (HMM- Jhre 101ahrtge „Tochter habe das geschrieben, würden Ste tbnen mcht mtt Entrxtßung antworten: „„Das lügt erx-M Herr Barrot [qs sämmtlcche_anom)1ne Brücke [“am-Wx, 4:11:53 M,: dßnnyus: „Meme Herren, wenn es Marie von Morel! gewesen iß- dre dtcsc :eu111schc Korrespondenz geführt, wsnn sswdéksén scbändli- chen Plan aggecht und ausgeführt hat, so brandrnarkm Séc die- selbe; dexxn ne tft dann das merkwürdégsW Ungether, wxlcßcs se1é langer Zett auf dem Schauplakze der Welt crschéencn isi, ein Wesen, dem Has Verbrechen angeboren_ ist, eine teuflischere Schöpfung, als alle dre, welchekén neuerer tht die crhéizte Phantase unserer Dra- _maturgen ans Ltck)t gefßrdert hat!“ Herr Odilon-Barrot bewach- „tete noch sehr ausführltck) die Behauptung des Angeklagten, daß die ganzeeSackw „von der Familie Morell angezcttclt wäre, um wn ins Ungluck' zu stürzen, und wie:?„das Lächerliche nend Abgeschmacktc ci- Ukk solchen Behauptung auf eme sehr überzkugknde Weise nach. O5: AuSsa_gex des Glyscrmeisters Jorry wurde von Herrn Barrot zu ei: nem yehr'sckyarfsmnégext Arguxrxentc bcnußt. „Der Angeklagte bc- hguptet“, sagte er, „dtx Famtlee Morell habe die ganzeSachc ange- ütftet, und er hat vtel Wertlwauf die Aussage des Jorry e- legt, der behauptet, das Loch in dcr Fensterscheibe sey er Art gewesen, daß_man den Drehréegel nkcht habe errcichkn,'und also das Fenster mcht öffnen können. Man müßte in der That die ungemeéne "Klugheit der Familie Moch_bewundern, wenn se ihre Komödie damit anß'nge, dic Fenßerschstbe allf'eine Wcésc zu zer; schlagen, daß man das Fenüer mcht von außen öffnen konnte,“ _'__ Nach einem dreistündigen Vortrag, der, nur einmal durch das Un- wohlseyn eines Geschwornen wemge Mcnutc-n unterbrochen warde, gelangte Herr Odilon-oBarrot zum SWLi-ß seines Plaidoycr's „Es würde der unglückltcbske Tag meines" Lebens seyn“, sagte er" „an welchem mcine Sttrnme dazu bcigcrragcn-hätke, cinen Unscbul; digen zu verurthejlcn. Aber, in diesem Falle, éck) erkläre es, ßkbk mcénc Uebcrzeugung unerschutterlccb fest. Fc!) bin in die Alterna: téye versetzt, entwcder Marte von_Moch oder" La Ronréézvc zu ver- urtheéleq. Als Mensch, als Fannlicnvater, Allem qehorcbend, was "an Gervts'cn unh Vxxynust-Y mir ist, kann Scl") 71icht schwanken. Meine Attfgabe ":| erruUt; Ste, meine Herren Geschwornen, hq-