der KöniglickerevoUmächtigte an der Universität, Geheime Rex gierungs-Rarh ])1'. Delbrück, den Toast auf das Wohl Sr. Ma- jestät ausbrachte. Aber auch im Kreise der Jugend sollte die Freude herrschen, und es wurden deshalb die Zöglinge der Frau- ke'schen Stiftungen Mittags festlich bewirthet, auch unter die Kinder der Armen-Schulen Backwerk vertheilt. Des Abends ertönte der laute ubel aller Bewohner der Stadt an den ver- schiedener: der ]esel igen Freude gewidmeten Pläkze.
- Zu Prenzlau (aus Welcher Stadt uns ebenfalls ein kurzer Bericht zugeht) folgte dem öffentlichen- Gottesdienste der Garnison in der Kauptkirche ein Muß! est des, nach dem Mu- ster des großen O ärkischen , dort fich ildenden Männergrsqng- Vereins. Um 11 U r versammelten fick) die städtischen Behör- den u der statutenm ßigen öffentlichen Sitzung in dem geschmück- ten aale des Rathhauses, um den Tag des Vaterlandes durch ein neues gemeinnüßiges Werk zu begehen. Es wurde der Neu- bau eines würdigen, der Rikolai-Parochie, ngleich aber auch der Ykiiitair-Iugend gewidmeten Schulhauses beschlossen. Der Rest des Tages war „geselligem Frohsinn gewidmet.
-* Auch gestern Abend fanden hier noch einige Zusammenrot- tungen, namentlich unter den Linden„ statt, und es wurden ein- zelne Exzesse verübt; den aufgestellten Mannschaften gelang es „doch bald, die Menge au6einander zu treiben und die. Ruhr wiederherzufkellen. Von Seiten des hiesigen Magistrates ist eine Aufforderung an die Einwohner ergangen, der Behörde in ihren Bemühungen, dem seit einigen Tagen verübten Straßen-Unfug zu steuern, hülsreich an die Hand zu gehen, und das Publikum spricht fich auch allgemein mit der lehhaftesteu Indignation gegrn die, trotz aller Ermahnungen , immer noch hin und wieder vor- kommenden Verlelzungen der öffentlichen Ordnung und Sitrlich-
keit aus. -- Berichtigung. Im gestrigen Blatte der Staats-Zei; tung S. 882, Sp. 1, Z. 26 v. U. ist zu lesen: auf der mini-
jterielien Seite, statt: auf Seicen der Opposirion.
Der Redaction sind in der, in Nr. 201 dieser Zeitung befindlichen Beurtheilung über den unlängst erschienenen ersten Band der Schrift des rn. Freiherrn von Zedliß-Neukirck) „Pan- theon des Preußischen Yeei'es“ einige materielle Irrrhümrr nach- gewiesen worden, die se hiermit zu berichtigen für ihre Pflicht hält. Was zunächst die Auéskellung betrifft, daß Hr. von Zed- litz bei seinem Werke weder eine alphabetische, noch eine chrono: logische Folge angenommen habe, so ist es allerdings“ dem Re- censenten in der Nr. 201 der St. Ztg. entgangen, daß vdnS-eirr 16 ab die „Jahre 1815, 1810, 1817 u. s. w. auf einander folgrn, und daß in jedem dieser Jahrgänge die Namen nach dem Al.- phabeee geordnet sind. Da ferner, nach dem Plane des Hrn. Verfassers, der erste Band seines Werkes nur die Thaten der in dem Zeitraums von 1815 «- 1825 gestorbenen Füh- rer in der Preußischen Armce der Nachwelt anfßewah- ren soll, während die Periode von 1825 1833 dem zweiten Bande vorbehalten bleidt, so konnten die Kamen York, Gneisenau und Valentini in jenem ersien Bande nicht vorkommen. Eben so wenig konnten sich in dem Anhange, der das „Pantheon der gefallenen Helden“ enthälc, neden den Generalen Schwerin und Winterfeld, auch die Namen Sridéiiz, W. S. v. Belling und Saldern, oder aus einer früheren Zrir die Namen Dörflinger und Barfuß befinde1:, da diese Männer eben nicht auf dem Schlachtfelde gebiicßen sind. Die Redactiori ift sch)iicßiich auch noch darauf aufmerksam gemacht Worden, daß die Generale von Thümen und von Wittich bereits in den Jah.- ren 1820 und 1831 gestorben find, was dem Reccxxscnten in der Nr. 201 der St. Z. unbekannt geWcsen war„ und wotmck) diese beiden Names an der betreffenden Stelle zu streichen seyn WÜWSU.
Aus dem Gesagten ergiebc fich, daß Herr von Zedlitz sui) bei ssiiier' Aröeic allerdings von einem bcßimmten Prinzips hac [eikrn lasen. Ob die gewähite Eintheilung zu loben, oder zn ca- 02111, darüber maßc sich die Redaction icin Ureszeii au.
Meteorologische Beobachtung.
Morgens Nachmittags Abends Naeh cinmakizer 11 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
336,71?“ Par.!336,73““chr. ' 336,74-“qu, Quenwärme 7,5 0 R. 11,3 " Zi. 20,7 “ R 1 15,1“ R. FluSwärme 15.150 N. 6-8 o R“ 5-11 o R' 4-4 0 N' Bodenwärmr 13,2 " N. !19 pCt. ..)/1 :(.» 43 pCt. Auddünfiung 0,0319“Nh.
britrr. heiter. heiter. _ Wind ...... OSO. OSO. OSO. Nlédsrsäxlag 0- Wolkenzug ..1 -- OSO. 1 ** Nawtkälte 10,1 " R. Taarsmittel, Qtek: 336,81!“ Par... 13,8 " R...1;,3 " R... 50 pCt. “ Sten: 336,73“- - 15,61- : 5,7 0 - 49 :
1833. 5. 211151117.
L;:ftdruck.. . . Lustwärm: . . Thauprmkt .. Dumxsattig. . Wetter ......
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3-3 ZKF. 1171611, ]. 111155711111. 5x: 12491. 11121. 13; 98,7... Kuuo 141111. 5733
Königliche Schauspiele.
Freitag, 7. August. Jm Ovrrnhause: Die Zauberflöte, Oper in 2 Abts). Musik von Mozart. (Hr. Hahn, vom Hof-Theater zu Kaffel: Sarastro, als Gastrolle.)
Sonnabend, 8.21uguji. Im Schauspielhause: Preciosa, Schauspiel mit Gesang und Tanz, in 4 Abth, von P. A. Wolff. T'Nufik von C. TN. v. Weber.
Sonntag, 9. Augusk. Im Oprrnhause: ,Das eherne Pferd, Zaubrr-Oprr in 3 Abrh, mitTanz, nach dem Franz.: 1.0 «1107111 111: 11101121: des“ Scribe, von dem Freiherrn von Lichtenßein. Musik von Auber.
Zn Chariotrcnhurg: Sohn odrr Braut, Lustspiel in 1 Auf.- zug,_von G. HarryF. Hierauf : Der Mann im Feuer, Origi- naixLuxispiri' in 3 Abth, 1901: Schmidt.
Königkkädrischs Thrurrx.
Frcixag, 7. ?iuguft. (M17 Hoher? Begehren.) Zum ersten- maie wirderholr: Titus, Oper in ?- Arien. Musik von Mozarr. (Dise. Viai: S-rxcus, ais Gastrolle.)
Prris»: drr “Plätze: Ein “(1315-15 111 den erxen 111111 im Baxkon des eriken RanZ-xs 1 Rrhxr. :c.
Soxinabrnd, 8. August“. Zum erfrenmale wiederholt: Das gkoidrne Kreuz, Lusrsrirl in 2 Akten, frei nach drm Franz. von G. Harrys. Hierauf: Zum ersicnmale wirdrrholc: Die Wiener 1,11 Beriixä, Posse mix Gesang in 1 Akt, von K. v. Holter“. Die IirstrumenraixOJi'Usié 1,11 vom Herrn I)iufik-Direktor KUqler.
SOUUTÜZ, 0. 211,1insi. .Di-3 Goidgrotte des Geisterbanners, oder: Noch einmal jitng, Zauberspirl mic Grfang in 2 Akten, W" Z- C' GUWM- Musik von Franz Edlen von JJZirrinrlli.
“711361113015 Machrtchterr
Paris, 31, ZM. Drr König fiihrte vdrgrsrern ?iörnd den Vorsikz im Miniücr-Rathe urid, rmrß'nq darauf den Oester- rrichischen Botschafkrr, die Gesandten Belgien:“; und Portugais, drm Präsidsntrn drr PairNIDmmer, die Hrrxoge von I)iduchy 1,1111) 14011 Chriseui Und mehrere Pairs und “Députirte. Gesrrrn Y!.UKJU'LUUZ ardrircre der König mit dem Consriis- Präsidenten. 11112 1 Uhr crscixicn rine'Dchtarion drr Mirglieder des Zusti- MH, 11111 drm J)?011archrn ihre Theilncahmr zu bezeigen; in gi-(i- chrr ?ldsicht fanden sick) dir Friedrns-Richtrr drs Semr-Deparre- 11:e11rs, der Präfrkrur-Rarh, drr Stadkaath von Versailles und dir :Osfizirr-x dsr TiKarionai-Gardc des Seine; und Oiir-Departe; ment.“; rixx. 1111: 11,- Uhr hatte Herr J. Laffirrr eine brsdnderr Audienz brim Köhigr. Sr. Majestäi arbeiteten darauf mit mch- rerrn “"))Tiidii'irrn.
Die Urrzrd i;:iben drm Könige gerathsn, sch einige Tage lang riiiiét anzdférciigrti; drr König, wird deshald heute und mor.- 5911 l_sinr Depurationen empfangen, die sich rinskclien möchten, um ihr zu begleréwiinschen. An zahllosen G111ck1VU11schk ?idrrs“:
Nachstrhrndcs ist der wcsentlichc Inhalt drs Beschiuffcs, den der PairÉ-hof vorgestern auf das Requisitorium drs GLUÉMl; Prdkrtrators Martin grfaßr hac: „ Nach C'irxsi-Ht der gestrigen Königl. Verordnung, so wir drs 28. Artikels der Charta, und Urachdrm über den “901th des Gcnerai-Prokurdtors berathschiagt worden, besäjrinizzk der Gerichtshof diesem [el_zccrn det; Empfanzg seines qudiiitori'i-TMZ', enthaitend einer Klage gegen die Urhrhcr und OJTitschUldizxe des gesrern aus die Prrson des Königs grnmriz- tcn JI-"ordansrhiags; bcsirhic, das; voii dem Präsidenten des Ge- richtshofes Und von denjrnigcn Herren Pairs, die er zu seixirr Assistenz und Strliverrrrrung auSrrsrhcn wird , unverzüglich zur Einleitung drs Prdz-M'es gcschrirtrn irrrdr, damit demnächst das wriccr C'rfordrriichr in der Sache geschrh-z; *- besiehit ferner, daß bei jenem Geschäfte die Functionen, die der "128111? Artikel der Kriminal;Geriäzts-ordnung dcn Rathskammern zuthcilc, wo:; dem Präsidenten, dem von ihm mit der Brrichterstatiu11q zu br- aitfcr'agendenP-air, Mid danyrrren Sigitirr, Sim-Zon, v. Baffimo, Boyer, Thenard,Tripier, Zangiacomi, Gérard, von Argort, von . :? ntebeild, Jacob Und Barthe übernommen werden, die sich, hinsichtiich der“; zu beobachtenden Verfahre11_s,11achdrn „Bestimmmigen der Kriminai-Grriclchordnung zu achten haben und nur bcrakhschdrgen dürfen, wemi ihrer mindeiiens 7 zugegen sind; - verfügt, daß dir BLWÜSUUUU, so wie die bereits arsgetwnnnenen Protokolle soforr dcm (?.?eriäxrshrfe vorgelegt werden, und dar; die Vorla- drmqen durch die HUissiers derKammrr erfoigen sollen.“ »- Dir. ser "Beschluß isi von drm Baron Pasquier und 112 Pairs 1,111.- trrzrichnri. Bevor die Versammlung auseinander ging, rrkiärkr der Präsidcnr noch, daß er sich fÜT' Behinderung-Zfälle während der Z12sir11crion drs Prrzrises den Herzog Decazes, die Grafen von „Bastard, Pdrtalis und von O)?onta!iver, Herrn Girod, den Baron von Fréviiie, den Präsidente : Félix Farire und den Marr; schall (Brach “DJToliwr sudskimire.
Das Journal des Débats sagt in Bezug anf die gezsrrige Sißung drr Depurirtrn-Ka::1mrr: „Allgemein stimmte 111-111 darin iiberein, daß es dringend nothwendig sey, die König- [iche VJZajrsrär iruen thglichru Briridiguugen, jrnen Karrikacurrn an allen Straßrnec'ken zu entreißen, welche , indem sie die; Ach; tung vermirxdrrxi, dazu bcitraden, das Verbrechen zu fördern. (“T's handelt sich mcht um VEL'WHUUJ drr Gesche, Gott brhütr! D-Ze Juii-Monarchir i'xk hrrvorgrgangrn ans dcr gerechken Rache für das 0131271011311? Gesetz, und wer": sie ihrerscirs dasselbe belei- digte: , so würde. sir ihrer: Ursprung und ihre Kraft verleugnen; rs hardeii [1113 nnr darum, jrnrn Gesehen die Wirksamkeit zu geren, dir iir haben mtissen. Nur die Grfekzi: sind gut Und wirksam, die drn (Ö)"rFimungrn des Volkes entsprechen, Und wir giaudrn rcrsichern zn können, das; in diesem AUZ-sndiick diejrni-. gen Geseße popuiair sind, 1vclche mrhr ais jrmais die Unverlrß- lichkeit des Königs vor jenen Brioidigungen schüßen, wel- che am Ende in so furchtbare Attentate ausarten.“ Dir Bchdrdé har sshon gestern mrhrcreKarrikaiuren in Beschlag nehmen lassen, die man seit einiger Zeit im aiien StraßenEck-m bemerkt. „Es sind srengr . kaßrrgein ergriffen worden“, sagr das Journal de Peiris, „daß das Ange drr achtharcn Brix"- ger nichr weiter durch einen so ekelhaften Anblick Seleidigr werds.“
Der „Résormatcur“ ist wegen eines Artikels, Überschrirben: „C'rsk prüfen und dann richken“, mit-Beschlag belegt worden.
Gérard hat eine schlimme Narbt gehabt. Man besorgt, er “,werde bei der großen Hiße seinen Wunden unterliegen, wodurch 1denn der Faden des muthmaßlichen Komplotts abgerissen würde.
[Lunkx-Jetisn 1320Ö.
. ien fehlt es übrigens nicht.
..o-
Herre friih befand er sich etwas bcffrr Und SWW «'" Verhör-
" WWU, Urbci zn verhürsn.
wvbei die Ministrr drs Innern urid derJustiz, Hi,".Thjex-s Hr. Persil, zugegen waren. "
Das Journal de Paris erkiärr alle 11:1, tern verbreitete Gerüchte von [egitimiscischen Sinnbildern man in Gérard's Zimmer gefunden, von der a11geblichen,2[ sage des Thäters , daß er auf Anstiften der Karlistischen Para gehandelt habe, endlich von eincr Lilie, die er auf der linkt Brust eingeäßt trage, für reine Erfindungen. Das Jour ' des Débats seinerseits widerspricht der „Behauptung, Polizei-Präfekc seine C'ntlaffmrg eingereicht habe. “
Der Mann, dem der zweite Hut in Gérards Stub, hörte, ist aufgefundrn und verhaftet worden. Auch ein Kaffg“ haus-Burschr, Ramrns Charles, der sich auf dem Boulevard Temple über ein Dach flüchtrte, isr ergriffen worden. unter den auf der Straße Verwundeten sollen fich Vrrdchtt befindrn.
Unter dcn Verhafteten befindet fich ein gewisser BMM rz'xcksichtlici) deixen die Gazette drs Tribunaur nach)|ch,„z“ Angaben enthäit: „Boircau 111 ein Lampenmachrr und WM“ ait. Dieser 11.1an JKU": pflegte p' Fadrikancen in der RUe Neuvy-des-Petité-Champr, der 911 danais grxxcnüber, zu aröriten. Am Abende rw.- dem Akten soil Boirran von zwsjen, reich gekleideten Persoxxrxi besuchc den seyn, die“ sich zu ihm in die Wrrküatt fiihrrn ließen, „* Boirrau bald nachher Feierabend mxxchrr, sagtr cr seinem 1 |N“: „„.Wrwt Sie meinem Rathc soigrn wollen., so gehen morgen 11tchc zur RrvUe, denn ich weiß, daß es dort Streit 6211 wird““; worauf er das Ziwmer vrrließ. Dcr Mei. welcher diese sonderbare Prophezeiung mit dem Bes. der beiden Fremden in Zusammenhang brachte, schöpftcV dacht; er ging also zu Hcrrn Dyonnet, eincm Cdmmiffair, von dem cr wußte, daß er im Theater der Oper „Dienst hatte: „Ich muß durchaus den dienstthurxxdrn Pos; Comxnissair sribsx sPL'LÖLN _ sagte er drn unteren Bramren es betrifft eine sehr wichtigr Angelegexzheir; bezeichnen Sie “ seine Loge.“ Er gelangre endlich da?;u, dcn Cotnmiffair zu;, chen, thrilte ihm mit, was er von «Koireau gehört hardy; fügte hinzu, er gkaude, das; ein Ansckxxag im Werke sei). Als verließ der Polizei-Conimii'x'air das Theatrr, um die erfordei-[t Einleitungen zur Entdeckung und Vereitelung des Komplotter treffen. Ungiiickiicdcr Weise wußke aber der Lampen-derlkar dir“Wohnung seines Gesellen richt atizugeben, und aiie Berni hungen, ihn aufzußndrn, blieben frUciF-tlos. Sei; es 111111, daß“ an Zeit zu weiterrn Nachforschungen gcdrach, sei) es, daßmzn dex: Lingaörn des Fabrikantrn nicht viel Gewähr beimeisenzu können xrlrmdte, 57.612113 dir SW)? blieb in diesem Stadioiiegex, NM") der That hat indeffcn dia.- Prlizci die Adresse des Boirear missindig griimchr, urid ihn in Wohnung verhaftet,
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seiner 0511301") sei!? rrstrs Verhör har ihn dsr Kompiicitär an dem Ver; ("'schen iyöchsc vrrdächtia grinackn, und späterhin soll er soqargi sander: haben, das :iörhizxe Pulver sei) von ihm dem Gira verschafft worden.“ - Diese ;?HNittheiiung der „Garrtte des T biiin“ wurde vom Figaro benukzt, um den PolZz-ri-Präfek mir Vorwiirfeii zu Klrrrhäufen, daß er die dargebokcnéii J rien nicht liabe vrrfolch lassen. Dagegrn hat" ("111“) 1321211 H Gisquet in 9111211). an das Journal de Paris qrréchte Schrriden verwahrt und 0116 Schuld auf die Unvolkßändir der ihm ngrganzZrm-„n Brrichtc geworfen, worauf abermals Rrpiik dcs Fizxaro crsoigt ist, worin diescr dabei beharrt, da der Po?.“izei-Präsekt, wenn er die gegebenrn Anzei en drnmztun verfdigr kzätrr, dem Attentate rechtzeitig auf die (_pur gekommen wäre. Urdcrhaupt wird die Polizei von alien Seiten UKW» fen, Wofcir geben wir so visir »))?illionrn für Polizei aks Heißt es » wenn si.“ dadUrch doch nichr in den Sram) gese Entweder die; ganze politische Poli“ isi 111111013, und dann hrhe man sie (Ulf; oder ihr Cher“, H (0101711131, 117. unfähig, 0111) dann sr-(ze man ihn ab. ' '
_ Gaiignani's IJTessrnger derichkrr, Genrrri Pelct/i. an seinen Wimdrn gestorben. Ein ärzt1ich275 BÜUrtin von gekickt früh 1.1.11tc1'c noir"; zicmiick) giinstig. VW mri“)rrren aitdrrn V1 wUndcten wird heute Hrriihret, daß sir gestorben smd. '
„.Das Leichenl1egämgniß der 0.121 Opfer des Mordm1schlags-- faUerceU Prrsoywn, soll am 10.110911 Momtaq stattfiiiden. Visi hin soilen die Lrichammr. fiir deren Erhaléunzx bis zum Bee gungsmßr Sorge qriragcn wordrti ist, in eiiier Trauer-Ka der St. Paul:: Kirche in der Straße St. Antoine ausge“... werdrn. Aus dem 8 Stadtdrzirkr aiieiN siiid 7 Personen ge tri und K vrr-rundrc wordrn.
_ Priei'edrw ._Zourn theilrx-i mit, daß dort an dem Tage, das ichrrck'lxchc sirrrnrac hier verübt wurde, und während" Rrvue dir ?)icxtionai-Gardr in Rouen statthatre, cine elcg gekiridrlr Perso" wir einem Lorbecrzweige in der Hand» zu “Pfrrderßdßiirix mitrrt: unter die Nationai-Gardei; [1111111 11110 «Urriei: „1311de Philipp und srine ganze Fri“? Find errndrdri 11113 die Republik in Paris proklämirkrrs dcn. Einwohner VM 0100021, Ihr könnt nichts Brsseresh11 ck11"; rufen: es lebe die Rrpuhiik!“ Dirser Aitffordcrunqsoli der aiixzrmrinc RUF; „ Nieder mit den Rrpublikancrn!" D Unbrrantite ward,? soforr vrrhastet; es sdll aber ein Vcrrükk gridcieir fryn.
* .Die beiden ersten Détaschrmrnts der hier si'ir Rechnungr Kdnirxixr VOU S1'-e.'11;ketx gewordenen Söldlinge haben vorzikskk wii" Marsihrorxtrn vcrseh-rn, den Weg nach der Spanischrn Grö angrtrrcrn. Zedr Abtheiliing beßehc 111.115 50 "331111111 undwi von einem Capitain gefiihrt.
An der Börse sagte man heute, Briefs: aus Catalonienm detrn, in-diesrr Provinz herrsche große Währung, und zu B"“ celona scyen alle Mönche erriwrdet worden. „
Das WLadrider C'co drl Comercio vom 2217011171 der, daß an jenem Tage ein Sohn des Grafen von Puiionro ais Courier von der NordxArnwe mit der Nachricht von 1 Treffen zwischrn OJKetidigdrcia und Pnrnte la eria angeko onen sei); man v-rriiäyer'w es sry ein wichtiger Sieg; 3001“ lisirrs, wwrumcr :37 Offiziere, wären grfdngen gcnointncn-J1 grtödtri' und verwuxzdet, und durch einen Ausfall der Garni von PMW? ia Rryna sei) ihnen ihr ganzes Geschütz genomrk Als der Courier durch Saragossa gekommen, sey dort Zilles“ hig gewesen. .
----- Heute schioß Jproc. Rente 108. 45. Iproc. 78-15“ 5111116, Reap. 96. 70. Jpror. Span. 401. eroc. 26. Co"“ 30. Ausg. Schnid 163. prroc. Holl. 50. 40. 1
Frankfurt a. M., 3. August. Oeßerr. 5proc. . ZU! "11]2§€.102Z»37. Yixroc, 98308171. LZproc. 574.251“, jproc. 291. B. Baiikx'L-irtien “1503. 1502. Part-Oköi. 140.1. 1401. M zu 5110 0; 115.4. "1153. Loose zu 100 G. 2131. G. PFF" Präm.-Sch. 593. 59.2. do. «we. Anl. 981. Br. “119111ka 694, B. Jproc. Span. Remo 39. 38-31- Zproc. do. 231- 291"
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Amtliche„Nachrichten.. Kronik des Tages.
Das 17te Strick der Gesekz-Sammlung, welches heute aus- eben wird, enthält unter" x,1026. der; Vertrag zwischen Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg, Kurhessen, dem Großherzogthume Hessen und der zu dem Thüringischen Zoli- und Handels-Vereine verbundenen Staaten einerseits und Baden andererseits, wegen Anschließung des Großherzogthums «Jaden an den Grsammt-chl- Verein der ersteren Staaten 11.11. den 12. Mai und ratifizirc den 31. Ziili d. I., und die Allcrhöchsten Kahincts-Ordres unicr vom 20. „Juni d. I., Betreffend die Wiederherstel- limg der bei dem Brande der Stadt Steinau in Schlesien vernichcet9n prothrkenbücher und Grund.- Akten, und vom 14. Juli d. I., betreffend die Erläuterung des §. 8. .li". 11. der Verordnung vom 17. April 1830 über den Besitz, der Zagd-Gerechcigkeit vor dem Zahre1798 in den Provinzen des linken Rhein-Ufers. Berlin, den 8. August 1835. Geseß-Sammlungs-Debits-Comtoir.
Königliche Bibliothek.
In der nächsten Woche vom 10. bis 15. August findet, dem 7117. des gedruckten Auszugs aus dem Reglement gemäß, eailgemeine Zurückiieferung aller entliehenen Bücher in die önigliche Bibliothek statt. Es werden daher alle diejenigen, eiche noch Bücher der Königlicher: Bibliothek in Händen haben, erdurch aufgefordert, dieselben an einem der genannten Tage, ormittags von 9 bis 12 Uhr, unter gleichzeitiger Zurück.- hme dcr auSgefteiitcn Empfangscheine, abzuliefern.
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» 1027.
1628.
“ Jm Bezirke der Königl. Regierung
“zu Magdeburg ist die _erledigte evangelische Ober-Predi- stelle zu Seehausrn in der Altmark dem Prediger Sönderop Arendsee verliehen, der Prediger Albrecht in Kobbel zum Predigtamts - Kandidat, ektor Sihiele in Neuhaldenswben, zum evangelischen zweiten ridiger an der St. Maricn-Kirche zu Neuhaldensleben'berufen, ddem Prediger Christian Ernst Vonhoff-in Bömenzien eokiirdigte errangelische erste Predigerstelie in Arendsee konferirt M' en; ' '
zu MarienWerder isi die erledigte Pfarrstelle zu adelig ojanke durch den Vikarius Anton Friedrich wieder beseßc
rden.
Berichtigung: In dem gestrigen Artikel der Staats,- tung iiber das nach Kalisch gehende DetaschementPreußischer „ „cinem Detaschemrnt ger und Pioniere“ heißen:
einem Detaschement Jäger, Schürzen und Pioniere.
Zeitun'gs-Nachrichtehn. A u s l a nd.
Frankreich.
Paris, 1." August. Der König arbeitete gestern Vormit- gmic mehreren Ministern, und empfing darauf eine Deputa- n der National-Garde von Rouen, die ihm ihren Glückwunsch seiner Erhaltung bei dem Attentat am 28. Juli, darbrachte. Se. caje'siät haben ir. Bezug anf dicses Attentat folgendes Schrei- !) an die sämmtlichen Bischöf' des Landes erlassen: „ M. H. ischof, kaUm waren die Gebete für die Opfer der Zuli-Revo- non beeudigt, als dem Lande ein neuer Anlaß zur Trauer ge,- brn wurde. Die Vorsehung hat den Schlag abgewandt, der trund Meinen Söhnen bestimmt war. Wenn Wir indessen o_tt danken müssen, daß er die Pläne der Mcuchler vereitelt UdU11sere Tage beschülzt hac, wieviel Leid und Thränen muß ns nicht der Verlust jenes berühmten Marschalls", seiner edlen Waffengefährten, und jener hochherzigen Bürger verursachen, le der Tod in Unserer Nähe dahingeraffc hat. Für sie Yß Ich die Fürbitten in Anspruch nehmen, die die “che. allen in ihrem Schoße gestorbenen Christen bewiiligt. 11 dieser Absicht werden Sie daher in allcn Kirchen ihres prengels ein Todtenamt halten und zugleich ein feierliches "l'a- eum zum Danke für den offenbaren Schulz anstimmen, den vtxllns bei dicser Gelegenheit verliehen hat. Paris, den 31. Ult1835 Ihr wohlgcneigter Ludwig Philipp.“ _ Schon **kdtesem Erlasse hatte der Kardinal, Erzbischof von Rouen, M von Cros, folgendes Schreiben an die Pfarrer seiner Diö- 1“ gerichtet: „Rouen, den 30. Juli. Mein Herr Pfarrer, es , buen bekannt, daß die Iuliseste plößlich in Trauer verwan- [k Worden sind; ein abscheulicher Mord - Anschlag hat in Aller “zen Schrecken verbreitet. Die göttliche Vorsehung hat den
* "kg gerettet; an seiner Seite aber sind unter dem Feuer der
euchier ein ruhmgrkrönter Feldherr, “Uk hatten, und mit ihm friedfertige Männer, Weiber und Kinder sollen. Die Religion allein hat Thränen und bietet Trost für beklagenswerthe Ereignisse. Sie werden daher am 4. August _odtcnamt für die Opfer des am 28._Zuli in Frankreichs “Upkskadt verübten Attentats halten und das weiter Erforder- a; zu diesem Behufe_mit dcn Orts-Behördcn verabreden. Em- e Zs?“ Ste U. 1".w.l“ -- Das Journal des Débats lenkt gt- Ufmerksamkeit seiner Leser auf dieses Schreiben, indem es eser „Alle religiös gesirmte Männer werden mit Vergnügen evolußxste Zeichen der Aussöhnung des Klerus mit der Zuli- ß er dot) wahrnehmen. Danken wer dem Erzbtschof von Rouen, er Qrske gewesen, der es eingesehen, wie groß der-Nach- Geistlichkeit der Re-
den 100 Schlachten ver-
Berlin, Sonnabend den
' bringen.
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ligion zufügte, und welche schwere Verantwortlichkeic derjenige Seelenhirc vor Gott übernimmt, der, anstatt das Volk in die Kirche zu rufen, es von derselben entfernt hält.“
Der König läßt sich täglich zwei Mal nach dem Befinden Fer ?)ersonen erkundigen, die bei dem Attentate verwundet wor-
en ind.
Herr Laffitte ist von dem Könige ausnehmend gütig em- pfangen worden. Als er dem Monarchen gemeldet wurde, war dieser gerade mit dem Empfange einiger Deputationen beschäf- tigt. C'r bezeigte große Ungeduld, den seit mehreren Jahren nicht ix: den Tuilerieen gewesenen Deputirten zu sehen, und kaum war Herr Laffitte ins Zimmer getreten, als der König mir dem Aus.- druck' der herzlichsten Freude ihm entgegeneilre und sich in dem früheren freundschaftlichen Tone mit ihm unterhielt. Auch die Königin und der Herzog ,von Orleans empfingen Herrn Laffitte mic ausge eichnetem Wohlwollen.
„ Der Fürst v. Talleyrand wird, wie es heißt, morgen in Pa- ris eintreffen.
Der Moniteur enthält Folgendes: „Da die Regierung den Kammern Mittheilungen zu machen hat, so fordert sie die- jrnigen Herren Deputirten, welche abwesend sind, auf, unverzüg- lich nach Paris zurück ukehren.“
Herr Dupin, Pr sidenc der Deputirten-Kammer, ist in der vergangenen Nacht um 1 Uhr hier angekommen.
Der Doktor Montäzeau, der unmittelbar nach dem Mord- _ Anschlage am 28. Juli in dem Zimmer Gérard's War und die Höllen-Maschine genau besichtigte, hat erklärt, daß diejenigen 3 Flintenläufe, welche an der äußersten rechten Seite, also da, wo die Explosion anfin , angebracht waren, Ausschuß-Läufe gewesen und offenbar in der bsicht überladen worden wären, die Person selbst, welche an ündete, durch ihr Zerspringen zu tödten. Der Kö- nig und Leine Söhne verdanken höchstwahrscheinlich das Leben dem Umstande, daß gerade die lekzcen 5 Läufe zur Linken der Maschine, welche die Spiße des Zuges treffen mußten, zufällig nicht lodegangen sind. Gérard bewohnte das Haus, wo das Verbrechen begangen worden, seit 5 Monaten, und hatte die halb- jährliche Miethe von 200 Fr. vorausbezahlc. Er ist von kleiner Gestalt und sehr mager, hat eine hohe Stirn, krauses schwarzes Haar, funkelnde Augen und eine feine, gebogene Nase. Er war zuweilen ziemlich elegant gekleidet; zu anderen Zeiten trug er rine Blouse. Es ist augenscheinlich, daß er noch eine andere Wohnung gehabt haben muß; eingeskanden hat er aber in dieser Beziehung nichts. Als man ihm geskern in einem Augenblicke, wo „er ziemlich frei von Schmerzen war, die Bemerkung machte, daß*e*r, wenn auch sein “Plan gelungen wäre, doch nicht hätte entwischen können“,- erwiederte er: „Ah! Bah! Wenn ich nur nicht so dumm gewesen wäre, mich zu verwunden, so würde man mich jeßt nicht unter Schloß und Riegel haben.“ Es hat sich ein Kabriolet-Kutscher gefunden, der erklärt haben soll, daß er einen Mann mit einem ziemlich schweren Koffer nach dem Hause auf dem Boulevard du Temple gefahren habe. In Gérard geführt, hat er in ihm jen_en Mann erkannt, obgleich er schlief. Man wollte ihn nicht wecken, und die Confrontation wird später statt- finden. Wenn man bei dieser Gelegenheit erfährt, von wo Gé- rard mit dem Koffer gekommen, so könnte dies zu wichtigen Auf- schlüffen führen.
An der heutigen Börse hieß es, der König werde bei der Bestattung der Opfer vom 28. Juli in Person zugegen seyn. Die National-Garden und die Linicn-TrUppen werden von der St. Pauls-Kirche bis zum Jnvaliden-Hotel ein Spalier bilden. Diesen INorgen kurz vor 4 Uhr erschien ein Detaschemenc des Iten leichten Regiments auf der Kanzlei der Ehren - Legion, wo die sterbliche Hülle des Marschalls Mortier provisorisch beige- sckzt worden war, um selbige in die St. Pauls-Kirche zu Um 9 Uhr diesen Morgen wurde die Fagade der St. Pauls-Kirche schwarz bchängt. Auf dem Giebel wurden drei meortellen-Kronen angebracht; Guirlanden von Cypres- 1cn zieren das Tuch, welches die Fagade umhüllt. Abtheilun- * gen von der Nacional-Garde und den Linien-Truppen versehen den Dienst vor der Kirche. Es sind von jeder Legion zwei Ba- taillone zur Dienstleistung am Begräbnißtage beordert; je eines dieser Bataillone wird mir das Spalier bilden, das andere sich dem Zuge anschließen; von jedem Regimente der Pariser Garni- son begleiten 250 Mann den Zug. Am nächsten Dienstag wer- den alle Ministeriai-Büreaus, so wie die Börse, geschlossen seyn. * Das Haus Nr. 50 auf dem Boulevard du Temple soll an die,- sem Tage schwarz behängc werden. „
Gestern früh wurde der Lcichnam des Obersten Raffé nach der St. Pauls-Kirche gebracht. Ueberall entblößte sich die Menge mit Ehrfurcht. Nur ein einziges Individuum glaubte, dem öf- fentlichen Schmerze troßen zu müssen und weigerte sich, den Hut abzunehmen. Die allgemeine Entrüstung hierüber War so groß, da[; das Volk auf ihn losftürzte und er sich nur mit Mühe dem Unwillen der Menge ent ichen konnte. Die große Entrüstung, dee das Attentat in ganz* aris" geweckt hat, läßt sich auch danach ermessen, daß Jedermann, wer es nur vermag, der Regierung mit dem lobenswerthcsten Eifer die Indi ien angiebt, die auf der Wahrheit Spur führen können. Au hofft man, daß die Bemühungen der Justiz nicht ohne Erfolg seyn werden.
Die St. Pauls-Kirche war heute von 1 Uhr Mittags an dem Publikum geöffnet, und ganze Schaaren Ncugieriger dräng- ten sick) zu derselben, um das daselbst errichtete Trauer-Gerüst in Augenschein zu nehmen. Ein ungeheuer großer schwarzer Vor- hang trennt das Schiff der Kirche, in welchem die Särge auf- grskellc find, von dem Chor. Alle Fenster sind verhängt, und nur die zahlreichen Wachskerzen erhellen das Innere der Kirche. Auf einer Estrade, zu der einige Stufen hinaufführen, stehen 14 Särge, die die ganze Breite des Schiffs einnehmen. In der Mitte erhebt |ck der Sarg des Marschalls Mortier. Ueber sämmtliche Särge liegen schwarze Sammtdecken mic sil- bernen Sternen und einem silbernen Kreuze. An denen des Marschalls Mortier, des Generals von Verigny und des Capi- tams Villate bemerkt man noch einen Wappenschild, und am Kopfende der Särge steht jedesmal der Name des Opfers, dessen
Zim August.
irdische Ueberreße er verschließt. Ueber jedem Sarge hängt eine 1
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Trauerlampe. Hunderte von Kandelabern unzgeberi das Ganze, und an zweien Altaren halten die Geistlichen dte7üdlichen Gebete.
Das Gerücht ist verbreitet, es sey der Polizei gelungen, den Waffenhändler ausfindig zu machen, der die Flintenlädfe vcr- kaufte, aus denen die Hdllenmaschine zusammengefaßt ist. )Er hat die Flintenläufe erkannt, und erklärt, er habe vor einigrr Zeit nicht bloß 25, sondern 50 Läufe dieser Art verkauft; ein wohlgekleideter Mann, dessen Aeußeres sowohl wie dessen _Br- nehmen keinen Verdacht erweckt hatten, hatte fie gekauft, m einen Kasten legen lassen, und diesen in einem Fiacre mit sich genommen;
Es sollen bis jekzt“ schon 800 anonyme Denunciacionen bez dem Polizei-Präfekten eingegangen seyn, und man glaubt, daß ein Tsheil der zahlreichen Verhaftungen dadurch veranlaßt ivor- den i .
Wenige Sekunden vor dem Losgehen der Hdllenmaschirxe ritt der Seine-Präfekt, Graf von Rambuteau, gerade an der Stelle, die der Oberst Rieussec später einnahm. Leßterer ch Herrn Rambuteau, ihm seinen Platz einzuräumen, indem er Mit: einem seiner Nachbarn ein paar Worte zu reden habe. Kaum hatte Herr Rambuteau sein Pferd einige Schritte zurückgehglxen und dem Obersten Rieussec seinen Platz eingeräumt, als "dreier, von mehreren Kugeln getroffen , zu Boden stürzte. Herr Ram- buteau blieb unversehrt. '
Die Nachricht von dem Tode des Generals Prlet hat sich nicht besiätiqt; sein Zustand hat sich im Gegentheil gebessert. Auch die Wunden der Generale Colbert und Heymes fiößett keine „Besorgnijse mehr ein. _ _
Die .Herren PaSquier, Martin, Zangiacomx und Thiers hg- ben sich gestern zu Gérard nach der Conciergerie begeben. DW drei Ersteren blieben nur kurze Zeit, und ließen dann den Ge- fangenen mit Herrn Thiers a ein; aber dieser entfernte fich eben- falls nach zehn Minuten. -- Gérard hat seine vollkommene Bc- finnung, weigert sich aber, irgend einen Aufschluß zr: geben. Er erklärt, daß er sich das" Schreckliche seiner Lage mcht verhehlr, daß er aber bereit sey, alle Folgen seiner That u tragen. Uebri- gens zeigt er sich für die ihm gewidmete Sorg alt sehr'dankbar, und" leistet nicht den geringsten Widerstand. Ein einziges mal stieß er einen tiefen Seufzer aus; man fragte ihn, ob rr Schwer- zen empfände; er antwortete, daß seine Wunden ihm keinen Senf er erpreßten, sondern innere, moralische Leiden.
I)er Zustand Gérard's bessert sich fortwährend; man hat Grund zu hoffen, daß seine starke Natur Über seine schweren Wunden siegen werde. Heute hat er wieder mehrere Verhöre bestanden. Wir wiederholen es (fügt das Journal de Paris hinzu) für Journale , die uns nicht hören wollen, noch einmal, daß es ungegründec ist, daß man irgend ein Karlistisches Sinn- bild an seiner Person oder unter seinen Papieren gefunden habe. Er zeigt große Reue über sein Verbrechen, das er einer unseligen Verirrung zuschreibt. Die Instruction wird ohne Zweifel die wirkliche Ursache enthüllen.
Das Journal des Débats giebt mit wenigen Worten ein treffendes Bild der gegenwärtigen Lage. „Wäre die Höllen- maschine entdeckt worden, ehe sie losging, würde man allgemein gesagt haben, die Polizei habe ihre Hand im Spiele; es sey ein an elegtes Stückchen, den EnthusiaSmus der National-Garde zu be euern; vielleicht hätte es gar geheißen, der Köni selbst habe die Maschine erfunden. Es mußten ersk zwanzig J enschen Un- ter den Augen des Königs fallen, ein Marschall von Frankreich mußte todt auf dem Plalz bleiben, damit nnr den Leuten die Augen aufgingen und man der Regierung nicht Schuld geben konnte, sie habe die Mordwafse selb-sk bereitet.“
Das Journal de Paris enthält einen heftigen Artikel gegen den Preßunfug. Am Schluss" heißt es: „Die abschcri- liche Taktik der revolutionairen Presse hat ihre Früchte getragen und doch wird es übelgenommen, wenn ihr zum mindesten Un- klugheit vorgeworfen wird. Seit fünf Jahren hat ste den König als einen öffentlichen Feind geschildert, der des Hasses aller guten Bürger werth sey, und je c wundert sie fich, wenn man ihr Rechenschaft abforderc über andlungen derer, denen sie täglich gesagt hat, es sey eine Pflicht, das Land von dem König zu bo: freien. Nein , wie groß auch heute eure Verwirrung, vielleicht auch eure Reue seyn mag, ihr werdetriner furchtbaren Verant- wortlichkeit nicht entgehen, Der öffentliche Sinn, den ihr so oft irre geführt und verdorben habt, siählt sich wieder bei solchen Vorgängen; die Natur eurer Lehren ergiebt sich aus ihren Früch- ten. Auch erhebt sich von allen Seiten nur ein Schrei dcs Unwillens gegen euch, und dieser Schrei ist eine Wohlverdicnto Züchtigung.“
Gestern um 11 Uhr Morgens" gingen sieben junge Leute, alle in dem Costume, Welches die Republikaner zu tragen pflcgrn, nach der „Brücke von Neuilly zu und schrieen: Nieder mit Liw- wig Philipp! Es lebe die Republik! Der Marechal-des-lo«zis der Gendarmerie von Neuilly eilte ihnen nach; die Einwohner soigicn ihm und leisteten ihm hülfreiche Hand bei der Verhaftung dicser Ruhestörer, die iogleich um Polizei-Commissair gebracht wurden. Während man fie dort in führte, suchten zwei andere jmch Leute, ihnen zu Hülfe zu kommen, und insultirten, wie es heißt, die „Bürger, die sie verhaftet hatten. Auch sie wurden festgenom- men und wie ihre Kameraden zum Polizei-Commissair gebracht, Aus Paris und den umliegenden Städten und Orten laufen fortwährend zahlreiche Glückwunsch-Adressen an den Köni ein.
Der Cassationshof wird in der ersten Hälfte dieses 5) konnts über das Cassations-Gesuch des La Roncirre entscheiden.
Herr Bertin de Baux, Haupt-Redactrur dcs Journal des Débats, ist gefährlich krank.
Herr Bohain, der Redacteur des „Figaro“, ist gestern Rasi); mittag verhaftet und nach der Polizei-Präfekrur gebracht wor- den. - Herr Armand Carrel kann jetzt wieder mit seinen Freun- den verkehren. „
Zn Rouen ist am 29sken Herr Pater), der dortigen Gese-lischczft der Menschen; echte, der an diesem Taqe den Vorsiß bei etnem4,patriotischen „Ban er von 300 Personen füh- ren sollte, verhaftet worden. _ “
Die gestrige Nummer der OJTode ij? auf der Post und im Expeditions-Lokale in Beschlag genommen worden.
ehemaliger Präsident