taube eingegan eue Aufträge etwas feßer geworden waren. Inte- grale tienten sch von 54“ anf 54'/ pCt., sproc. wirkliche Schuld von 1017, auf 10111/ (! ÖH, SynÜkat-Obligationm von 94 auf 937/- pCt. und Kanz-Ötliets von 24% auf 237/ F1- , Actien der Handels-Geseuschast haben dagegen bet.mäßigcr Fra e 109 pCt be- hauptet. In sproc. Rusffschen Inscriptionen ünd e nige Geschäfte von Erbeblichkeit cl?emacbt, wodurch deren Cours von 681/fz auf 687/„z ßieg- dana fiel derselbe aber wieder auf 601/4. In Preu- ßischen Looken sel weni vor bei dem Preise von 104 :*. 1041/ F1. Wiener Metalliqucs blie enfaß unverändert auf 09% pCt.; Éüd- Amerikanische Obligationen fanden etwas lebhafteren Umsav; vpn denselben erreichten Brafilianische 87 pCt. und behaupteten sich später auf 86% pCt. Columbianische holten 25%- pCt., doch wurden sse dieser Tage, kleichwie Peruaniéche Oblt ationen wieder baus! ausgeboten und lieben merklich auer. ür Gel/d erbäxt sch rage u 2% und 3 pCt. Zinsen. - Vom Getraide-Handel :| keine intere ante Veränderung zu melden.
Belgien.
* Brüssel, 13. September. Zu_ der“ Diskussion über unser !Baumwollen- Gewerbe, die jetzt tägltch mit großem Interesse in der Repräsentanten-Kammer fortgeseßt wird, gehört als wichtiger Bel: „„die Note des Franzöfischen Gesandten an unsern Minister des uswärtigen, welche dieser zugleich mit der Schweizerischen der Kammer vorgelegt hat und die also lautet:
„Herr Mknisier! Die Franzbfische Re ierung„hat nicht ohne Leidwesen vernehmen können, daß die Schgluß-Anträge_ yes,.der Nepräsentanken-Kammer im Namen der Gemerbs-Kommtsston uber die Petition einiger Fabrikanten der Stadt Gent ersiatteten Be- richt:! darauf hinausgm en, in dem gegenwärtigen Belgischen Ta- rif Aenderungen anzubr ngen, wodurch dee auslakndischen Baum- onen:Gewebe theils ein unbxdingtes Verbot, thetls eiye Zou-Er- höhung treffen würde. Bei emem solchen Antrahe ist em wichtiger
wei der Franzdsschen Gewebe zu sehr betheiigt, als daß die
ca tung meiner Ne ierung nicht geweät worden wäre. Es schien ihr, daß in dem ugenblicke, wo Unterbandlungen, begonnen zum Zweck wechselseitigen Vortheiles, auf beiden Seiten mit dem aufrichtigen Verlan en betrieben werden , sch zu verßändigen und den beiben L ndern gegenseitig vortbeilhafte Handelsbe- ziebun en zu stchern, es seit am herauskommen müßte, wenn einer von be den Theilen darauf d chte, noch eine Schranke mcbr aufzu- bauen„ da doch die bisher Jemeinschastlich versuchten Bestrebungen nur um weckt gehabt, d e noch bestehenden niedriger zu stellen, und e tr gt mir auf, nichts zu verabsäumen, um die bedeutenden
Angelegenheiten zu verhüten, „welche die Annahme der, in dem Be- richte der Gewerbe - Kommisscon angedeuteten Maßre eln nach sich ziehen könnte. Ick darf Ihnen nicht verhehlen, HerrZNinißer, daß die erßeFol?e derAnnabme dieserMaßregeln seyn würde, daß der Er- folg der zw schen Frankreich und Belgien jetzt obschwebenden Unter- handlungen ficb gefährdet sähe, und in die Handels- Bcziehun en
beider eine Störung gele 1 würde, welche die beklagemwcrthe e*n Folgen er engen könnte. Ybnen is? es in der That nicht unbekam t, mit wie v elen Dornen dicse Unterbandlungen umgeben md, we = che so viele zarte Punkte in Anregung bringen und so v ele Inter- essen berühren und we„lckckeSchwierigke1ten die Ausführung der Auf- gabe hat, welche ffch dte Regierung des Königs ikelite. Bei der jevigen Stimmun der Gemütber und dem Widerüande, auf welchen in Frank- rekch die ntwürfe zur Revison unserer Zoll-Gesche treffen, is] es nicht zweifelhaft, daß, w_enn Bel ien, zu derselben Zeh, wo es von uns dre Herabsevunig umeres Tar fes verlangt, den semi en erhöht, es der Oppottion e n zu mächtiges Argument in die H nde liefern würde, als „ aß es nicht mit Erfolg zum Behuf der Sache, die se vertbetdigt, benust rvürde. Es isi die Sache der Regierung des Kb- nigs Leopold, zu prufen , ob es ihr genehm seyn „könne, dem Vor- theil Eines Gewerbszweiges den- aner anderen zu opfern und derge-
“ßalt sofort die gegründeten - offnungen auf Erfolg hinzugeben, welche die Belgischen Herren ommiffarien von ihrer [ehren Reise nach Paris beimgebracht hatten. Was uns betrifft, so muß sch un- sere Rolle für den Angenblick darauf beschränken, dcn üblen Ein-
«druck nachzuweisen, den unfehlbar in Frankreich auf die Meinung des Publikums und der Kammern die Ausführung von Maßregeln machen würde, die so wenig von unserer Seite veranlaßt worden;
„und zu wünschen, daß die Belgische Regierung fich nicht bewegen 1assen ms e, Anträge zu sanctioniren, welche den Handel in beiden Ländern YU die.Zukunft so sehr gefährden könnten. Genehmigen Sic u. s. w. Brüssel, 23. Dez. 1834.
- * „ Der bcvollmächti te Minister Frankreichs,
* (gez.) Graf v. atour-Maubourg.“
-, Die Anträge der Regierung bei den Reprä entanten gehen „ dessenungeachtet auf Schuß-Zölle und Verbote zu unsken der in;
' ländischen * abriken, insonderheit der Genter (von wo schon 2 bis 3000 rbeiter ausgewandert snd) hinaus, und in diesem Geiste dürften dann auch wohl die Beschlüsse der Kammer aus- fallen. Von der obigen Note sagt die Emancipation: , Sie ist schon fast ein „Jahr alt, muß also wohl von unserem ini- ,fterixum nach dem, was fie wereh seyn kann, beurtheilt worden seyn, da dieses dem Verlangen unserer Fabriken“ seine Unter-
.stützung nicht verweigert. .Die Französtsche Regierung, die ei- „nem unbe rän ten Verbots-Sysiem huldigt, und nur 'in diesern System f r i re Industrie Heil sucht , kann es nicht übel deu- ten,-da_ß wir uns demselben ein wenig nä ern , d. h., daß wir
uns untxr das System eines gemäßigten chußes stellen, wenn wir nicht den Untergang unserer Gewerbtreibenden wollen. Die
Franzöfische Regierung, die doch einiges Interesse daran hat, po- lixische Verbindungen mit Belgien zu unterhalten, wird uns doch nicht durch noch größere, gegen uns gerichtete Strenge ganz und gar in die Arme Preußens werfen und uns zwingen-wollen, dem
„Deutxhen Zoll-Verein beizutreten.“
.. . s , ist dieser lehtere Gedanke, welchen ein Theil der Oppo- sition aufgegriffen Zac und mit Heftigkeit bekämpft. Hr. Rogier, der jetzt zu den eqnern gehört, fragte in einer der letzten Sihungen , ob die Re kerung nicht noch von einer andern be-
. nachbarten Macht eine ote erhalten und ob ste etwas dagegen haben würde, se auf die Tafel zu legen? Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten antwortete, er habe aller- dings von Preußens Seite eine Note erhalten , die aber an ihn persönlich, nicht an die Regierung gerichtet gewesen. Er habe den diplomatischen Agenten 'gefra 1, ob er darin ejnwillige, daß er sie öffentlich vorle e; dreser abe geantwortet, fix sey dazu nicht bestimmt, ,doch ab,e er nichts dawider, daß den Kammern
„ Kenntnis; davon ge_ eben rvürde; er könne anzeigen, daß Preußen
* eine„ der Note rankretchs analoge eingesandt habe, jedoch wünsche er nicht, daß se auf die, Tafel gelegt würde. „Wenn.
“ demnach geehrte Mitglieder Kenntniß davon nehmen wollten , so
* werde, wie er denke, nichts dawider seyn, wenn er ein Resumé davon machen kaffe, um es'ihnen vorlegen zu können.
Polen.
- *- Kaliscs), 13, Sept.") Vorgestern Nachmitta
* kamen Se. Majestät der König von Preußen hier an. Schot2 einige Stunden früher waren die Königlichen Prinzen eingetrof-
1- fersund in den-für fie bestimmten Wohnungen abgestiegen. Vor
- ') Dieses Schreiben enthält zwar einige Wiederholungen des „ Bereits gkßem aus anderer QMM "geschöpftcn „Berichts aus Kalisch vom 12ten; da es indessen als Forts in der Nr, 258 der
““Mann-Zeitung gegebenen Schreibens dient,
einer jeden derselbéü war aks Ehrenmache eine Kompagnie desje-
nigen Regiments aufgeFLellt, das den Namen des angekommenen hohen Gastes führte. ie Straßen wogten von Menschen, und das Gewühl nahm noch mehr zu, als der Ruf erscholl, daß der König da sey. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, Allerhöchstwelche dem erlauchten Gaste entgegengereist waren, fuh- ren zusammen mit ihm in "die Stadt. Unmittelbarnach der An- kunft im Schlosse (es war etwa 6 Uhr) wurden von den Hautboisken sämmtlicher Regimenter mit großer Präzision meh,- rere Mufikstücke aufgeführt, denen der große Zapfenstreich fich. anschloß. Mittlerweile war die Dunkelheit eingebrochen, der jedoch bald der strahlende Glanz einer Illumination der ganzen Stadt folgte. Alle Fenster waren, zum Theil mit allego- rischen Transparents, erleuchtet, und die größeren Häuser mit ganzen Fronten geziert, indeß die freudig bewegte Menge jubelnd durch die Straßen zog und fich erst spät in der Nacht zerstreute. - Gestern früh erfolgte der Einmarsch der Preußischen TrUp- pen in das_ Russische Lager. Sie hatten zu dem Ende die Preußische Gränze Morgens um 7 Uhr bei Skalmjerzyce über- schritten und waren die Chaussée entlang bis dicht vor die Zelt,- reihen des Russischen Lagers marschért, wo Se. Maj. der König von Preußen [?ck an ihre Spitze stellte. Avderexseits standen 50,000 Mann Russen die unabsehbare Reihe der Zelte entlang aufmarschirt und harrten, ihren Kaiser an der Spitze, der An- kunft der Preußischen Krieger, die jeßt von Sr. Maj. dem Kö- nige unter klingendem Spiele und dem Hurrahruf der Russen,
die Reihen der Russrschen Infanterie entlang bis zu einem in dcr „
Mitte der ganzen Lagerung erbauten prächtigen Pavillon gefü rt wur- den. Kanonendonncr verkündigte weit in das Land hinein die [nkunft derPreußenindem gastlichen Lager. Vorjsnem Pavillon fand dann der Vorbeimarsch statt, bei welcher Gelegenheit auch Ihre Ma- jestät die Kaiserin das Allerhöchstihnen zugehörige Chevalier-Garde- Regiment persönlich vorbeiführten. Hiernächst rücktxn die Preu- ßen in das für fie bestimmte Lager em, das bis seht leer gestan- den hatte. Es liegt dicht nebewdem schon erwähnten Pavillon und gränzt an das Lager der Russischen Garden. Mittags war großes Diner im Schlosse und Abends Theater-Vorfteilung auf dem neuerbauten geschmackvoll eingerichteten Theater. Die Preu- ßischen Hof-Schauspieler aus Berlin, welche Se. Majestät der Kaiser nach Kalisch eingeladen hatten, gaben ein Lustspiel, worauf die vier Spanischen National-Tänzer aus Madrid (dieselben, die auch vor einiger Zeit hier in Berlin auftraten) einige Tänze aus,- führten. Den Beschluß machte ein Dévertissement, ausgeführt von den Tänzern des Polnischen National-Theaters zu Warschau. -- Heure Vormittag um 11 Uhr fand ein feierlicher Gottes; dienst sämmtlicher Truppen in den Lagern statt. Die Ru fischen Garden versammelten sich vor der halbgeöffncten prächtigen "aiserl. Feldkércbe, und die Preußischen Garden vor dem auf dem Felde errichteten Altare. Der Gottesdienst begann auf, allen Pankten des Lagers ngleéch. Die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaf- ten mit ihrer unzähligen Suite wohnten erst dem Griechischen GotteSdienste, bei welchem die Kaiserlichen Kirchen-Sänger mit- wirkten , und dann dem evangelischen bei, wo der evangelische Prediger, unter Mitwirkung der Militair-Sänger und des Mu- fik-Corps des ersten Garde-Regiments zu Fuß, die Liturgie hielt. Hier bemerkte man neben den Preußischen Garden, auch das Regiment der Finnländischen Scharfschühen , die ebenfalls evangelischer Religion find. Nach beendigtem Gottesdienste h_atte jedes Regiment vor den Zeltreihen Wacht-Parade, wor- auf die Du-jour-Offiziere aller lagernden .Infanterie-Regimen- ter bei Sr. Maj. dem Könige von Preußen vorbeidefilirten. Eben so ritten Mannschaften aller lagernden Kavallerie-Regimenter im Cere- monéal;'Mar*sch, erst zusammen,""dann einzeln, und zwarin verschiede- nen Gangarten vorbet.Dée Tscherkessen, Kurden und Uralschen Linien- Kosaken feffelten besonders die Ausmerksamkeitaller Anwesenden“.Eéne kleine Abtheilung „derselben zeigte zunächst die hohe Ausbildung dieser Leute im Reiten. Es wurde ein Bogen Papier auf -die Erde gelegt, an welchem sie einzeln in vollem Carriére vorbei- sprengten, im Reiten nach dem Bogen schossen und jedesmal, so- wohl" mit der Pistole, als mit dem Gewehr trafen. Dies war aber nur das Vorspiel eines der interessantesten Manövers, die man nur sehen kann, nämlich die Waffen-Uebungen des Muselz männischen und des ganzen Uralschen Linien-Kosaken-Regéments. Beide Regimenter in ihren fremdartigen Afiatischen Kostümen waren auf der Höhe vor dem mehrerwähnten Pavillon auf- mqrschirt, von welchem fich ein sanfter Abhang nach dem Felde- herunterzieht. Das Schauspiel begann mit den Plän- keleien einzelner Paare des N'kuselmännischen Regiments., Mit unglaublicher Geschicklichkeit tummelten diese Leute im stärksten „Laufe ihre Pferde , schossen im Fliehett nach- ihren Verfolgern, warfen sich dann aus dem Sattel ganz auf die eine Seite des Pferdes, um fich zu decken, und ergriffen, wenn der Gegner sein Gewehr abgefeuert hatte, gleich wieder mit wil-„ dem Geschrei die Offenßve. Zu den einzelnen Paaren gesellten" sich nach und nach mehrere, so daß zuleßt das ganze Regiment im wildesten Getümmel durch einander focht und ein grausen- erregendes Bild von der Kampfart jener Asiatischen Völker- schaften bot. Hatte das Néuselmännische Regiment schon Außer- ordentliches geleistet, ,so wurde es wo mögliehnoch von dem Uralschen Lénéen-Kosaken-Regiment übertroffen. Einzelne Leute holten nichc allein im stärksten Laufe des Pferdes aus einem brennenden Strohhau- fen eine hineingeworfene Mütze hervor, fie voltigirten auch, in gerader Linie jagend, 30 bis 40 mal hintereinander zur Erde und wieder aufs Pferd. Zuleßtmachte das ganzeRegiment, auf den Pferden | e h en d eine Attake, unter furchtbarem geheulartt'gem Schlacht-Geschrei. Vergebens würde man versuchen, das wunderbar Fremdartige dieses Anblicks zu beschreiben. Was man bis jeht nur in einem Circus von Kunstreicern zu sehen gewohnt war, wurde hier aus freiem Felde von einem gan en Rrgimente auSgeführt. Den Beschluß dieses interessanten chaujpéels machte eine Probe des Dscherrid-Werfens von einer Abtheilung des Museltnännischen Regiments. Die einzelnen Kämpfer warfen nämlich kleine Wurs- spieße, die sie an einer Schnur hielten, mit außerordentlicher Sicherheit gegén einander, zogen sie aber natürlich zurück, noch ehe sie den Körper des Gerners berührt hatten. Nach Beendi- gung dieser militairischen Uebungen begaben sich die Allerhöchsken und Höchsten Herrschaften nach der Stadt zurück, wo ein gro.- ßes Diner stattfand, zu welchem die Obersten aller, lagernden Regimenter eladev waren. Abends war abermals Theater-Vor- skeUung, wä rend welcher auf den Plätzen der Stadt verschiedene Musierorvs den ganzen Abend hindurch *muszirten. -- Mor- gen ist große Parade beim Dorfe Kokanin.
' „Kalisch, 15. Sept. Gestern war große Parade aller hier versammelten Preußtschen und Rusfischen Truppen; die Auf- stellung war rechts von dem Wege von Kalisch nach Stawiozyn aus einer Wiese, einige Werft von der Stadt. Die Truppen waren in vier Treffen aufgestellt; die Infanterie bildete die bei-
"ßun" Ws h » 1 s 1 o a en w r e n t verkürzen mögen. . ck.
den ersten Treffen, und auf dem rechten Flügel des ersten befand
x Ick die Preußischr Infanterie, das
!
vallerie und das 4ce die Artillerie. empfingen unsern König mit gezogenem des ersten Treffens und überreichten ihm den Rapport (die T . pen bestanden aus 00'„/2 Bataillons, 68 Eskadrons und ] Stück Geschüß, _gegen 54,000 Mann stark). Beide Mumm. auch Ihr? Majestät die Kaiserin zu Pferde, gefolgt allen Übregen Hohen Herrschaften und einer Menge von Zurehauern, ritten unter fortwährendem Hun, Ruf die Linien hinunter und kehrten alsdann nach demm'h, Flügel der Infanterir zurück, wo der Vorbeimarsch stattfand“; wurde zweimal vorbeemarschirt, die Infanterie das zweitemgxi Regiments-Kolonnen mit vier Bataillons neben einander“, dux vallerée im Trabe. Mittags_ war Tafel bei Sr. Majestät Könige. So freundlich unsere Truppen bei ihrem Einrückew pfangen wurden, eben so glücklich har fich das vollkomm“ Emverständniß fortwährend geäußert; die Russischen Offiziere Soldaten wetteifern in der Bereitwilligkeit, um unsern Trup* den Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen. Die "1. pfirgung ist vortreffléch. Se.. (Majestät der Kaiser haben Fletsch-Portion bei den Soldaten verdoppelt, so daß gegenw ' der Mann ein Pfund Fleisch täglich bekommt.
Se. Majestät der Kai
- Die Leipziger Zeitung enthält noch folgendenZ „
trägliche„ Mittheilung aus Kalisch vom 10. Sept.: „Imis, den Ofßzteren unserer und den noch jenseits der Grän e lage der) Truppe!) findet der lebhafteste freundschaftliche Veréehr «n Dre gotteödtenstliche Feier im Preußischen Lager, am verflo enen Sonntage,“ rverden alle aus den Reihen unsers Heeres dona“, wesende Krcegrr als eine erhebende Erinnerung im Gedähncß bewahren. ' Dee dort von dem Feldpropst l)r. Bollert in apo» ltschem Gerstrgesyrochene Rede hatte für die zahlreichen in ren Reihen befmdltchen Protestanten den Werth einer lang entbehr “ seltenen Gabe. Ihre Wirkung auf die Zuhörer beider Nationen .. unverkennbar und sprach ücl) ergreifend in derRührung aus, Womit Graf Rüdiger und der General von Röder nach Beendig drr heiligen Handlung dem Redner nahten, ihm zum Da dre Hand reichend. Tief durchdrungen von der Macht der G1 bensworte war vorzugsweise der General Baron von Ma dorf„der tapfere Führer der Kürassiere bei Grochow. DieTr nen m seinem Heldenauge gaben dem General von Röder ?( laß, fich mit den schönen, beide Männer ehrenden Wortena ihn zu wenden: „Herr General, wenn man, wie Sie bei Gro
chow, die Kavallerie ins Feuer führen kann und noch be! tiefe - so ist man ein wahre
solchen religiösen Anregung Thränen hat, Soldax._“ Der gestrigen Uebung aller vereinten Waffmd Preußrjchen Detaschements wohnten, außer mehreren Offizier der Adjutantur, auch der Ober-Stallmeisker, Fürst Dolgoru der Minister des Kultus, Graf Gollowin, und der Quarti metsker, General Neidhard, bei. Sie bringen die günstigste M nung von den Leistungen dieser jungen Truppen zurück u sprachen fich bewundernd über die freie, unbefangene Halm
und den jugendlkch kräftégen Sinn aus, der das Gepräge ** *
Preußischen Soldaten ausmacht.“
D e u t s ck [ a n d.
Kassel, 12“. Sept. (Frankf. O. P. A. Z.). So ebe- 6 Uhr Abends, ist der zuletzt mit der 0111'3 ysntrig bei der:- wittweten Landgräfin von Rotenburg beauftragt ewefeme jägermeisker von Baumbach, so wie das übrige ersonal,h eingetroffen, und somit ist der Heimfall nun völlig eneschiedm
Die von den Depurirten der Kurhesfischen Ritterschaft , worfenen und dem nächsten Landtage zur Berathung vorzuleg den neuen Corporations- Statuten haben die höchste Gene gung erhalten.
Gotha, 15. Sept. Vorgestern Mittag ist unsere regie ! Frau Herzo in von hier nach Koburg zurück ereist, Höchstderen- rüder, die Herzoge Alexander und Ernst von M* cemberg, die hiesige Stadt bereits am Freitage verlassen ha, HUF? Mittag kehrte auch der regierende Herzog nach Ko zur: . .“
Karlsru he, 14. September. Das Großherzogliche Sta und Regterungrxblatr enthält folgende, den freien Verkehr , schen dem Großherzogthume und dem Herzogthume Nassau
.treffende Verordnung des Großherzoglichen Finanz-Ministeré.
vom 10ten d. "M.: * „In Folge einer vorläufigcn Uebereinkunst der Staate!» Deutschen Zolkareins mr_t dem Herzogtbume Nassau und in 1“ der|bon Sr. Köntgl. Hohetr aus Großherzoglichen: Staats: “ck“* üertum erhaltenen Ermächtegung vom '10tcn d. M. wird verord** Art. 1, Der freie Verkehr gms dem Großherzogihume in das .O zogthum Nnsyay und aus diesem, in daSGroßherzogtbum, tritt *. heute an ganz m derselben Werse in Wrrkjamkeit, wie er nah *, Verordnungen vom 11. Juli und 16. Aug. d. J. Izwischen“ Großhrrxogthumc und dem übréqcn Zou-Vereins-Gcb.etc vertu?“ schon besievt. Art..“e. Bei der Einfuhr von Bier aus dem Her, thumr Nassau isi eme Ausgleichungs:Abgabe von 1 Gulden 18, fur dre Badische Ohm _zu erheben. Art. 3. Ursprungszeugnlisy weit solche erforderlich smd, werden in Nassau durch die Herze chen Aemter beglaubigt. Art. 4. Die GroßherzoglicheZoll-Direc„. hat für .den schleumgen Vollzug dieser Verordnung zu sorgen.“;
Mainz, 5. Sept. Die Anzahl der durchreisenden F den, 10 wie-jenrr, welche sich [ängxr oder kürzer hier aufha war“ niemals so groß als gegenwärtig. Fask jeden Abenb,-': Ankunft der Eilwagen und Dampfschiffe, find die am Rhein legenen Gasthöfe Fenöchigt, sehr viele Passagiere, manchmal bis 80, wegen Mangel an Raum abzutveisen. Tan besonders viele“ Engländer, Welche die Cholera aus Italien, hem südlichen Frankreich vertrieben hat. Der Badische Zoll- schluß beginnt bereits vortheilhaft auf den hiestgen Plak wrrken, „mdem manche früher bestandene Handelsverbindun welche dee Mauth getrennt hatte, slch wieder anknüpfen *, auch neue versucht werden. Außer dem jetzt wieder neu bcle Gränzverkehr dürfte unser Speditions; und Großhandel Kolonialwaaren am meisten durch den Anschluß gewinnen. Beitritt Nassau's erfolgt stufenweise, so daß unter den M gegen Caution der freien Circulation überlassenen Handelsax, a„ußer dem Weine fast kein bedeutender mehr fehlt. Ueb], steht man täglich einer definitiven ZutrittSerklärung entgegstxxz;
_ Zomburg,15; Sept. Das hiesige Amtsblatte eme erordnung, dre Nachversteuerung von Kaffee und 77? betreffend, „um“, wee es in derVerordnung heißt, „„die nahme des Amts Homburg an den dem mit dem 10cm d-„W schen dem Zollvereins ebiete und dem Herzogthum Massa“;- tretenden freienVerke r entgegenstehenden Hindernissen zu
4
Zte Treffen bildete dreh
Degen am rechten Fm
unzählba „
"es e „durch die unverhältnißmäßégm Einfuhren von Kaffee“ „ .xuckér in das héefige Amt herbeigeführt worden smd, und
dadurch in den Stand geseßc zu werden, den Bewohnern y(effeitigen Landes die Wohlthat des oben erwähnten freien
hrs baldigst gewähren u können.“ _ “Frankfurt a. M., 1 .=September. Vorgeftern tft der
11 von Heeckeren,*„ Königlich Niederländischer außerordentli- Gesandter und bevollmächtigter Minister am Kaiserlich Rus- *MHofe, von St. Petersburg hier eingetroffen.
Oesterreich.
, *.;Wien, 12. Sept. Ueber die Reise Ihrer Majestä-tewlau- fortwährend die günstigsten Berichte ein. Ihre Katserlrchep nm der Erzherzog Palatinus und Gemahlin werden um dee dieses Monats hier eintreffen und sach dann ebenfalls nach n begeben. Die Frau Erzherzogin soll Willens seyn,
“f einen Besuch bei ihren hohen Verwandten in Württem-
g abzustatten. „ '
„an1 Men d. M. wurde hcer die Hof-Trauer für den ver-
ckth Kaiser Franz abgelegt.
Unter den neuesten Armee-Beförderungen befindet fick) auch
unseres Gesandten am Griechischen Hofe, Oberst-Lieutenants
Prokesch, zum Obersten. . .
Die Durchfall-Krankheiten schemen hier weeder abzunehmen,
ddieBrechruhrfälle find seit einigen Tagen auch viel seltener.
*
Prag, 15. Sept. Am 9ten d. gegen 7 Uhr Abends lang- 'Ihre Kaiserlichen Majestäcen zu PTarienbad an. Am Absteige- uartier im Königswartev Hause wurden Höchstdt'estlben von r. Durchlaucht dem Fürsten Metternich, Sr. Excellenz dem taats- und Konferenz-Minister Grafen von Kolowrat, Sr. cellenz dem Ober-Burggrafen Grafen von Chotek und Sr. ceslenz dem Feld-Marschall-Lieutenant Grafen Mensdorff em- „ngen, Am anderen Morgen um 9 Uhr begaben sich Jkre ajeßkten unter großem Volks-Iubel in die neu erweiterte Kirche „Marienbad. Sodann folgten Privat-"Lludéenzxn und Vor- “unsm der Behörden bei Ihren JNajestäten. „Hierauf besch- cm die hohen Herrschaften die Bade- und Trink-Anskalten, ßen fich Alles zeigen und erklären, und erkundigten sich nach - Absakz, der in diesem'Iahre bereits nahe an 350,000 Fla- n betragen hat. Mittags wurden sämmtliche in Marienbad wesende hohe Staats-Beamte und mehrere inländische und de hohe Staats-Personen zm" Kaiserliäxen Tafel gezogen. *chmittags machten Ihre »Majeskäten eine Spazierfahrt und „eilten auf der bei dem Fürstlich Metternichschen Thicrgarten ndlichen Anhöhe, um die Ausficht auf das gan e herrliche Z;.»! von Marienbad zu genießen. Abends war der. urortaufs nzendste erleuchtet, und in der Nähe des Kreuzberges wurde
prächtiges Feuerwerk abgebrannt. „
Schweiz.
Luzern, 7. September. Heute fand die erske Sißung der kjrchliclxkatholtschrn Angelegenheiten hier versammelten Konfe- statt. Es erschtenen zu derselben: Namens der Stände Lu,- rn: Hr. Schultheiß Schnyder, Präfident, und,?lmrhyn. Bern: lt-Ne ierungsrath Schnell; Aargau: Hr. Obst. Fetzer und Prä- vent orer; St. Gallen: Landammann Baumgartner; Thar- -* : Anderwerth und Iüß; Solothurn: Baron von Roll und : sident Dürrholz; Basel-Landschaft: Hr. Gußwiller; Grau- den und Zug, ebenfalls eingeladen, fehlen. Die Konferenz urde vonHrn. Schulth. Schnyder erö net mit einer Mahnung dle Nothwendigkeit, die Badener onferenz-Artékel durch- führen, was , wie St. ““ Gallen mit Nachdrurk bei- sxkgk, gemeinschaftlich geschehen müsse. Aargau verlangt shaldige Schritte gegen den Bischof von Basel, mit r-Drohung, widrigenfalls zurückzutreten. Thurgau dage- - will, ehe es zur Durchführung schreitet, erst den eitritt aller Stände zu den Konferenz-Artékeln erwarten, wozu xern und Solothurn die Bereitwilligkeit ihrer Regierungen aus'- 'röchen. Es wurde eine Kommission niedergeseßt, um die Trak- -nden u entwerfen und Anträge über die Ausführung der Kon- renz- rtikel zu stellen. Sie besteht aus den Hrn. Schultheiß chnyder, Landammann Baumgartner und Dorer.
„Genf, 5. Sept. Wiewohl die Cholera fich immer mehr 11 um! entfernt und in südöstlicher Richtung hinzieht, denn in alence, dem uns nächsten Punkt, hat fie bereits aufgehört, nden es doch die Sanitätsbehördcn in Savoykn nöthig, für 'eisende und Waaren aus Frankreich eine 7tägige Quarantaine nzuordnen. In Turin ist fie sehr unbedeutend. “
In der Nacht vom 31. Aug. auf den 1. Sept. ist auch auf er Genfer Sternwarte der Halley'sche Komet nach den Angaben „Astronomen aufgefunden worden, welchen' dies“ früher gelang. .in Licht war noch so schwach, daß man ihn mit einem bloßen vmetensucher nur schwer finden konnte. Erst nach Entfernung «! Lichtes aus dem Ort der „Beobachtung war er gut zu beob- ten mit einem Tubus von 4“ OeffnunÉ und bloß mit vier-
maliger Vergrößerung. Eine andere cbwierigkeit bei der Ussuchung bestand in der Menge von Nebelflecken jener Him- tlS-Gegend, die heller sind, als er. Man fand, daß der Komet iemléch genau 'der Ephemeride Pontecoulants folgt, daß jedoch eine Declination fast um drei Viertel Grade kleiner ist, als die „vn diesem Astronomen angekündigte; daher findet man ihn nicht *“ dem Glas des Sektors, wenn man es nach jener Ephemerjde ichtet. Der Komet scheint abgerundet, aber etwas länglich, an einen Rändern undeutlich, und nur heller an einem Punkt sei- es Kerns, der jedoch nicht ganz im Mittelpunkt steht. Die UseNebelgestalt ergab nach dem Mikrometer des Sektors ohne kleuchtung ungefähr vier Minuten Durchmesser.
x
Italien.
“ Ferrara, 26, August. (Schwäb.„Merkur.) Die hiesi- -„',*- Einwohner kamen wegen der Annäherung der Cholera in „'m darum ein, daß es den hier wohnenden Iuden, welche „le in Rom) auf einen „Bezirk der Stadt, den Ghetto„ be- Wnkc sind, den ste nur während einer bestimmten Tageszeit
“ssen dürfen, gestattet Werden soUe, ck"?!) Wohnfiß 5" ciner .*: nden Gegend aufzuschlagen. Die Getstlechkeit ]edoch .wider- kk? fich dieser Maßregel und erwirkte von Rom aus den Be- “ [, daß die Inden in ihrem Ghetto bleiben sollten.
*'**'“"Kivorno, 2. September. (Allgem. Zeit.) Was fich bei Fm allmäligen Vorrücken der gefürchteten Cholera vom südlichen
Mkreich "nach dem angränzenden Piemont wohl-erw'arcen ließ, S-nun leider eingetroffen; die Krankheit grassu't m unserer .. “dk, deren Einwohner ahl, die Vorstädte mbegriffen, gegen
_ 1065 70 Personen als Opfer fallen. Natürliche Folge hiervon ist das Auswandern derer, denen Verhälmiffe und Vermögens-Umstände es möglich machen; gänzliche Stockung des Handels und darum äußerst bedrängte Lage der großen Masse der von ihrem tä lichen Verdienste lebenden Leute. Ihrer Noth wird zwar dur frei- willige Gaben der Vermöglichen eimgermaßen beigesprungen; sie bleibt aber begreiflicher Weise immer noch sehr drückend. Wie an anderen Orten, namentlich in Petersburg, Paris, Marseille :c„ so herrschte auch hier anfangs, und als noch wenige, nur verdächtige Fälle angezeigt wurden, aber der angeordneten Vörfichts-Maßregeln wegen der Verdienst sogleéch-mancherlei Hem- mung erfuhr, unter dem gemeinen Volke theils Unglaube an das Daseyn der Krankheit, theils ein heftig gesteigerter Unwille gegen den ersten Sanitäts-Arzt, als den hauptsächlichen Urheber jener Vorfichts-Maßregeln, der fich auf gefährliche Art zu äußern dro te. Ielzt aber, da der Kranken-Wagen so viele durch die Stadt ah- ren, und der Bekannten, auch aus den wohlhabenden Klassen, schon so manche weggerafft worden find, scheint dumpfe Ergebung und Furcht fich der meisten Gemüther bemächtégt zu haben, und der unvernünftége Argwohn gegen die Aerzte verschwunden zu seyn. Daß von den angränzenden Staaten Gränzsperrungen und Qua- rantainen veranstaltet worden smd, ist sehr begreiflich; wohl aber scheint dem gesunden Verstande ganz entgegen ein Edikt der Re- gierung von Lucca, das nicht bloß seit dem 28. August allen von Toskana Kommenden den Eintritt in ihre Staaten gänzlich un- tersagt, sondern selbst den aus genanntem Lande Gekommenen, die schon sechs Tage vor Erscheinung_ obigen Edikts den Lucche- sischen Boden betreten hatten, den1elben unverzüglich und bei schwerer Ahndun wieder zu verlassen gebietet. Die Hoffnung, daß die starken egengüsse der Ausdehnung der Cholera Schran- ken setzen würden , hat fich nicht bewährt; im Gegentheile scheint sch dadurch der Krankheitsskoff mehr entwickelt zu haben. Ießt hofft man nun wieder auf den Einfluß der eingetretenen schdnen Witterung. Der Mangel an gehörigen Vorkehrungen ward, als die Seuche mit Heftigkeit ausbrach, schmerzlich ge- fühlt; dabei ward noch der Schrecken durch die Anfangs von der Sanitäts-Behörde ins Werk gesehten Absonderungs-Maß- regeln sehr vermehrt. Ungeachtet aller anderwärts gemachten Er- fahrungen bestand diese Behörde darauf, die Krankheit als“ con- tagids zu behandeln, und die bei der Pest gebräuchlichen Vor- stchtémittel anzuwenden. Durch freiwillige Beiträge hiesiger Ein,- wohner ist bereits eine Summe von 40,000 Florentiner Lire zu- sammen gebracht, woraus die dürftigsken von der Krankheit be- troffenen Familien eine Geld-Untersküßung erhalten und den Ar- beitern, die in der jeßigen Lage ohne Verdienst smd, Brod und Reis ausgetheilt wird. Auch hier haben beim Ausbruch der Krankheit eine Anzahl Aerzte feiger Weise die Stadt verlassen.
Spanien.
Madrid, 4. September. Folgendes ist das (gestern er- wähnte) Rundschreiben des Ministeriums des Innern an sämmt- liche Civtl-Gouverneure: .
„Seit längerer Zeit wciß die Regterung, daß eine gewisse Klasse von Menschen, denen nichts heilig :|, für welche die Lehren der Erfahrung fruchtlos find, die über Alles, was in der Welt als das Achtungswertbe|e betrachtet wird, svotten, dcn verabscheuungswer- then Plan gefaßt bat„ eine Umwälzung 111 Spanienzu bewirken und die Grundgesetze dteser alten Monarchte zu vermchten. Der bloße Gedgnke eines solchen Unternehmens scheint lächerlich in den Aygen derjenigen, welche die kum Sprüchwort gewordene Rechthch- krtt der Spanier und ihre. re igibse Ehrfurcht für die Gesehrnnd dte National- Gebräuche kennen. Als auf Befehl Fhrcr Majesjät der Kdnégin-Regentéu ein großer Theil unserer _tapferen Armee zur Bekämpfun der Frénde unlerer NatiorralKFrce'hctt verwandt warde“, als ein Ge eh der Sorte:: d es wichtige Einrichtung der Stadt:Meléz zur Erhaltung der Ordnung und Ruhe tn den Städten ber- vorgerufen hatte, da glaubten. die Aufrüyrer, der Au epbilck sry günstig zur Ausführung threr blutigen und (him raschen Pläne. Unter dem Vorwande, die Organtsation _der Aufrührer, welche in einigen Provinzen sch in Corps zu verxmtgen versuchten, zu verhindern, bildeten sich Funken, m_t dercn Sprhe gesetzliche Be: hörden gestellt wurden und die angebitck) nur den genannten Zweck haben sollten. Dtcse ungesehlichenVersammlungen warfen jedoch bald die Maske ab und wagten Ecngriffe in die Prärogative der Krone und in die Rechte, we1che dte Nation nur durch thre Reprä- sentanten ausüben kann; Um ein so1ches Attentgt zu rechtfertigen, verleumdeten se die remsten Abßchten der Regterung Ihrer Ma- jestät, und erdichteten odcr vergrößerten die Gefahrxn, welche nur durch die von solchen Menschen herovrgerufrne Uncmtgkeir herbek- geführt werden können. Vergebens suchten ste ihre revoluttonairen Pläne auch auf andere Theile des Königreichs auszudehnen. Von dem Augenblick an, wo die Bewohyer dre Prärogatkve des Throncs angreifen und die liberalen Instatutconen,„!yelche die_Siütze drffel- ben find, bedroht sahen, verweigertm Emrgc den erngedrungenxn und ungescvléchen Behörden den (Hehorsam, Andere wandten stel) an die Regierung Ihrer Majeüät un_d baten nm Inßructionen, da sie nicht wußten, ob die Präsidenten jener Iuntcn zu den von ihne'n gegebenen Befehlen von der Regierung ermächtjgt seyen. An emr- gcn Orten hat man wtrklrch das Aergerntfr so weit getrie- ben,* die Constitution von 1812 „zu proklamxren, an anderen Orten verlangte man eine konßatezirende Versammlung„ und man wollte andere Cortes konßtturrcn, welche die Natxon in einen Ab rund von Uebeln geüärzt hätten, indem se dirselbe der furchtbar en Anarchie Preis gaben. Solche Vernresselnhe-t, solche Verbrcchen und Ansichweifungen “haben met Recht dte'Svanisctu Natiön beunruhigt, deren guter Senn und deren Klughett ihr ntcht erlauben, an so , „ einem solchcn Zu ande der Dmge konnte die fur die öffentliche Ordnung und Ruhr, so wie für dte Erbaliung unserer undamrn- tal-Geseve verantworxlickns Regtcrung I. Maj. nicht an chen, der Nation die Urheber dteser abscheulichen Uebelthatrn laut zu denun- ziren und Le wird die Anhänger txnd Agenten emos so unerhörten und abschculicken Unternehmens bis zur Ausrottung verfolgen. Um unserem Vaterlande die endlosen Uebel zu ersparen, wclche unfehl- bar aus einer längeren Toleranz hervorgehen würden, chbt die Re- gierung c7hrer Majestät Sie persönlich da,ür verantwprrl-cb, daß kein Befehl, keine Bestimmung, kein Dekret, außer deyjentgen, welche unmittelbar vonden gesehlichenBehdrdcn ausgehen,d1e Siermerkennen müssen, in den von Ihnen verwalteten Provmzen ycrkündtgt werden. Hiervon sind natürltch diejenigen Beqmten dcr Reg-erung ausgeschlos- sen, welche an den Hülfs- odrr dirtgrrcpden JuntcrrTbccl genommen oder öeraneLklcausaefübrt habkn. Dtese Junten smd aufausdrückli- ckck Befehl :* rer ngeßät für un_„qeschltch und aufgelöst- erklärt.
Sie werden “Zofe Méribeilung soglem) nach_ dem Empfange dersel- ben in ihrem Bezirke bekannt warben und fyr die Ausführung der- selben Sorge tragen. Ihre Majestät erthetlt (*I-kms", außerordent- liche und unumschränkte Bonrnacht, um die Pr ro atwe der Krone aufrecht zu erhalten, über die Erhaltung der dur das Königliche Statut verkündeten National-Rccbke zu wachen und den Unruhen, welche das Land mit unberechenbaren uebeln bedrohen, ein Ziel zu setzen. Möge Gott Ew. Excellenz ein lan es Leben verleihen! Ma- drid, 31. Aug. 1835. Auf, Königlichen Be ehl: Angel Vqllejo.“ . Ein aus Sevilla angekommener Courier bringt dee Rach- richt, 'daß am 30. August um 11 Uhr Morgens eine Abthetlung der städtischen Infanterie-Miliz s1ch ttz ihrer Kaserne versammelte, wo ße, ungeachtet der durch den Gouverneur des Platzes bekannt
erklärte ihnen, daß,
1?efahryoum Thorheéten Theil zu nehmen. Bek.
neral-Capitairi mehrere Öéflzie're als Deputirte, die ihm“ erklärter» daß der Zweck ihrer Ver ammlung sey, die Grundgesehe ab uän-
de_rn UW aydere K,“)nzesfionen zu erlangen. Der General; apt“-
tam [lente ck"?" M Unseseßlichkeit ihres „Benehmens vor, und
wenn fie fich vor. Nacht nicht trennten,
fie als Rebxlletr betrachtet werden sollten.“ Don Manuel
Cortina, provtsorescher Kommandant des zweiten Bataillons der
Stadt-Miliz, erlangte es von den Soldaten seines Corps, daß fie
fich trennten. Einige Soldaten dieses und des ersten Bataillons
wurden als Patrouillen auf verschiedene Punkte gesandt und die
Ordnung wurde wiederhergestellt. Der Civik- Gouverneur traf
seinerseits die kraftvollsken Vorfichts - Maßregeln, um die Ruhe
aufrecht zu erhalten und die städtische Kavallerie ; Miliz unter-
sküszte ihn hierbei. Der General; Capttain hatte übrigens die
Garnison versammelt, um sie im Nothfalle gegen die Anstifter
der Bewegung zu gebrauchen, was glücklicher Weise nicht nöthég
war. Die Umgegend von Sevilla hat keinen THM an dieset“
Bewegung genommen.
_ Die Allgemeine Zeitung meldet in einem Schreiben
von der Italiänischen Gränze vom 4 September Folgen-
des über die Absichten der Revolutionairs in Spanien: „Wenn
man hier gut unterrichtet ist, so hat die Bewegungs-Partei in
Spanien ihr Augenmerk auf Don Francisco de Paula gerichtet,
um ihm eine Rolle in dem dortigen großen revolutionaéren „Drama zu übertragen. Der Infant is ganz zum Spielball einer Faction geeignet und besitzt alle Eigenschaften, um einer Partei zu ge.- fallen, die aus dem Regierungs-Geschäfc des Monarchen eine Sinekure zu machen und sich über den Thron und das Gesc» zy stellen wünscht. Man glaubt, daß der Infant bereits zum Chef der Regentschaft, die sich die verschiedenen Provinzial-Iun- ten geben wollen, proklamirt worden wäre, hätte er nicht große. Besorgnisse gezeigt und den Augenblick dazu bis zur förmlichen Konstituirung aller Provinzial-Regierungen hinauszuschieben ge- beten. Zu einem Wagniß scheint Don FranciSco keine große Lust gehabt zu haben, und seineGemahlin muß damit einverstan- den gewesen seyn, da sie sonst viel Einfluß auf ihn übt und, wie versichert wird, eigentlich die Zwischenhändlerin wischen dem Infanten und den Parteé-Chefs macht. Wenn die Traction um sich greift und es der Königin Christine gelingt, die Factionistsn zum Schweigen zu bringen, so möchte es um Don Francisco und seinen Anhang übel aussehen, sobaldman die Gewißheirew halten, daß er mit intriguirt und zu den Störungen in Catalos nien und Valencia heimlich beigetragen hat. Es kann wohl nicht schwer fallen, darüber. genau unterrichtet zu werden, nachdem mehrere der Haupt-Anstifter jener Unruhen in den Händen der Madrider Regierung smd und diese einen Prinzen nicht schonen dürften, der, wie fie zu glauben scheinen, durch seine Zaghaskég- keit fie kompromittirc hat. Wirklich smd viele Anhänger des Föderativ-Systcms der Meinung, daß es nur an einem Anhalts- punkt fehle, den man in dem Infanten Franzisco zu finden glaubte, um ihren Wünschen den Sieg zu verschaffen. Mehrere Brirfe aus Spanien äußern sich in diesem Sinne und fügen hinzu, es rcx; ein Glück für die Königin, daß es Don FranciSco an D)?uth ge- fehlt habe, um offen Partei gegen sie zu ergreifen. Dem sev wie ihm wolle, so möchte doch für das Königliche Statur und seine Königliche Beschüherin selbst durch eine augenblickliche Un- terdrückung der Föderalisren wenig gewonnen seyn, weil ohnr eine allgemeine Schilderhebung DonCarlos nicht aus dem Felde geschlagen werden kgnn. Vielleicht wäre es für dis Ruhe drr Halbinsel das Ersprießlichste, wenn es zu. einem Kompromiß zwi: schen der Madrider Regentschaft und Don Carlos käme, so daß von beiden Seiten Konzesstonen gemachx würden, um die An.- sprüche des Don Carlos mit denender Königin verschmelzen zit können. Nach dem aber zu urtheilen, was in den lehren Tagen
- sich in Spanien ereignete, wird fich Don Carlos schwerlich zn
einem Vergleiche verstehen; denn er weiß so gut, als jeder Ar:- dere, daß es unter den jetzigen Umständen mißlich für die Ma- drider Regenten ausseht und es nur von einem leicht eintreten: den Zufall abhängt, um ihrem Reiche ein Ende gemacht, seine Sache aber besser als je gestellt zu sehen.“
Inland.
Berlin, 18. Sept. Aus Ostrowo geht uns heute fol-* gende Mittheilung vom [Iten d. M. zu: „Nach Beendigung der Manöver in Schießen hatte die Provinz Posen das Glück, die Akserhöch|en und Höchsten errschafeen aus Ihrer Reiy'r. nach Kalisch zu begrüßen. Se. O ajestät der Kaiser von Rm“): land langten auf der Straße von Militsch Über Krotoßzyn am -*,'§ Sept._ Abends nach 11 Uhr in Oskrowo an und setzten nack) Zur,- zem Aufenthalt die Reise nach Kalisch sort. Auf derselben Straßr trafen Ihre Majestät die Kaiserin am 9ten gegen Abend hier ein, und reisten in Begleitung des Ober-Präfidenten der Pro.- vinz, welcher Ihre Kaiserliche Majestät bereits in Krotosznn cr wartet hatte, ohne Au/fenthalt nach Kalisch weiter. Die *Prén zen des Königl. Hauses hatten die Nacht vom l0ten zum [icon d. M. in dem der Fürstlich Radziwillsch-en Familie gehörigen Schlosse Antonin, wo Sie von dem daselbst anwesenden Fürsten Wilhelm Radziwttl Durchlaucht bewirthet worden, verweilt und setzten am Um: 0. M. die Reise über Ostrowo nach Kalisch fort. Se. Majestät der König trafen am llten Nachmittags um 3 Uhr über Antonin in Ostrowo ein. Der Ober-Präfident der Provinz hatte Se, Majestät in Antonin erwartet und begleicew Allerhöchstdieselben bis zur Gränze bei Skalmicrznce. Ueberail gab fich die Freude der Einwohner kund, den aUverehrten Mo narchen nach einem Zwischenraum von so vielen Iahren wird.“:- in ihrer ONitte zu sehen. Auf dem Markte, dem Orte, wo öt' Pferde gewechselt wurden, hatten fich die Geistlichkeit und dlc Orts:Beamten und mit ihnen eine zahlreiche JNenge aus allora Ständen versammelt und begrüßten '[llerhöchskdieselbsn bee“ Ih- rer Abfahrt mit lautem anhaltenden Iubelrufe. Kurze Zeit dar- auf traf Ihre Durchlaucht die Frau Fürstin von Liegnitz fn Ostrowo em. Am Abende waren mehrere Häuser der Stam“ erleuchtet.“
-- .Bei der gegenwärtig stattfindenden Aufhebung der Klö- ster im Großherzogthume Posen kommen auch die diesen In: skituten gehörigen Bibliotheken zur Disposition „ welche indes; , nicht so beschaffen sind, daß sie AUSstcht auf eine reiche Aus.- beute gewährten. Die werthvolleren Bücher snd nämlich zam Theil während der Herzogléch _Warschauischen Regierungs , Pk- riode zur National-Bibliothek m Warschau, zum Theil späterhin zu der in Posen besmdltchen, “von dem Grafen Eduard Ra- czynski der Stadt geschenkten „Brbliothek abgeführt worden, und- der Rest besteht hauptsächltch aus theologischen Schriften des löten und "ten Jahrhunderts, und aus Kirchenvärern, um geringeren Th?“ aus philosophtschen, philologischen unk! historischen „Schrifterx Ueber das Ganze ist, mit Genehmigung des Königlcchen Mmesrermms der geistlicher: Angelegenheiten, in der Art verfügt worden, daß das, was zum unmittelbarer:
gemachten Befehle des General-Capitains, mehrere Stunden um
“ “000 sky." mag, und [ on in dem Grade, daß täglich 60 bis
ter den Waffen htéybx Dijiliz-Sykyaxyn setxyyxm „an „dex; Gex,
Sebrguck)? für dix Bildungs-Anstaleen der Provinz, namentlich