1902 / 35 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 10 Feb 1902 18:00:01 GMT) scan diff

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beZw. 1,36) „F6, Kalbfleis 1,35 (1,37 bezw. 1,35 „FQ, Hammel eisch 1, 9 (1,29) „M, inlandis en Jeräucherken Spe 1,73 (1,73 ezw. 1 59) „ck, Eßbutfer 2,24 (2,37 ezw. 2,27) „Fk, inländiscbes Schweine- scbmalz 1,72 (1,72 be w. 1,57) W; Weizenmehl zur Speisebereitung 31 (31 bsz. 29) „5, oggenmcbl 26 (26) „5; für 1 Schock Eiér 4,73 (4,94 bezw; 4,86) «M

' Der Durch1chnitt d€r Preise aus den 23 Hauptmarkwrten zeigt tm Moyat Januar 1). I. bei aUen vier Getreidearten eine Erböbung, Welche s1ch beim Weizen auf 16, bcim Roggen auf 13, bei der Gerste aufm7 Und bkim Hafer auf 19 Marktort-Z Ver1bei11. Die Durchscbnifts- Pr-Zztü _dexr übriJn wichtigsten Lebcnsmittel baben sich mit AuInabme Dékjkntgsn der utter und Eier, Welche biUiger geWorden sind, gegen dM Vormonat nur wenig verändert.

Kunst und Wiffenschast.

Jm KunstgLWch-Museum sind Probcn von farbigem Marm 01: ausgesteUf, Welcbe das Kaieriche General-Konsulat in NLaYel xingescbickt bat. VLi dkm Werthe, welchen die dcutschc Niarmormdustrie und die deutschen Banmtternebmcr auf schöne Mamwrssitcn [MM, Mrden dicse acht Platts11,_7v€lche sämmtlich aus Brüchen in der Nähe bon Vitulano in der Provszenevcnt stammen, s1cher1ich von Interesse" ein. Die Farbcli wechseln vom zartestkn

Erlgran bis zum Tiefrot in reichster AedTrung Ueber die Bezugs- chÜe diesss 11211110 (117111118110 findet sich sine Angabe [)(-xi “dcn ausgéstkllten Stiicken.

11.17. Die Febrnar-Sißung der Gescklscbaft für Erdkunde brachte zivci Vorträge, welch8 die Hörßr in sebr entgkgenaeseßte Himmsls- striche Verse Ton: nach Macedonisn, Albanien und pirus der eine, nm!) dcm bambo-Land in SiiWcst-Afrifa der andere. Dr. C. Cvijic aus Bei rad _gilt zur„Zsit als der bedeutendste Kenner dcr Balkan-Halbinbel. die er wabrend 13 Jahre xlanmäßi durch- forschk bat. Skine Darlegungen begxan-tcn desbal der ge?panntcn Aufmerksakait der Versammlxzng, wsicbe VM dem Schüler der Wienér Ge]ebrfen Sueß und enk Au7schlüsse darübcr Erwartete, inwieweit er djs morphologijckyen nsckmuungerz seiner strer über die Balkan- Hglbmskl durch die Unters11chung tm einz€111cn bestätigt gefunden babe. Dcher Erwartung entsprach der Vortragende in vollem MaYe; 81: be- stattgkc', "Faß selte'n ein Gebiet von der räumliclpén Ausde nung der Balkap_1andcr zu findcn 19111 möchte, dgs so! vielseitige und gcxvaltige gwloaxjcbe Wandlungkn erxabxen babe. DikZerrtffLnbeitdchLvölkerim en dcr B_a[kan=Halbi11se_l cr chemt hiernach fast (116 ein Spicgäbild er Zerk11'istung und Zerrissenbéit des heimischen Bodens. _ Ein davon sebr verschi€dcn€s Bild Entroütx der zweite Vortrag vo11])r.Georg qrtmann, der G€s€U1chast für Erdkunde schon ans dym

inter 1897/98 vortbeilbaft bekannt durch die damals von ibm (7e- machtcn Mittbetkungxkn über seine Forsch1mgkn im Norden _und Nord- westsn von Deqtsckz - Südwestafrika, für desscn Küstengebiet dex Redner zum Pionier geworden ist. Seitdem ist Dr, Hartmann wiedßrnm einigcßJabre in Deutsch-Südwcstafrika als Vertrster einer Qiiinsngeseilickxast in Otavi, einem nicht (][lzu fsrn Von der Nord- ngnze unserer KoloUie g€gkn das portugiesische Angola gekegencn Play, tbajig gewesen. Von dort aus machte ])1'. Hartmann im Sommer 1900 in Bkgleitung „des Oberlkutnants Von _Winklkr und yon etwa 25 mit Flinten béwaffneten, zuverläjsigkn Eingeborenen eincn Vorstoß nach Norden in das Land der als unbotmäßig be- kannten Ovambo, welches sich übkr_ die deutsche Grenze hinaus in das von den oberen Läufen der Fliiffe K'unsne unix Okavango ebildete Dreieck hineinerstrcckt. Die Ovambo sind ein kräftiger, choko adenfarbi er, den Bantu-Völfern angehöriger Stamm. Männkr und Frauen siiid von großer Statur, die einen wie die andcrn äußerst wenig bekleidet. Die verhkiratbctkn Fraum Erkennt man an einem _lang Herabwaüenden Haarschmuck aus Palmbastfasern. Die Hauptbescbaftigung ist Ackerbau; Viehzucht wird nur nebenbei beKrieben. Gro find die in Vielweibetei lebenden Ovambo als Vier- brauer. Sie. rauen und trinken viel, zuweiken übermäßig von diesem erfrischenden Getränk, das auch den im Ganzen steundlicb und gaßirei aufgeqommenen Fremdm reich11ch dargeboten wnrde. Dre Ovambo, tm Gsanzen wobl 100 000 Seelen, leben in Gru pen unter d€spotischen Hauptlingen, dle obne irgend welche Einschrän ung über chen und Tod 1brer Untertbauen gebieten. Von dem Mißtrausu, das sie gegen-die Europäer, und besonders ge en die Deutschen erfüüen sol], bat_ der Reisende im Grunde wenig bemerkt, es sei Denn "m_ dem von Mtsfionaren gegebenen Rath, astronomiféhe Messungen n1cht öffLUtÜÖ Wrzunshmen, weil fie von dem aber- gläubisckycn Volk Mißverstanden wkrdc'n könnten. Dxr Empfang bei drei Häuptlingen war übereinstimmend cin entgegenkommendér und ysrtraucnstlier. J'bre_t)on Pallisadcn umgebensn Wohnungen sind sehr ausgedehnt, die inneren Raume durcb labyrintbartigc Gänge eigsnthiimlicb uxmabbar gemacht. Landschaftlick; bietet das Ovambo-Land manche Ab1v8ch1elung; ein auSgesprochenes Kalksteingebiet, im , Sükkn mit'Dornbusck) umgitfcrt, „wechselt mit Einar Sandebcne, in der es auch nicht ein Stetnch_en giébt, dann komxnt parkartigks Gelände nnd zul? t schöne'r und dichter ochwald. Hier lisgt die Missionsstation OW onda. Anfang Septem er wurde der _mäcbtige Strom Kunene crk6icht unb Von dcn drei _ roßen WasjerfäÜen, die Um aus- zeicbnsn, besondsrs der am :nUZen flußnufwärts gelegé'ne von 100 m Fallböbc bewundert. Als pon bqbem gkograpbischen Interkxe ergab sui), daß das ganze _Land eme schiefe, ngcn Süden ohne 116 ergänge abfallende Ebene btldet, sodaß m der Tegenzeit die überlaufenden Wasser des Kunene das Land südlich bewäsfern.

Land- und Forstwirthsäzaft.

KKR. Plenarvexsammlung des Deutschen Landwrrtbscbaftßratbs.

Ju dßr voxgeftrigen, Fritten und [eßien Si ung referierten Pro- fessor 1)1-. Sermsg-Berlin und Freiberr von etto-Rcichcrtsbausen 11er bis Bedeuxung dcr landwirthscbaftlicben Bevölkerun für die Webrkraft des Deutschen Reichs. Es schloß süß

daran eine kurze Diskussion, worauf die Versammlung folgende, von

den Berichtcrstattern beantragte Resolujion faßte:

„Der Deuts e Landwirtbschaftsratb erklärt:

Die Mebrzaü dcr. xviffenfchaft1ichcn Untersuchungen bat bisher die überwiegende. Militartauglicbkeit dcr ländlichen gegenüber der städtisch - industriellen chöxkerung dametban. Aber die Ver- öffentlickpungcn aus dem ret an Material der Ersaybebörben in Deutschland sind so mangel aft, daß aus dcnsylben ein sicheres Urtbeil über die Bedeutung dex ' Abstammung, der Wohn- weiss, der verschiedenen Berufstbatigkeiixn für die körperli e Entwickelung der beranwackzsendex Jugxnd 'nicht auf so breiter BMI zu gewinnen war, wie es die W1chjlgkeit dieser Frage in hygienischer und Politisckzer Hinsicht wünschenöwertb macht. ' .

So gcwi die Erbebungsn, Welck)? neuerdings betreffs Fest- stklütng des erufs und der Herkunft der Militärpflichtigen ange- ordnst sind, als Fortschritt begrüßt werdkn müssen, so wenig können auch fie aÜLin als ausreichende Grundlage zur Lösung jener Fragen angessbc'n werden. _

Vieltnkbr erscheint dre_Fcs1steUung dcs Berztfs und Wohnorts, womöglich auch der Herkunft der Eltern, ,sowje des Geburt'Sorxs, AufenthaltSorts und des seit Entlassu_n _aus der Schule bauptsäckyltch betriebenkn Berufs dcr Gestellungs flt Ztgen, 613131111) genayere Scher- dung derselben nach dem Urtbeil (: er die Tauglichxext. bedingte Taxxg- lichkeit, zeitlich Unfaualicbkcit U- s. w. unter s ?zreiZlcr Hexyorb8b1113g dcr Körpergröße, des Brustumfangs' und _der fc tgestellten korperlicben Ybler als notbwéndigeRngäxzun tntrzstémne der durch Beschluß des

ei sta ls verlcm ten e ru en:“ a 1 1 . . * chD€rgDeutschc “.andwirthsckpaftsratb ersu_cht daher ben Reichßkapzier, das Material der Ersaßbébörden, welchks uber alle dress Punkte Ans- funft gikök, dcn statistiscben ZeanalstcUen zur fortlaufenden Ver- arbeitung und Veröffentlichung zu uberwxxskjt. ' ' Der Erwägung anbeim estellt bietbx drs__Vercznftaltung emer Enquöte über “die Ergebni e des Ersangeschafts m mehreren als

typisch zu eraébtxnden landwirlbs aftlichen, städtischen und inbusjriekien Bezirken des RUÖÖ unter Berü 1chttgung der dort oijalte'nden Er- werbs- und Wohlstandsverbältniffe.“ _

' Alsdgnn nabxn dle Versanxmlung Von dem Bericht der Kom- miswn fu_r das Ei enbabntarjfwefen Kenntniß, den Domänen- rat Retttcb-Rosto erstattete.

Den „1813an Gegenstand der Beratbung, bildete die Ausführung des _Rercbsgeseßes, betreffend die chLachtvieb- und „letscbbes chan, vom 3. Juni 1900. Als Referent vkrbreiiete fich terübex Gras zu RanßauRaftyrf und begründete cine Reibe yon Vorschlagen, Worauf der Gebenne Ober-RegierungSratb Bumm als Vertretxr des RciYsamjs des Innern das Wort nahm. Nachlängerer Diskussion Wurde esch1offen, dem Bundesrat!) folgende Wünsch€ zu unterbreiten :

„1. Die zu dem Geseß, zu erlaffenden Ausführungs- bestrmmungen baben fich auf Re nachstebenden Punkte zu erstrecken:

u § 12 Absaß 2 Nr. 1: it den Tbierkörpem 'muß ach) der Kopf in 11atür1ich€m

Zusammenhange Verbunden sem.

Zu § 12 Absatz 2_ Nr. 2:

Z.. Dasjenige Flei1ch, bei !Jocläoem „_nacb der Art seinsr wainnung und Zubéréitung Gefahren für d1e menschliche GesundHLik erfa brungs- gemäß a11sgeschloffen“ sein sOULU, ist au'f Grund dcr zur Zcit Vor- liegendkn Erfahrungen bestimmt zu bezeichnen; spätcrc, auf Mucke [FEZfalbrungen fußende Abänderungen diescr Bezeichnung blkibcn Vor-

6 (1 en.

1). Schmalz ist nur dann bineinzylaffsn, wenn die Untersuchung keine Vermischung mit Pflanzenfett Lkélkbt

c. Die Untersuchung von Pöke fleisch hat sich auf jokss cin- zeinc Stiick zu erstrkcken. Es ist zu ermittcbi, ob die Pökclung nur durch Salz und Salpeter oder unter Vcrxxcndung von anderwsitigen Ko11s2rvierungs-_11nd Färbemitkeln erfolgt_ irt. Der Mindestgebair an Salz und der Höchstgebalt an Sawexer 1st festzusetzen.

ä. LerLZBegkiff yon „Schinken* rst zu dcfinieren.

u . ie Untersuchung hat durch staatliche Organe unter strenger KVULTYWÉLÉES Reichs zu erfolgen. U I . Die Bestimmungen der §§ 12 und 13 sind in vollem Umfange auf Wi1d§pr26X und Federvieh auSzudsbnkn. U :

„ur gewerbsmäßigen Zubereijung, Konserbicrung und Färbung von [eisch darf nur ein ZusaY von Salz, Salpeter und Zuckßr gema t werden, Alle anderen ubereitungs-, Konskrvierungs- und Färbungsmittel sind zu Verbieten.

Zu § 30 Absay 2: ' . _ .

a. Das Gesetz ist, soweit es 1318 Einfuhr a11§landischen chifcbcs betrifft, sowie in den Bes11mmungen seines § 21 nunmebr baldigst in Kraft zn seßen und aUSzufübren.

b. Diejenigen Vorschriften des Gesetzes, welcbe dic Beschau des inländischen Fleisches betreffc'n, smd ßbcnfalls baldigst .jcdoch M01) zu- vorigcr Regslun der die Schiachtbwaerfichcrung, tc Verxvertbung des minderwer! igen und noch bedinZt tauglichen Ficisckyksx und die Kostentragung bktreffenden Frg en, in rast zu seßkn und auszufiibrcn.

][. Durch Reichsgese ißt anzuordnen, daß in aÜcn deutschem Bundesstaaten obligatoris e, staatliche S chl nchtviebvc'rs iche- rungen zu errichten find. *

111. Es find von Reichswegen KonserVLnfabrikcn für Marinezwecke zn erriÖth.“ _

Damit wqr die Tagesordnung der )()(F. Plenarversammkung cr- [edigk Der fteüvertretende Vorfi ende Freiherr von Soden-Fraun- bofsn schloß die FTU.s?,)l€t1arveratnm1ung mit einem Hoch auf Seine Majestät dcn Kai er, die deutsche]! Bundesfürstc-n und die fréien Städte, in das die Anwesenden begeistert einstimmfen.

Weizeneinfubr Marseilles. Na " den Wochenübersichteq des in Marseille erscbeinenden „Sémap orL' betrug die Wejzenemfubr Marseiües auf dem SeeWege: in der ZRT vom 27. Dezember v. I. bis zum 3. Januar d. J. . . . . . . . . 138 784 (12,

davbn aus Ru land . . . . . . . . . 114 007 in der Zett vom 5. is zum 10. Januar d. I. . . 133107 , davon aus Rußland . . . . . . . . . 105 928 in der Zeit vom 12. bis zum 17. Januar “0. J. 141 577 „, davon aus Rußland . . . . , . . . 81 931 in der Zeit vom 19. bis zum 24. Januar 42 537

davon aus Rußland . . . . . . . . . 17 020 ., In den Docks und Entrepöts befanden sich am 21. v. M, 159 230 (12.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- - Maßregeln.

Rumänien.

Die rumänische Regierung hat die gegen Herkünfte von Smyrna angeordnete Quarantäne wieder aufgsbobkn und ati deren Stelle eine ärztliche Untersuchung Verfügt.

Der Hafen von Constantza ist füx Herkünfte Von Smyrna wieder geöffnet worden; auch ist die Waarenem Uhr von dort wieder gestattet. (Vergl. ,R.-Anz.“ vom 7. v. M. Nr. 5.)

Bulgarien,

Die bulgarische Regierun bat die Stadt Bakum für Heft- verseucht erklärt und dieHexkünbte vor] dort denunterm15. Rohkmber und 8. Dc'zember v. 'I. exla enen Besttmmungen untetworfcn. (Vergl. „R-Anz.“ vom 23. Novem er y. I., Nr. 278, und vom 16. Dezember v. I., Nr. 297.)

Die gegen Herkünfte aus dem Golf von Smyrna an- geordneten Qnarantänemaßregeln wurden aufgkboben. (Vergl. „R.-Anz.' vom 29. v. M. Nr. 25.)

Egypt?»

Der internationale GesundheitsraW in Alexaydrim bat die gegen Herkünfte von myrna angeordneten Quarantanemaßrcgeln wieder aufgehoben, dagegen beschlossen, ge en Herkünfte von_ Batum und Sydney das Pestreglement zur nwendung zu bringen. (Vergl. „R.-Anz.“ vom 31. v. M., Nr. 27.)

Theater und Musik.

, Lessing-Tbeater.

Frau Agnes Sorma, welcbe anäbxlich als wiilkommcner (Hgst der übne am riedricb-Karl-User wisberkebrt, bak dle Gepflogenbstt, dem bikfiJcnPub ikum jedesmal aucb dieBekanntfcbafk eines yeuen Stückyö zu yermi teln. Jm vergangeneit Winter [)alf fie Ludwrg Fulda mtt FitFem Lustspiel ,Die Zwillingssckxwester“ den Erfolg erringen, der re em fie in der weiblichen Zauptrolle einer aus Paris importierten vieraktigen Komödie, ., as Glück“ (148. ang) von Alfred Capus, deutsch von Theodor Wolff, auf; Obsmdessen dem Werke cm längeres Bübnendasem bcschtedxn sem wtrb, erscheint troß der freundlichen“ Aufnahme, dre lbtp zu tbetl wurde, zweifelhaft; denn man kann „ihm Mdcr eine bewegte dramatische Handlung nachrübmcn, „noch die AnlagZßder Cbargkfcrc besonders interessant finden; und dre boxt echt franzoxtx _er Sentimen- talität erfüüte, moralisiere'ndc Schlußpomte, daß rxaui lä), ein zuerst illcgitimes Verhältniß zwischen Mann und“ Weib 1ch11e*11ch zur Ehe führt, weil'die Betbeiligtcn nach'lurzer Tremmn „(mp utadkn Haben, ,das; sie obne einander mcht leben können, bcrxnag tc vorangegangexjcn, ebenfaUs re tgewaltsam m die Handxung bmemgetragenexi Frtvoknatxxn nicht in mtlderem Licht erschemext six lassen. Dc)" Bsrfgsscr 711-111 nur glauben macken, daß er em dtcbtertfches, cm fittixchxs Ziel verfolge, in Wahrheit arbeitet er abex troß mancher Fembetten im Dialog und Gedankengang nur mit erprobten Theatereffekten

_Weiber Von Windsor“; Sonntag, den 18. Mai: „Der schwarxe -

Werk bis jetzt treu geblieben ist, und am Sbimabcxid txat“

und nack) alten Schabloncn gezeichneten Figuren. _Auch die in kexn Stücke vertretene Ltbenßanscbauung, daß_ das Gluck einmal an die Tbür jedes Sterblicbcn poche und nur xmgeiaffßn zu werden braucher, ist weder nku, noch eigenartig. In minkczr glanzender Darsteüung wäre die Komödie vielleicht gänzlich abgelehnt worden, so_ (1er brachte fie es zu einem zwar nicht lauten, abcr dock) rccbt freundlichen Erfolßc der merkwürdigerweise da am stärksten schien, wo da? erk sel sk am schwächsten ist. Frau Sorma gab die Blumenverka_ufer1n Char- lotte Lanier, welcbe zuerst die Ge1iebte und dann bie Gattin des Rechts- anwalts Bxéard wird, mit jkner1chlichtkn Natürlichkext der Emp ydung und jsnem Warmen Ton, dsr ibr stets die SU111patb18n_des 'Pu Zikums gcwinnt, jmd hatte in HELM Patty (Brekard) emen maxmltck) ltcbxns- wiirbigcn Partner, dcr cbenfaUs mit Erfolg bemüht war, dcr vm] ibm yk1iörpcxten Gestalt Blut nnd Leben zuverletbxn. „Von) theatraltsckpen Standpunkt skbr dankbarc Aufgaben waren Fraulem Jager und Herrn Schönfeld zugefallen, die fie sehr geschickt und ohne chbertretbung lösten. Auch die andercn kleinsten ROÜCU warmi' Vortreffltck) beseßt und das infammenspiek bolLer Anerkennnng würdig. Der anrossxnde Autor na m nach Tem „Weiten und nach bsm letzten Akt dcn Beifall _ persönlich dankcnd entgegen.

Jm KönigliÖenOpernbause wirdmorgenVerdksOperY-Q M51 1713101“ mit Fräyisin Geraldine Farmr als Violetta gegeben. „Hieran folgt das BaÜek „A]chcnbrödel“ mit Fräulein DSW Era in der Titelrolle. _ Am11ächstenSonntag um 3 Uhr findet eine Kinder Vorsteüyng stajt. an Aufführung Zelangen Humperdincks Märchcnsplel „Hansel und Gretel" und _das Fallet „Dre Puppenfee“.

Jm Königlichen_Schau1piclbause gebt morYn Shake- spcare's Komödie „Der Kaufmann von Venski in der Lbchung von Schlsge1 in Sccne. Als Slwlock gatiert Herr Fcrdmand Vorm. _ Am Sonnabend wird zmn , erstcn_ MaLL „Dcr 'err Von Abadcffa“, ein Abcntcucrstück in drei Aufzügen „yon Hclix Dörmann, anfgefübrt. Dic: BMHung lautet: Valenkmb: Herr Matkowskv; Medusa Dionigi: Fränlcin Povpé; B11|si1a:Fr§nlk-_m von Arnauld; Morc'tta: Fräulein vonMayburg; lawtzza: Fraulsm Mabn; dEr alte Jutromir: Herr Moicnar; Vito, sein Enkel: Herr Christians. Ort der Handlung ist das Gcsjade von ?_lbadkffa um das Jahr 1000 n. Chr. Das Werk ist vom Obcr-ngtsseur Grabs: in Scsne geseyt. _ '

Jm Friedricb-Wilbelmstädtiscben Tbsater Wird sich yon Donnerstag an der Spielplan aerccbfelnd gestalten. Es kommkn nacb einander die Operetten .Der Tugxndring“, „Der Leutnant zur SLL“, „Der goldne Kamerad“, „Dt? Landstrc'ichex“ und „Das Sonntagskind“ zur Aufführung. Diese Werke jollen auf dEr Gastspielreisc des Tbeaters dc'n Mtjtelpunkx dcr Aufführungen bildsn, dsncn |ck) noch die Operetten „Die Fledermaus“ und „Der Zigeunerbaron“ anschließen Werden. Mit den beiden [exztc-Wn wird bicr der Anfang gemackyt, sodaß am Donnetétag 1111d_Jrcitag „Dic Flcdérmauö“, am Sonnabend und Sonntag .Der Zigeuner- baron“ inScene geben. In der nächstkn Woche wird dann MtÜ-cheés Operstte „Das Sonntagskind“ gegeben werden. '

Jm Central-Tbeatsr dauert das Gastspiel der Madmna Matte Guilbert“noch bis Einschließlich _'nächsten Synnabend. Vom Sonntag ?ibénd, den 16. d. M., ab wird wieder dre Opercjte „Das süße Mädel“ zur Aufführung gckangen.

Das Programm der diesjährigen Festspiele des König- sieben The'aters in Wiesbaden it fol cndes: Eröffnungs- Vorsteüung am Sonntag, den 11. Mai: zum er ten Makx: „Armidc“, große romcmtiscbe Oper in einem Vorspiel und dret Akten von Christoph Ritter von Gluck; Montag, den 12. Mai: '„Der Kaufmann ron Veucdig“, Märchenspiel in fünf Akten vonthitam Shakespeare; Dienstag, den 13. Mai:.zum ersten Male wiederholt: „Arm1de“*Mitt- woch,.den 14. Mai: „Die lustigen Weiber von Windsorf, komiscbe Oper in vier Akten von Olio Nicolai;Donners1aJ5den 15. Mm: „Der schwarze Dominok', "Oper in drei Akten won . F. E., Auber; Freitag, den 16. Mai: „Oberon“, große romantisäyc Oper in drei Akten von Carl Maria von Weber; Sonnabend, dcn- 17, Mai: .Die lustigen

Domino“; Montag„ den 19. Mai: „Armide“. Sä_mmtliche Au-

fiibxungen erfolxÉn 111 eigenen Neubearbeitungen für die Wiesbadener

YOTBÜHM- _ er Vorwerkauf von Billets ist dem Reisebureau . Sckpottenfels u. Co. in Wiesbaden übertragen worden.

Die .Konzert-Direktion Hermann Wolff zeigt für diesc Woche bfolgende Konzerte an: Dienstag: Saa1 Bechstcin: Liedcr-A end von Karl Hallwaehs, Mi1wirkende: Frau Frieda“ Haliwacbs-Zcrny, Fräulein JcÜa Sang, Herr Ludwig Heß. Am Klavier: der Komponist. 5 cetbomxn-Saal: Konzert Von Bruno Hinze-Reinbolb (Klavier) unter Mifwitkung des Baritonistcn Herrn Otto Werth aus Leipzig. _ Mittwoch: Saal Bechstein: Ltedcr- Abend von Berta Jahr; BcetboVLn-Saak: Sonaten-Abend von Henri Marteau und Edouard Risler. _ Donnerstag: Saal Bechstein: Sonaten-Abend (BrabmS-Abend) von Arthur Schnabel (Klav) und Bernhard Deffau Vioxx)" Beetboven-Saal: Klavier- Abcnd Von Conrad Ansorge; ing: Zademie: Konzert von Matteo Crickboom (Biol.) mit dem Philharmonischen Orchester (I. Rebiéek). _ reitag: Saal Bechstein: Klavier-Abend Von Edmund Hertz; Beet odcn-Saakx Konzert von J. W. Otto Voß (Klavier) mit dem PbilbarnwnisäYFn Orchester (J. Rebiéek). _ Sing-Afademie: Lieder- 1111d Baliaben- bend von Alexander Heinemann. _ Sonnabend: Saal Bechstein: 11. Klavier = Abend von José- Vianna da Motta; Beethoven-Saal: „11. Konzert von Georges Enesco (Violine) mit dem

bilbarmonRäpen Orchester (J. Nebiöek); Sing-Akademic: 111.Lieder- bend bon ichard Koennccke.

Maunigsaltiges. Berlin, den 10. Februar 1902.

Dr Magistrat setzte in einer am Sonnabend abgebalfencu außerordentltcben Sißung die Beratbung dcs Stadtbaußbalts- Etats für 1902 fort und erledigte die Etats der (Has- und Wasser- werke, des stadtischcn Zentral-Vieb- und Schlachtbofes sowie der städtischcn Flsischbeschan.

Eine (Gedächtnißfeier für Ernst Wichert wird von'der „Gottsched-G„esells aft", deren Mitbe ründer der verstorbene Dichter gervi'sen Tft, am on!]tag, den 16. Je ruar, Mittags 12 Uhr, im großen Saale des Architektenhauses (Wilhelmstraße 92/93) vor geladenem Publikum veranstaltet. Das Programm der Feier bc- stebt aus einer Festrede, die Herr Eu exn quel halten wird, sowie .aus Chorgesängcn und_ Vorträgen 1chert71chcr'-.Gedichte. Gesuche ' um Biükjs find schriftlich an den erstcn-Vorsißenden dcr „Gottsched- GeseÜschaft“,_Hetrn Eugen Reichel, Linkstr. 5, zu“ richten.

Einem Vcrbcticbt über die Thätigkeit des Freiwilligen Er- ziebungsbeiratbs für schulentlassenc aifen im Jahre 1901 ist zu exitncbmen, daß es detp ]eyt über 4900 Mitglieder zählenden Vetem wiedersnm gelungen 1st, einem betrachtlichen Theil der schuicntlassencn Wa1sen bei der Bexufswabl und während ihrer Lehrzeit belfknd mid schü end zur Sette zustehen. Dem Verein “teUtey fich rund 1500 fleger und fiegerinnen __zur Verfügung: iür dre außexordentlicbe Inansprucbna me desselben leider nicht genügend Klaste. Es'gelang, _zu Ostexn 190] 816, zu Michaelis 750, zusammen 1566 Kmder_ tn geetgnxte chr-, „_Dienst- und Arbeitéverbältytffc zu bringen und eine geordnete“,Aufficht der pflegßnden Krafte dcs Verems „übcr src einzurichten. «43 Kinder erbixlfcn vor dem Eintritt in ein Lehrverbältniß ? “körperiickée Kräitfgung durcb _ groxexttheiss bis 6 Wochen wäbkéitb'eii _ Au -- Entbait auf dem Lande; ür diesen Landaufsntbait“ wcndktc der Verein

1563 «Fi auf. An Unterstüßungsgesuchen gingen 478 ein, von denen