1876 / 103 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 01 May 1876 18:00:01 GMT) scan diff

dieser Geiegenheik *

der von dem genannten Klub kei Uebungen und

angeblich noch beabsichtigten ionstigen Spiele nicht einmal Kenntniß erhalten hat.

An der ganzen Notiz ist, soweit sie sich auf die Person Sr. Kaiserlichen Hoheit bezieht, nur ivahr, daß fich der Vorstand dcs deutschen Thierschußvereins zu Berlin in Folge seiner mangelhaften Information veranlaßt gesehen hat, die erwähnie Vorsteüung gegen das Taubenscbießen an Se. Kaiser- 1iche Hoheit zu richten.

- Zu Ehren des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers von Rußland fand gestern bei dem russischen Bot- schafter v. Oubril ein Diner von 58 Gedecken statt.

Zu demselben hatten Einladungen erhalten der Reichskanzler Fürst BiSUmrck, die am hiesigen Allerhöckisten Hofe akkreditirien Botschafter, die akridcn Staatswinister, die obersten Hofchargen, der Staatssekretär v. Bülow, der Wirkliche Geheime Rath v. Philipsborn, die Ober=Hofchargen, die hiefigen Gesandten und Geschäfisträger, der Gouverneur und der Kommandant von Berlin, das Personal der rusfisthen Botschaft und meßrere „andere Personen von Distinkiion.

- Das Staats= Ministerium 111111101116 Miiiag 11 Uhr zu einer Sitzung zusammen.

- Nack.) cinem Cirkulareriaß des Ministers der geistlichen :c. Angelegenheiten vom 11. 1). M. kommt die navi; der Cirkular- Vsrfügung vom 4. Januar 1853 einzureichende „Siimma- rische Nachweisung sämmtlicher Medizinalpersonen“ fortan in Wegfail; daacgen ist das durch die CirkularVerfügnng vom 8. Dezember 1860 angeordnete vollßändige „namentliche Verzcickzniß der Medizinalpersonen“ nach wie vor für dasjenige Jahr aufzustellen, in welchem die allgemeine VolkSzählung statt- findet.

- Für die znr Zeit hierskldst schwebende Untersuchung gegen die „sozialistische Arbeiterpartei Deutschlandck wegen VerleHung des Verein9gesei§es ift eine vom Ober-Tribunai in einem Erkenntnis; vorn 5. Aprii d. I. gegebene Definition des Begriffs „Verein“ im strafrechtlichen Sinne von Interesse. Dieselbe laniet folgendermaßen: „Der Richter ist rechtlich nicht gehindsrt, aus der Regelmäßigkeit dcr Versammlungen einer be- stehenden Vereinignng und der Leistnng von Beiträgen im Interesse eines bestimmten politischen Parteipro- grammes auf das Vorhandensein eines die Realifirung die- ses Parteiprogramms gerichteten Vereins zu schließen. Es würde dagegen auch namentlich der Umstand, daß den Ver- sammlungen der einen Beitrag leistenden Mitglieder anch sonstiger GefinnungSgcnoffen beiwohnen dürfen und ein ßändiger Vor- siß von den angeklagten Leitern der Versinigung nicht ge- fiihrt wird, kein Hindernis; abgeben, indem es für den Begriff des Vereins nnr auf das Bestehen einer Organisation znr Verwirklichung des VereinSzwecks unter einer änßeren Leitung, 11th aber auf größere odcr geringere Intenfiviiät diescr Gliede- rung ankommt, und könnte deshalb selbst ein ständiger Wechsel in der Leiiung der VereinSangelegenheiten die jeweiligen angen- blicklichen Vorsteher nicht von Erfiiilung der gcscßlichen Ver- bindlichkeit gegenüber der Polizeibehörde entbinden.“

- In der ftrafgcricbilichen Untersuchung gegen die sozial- demokraiischen Agitatoren Hasenclever, Ecks, Reimer, Hnrlsmann und Kapeil. welche wegen Vergehens gegen das Vereinsgeseß vom hiesigen Stadtgericht und sodann vorn Kam- mergericht, unter definitiver Schließung der von iHnen geleiteten Vereins (des „Allgemeinen deutschen Zimmerbundes“, der Ver- liner Ortsvereine desselben, sowie der Berliner OrtSvereine des „Allgemeinen deutschen Arbeitervereins“ und des „Allgemeinen deutschen Maurer- und Steinbaucr-Vereins“) zu Geldstrafen vcruriheilt worden waren, ist die gcgen die vcrurth-ilendm Er- kenntnisse von den Angeklagten eingelegte Nichtigkeitsbeschwcrdc vom Ober-Tribunal in der Siyung vom 7. April d.I. zu- rückgewiesen worden.

- Der Rheinische Städietagzu Edin hat am 29. 11, M. für die Stadtverordnetcnwahien das Dreiklassensnstem mit großer Majorität angenommen, mit dem Amendement, daß jede Klasse mindestens dreimal so viel wahlberechtigte als zu wälx lende Personen enthalten müsse; die nicht vorhandenen müßten aus den Höchstbefteuerten der nächstfolgenden Klaffe erießi wer- den. Eben so wurde beschlossen, beiin Nbgeordnetenhause die Vertagung dcs Vcsckilnffes über die Ansdehnung der Städte- Ordnung anf die Rheinprovinz zii bcnntragen. Ferner wurde eine Kdmmiifion aus 15 Mitgliedrrn gewählt, mit dem Auf- trage, noch in diesem Jahre einen neuen außerordentlickien Städte- tag einziibernien znr Bcrathnng und Jeststcllnng der die Kreis: ordnnng beireffenden Aenderungen. Die Stadtverordneten- versammlnng von Denis hat fich cbenfails für das Dreiklaffen- Wahlsystem erklärt,

, - Dncr C0111k€=Admika1 Henk, Direktor der Kaiserlichen Adinirni'imt, iiat fiel) in dienstlichen Angelegenheiten nail) Stettin, Danzig und Kiel begeben.

- Ter Genernl-Major von Neumann, Kommandant von Berlin und beauftragt mit Wahrnehmung der Geschäfte des Cinis der Landgcndd'armerie ist von ieiner Inspizirnngsrcise der Land- gensrkarmerie im Bereiche der 3. Gensd'armerie-Brigade hierher zurückgekehrt.

_ _ - Tor Kaiserliche Minister-Refideni 111. von Holleben ist in Buenos Aires eingetroffen und hat die Geschäfte der dortigen Kaiserlichen Misfion übernommen.

Bayern. München, 20.211161. (WTB) Bei der Heutigen Berathung der Abgeordnetenkammer iiber den Voranschlag für die Ausgaben des Ministerinms des Auswärtigen„11101ivirte der Abg. Herz seinen Antrag aufEinziehung der bayerischen Ge- sa11dschaften bei den nicht deutsckzsn Regierungen, und be- merkte, cr steUe diesen Antrag zum driiten Male Joerg und Freitag hätten s. 3. diesem Antrag zugestimmt, wie fich aus ihren bezüglickzen Ueußerungen - die hierbei vom Rcdncr ver- lesen wurden - ergebe. Wenn Joerg jeßt anderer Ansicht sei, so ersuche er denselben, sich darüber zu äußern. Was ihn, den Antragsteller, anbelangc, so halte er die bayerischen Ge- sandtschaftsßeilen für unnüß, schädlich und gefährlich. Das Recht der Krone, diplomatische Vertreter zu ernennen, solle durch seinen Antrag indeß in keiner Weise angezweifelt werden. Abg. Joerg giebt als richtig zn, daß er früher für die Ein- ziehnng aUer außerdcutschen Gesandtschaften gesprochen habe, mit AuLnahme jener (1111 Wiener Hofe, welcher ein deutscher Hof sei und bleibe. Er habe jeth seine Anficht geändert. Wenn der diplcimaiische ansckyuß des Bundrörathes das ge- worden n'are, was MTU Bayern vcrsprochen habe, wiirde er für

Auszebung der Gesandtscixaféen ßimmen. Joerg erwähnte dem- nächst die Korrespondenz zwischen dem Fürsten BiSmarck und dem vormaligen Pariser Botschafter, Grafen Arnim, bezüglich der mittelftaatlichen Gesandtenposten im Auslande, verlas mehrere Stellen aus einer vom Reichsteichabgeordneien Miquel in Leipzig gehaltenen Rede und zog schließlich auch die Reichs- eii'enbahnfrage und die Orientfrage in seine Rede hinein. Minister v. Pfreßichner erklärte, die Regierung werde zu dem von Herz gestellten Antrag niemals ihre Zusiimmrmg geben. Joerg gegenüber bemerkte der Minister, der Reichskanzler habe das bayerische GeiandschaftSrecht niemals zu schmälern gesucht, auch müffe er gegen die Auffassung Ioerg's, daß die bayerischen Gesandten als Controleure der Reichögesandten anzusehen seien, energische Verwahrung einlegen. Bezüglich des diplo- matischen Ansschuffes des BundeSrathes wiedcrholte der Minißer die bereits früher gegebenen Aufschlüsse mit dem Hinzu- fügen, daß der Zweck des Ausfthuffes darin bestehe, die Regie- rungen auf dem Laufenden zu erhalten. Wenn Joerg verlange, daß hier über das der Regierung in Bezug auf die orientalischen Angelrgenheiten Mitgetheilte diskutirt werden soÜe, so sei das ein Unding. Nachdem hierauf noch Marquardsen, Völk und Schaaf; sich gegen den Herzschen Antrag erklärt, dabei aber scharf gegcn Joch polemifirt hatten, dem Marquardsen namentlich bemerklicl) machte, daß die von ihm citirie Miquelsck): Rede sul) ganz anders aUSUehmen würde, wenn er dieselbe vollständig und nicht blos einzelne hrrauWegriffene Stellen vorgelesen hätte, wurde der Herzsche Antrag abgelehnt und der Etat nach den Anträgen des Ausschusses genehmigt.

Im Laufe der Debatte verwahrten fich, wie ein iernereH Telegramm mittheilt, die Redner der liberalen Partei, Mar- quardsen, Völk, Schauß und Frankenburger, dagegen, in der Reich§eisenbabnfraga als in einer noch nicht vöÜig aufgeklärten Frage schon jeßt endgültig Stellung nehmen zu ivoUen. Marquardsen erklärte, keineswegs aus Mißtrauen gegen den Leiter der deutschen Reichseisenbahn- politik, sondern niir wegen Bedenken gegen die Ergebnisse der

durch das ReichSeisenbahnprojekt bedingten Veränderungen gegen"

dasselbe zu sein.

- Der Referent über das Budget des Kultus-Mini- steriums, Abg. Domkapitular 131. Schmitt, hat einen THeil seines Berichts, den gesammten Vau-Etat dieses Ministeriums umfassend, dem Finanzaussthuß bereits vorgelegt, und derselbe wird alsbald hieriiber in Berathung irrten. Der Etat beträgt 3,376,458 „46 Der Referent beantragt, wie wir vernehmen, icin: bedeutende Ab 11 r iche, namentlich an den Positionen für die Land-Neubauten.

- Die von klerikaier Seite gegen die Landtags- wahlen in Regensburg erhobene Rekiamation gelangte gestern Nachmittag in der 1111. Abtheilung der Kammer zur Beraihung, aber noch nicht zur Entscheidungz dem Anfrage des Referenten, Abg. BezirkSgerichis-Raii) Stößenreuther, entsprechend,» hat vielmehr die Mehrheit der Abtheilung beschlossen, daß vor- erst noch nähere Erhebungen über die in der Reklamation auf- gestellten Behauptungen, und beziehungsweise über das beanstandete Wahlrecht einer Anzahl Wähler erforderiich seien. Die 11. Abtheilung hat vorgestern Abends den hinsichtlich der München er Wahlen an die Kammer zu erstattenden Bericht festgestellt. In denselben ist die umfassende Erklärung mit auf- nenommen worden, welche der König1iche Regierungs-Kommiffar Ministkrial-Ratk) von Riedel zur Bekämpfuna des Beschlusses der Abtheilung abgegeben hat. Es wird diese vielbefprochene Wahlangelegenheit nun am künftigen Mittwoch in der Kammer zur Bcrathung gelangen, „. ..ck!“ W

Neustadt a. d. Haardt, 30. April. (W. T. B.) Die heute Hier stattgehabte Versammlung der Altkatholiken „1115 der Rheinpfalz, Baden, Rheinbessen und Rheinprrnßcn War sehr zahlreich besucht, Prof. Knoodtaus Bonn und Pfarrer Riccks aus Heidelberg sprachen über di: altkatiwliickx Reform- bestrcbung. Die vorausgegangene Dclegirtenversammlung dcr pfälzischen Gcmeindcn hatte sick) mit 15 gegen 3 Stimmen für

Aufhebung des Pricstcrcölibats ausgesprochen.

Sachsen. Dresden, 29. April. Der regierende Fürst nnd die Fürstin Reuß älterer Linie sind heute nach Greiz zirrückgereift.

BrauufxrhWeig. Braunschweig, 28.?ipril, TerLand- tag if: gestern Wikdek znsammengetreten. Nachdem die einzelnen Posten des Etats der Kämmerciknffe für 1876-78 durchberathen und angenommen waren, kam ein Anirag des Abg. Hoilc zur Besprechung, 10-25 Proz. der von den Gemeinden erhobenen Grund:, Personal- und Gewsrdifieucr ihnen zu überlassen. Die Kommisfion hatte den Vorschlag geprüft und fich damit einver- standen erklärt, daß statt der 10-25 Proz. 5 Proz. gewährt würden. Der KommiiftonSanirag ging bei der Abstimmung dnrck]. - Dic Versamminng [1111 heute die Berathung des Bau- geseßes begonnen; dieselbe wird voraussichtlich mehrere Tage in Anipruch nehmen. '

Elsaß-Lothringen. Straßburg, 28. April. Es find nnn fünf Jahre, das; in Elsaß-Lothringen die allgemeine Schulpflichtigkeir eingeführi wurde, wodurck; die Knaben vom 15. bis zurückgelegten 14., die Mädchen bis zum 13. Lebensjahre zum Schulbesuch verpflichtet find. Dcr reichsländischeKorrespon- dent dsr „Magdeb. Ztg.“ knüpft hieran folgende Bemerkung: „Neben dem Militärgesey war das Schulgeseß wohl das- jenige, was am tiefsten in die früher bestandenen Verhält- nisse einschnitt. Es war daher nicht zu verwundern, daß dasselbe namentlich auf dem Lande und in Fabrikorten, wo die Kinder schon mit 7 und 8 Jahren ihren Eltern Geld verdienen helfen mußten, als eine Härte empfunden wurde. Um so erfreulicher ist die ielbst von den Gegnern der Regie- rung nicht abzuleugnende Thatsache, da!"; ein halbes Dezennium genügte, dcn Schulbesuch in dsr Weise zu regeln, daß er fast auSnathweise als ein volTständig normaler bezeichnet werden kann. Wir haben Gelegenheit genommen, die seit 1871 gefüizr- ten Absenzlisten einer Anzahl von Schulklassen durchzusehen und dabei gefunden, daß die Schulversäumniffe von Semeßer zu Semester fick) vermindern, und zwar mußte, besonders in leßter Zeit, in verhältnißmäßig wenigen Fällen gegen die Eltern mit Sjrafen eingeschritten werden. Es läßt sich daraus der Schluß ziehen, daß man nach und nach die Noihwendigkeii einer» gründlichen Schulunterrichts cinzusehen beginnt.“

Oesterreich-Ungarn. Wien, 302113111. (W. T. B.) Heute hatten die Minister v. Wenckheim und Szende von Kc- vesztrs einc Privataudienz beim" Kaiser. Morgen dürfte wieder eine gemeinsame Konferenz stattfinden. - Die Inthroni- sation des Erzbischofs von Wien, Knischker, hat heute Vormittag stattgefunden.

- Was die Forderungen des Kabinets Tisza in der Aus- gleichsfrage anbelangt, bemerkt die „Presse“, so verlautet mit Bestimmtheit, daß die Verzehrungssteuer-Frage den Kar- dinalpunkt der Differenzen bilde. „Es ift die enischiedene Abficht der (ungarischen) Regierung“, schreibt man dem „Hon“ aus Wien,. „daß sie ohne wesentliche Konzession in disser Richtung den Aus- gleich nicht annimmt. Natürlicherweise hält die Regierung rie Form nicht höher als die Sache und deshalb ist der Referent ia, dieserFrage mit der AUSarbeitung neuer Modalitäten beauf- tragt, welche das Substrat der nächsten Verhandlungen bilden werden.“ Auch der „Pester Lloyd“ versichert, daß gerade in: dieser Frage das ungarische Minißerium „auf einen mindestens moralischen Erfolg den größten Werth zu legen scheint“. Welcher Art dieser „moralische Erfolg“ sein soll, dariiber finden ßck; keine näheren Andeutungen. Bezüglich der Bankfrage glauben die beiden genannten Blätter, werde es der ungarischen 1§_];iheg,iferung gelingen, ihren Wünsckzen einigermaßen Geltung zu ver-

a en.

Dem „Fremdenblntt“ zufolge darf man bezüglich der“ Bankfrage ein prinzipielles Arrangement zwischen den beidsr- seitigen Regierungen als nahezu gesichert betrachten. Es handle fich tiierbei um ein dreijähriges Provisorium, beziehungöweise um eine entspreckzende Verlängerung des Privilegiums der National- bank mit gewissen Vorbehalten für die ungarischen Filialen.

- 1. Mai. (W. T. B.) Die von hiesigen Vlätiern ge- .brackzie Meldung, daß fiel) bei Gelegenheit des bevorstehenden Besuckys dcs Kaisrrs Alexander in Berlin auch Kaiser Franz Josef dorthin begeben werde, entbehrt, 11ach Mittheilung aus- bestunterrichieter Quelie, der Begründung.

Czernowiß, 29. April. Die Handelskammer beschloß,. gegen den von der Majorität des Landtages angenommenen Entwurf eines PropinaiionSgeseHes für die Bukowina ein

dieses sich dafür verwende, daß diesem die Interessen des Han- dels- und des Gewerbeßandes schwer schädigenden Geseyeniwurfe die Kaiserliche Sanktion nicht ertheilt werden möge.

Pest, 29. April. In der heuiigen ObcrHansiißung widmete der Präsident Majlati) den Verstorbenen Mitgliedern Bischof Pcrger und Baron Sina warme Nakhrufe. Der Dreier- AUSickMß reichte den Verickyi über den Gkicizentwnrf betreffs dci: Volksjchulbehörden cin. Derselbe wurde für die nächste Sitzung auf die Tagesordnung gesetzt.

Belgien. Brüssel, 30. April. (W. T. B.) Der König und die Königin sind heute zum Besuche des Deut- schen Kaisers nach Wiesbaden abgereist. Der König wird einige Fuge in Deutschland verweilen und die Königin fick) nach Ungarn

egeben.

Großbritannien und Irland. London, 29. April. Die „London Gazette“ veröffentlicht die Königliche Pro- k1amation, welclie kraft des in dieser Parlamenissesfion pasfirtcn „Royal Titles Act“ der Königin Victoria den Titel einer „Kaiserin von Indien“ beilcgt, In diesem Aftenstück heißt es nach der üblichen Einleitung wörtlich: „Wir haben es mit dem Rathschlage unseres geheimen Rathes für geeignet er- achtet, zu erklären, und wir erklären hierdurch mit dem erwäiqnten Rathe, daß künftighin, so weit es füglich sein mag, bei allen Gelegenheiten und in allen Instrumenten, worin unser Name und unsere Titel gebraucht werden, mit AuMahme aller Urkunden, Beftallungen, Majestäts- brisfe, BewiUigungen, Befehle, Verordnungen und anderer der- gleichen Instrumente, die in ihrer Wirksamkeit fick; nicht über das vereinigte Königreich hinaus ausdehnen, die Titel, die gegenwärtig der Reichskronc des Vereinigten Königreiches Und seiner Befiyungcn zustehen, folgenden Znsaß erhalten soilen, und war in der lateinischsn Sprache in diesen Worten: „1111111113 1111p€rutr1);“ und in der englischen Sprache: „13111[)r(z§§ 01111619.“ (Kaiserin von Indien).“ Am Schlusse verfügt die Proklamation, daß troß dieses Zusaßes zu den Titeln der Krone die nunmehr im Vereinigten Königreiche und dessen Vefißungen im Umlaufe befindlichen Geldmünzen fortfahren folien, geseßliche Zahlungs- mittel zu sein. '

- Vor dcm Admiralitäthcrichishofe warde gestern die angekündigte Klage auf Schadenersatz gegen die Eigenthümer des deutschen Dampfers „Franconia“ von Seiten der Be- sckn'idigten - Eigenthümer, Mannschaft und Paffagiere des „Strathclyde“ - eingeleitet. Diese Parteien erheben Schaden- anspriiche in Höhe von 40,000 Pfd. Sterk. Die Eigenthümer der Ladnng des untergegangenen „Strathclqde' verlangen weitere 20,000 Pfd. Sterl., erklären fich indeffen im voraus durch das Erkenntniß im vorliegenden Falle für gebunden.

- (E. C.) Je mehr die Erkenntniß durchdringt, daß zwischen der englischen und der deutschen Regierung das beste Einvernehmen in allen praktischen und politischen Fragen herrscht, je besonnener und billiger beurtheilt die englische Presse die innere und äußere Politik des Deutschen Reiches. In Bezug auf die auswärtige Politik zollt fie seit geraumer Zeit dem Fürsten BiSmarck volle Anerkennung für seine Bemühungen, eine friedliche Lösung der orientalischen Wirren durch ailseijige Vermittlung hel'deizuführen. In Bezug auf die innere Politik det.“: Reiches sprichi die „Times“ heute in einem Leitartikel aus, daß die Eisenbahnvorlage ein neuer Beweis der Energie des Fürsten Biswarck und seines Strebens für die Einigung Deutschlands sei. Auf diesem Felde bethäiige er abermals seine Hohe Einsicht in das, was politissh und öko- nomifch Deutsckzland noth thus. Der „Daily Telegraph“ hebt neben der ökonomischen Seite die einigende und strategische Wichtigkeit des Geseheniwurfs hervor und betont die Umficht, mit der Deutschland 1roZ seiner Siege auf die Abwendung zu- künftiger Gefahren bedacht sei. In einem andern Ariikel fest die „Times“ in Anknüpfnng an römische Nachrichten über an- gebliche Unterhandlungcn aUSLinander, wie undenkbar ein Aus- gl-xich mit den Ultramdntanen sei, so lange diese nichtdie Hoheit, des Staates anerkennen.

- (W. T. V.) wegen des Zusammenstoßés des „Strathclyde“

Das hießge HandelSamt hat die und der „Jranconia“ vor mehreren Wochen angeordnete handels- amiliche Untersuchung wieder aufgehoben.

Frankreich- Paris, 29. April. Der Amnestie- bericht, welcher den Senatoren mitgetheilt worden, wird zwar vielfach von den Blättern besprochen, aber ohne daß diese Be- sprechungen besonderes Interesse böten. Nur die Vertheilung selbst hat überrascht, weil demnach der Senat die Vorlage noch vor der Kammer berathen würde. In der That ist die Re le- mentskommisfion, die ihren Bericht auSgeben soüte, noch n cht bereit, und so wird der Senat sick) entweder mit dem Antrage

Victor Hugos beschäftigen oder sich zu vertagen haben, da kein

Promemoria an das HandelS-Minifterium zu überreichen, damit ,

anderer BericHt fertig vorliegt. Aber der Herzog von Audiffret- PaEquicr will ebenio wie die große Majorität des Senates, dcm Abgeordnetenhause in dieser Frage den Vortritt lassen und be- schleunigt die Arbeiten der Reglemeniskommisfion, so daß der Bericht zur rechten Zeit feriig sein kann.

- Die „République Franc,:aise“ erläuteri das Finanzpro- gramm Gambettas bezüglichderEinführungder Einkommen- steuer, welche die bestehenden direkten Steuern ersehen soll. Gam- betta will nach englischem Muster verschiedeneKategorien des Ein- kommens herstellen; z. B. aus dem Grundbesiß (als Eriaß der Grundsteuer), aus der industricllcn Thätigkeit (ftatt der Gewerbe“ steuer) 11.1". m. Dazu bemerkt der „Moniteur“: „Die Finanzpro- jekte haben keine Aukficht, in nächster Zeit zur Annahme zu ge- langen. Diese heute von der ,RÉpnblique frank,:aise“ weitläufig auseinandergcseßten Projekte enden damit, eine aUgemeine und vollßändige Umgestaltung unseres Steuersystems vorzuschla- gen, indem man die Einkommensteuer als Grundlage nimmt. Wir sagen nicht, daß das Projekt schlecht ist; in allen Fällen ist es aber eines von denen, welche eine gründliche Erörterung erheischen, und msiirere Jahre smd nicht zu viel, um es zu prüfen und seine Annahme oder seine Verwerfung zu beantragen. Es ist nicht zu kühn, anzu- nehmen, daß der Budgetaussckzuß von 1876 keine zu große Störung in unsere AUSJaben und Einnahmen bringen, und er mehr Wiinjrhe ausdrücken als neue GeseYe machen wird.“

- Das „Journal des Débais“ besprüht die neue Anleihe der Stadt Paris, die zum Zweck der Weltausßellung Zufglenommen werden soli und verheißt ihr einen glänzenden * rio g.

- Der UnicrsnchungSausschnß für die Wahl des Grafen de Mun wird seinen Bericht gleich nach Wiedereröff- nung der Session der Deputirtenkammer vorlegen. Der engere Ausschuß, welcher die Untersuchung im Morbihan-Deparicment ansteUen soll, reift morgén dahin ab. Der zweite engere» Aus- schuß, welcher die Untersuchung in Paris besorgt, vernahm eine größere Anzahl von Personen, 11.21. den Herrn de Boisliie, Direktor der öffentlichen Sicherheit im Ministerium des Innern. Die Verhandlung bot manche: Einzelheiten über die Organisation, die Verbreitung und die Propagandamitiel der klerikalen Aus- schüsse. Von der geheimen klerikalen Geselischast 165115 1101 war in den Sißungen dieses Ausschuffes ebenfaüs vielfach die Rede. Bewiefen wurde, wie man der „Köln. Ztg.“ schreibt, daß diese GeseUschaft, sowie fast alle anderen kierikalen Verbindungen mit dem Ausxande in engem Verkehr stehen.

- Dieultramontancn Biätterwarien aufeinmeuropäi- schenKrieg. Gestern noch wies die ,Union“ voUIubel auf dieTürkei hin, mit der es 1th zu Ende gehe; heute absr bringt das „Univcrs“ eine Vetrachiung über die orientalische Frage und di- SteUung Oesterreichs zii derselben und schließt: „Wie man sieht,f1ng das Zündhölzchen Jener, warten wir jeßt die Feuersbrunst ab!“ - Die Kolportage-Kommiifion hat seit langer Zeit wieder einer klerikalen Schrift den Stempel verweigert. Dieselbe führt den Titel: „8119311110118 1110176111611568 (10 MOND ])UWS (16 1101111185 5 1111118 1591118111 801111110118“ und erschien in Marseille. _ Das „Univers“ bestätigt, daß der Erzbischof von Genua, Msgr. Ar- noldi, in seiner Anrede den französischen Pilgern gedankt und gesagt Habe, ,das; Frankreich stets bereit sei, das Beispiel 11 geben, wenn es sich darum handele, für den Glauben zu 1ämpfen.“ - Dcr Pdpft hat dem Erzbischof von Paris ausdrücklich seine Zufriedenheit mit der Rede des Prälaten im Kongreß bezeugt.

- 30. April. (W. T. B.) Der hiesige österreichische Boi- schaster, Graf ?lpponrgi, hat oestern dcm Marschall-Präfiden- ten sein Abiicrufungssciirciben überreickzt und wird noch im Laufe dieikr Woche abreisen. Bis zur Ernennung eines neuen Boisämficrs wird der erste Botsckzaftssekretär, Graf Kuefftein, die Botsch11115geschäste versehen.

- 1. Mai. (W. T. B.) Das in auswärtigen Blättern verbreitete Gerücht, daß die franzöfische Regierung einen Kon- greß der Mächte in Vorsch1ag gebracht habe, wird von der „Agence Havas“ für vollständig unbegründet erklärt. - Bei den gestern stattgehabten engeren Wahlen zur Depu- tirtenkammer siegte im 17. Pariser Arrondissement PaEcal Duprat (gemäßigter Republikaner) über Chabert (radikal). In Cher wurde der Republikaner Rollei mii 6634 gegen 5137 Stimmen gewählt, welche auf Sauveur (konservativ) fielen. In Bordeaux wurde Simioi (gemäßigter Republikaner) gewäizlt.

Spanien. Eine der „Agence Hanns“ ausMadrid zugehende offizielle Depesche theilt mit, daß die vorbereitenden Arbeiten für die Aufhebung der Fueros fortdauern. Die Regierung wird keine Diskusßon über diese Angelegeniieit zulassen. Die (Steuer- lasten sollen denen der üviigen Provinzen gleich sein. Die Re- gierung wird den Delegirten der baskischen Provinzen nur eine konsnlmiive Stimme bei der adminiftrativen Reform zugestehen. In der Depesche heißt es weiter: Es ift allerdings ein gewisses Un- behagen in den baskischen Provinzen vorhanden, welches ßck) voransfichtlich nock) vermehren dürfte, wenn ihre langjährige Organisation aufgehoben wird. Es ist die Anordnung getroffen, daß die OkkupationSarmee in den baskiichen Provinzen zum großen Theile auf Kosten der Provinzen erhalten wird, damit dieselben allmählich daran gewöhnt werden, zu den öffentlichen Lasten beizusteuern.

“Italien. Rom, 29.April. (W.T.V.) Der König von Grieriz enland und die Königliche Familie, sowie der Kro np rinz und die Kronprinzessin von Dänemark find hier eingetroffen und am thnhofe Vom Könige empfangen worden. Dieselben empfingen nn Laufe „des Vormittags die Besuche des Königs Victor Ernanuel sonne, des Kronprinzen und der Kronprinzessin von Italien _und erwrderten dieselben. Der Aufemhalt des griechischen KomgSpaares hierselbst ist auf 4 Tage bemeffen.

-- Der „Bersaglteref“ bestreitet das, wie er glaubt, von Börsenspxkulanten verbreitete Gerücht, dcr Kriegs-Minifter werde nachften§ 3 oder 4 Altersklassen einberufen und mehrere Divisionen mobil machen.

_- Hr. Edrnund Rothschild haiie, den „Ital. Nachr.“ zu- folge, am 28. eme Unterredung mit dem Minister-Präsidcnten über die ober-italienischen Eisenbahnen, welcher auch einige andere Minister beiwohnten.

.- Die „Italie“ berichtet, daß der General-Steuerdirekwr Bennati vnn Florenz nach Rom gekommen ist, um mit den Ministern uber die Wiederaufnahme der Unterhandlungen über die Handelswerträge zu berathen.

- Fünfzehn der ältesten und einflnßreichfien «Kardinäle haben dieseruTnge dem Papste auf Befragen erklärt, daß unter den gegenwartigen Umständen das Konklave nirgends besser als in Rom abgehalten werden könne.

" - Die neue italienische chierung hat ihre Haltung bezuglich der Handelsverträge noch nicht zu erkennen gegsben. Da der. bestehende Vertrag gekündigt ist nnd niit Juni zu Ende geht, die neuen Verfräge aber 11131111 nicht adgeiäiloffen find, so bleibt nach dem „Pester Lloyd“ nichts iibrig, 1116 die Verlänge- ZMF“; des erloschenen Vertrages, etiva bis Ende 1876, achzu- pre en.

Türkei. Aus der Herzegowina liegen folgende Tele- gramme vor:

' Konstantinopel, 30. April. (W. T. V,) Der Re- gierung 1st 11116 der Herzegowina folgendo Meldung zuge- gangen: Moukiytar Pa1cha ist, nachdem U" die Jniurgenien pollstandig gcsck)l.1gen und ihre Positionen eingenommen “l)aiie, in Niksic eingerückt.

' _- 1.5.111ai. (W, T. B.) Uchr die Vcießung von Ntknc Veröffentlicht die_R8«_1ier11ng folgendrs meiicre Telegramm Moukßtar Paickias vom 28. v. Mrs.: „Wir haben Gaczko gestrrn verlasien und [Wie mit den Jiiinrgentcn, die fich11116 in großer Llnzabi bei Affrnchikn cntgcgenstelltcn, cin Trcffcn bestanden. Die Ziiiurgcnien find in Unordnnng znrückgcivorfcn wordcn, dre Von ihnen bcieizi gcwcienen Verschanzungcn fislen in die Gctvalt der Kaiicrlickxn Truppen, ivelckyc siegreich den für Niific bestiinmien Proviant nnch Nikfic gcleiirtcn. Ick) Werde dicie Nacht in Niksic zubrmgcn.“

- Ans Ragusa meldet Lin Telcgramm des „W. T. B.“ vom 1. Mai: Hier vorliegende Nachricbtcn bestätigen, das; Moukhtar Pascha nack) sicgrcickxn Kämpfen mit den Jninr- gcnicn Nikfic am 28, v. M. erreicht -und dieicn Plaß in aus- reickycndster Wrist Dcrproviantiri hat. "

- Ueber die leßi vorhergehenden Ereignisse erhielt die „Pol. Corr.“ folgende Nachrichten: „Die Hanptnmcht dei" Jniurgenten 11:- findet sich noch immer, den Duqa=Paß observirend, südlich und östlich von Nikfic, also naht: der montenegrinischen Grenze. Pcko Pavia- vick) ist für das Airsharren in dieser Stellung, weil mit Be- siimmiheii einem zweiten türkischen Verproviantirnngsverincl) von Nikfic entgegengeschon Werden dürfe. Es ist (11111) Tvcnsackge, daß der neue Seraskier Derwisch Pascha den Oderkommandanten Moukbtar angewiesen hat, die Festung um jeden Preis zu verprovianiiren, da dieselbe Montenegro gegeniiber einen ungemein wichtigen strategischen Piinkt bildet. Man wird snd erinnern, mit weichen Opfern Huffcin-Avni Pascha im Jahre 1862, als Omer Pascha die Ebene von Zeta beseßt hielt, die- selbe Aufgabe voUzog. Von den 1200 Soldaten, weiche die Besnßung von Nikfic früher zählte, sollen schon 300 Mann theils durch Krankheiten, rheils durch Kämpfe und Harte Entbehrungen jeglicher Art zu Grunde gegangen sein. Der Vertheigungéznftand der Feftung ist ein ganz guter. Die alten Ringmauern find ausgebesseri und bedeutend erweitert worden, die „KulaS“ (Thürme) find ziemlich stark und mit Gesckziixzen schweren Kalibers armiri. Grlänge es, diese Bcrgfesiung mit Proviant genügend zu versehen, könnte sie fich noch lange halten. - Es verlautet, daß Vuknlovick) in der nord- westlick] von Riisic gclegenen Hochebene von Bilek eine Diner- fion unternehmen woÜe. Die Schaar des Vnkaiovick) 1011511 diesem Zwecke mit den Insurgentcn von Nevesfinjc und der Lib- theilung des Iafic vereinigt werden,“

- Wie dem ,Telegraphen-Korrespondenz-Vureau“ aus Serajewo gemeldet wird, haben die christlichen Benwhner in der Umgebung von Petrovaß fick) unterworfen und find in ihre Heimatl) zurückgekehrt. Die Behörden haben denselben die 1111- sprochene Hülie an Lebenémitteln und Baumaterialien geleistci

Belgrad, 1. Mai. (W. T. B.) In Folge der abermals eingetretenen Ministerkrisis verhandelt der Fürst seit gestern

mit Stcww, Ristic und Grnic wegen Uebernahim dcs Mi- nisterinms.

Dänemark. Kopenhagen, 29. April. „Dagblndci“ äußert fick; bezügkick) der Haltung der Presse in den Provinzen gegenüber dem Ausfall der Wahlen folgendermaßen: Die Presse der Rechten rundum in den Provinzen hat, mit einer einzigen Liusnahme, bei dem Siege der Linken am 2531151111136 weder den Kopf noch den Muti) vcrldrcn. Die meisten Blätter verhehlen natürlicherweise nickit, daß die Schlacht dieSmal verloren ist, aber sie halten 11ichisdestoweniger den Muth aufrecht; fie ver: weisen mit gnieni Vertrauen auf dicZUknnft nnd ermahnen dic Parteigenossen zn starkem und einigkin Zusammenhalien iin Kampfe. Auf der anderen Sciie kann es nicht geleugnet wer- den, daß die Preise der Linken im Ganzcn genommen fick) [1195er mit großer Mäßigung auSgeiproche11,hat. Die Blätter dir Linken find durch den Ansfail sehr überrascht. aber mit Aus- nahme von „Aarhus Amtstidcnde“ und „Vendinffcis Tidende“ find sie in ihren Audiaffungcn dariiber weder sehr hoch- müthig noch herausfordsrnd. Eine.“- der besten und gemäßigtstcn Blätter der Linken, „Veile Amis Folkeblad“, warnt sogar stark dagenen, rücksichtslos vorzugehen, und betont, das; es jedi „gerade wegen der großen Majoritäi ndihig ici, niir ruhiger Bc- sonnenheit aufzutreten.“

Amerika. Washington, 20. April. Nachdem der An- klagekericht gcgen Velknap geschlossen wordcn, bat derselbe um Hinausschiibnng des Gerichtsverfahrens; doch wurde dies Gcsurh vom Senat verworfen.

Venezuela. Caréicas, 3.März. Während iineö lcizicn Besuchs der Vcnezolanijchcn Gewässer hat Die Kaiserlich dcutjcln' Korvette „Victoria“ den Präsidenten der chubiichnezncla, Welcher eine JnipcktionSreiic im Jnn-xrn dcs Lunch gemacht hatte, auf deiicn Ansuchen Von Piicrtn Cadello nach La GUÜVM gebracht. Demnächst WUrdcn dic Oifizierc des Schiffs bier Vom Präsidenten mit der anSgciuckitestcn Liedcnswiirdigkiit bci dcm Empfange im Regierungspalast aufgenommen. Außer den ionstigrn EHrenbcchgungcn für die dcnticbcn Gästs wird er- wähnt, das; der spanische Gcinndtc dcn Kaiserlichen Komman- dantßu, Korvrticnkapitän Donner, zu einem Galadincr am Gc- burtstngc des Königs Alfonio einlud.

Afrika. Tunis, 12. April. Die Finanzkommission in der Regentschaft Tunis hat folgende Bekanntmachung er- (affen:

Bekanntmachung.

Die Finanzkommission hat die Ehre, rie Bcßßer von Tuncfiskben Obligationen 311 benacbrichtigkn, daß anf Grund 611116 auf 1111211 Vor- schlag von der Regierung Sr, Hoheit des Bey erlassenen Dekreis Die Coupons von Obligationen der Tunefiickzen Gmeraischuid odcr der alten Schuld nicht mehr ein Anrecht aui Einlösung besiizen, wenn fünf Jahre verstossen smd, vom D,“.tum dcs Coupons dis zum Tage seiner Präsentation vor dem Vsrwalinngsraik) rer anzewiescnen Einkünfte.

_ Disks 116112 Maßrcgci triff vom 11. Mär31877 an in der Weiie in Kraft. das; die 115 311111 10 Mär; 1877 incl. 311111 Austanéck) p-„ä- irntirirnnlicn Okli.ationen wie biIh-xr rednnrcit weiden. Turns, dsn 10. April 1876. Der Präsident der Finanzkommijfion. g-Iz. Khéréddine.

Die Nr. 32 des „Amtsblarts der Dixntschen 31151135- Postx nndTelegrapben-Verwaliung“ bxt idiganden Inhalt: Verfugunxzen: vom 25 April 1876: Leitung der Brieipostgrgens-tändx nach Cinli; vom 25._Aprii 1876: Anfbewriinungsfriiten "fin: voll- zogcxne Adiicferungsicioem- und Packexadresien; von: 23. ?lvrii 1876: Einstragcn dzr Postiilondbüte älterer Form; vom 22. April 1176: Genexal-Vcrsugung _an „iämmiliche Kn1ier1iche Obcr-Postdirekiioncn, bctressend Das Vrrzsiciyniß der deun'rhen Telegraphc-nanstalicn.

_ DW Nr. 8 128 „Marine-Verordnnngs-Blatis“ bat foigendén Inhalt: Hulfskrankemrägcr in dir Marine. - Bcnußnng der zweiien Eisxnbghnchnkiaffe Seitens der Unteräxzie, Welche als Vsrtreic-r non Aifiitrnz- nnd Stabsärzxsn iimxircn. - Krankenpflsge der als Unierärzie fungirenden einjäiniy-ireiiiigcn :'Lzrzic. - BiÖni- fung von Trngcguricn_ zu den Krankenirnzen. - Bébandiung 1111115- gzmacbter _und vsrfälicbter u, s. w. ReiÉ-S - Kascnscbeine. - Tie Außerkuréießung von Scheideinünzen der Thalxrrräßrung. - Forrnn- [are ziz'dsn Perionalbogcn der Marine. - (Ösiran-Ö Dcr Mnschincn ' beim Seaeln. _ Anrkckynnrg dcr Tnnsr Der Iicisc S. M. Kdt. „_Metcor“ in den Jahren 1873 bis 1875 11143 depp? ti', nciifionsberecky- tigenre Seedwniizett. - Ai-stMÖUVQ dcr Britinnnung in der Aninérkung 3 zum Sch1n1a 11:11 Kleidrr-Konios, Beilage 13. 19:5 Frrxdens-Geld-Verpf(egWigs-Rerzicnnxés. - Keinpeicnicn der, der Fabnxnsluckyi vzrdäcbiigcn und wicdsr crgriffnrcn!!.1111nnichaften. - Bx- sch-xffilng dcs WErkes „1116 (1111011161; 111111 1111801017 101" (1111113, FayznZnä ka§y11Y1P[)1ÜL§"„ - Tafciucircr der 11111 Oil! Bcinznnqs- ctais »; M.*3ch1ne hinans eingcftiyifftsn Perionrn. - Abändxriénq dcr Gdcjiixaitsordnuna der Sexoffizier- und K„117611011-Priiiunaskrin- 1111111011. - Driticr Nachtrag zum Sriulrerzsichnis? vom 19, Jannar 1876; - Gewqdrnng rer Lagcrstelicn an die, 1718 Zxrafe dcs qclinrkn Llcreites-rerbüßenren Unteroiäzier-x und Mannschaften. - Jnl).11:s- verzeicinni; dcr Sckzinsdüänrkistcn. - Person11rrrändcrnngen. -- Bc- nachrichirgungen.

-,Nr. 16 W Jusiiz-Ministeriai -Vlatis cnihäli eine Nägememe Vrrfi'igung rom 20.5.)lnr111876, - weirrffsnr die Be- sixilung yon Amtskciaiir-nrn mit PrioritätS-Odl“(1111011111 ron Staats- ciienbahnxn; einc B(kannimacdanß rrrn 25.211111 1876, - bstrsffcnd den von dkr Fcnirverfichcrungs-(5321611161151 Crirnin 311 Cöin (inge- 1-a11dien Prämicnantbeil aus den Vörsichsrnngrn rer Justizbeamien Mi Jahr? 1875; eine AUg-Zincinc Vcrikigung VOM 25. April 1876, - betrsfi-an eine Ausstiyüttung von Masssn drs c:;cmnligcn Pupillen- Depcfitorinms.

Reichstags=Angelegenheitcn.

Der Reiciistagsabgcordnsia, =Si1rrgcxichis- 11111) Kocdann 511311 126111 Einwurf einer Konkursordniing fÜr die zweiié chung derieiden 111 DS)." K'onimiifirn, 1136161713 in der zweikcn Häifie dss [aufsu- dsn Mrnais chinncn wird, folgende weicniliäoe Antr äge grstrili: Dem §. 193_wr11-: man als dritten S.:ß hinzufügen: „BSZÜJUÖ des Kon- kurdversadrcns üdsr rns Verrnögan ciner Eiiendahn - Aktien- geielisckyaft bciondcre Beßimmnngen irn öffentliwan Jnisrssie zu erlassen, ilsibt drr Lnndrögeießgebunß vrrbehnnen.“ „Der Artragstriler moiivirr seincn Anna,“; mir der von km Abgg. Rxciiirr 1111.13 1312812161: in der diesjähriiicn Srsßcn des Lidgcorxnctenhauicö Hsrvwrnebci'cnen Nothwendigkeit dxsondcrer Bestinnnungrn in Betreff der Eiscnbabn- AktiengesZii1chaftcn in einz-elnen Theilen 1725 Deuiscken Reichs, namentlich in B:!ress dsr [»816116 in Bsiried bcfinriiiden E:sénbawnsn. Fkrner 1)?.11_11k1'i“,ik ker Rdg. Kochanq, dic Kcnnniiswn wriir die Ucbsrzcngung audiprecbrn: „daß die Dcuischc Konkurxordnung, 11111 zu 9111er wnk- lich2n ci1ihcitiichcn Durchführung zn Zelanzcn, Zinc: gleichzeitigen chulirnng des mit Dcm Vrri1hren verrnxronen Kostcnw-riens, sowohl béZÜJÜÖ der Gcrichtökoften, aks arch der Vcrgümng des Vsrwaiiers dcr Knnknrdmasje, nnd der Enii'cbärxgurq dsr V.)?iig1chcr dcö Giäubigcrausiciynsscs track) cinxm (11111C1111411L11 Sixstein nicht e'nt- behren kann und da:“; Osswald rer vrrgrligic Entwuf r-xr "Onkikks' ordnnng der Ergänzung kimi) kiki?" Gesetzentwnrf über die Gerichtskosten, irwie über die Cniiwädigung dcs Vcrwalrsrs nnd dcs Gläubigcrausi-É-usscs unabwrisléckx bedarf“ - nnd i[)rcn Vor- sitzenden bcanfxragcn: „dicscn Bxicixlnß znr Kcnntniß des Reichs- kanzlers zu bringen“.

Landiags = 'Lingcwgcnheit-m.

Tir Kdnnniii'irn ch Liinxrrdncienhnnieö znr "Drüinng “Ic?- Stanis- 131u§1751116 iibsr die“ Petition ros éiiciwsxagöabgcorrniirn "'-'oriiz Wiggers, brireifend dcn vrojckiéricn Roiiock-Berlincr SÖiffnhrtIknnnl 13.11 den Anirag 91111111: 119 Hans rer Adse- ordneiea WOÜE véi'cwioizen, kic'Petitirdn Dcr Königlichen Stans- rcgicrnrg mit der Aafforderung zu überweisen, cine technischc nnd wirthiehaftiichc “1111111111 dcs Berlin-Rcstocker Kanals vorznnchmen.

Land- und Forstwirthschaft.

Der „Wii. Zig.“ cninrbmen wirFoigcnrcs: On“; die im Werke befindliche Vcrsurbsstation für Moor,S11n1Pf nnd Haide hier in Bremen errichiei Werdcn wird, wird 111111 «118 gsücknri „111- ansehen werden dürfen. Nachdem die 1111 prckißii'iben Landwirthiäxaixs- Miniix-“rium vrrsammelte Konicrcn; nm 3.211111 6161 [*rkciiö niit rni- ichiedrncr Metnheii für Bremen 171111111 171111“, 1?! 111111 auch die Vor- ausießnng crfülit, Von der die Durcbiä rung Die!":r Wadi 110111 ab- kxängig erschien: Uebrrnahmc dxr vsricizicdcmn Lriitungxn, 1v21che durch den Gcsckzäftsführer dcs ereéns IMOZ! 11.15 “,Nrorbrkrncn dics- stits in Aussicht gestellt worden w.11e1, Nncb cincr (Eröffniing dcs Landhcrrn, Senator A. Gröning, ist dxr Senat 1111111 111361121511. ein (chäude nebst Garton vr-rrcdailiici) dcr Genehmigung der Bürgcr- schaft dafür znr Verfügung zu f1eile11. Der Veriin «gm das Moor- brenncn wiii1600, der Landwirtvschaktsrcrcin 41-500, dcr Nntnr- wiffensckyaftiiciic Verein 400 „46: iäizriich beitragen.

... Getverbe und Handel.

Ja der Gencraiverfammlung der Provinzial- (»chrrde- bank VOM 29.13.5111. wurde 11111) Gxnahniignng dcr Bilan; chdarge orthciit. Sodann wurde der Rückkani vrn 1.15 Miiiidnchnrk Aktim beschlossen und die Direktion mit dcr V111Sführung dieses Beichiusics betraut. Ferner Wurde bcicixlrssxn, von rem jedes1n11126n Ankauf ron Aktien einer aus 4 Aktionären gewählxen Kommission irwie dcin “Zinf- fichtSratbe Kenntniß zu geben.

- Die Lebens , Pensions: und Lcii*renien-Ver1'iche- rungS-GeseliWafi „'Zduna“ 1:1 Haile .:./'S. 1311118 im Jahre 1875 2608 2111115111? 11111 7,204,601) „!(-. Vcriichcrunnsiiimmc zu erledigen. Es wurden 2254 Vcrückzcrungen anf 6113650 „46 und 14 Rentenverficherungen auf 2576 „il: jähiNÖk Rsnte 11211 abzieiwlrffcn. Am Schlnsse des Jahres Waren 56,820 iniichsrnngen auf 46,270,645 „M Kapital und 18,835 „16 1112111: in Kraft. Die Eierbe- fälle (321 Personen und 566 305 „M Kapital) iibcritiegen um 11,501 „16. die rechnungsmäßigc Summs. -- Tie Prämieneinnnbme stieg auf „1656156 516, die Zinicncinnalmie auf 275,06 .“, nnd die Prämienrescrve crhöbtc sicb, um 558.466 «46 .111f6,049,218 „16. » Dcr Uebrrsckuß der g:?anmirxn 7612725 «16 inimgsnden Aktiva Wer die Passiva beträgt nach der Bilanz 226.283 „46, und es nach am 1. Januar 1876 anßcrdlm zur Vertheilung an die Vcrfickcrien Ucberichüffe der Vorjahre im Betrage von 602,615 „1:7. voriankcn.