1876 / 107 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 05 May 1876 18:00:01 GMT) scan diff

Berlin, den 5. Mai 1876. Die Ausgrabungen von Olympia. 171. Bericht. (Vergl. Nr. 85 d. V1.)

Die Briefe unserer Landsleute von Ende März bis 21. April bezeugen den erfolgreiohen Fortgang der Arbeiten und den günstigen Gesundheitszußand der archäologischen Kolonie in Druva. Man hat in verschiedenen Strecken an der Südost- seite des Tempels die alte Mauer gefunden, welche den Tempel- hain einfaßte, die Altismauer, deren Aufdeckung für die Topo- graphie des ganzen Lokals von Wichtigkeit ist. Vier bis fünf Meter vor der Mauer fand man eine Reihe von Postamenten; 18 noch an Ort und SteÜe siehend, andere umgefiürzt, die meisten find oblong oder quadratisch, rund nur zwei. Näher der Mauer fanden sich die Bruchstücke älterer größerer Posta- mente, die wohl zur Aufstellung eherner Viergespanne gedient haben. Nach Freilegung aller Poftamente steht eine reichliche Inschriftenernte in Ausstcht. Von Skulpturen fand man die Fragmente einer Kaiserstatue, neue Pferdefragmente vom Oft- giebel und unter der Masse vergoldeter Bronze, die den Boden bedeckt, einige größere Werthvoliere Stücke, die Kriegern, Nossen und Dreifüßen angehören.

Der alte Boden wird jeßt auch an der Südseite des Tem- pels freigelegt, wo die mächtigen Säulentrommeln, wie sie vom Erdstoße hingeworfen wurden, neben einander liegen. An der S.-W.-Ecke des Tempels beginnt vom Unterbau desselben eine ca 4 Meter breite Mauer, die fich bis jeßt 16 Meier Weit nach Süden verfolgen läßt; eine Mauer, welche, wie die fränkische Mauer in Athen, 0116 einer unglaublichen Menge von Architektur- ftücken aufgebaut ist, glücklicher Weise ohne Mörtel, so daß die allmähliche Auflösnng dieser Mauer für die Baugeschichte von Olympia reiche Ergebnisse verspricht.

Seit der Ankunft von Bauratl) Adler und ])r. Hirschfeld in O111mpia(Sonnabend, 8. April) tvurde den Arbeitern eine neue Aufgabe gest-xllt, nämlich die Säuberung des Fußbodens des Tempels, um auf demselben die Spuren der alten baulichen Einrichtung zu erforschen. Eine völlige Ausräumung ist in diesem Frühjahr nicht mehr möglich, doch hat man schon die Ueberreste der Ceilamauer gefunden, sowie die unteren Theile der Säulen, weiche in der Cella aufgestelit waren; hier ist auch das alte Marmorpflaßer erhalten, deffcn Beschaffenheit über die ursprüngliche Einthcilung und Bemaßung des Raums die (ebr- reicbfien Ergebnis? in Aussicht stellt. Man ist gegenwärtig bc- schäftigt, die Vorzelie (Pronaos) des Tempels voUftändig aus- zuräumcn und die Schuitmassen zu entfernen, welche die Süd- hälfte der Cella noch bedecken.

Diese Arbeiten wurden Täglich von 80 Mann ausgefiihrt, lediglich zur wissensckzaftlichen (Erforschung des Tempelbaus und ohne Hoffnung auf besondere Funde. Um 10 erfreulichsr war es, daß Mittwoch, den 19. April, bei Aufräumung des Pronaos dicht unter der Oberfläche (0,60 tief) eine Mctopen- tafel zum Vorschein kam, nach oben gekehrt, so daß der Kopf einer Jungfrau zuerst sichtbar wurde. Donnerstag Mittag wurde die Freilegung vollendet und man hatte mm ein Prachtsiück der ersten Campagne vor Augen. Es ist eine Mar- mortafel, 1,60 boch, 1,51 breit, ohne oberen Rand, mit nie- drigem Unterrand. Links eine fcierlick) stehende, lang bekleidete Jungfrau, deren rechter Arm herabhängt mit geöffneten Fingern; der Kopf ist nach rechts gewendet, das weilige Haar mit einer Huub? bedeckt; der linke Arm ist nach oben gerichtet. Daneben, ihr den Rücken wendend, ganz im Profil, ein unbe- kleideter Mann, eine Last" tragend; der bärtige def ift nach vorne gerichtet, 10 daß er in geschickter Weise zwischen den Oberarmen sichtbar wird. Ihm gegenüber Herakles, den rech- ten Arm nach vorne streckend, mit drei Aepfeln in der Hand; der linke Arm ist 0,ebr0chen. Alies Andere ist vortrcfflick) erhalten, namentlich der Kopf mit SpiHbart, Locken und Stirn- band. Die an der unteren Ecke rechts fehlenden Stücke find größteniheils noch gefunden. Das Werk ist nach Str)! und Zn- halt unschäybar. Die Figur in der Mitte kann nur Atlas sein, von dem man glaubte, daß sein Kopf unter den aus Olympia nacl) Paris gebrachten Bruchstücken sei.

Wegen der Aufräumnng dcs inneren Tempels ist die AUSJrabung außerhalb desselben langsamer vorgeschritten. Dazu kommt, daß zum Osierfefte die'Tzakonen in ihre Hdimath abzogen und die Arbeitskräfte um ein Drittel verringert Wur- den. Auch die Herstellung der Photographien, die durch Hrn. R0ma'1des aus Paixas gemacht smd und sehr gelungen sein folien (fie werden jejzt in Patras vervielfältigt), verlangte viel Arbeitskräfte, um die Skulpturrverke aus den Magazinen und zurück zu bringen. Ebenso war die Hersteliung dcr Gipsformen durch Martineui und Borghini eine schwierige und mühe00lle Aufgabe. Es smd jeßt aUe wichtigeren Stiicke geformt und zur Verpackung bereit; dcr TranSport 1011 auf dem Alpheios bewerk- stelligt werden, denn leider ist die Fahrstraße noch nici): fertig, auch nicht dicKladeosbrücke, welche den Schlußpunkt der Straße von Pyrgos nach Olympia bilden soll. 1)r. Hirschfeld wird Verpackung und Transport Überwachen. Bei dem ZUsammensuchen der zusammengehörigen Skulpturen ist es gelungen, den Unterkörper des knieenden Mannes mit dem am 15. Dezember gefundenen Oberkörper ais VOUkOMMin zusammenpaffend zu erkennen; da- durch ift eine beinahe voUständige Figur des Ostgiebels gewon- nen, die Figur eines Wagenlenkers, welche der linken Giebelseite angehört. Als zur Rike gehörig hat fich das Brnchstück eines Vogels gefunden, das genau an die linke Seite der Statue paßt. Von Inschriften smd in den letzten Wochen besonders solche zu Tage gekommrn, die sich auf römische Zeiten beziehen, drei Mummiusinscbriften, eine Inschrift auf Claudius Lyson u. a.

Man denkt vorläufig die Arbeiten bis gegen Ende Mai fortzusejzen. Die Jahrhunderte lang so verödete Tempelftätte von Olympia ist seit diesem Frühjahr wieder ein Wa(lfahrtsort geworden; in den Osiertagen hat man täglich 4- bis 500 Fremde gerechnet.

Weltausstellung in Philadelphia 1876.

Die Ausstellungs;Ccntennial-Kommisfion zu Phi- ladelphia bat be1ch10s10n, keine (Finlaßkarten zur Ausstellung zu verkaufen. Der Besucher zahlt am Eingangs eme 50-Cent9n0te, welche als Eintrittskarte betrachtet_wird. Es merken jedoch zwei Sorten Fretkarien ailsgegeben und zwar 101che für prominente Beamte al- cin Komplimcn], das ihrkm Amte, nicht ihrer Person gemacht wird und Karten fur die Aussteller, die Angesteliten der Aussteller, und die Repräsentanten der Profis. Die Karten für die Aussteuer, Berichterstatter 2_c._ werden auf feines Karteupapier gedruckt und zu- ammengefaltct 1e1n, 10 daß _fie vier Sciten haben. Der mittlere

heil der inneren Seiten wird mit Reihen von Zahlen eingefafzt sein, welche mit den Tagen korrespondiren, während deren die Avsstellung geöffnet ist. Sobald der Inhaber der Karte eintritt, wird die Nummer auf der Karte rnit einer Zange (0011011) durch- löchert werden und WM derselbe während des Tages deu Plaß ver-

karien ist ein ovaler Raum freigclaffen worden, in welchen der In- haber 001 dem 1. Juni sein Bild einklebeu muß, Tbut er dies bis dahin mcht, 10 wird ihm die Karte abgenommen. Eine solche Karte ist nicht übertragbar und wird eingezoaen, falls sie im Besiß einer anderen Person betroffen wird. Verloren ge angene Karten werden nicht erseßt. -- Ferner hat die Kommi sion von dem fruher bei _Weltaußstellungen üblichen System dsr Zuerkennung von Preis - Medaillen Abstand genommen und bestimmt, daß die Preißjury, welche zur Hälfte aus Jnländern und ur Hälfte (_ms Ausländern zufammengeseßt ist und deren Mitglieder Für ihre Mube ein Honorar von 1000 Dol]. beziehen Werden, eingehende Berichte über einzelne AusstellungsGegenstände einreichen soll und auf diese hin_ sollen dann den Ausstellern die MedaiUen, in_ jedem Falle die gle1che bronzene MedaiÜe zuerkannt werden. Dieu Aenderung des Systems der Vertheilung der Medaillen wird in einem Bericht des Vorfißcndeu des Comités für Zuerkennung der Preise, Herrn N. M. Beckwiih, durch Folgendes motivirt: Statt der Internationalen Jury werden "wir nur 200 Preisrichter haben, von denen die älste dem Auslande angehört und die sämmtlich anSgewählt nd, weil sie sich für diese Stciiung vorzüglich eignen. Ferner ist das System der Zuerkennung yerscbiedener Klassen von Medailien abgeschafft, dafür haben aber die PreiSrichter schriftliche Berichte einzureichen, über die vergleickxsweisen und innerea Vorzüge jeden redukts, welches sie einer Prämiirung für würdig Wien. In di em Bericht müssen die Eigentbümlicbkeiten und Vor- zuge auseinander geseßt und die Gründe angegeben werden, weshalb eine Preismedaille zuerkannt Werden 1011 und ferner muß jeder Be- richt von den Preisrichtern, Welche denselben abgefaßt haben, unter- zeichnet werden. Da das profesfioneÜe Uriheil und die moralische Verantwortlichkeit der Preisrichter auf diese Weise involvirt ist, 10 wird dadurch die Unparteilichkeit ihrer Berichte gesichert. Als Aner- kennungen werden solche Berichte für die Aussteller größeren Wértk) haben, als Medaiaen, da fie dem Publikum werthvollere Information über die Produkte geben. Ihre gemeinsame Veröffentlichung in Form eines Handbuches, wird für alie Klassen von Werth sein und zeigen, in welchem Lande gewisse Produkie am Weitesten vor- gc1chritten find. Endlich wird der Vsrkauf diescr Handbücher der Kommission eine Einnahmequelie eröffnen, dr-rcl) ryclcbe der größte Theil der Kosten bestritten werden kann. Der Erfolgdieser Methode hängt natürlich ganz von der sorgfältigen Llnswabl der Prxisrichter ab. Es verdient erwähnt zu werden, daß die besten Beurtheiler von Produkten gewöhnlich nicht unter de_n Produzenten, sondern untkr den Konsumonien gefunden Werden. Mit Rücksicht auf diese Frage bietei das 0011 der Centennial-Komrriisfion angenommene Sysiem den großen Vortbeck, dcrß es der Kommufion überlassen ist, nicht nach der Re- Pxäseniation des Landes, sondern nach der Fähigkeit, unabhängig von Lokalitäten, die PreiSrichter außzuwählen. Die Männer, welche man als PreiSricbter chinnen muß, sind narb ihrer Fähigkeit, Er- ziehung, ihrem uf und ihrer Erfahrung zu wählen und diese find nicht schwer unter Demenigrn zu finden, welche in großartigen Industriezweigen, mächtigen Fabriken und höheren Bildungsanstalten angesteüt find, in denen sie ficb durch die Tüchtigkeit und Fachkenntnis; einc permanepte Stellung erW0rben haben. Sorbeit bekannt geworden ist, bai die1e Methode der Zaerkennung von Preisen im Auslande entschiedenen Beifall gefunden, und es kann gar kein Ztveifsl darüber obrvalten, daß vom AuSlande aus Cinbuvdert Richter gesendet Werden, welche sich durch solide und zuverläffiae Eigenschaftsn auszeichnen. Uns kommt es deshalb zu, Männxr zuPreisrichtern zu wählen, deren guter Name, Erfahrungen und Fähigkeit in ihrem Beruf mit denen unserer auswärtigen Mitarbeiter gleichsn Schritt halten, damit sie hinter diesen nicht zurücksteben. Die Liste der Preißrichtér wird erst in der am 26. April zusammentretenden Gsneralvérfammlung der Vereinigten Staaten Centennial-Kommisüon festgestelit Werden.

Der eben auSgegebene Ausstellungskatalog des Krupp- schen Etablissements für die Weltausstellung zu Phila- delphia bietet, wie die „Köln. Ztg.“ mitibeilt, namentlich in Be- treff der von demselben dort auSgestellten Geschüße ein besonderes Interesse. An Zahl stehen diese den in Wien 1873 ausgesteliten Ge- schützen zwar nach, daiür aber sind beinahe sämmtliche in dieser neuen Zusammenfassung enthaltenen Geschüße von einer dort noc!) nicht ver- trcten gewesenen Konstruktion. Außsr der neuen 351Cm.-Kan0n- in Küstenla_ffeite, diesem neuesten Kruchben Riesengeschüß, enthält diese Zu ammenfassung als das einzige früher bereits konstruirte Ge- schütz nur eine lange 24 Cm.-Kan0ne iu Küstenlaffeite, demnächst aber die beiden eben bei der deutschen Armee neu eingkführten Feld- geschüße, ein nxyrs 8Cm.- und ein 6Cm-Gebirgsgesckoüy, die neu konstruirten Trag1attel uvd Geschirr für dieses letzte (Heschüß, noch ein besonders reich ausgestattetes und im Rohr wie in dcr Laffette Poiirtes Feldgeschütz der oben angegebenen Art und eine Serre von Geschosscn. In Betreff der neuen deutschen Feldgescbüße _ gewähren die im Katalog cnibaltenen Angaben den Nachweis über ihre Leistur-gs- und Wirkungsfäbigkeit. Nicht minder bedeutend und intereffant erscheinen die Leistungsfähig- keit und die neue TranSportkonstruktion der _Gebirgsgeschüße. Daß der neue Taufendpfünder in Amerika eincn be100ders wirksamen Aus- sieUungSgegenstand bilden wird, ist wohl voraußzuseßen. BetrachtenS- wertb erscheinen nächsidsm noch die beiden SchiffStvellen, 0011 denen die eine 13,500 Kilogramm ichMr, _unter dcm 1000 Cir. schweren Dampfbammer_ aus einem 30,000 Kilogramm schwcren Tiegelstabl- block ausgcschnnedet worden ist, und die mit iHren drei Kurbeln und ihrer Kuppclscheibe der 2500 Pferdekraftmaschine eines im Bau be- griffenen nenen Schiffes der deutschen Kricgsmarinc cingefügt werden wird. So viel bekannt, find diefe Wellen, von denen die andere, 9600 „Kilogramm sÖWLs, für eir-en iranßatlantisch-n Dampfer bestimmt ist, ein neuer Erzsugungchig der Anstalt, die wenigstens in Wien mit Leistungen für die Sckyiffsvau-Jndustris noch nicht hervorgetreten 1000 Aus der dicsxm Ausstellungskatalog ähnlich wie 1ck0u dem von 1873 vorangesteÜten Ueberficht über den zeitigen Betriebsstand des Etablissements ergiebt sicb, daß die gegenwärtige Arbeiterznhl desselben, einschließlich der 5000 Hütteuarbeiter, 15,500 Köpfe beträgt und daß sick) trotz der zur Zeit so ungünstigen Ver- kehrsverbältniffc auf keinem Betriebsgebiet ein Rückgang, auf mehre- ren hingegen eine nicht unbeträckotlicbe Steigerung der Betricbkmittcl auSWeist. S0 ist seit 1873 die Zahlder_Ku001- und Flammöfen um 19, die der Dampfkessel um 58, die der Dampf- bämmer um 7 und die der Dampfmaschinen um 8, darunter eine von 1000 Pferdekraft, gestiegen. Aehnlich verhält es fich auch mit dem im Etablissement enthaltenen Eisen- bahnnetz, das zur Zeit 38,92 Kilomcxer normalsburigc und 18 Kilo- meter schmalspurige Eisenbahnen umfaßt, Welchc zusammen mit 24 Loko- motiven befahren werden. Den vielen, zu Gunsten der Arbeiter in denselben enthaltenen Anstalten und Einrichtungen sind vier Volks- schulen mit 21 Klassen und vier Judustriescbulen für Frauen und Mädchen neu hinzugetreten. Endlich hat seit 1873 noch dadurch eine ErWeiteruug der Betriebsinitiel des Etablissements stattgefunden, daß dasselbe gegenwärtig 4Dampfc'r von je 1700 Tonnengebali befißt, welche yorzugsweise zum Transport der Erze aus den “in Nordwanien bei Bilbao erworbenen Ci1enerzlagern Verwandt Werden,

Die Stadiverordneten-Versammlung hat in ihrer gestrigen Sißung die in Nr. 106 diefes Blattes abgedruckte Ma- gistratsvorlage in Betreff der Niko laikircbe mit einem Amendement des Stadtverordneten Salge angenommen, daß die Bewilligung der Mittel zum Ausbau der Thürme nur unter der_ Bedingun auSgesprochen wird, daß die Kirchengemeinde sich ver- vfiicbte, die rneuerung und den inperen Ausbau innerhalb dreier Jahre Y_ach Anordnung des Magisirqtö auf Kosten des Kirchenfonds zu vollziehen, und daß die Entschädigung für das Vorgarteuterrain erst nach erfolgtem Ausbau der Kirche gezahlt werde.

Zum Zwecke einer Reorganisation der allgemeinen Pensions- anstalt_ deut1cher BÜbnen-Angxbörigen hat der Prof. Dr. Karl Heym über eme Anzahl von deut1chen Bühnen statistisches Material ge-

lassen und wieder zurückkxeren muß, erhält er vom Tbürsteber einen „Retour-Check“, der nur fur den einen Tag gültig ist. Auf den Frei-

sammeit und bearbeitet und als einen Beitrag zur Invaliden- Statistik unter den Bübnen-Angebörigcn in Deutsch-

land in der deutschen Versicherungs-Zeituug veröff ntlichi Die Theater, welcbe das Material geliefert, sind die Theater u Caffei- Darmstadt, Deffay, Frank_furt a. M.; Gotha, Hamburg, Karlsruhe, Leipzig, Mannheim, Muuchxn, Prag, Schwerin, Stuttgart und WieSbadeu. Die Wahrscheinltckxkeit, während eines Jahres invalid zu werden, betrug bet dem 1ammilichen beobachteten Personal im thrcbschnitt 0,014, bet den raum war dikselbe größer (0,017), bsi den nguzeru kleiner (0,012). _ er Verfasser unterscheidet nach der Be- schaftigung der Personen vier Abtheilungen: 1) technisches Personal, Chor und Orchxster, 2) _Schauspiel, 3) Oper und 4) Bauet. Das letztere hat 10wohl bet den Männern als auch bei den Frauen die größte Invalidität gezeigt, bei jenen 0,019, bei diesen 0,002. Oper urid Schauspixxl hatten bei den Mannern dieselbe Invalidität 0,015, wie das Weibliche Personal der Oper, während die Schauspielerinnen eme um 0,005 höhkre JnvaliditätSWabrscheiulicbkeit aufweisen, nämlich 0,000. Bei _der ersten Abtheilung zeigt sich wiederum für das weibliche _Gescblecht eme_größere Invalidität, als für das männliche; denn für jenes ist sie 0,010, f_ur dieses aber nur 0,011. Bemerkenswerth ist fernsr die Berschtederrheit der_ vom Verfasser ermittelten Altersjahre, in denen die Invaliditat bei den einzelnen Abtheilungeu eintritt. Für dieses _Alter hat dxr Verfassr gefunden: bei Abtheilung 1 (fechn. Per- 10n_al rc.) Manner 57 Jahre, Frauen 45; bei Abtheilug 2 (Schauspiel) Manner 59 Jahre, Frauen 50; bei Abtheilung 3 (Oper) Männer 49 Jahre, Fraueri 43; bei Abtheilung 4 (Val]et) Männer 44 Jahre, Frauen 39; im Durchschnitt für die Männer 55 Jahre, für die Frauen 44 thxe. Die Frauen treten in alien Abibeilungen früher aus der Aktivitat heraus, als dis Männer. Es hängt dies aÜerdiugs mit_ von dem Umstande; ab, daß ste auch in jüngeren Jahren, 016 die Manner, ihre tbeatrali1che Laufbahn beginnen, jedoch erklärt diefer Um- stand die große Verschiedenheit im AnfangSalter der Jnvalidiiät nicht ganz; denn der Unterschied des LebenSalters, in welchem die Frauen und_Manner ihre Thatigkeit am Theater beginnkn, beträgt im Durch- schnitf nur 4 Jahre _- bei Männern ist es das Alter von 21, bei Frauen das von 17 Jahren - wogegen, wie sich aus Obigem ergiebt, die Frauen _um 11 Jahre früher als die Männer invalid zu werden pflegen. Die Aktivitaisdauer ist bei den Männern durchschnittlich 34, bei den Frauen 27 Jahre.!

Berlin. _Der _zum Propst von Kälin ernannie und an die bikfige Universitat berufene Professor, Dr. tbso]. Frhr. v. d, ©0113 0110 _Boxm hielt am 4. d., Nachmittags, vor einrm zahl- reichen Auditorium feine ErrJnungsvoilesung. Der Kampf, der zwischenStaat und ircbe entbrannt sei - 10 begann. der Redder etwa - habe bereits eine derartige Grstalt erhalten und nehme m _solcb großem_'11éa1ze das öffentliche Interesse in Anspruch, daß die Wissenschaft dic1em Kampfe gegenüber nicht mehr müßiq zu- schaizext könne, 10ndern das Recht und die Pflicht habe, Antbeil an dermeiben zu nehmen. YÜein, wie in aÜen Dingen, 10 Werde es auch in dieser Angelegenheit Aufgabe dcr Wissenschaft sein, fich Weder von Pietätsr, noch bon rechtlichcn oder gar persönlichen Rückfichten leiten zu lassen, sondern unb-kümmert um allen Parteikampf lediglich nach der Wahrheit zu suche_n. Die Wissenschaft sei keinem irdischen Rtchier vsrantWorllrcb. Es handle fich in drm gegenwärtigen Streit zwi1chen Staat und Kirche keineSWegs um die Fragen: „Himmlisaber oder eri1cher?“ „Religiöfität odcr Anti - Reli- giösität ?“ soirdcrn lediglich um das richtliche äußere Ver- hältnis; zwischen seiner k0nser0§rten Glaubensgémeinschaft und einer nach moderne_n europäischen Anschauungen gebildeten Volksgcxneinschast. KUMSWLZS handle es fich nm die Existenz der unvexäußerlichen Kirche Gottes, [173.11111 cine unantastbarc', das vcÜendcteste Ideal _in sick) schließende staatliche Sckxöpfung. Die kirchenpolitische Streitfrage sci Seitens der Wissenschaft erstens vom bistorifcben, zweitens vom rechtlichen und drittens _vom ethischen Standpunkte aus zu behandeln. Von diesen drei Gesichtspunkten aus Werde er (Redner) in seinen künftigen Vorlesungen, die alle Dienstag Nachmittag, zwischen 5-6 Uhr stattfindcn werden, der kirchenpoliii- schen Frage näher zu treten suchen.

Der zweite internationaleKongreß der Leiter und Lehrer bon Blindenanstalten findet vom 2 .-27, Juli. d. J. in Dresden statt.

Theater.

Im Königlichen Opernhause trat am Donnerstag Hr. Beck vom Landestheater in Graz als Neluöco in der „Afrikancrin“ auf. Es war das ersie Auftreten des Künstlers als Mitglied der hiesigen Oper. Der Künstler ist ein wirklicher Gewinn fur dieselbe; seine stattliche Erscheinung, sein schönes, kräftigeö Organ, sein äcbt drama- tischer Gesang, der für jedeEituation die rechte Färbung annimmt, und sein freies, dcgagirtes Spieb find seine trrfflickyen, bereits von früher ber bekanntxn Vorzüge - 1ein fortwährendes, starkes Tremo- 1iren aber sein großer, ebenfalls früher schon gerügter, aberleidernocb nicht abgelegter Fehler. Jm Gwzen fand Hr. Beck großen Beifall, besonders nach seinem wild und origineli vorgetragenen Lied vom See- riesen; aber auch die lyrischen Sieüen seiner Partie kamen zu schönem Auödruck. _ Hr. Ernst sang dcn Vasco de Gama; da er nur eine Aushülfe für jede jetzt fehlend? größere Kraft bieten wollte, darf man nicht rveiter mit ihm datüber rechten, das; er eine so weit über 1ein Können hinauSgehsnde Partie übernommen hat.

Im Saale dcr Reicthallen fand am Mittwoch die c-rsie Auf- führung eincs vici kcsprccbenen, wenn au_ch ErstlmgSwetkes, statt, die der „Sieben Todsünden“ vonHamerlmg, komponirt von Adalbert Goldschmidt. - Dic Auffübryng _wabrie 0011 7 bis g*gen11x Uhr, 10 daß zuleßt die Kräfte wre die Energie der_Miiwirkenden, namentlich der Dilettanien-Cböre, Ebenso erfchlafftcn wie die Fähigkeit der Hörer,- das Neue noch in fi_ch aufzunehmen. Der dritte Saß wurde deshalb weit unklarer ausgefuhrt als die ersten beiden, und ge- rade dieser enthält die größten und faßbarsten Schönheiten des ganzen Werkes, klare Motive, schöne instrumentale Malereien, ruhigen Gang und ruhige Entwickelung; die sehnsuchtsvoklen Chöre dcr Men- schen, die trostreichen Worte des Jüngers,_ die sie rxicben der Licht- geister, und anderes wirkten Wahrhaft exqurckend. _ ie ersten beiden Theile, das Vorspiel vor dem (Heist der Finsternis? und die Wirksamkeit der Reprä1entanten der sieben Todsünden auf Erden enthielten zwar auch viel schöne Gedanken, aber sie kamen nirgend zur Wirkung noch zur Entfaltung. Der Komponist wandelt ganz in den Fußtayfen Richard Wagner6,_10 zwar, daß_ibm manche Scholle an den Füßen haften geblieben, dre mati aun wreder erkennt, aber wie der Meister eilt er unaufl)a_ltsam vorwarts, läßt den Sänger in Tönen reden, das Orchester selbstandige JÜuftrationen dazu geben und 10, ohne Ruhe und Rast, ohne anderen Ruhepunkt, als die Pause zwischen dem ersten und zweiten Theil, ohne daß der Geisr Zeit hätte, einen musikalischen Gedanken in fich aufzunehmen, da keiner auSge- wonnen noch entwickxlt wird. Und doch sind auch diesen Theilen viele Schönheiten, viel c_bara_kterifiische Momente (z. B. die Zeichnung des Geistes der Tragbett; die Habsucht und des Volkes Gebabren auf dem Markt, die Bacchartinnen-Chöre, die Freiheits- und AufruhrSgesänge u. A.) nicht abzusprechen. Dem Komponisten ist offenbar großes_ Talent eigen. - Die Aufnahme des Werkes war eine gunstige, der Kvm- ponist wurde gerufen und ihm, wie namentlich dem Dirigenten, Fm. aur, sowie den mitwirkenden Damen und Herrxn, Frl. Gunzl,

rl. chulz, Frl. Ramme und den HH,H11l,Och0tt,Ober-

auser, Opitz und Prehn reicher und wohlverdienter_ Beifall u bei!. Sie hatten eine 1chr schwere, angreifende Aufgabe glucklich gelö?

Redactenr: F. Prebm. Verlag der Expedition (Kessel).

Drei Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage)

Berlin: Druck: W. Cloner.

außerdem die F rpläue der Naffauiichen nnd der Ober chlefiseheu Eisenbahn.

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich

Yichtamtliches.

Preußen. Berlin, 5. Mai. Der in der gestrigeri Siizung des Hauses dcr Abgeordneten angc110mmcne_§.2 des EntWUrfs eines (550101305, betreffend die ebangelr1che Kirchenverfassung in den acht älteren Provinzen lautet:

Die Kreissynode übt die ihr in der Kirchengemeinde- urid thnoZalordnung vom 10. Septnnber 1873 zugewiesenen Rechte 10

e re

1) der in den Kirchengemeinden bestehenden und der den Kirchen- gemeinden des Synodalkreises gemeinsamen Einrichtungen und Ju- stitute für christliche LiebeSWetke (§. 53, Nr. 5) _; _

2) des Kaffen- und Reclmungdwesens der einzelnen Gemeinden und der kirchlichen “(Stiftungen innerhalb des Bezirks (J. 53 Nr. 6);

3) Mr Kreissynodalkasse, des Kreiswuodalrecbners, des Etats der Kaffe und dxr Repariition der zu derselben erforderlicben Beiträge der Kirchenkassen und Gemeinden (§. 53 Nr. 71;

4) der ftatutariscben Ordnungen (§. 53 Nr. 8).

Die zur Ausiibung dieser Rechte erforderlichen Beschlüsse werden nach § 52 Absatz 3, 4 gefaßt. _

Im weiteren Verlaufe der Stßung wurde auf Vorschlag des Präsidenten Art, 3 der Synodalordnung vorläufig abgeseßt, um zusammen mit Art. 8, 88, 10, 14 und 14a diskutirt zu Weiden. Die Art. 4, 5, 6, 7, 9 und 11 wurden ohneDiskussion angenommen. Dieselben lauten (die gesperrten Worte smd Aenderungsvorsckzläge der Kommission):

Art. 4. Zur Feststellung statutarischer Ordnungen in dem der Kreisiynode überwiesenen GesckxäftsJebiete (§. 53 Nr. 8, §. 65 Nr. 5) bedarf es der vorgäsgigen Anerkennung Seitens der Staatsvehörde, das; die entworfen_en Bestimmungen dem Gesetz vom 25. Mai 1874 und diesem Geieß nicht zuwider seien. _ _

iArt. 5. Der Kreissynodalvorftand übt in Bezug aur die nach §. 53 Nr. 5 und 6 der Synode übertragene Mit- aui1icht das Recbt, in eiligen Fällen die vorläufige Entschei- dung zu treffen (§. 55 Nr. 6). _ _

Art. 6. Die Rechte, welche nach den Artikeln 2 bis 5 der ein- zelnen Kreissynode und deren Vorsiande zufiehen, werden in dem Fall des §. 57 Absaß 1 den vereinigten Kreissynoden und deren Vorständen für die gemeinsamen Angelegenheiten beigelegt, Wenn die Vereinigung mit Einwilligung der einzelnen Kreis- synoden erfolgt. _ _ _

Art. 7. Wenn der Wirkungskreis ciner Kreissyuode oder einer 0001) Z. 57 Absatz 1 gebildeten Vereinigung dcn Kreisyncden sowie ihres Vorstandes nacb Absaß 2 diejes Paragraphen mit Rückficht_auf eigentbümliche Einrichtungen oder Bedürfnisse des Kreises errveitert Werden 1011, 10 ist ein Regulativ zu erlassen, für welches die Bestim- mungen des bezeichueten Absatzes maßgebend find. Auf die Jest- fteUung dessslbcn findet Ari. 4 dieses Gefeßes Univendung. _

Art. 9. Die Provinzialsynode Übt die ihr in der Kirchen-

- geirisinde- und Synodalordnung vom 10.Septembcr 1873 zugewiesenen

Rechte in Betreff _ _ _

1) der von den Kreisivnodeu be1ch10ffcnen statutarischen Bestim- mungen (§. 65 Nr. 5); _ _

2) der Synodalwitten- und Wai1enkaffen, der provinzrellen Fonds und Stiftungen, der Kreis-Synodalkasse und der Provinzial-Synodal- kasse (§. 65 Nr. 6); _ _

N _?) neuer kirchlichen AUEgaben zu provinzislien Zwecken (§. 65 r. ); _ 41 der Verrve-ndung des Ertrages der vor dem jedeßmaligen Zn- 1"ammcntritt der Provinzialsynode 01er alijäbrlici) in der Provinz _cm- zuiammelndcn Kirchen- und Hauskoüekten zum Besiender dürftigen Gemeinden dcs Bezirks (§. 65 Nr. 8). Die Befugmß, eme Em" sammlung dieser Hauskoliektc anzuordnsn, bedarf nixht der besonderen Ermächtigung einer Staatsbebörde; die Zeit der Einsammlung muß aber dem Ober-Präfidenten vorher angszeigt werden. _

Die zur Ausübung dieser Rechte erforderlichen Bcsch1u11c wer- den nach §. 70 2101.18 1, 2 geregelt.

Art. 12 lautet in der RegierungSvorlage:

Kirchlicbe Gsseize nnd VEWLÖUUUJM, sie mögen für die Landes- kirche“ oder für einzelne Provinzen odcr Bczirke erlassen Werden, find nur 10 Weit reck)t09ültig, als fie mit einem Staatßgeses nicht in Widerspruch stehen. _

stor ein vcn ciner Prc-vinzialwnode oder km 0011 der General- synode angenommenes Gcfeß dem Könige zur kirchenreßime-tlichen Genehmigung vorgelegi wird, ist die Erklarung des Pinisiers der geistlichen Angelegknbeiten darüber herbeizuführen, ob gegen den Erlaß desselben Von Staatswegen etwas zu erinnern sei.

Absatz 4 dss §. 6 de: Oensral-Synodalordnung vom 20. Ja- nuar 1876 findet auch auf Provinxiclle kirchliche Gesetze Anwendung.

Die Bestimmungen dieses Artikels gelten _auck) in dem Bezirk der Kirchenordnung vom 5. März 1835 für die Provxnz Westfalen und die Rheinprovinz.

Dagegen hat die Kommiéfion folgende Faffun? vorgeschlagen:

Die StaatheseYe ge eu den Kitchens? eßen vor.

Die Sanktion eines von einer Provinzialsynode 0der von der Generalsynode beschlossenen Gesetzes darf bei dem König _nicht eher beantragt werden, als bis durch eine Erklärung des dafür verantrvoxtlicben Staats-Miuisteriums festgestellt wordenift, daß gegen das Gesetz 0011 Staatswesen nichts zu erinnern ist. In der Vérkündiguugsformel ist diese Feststellung zu er-

wähnen

Widerspricht ein Kirchengesekz 0der_ eine kirchliche Verordnung einem Staatögeseß, 10 wird der Wider- spruch durch Königliche Verordnung auf Antrag des Staats-Minifteriums beseitigt.

Nach einer kurzen Debatte, an welcher fich außer dem Staais-Minifier 1)r. Falk und dem Referenten Dr. Gneisi die Abgg. v. Loeper-Loepersdorf, Löwenstein, [)x-. 0. Cum) und Dr. Webrenpfennig betheiligien, wurde Ubsaß 2 des Ar- tikels. 12 m der Fassung der Kommission angenommen, im Uebrigen aber der Artikel in der Fassung der Regierungsvorlage nach den Amendements Löwenstein und Schmidt (Sagan) wiederhergefiellt. Der Minifter der geistlichen Angelegenheiten, 1)r. Falk, erklärte nach dem Abg. Dr, 0. Cuntz: _

Meine Herren! Bet der ersten Beratbung hatte ich geäußert, daß die taatsregierung_gern gewiat sein werde, auf eine zweckmäßige Aenderung des Art. 12. uber die ja damals bier vici verhandelt Wor- den ist, einzugeben. Pie verehrte K0mmisfi0n mag mir aber ver- zeihen, wenn ich bei nahere: Prufu_ng ihrer _Vorschläge der Meinung geworden bin, daß man es ohne emen Fachlicher! Schaden eigentlich ganz und gar bei der Regierunzsvorlaaebattebelassen können. Jchfreue mich, daß diese Anschauung bier, m mehreren Richtun en wenigstens, einen 10 energischen und beredten Auödruck gefunden Sat, und gebe mich darum der Hoffnung bin, daß_das hohe_ Haus dem nicht 311- wider sein wird, was die Staatörcgierung_ theils fur absolut noth- wendig, theils für mehr oder wemyer erwunscbt h_ält.

Ich halte aUerdings für ab o_lut notheydta, daß der dritte Absa der Kommissiousvorschläae keme St_elle m dem (Yeseßg erhält. Ick) timme mit dem Hrn, Abg. Löwet_1_stem_ durchaus uberenz, daß diese Bestimmung eine selten unprakil chk 1|. Die Sache liegt 1“

Erste Beila e

Berlin, Frei10_g_, den 5. Mai

10: es wird jest eiu kirchliches Gesel: erlgsseri, das kann nicht eher publizirt werden in geseßlicher Weise, als bis dieberufensn Faktoren der Staatsregierung ihre Meinung abgegeben hgben. Meine Herren, es ist ja Wahr, irren ist menschlich, aber _die Falle, in denen bei genauer Prüfung in diessr Beziehung geirrt rverdcn_ möchte, wer- den wirklieh recht selten séin_. _Und nun irn umgekehrten Falle: es kommt nach dem ktréblichetz Geseß em_ Staatögeseß, nun, meine Herren, so denke ich doch, _1ft _ es jedes Betweiligten Pflicht, zu Prüfen, ob etwa Vorhandene kirchliche Gefeße - und die Berührungspunkte _werderi recht selten sein - mit den unbeabsichtigten Staatsgeseßen im Wideriprucl) fiebsn, und da steht nieht 0105 eine Staatsbeböcde, wie wir UbéleinstlMMSUd Wolien, da, um das erste Urtheil abzugeben, soudsrn auch beide Faktoren der Landesvertretung, _ _

Ick dénke also, in diesem Falle_ wird die Vorairssctzung für Alinea 3 und dessen Nothwvndigkeit eine noch viel 1e1tenxre sein, als dies in dem ersten Falle von tmr gekennzeichnet ist- Daun ist es aber doch auch, sei es_ nun,_ daß chr Art. 12 in der Fassung der Kommission, 1ei es, 1701; _er in der Passung der Regie- rungsvoxlage angenommen würde, - im ersteg Almea meme 1ch_-- umweifelhaft, daß aUe gesetzlich berufenen Behorden,_ vor denen eme solche Frage zur Ekt1ckeidung kommt, voll_kommen _m der Lage find, daraus die Kousrqucnzsn zu ziehen gcgen cinen etwmgrn Jrrtbum_des Staatsgefeßcs oder einen Jrriburn dcr staatlichey Be orde. Ich kann also von dieser Serie nur i_agen, die «ache ist recht unvraktisch. Ueber _ einer) 311181an Geficbtswinkt, unier dem dieser Absatz als e1n_ rem t0dtgeborener__erichem_eu würde, bat Hr. Abg. Lörvenstein bereitsgesprochen. Es ist Wirklich kaum möglich, das; das Siaats-Mimsterium, w§lches, 1ei cs alieiri, sci es in Gemeinsamkeit mit beiden Haus-rn des Landtages, eben em Grieß zugelassen oder gemacht hat, hinterher ayf den _Gedanken k0ru- men möchte, dieses Giseß sei doch am Etzde nixixt zula1sig oder _mcbt voUsiändig gewesen, die Bestimmungen emos Kirchexgeießes blieben widersprechcnd und müßten aus der We1t_gesch_ant Werden, 01)- wobl - 10 wiedsrbole ich - _v0rher_d1e gw1eßgebende Gervali es nicht für nötbig gehalten hat uber dieselben zu bestimmen, und obwohl vorher dieses Kirchengeseß mr_t dM Stagtsge1cßen_ als 0011- kommen harmonirend anerkannt ist, die Sache ist 011010011101) i_m- praktiick). Kommen unixberwind1ich§ Zweifel, darin wrrd daE1emZe ge1cheben müssen, was in solchen Fgllen n_nm_e_r _ge1che_ben muß, 0. 1., man legt ein Geseß vor und beseitigt mtr o_ieiem die Sache. 21111 diese NothfäUe aber, glaube ich, können tmr m Ruf)? Warten. Und dann, meine Herren, was vor _AÜLU den Widerspruch dxr Staatsregierung gegen dicses Almea exrxgi, das find die enormen 1ÖWSren, verfassungömaßigen Be_denke_n. Sie find angedeutet worden in der Rede des Hm. Abg. Lowenstein, fie drücken fich aus in der Formulirung des Abg. v. Cuuy; die Frage ist: in welcher (Eigenschaft ist denn _der Lan_deöhcrr,_weun er_baude11? ist es der Träger des landesherrlichen Kirchenrxgimcnts, 111 es der Landesfürst als solcher, der in dieser Angelegenheit wrccizcn 1011“?_Jch glaube, diese Paar Bemerkungen reichen aus, _um Ihnen zu _zxigsn, wydin wir kommen, Wenn der_Abiatz stehen bleibt. Darum 1r01te ich mich, Sie werden ihn wegstreichen. _" _ _ _

Was die Übrigen Bestimmungen betrifft, 10 liegt es 1_a m der Natur der Dinge, das; die StaatSregietirtxg erfreut sem muß, wenn ihr Vorschlag gegenüber dem der K0m1m111011, den fie 1_mter_ Um- Ynden allenfaÜs anneimen könnte, vorgezogm wrrd, und nb bm der

einung, daß das box Haus rvohl tbäte, den Vorschlag des Hrn. Abo. Löwenstein nacb Streichung des Absaxzes 3 anzunehmen und an Stelie des Absatzes 1 der KomunsUon Fxn 210108 1 der Regierungsvorlage zu setzen, um 10 mehr, __als “(“diéxt aus _den Punkt Hinweist, auf den es allein ankommt„_1rch, «iso gzrßgeberisch konkreier verhält, als der Antrag der Kommüfiom. , _

Was den Absatz 2 betrifft, so setzt dem: Vorschlag: dxx'iachst das Staats-Miuisterium an die Stelle des Kultus-Min-. 91-4. Meme Herren, ich glaube nicht, daß die Staatörcgierung darauf ein besonderes Gewicht legen könnte. Man kann fich vielleicht auf einen Moment erstaunt finden, wenn _ dem _Staats-Minifterium hier 018050110th 7-1"ij die Veruntrvortlichkeit sür seine Entschcidung zuge- 1chrieben wird, und beinahe denken por arZuxxzentum 0 (;_011f1'3m0, das; -s cine deraitigc Vsrantkwrtlichkcit bci _1einen sonst_igen BS_- 1chlüsien nicbt auf fick) nehme. Mijas Herrcn, 1ch _giazabc 1111191, da); das Zbre Meinung ist. Ob es 1111 L*Fefctz ausdruckiich _stebt, oder nicht, wenn das Staats-Ministerium als solches f_Ur eme SJÖL gefeßliri) einzutreten bat, namentliid auch bei einem 0011 10111 vorzunehmenden VerwaltungBaktc, _10 __1txgi _es in der RatUr der Dinge. das; ck die Verantwortlichxxit ubermxnmt. Mir k0mmt es vor, als 00 in einem gewissen Mißyetstandniß des Art. 63 der Verfassungsurkunde diese Worte sich hieriibertragen hatten; _d01t 110171, daß eine 0ktroyirte AÜerböcbste Vcrordnng - und unter 01012111 Ge- fichtsbunkte meinte man ja azxfänglicb dj_e „Verordnung 110211111150 3 der Kommissionsvorichläge_fa11en zu mussen -_- dax; e_me 101che oktroyirte Verxrdnung, ich sage gcgeygeéeichnet 1em_ musse oder richtiger, unter der Verantwortlich ett des gsiamniten Staats-Ministeriums zu cr1cheinen habe. Das will aber nichts anderes besagen, als den _Gegensaß,_ __duß sonstige Akte eben nur der Gegenzeicbnnng des cinzelnen M1n11_ters_ nach Nr- tikel 44 der Verfaffungémkunde bedurfen. _Wenn wir a110, ix_b glaube sämmtlick), mit einander Einig sind, daß dicse Worte nicixx eine pr0_k- tische Bedeutung haben, 10ndem_da13 das Staats-Mmtstermm _fur seine Entscheidung verantrvortlicb ist, mogen fie_ dastehen oder nicht, 10 Werden wir uns über diesen Punkt unschwer ern; en. _ _

MeineHerren, irre ich nicht sehr, so xrwa nie 1ch bei der früheren Berathung eines Standpunktss, der m der Generalsynode zu einem mich aUerdings überraschzndxn lebhaften_ Ausdruck _ge- kommen ist, des Standpunktes namlich, der such segen eme Bestimmung auflebnte, wie sie im _Cptwurf der Geyeral- Synodalordnung stand, daß zur Koniglich_cn Genehmigung ein Kirchengeseh nicht eher vorgeiegt werden ,durfe“, als bis der Minister der geistlichen Angelegenheiten erklart babe, daß dagegen v0n SiaaiWegm nichts zu erinnernse1._ Jch_ha_be_ geglaubt, der SxaatSr-Zgie- rung aurathen zu folien,dxese Gereiztheiteinigermaßeuzrz de_ruckstchtigen und darum in dem 2. Aliuea des_ Art. 12 diejenige Formel vorzuschlagen, welche in der spateren General = S nodal- ordnung ihre Aufnahme gefunden hat. In der_ 0r_mel des Kommissionövorscblages komwt, Wenn _auch m_ einer etwas anderen Fassung. dieer rauh en1vfundene_,durfen“ imedx-rum vor. Wenn vun der Standpunkt der Stathregterung dsr vo_n mit be- zeichnete ist, so würde ich meinen, daß mgn m_derLage _ware,d1e unange- nehmen Empfindungen zu beseitigen, die die von tt_nr erwabnte _For- mulirung darf nicbt“ früher erregi hat uiid, wie die _kirchltchen Blätter a e Tage beweisen, noch bis zu diesem Augenblicke erregt, und daß man dahin würde gelangen k_önne_n, eme andere Faffuug zu wählen, wenn sachlich nichts Andxres zu dieser anderen_ Fassung steht. Ich bin nun in der That nicht uz der Lage, emen sachlichen Unterschied finden zu können zwischeii dem, was der _r. Abo. 0. Bismarck beantragt und_ zwischen dem, was te Kommission beantragt. Die Sache liegt 1n_-der That 10, daß. weiin gesagt ist: ein Kirchengesetz, welches nicht dreien bestimmten Saß m 1einer Einleitung hat, hat gar kxine v_erbindend_e K_raft, auch_wenn es sonst gehörig publizirt ist, 10 wird _si w1_rkl_ich_keine Kirchen- behörde [laden, die so ein Gesezz, welches die _nguitrgkett klar an der Stirn tragt, überhaupt publizirt. Solitcu St_e aber des umgekehrten Gedankens sein, daß ein derartiges widersesziiches Verfahren bei der

Kirche möglich 1ei,-ja, mekreHexren. wenn ßeso böswilliaieiniollke-

0 Preußischen Staats-Anzxiger.

18353;

10 kehrt fie sich auch nichtdaran, Wenn Sie sagen: es „darf nicht“ sein. ck gla_ube, es finden fich sachlich keine UKikrfcbiede zwischen beiden V0rschlagen, und da ici) "oem Hrn. Abg. 0. 33503: nicht Uixrecht geben kanii, daß seine und die Faf1ung dss Abg. 0. Bisinarck in kirchlichen K_rei10n angenehmer empfand» 1011100“, 10 wär.- es mir lixber, Sie gaben der Fassung den Vorzug, dic dsr Nbg. v. BiSnmrlk wisdcrhoii“ beantragt hat.

_ Die Antwort, welche der Staats-Minifter 131. F011 auf die Anfrage des Abg. Richter (Sangerharisen) in Betrzff der Kreissynoden abgab, hatte folgenden Wortlaut:

__Aus den Mitibeilungen der Zeitungen übkr die Berufung» von Kreisfbuoden habe 111) Anlaß genommen, mick) mit dem anngelistben Obcr-Kircbénratl) m_ Verbimdung 311 sSBCU 1,1171) erfahren, daß «Clee- ding_s_es dort für wunsch0n0wcrib eracbtctworden ist, die gegsnwärtige KrchWnode noch über grwiffe kirchliche Llngslsgcnbeiiru zu hörén und ihre Beratbung durcb die1elbe zu vcranlasscn. Die Frage, 05 diese

Angelegenheit wichtig oder nicht wichtig ist, sieht nicbi zu meinkr Kognition. Ja der Sache selbst wird ein Nacbibeil durchaus nicht eerchwn. Es find in diesem Augenbiick die Nn0cdnungen dahin ge- troffen, um die §§. 40 und 41 der Gsucral-Zyn0dal0rdnung zu: Ausführung zu bringen. „**-=:? 3.4.01"

Die Sißung wurde um 3? Uhr gesch10ffcn.__ ,“.“

- „.- ...-1 . --. . „".“ ..“-*...-

Landtags = Angelegenhciten.

Berliri, 5, Mai. Dem Hause drr ?ikgeordnetsn ist drr Eni- wurf eines Gesetzes, betreffend di? Umwandlung des Zeughauses zu Berlin in ein0 RUHUiL-Zhalle für die preußische 5Armee vorgrlrgt 100111011. Nash demselbsn 1011 aus den (Geldmitteln, Welche auf Grund der Bcstimmungen in den Lir- rikeln 1/1. und 1711. dcs Reichsgeseyrs 00111 8. Juli 1872 und des Artikels 3 des Reichögeseßes vom 2. Juli 1873, betreffsnd die“ frau- öfi1che Krisgsk0sienenischädigiing, dcr 1001051109011 Staatskaffe zu- ?[ixßem die Snmme 0011 ischs Millioncn (6„()0(_d,(_)00) Mark zur Um- Beréin in (im? Rubmcsballe

wandlung des Zeughauses zu __ preußische Nation,

für die preußische Llr'aiee und für die “aus der die Armee hervorgxhi, vermender weiden. Die Durcbfübrung drs Plam-s ist in folgcnder Weiß xedacht: Dcr Einqarxg in die künftige Rubinesbaiie findet durch die Siidfcont des Zeughauses statt. Es muß demnach, um einen würdigen Eintritt zu erhalten, in der Mitte des Erdgeiciwsscs dioier Front eine Art Véstibül abgegrenzr Werden, welcbcs etwa 3 nsbcn sinander licgcnde Blöcke umfaßt. Die scbmalercn Mitteigänge sind durch künsilcrifci) (7er- gcsdeüte, durcbficbtige Gittertbore zu 1035-3115» An diese Haile würde 1111) dann nach rechts (Osten) kak; Viriillericmuseum, nach links (Westen) das JNJMZCUUU'USUM rsikyen. Aus drm Vcstibül würde man in den Hof treten, welckyer durch eine Ciscnkonstrriktion zu Überdachcn und mit (Hias einzudcckén ist.

Unter der Voraussetzung der Eiiidcckang dzs Hofes empfiehlt es sich, eine Freitreppe vom Hofe aus in das obsre Stcckwcrk anzulsgen, Weil 8111? solche der Architektur des Gebäadcs am bestcn cntspricht.

Von dem oberen Podest der Trebpo gelangt man unmittelbar in die beabsichtigte Ruhmeshalle, welcbe dcrläufig für die Nordfront projektirt ist und ihre Ergänzung durcb Dir, auf den anderen Fronten aufgestellte Sammlung erhält.

In der Mitte der Front würde sick) eine flacbe Kuppel mit Ober- licht erheben, deren innere Fläche durcb aiicgoriscbe bildliche Dar- steÜungen zu schmücken sein wird.

An den Kuppairaum würdsn 110) zu beidsn Seiten zwei länger? Säle anschlicßcn, wclche glcichfails mit Oberlichi 311 021161011 _wären, da die nach Norden gehenden Fenster, 1cwi€ je fünf an1chlicrzend9 auf der Ost- und Wesifront dureh Blendnmurrn geichlosfen werdkn Wiley, um Wände fiir Fresken zu erhalten. Die Blsndmauorn 101180 10 angebracht tvsrdcn, daß 116 Von außen nicht gsfeben und die Faßade des Gebäudes durchaus nicht geändrrt wird. _Der in dieser Art der- gcsiclite Raimi (aus Kuppel und 2 Sälen _bcstchcnd) witch nur die Stadien dcr Herrsckier uud dsr Feldborrn, WWÖL Schlacbicnbilder :c. enthaltcx. Waffen würden in diefcm Raum 12331111 zur Ausstcklang gs- 101111011, visimchr die Dekoration nur 1711701) Malcrci_1md Skulptur aufzuführen sein. Den Kernpunkt dcr sicb d0m_ Obigen Raum an- scbitcßxendm ergänzsndeu Sammlung Wurd? _die Austellung der prcrißischcn Feidzeicbcn 11011) 1012111211105 ri'giiiiékiii'TWLYé geordnei, zu bilden haben, die beredétsten Zeugen des Rui;me0_ friiherer Tage. An diese müßte sicb, chionclogi1ch gkordnot, die (Y_ntwickelung Dir Hand- und Fcueriraffrn, drr. Bckleidnngcn imd Außrusiungen, sowie der Trdphäcu, Reiiqgicn, Büsten und Porträts kxon Mannern, 1001 e indireki zum Rubine der Armee bcigctragcn haben, anreiben. Wsct - volle Waffen find in Schränken oder Vitrincn_ unterzubringen, die weniger Weribvvilen, sowie die nicbt als Trophäen zn betrachr-,-ndcn fremden Feldzeichen Werden zur Dekoration der Pfeiler verwandt. Die Bestimmung über die Zahl dcr Statuen, dic Auswa'.)l der Persönlichkeiten, sowie des Gegenstandes, rvclc1;en die _e_inzc17„cn Ge- mäjke behandeln 1011011, endlich darüber, ob der Raum _1ur di eseHalLe auSreichend oder noch weiter auSzudebxien sein i_vtrd, wird 1,9: Aller- böchsten Entscheidung anbeimzugeben 1e_iu, Außerdem und "'für werjh- voliere Waffen noch mehrere große Schrank“ 511 demselben S 101, wie die vorhandenen, erforderlich, die Reliquixn 131511011_1n elegant cn Vitrinen untergebracht Werden, Pferdemodelle und kunstlxrifch bebanixelte Figuren zur Aufsteüuna wenigstens der wichtigstxn Mcuttrungs- nnd AuZxükjungs- Gegenstände sind uotHWendig; ferner 1iehen_zur Berbonxändigung der Sammlung nocb bedeutende Anschaffungen sehlcxider T_b/xile _bcvor, und vor allen Dingen müsscn die preußischen “Feldzeichen 0,1 ent1prcchenden Steliagen übersichtlich aufgesteÜt werden.

- Die naiionalliberale Partei des legeordweienbauses feierte gestern auf Anregung der Ang„ ])_r. Sfblasger _Und Schaeffer dc-n 81. Geburtötag des Abgeordneten fur ngburg, Hrn. Weysthoff, durcb cinDiner im Englischen Hause. Bei 5101er "Gelcgcnbrit 000 der Prästdcnt des Hauses v. Bennigsen m x_xmec Rcdc _dtc_ rubrxge Thätigkeit des Gcfeiertcn hervor, we1che 0011802 11010 0111 k1rch11chem und Politischem Gebiete, 1010001 in 10111211 friii;*.*.-en erbaltmffen,_wie Jetzt, als Mitglied der pre_ußi1chen Volksvertrctwig, geubt hat. Dieser Rede 1ch10ffen sick) noch viele Toaste an.

Staat und Kirche. 111. (Vgl. Nr. 103 0. Bl.)

Dic staatswirthichaftlichen und ökonomisch Fragen über: Haupt drängen gegenwärtig fast _ach Andere in den Hinter- grund; durch all' das, was die _matericUen Interessen be- trifft, ist die religiöse Frage. wie Won 1870 und 1871 durch den Krieg, ZUM V0ribeil “dcs Ultramontanismus glücklich in den Hintergrund der_We1(,(,ük)ne geschoben worden. Wir glauben ÄLÖVÖ- Ls Wild? ksmkiswogs, Wenn wieder einmal den Le'iern gezeigt wird, dqß „es in der Welt denn doch auch noch Md“? Dinge icht, die ihr Juterefie verdienen, als nur Bank- und Eijonba nwesen. Etrvas derartiges ist der Gutbord-

- fall in Canada, den wir. Zwar schon einmal (Bund Nr. 312. .