61111111 der Vkschiägnabme zuftändigvift. „Bei ker Auöwa§l1 Yes Koéinmiffarius führt das Erkenntnis; aus, ist dei: Ober-Pra- sident an Beamte oder gar an besowoere „Kategorien von Be- amten gcseßlick) nicht gebunden; 81 kann eiiien Jeden dazu be- stellen, welchem er periönlicl) das Vertraiien 1che_11kt, dgß er zur Vollziehung des Auftrages besonders „geeignet sem Wexde. Hier- aus folgt, daß, wenn ein Beamter diesen Auitragxrhalten hat, letzterer nicht, mag auch bei dernAuswahl sem]: Eigenschaft als Beamter erheblickzr-n Einfluß geaußert habeti, ihm als Veamim eriheilt, anzusehen ist, und mithin auch . sem Stellvertreter ix_n Amte nicht ohne Weiteres als ihm für die Ausfuhrung des Aux- trags subßituirt gelten kana“
_ Nack) §. 331 des Strafgeseßbuches ift ein Yeamier, welcher für eine in (ein Amt cinsckzlagende (111 fich_n1cht p-flickß- wikrige Handlung Gesckzenke oder andere Vorthxtle a11111mmt, fordert oder "sich versprechen läßt, mit G81dftrafe bis zu einhun- dert Thaler oder mit Gciängniß bis zu sechs MZnaten zu be- strafen. Diese Bcitimmung ist nach einem Erkenntnis des Ober- Tribunais VW 4. April d. I. nur dann zur Antv8ndung “zu bringcii, we111114ichtcrlich festgestellt iß, das; sowohl der W1Ue und das Bewußtsein dcs Gcsck)enkgebers als auch d8s_Ge-ich8nx- nehmcrs darin iibereingeftimmt haben, daß das G81ch811k die Bclohmmg fÜr die Amtshandlung darsteUM solle.
_ Die in Ter heutigen Börsen-Veilage abgedruckte tabel- Zarische Uebersicht der Augmeise der deutschenZeitel- banken Vom 29. resp. 30. 13. M. ergiebt folgende summariftben Daten. Cs betrug der gesammte Kassenbeßand der 19 Banken “7317080009“; (gegen die Vorwoche mehr 807,000 146), der B8: stand an Wechseln betwg 672000000 144 (gegen die Vorwoche + 25691000 „s(x), die Lombardforderungen mit 97 „086000 «46 überstiegen die der Vorwoche um 2,222000 (;(-., dxr Noten- umlauf im Gesammtbktrage von 926136000 „16 erg18b1_g8gen dic Vorwoche ein Mehr von 32,981,000 ckck; die täglich faÜtgen Vcrbindlickzkeiten betrugen 171,896 „41: (gegen die Vorwoche weniger 956,000 1414), die an eine Kündigungsfrist gebundeiien Verbindlichkeiten 164887000 «44 (gegen die Vorwoche wcmger 678,000 «W
_ Der Direktor der hiesigen Königlichen Gcmerbe-Akademie, Geheimer Regierungs:Rath Professor Reuleaux, Mitgiied der 31111] der Weltausstellung von 1876 und Vorsitzender der Jury- mitglieder des Teukschen Reiches, hat fich zur Weltausfteüupg mä) Philadelphia begeben.
_ Dem Kreisthierarzt ])1'. Koch zu Hoyer-ererda ist 'die Kreisthierarztsteüc des Kreise:? Rosenberg O. S. und gleichz81tig die Lommiffarische Verwaltimg der Kreisthierarzistelle des Kreises Creuzburg O. S. Übertragen Warden.
_ Der heutigen Nummer d. Bl, liegt der am 15. d. M. in Kraft tretende Fahrplan der Verlin-Anhaltischcn Eisenbahn bei.
_ S. M. Aviso „Pommerania“ ist am 1. d. M1s.in Kiel, S. M. S. „Kronprinz“ an demselben Tage in Wil- helmshaven in Dienst und S. M. Aviso „Pr. Adler“ eben- daselbst an demselben Tage außer Dienst gefteUt.
Bayern. München, 4. Mai, Die Kammer der Ab- geordneten scßte heute die Debatte über die Wahlen in dem Bezirke München ], fort. Der Abg. Kopp wandte sich gegen die geßrigen Auslassungen Wiilferis. Fischer führte aus, Daß die seit 1855 feßgehaltene Kammerpraxis für die vom Ma- giftrat fcstgesthe UrmahlbezirfSeimheilung spreche und daß man mit dem Prädikat „g8feßwidrig" allein nicht hätte auskommen können, um den Antxag auf Kasfirung der sämmtlichen Urwahl- bezirke zu begründen; deshalb sei das Prädikat „tendentiös“ hinzugefügt worden. In früheren Zeiten habe man fick) gefragt: snd die vorgekommcnen Unregelmäßigkeiten geeignet, das Haupt- resultat zu alteriren? und danach wurden die Wahleii kasfirt oder für gültig erklärt. Schüttinger sprach hauptsäckzlick) gegen Den Münchener Magistrat. Der Mininsterial-Direkwr Riedel führte wiederholt aus, daß eine unrichtige Auslegung des Gesetzes Seitens des MaQifirats nicht ßattgefunden habe, Nachdem noch der Abg. Hänle in langer Ausführung sich gegen die Aeußerungen der ultramontanen Redner gewendet hatte, "wurde ein Schlußantrag iiber Antrag] geßeÜt und dieser Antrag angenommen. Es folgten verschiedene persönliche Bemerkungen. Nachdem der “Referent Hauck den Kommisfionsantrag nochmals txfiUmirt hatte, wurde die Spezialdiskusfion über Anirag :? er- z") net.
Der “Referent Hauck motioirte den Antrag 2 des Aus- “sthwsses. Abg.v,Hörmann begründete den von ihm und Schaaf; -eingeb1“achten Antrag: die Angelegenheit an die Abtheilung zur weiteren Prüfung und Veranlassung weiterer Er- hebungen zurückzuweisen. Hönnann füh:te aus, daß f8i11 An- Rag nur im Interesse dsr patriotischen Partei liege. Anknüpfend cm DEU neulichen Ausdruck Jörgs von ,Surrogaten“, gab Hör- maxm der Befürchtung Ausdruck, daß die Zusammenseßung der jeßigen Kammer nickt mehr weit von solchen S11rrogaten ent- fernt Fei. Der Redner bcleuckztete sodann die vom Referenten aufgefteUten drei Punkte, welche zur Kaffation führen müßten, und führte aus, daß dieselben durchaus nicht geeignet seien, ein demutigx'; Resultat herbeizuführen; flagrante GeseßeSverchungM seien nicht nachgewiesen. Hörmann schloß mit den Wort8n: „Wend: Sie dieselben nach1118isen woklen, so empfehle ich Ihnen Meinen Antrag. Ihren politischen Anschauungen stehe jeh als entschiedener Gegner gegenüber, allein ich Habe doch ein Interesse für Sie, d. h. den Wunsch, so- Wohl der Komma! als der Staatsregierung im Allgemeinen Achtung und Autorität z:: erhaüen. Wollen Sie? diese Appel- lation unbeachtet (affen, wollen Sie gründliche Untersuchung zurückwe isen Und damitdenßhnen gebotenen [chien Ausiveg abschnei- den, dem.?! wird das UrtheiT über Sie im Lande noch strenger lauten aks jekt.“ (Beifaki) Nachdem noch Rittler fiir den Kommisfio.'16a1111ag, Schlör Oag8gen gesprochen und dcr Referent nochmals d.'.n Standpzinkt dex: Mehrheit des Ausschusses hcrvor- gehobcn han e, wurde, wie schon gemeldet, der Antrag Hörmann abgelehnt und AbsaZ 1_ des KommissioUSantrags in nament- licher Abstimmung unt 77 gegxn 65 Stimmen angenommen, ebenso UbsaH 2" mit demselben Stimmenverhältniß.
_ Die Eiklärung dcs Mnisterial-Kommiffars v. Riedel in der Berathung' der Wahlen 111111 München 1. am 3. d. M. lautete nach der „Allg. Ztg.“ wie folgt:
Wenn die „KönigFickyc StaatSregiexung sich heut an den Debatten üker die Wahlcn Mü1*ckeu_ L. kétbelligt, sk- War sie weit davon ent- fernt, zu vkrkennen, daß" dlßskk Glgknßand eine interns Angelegenheit dcr Kammer ist. Alicia die SxaaiSregierung hält fick) verpflichtet, diejenigen Aufich1üffe zu ei'kheilsv, welche zu einer gereOten Beurthei- lung führen können, und fie .'xacbtet fich_ ZWeiteus für vekvflickkfet, sofern es fick) um die Auslygung des Wahlgeießes bankelt, weöigstenö ibrer- seits mitzuwirken, daß dicse W'slegunc; dcr Evtstcbung und dem Wort-
laut des Geseßes entsprechend 111. Da der Referenx nach ,der Natur. 1
'der Sach€ zmiäcbit 11111181 111111861“:pr Hat 8111 efnzeinetErgefxmße. 111811118 sul) auf “sie BevöxkerunZsZiYer bezieZZn, 10 hab? ,ich tmr 1811611191111 das Wort erbetcn, um in dieser ezielmng 81111qe Aufschluße zu geben. Was die Sache selbst betrifft, so kann 111) dem Hrn. Refe- renten nur dankbar sein, Wenn er wiederholt erklzärt bat, paß es fich lediglich darum handle, ob der A1t. 11 verleßt ift pder nicbt. Hrn. Huhn gegenüber möchte ich bemeiksn, daß, ryeun er 111 der Ernennung der Persönlichkeiten der Wablkommiffare ir end cm'en Grund zur Kassiruuz sniket, er sich dyck) überzeuaZn 11111 je, 01) diese Ernennyug irgend einen Einfluß auf die Wahl geubt habe. Was Huhn außer- dem von der Gemeindewahl gesagt, von dem'M1ßtra'uetx, das er gegen den Magistrat hat- diese Dinge schlagen be1_der nachitexi Wadi eben- so gut ein, wie bei der jeßégcn, wenn 68. uberhaupt 2111211. (Zinfluß üben. Redner bezieht fich nun auf das,Referat. Die R1chtigkeit der Aeuszeruug des Hrn. Hauck, das; der Magistrat dadurch,1_ckaß er n1chkyach Distrikten eingetbeilt, einen Fehler begangen habe, mu_ffe e; beftre1iezi. Das einzi 8, was dem Magistrat allenfalls znr Last ialit. 1st, Haß in einzelnen ezirkén Rechnungsfehlkr vorkamen; ql_l_em darm las1e sicb dock) kein Anhaltspunkt fiad_en für ein iendentwles Vorgehen; Das Verfahren des Magistrats isi keineSWegéZ derart gYWesen, “85113 1111111 ibm (Heseßwidrigkeit babe vorwerfén konnen. Dte eritoße 1111 Spezieüen gebörten nicht hierher, so l_ange u1aui“1ch_n1cht_aufd1e einzelnen Tbatschcn einlaffc. W115 dieZuibe1l1mg ider Militarbevolkerung betrifft, io ist es völlig richtig, daß der Magistrat .d18 Bevölerupg von zwei Kas8rnen den nächstlieaenden Distriktxn zuZetbeilt hat. 238511911111 der Zuthcilung der Militärbcvölkerung bestands Uherbauvt keine Bor- i'cbrift. Auch kieséi Punkt rcchtfertige die Kassatwn der Munchener Wahlen nicht. Was den dritten Punkt anlanZi, so_ baße er (Redner) bereits in der Ausschufziißung erk1ärt, daß die B1ldung vokn W111)!- bezirken unter 2000 Einwohnein nicht verboten sei. Was die WJbl- kreiseimbeilung überhaupt betrifft, bemexkt_Rchner:_daß es„n1chtl81cht sei, in so kurzer 3811 eine Stadt wie Muncheii r1chtig einzutbeilen, und wie man fich mit feinen Behauptungen, die Tendenzkeircfkexnd, in Ovacht nehmen muß, beweise Hr, Hauck, der, obwohl 1elbst Ber- waiiungsvxamter, ebenfaüs falsche Resultate erzielt babe. _Redner erklärte zum Schluß, daß keine Gründe vorhqnden, 1:18 Wahl Munchen [. zu kasfiren, da diejenigen Griinde, welch8 81118 Kaffatwn rechtfertigen, nicht genügend erwiesen seien.
_ Der Berichterstatter der fünften Abthe_ilung der Kammer der Abgeordneten, 131. Kräßer, sieUt b_e_trens der Ab- geordnetenwahl im zweiten oberbayeriichen Wohi- bezirke München rechts der Isar den Antrag: 1) „Die Kammer wolle beschlisßen: Die Wahl der HH. Orxv. Langlois, Kopp, Ruppert, Kuhn, Schmelcher und ])r. Raßmger, weiche am 24. Juli 1875 im zW8iten oberbayerischen Wahlbezirke München rechts der Isar zu Landtagv'ahgeordneten gewahlt wurden, sei unter Verwerfung der gegen diese Wahl „erhobenen Reklamationen als gültig zu erklären. ?) D1e Emtheckung der Urwahlbezirke in der Stadt Mümckzen rechts der Isa; _sxt als geseßwidrig zu erachten, deshalb zu vernichten, und se) sur dezi Fall einer Zwischenwahl an die Königliche Stßatsregterung d1e Bitte zu stellen, fie wolle eine den Geseßen, insbesondere dem Art. 11 des Geseßes über 'Die Wahl der LandtagSabgeordn8ten vom 4. Juni 1848 entsprechende Eintheilung der Urwahlbezirke durch die kompetente Behörde vornehmen lassen.“: . .
_ Dcr „Allg. Ztg.“ wird aus Miinchen g81ck1r18b8n: „D18 Vorarb8iten fiir die in 111178181“ Stadt 111111, vorzunehmenden 11811811 Landtagswahlen erford8111, wi8 mr vernehmcn, iiock) 8111198 Zeit, in Folge deffen die Vornahme P8r 9181111111000 ntckyt Dor 118111 23. od8r 24. d. M. wird 8118113811 k'81111811. Dic 111181108 Paiici wird sofort i11d811 Wahlkampf ci11tr€t8n und „bereits morgen Ab8nd cine ailgemeinc Versammlung des VLL'MZZ der liberalen Rcich§stcund8 abgehalten Werden. Die UIÖÜM Wochen werdcn uns voraussichtlich cin sthr b81v8gtes p011111ch8s chen bringen.“ .. 1" "
Baden. Karlöruhe, 4. Mai. Der Großherzog und die Großherzogin sind heute Nachmittag von Wiesbaden in die Residenz zurückgekehrt.
_ In der gestrigen Sißung der Zweiten Kammer wurde nur die ailgemeinc Diskussion über das Schul11eseiz zu Ende geführt. In der heutigen Sitzung Wiirden bei der Spezialdiskussion Artikel 1. und 11. in der von der Kommission beantragten Faffung mit aUen gegen die Stimmen der ultramontanen Partei angenommen.
Hessen. Darmstadt, 4. Mai. Der König der B8!- gier stattete [381118 Vormiktag, von WieSbaden kommend, dem Großherzogs einen Besuch ab, welcher sofort von Sr. König- lichen Hoheit erwidert wurde. Der König hatte das Absteige- quartier bei dem Prinzen Ludwig genommen und ist Abends wieder nach Wiesbaden zurückgekehrt.
Mecklenburg=SchWerim Rostock, 4. Mai. Die heu- tige „Rost. Ztg.“ bringt von dem Hauptpaftor MüUer an St. Nicolai in Rostock eine Erklär ung, welche zunächstfick; miß- biÜigend über die Angriffe der ,Mech[.Anz.“ gegen Baumgarten wegen seiner Auffassung der Civilebe ausiwricht und dann sagt: Mit Baumgarten bin ich der Ansicht: will man nicht mit der katholischen Kirche die Civilehe als Konkiibinat betrachten, so darf man auch nicht die civiliter Gclrauten vor dem Llltare noch als Brautleute behandeln. Schließlich meint Paftor MiiUer noch: es sei zu beklagen, daß man im Publikum allgemein meine, 85 würden die in den „Meckl. Anz.“ kundgegebenenAnfichten von allen mecklenburgischen Geistlichen getheilt. Leßierss ici keineSwegs der Fall; fänden alis, die anderer Ansicht, sich nur einmal zusammen, so würde fich zeigen, daß fie nicht eine ganz kleine Anzahl au6machen.
Anhalt. Dessau, 4. Mai. (St. A.) Nach heute hier eingegangenen Nachrichten, ist in dem Befinden des Erbprinzen keinc Verickzlimmerung eingetreten und hoffen die Aerzt8 in eini- gen Tagen auf eine Wendung zum Beffern.
Bremen, 3. Mai. Die Bürgerickzaft berieth heute den Vertrag zwischen Preußen, Oldenburg und Bremen, be- treffend die Unterhaltung der SchiffahrtSzeichen auf der Unterweser. Als Senatskommiffar war der Senator Gildemeifter anwesend. Der Präsident lauffen gab zunächst ein Resuméz der seit langer Zeit wegen dieses G8genf1andes geführten Verhandlungen. Seit 1860 habe Bremen jährlich bcdeukende Koften für die Erhaltang des Wang8rooger Kirchthurmes als einer Landmarke für die Schiffahrt aufge- wandt. Im November 1867 theilte der Senat der Bürgerschaft mit, daß es ihm gelungen sei, eine Vcreinigung mit Preußen und Oldenburg zu erzielen, wonach diese Unterhaltung künftig auf gemeinschaftlickze Koßen ge-
schehen foUte (Bremen 1/2, Preußen 1,13, Oldenburg 1/5). Zunächst soUten 27,000 Thaler für die Befeftigung des Thur- mes verwandt werden. Die Bürgerschaft wünschte jedoch einen Bericht über die Auslegung cines Außenleuchtschiffes, dessen Erstattung indessen der Senat ablehnte, weil es 11ach der politi- sch811 Neugestaltung Deutschlands nicht mehr Suche Bremens sein könne, fiir ein Leuch1schiff axißerhalb des Wesergebiets zu sorgen. Im Mär 1868 bewiUigte die Bürgerschaft zwar den bremischen Anthei für die Erhaltung des Thurmcs, erachtete
jedoch zngleick; Das“ Außenleucytschiff für nothwendig, und
wünsckxte, daß versucht Werde, eine Uebexeinkunft mit Preußen und Oldenburg über die gemeinschaftliche'Herstellung und Unterhaltung sämmtlichcr Wesersckziffahrtszeickzen 1111181: Bestreitung der Kosten aus einer SeeschiffahNSabgabc zu Statide zu bringen, wobei die Modalitäten in einem Kommisßorißber'ickzr der Bürgerschaft näher angegeben waren. Nach funfxahrxger Pause theilte dann der Senat der Bürgerschaft mit, daß es ihm gelungen sei, einen Vertrag zu Stande zu bringen, jedoch unter der Bedingung, daß Bremen auf seine Kosten ein Außenleucht- schiff herstelle und einrichte und 1/5 der Wangerooger Thurm- befestigungskofien, also 82,000 846, Übernehmc. Kurz darauf" erklärte die Bürgerschaft, fie ermächtige den'S'enat'zum Abschluß eines Vertrages auf dieser Basis, und bewilltge die Anschaffung eines Außenleuchtschiffes, welches nun seit Herbst 1874 auögelegt ist. Auf Grund dieser Ermäckztigung sei nun die vorliegende Konvention abgeschlossen.
Die Bürgersckzast hat nun heute durch Annahme des folgendezi Antrags von Moste die Vorlage verworfen: „Indem die Bürgerschaft auf die Mittheilung des Senats vom 15. Februax gc- nehmigt, daß die Kosten der Unterhaltung kei“ SchiffahxtSzeicYen der Unterweier von alien Schiffen, Welche in die Weser emlauxen, gleichmäßig erhoben werden, muß fie dock; den ihr vom Senqt zur verfaffungsmäßigen Genehmigung vorgekcgten Vertrag mit Preußen und Oldenburg nach wiederholter Ueberlegung ihre Zu- ßimmung verweigern, weil es den Vorschriften der Verfaffung des Deutschen Reichs (Art. 54 3, Abtl). leßter Satz) Wider- ßreitet, daß die nach dem Vertrag zu erhebeiide Ab- gabe zum Theil für die Unterhaltung der S1cherungs- bauten der oldenburgischen Insel Wangerooge verweiidet werden soll. Sie ersucht den Senat, nachdem nunmehr nach 8jähriger Verhandlimg fick; hctauögesteüt hat, daß der Versuch, diese Angelegenheit im Wege des Vertrags mit den Nachbar- ßaaten zu ordnen, als gescheitert zu betrachten ist, znr Regelung der auf die Dauer unhaltbaren bremischen SchiffahrtSabgabe (Gesch vom 8 April 1840) und zur Herbeiführung eines reictherfaffungSmäßigen Zustandes die Vermiktelung des Reichska11zlersin Anspruch zu nehmen, und dabei g8lte11d zu machen, daß der Betrag, welcher von Bremen zu d811S1ch8r1111gs- bauten auf Wangerooge jeßt gefordert wird, nicht im r1cht1gen Verhältnisse zu den Kräften Bremens steht, 11achdem_Brexnen für die Schiffahrtözeichen, für das Fahrwaffer und die Hafen der Weser sehr bedeutende Auggaben, in [ester Zeit mehr als 10 Millionen Mark, willig auf die Staatskasse übernommen hat.“
Elsaß-Lothringen. Der „N. Frankf. Pr.“ wird ge- schrieben, daß Die Einführung des gemischtenSohulsyftems, wie soiches in Deutschland allgemein in Gebrauch ist, der Haupt- sache nach in Ober: und Unter-Elsaß als beendigt beirachtet 11181“- den kann, wogegen Lothringen in dieser Angelegenheii ncimentxich innerhalb des franzöfischen Sprachgebiets noch theilweise 1111 Ruck- ßandift. Nach dem 11811811 System kommcn überall, wo seither der Lehrer sämmtliche Knaben, die Schwester aber sämmtliche Madchen unterrichtete, auch die leßtercn in den oberen Klassen unter den erziehenden Einfluß des Lehrers. Für zahlreiche Gemeindxn erwächst aus dir Vereinigung der beiden Geschlechter 9118!) ein pekumärer Vortheil, da solche Schulklassen, an denm seither_em Lehrer und eine Lehrerin mit vielleicht je 12 oder 24 Schuler beschäftigt warcn, in eine Klasse verschmolzen werden. Dgs ge- nannte Blatt wünscht, daß die Zeit kommen möge, wo 1118 Be- völkerung 111111) aus anderen als nur finanzieUen Gründen fich mit dem neu eingeführten Schulsysteme befreunden werde.
Oesterreiäy-Ungexrn. Wien, 5. Mai. Die „Wieii. Abendpoft“ schreibt: Die bevorstehende Begegnung der [81- tenden Staatömänncr Deutschlands, Rußlands und Oester- reich-Ungarns in Berlin _ mit einer leichten Licenz in der Titel- frage wird sie die Drei-Kanzler-Zusammenkunft genaniit _ ßeht im Vordergrunde der öffentlichen Diskussion. Es liegt 111 der Natur der Sache, daß die mannigfackzßen politischen Per- muthungen und Kombinationen an das Ereignis; geknupft werden, aber der Hauptsache nach steht das Urihetl fest, daß dasselbe nur als :in wichtiges Friedexis; symptom und als eine jeden Zweifel ausschließende Bethatz- gung dcs herzlichen und intimen Einvertiehmens der Drei- Kaiser-Mäck11e aufzufassen sei. Die Kongreßgerüchte, welche m jüngster ZLit aufg8ta11cht waren, betrachtet man nunniehr als nicht nur durch offizieUe Erklärungen der eiuxelnen Regierungen, sondern als durch dic Thatsachen selbst beseitigt. . .
_ (W. T. B.) Die „Wiener Zeitung“ veröffentl1cht die Handsthreiben des Kaisers an den Grafen An'draffy und die Minister-Präfidcntcn der beiden Reichshälften, 111 welchen dre Einberufung der Dekegationen zum 15. d. M. nach Pest angeordnet wird.
_ 6. Mai. (W. T. B.) Der König und die Kö- nigin von Griechenland find hier angekommen.
Salzburg, 4. Mai. Wie den „Tiroler Stimmen“ von hier geschri8ben wird, soll das hiefige Metropolitankapitel, dem die Wahl für die Beseßung des erledigten Erzbisthums von Salzburg zufteht, die Absicht haben, den Wahlakt Ende dieses Monats vorzunehmen. Unter den Kandidaten Werden derselben QueUe zufolge mit Bestimmtheit 131". Eder, Prälat von St. Peter und Professor Dr. Johann Katschtbaler in Innsbruck genannt. Wahlberechtigt find elf Mitglieder des Domkapitels.
Lemberg, 4. Mai. Die polnischen Blatter nehmen, der „N. Fr. Pr.“ zufolge, die Nachricht von dem Zustandekommen des österreichisch=ungarischen AuSgleiches mit großem Gleichmuth auf. Der ,Dziennik Polski“ meint, die Ungarn würden, eingedenk des jeHigen Erfolges, bei der jedeömaligen Er- neuerung des Achgleiches auf Vermehrung ihrer bisherigen Er- rungenschaften dringen.
Best, 4. Mai. Morgen wird ein Ministerrat!) zur Feststellung der, in der übermorgen ßattfindenden Konferenz, Yer liberalen Partei zu ertheilcnden Meldung Über den AuSgleuh abgehalten.
Das Abgeordnetenhaus hält morgen SiHung. Auf der Tageöordnung stehen Gegenßände von geringerer Bedeutung.
_ Die ungarischeRegierung beabsichtigt, wie die „Pr.“ meldet, die Hauptprinzipien der AusUeichSrevision noch in diesem Monate dem ungarischen Reichsrage zur Genehmigung vorzulegen und die Ermächtigung *fiä) zu erbitten, die Gesetzent- würfe auf dieser Grundlage aUSzuarbeiten. Da letztere für beide Reichshälften nicht nur dem Inhalte, sondern auch dem Wort- laute nach identisch sein sollen und die bisherigen Beschlüffe blos prinzipieklcr Natur find, so werden noch Berathungm zwischen den' beiderseitigen Regierungen stattfinden müssen. Zur Durchführung der Detailarbeiten ßnd abermals gemeinsame „Konferenzen in Aussicht genommen. Insbesondere dürfte Finanz-Minißer Szell bald wieder nach Wien kommen, um
die endgültigen Stipulatisnen in der Bankfrage zu wer- einbaren. Ueber die Erledigung der Steuer-Reßitutions-
fie 1111111111115 nicht für
eine ireimüthige und
erhalten. Eroberungen 111 Ceniral-Afien seien für die dortige Bevölkernng
stage perichtet der „Vester Lloyd“ Folgendes: „Als die Sieuer- Reßitutwnsfrage_zur Sprache kam und die diesfällige Forde- rung der u11gar1schen Regierung im Prinzip zugeftanden war, wurde Bxhufs Ermittelung der Ziffer von jeder der beiden Regierungen ein anderer Modus vorgeschlagen. Nach- dem dann die Berechnung auf beide Arten veranlaßt worden, zeigte fick) nach dem ößerreichische11Schlüffel einenicht bedeutende Differenz zu Gunsten Ungarns und die österreichisXe"*R8gierung war, wie fich wohl nicht anders erwarten ließ, loyak genug, die von ihr vorgeschlagene Methode der Berechnung auch dann nicht zu deSavouiren, als dieselbe gegen den ungarischen Kalkül ein kleines Plus ergab.“
_ In der am Sonnabend stattfindenden Parteikonfe- renz wird Minister:Präfident TiSza, wie. der „Pr.“ von hier berichtet wird, ausführliche Mittheilungen über die in Wien getroffenen Vereinbarungen machen und es der Partei anheimßellen, ob fie hierüber sofort in Erörterungen eingehen, oder ob diesbezüglich im Hause eine Interpellation an ihn gerichtet werden wolle. Auf leytere würde er ebenso, wie in der Konferenz, einen Vortrag halten und das Haus könne sodann entweder die Antwort einfach zur Kenntniß nehmen (was einer Annahme des LluSglcickies gleichkäme) oder auf die Tagesordnung soßen und über dieselbe debattiren. Zu dieser Meldung über die bevor- stehende Parteikonierenz bemerkt der „Pefter Lkoyd“: „Das Ein- gehen in die chajte wäre für die Regierung beinahe wünschens- werther, da ein hierauf folgender Bcschluß Des Hauses, wenn er gegen die Regierung ausfäUt, jede weitere Verhandlung mit der österreichischen Regierung überflüssig machen, wenn er hin- gegen ihr Vorgehen billigt, zugleiä) das Schiäsal der im Herbsje einzubringenden Vorlagen fickzern würde.“
Niederlande. Haag, 5. Mai. (W. TV.) Die Zivcitc Kam 11181: hat dem Untrazic dcs T8p11ii1'1811B1111111k1PZ zugcstimmt, daß die Berathimg dcs Nntmgs, bcircffcnd die AllfinUlU dcs Znckerzolls auf unbestimmte“ Zcit 1181111131 Words:. Von dem Dcpntirtcn Fransen 111111718 Putt? soll da- gegen in dcr Znckcrstage eine besondere J11181p8l1a1i011 1111 die Regierung gerichtet werden.
Großbritannien und Irland. London, 4. Mai. Der neue italienische Botschafter amhiefig811Hofe,Graf Menabrea, ist hier eingetroffen und wird demnächst der Kö- nigin sein Beglaubigungssckzreiven einhändigen.
_ 5. Mai. (W. T. B.) Auf eine Anfrage des Depu- tirten Johnstone erklärte Disraeli im Unterhause, die Pforje hab8 die Absicht, Montenegro zu beseßen, bestimmt in Abrede gefjeüt. Eine Nothwendigkeit, der Pforte irgend welchen Rath anzubieten, habe nicht vorgSlegsn,
_ 6. Mai. (28.32. B.) Im weiteren Verlaufe der gestrigen SiYUng des Unterhausts lcnktc der Tepniirte Cochrane die AUfnicrksamkeit dcs Hauses auf die durch Rußland erfolgte Okkupation von Khokand und verlangte die Mittheilung der hierauf bezügiickzcn Korrespondenz. Im Laufe der Debatte sprachen mehrere Redner für, mehrere gegen eine tliätigere Vo- litik angefickgts der Ausbreitung Rußxands in Centralafien. DiHraeli erklärte, er fürchte Rußland nicht; RUßland habe seine vor Kurzem abgegebene Erklärung nicht als eine Drohung aufgefaßt; die rusfische Regierung wisse, daß England die in der Natur der Sache [1813811118 Entwickelung des russischen Reiches in Asien nicht mit eifersüchtigen Blicken betrachte; ebenso sei es scibftverßändlick), daß Englimd ent- ichloffen sei, das indische Reich und seinen Einfluß im Orient aufrecht zu erhalten, Rußland kenne diesa Absichten und halte unverträglich mit dem 11111811 zwischen den beiden Ländern. Dieses Einvernehmen zwischen England und Rnßiand sei nie- mals 1111111381 gewesen, als gegenwärtig. Der Premier sprach fich wciter mißbilligcnd über eine Politik aus, welche fortwährend nur xrolle, 05-118 offen zu handeln, und erklärte, entschiedene Politik sei beffer dazu geeignet, das gute Einvernthen mit Rußland a11frecht zu Rußland habe eine große Mission im Orient, seine
Einvernehmen
ebenso vortheilhaft, wie die Englands in Indien für die indische Bevölkerung gewesen seien. Rußland habe eben so viel Recht
in Uficn Eroberungen zu machen, als es England hatte, dies is, 111 Indien zu thun. _
Nach dieser Erklärung DiHraeli's zog Cochran8 seinen Antrag zurück. _ Hierauf erklärte der Kunzler der Schaykmnmcr, Nocthcote, dcm Tep111irtenW0lff gegenüber, daß die einzelnen Regierungen bis jest den Sce- mäckzten noch nicht den Vorschlag gemacht hätten, den Suez- kanal gemeinschaftlich zu erwerben, dock) sei die engkisckzc R8- gierung bereit, einen Tolckzen Vorschlag zu acceptiren. Inzwischen seien Verhandlungen mit den verschiedenen Mächten im Gange, um eine Reduktion der Zuschlagstaxe herbeiszühren. Der Besiß dcr Suezkanal-Aktien gebe England einc für die Herbeifüxrung der Denaturalisation des Kanals günstige Stellung.
Frankreich. Paris, 4. Mai. Die Ultramontanen Blätter bringen jeßt den Wortlaut der Rede, mit welcher der Erzbischof von Paris den Kongreß der katholischen Comités eröffnet hat. Dieser gegenüber eiklärt die ,Opinion“ Heute: „Msgr. Guibert drückt fick) unrichtig 11119; nicht gegen die Re[igioxi, fondern gegen den UltramontaniSmus zeigt man sick) feindselig, und das ist ganz was anderes. In der Einen be- WUUÖSTU und achten wir die Moral des Evangeliums, im An- deren ZerW8rf8n wir die Moral von Ignaz Loyola. Unser Fehler 111 es n1cht, wenn der katholische Klerus die erstere 13811- laffen hat, um fick) dem leßteren in die Arme zu werfen; unser
“' Fehler iß es nicht, wenn der katholische Klerus, die Ueberliefe-
r1111g8n von Saint-Louis und Boffuet unterbrechend, fick; zum Vasailen der Kurie des Vatikans machte, wenn 81“, der ga?'.ikaniiche, römisch gcworden und daran denkt, unsere Interessen, unseren Ver- stand, unsere Freiheiten unter die Herrschast des Papstes zu bringen. “ _ Ter „Köln. Ztg.“ wird 11. A. geschrieben: ,Die Zahl der Pilger, die sich biHher in den vom Kardinal-Erzbjschof achgeschriebenen zehn WallfahrtStagen auf dem Mont- martre einfandsn, war gering; hruie um 4 Uhr hatten sich außer den 140 bis 160 Zöglingen des großen Seminars von Meaux die nach Paris gepilgert waren, keine zehn Personen eingefunden, und unter diesen ward auch nicht einziger Offizier verzierkt. Die Geißlichkeit hatte auf einen großen Zudrang der Glaubigen gehofft, und nicht allein die Kapelle mit zahlreichen Fahnen, auf denen das flammende Herz Jesu abgebildet war, geschmückt, sondern auch von der Polizeipräfektur die doppelte Anzahl von Poliz8iagenten verlangt. Die Bewohner von Montmartre selbst verblieben wie bisher kalt; es befand fich anf dem freien Play vor der Kirche kein einziger Zuschauer.“ „ _ Der Prozeß der Erben des Vaters Lacordaire, der 1er ungefähr fünfzehn JaHre währt, wird augxnblickliÖ wieder vor dem Civiltribunal von Chartres ocrßamdelt. Ter Pater
hatte sein Mrmögxn, Ungefähr 600,000 Fr., seinem Beichtvater '
91381: eigenilick) seinem Orden, den Dominikanern, hinterlassen, di: 111 Frgnkreick) nur geduldet, d. h. nicht geseßxick) anerkannl ßnd. Obgixick) die Familie des Vaters, welche das Tsstament desselben angr1ff, alle_Prozeffe gewann, so erfandcn die Dominikaner immer neue Ausfluchtc, und die Familie Lacordaire ha? jeßt ihren zehnten Prozeß angestrengt, weil die Mönche das Gut nicht herauögeben „Wollen
“ _ 5.'Mai. (W. T. B.) Der Minisier des Innern hai, Wie'dle „Agence Havas“ meldet, b8schsoffen, 11118 Maires, welche nicht ziigleickg den Munizipalräthcn angehören, sofort durch andere zu erseizen. _ An die Präfekten ist ein Rundschreiben erlassen wordcn, welches mildere Bestimmwngen in Bezug auf dxn Straßenverkauf der Journale enthält. _ Nach hier eingcgqngenen Nach1ichten ist durch Ein? Fenersbriinst das Kongium Und die Bidiiotkjék von Charleville (Ar1*011diffemen§ Mezwres) in Aschs gelegt worden.
Spanien. Madrid, 5. Mai. (W. TV.) Bei d8r B'erail)1_111g der Depntirtenoersammlung üb81“ die 01811- g'ionssrage wurde 11011 dem früheren Minister Romero Ortiz 8111 811111111; eingebrackst Und begründet, dnrch welchen der be- zuglnge Artikel der Konßitution vom Jahre 1869 wieder herge_1t€[lt werden soU. Ortiz sprack) fich in längerer Rede für Gew1ff8nsfrei[)eit 11119 und richtete dabei 11. A. die Frage (111 die U(tramontancn, ob sie 8111111 die 39, zur 3811 111 Spanien vor- handenen, prot8stantischen Gotteshäuser-wiedcr schließen oder etwa 11118 Proiefjanten aus* Spanien vertreiben 1110111811. Der k4122811101118 Jeidincik-d Alvarez erklärte wiederum, das; 5189 ailerdmßs ihre Absicht sei. Auf eine Anfrage von Ortiz erklärte [3181an 11:1 Instiz-Ministcr. das; die Andersgläubigcn die ngmlichen bürgerlichen Rechte, wie die römischen Kathokiken gc- n1esze11 soUten. Ter Akirag von Ortiz wurde Übrigens mit 100 gegen 33 Stimmen abgelehnt. Ebenso 11111rd8 im Wkiiékkn V8ria11fe der Sißimg ein zu dem 1.rt, 11 der Konftitntion ge- ficUtes Amendement, iiach mclchém dcr KUÜUS der Andersgiäu- digen nicht öffentlick; ausgeübt werden solle, 11111 163 gegen 12 Stimmen Dermorfen.
Italien. Rom,L.M-.1i. Der König Victor Emanuel giebt morgen d8m König und dW? Königin von Griechenland, dem Prinzen 11115 1381“ Prinzessin (831111 von Preußen und dem Kronprinzen und der Kronprinzessin von Dänemark zu EUR*. ein großks Banker im Quirinale, zu welchem auch der dei1tsch8 Botschafter und die Gesandten von Griechenland und Dänemark, die Minister, der Präfekt und der Bürgermekster 11011 Rom cin- geladen find. _ Heute Vormittag empfing der Paps: den König und die Königin von GrieQenland nebst ihren Kindern, umd den Kronprinzen und die Kronprinz8sfin von Dänemark.
_ Tie „Gazzetta uffiziale“ veröffentlicht heute das Dekret, wodixrckz der General Graf Menabrea ziim Botschafter am Hose von St. James ernannt wird.
_ Die D8p11tirtenkammer trat gestern in die Be- rufszung des die Kompetenzkonflikte betreffenden G8se§eptwurfs ein.
_ Am 30. v. M. wurdein 2385811111011 den 211111155811) eine sehr zahlreich beiuch1e Volk-Zversammlung abgehalten, welche fick; mit dem Programm der 11811811 Rogierung vollkommen 8111: verftanden erklärte.
_ Dcr „Bcriaglicic“ [1111 Nachrickth 111111 5111188118 (Sicilicn) 8111110811, WOUÜck) i11 “Folgc dcr Erdstößc, dic ÜblichZ 11081) k8i11811 [*ctrc'ichtlickzen 111.1181'icl1811Sck111d811 1111g8richtct haken, Unruk)811 religiöH-fanakiickxn C[)a1“aktch 1111§g8brvch811 waren, und Daß dic chicrmig deLlyalb CaraßinicrÖ Und Trnppcn 1111111 geicbickt [MÖC- VM Pal81'11111 [11111811 sick] Di8 Univcrsitätspiv- f8sio1'c11 S»?((is1kkk8 Und Dxdsrlcixi 11.111) (5811811118 ['CJC[*Cli, 11111 Bekkacßtnngcn iikcr di8 W[[Ukisckjkn E11ch811111113811 anz11si8U811,
_ 6. Mai. (W. T. B.) Die Deputirtenkammcr Hat den Geseßentwnrf, betreffend die Ab änderung der Eid 8 s- formel [*si dem Civil: u11d Krimi11a11181fahreii, angenommen. _ Joldmarschaii Graf Moltke ist 111 038111111 eingetroffen.
Türkei. Konstantinopel, 6.M111. (W, T. B.) Ab- dul Kerim Pascha ist an SteUe Derwisch Vaschas 111111 Kriegs-Minifter ernannt worden. _ In Tatar 26.1- zard c:- j ik in Bulgarien find zwischen dM bulgarischen Bauern und dcn Muhamcdanem Unruhen anögek-rocben.
_ (W. T. B.) Wie aus südsi-„miicher Quelle Über R11- gUsa, 4. Mai, verlaUtet, hätte Moukhtar Pascha ca. 35:10 Pferde zusammengezogen und stände anscheinend im Begriffe, eine abermalige Expedition nach Niksic zu unternehmen. Im Hafen von Klek istgeßcrn xine 11115 2111811 kommende, 2800 Mann starke türkische Tr11pp8nabtheilung gelaudct worden.
_ AUS Ragusa meldet man der „Pol. Korr.“ 11011 sia- vischer Seite: In Ermangelung eines a11§fübklichen, späier z11 acmärtigenden Berichtes über die 18151811 großen Schlc1ch11agc smd folgende Dctails eingelangt:
„Gleich bei Beginn der Schlacht durchbrach M ouktha 1 Pa fck (: mit seiner Armee, an deren TM 5000 Arnautcn, eine wahre Elite- 1111ppe, sta: den, das Centrum der J11surgente11, welches vom Corps dcs Lazar Sotschitza gebildet wurde. Mit 81118111 Verluste von 200 Mann rctirirten die Schaaren Sotschißa's. Dies war das Signal, daß auch die beiden Flügel der InsurgentenaufsteUung unter dem Kommando der Brüder Peko und Peter Pavlovic zurück- gedrückt wurden. Mittlerweile gingen acht 1ürkische Bataiiione, wclche dic Eskorte des Proviantzuaes bildeten, vor, und reichteii der ausgefallenen Garnison von Nikfic die Hand.
Auf diese Weise wurde d8r Proviant in die genannte Festung geschafft, welcher angeblich nicht für länger als 14 Tage ausreichen dürfte. Moukhtar Pascha verließ abcr (angeblich) gar nicht den 2111-5911an des Duga Passes, und zwar aus Rück- sicht auf seinen Rückzug und versckganzte fick] daselbst. Am 29. wurde er von Den Jnsurgenten angegriffen, schlug jedoch den Angriff glänzend ab. Erst Sonntag, den 30, nachdem die Insurgenten 5000 Mann Verstär- kungen, darunter 700 KriooScianer (?) an fick) gezogen hatten, wurde Moukhtar abermals angegriffen, und nachdem die Iiiiiirg8nten unter seinen Truppen ein Blutbad angerichtet hat- 1811, zum Rückzugs nach Gacko gezwungen.
Die Insurgenten verloren in diesen Kämpfen 400 Tadic und 800 Verwundete.
Die türkischen Dinofitionen und die Haltung der türkischen Truppen wird selbst von den Insurgcntcn als gut bezeichnet.
MoiikHtar Pascha wird morgen in Trebinje erwartet.“
_ Von ker boSUisch-kroa11schen Grenze wird der „Pol. Corr.“ vom 1. d. Folgendes gcmeldxt: “2111?- dem be- nachbarten BoSnien ift seit einigen Tagen weniger Üßkk neue Krieg9geschehniffe zu vernehmen, was in offenbarem Zusammen- hange mit Vorbereitungen auf beiden Seiten der Kämpfenden steht. Das cherkenswcrtheste, worüber augenblicklich zu be- richten wäre,ift eine 118118 Pro kla mation, die von denInsurgenten BoÖUiens 1111 die mahomexaiiisäxn Mitbürger erlassen wurde.
Diese Pxokkamation, mit cyrillischcn Lkacrn gedruckt, 8111111111 111Bosmen in vielen Tausenden 11011 Exemplaren. „E15 ist 111cht unmöglich, daß die ärmeren Klassen 1111181 den Mahon»- danern, Hes ganzen Aufstandes bereits überdrüssig, 1185811581 bc- ßßlos, d1esen Verlockungen nicht WITÖLU zu widerstchen vcr- m0g_en, da fie nichts zu 1181081811 haben, méiglich8rm8ii8 aber zu gcwmnen hoffen.“
_ _ Wie'verfickzert wird, find in dem Zeitraum“: vom 21. bis 26.211111l neuerlich 336 Familien mit 2825 PLTsORLN aus B9Sn18n nach Kroatien geflkichtex. Nack) dcm (581111111111- Auszvmse 111181 die Flüchtlinge 111811811 7203 Famixieii 1115145046 Perionen aus Vosiiien a11f österreichischem Gebiete.
_ „_ Jr) Alliamen werden die militärischen RÜÜUUJM Turklsch€r1eits m1_t__großem Eifer betrieben. 311 81118111 11811 der- feiben Corr. vei'oxxenilichen Sch18iben ans Sc1itari 110111 "27. April hklßx 15: „Fuß taglich treffcxi Über Antivari Trupp811 1i11, die vorlaufig 13181: fiationirt w8rden. Chefk8t Pascha, der 3791111111111- dantjdcs [31er fick) sammeinden Armee-Corps, ist 8111 MW xnxrgiicher Mam], welcher jedsn ei1ila11g8ndeiiT111pp8111118i1 selbst 1611313111,“ und i_Ür desen Béqimri'unng Und Vcrpfl8111111g psr- 11111116) Sorge trcigt. Wenn 11116 den bisher 1381101783811 1111- lixar1schen T»1§po]11ion811 Sch1Üiic auf die Absicht 1785 COMS- Kommanado zu ziehen 811111161 ist, so kämmr 1111111 UKULÜIÉSN, Has Tbserv.1_t1on4:Co_rps würde von hier bis Podgoriya 8111810111011. Postgor11§a1s1_81n Marktflecken hart an der m01118118.111111sch811 Grenze und „11: dUkch zahlreiche Konßikte in 23811 (8151811 Jahren bekannt. Dieser Flecken ist provisoriicii mit 11811811 “K.::[as 1:81- seHen xyoxden, und wird nach Thm111chkeit i11 8111811 vsriizeiki: gungsmwgen ZUstand gesetzt.“
_ Ueber 8i118 angebliche Erhebung 111 (5511111811 1813111111 man der „Pol. Corr.“ aus Tiflis 20.911110: -„Wie 118119528116 (1115 dem sogenannten Txrkisch-Gruii8n, d. 1, aus den Vikxßst VDN Kars iind Erzerum, gemeldet wird, 58in fick; die dvréiM 1118511- medamyckzc BWöikerung (111171111811?) 181108111 g8g811 OTZ 911111113- 111111an der türkischen Airtoritäten. Nicki 12105 die EiNHebUng 2181318118111 begegnet den größten Zch111ierich1keitei1, 11116] die Rckrutirnng und Einberufung der Rcdifs stößt bci d»)? 11101111- meda1111ch811 Population der JLUÜTMTLU Paschaliks 11111 bed811- 181111811 Widerstand. Dic Pforte beeilte fich, RegicrUiingom- 1111171118 nach TÜrkisch-Grufi811 111 entsenden, 11111 Oi? gc- 1ch11r8118_ Renit-xnz 311 brcche11. Tie oif'izicUkci. Sead- 1101811 Fanden aber nicht nur kein Gekxör, sondern 1111110811811?- den 1118is1811O11sch11f1811 verjagt. Di8 “18.118111.1g iL Honitapiinopcl glaubte a11fä11gsich dic Zache 11i111 auf Die SWH? 11815811, z11 s1111811 und zeigte fick) nachgiebig 111 Nr Hoff- 1_11111g, daß iiJre mohamedaniichen 1111181151111811 doch 5111 B8- 1111111111g _kommen und Nr aUgemeineU Gefakzr gcg81111'551“, die dem_1urk1schen inche und dem MohamedaniSmus 8111111 2811 Ayfytand der chriitlichsnVölkersckxaftcn droht, sick; 11ich11111diff818111 zeigen „werden. Nackgdcm aber bis 111111 die 2585515111111; dyck] kcme Miene mackzte, zur Eriüllmig ilirer 5131111171811 511- rUchz11kehrcn, fo beschloß 1111111 111 Konsiimtiiwp-Zl, eine gr-Zßere Nb- thciliixig Ex8ku1ionstr11pp811 11.113 diei811 Vilajcts 31181117811dc11, 111110118 BLUULMLÜ nö1k1ig811fa1ch z1va11g§weise 311111 EEHOÜKM zurUckzuiahren. Anstair aber, daß dicse 911185111111 1111811581!- ia171811 Schrccke11 138111181181 hätte, wirkte s18 im GLJLRMTU noch irritirender. Es erfolgte in 11181811 L*riixixafien 81118 förmliche Erhebung, welche zur Folge hatte, daß 18111 vicée Kaimafams vertrieben wurden.“
_ Belgxad, 5. Mai. (W. T. V.) Das 118118 Ministe- rium hat 1111; konstituirt und ist, wie folgt, zusammengescxxt: S18wcza, Präsiden: und Minister für öffentliche Bauxsn, 3111151“, Vize-Präüdent und Miiiist8r dcs NUEWÜ'UÜZLU, Milojkowic, Mi- 111118r_ des Irmern, (311118, Iiistiz=Mi1iifter, Iovanooéc, Ji111111z- Minister, Tich0mir Nicoiic, Kriegs-Minifter, Oli11111111 2131011811158, KUltus-Minitter. Das die E111811111111g enthaltende JÜrstlickJe Dekret soil morgen publizirt wcrden.
Rumänien. Bukarcst, 5. *))?»i. (W. T. V) Tor Sexiat hat von den 11 Wahlmandmen, die 1111221311513 bc- a11s2a11d81 waren, 4 nachträglich ais giiitig (111811111111. Die Regierung hat das zur Berathung vorgelegte U11:c:1*ich:ö= gsscxx zurückgezogen.
_ 6. Mai. (W. T. V.) Das Kakin8t Flo:;Scn 1731 seine Demission gegeb811. Der Fürst 5811111118 YTÜUOÜLCÜÜ, Costackze 1111d Zepureano mit der Bild11113 81118?- 11811811 Kabincch.
Dänemark Kopenhagen, "2. Mai. Die 18:5:8 Num- 11181 886 „Sozialdcmokraten“ 811151111 cine Einladim-J zu einem iozialdemokratisckzen Kongreß, welcher hicrselki; 111 dcn Tagen vom 5._8, Zuni abgehaltin und aiif welckzcm 11.21. cin Zemei11schafilich8s poiiiisches Program111a11gc11ommcn 111875811 soU.
Nr. 18 des „Central-Blatts 71'1: 1.15 DeUiiÉZKei “
heranSZéccben im Reichskamler-Amt, 8.1: iolgenden JUZZILT: -. 398- meine T§8rivalt11ngssachenr Verweisung von Ausländsrn „1115 11111 R:"ikkMZbict. _ Finaniwcsén: GoldanfäuX „“S-118115 der :“TsiÖIkaUk. _ 0.111'1111wesen: Ucb81sicht 1788: Die Lluémägung von Rsiäxsmüxixm. _ ?.]."1'1'1111'111811'811: Anxikennuug Liner 8861111111111 im Sinn: des „5.00, "L a. der Webrorknung. _ ZoU- 11111“ Siciiérwsicn: K81111*8::11; c::1ec Zrencrstelle. _ Marins und Schiffaknt: Angabe dcs Zch*;'7511*1::::11- 981111115 bei der Fahrt 1111115 KkUsMUÜULULi. _ Konial.1:1'.*zi811: Er- nennung und Exquaiur-Eith8élu1igcn.
Nr. 17 ch „Justiz- Miiiifterial - Bkattex“ exri'ält 15718 Likigcmein-z Beifügung vom "2. Mai 1876, TcxccÉend dic A;15;1':[)l.;!18 rex- §. 96 der Vyrmuukfchaftsordmmg,
Reichstags:Angelegenhcitcn.
Berlin, 6. Mai. In der vorgestrigxn 1458187181018, 8 : JuLiz- Kommission des Reichstages WUZTSU Die Schinßxxraxiynitgen dsr Civilvroxcß-Ordnung 118581111811. Die: B8111111111111811 gc- lcn ten bis §, 330, Die darauf [1811131184111 Anträge 1ka 241111185- ra1)s wurden_ großentbsilö abgelehnt. Ein rom 53111 Horz bcantragéer ZUM; zu §. 140, 11111!) waÉ-rxn dcr L411Ö75JS;HZULÖ'MJ VOkbLiUlan bleiken sci], die stcnograrbi'scbe 9018811631111 dcr mündiickxcn Verhandlung Zurck) verrfiiäzistc thnogmphsn ::“.itaé: ck86 Protckc-ÜS durch den GcriÖtsiÖrcibcr 5115111375811 _ 18117k8 11111 11111 Hinwizis auf die Jnkorrektfxeit stenvgraphisciier BkkiÉZ-TJ äk'ßé'!'“k“*nt, Ueber den Antrag resiclben 215388111181811, in Z, 330 DS:: YWTZ 2 („dis Aufnahme 185 3811981113811) 1185 kann einem Mirglicde dcs Prcxcßgcrickxts odyr eincm 1111181811 GrricZM 1'1Oertrag811 wsxrcn, 1211111 die Boweiöaufnalune vor dem Proxeß-zexichxc erheblichen *Scbwi-xrég- keiten unterliegen würde“) zu streichen, wnrde dic B51Ö1117;f11fé.1xg a11Sg8éeßt. Dic nächstc Séßung fand k'fUTL Vormittags stark.
Landtags : Angelegenheiten.
1181111 die yarla1118111arisch18 (Besckzäitsiazk 1471811? die „N, L. C.“: Jm Akgsmdnetsnlxuie 'icÜEU 1:16 PfiNgsten 11.1811 erlxkigt werden: 115 Synodalgsicß, 1112; Diöxeiapgcésß, die au; die Hulle- Casielcr kic-zw. ÖZÜc-ZOkUU-GUÖMR C;““c'n'raßn bczüglich811 Vorl-ZZM, kie Vcrlängsrung Dcö Exatsja'zrkx, das (3511113 wsgen der Amtssprache 11:18 1.15 Kwaipitcnzgcs-xtz. 311 17185 errcrkr, ?:) 'oll 81118 V::ta:;11“.g