1876 / 112 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 12 May 1876 18:00:01 GMT) scan diff

So wie man hier glauben machen möchte, verhält fich die Sache indessen nicht.

Herr Tripotti befiyt große Ländereien bei Paranaguéi, nahe dicser Hafenßadt, nahe an einer Eisenbahn, an einem schiffbaren Fluffe gelegen. Auf sein dringendes Ansuchen hat ihm, wie von unterrickiieier Seite verlautet, die italienische Regierung gestattet, nach und nach, innerhalb einiger Jahre, 2000 italienische Ar- beiter anzuwerben unter der Verpflichtung:

ihnen sofort Arbeit zu geben,

sie aber auf seine _ des Tripotti _ Kosten beimzn: schaffen, sobald die Arbeit aufbbre, oder 511153 die Angewor- benen in Folge der klimatischen Verhältnisse erkraiikten.

Tripotii hat hierfiir und speziell für Rückpaffage der Ange- worbenen der italienischen Regierung Kaution geleistet.

Auf eine Wandeiung in den Auffassungen der italienischen Régirrung kann also aus Obigem nicht geschlossen werden; denn es werden fick) dicse Italiener in einem ganz anderen Verhält- m'ffe befinden, ab:: die mit Subvention der brasilianischen Re- gieiung durch Agenten wie Lobedanz und Co. in Antwerpen Llngervorbeiien, welche durch ibre Unterschrift (Ulf jedcn Entschä- digungsanspruch (111 die Regiérung im VoraU-Z verzichxen Müssen. Ein starker 31151191 von Italieixern hat in neuerer Zeii (nix!; in der friiher namentlick; mit Deutsch2n [*esrYten Kolonie Biumrnau stattgefmiden. Die Nachrichten von dorther lauten keiiieswegs vertrauensvoll. Noch unlängst traf ein rückwandcrnder deutscher Kolonift von Blumenau in Rio de Janeiro ein. Gänzliche Nahriinngofigkeit hatte den Mann genöihigt, die Kolonie zu verlassen. Mit Fran Und 5 Kindern war er zn Fuß nach Rio gereist, wozu er 8 Monate gsbraUcht hat. Nur äußerstes Elend hat ihn zu ioickxm Unternrhmen bestimmen können, dessen Gelingen als ein Wunder bezeichnet werden muß. In Rio angelangt, wurde er vom gelben Fieber befailen, jcdoch wiedir hergestellt. Eine vrranstaltete Sammlimg hat den nötbigcn Ertrag ergeben, um dic Familie nach Hamburg zu befördern.

Angeficküs sdcher _ keineÖmegs vereinzelter _ Vorgänge ist es z11 verwundern, in dem Jahresbericht der Kolonie Blu- menau für 1875 eine Klage darüber zu lesen, daß der dortige Zuzug deutscher Einwanderer in ftetem Abnehmen begriffen iei. Derselbe Jahresbericht muß freilich bekennen, daß Straßen, auf deren Herstellung die Mbgiickzkeit des Absakes der gewonnenen P:odukie beruht nur ,in so weit als fertig zu betrachten find um einzelnen Reisenden zu Fuß oder zu Pferde die Reise zur Noth zu ermöglichen“, und daß die Un- stellung eines Geistlichen, sowie die Vollendung gotteSdienßlicher Gebäude noch immer auf fick; warten lassen.

Daß die Kolonie nicht selten von Indianer-Ueberfällen zu leiden gehabt [W, ist wieder:,olt hcrvorgehoben worden.

_ In dem in der gestrigen1.Bei[agc mitgetbe'slten criten Dekret des Kbediv-é ist in drr ]. Spalte, Zeile 32 vrn unten 85% statt 700,0 und edendaicibst Zeile 29 von rden 15. Juli statt 1. Juli zu leica.

Monatsübersicht für April. 11. (Vergl. Nr. 111 d. V1.)

Frankreich. Das am11iche Blatt vom 5. machte die Auf- hebung des BelagerungSzustandes, gemäß dem Besckiluffe der beiden Kammern, bekannt und publizirte zu gleicher Zeit ein Dikret, welches als Termin für die internationale Aus- ftellung in Paris den 1. Mai 1878 festseßt. Im Anschliiß an die erstere Bestimmung erließ drr Minister des Innern ein Rundschreiben an die Präfekten, Welches dieselben anwcift, den Straßenverkauf dcr Journale zu geßaiten,

Die am 14. April veröffentlichte Personalveränderung in der inneren Vcrwaitung umfaßte 45 Präfekturen, meisten- tbeils mrr Versetzungen. diirch welche fick; die repirbiikaiiisckze Partei keineswegs beiriedigt erklärte. Der von dem Minister des Innern nach den Hoch-quenäen versevte Präfekt de Chazelies scheute fich sogar nicht, in einem offenen Briefe an Hrn. Ricard in siarken Arisdrücken diese Maßregel zu kritifiren und zu erklä- ren, daß er nach Torch keine andere Ueberzeugung mitbringe, als er in Aurillac, ieinim früheren Wirkungskreise, gehabt habe.

Die Tcpuiirteiikammcr fahr in ÖLU Wablprüimigen fort und kasfirte mehrere Wahlen von Ultramomanen und Bonapawisten. Ter Miiiister des Irmem versprach die Voriage eines voiiständigen Geseßentwuris Über die Munizipalitätx-orga- nisation. Von der Linken wurde ein Antrag auf Aufhebung der französischen Borscbait beim päpstlichen Stuhls eingebracht. LacreteUe beantragte, daß der EikMe1110kU111ekkichf in Frankreich Uitciixgelilici) ertheilt, aber ziigleickz Sckzuizwang ringcfsrbrt wer- den möge. Die Berathurig der Amnestievorlage wurde bis nach den Oßerferien verschoben, welcbe die Kammer am 11. April angetreten bat Und die am 10. Mai zu Ende geben.

Der Budgci-Auöscbnß, der unter Gambcxta'E Vorfiß aiich während der Jerixii Sitzungen bält, hat Geheimxaitung seiner Beraihungcn beichloffen.

Tie engeren Wahlen zeigten, daß die chUblikaner mehr Uiéd mehr Anhänger gewinnen.

Am '“.“4. eröffneten 60 General-Räthe ihre Sißangen. Die Reden der Vorsißeriden boten, im Gegenfaxz zu iriihcr, nichts Bemerkeiiéwerthes. Tie Präfekten waren zurückhaltend oder veriyrackxen cine veriaffrmgégcmäße Amtsführung.

Ter KriegE-Minister de Ciffer) war für die WehibaiZigkeit drs Landes UNÜUÉJLsSYT :hätig. Die Ausbildung der Territo- rial-Armee, Miihe man möglichst populär zu machen sucht, fsowie der UUÉ-OCU der festen Pläye wurde angelegentlick) ge- Ördert.

Cine Réde Über die von ihm beabsichtigten Unterrichts- reiormen, weiche der Miniiter Waddingtdn in dem Kongreß der Grlcbrteribereine der Departements gchalTen, fand Seitens der liberalen Blätter ebenso großeAnerkennung, wie dieselbe von den klerikalen Organen verurrbeilt und als eine Herausforderung gcgen dic Kirchc bezeichnet mUrde. Nachdem der Minifier die wiffeiischaftlirhen Arbeiten des vorigen Jahres in großen Um- riffen vorgeführt, sprach er fich über Pläne des Kabinets in Bezug auf die Reform der Elementen:, Mittel- und Hochschulen aus. Zunächst gelte es, Übrral] Volksschulen zu gründen und dann den Schulzwarig cirizuiiihren; ziigleické Wurden die iibthigen Kredite für Hebung der 135.8ren Unkosten und besonders für Verschmrlzung der Jakultäxen in wohl organifirte Univrrsnäten nach den Anforderungen der Neuzeit verlangt.

Die Versammlung der AuHschüsse der katholischen Vereine, WClchk um dieselbe Zeit vom 18. bis 22. in Paris tagte, brwies aui das Teutiicbfte die Absicht der Klerikalen, Jranfrcéckz dem SUUQbUS zu unterwerfen. Tie Erregung Über die Uebergrifie des Epiéfopats in das Gebirt des Staats war im ßetigen_3miehmen. Ter von der Trputirtenkammer einge-

!

setzte Untersuchungöausschuß in 1Sachen der Wahl des Grafen de Mun ging mit Bestimmtheit vor und forderte den Bischof von Vannes sowie den Kardinal Erzbischof von Paris zur Verantwortung. Auch über die geheime Gesellschaft Iésu's Roi ift Seitens des Iustiz-Minißers eine gerichtliche Unter- sabuna angeordnet worden. Die Agitationen der Kleri- kalen in den Arbriterkreisen nahmen ihren Fortgang. Die Zeichnungen für die katholischen Universitäten wurden mit größerem Eifer als je fortgeseßt. Der Bischof von Angers, Msgr. Frcppel, hatte den Grafen Falloux und Getioffen Wegen eines Streites um Ankauf von Kirchengut zum Besten des Hospitals von Segré exkommunizirt. Auf eine Weisung des Vatikans erfolgte jedoch die Zurücknahme der Maßregel, und die Klerikalen bemühten fich in Folge dessen die Sache, die viele?» Aufsehen machte, zu vertuschen. Die Wallfahrten nach Lourdes haben im April wirder begonnen; am 19. trafen 11,000 Pilger aus der Diözese Toulouse in dem Wanahrts- orte ein.

Goch die Propaganda der Radikalen für die Amnestie der Communards sah sich die Regierung genöthigt, Maßregeln zu ergreifen, indem sie die Präfekten anwics, a11e etwaigen Wünsche der Generalrätbe zu Gunsten der Petitionen in dieser Angelegrnheii oder der Amnestie selbst zurückzuweisen, Weil die- scrit Körperschaften eine Diskussion politischer Fragen nicht zu1e e.

Die in AUHficht genommene internationale Aus- ßellung, an die sich auch eine allgemeine Kunstausstrllung ickziießen soi], gab den republikanischen Blättern mehrfach Ver- ankaffung, die friedlichen Absichten Frankreich:: zu brtonen, während die klerikalen Organe als (Hegner des Projekts auf- traten. Zum Play für die Ausßsüung hat der eingeseßre Arisschuß das Marsfeld und den Trocadero augersehrn.

Ein Aufstand der Bou-Azid in Algerien wurde vom General Carieret niedergefchlagen; der Marabut Abmed-ben-Aiick; und die Scheiks der vier Sippen des Stammes von Bou-Azid strafen fick) in Folge der Kapitulation als Gefangene.

Der österreichische Botschaftrr Graf Appomzi überreichte Xm'éräfidenten der Republik am 29. April sein AWerufungs-

rei en.

Die Wahlen und die Parteien. 1

In Nr. 17 der „Be). Beil.“ haben wir in dem Artikel „Die volkswirtbschaitlicbe Literatur des Jahres 1875“ eins Uebersicht über die sozialdemoquiiscbe Presse mitgetheilt. Hieran schiessen sic!; in Nr. 20 der „Be). Beil.“ in dem Llufiaß „Zur iozia1cn Frage“ Aus- züge aus verschiedenen Brosciüreu, Welche den Bestrebungen drr So- zialdemokratie vom christlichen, philosophischen und wirtbichastlichen Standpunkt aus cntgkgentreten. In Anknüpfurg hieran weist der

nachfolgende Artikel auf die Mittel bin, deren sich die sozialdemo- )

kratiiäoe Partei für ihre Agitation bedient.

Die noch in diesem Jahre beyorstebenden Neuwahlen zum Reichs- tag, wie zum preußischen Landtag, haben das Parteileben in erneuten Fluß gebracht. Vor Allem ist es die fvzialdemdkratiicbe Arbeiterpartei, welche sich zu den Wahlen rüsiet. Sie beabsichtigt nicht'riur in denjenigen Wab [kr eisen Kandidaten aufzusteÜet], rvelcbe zu dreien: Zweck icbdn_früber organisirt waren, sondern ver1ucht auf xrdrm ibr geeignet scheinenden Boden sich ausiubrriten. Ju Preußen ist es nenerding_s namentlich Schleswig-Holstcin, das von Hamburg aus, dem langjabrigen Hauptsitz der Sozialdemokratie, bearbeitet wird. Sämmtlicbe Hamburger Blätter, sowie die „Kieler Zeitmg' entbaiten fast täglich Mittheilungen und Berichte über das durcb lokale Ver- hältnisse begünstigte Umfichgreifrn der Sozialdemokratie. Nicht minder Werden die industrieilea Kreise der Rheinprovinz, Weiifalers, Srbjcfiensrc. bearbeitet und außrrdem veriuchi die zahlreicbeArbxiter- bevölkerung dcr Provinzial-Hauptstädte, wie BreSlau, Königsberg, Stettin zu gewinnen. Ruck) in Berlin wird agiiirt werden, por Allem aber in seiner nächsten Umgebung, namentlick) im Krei): Nieder- Barniru. In Bayern ist es besonders die Rheinpialz, in der die Partei Eingang iucbt und gewinnt. Wie die „W. C.“ bericbtet, werden daielkst in 3 Wablkieiien _ 6 sind deren überhaupt vorhanden _ Sozialdemokraten als Kandidaten zum Reichrag auigesteüt Werden. In dem gewerbreicbrn Sachsen, in dessen Wahlkreisen, die bisher das bedeutendste Kontingent der Sozialdrmokrateu sandten, Werden fast dbn_e Ausiiabme Kandidaten dieser Partei auftreten. In Hessen wird beicndrrs Oberbeffen ins Auge genommen. Aus Mecklenburg wird von andauerudm Veriucben, Eingang zu géwinnrn, berichtet, in- des, wie es 1cheint, ohne ionderlicben Erfolg. Wenigstens wird dcm „Hrniburgrr Sorreirdndem“ geicbrirben, daß die irzialdemokratiicbcn Rei'eapostel trotz ihres Eifers in Mecklenburg wenig Eindruck machen, da ibre Ausii'ibrunzeu „eine kraffe Unwissenheit betreffs drr lokalen Arbeiterveibältuisie kundgeben“. Auch in den übrigen drutick-en Staateri ist die Sozialdemokratie thäiig. Die neuesten Num- mern ibrer Hauptblättcr, des „Neuen Sozialdemokraten“, dds „Volksixaat', der „Berliner Freien Preise“ veröffentlich Berichte über Wäbler-, Volks- und Arbeiter-Veriammiungen, aus Beriin, Stettin, Caffel, Liegniß, Hanau, Cottbus, Celle, Auguü- redn, Miinchenbernsdorf, Piorzbeixn, Lambrccht, Leipzig, Krimmii- icbau, Lichaß, Schneeberg, Lichtenstein, Calinbera, Darmstadt, Groß- Steiubcim, Schwerin, Deffau, Bernbiira,Gera,Bremen. Namcritlicb bar in letzter Zeit der Geburtstag LassaUe's (14/4) vielfach Gelegen- heit zu derartigen Vrriammlungm gegeben; cbruid das Osterfest, ob- w-_b1 es im „Neuen Sozialdemokrat“ vielfach nur als das ,sogenannte' Oneriest bezeichnet wird. Damit in Uebereinstimmung bat die Haffelmann'cbe „Berliner “'reie Presse“ in einer ihrer lesten Nummern bcwvrrebdben, „daß der ÉoziaiiStnus cinen durchaus antireligiösen Charakter bat.“ _Taneben tagen zahlreiche Versammlungen bon Gewerksgenrffen; io kündet z. B. der Hamburger Bcvdümäcbtigte des Auzemeinen deutschen Schneidervereins_in einer der neuesten Num- mern des „Neuen Sozialdemokrat'_ an, MZ)“ demnächst in icigenden Städtzn in Beisawmlringen iciuer cwrrkégencffen ericdeinen und“ iprechea werde: Eilenburg, Wurzen, Ricia. Großenhain, Meißen, Dresden, Bischoföwerda, Baußen, Löbau, Zittau, Görlitz, Scrau, Guben, Cottbus. Nicht minder wird durch die _trdh der ungünstigen Zeiten ermöglichtea Strikes agitirt. Es feiern gegenwärtig, um nur einige anzuführen, die Zimmerer in Flensburg, Lübeck und Rrstdck, die Maurer in Lüneburg die Stell- macher in Hamburg. Das diese feierndeu Arbeit.r keineswegs obne Untersiußung ihrer Parteigenossen bleiben, beweist der Umstand, daß für die_ Hamburger Stellmacher bis zum 23.21er 1643 .“ an Unterstutzungen eingeganZen waren. Die Listen, welche die oben er- wähnten Blätter über eingegangene Beiträge für Partei- und nament- lich Wablchcke veröffentiichen, zeigen die Energie und Opferwiilig- keit der Partei.

Yon den großen Zeitungen baxcn bisher namentlich die „Magde- burgiicbe Zeitung“, die ,Hamburgncheu Nachrichten“, die „Weser- Zeitung' die sozial-demokratiscbeu erlxbren bekämpft.

„_ Die Taktik der Sozialdemokratie iit gegenwärtig eine dreifache: O_ie beutei in erft-r Linie die gegenwärtige Geicbäfxslosigfeit aus; dix auf diese Wriic gewonnenen Anhänger sucht sie, wie aucb schon friiher, durch die AUs-meinrn deuticden GewerkWrncsien-Vereine, deren e_s_fo viele giebt als Handwcrke, mit einander zu vereinigen, aus _dirien _rekrutirt sicb dann endlich die ,ioziaL-demokratiiche Arbeitervarici Deutschlands“, früher „Kügemeiner deutscher Arbeiterverxin' genannt. Die kürzlich erfolgte Schließung derselben U"; Berlin und Preußen kat im „Neuen Sozialdemokr-iteu“ emen_Ar_rik;l bervcrgeruien, der Fingerzeige für die Taktik der Pariet giebt. Es heißt dort: das Haupterforderaiß für die er-

folgreiche Organisation sei das Wirken eines jeden Partei- genossen auf de_n festen iuusren Zusammenhalt, der Partei. Die beste Waffe zur Crkarnpfuns eines solchen Zieles set die Parteipresse. In dieser bildeten dix Ceniralorgaue der Partei die eigentlicbften Brenn- Zunkte der Thattgxeit. Sy „wichtig und wünschenswertb auch unter mfiäuden Lokalblatter erscheinen möchten, so könnten fie doch nicht ein allgemeines Band der Parteigenossen schaffen oder solches aus- reicbend ersehen, fie bewirkten sogar mitunter eine Art Partikularis- uxus der Interessen, der zu einer nachtheilisien Drcrutralisation Fuhren könne. Es sei daher Pflicht der Parteigenossen, aucb ele da, wo die Partei florire, immer das große Ganze im Auge zu behalten und durch ihre Mittel die Ausbreitung des Sozialismus in jenen Gegenden zu unterstützen, wv dxrselbe bis jetzt noch schwach ist und erst Boden fassen soll, oder wo dreArmutb der Bevölkerung große Geldaußgaben verhindert. Dafür gebe; es kein bcfferes Mikkel, als die Ceutralorgane. Die großen Studie müßten, ird der Lokalbläfter, die Mehriabl der Abonnenten sebaffeu. _Bei den iablrn würde fich dann das Resultat schon zeigen. Man muffe eben bauptsäckyiich aus eine größere Menge Wablkrciss mt „blutarmem“ Fabrikproletariat und einer „geknecbteten“ Landbevöl- kerung rxchnen. Für diese bedürfe man nicht nur der Geldmittel für Flugschriften. sondern vorzüglich der Central-Parteiorga-e. .Es selir, das Band, welches die Gesammiparteiverkrzüpfr, zu beieiiigen ck_grlte. den rheinischen Jadustriekreiscn, den 1ch1efi1chev, sächs11ch€nund WurmgiiÖM Weberdisirikten, dern schleswig-bolsteiniichen, hannover- icbezi, brisrschen und bra_ndenburgischen Landvolke das Parteiorgan gros, biÜrg und rrtragt-xäbig zu erhalten.“ Zu diesem Zweck ist neuerdings neben den vorhandenen 38 Parteiorganen in Deutschland in Hamburg ein neues Blatt, „Der Wähler“, gegründet wordcn.

Vor Kurzern haben dem gegenüber die „Graenwart' in dem in Nr. 21 _der .Bei. Beil ' erwähnten Aufsatze ,dieSozia!d_emokratie und die deutiche Presse“ auf die geringeThei1nabme bingewiejen, w21che die pol_1tische Tagespresse den sozialdeniokraii**chcn Bestrebungen und Agitatiouen zu widmrn plegt, und die aus dieser Gleichgüligkeit eytspringenden Gcfabren. Um weitere Kreise des Bürgerthums über diesr Dinge aufzuklären und 10 der schädlichen Aufbeßung der sozialdemc- kratiicheu Blätter entgrgenzutreten, müßte die Presse w:it mehr, als esjeßt geschieht, sich mit der Arbriterfrage und den Volkswirtbsibaitiichsn Be- strebungen überhaubt beschäftigen. Um ihr die1e Aufgabe zu erleich- tern, macht der Verfasser den Vorschlag, ein populär voikSwirtb- schaftliches Centralorgan (Correspoudeuzblatt) berauözugeben, das den Ziyeck hat, der Provinzial- und Lokalpresse eindringlich und volks- tbüm11ch geschriebene Artikel mäßigen Umfanges zum unentgeltiichen Abdruck darzubicteu.

_Die deutsche Presse scheint indessen diesem Rail) nicht in ihrer Geiammtbeit folgen zu wollen, wenigstens stud von der „Ostsee- Zeitung' Bedenken erhoben worden.

Auch ein anderes Mittel der Ausbreitung des Sozialikmuz ist von der Presse bisher nicbt genügend beachtet worden, nämlich die zahlreichen sozialistiicben Broschüren, welche bei den zahlreichen Versammlungen der Partei _ausgeboten worden, Zu dieser Beziehung bemerkt einc Stimmeim Sprechiaalder „Post“: „Aber aucbunscre größeren Preßorgane, _ in wie aeriuiügigen Spuren bekunden fie eine Wirkung der mabxiungkvoüen Worte, welcbe Fürst BiSmarck am 9. Februar dern deuticheu Volke zugemfrn! Man greife“ miiten hinein in die zahlreichen Schriften Laffaae'ß, sie erheben den Aniprycb, tendenzfrei, rein theoretisch gehal- ten zu icin; ja, _sie pochen fast 1e1bstgefällig auf ihre Parteilofigkeit; seiver Zeit Unter1chäßt, haben fie auch beute in keinem unicrcr Blät- ter die _verdieute Erörterung erfahren. Und dennoch richten diese oft so _dürrtig augsestatieten Broschüren in den unteren Vo1ksichichten gräßliche Vcrbeerungexi an: obendrein umgeben sie für den klcinxn Mann .die sozialistiicbe Lebte mit einem Glorieufcbein idealer Berechtigung, der ihr wahrhaftig schlecht genug; zu Gesichts sicht.“

Die russische Provinz Jerghanah. 11.1. (Vergl. Nr. 109 1). Bl.)

Dir Bodeugestalt Khokands ist die eines Längmeir.schniirs, um- gebrn auf drei Seiten, im Nordcn, Osten und Süden, Von Zweigen der mächtigen Kette dcs Tian-Scban urid im Wrstcn durcb daß Tbal des Syr geöffnet, durch welches es mit unseren anderen Brfißiingen in Turkestan in Vrrbindung steht. Grgen die Nordwinde durch hohe Gebirge geichüßt, durcb die Haiipiader des Landes, den Syr-Daria, und eine ßroße Zahl kieiuerer Wafferströme bewässert, genießt das Fergbanaly-Tbai eines wunderboÜcn Klimas uud rechtfertigt vol]- kommrn dsn alten Ruf, den es ficr) unter den Oasen von Central - Vistén erworbeii. Die Naiurerzeugnisie sind ebenso reichlich a]s verschiedenartig; es sind Weizen, Reis, Hirse, Moorbirie (Svrgbo) und andere Getreidearten, welcbe groß- artige Ernten grben. __W:in,Pfirficb. Aprikcieu, Birnrn, Pflaumen, Aopiel, Kirschen, Nüme, Feigen, Granaten, Melonen und Wasser- meloneu, die meisten unirrer eurdväiickéen Gemüse, Maulbeerbäume, auf denen man die geickxäßiesten Seidenwürmer des Landes ziebt, Baumwolie, T.".bak, Krapp u. s. w. Die Gebirge, welcbe Ferghanab umgeben, sind noch nicht erforscht, aber iiach der LluSkunft, wrlcbe man bis 1281 erhalten hat, müssen sie große mineraliicbe Reickxtbümer Znibaltens, namentlich Salz, Steinkohle, Narbta, Vici, Tür- iien u. . w.

Gebirgsftrémr, wrlche aus dem Tian-Schan im Osten drs Kbauat bernbkommcn, der Tat, Kursrbab, Kara-Kduldja und Yast), bilden den Syr-Daria. dessen Lauf beut ganz vom ruifiscbeu Gsbict um- faixt ist, In irinrm oberen Theile führt dieser Fluß, nach seiner Länge der zweite von Crutral-Asien, den Namen Kara-Daria; er nimmt den des Syr-Daria erst an, andem er die eräffer dcs Naiyn aufgenommen.

Drri große Kanäle zweigen sich von Kara-Daria ab; der von Andidjan, von Scbarikban und Don Muffulman-Kul. Man weiß nicht, Wer den crsterrn angelsgt; was den zweiten betrifft, so ist er gegen das Jahr 1820 unter der Regierung Omar-Kbans grbaui, und der dritte von Musiulman-Kul, dem Vater dcs Abdarrhaman-Avto- batichi, des Hauptes der Empörung vom _ießtxn Jahre.

Die Bevöikerung gruppirt sich bauptiachiicb im Süden des Svr- Taria, ivo iie ie'bait und ivo der Arkerbau 1:1): entwickrid ist; der Ncrdrn des Flu1es, wo das Trnam „boch iind zum großsu Tbeile sandig, für den Ackerbau weniger geeignet Ut, wird hauptsächlich vch Nomaden bewohnt, wclche bier groge Prairicn für ihre Hecrdcn fin en.

Die Tadjiks, dercn uriprunglicher Typus fich jeden Tag durch die Mischung mit den türkiicben Racen verändert und ganz zu ver- schwinden drobt, und die Uzbeks bilden die bauvtiäckyiicbsjen Elemente der fißendea Bcvöikerurg, we1che_ungefäk)r anf 660,900 Einwohner ge- schäßt werden kann, die nomadiiche, die mgn auf 3W,000 schäßt, be- strbt ans Kirgiien, unter wclcben die Kiptichakm, die fick) durch einen höheren Grad der Entwickrlung als ihre Stammeögcndssen auözcicbnen und ein [cka1b_ nomadisireride Lebenöweise führen.

Die Gemmrmsumme dcr Einwohner hob sich so auf 960000; dicse Zab1 aber ist nur annähernd; was man abcr sicher weiß, ist, dalß dtas Frrgbanab-Thal eine der bevölkertsten Gegenden Mittel-Asieno bi dc .

Dad Kbanat von Kbokand war in iünizebn Bekas oder Distrikte

gctbcilt, deren Namen folgende sind: ]? Kbokanb mit Umgebung, 2) Mar,:il)e1an, 3) Scbarikbav, 4) Audit an, 5) Narriangan,_ 6) Suy, 7) Makbram, 8) VulaY-baickxi, 9) Araban, 10) Baiygtchi, 11) Tichaariay, 12) Naukat, 13) Kaßan, 14) Tschust uud 15)__Babadarkhan. _ Tiefe Cintbeilung beruhte nicht auf politUcb-en oder administra- twcn Bedürfnissen, sie war rein zufäUig und den Familienverhält- nissen des Khan angepaßt, der die Regierung ieiuer Staaten unter seinen Söhncu und Verwandten theilte,

Die Zahl der Vékas stieg also nach dem Anivachien der Familie des Souverain. Der Distrikt von Khokaud wurde vom Khan selbst vchaitet. der von Marghelau von seinem Bruder Sultan Murad- Oek der von Araban von einem seiner Neffen, der von Audidjan

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voa Naffr- Eddin, seinem ältesten Sdhne, der vdr: _Namxingan von seinem zweiten Sohne u. 1. w. Die Chefs der Distrikte fuhrten den „Titel ,Serkerdé“, soviel, als Militär-Kommaudaut. ,

Mehrere große Dörfer lagen außerhalb der March der _Serkerds und wurden durch besondere Beamte Serkkré oder Steuereinnebmer, verwaltet. die zum großrn Theil aus den früheren Sklaven des Khan

genommen wurden.

Tie Serkerdé besaßen in ihren Distrikten eine fast unbeichr5nitc “Gewalt, nur daß fie uicbtdas Recht batieu„z_um Todr zu vriurtbeiien; ihre Beziehungen zum „Khan waren nur VaiallensckxaftSberichte, _

Die Steuern botrn viel Analoges zu denen der „anderen Lauder CeutrabAsiens; die hriipisächlicbsten waren der Hérad1,_eine Natural- leiftung, die von den Feldfrr'icbten erhoben wurde und in zwxr Tach getbeiir wurde: die eiue. der Fünfte (buscbrj), betraf die Jruchie drr “künstlich bewäffertsn Felder und .die andere, der Zebste (11311111), die der i.a"türiich bewäjserten; der Tamy, eine Geldakgakr 'von der: Er- trägen des Grmüiebauxs und der Weinbergs; drr Ziaket-Kcliggbi, eine rrrporiidnead Abgabe vrn dcn Kauimnnrisgiiteru; der Ziaket- Mal, Abgabc Wm Vieh; Abgaben für das Verkaufsrecbi cmi drn Mäikrcn, ngcii-éid, eine Abgabe für die Erhaltung ddr Maße und Gewicktr, ein? Steuer auf das Salz, auf die Heiratbkkoiiirakie 1.1.17 w.

Diese Steuern waren bis aufs Aeußerste entwickelt und rimcr KUTOTU'KHÜU cntgingen ihnen wenig Dinge. Das VOK x_mirdc er- 'drück! dabei: uxd bezahlte für Asics, mit AUZKQHML d-_er Lust, welcbe es arbmcte, und dieses Uebermaß von Lasten, welcbe 10 die Brvölkc- rung drückten, batte ordnen Theil an der von Kuddixr-Kban izxrvdr- gerufenen Unzufriedenheit. . __ _

Die Einziehung der Steuern wurde in 9211711181! Theilen ch Kbanxxs direkt von Beamten des Kbau oder der Beks beidrgk, i_ri anderen wurde fie verpachtei und dies leßtere System War das all- gemrinrre. Der Héradj und der Tanav bildeten ein Einkommen der Beks der Distrikte und wurden ("_-il AuSiia1)me des von Kbokand) nicht in den Schatz des Khan abgefubri. . _ _ „_ ,

Ein der Abbandiung ron Kubn beigeiugies Verzrrcbmß gidbt die Zahl der Hauptpunkte der Bevölkerung au|_ jedem Distrikt urid den WTXLH der Abgaben in Geld oder Naiuralierr, die ddrr miigw UOWMTU wurdcn. Danack) betrugen in den fünfzehn Distrikten dir Naturalabqabcn iu Frückrten uud Körnern im Ganzen 707.550 Vai- maris (1 Batman := 4 PM; drr DurcbicbnitiSrvertb eines Batman Getreide wscksc1t auf den verschiedenen Märkten von 1 N. 51151. bis ZU 2 R.;; die Geldabgaben in Tiiliabs berechnet (1 TiÜxab : 3 R. 60 K) Dom Tanap (Gemäß u-d Weinbau) 131,6-2; vom Viel) 47,350; von den Bazars, den_ Maßen und Ge- Wicbien u. 1“. w. 31,100 und von den Em- und AuSgangs- zölicn der Wanken 33,100, Die Gesammisnmme _ der Ab- gabsrr kann danach auf ungefähr 2,290000 R. gescbaßt werdeii, wovon 1,415000 R. in Naturalleiitungeq und 875.000 in Baarabgaben besiandeu. Wenn man dazu die Abgabe p_om Salz, die ngrgeider vom Syr-Daria und den Hasaga oder dre_Gruud- steuer, dic unaxiäixr 250.000 R. ausmachteu, binzurechnet, yrrd man ungefähr Y Mill. Rubel als Geiammtsumuie der. Staatseirixabriicn erhaben, Diese Zahlen betreffen aber nur die amtiicb vom (Jbariat festgsscßtca Eirirabmen; die Verwaltung Kudcsqr-Kbans zog addy: nacb dcm Gestäiidniß seiner Beamten mehr als die dreifache Summe aus dem Lande. _ _ .

Was die Hauviiiädtc iu ibrer ZusammenießunZ betrifft, ib ent- biklk Kbdkand 101200 Häuser. 300 Mofchecn, 129 (601111611, 40 M:- drefié-I und 2000 Buden; Margbelan 6000 H, 300 TT,- 80 Sci). 10 M, 1000 B.; Andirjan 4030 H.; 2150 M., 60 Sch., 6 M., 1000 B.; Namaugan 4000 H., 250 M.,' 100 Sch., 5 M., 1000 B.; Uigbant 1000 H„ 70 M„ "20 «ck.. 4 M., 100 B.; Baiy;ki_chr 1000 H., 50 M., 10 Sch., 3 M., 11023. .

Die Armee des Khan war hauptsachlich axis irregulqren Triivpru zuiammcngeicizi, Welche die Beis zu Kriegszeiten bereit zu haben hatten; regulä.e Truppsu bestanden nur 111 Kixokand sclbit.

Reichsmgs : An gelegenheiten.

Veriin,12.Mai. In der Sißung dcr Justiz-Kommjs- sidn dez RCÜÖÖTJMI vom Mitxwoib wurdd bei dcr Fraße, beirsi- fend die Mixirirkun-g des Staatxa::idaits mZZbei-achen. wclche der Bundesiij bcantraZi karte, in Tajibcndcm Emrie zii emikbeidcn, der Antrag des Lida. Struckmaii :: anzenommen, Wonach der *;„kaciis- anwalt in'CbeéaÉcn dcr Verknridlmig 110! Te111 „erkennenden 0,7:er beiwohnen kann. In kaicdung au! die vorlabsige leiitreckdarkeit don Urrbrileu hatte der Buudetrail) 1'xxiitragt, die Bcjjtimmurig drs -§. 601 Nr. 1 der Civilvrozeßordnxxii imc!) dcr nglérungWorlage wiederbrrzui-tcÜcn, WonQch Uxthulexr- Linxtsgexxchte ",h“? _BL' sÖkäUkUUJ aucb obne Antrag iur ddr;.1_:z_'ia roUitreckbar zu erklaren imd. Dirisr Antrag wurde von der .Komxxixiion adgxiebnt, dagdgen waffe ein vrrmittelndcrAntrag des Abg. “;:riickxyun angxnrxmmen,_wonach Urtixeile der Amixgerichte aut Antrag tür vorlaung VOÜjlrechbar

zu erklären find, Mun fie Klagen über vermögenSrrrbtlicHe Ansprücbs betreffen, deren (HeZenftand an Geld oder an Geldeswrrtb die Summe von 150 „x( nicbt übersteigt. Der Antrag des Bundesraths, den in der Regierungsvcriagé auigesteilten und von drr Kommiifion verwor- 7enen Satz, daß durch Arrest ein Pfandrecht an den arrestirtcn Obj-Zkten begründét wird, wieder herzustellen. wurdevon der Kommission angrndmmcn. _ Hierauf Erörterte der Bundeskcnimiffar, Direktor von 21me erg in einem [ärmerrn Vortrage die Siribmg der Bun- desregierungm zu den Beschlüssen der JyskizoKdmmiifidn über die Berufung in Strafsachen. Jm Weirnilrchrn geben die Erklä- rungen des Bundes-Kommiffars dahin: 1) das; gegen landgericht- licbe Uk1[)211€ tmr Rcvifion, nicht aber Beruiunastattfinde; 2) das; gegen Uribeile der Sck-öffengerichte (kirinen) Berufung zulässig sei; di-s Kompetenz der Schöffengericbic ici nach der Rrgirrungsvorlage zu regeln, dagcgen sri das von der Kommiifidn bcicbic-ssene Vsrfabrrn im Aligrmeiiicn annehmbar, 2121: ?'ci für das Siirriiyvrrbäliniß bei den Sciyöffrngerichtrn dic ZWEikkiktél-M;ij;ckriiäi wicdrxberzustrklrn; 3) daß die Berufunß ge- „arn icböffrngrricbilich Urtbeiie ebenso dcm Staatßxnwalt, wie dem legeklagirn Ziisrrbr; 4) daß die Berufangsmstanz bei den Land- grricbtcn drxr-Fo Straikammern, zusammsngsirßt aus drei" Ricbtrrr, QLk'ilkkT rvrrdc, und dxß für die Uribsiie dicser Brrufun-zéinstanz die Obcr-Landesgrricbie die Rrvifidusiustanz bildM. '

Landtags : Angelegenheiien.

Die Iuftiz-Kcmmisiion des Herrcnbausrs bai den Bcricbt übcr don Geießentwurf, betreffend die_-Verrinigunri des Herzogibums Landnburg mit der Preugiichi Monarchie er- stattet. Dirielbe beantragt, dem Geseßentwurf in der vcn dxm Ab- gedrdneten1)auie angenommenen Fassung die Zustimmung zu rrtbeilrn.

_ Die Siädreordnungs-Kommiiiidn des Lidgeordncten- bauies bat vorläufig dic: Beichlr'rffe der Kdmmisiirn über den Grieß- entwurf Zusammengestellt. Der weitere Bericht ist vrrbcbalfen.

- Die ngg. 1)r. Hänei und Gen. haben drm Abgeordnrtdn- hause ein? neu redigirte Geschäftsordnung ziir Gcntbiiiigung vorgelegt.

Uatiftisthe Nachrichten.

Nack) Mittheilung des ftatistiicbrn Brireaug der Stadt Berlin find bei den bissigen Staiidesämteru in drr Woche vom 30. Abril bis inkl. 6. Mai cr, zur AUMLWUUJ Kkkkm- msn: 278 Ebeichließuugeu, 841Lebendgeborcne, 31 Tddtgebdrcne, 424 Sterbefälle.

Kunst, Wiffmfchaft_und Literatur.,

Das „Deutsche Ebeschließungörecbi, Uklch aniili-„ben Ermiticlunßcn als Anleitung für dir Siandesbeamten bearbeitet von Dr. Ad olf Stölz e [, Geheimer Justiz- und vortragender Rail) im Justiz-Miniiierinm“. ist bei Frz. Vahlen in Berlin (1876) in dritter Auflage (16. 137 S.) erschienen. _ Das Reickxsgrieß vom 6. Februar 1875 über die Beurkundung de_s Perwncustandes und die Eheschließung enthält das materielle Elyeich1ie5ungsrecht nicbt voi]- itäudia erschöpfend, es verweiß vielmehr den Siaridesbeaxriren auf eine Reibe landesrechtlich“ Vorschriften. Diese Bestimmungen muß der Standesbeamte kennen und zivar bei Scblielxung der Ehe eiiiis außerhalb des StandesamtSbezirks Wobnenden, großsniheils aucb w- rveit fie außerba1b dieses Bezirks bestehen. Hicrdurlb wird es ncih- wuidig, dcn Standesbeamten als Ergänzung des Reickykgrießes eine auf amtlichen Grundlagen beruhende Zusammenstellung des ,in den gedachten Richtungen von ihnen anzuwrndendeu, viel- farb zerstreuten Recbrs in die Hände zu geben Geb. Justiz-Natb 1)r. Stölzel hat es mm übernommen, in der vorstehenden Scbrift nach amtlichen Quellen sine solide Zuiammeufieauvg für das game Reich zu liefern. Dieselbe umfaßt das gesammte auf Reicis- oder Landes;- geikiz berubéxde materielle Ebescbließungörcckot, nebst einer Schwiz- anweisung, welcbe einzelxen Fragen sich die Skarxdereamicn bei der Ebsicbließung vorzulegen bach. (iin Anhang zu dcr Srbrixtbrbandelt das Ehesch1icßung6rccht in Belgien, Däneniark,_Eri31and, Frankreich, Italien, Orsierreicb, Spanien und Ungarn, inidfern es für deutsche Standcsbxamie erheblich ist. Taran icblirßt sicb eine TabeUe übr das Aitor der Ebemiindigkeit in den enropäifckxen Staaten. _ Die_m vorstehender Scbriit extbaltcu- Zusammmstellung bietet 111 knappiter Farm 2111.42, was der Standesbeamte von materiellen Rechtsbenim- muugrn bci der Eheschließung zu beobachten hat.

Lauiannr, 8. Mai. (97. Z- Z-) Gesicrtz Morgens zwiscbcri 5 und 6 Uhr rcripiirn man in Laurannc und langs dem Jura zwci

leichie Crdsiöße. Die Schwiugauzxn gingen [29:izdnixi rd.“. Nord

nach Süden. Land: und Forstwirthsthast.

Aus Liibauen schreibt man der „JZ.“ Über denSicrnd der Saaten: Es läßt sich nun génügrud überseben, in wclcher Aus- dcbmmg unsere Wixieriaaten durch der: höchst ungünstigen Winter beicbädiat oder ganz vrrnicbéet wurdcn, und das Resultat ist ein trauriges. Oeifrucbt ist total rerldrm Dieser Schaden ist immer- bin kein so bcdeutrnder, da der Oélfruchiban in den lebten 10 Jabrsa erbebi€ch eingricbränkr ist. Eine wahre Kalamiiät für den ZQUJLU Vriiizstand ist es dagegrn, da?; der Roggen skikk gsiittsn bat. Bi-le Trider, namentlich di-ernigrn, aui drnen das edle probiirier Gewärbs iiand, mußtrn ganz u1ng:rf[ü,zr wrrderr; was ndkb 13011 di-iem Roggrn bisibt. “trbt io dium, du!"; der Ertrag eiii erbärmlich isixi wird, Uriirr einbeimisÖI'r ROSIER, 11)- wir der Jdbxniii- und KOLTLUUONQLU, babcn fich im Gaiizcn beffsr KLVÜWU, und auf Steilen, ivo iriii) und dick gxiät Wurde _ was der kieirs BeüP-r gérn m thn rfiegr _ versprilbt dicirr Rdgarn wobl ndrb ein? i(bwacbe I)iixiuiernis. Jm Ganzrn und Groß?" zciZen sicb ab.r aucb bier véeld Isiäsn rmd Fcbistrilen, id dai; dcr GcsamMstand drs Rngrrx-Z «[Z rin kläzliiixr zii [*xzéicimrn iii. Ani Wrizerr scßre 111.111 bisix-xr 1101) 111111121" Hdffmriig J-d-r Tag zeigt abrr deur15cber, da“- cr isdr gcliirrn hat und 51111 virlru SirscFrn Fanz parloren zu .rben ist. Auch birrvdn wird sebr viel UMJLPÜÜU, Und waz it;!)cn blsibt, sicb? icbwacb am?. Man kann web! annrbrricn, da?; im (H;:nirn in der Gesend VO?! Königsberg bis Siailudöncn und and-rcriciis [*r-n Mrmel bis Zobarmisbizrg 1112er als die Öäiire dsr Wirtrrung Umzerisien wird, und da:; von dem stsben bisidsndsn First dic größere Hälfte auch ridcb eincn rr'cärmiiebrn Extra,] Zébru wird. So wäre cigsmlicb dor [andwirikéiäyairlickie Noib'iand vdr der Tbiir, wann uirb: die SOMUILULRF gur einschläst, die Karicffelri chcibcn rind Wicskn und Weiden giite Reiultate bictcn.

_D-m„St.-A.f.W.“wirdvdm 6 dM. (1135 NeckarZu1m(Würt- tcmbrrg)bcrichrxtrch1sx fänd die ersteWein be rgérän cbsrurig ftatt. Nachdem grijrrn ein eiiig-sr Nordditwind eins gdiabrvrild ')“:cbi baxte bciürcbtm lasirn, wnrde die telégrapbiicbe Litiira-Zr ÖC1[[*1“V!'-11Ö, db liier J*?kä11(1)él1 werde, um 10 Uhr bejaht und die KommiiiidnSmit- silirder begi'rrn ficb gegen Mitternacht auf ihre Vecbacbtnngsitmiduen. Zn FOi-ZL cinur starken Woikeribildung stieg gchn 1 Ubr dns Turck- silbcr «Ui _ 5" R., ailrin kaum baiirn fick) die Wdlkcn dkrzdgcn, io ür! dafssxbd raicb auf -1-10 und durch HkknfigÜai? wurde die Ciiiwcbnerickdaft Von dem brdrdblicben Tdiiweratiirirande benach- ricbtigt. Scbnrll versammelten iich die Weinaärtnsr ddr dcin Rath- bauie, die Odmänn r nabmrii dns Erdöl in Embiang uxd jsder rilte auf den schon vorbei: bestimmten Brandpiatz. (Hrgrri 4 Ubr zeigte fick) icddn am Klee die verderbliche Wirkung des Frostrs und das Quecksilber firl auf _15'; jetzt eriöuten 2 Kanoxeiiicbiiiir und fakt mit einem Srbixge sytzündeten sicb ca. 500 mit Erdöl _astränkte Holzbaiifrn, die eincn soch) starken Rauch entwickeltxn, daß über den „aanxcn Brrg ein bleierner Mauiel unbeweglicb siéo laacrte. 311119 Wcingäriner überzeugten 1in nunmehr don dcr wackmäßigksii Liner von MM Seiten angegriffenen Maßregel.

Gaverbe und Handel.

Tie Bruiid-Einnabmen der anänischn Eisenbahnen békkUKen 1875 13025275 Francé; die Bstrirbxauxaabsn brtrugen 2,509,772 Fraiics. Hiervcu wcrdrn 39,0 für di? Mitgiisdrr dss Vcrwaliunasrirtbrs abgrzogcn und verbleibt ciri -Y-i€111€rikäg von 2,484478 Francs. .:,a die vom rrimäniicb-Iri Sraais eriintirrrn 71779 ch Aktienkrpiials 18.549.610 Francs beiragen, “ir bsläuii sich die vom Staate pro 1875 zu zubisnde Gararirieiiimxne nacb Abzug des obigen Reinrrtrages von "2,434,478 Francs irn GJUZM auf 16,115,131 Francs.

Wien, 11. Mai. (W. T. B.) Die Grneralveriammlung der Karl-Ludwigébabn bcicbicß, eine SUPEkdikikeUDe von 21-10 Fl. per Aktie auxzuzablrn, so daß am 1. Juli der iäUiae leiiencruweir rnit 7 F1. 35 Kr. imd drr GenußWeirr-Cdupdii mit 211. F1. bei den brtrcffrndrn beli-teiien eingelöst wird.

London, 9. Mai. Ju drr lsxzton Sißiiiig dss rariamrxtxriibbcn Sondrr-Ausicbuiies ;ur Untersuchung 11er das Falieii der Silbkr- p r eise gas.“ Hr. Walter Bagebot, der Rudacreur des „Cedricmiii' irin (Hut- acbten iiber die viclbeivrrcbcuc Frage ab, urd bszeirbnrie rio ledrr- Produktion, die Entmrinzung drs Silbers in Drmscbixiid, dis größeren Seri- dungenan indiscbrri Wechseln und die Beschränkung der Sildemirkb. ägiing in den Staatrn drr latdimich Unidri als die r*irr xirdßrn Uriacden dor Eniwcrtdung dcs Silbers, Wann sid nicbt (“iNKkikétéW so würde aiies auf dem Londoner Markt 311111 V;“rkaui x:,ebdime Siibsr von den anxicii'ilxrteii Ländern aiiigrndmmrn und Gdid zu rinsm anicbn- licbsn Betraxze frei geworden sein. Weiteres Faiixn dcs Siibrr- weribcs würds nacb Herrn Vagrbots Meinung nacbiizeiligrn Einfluß auf die indiickoen Staarscimiabmen ausüben, da kirk grdixsr Theil der Einkünfxe auf der Bodensteuer beruht, die in Rupien zubibar ift.

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:I Z 71. "7 er Ute i;:r dev DMHÖM RCiÉI- u. 5451. Prcriiz. Si-rxts-Wizeiger, das Ceurral-Handeisregiixxr urid- das

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3-3:- Zrutsciirn Keiths-Iugeigrrs jmd Königlich Preußisrhtn Iiaats-aneigers: Berija, 15.19. WUbelm-Straße Nr. 32.

t ck ri und Unter u uu s-Sa en. ' trnden Limisvdrsiebers Über Kdse1wiß zugezogenwar, S r b efe fck g ck als dicier Vdsiitrcckungsbcamte

Festnahme des Thomas Kaniy icin Amt rechtmäßig ausübte, tbätiicb angegriffen zu haben (Vergeben §. 113 des deuticben Strafgeseßbucbs); und durch Beschuß dcr Straiabtbrilung vdm L_. Mar,; cr. in den Ariklagestand verießi. Zur mundlichcn Ver-

Stcckbriefs-Erlediaung, Der hinirr den Lauf- burschen Heinrick; Osrar Max Rabel wegen schweren Diebstahls in den Akten 13». 233 äs 1876 Komm. U. unter dem 21. v. Mts. erlassene Steck- brief wird birrdrircb zurückgenommen. Berlin, den

aus

“Ös

- - - *** -- "* “*** 1571910 M:"! Unto3r5ucinog8-Jacbev , ?Lß'x“ ' 8 [)' n ,.- **LÉ *- ' , . . o 377 ......1. nimmt an. die rouig1ichel,_peditio „' ZWMWWUW, MTRON, „WW! »

u. «1er1, . ?rrkäizid, ?GryMbr-MZW, anMsiou-x» 693, 4 Lidrioo'sauZ, 31? ir, a. «. 783 össrincbt-k. kzpiuröii,

(ZroZZbarzäsl.

7, bierr1Nb5 .Kuxsigek, Wotiizaii-W, 21115261111111§ d;. 'l'bsator-Irreix-Iu. ?. sziUSU-wariabnn, ] [4112] durcb pcii32i1icbe

ten, am 1.

6. ?EWisä-ZU ZLKWNMbiw-ZW.

) 1.1:- -1€r 1361-5811- beUaZ-e ;;; Y

Oeffentliche Vorladung.

Dcr Ritterguthefiyer Albert Henri von Lengerke auf Rietichen bei leSky bat aus einem vom Ritterguesbefiyer Deinrick) Rubx, früher _zu Rabenhorst, zuletzt zu Pdtédam wohnhaft, accrpttr- Mai 1874 iäliig gewesenen

xk:- X ffEÜtläÖéB AnzeigeL4 Inserate nehmen cm: das CentrabAuuoncexr- Bureau der deutschen Zeitungen zu Berlin,

5. lnävstri-zU-z FiabüßsowsykZ, kadrikou aus]

Mchreniiraße Nr. 45, die Annoncs:=-Exi*editid_ncri kes „Iuvalidendauk“, Rudolf Moffe, Oaawuüeiu & Vogler. G. L. Taube & Co., E. Sizilotte, Büttner & Winter, irwie alle übrigen großeren Anuoucen-Bureans.

was den chkien nacb daraiiI frlgi, gcgrn den V?x- klagten im Erkenntni' aus,]eiyxocbcn werdcn. Potsdam den 6. prilx1876. , Königliches Krcngericht. 1. Abiberiung,

Verkäufe, Verpachtuugeu,

Prima-

6- Mai 1876. KHniglichcs Stadt;:nicbi, thbrilung für Unieriuckoungsiachcn. KomMiffwn 11. sm: Vcr- unteriuchuuacn.

StcckbriefSci-iediguug. Der binier dyn Post- Sekcctär Carl Karp wcgen wiederholter Unicr- schlagung amilikb empfangene: Gelder unier dem 4. März cr. erlassene Steckbrief wird bierdurcb zu- rückgenommen, Berlin, den 9. Mai 1876, „König- liches Stadtgerirbt, Abtbeiiung für Uuieririchu-gs- fachen. Kommission U. für Voruuécrsucbungen.

Dcr unterm 18. März d. J. bintcr die unver- ebelichte Wilhelmine Tramp von hier erlassene Steckbrief ist erledigt. _Auklaux, den 8. Mai 187 6.

Königliches Kreisgericht. Er1te Abtheilung.

Oeffentliche Vorladung. In der Uytersucbuugs- Farbe 0/3 Thomas Kani!) et Kons. ist der Mit- angeklagte, Einliegrr Paul Kani“?e 61118 _Jastrxvzcwiß untrrm 24, Februar cr. von der, ömgiichen Staats- Anwaltschaft angeklagt: a, gememicbgfilich mit dem_ Häusler Thomas Kaniy aks Sternaiiß am 27. Mar 1875 zu Koselwiß den Enticbluß, Fische des Barons v. Strachwiß in dcr Abficht rrchtöwkdrxgxr Zucignang “Wegzunebmen, durch Handlungeu'beibattgtzu haben, -we1che einen Anfang der Ausfuhrung dieses Ver- “gebeiis enthielten, obne daß dasselbe zur Vollendung gckommru ift (Vergeben aus Y. 47], 43, 44, 24 de? deuticben StraigeießbuchS); b. allem am 27. Mar „1875 zu Kcirlwis den

Wirtbscdaits - Jninftdr ; Thcnddf, Welchrr zur Unirrstüßung dcs Uchcitre-

handlung und Enricbridung 111 Termin auf den 12. Juni 1876. Viinags12z ler, im Sitzungs- saale hierse1b| anberaumt wcrdea. Da der gegcxi- wärtige Aufextbalt des Angeilagiru PSU] Kani!) nicht bekannt ist. so wird deriribe „_z_u diexem Ter- mine hiermit öffentlich mit dsr Aussorderirng vor- geladen, zur festgeießten Stunde zu erichein'en _und die zu seiner Vertbeidigung diruendcu BeweiSmrinl mit zur Stelle zu bringen ddrr _dicse dmx Gericht so zeitig vor dem Termine anzuzeigen,_dai3 sie, 311 demiclbdn nocb [)erbeigeicbaffi werdcn konneri, ibidri- geniails mit der Untersuchung urid Eniicbcidizng gegen ihn in covturriaoiaru verfahren werden wird. Rosenberg O.,/S , den 11. April 1876. Königliches Kreisgericht. 1. Abtheilung.

andaßatioueu, Nufgebme, Vor- laöungeu u. dergl.

[4124] Bekanntmachung.

Die Subhastatlon res dcm HandelSriiann Auguß Ettner zu Herzfelde gchöriicn, m Ltchtenow be- legenen, 1111 Grundbucbr von ichtenbw Bd. 11. Nr. 92 B1. 193 verzeichnctrn Grundfiucks ist ausge; haben, und fallen daher die Termine am 23. Juni und 26. Juni 1). J. fort. '

Alt-Landsberg, den 11. Mai 1876, ,

Köniaiickze Kreis nichts-Devutatwn. Dcr Subhaiiaticns-Richter.

Wechsel über 1500 Thlr. auf Zahlung von 4500 .“. nebst 6"/0 Zinsen seit dcm ]. Mai 1874, 11 „ck Proxestkrsten,_30ck6 Provision und 1 „45 PdrtcauUa- gen die Wecbielklage erbobcgi.

Zugleicb ist Wegen voritobcnder Forderungen die Arrestirung der bereits in Sachen von Lengerke contra Rabe (Requisition des Kreißgericbts zu Görliß) dem Rabe abgeyiändrtcn, auf der lyiefigcn Pfand- kammcr befindlichen Gegenstände beantragt. Die Wecbielklage ist eingeleitet und der beantragt? Arrest durch Verfügung rom 20. März und 8, April d. J. angelegt wvrden.

Da der jeßige Aufenthalt des HeinrickxRabe unbrkaunt ist, so wird dieser hierdurch öffentlich aufgefordert, in dem zur Beantwortung d_er Klage und des Arrestgrfucbs, sowie zur weiteren mundlichen Verhandlung der Sache

am 9. September er.. Vormittggs 11 Uhr, vor drr Deputation im Gerichtögebaudc xis iznter- zcicbnc-ieu Gerichts anstehenden Termirie pur-ktlick) zu cricbeinen, die Klage und das Llrrestgewxb zu beant- worten, envaiße Zeugen- und Urkiiriden mit znr Stelle LU bringen, a auf )päiere_Einreden, welche auf Thatsachen beruhen, keine Riicksicht genommen wer- den kann. _ „_

Erscheint der Verklagie zur bestiuriritcn ZUnde weder persönlich. noch durcb einrn gehorig legitima- teu Bevollmächtigten, so wrrden die m der Klage und dem Yrrestgesuch angefiihrietx Tbaisacben und Urkunden auf den Antrag des Klagers m continua.- «iam iiir zugestanden und (111511011111 erachtct uno

Suhmiffioney Ic. [4067]

Oberlausitzer und Cottbus-Großcn- huincr Eisenbahn.

Die Lieferung der Oro 1"*7*§77Lricrd2r1ir1*en Werkstatts-Maierialicu als O'Nrn, Stabi, ;)roft- stäbe, Bleche, Metalle, Glas- und GYMleaL'lkLU, div. Hölzrr, Oele und Fette, Putiipatrrialicn, Hanf- icblaukb, Keks, div. Eisrn und andere Materialien, als: Patentverpackung, Sckzriiierkiffcn. Scbraiiben, Muttrrn, Nägel, Koblepichaurcln :(., 1011 im Wege der öffentlichen Submiifion vergeben wcrden.

Termin bieriu ist auf

Freitag. den 26. Mai d. J., Vormittags 10 Uhr,

im Bureau der Maiciiinrnrcrwaitnng zu Hoyers- werda anberaumt, bis zu welchem die Offerten frankirt und vrrfiegelt. mit der Auficbriit:

Offerte auf Lieferung von Werkfiatts-Ma-

terialien :e. an den Unterzeichncien einzureichen sind.

Submiii'icns- und Lieferungs-Bedingungeu licgm im Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht ank, auch können dieje1ben gegen (Erstattung von 75 H Kobialien von bier aus bezogcn werden.

HoyerLWcrda, den 8. Mai 1876.

Der Masckiiueumeister. Lockmit-