1876 / 115 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 16 May 1876 18:00:01 GMT) scan diff

wänen Wertßs 511 vcrüwern. Der §. 5 des hohenzoüerqum-Tciugeu. schen Gesesés rom 28. Adril 1849, Betreffeyd die VerUrqung xder Gebäude und Mokilien (figmarinßsnsä): Ge1eß-Sau1ml. Band 17111. S. 203), wird aufßkboken. .

Nachdem der Abg. (3.27 111»: dén Antrag xmpiohlcn Hatte, sprach auch dcr 5211113. EVN für denislden, w11Jf)re11d der Abg. Windthorst (Msppcn') LZML' generellen Ordmmg dcr Angxlegen- 13111 dcn 515-3111; (5811011 Wollte. Außerdem 'detfyeiligtcn 11:1) an der Debak- ,. die 2111311. 11. Donat, 131. FTM- v. d. Golß und Windkdorß (Bislefeld). Eine kommiffariick): Bcraihung war nicbt 1121111111131, die weitere Bsratkyung ßkdet also im Plenum ßatt.

EH folgxrn Pckitionen. Wahlmänner. des Kreises. Essen pctitioniren 11111 THLilung des Wahlkreises Effen in zwe: selb- ständige WählkreiK. Der Referent Abg. Wißmann befurwortete den Antrag der PetitionÖkommisfion auf Uebergang zur Tages- ordnung, welckzar, nachdem s1ch auch der Abg. 1)1'. Hammacher 71711 denf-k'lben auSgesprockJM hatte, bei Schluß des Blattes ange- :10111111211 wurdc.

_ Die 321", KommZsfion dss HaUscs der Abgeordnetxn 11.11 jetzt crack; den Bericht über die Motive ihrer Anträge „rücknckztltch der Städkcordnung erstattet. In Betreff des Tre111as1cn- Wahlsystems äußert fich der Bericht, wie folgt: .

„Die sehr zahlreich eingegangenen Petitionen hade11_d1e “Entscheidung über das Wahlsyßem als eine der w1ch_trg1ten Fragen der Städteordnung hervorgehoben, einzelne Penndnen „Haben |ck sogar auf diesen Gegenstand allein beschrankt. Von den einzelnen Provinzen haben die Städtetags v_on Preußen,Brandenb11rg, Pommern, Sachsen, Schlxfien, Rhem- land, Westfalen 11:11 für das Dreiklaffensystem, der Städtetag 11011 Hannover und der Ausschuß des Städtetages von Posen für gksickxes Wahlrecht mit einem Census erklärt. Für das gleiche Wahlrecht mit Censas haben fich auch die Städte Berlit: und Frankfurt a. M. auSgesprockzen, leßtere Stadt be- merkt dabei aUsdrücklickz, wenn ihr das jeßige gleiche Wahlrecht genommen werden sollte, lieber das beftehende Stadtgcseß be- halten zu wollen.

Auch in öffentlichen Verhandlungen und in der Presse ist nach Vorlage der Städteordnung der lebhaftefte Streit über den besseren Werth des einen oder des anderen Systems für kommunale Vertretung geführt. Die Gründe für und wider find so erschöpfend erörtert und aUgemein bekannt, daß 1111) die Kommisfion begnügt, zu konstatiren: daß ihre Mitglieder fast zu gleichen Thrilen sich für das Dreiklaffensyftem in der Modéfikation der RegierungSerage beziehungsweise für ein gleiches Bürgerwahlrecht auSgesprochen haben und die Entschei- dung im §, 4211 schließlich dahin getroffen ist: die geseßlich be- üehenden Wahlsyftcme aufr€cht zu erhalten und die in erßer “Lesung bcsch10ffene Zulassung ftatutarischer Aenderung wieder „aufzuheben.

Die Kommifßon hielt es nicht für gerechtfertigt, gegenüber der großen Verschicdenheit der Anfichten, gegenüber den Er- fahrungen der einzelnen Provinzen und gegenüber den in den zahlreichen Petitionen auedesprochenen Wünschen einen gesetzlichen 311111125 zur Aenderung des bestehenden Wahlsyftems auszuüben und will in ihrer Mehrheit bei einer so wichtigen Verfassungs- änderung auch einen staxutarisckzen Wechsel nicht geßatten.“

Bei dieser Gelegenheit berichtigen wir die aus anderen Zeitungen in d.B1att übergegangeneNotiz, auch der Bürger- verein zu Celle habe dem Dreiklaffen-Wahlsqßem zugestimmt, dahin, daß nach einer Mittheilung des Vorsßenden jenes Ver- eins "sich der leytere mit der Städteordnung überhaupt noch nicht beschäftigt hat.

_ Seit einiger Zeit werden zwei neu erfundene Apparate zu_r Vervielfältigung von Sckzriftcn in den Handel gebracht, nam11ch der Bauorsckze Kopir- und Vervielfältigungs- Apparat und der sogenannte Patent Papyrograph 11,911 Zuccalo. Wir wxrden daraui aufmerksam gemacht, daß .die aus_diesen Apparaten hervorgehenden Abzüge 11011 der Post gegen dte Taxe für Drucksackzen 11011 3 „) nichr befördert, viel- mehr_den mittclß der Kopirmaschine oder 1111111111“: Turchdrucfs Zergeneütm Schriftstückxn gleich geachtet werden, welche nach

. 14 der Poftordnung vom 18. Dezember 1874 von den, den 1uchsachenemgerä11mten Portovergünstigungen au9ges 1131011811 find.

_ Die i:; den lesion Tagen verbreitcte Nachricht, daß in Kuta 111. einem in der “Nähe der diesseitigen LandeSgreUze be- leg_e111n Orte des russischen Gouvernements Kowno, die Rinder- p_e1t angedroche11 sei, hat fiel) nach den sofort oeranlaßten ört- l:ch_en Ermittelungen durch Oieffcirige Sachverständige als unbe- grundxt erwiesen.

Intdcrielben Weise ist die Unrichtigkeit der über einen Aus- bruch d1_efer Seuche im russtsckzen G'renzkreise Bendzin, unweit Myslow1x, verbreiteten Nachrickztcn f'rstgcstellt worden.

_; Einem von dem Ober-Tribum'cl durch den PlQarbeschluß vom 15. Dezemher 1856 angenommenen und seitdem auch in der Ge11chtépraxts aUgemein anerkanntnn und beiolgten Grund- saße zufolge,_ 1si 11ach preußischem Re chte die Entscheidung des Strafr1chters über eine zur U.'1tersuchung gekommene ßrafbaxe'Handlung für den Civilrichter', welcher über einen Emschadrgung-Zansprnch zu erkennen hat, i'n seiner Beurtheilung der Beweisfrage hinsichtlich der zur Beg kündung dieses An- spruchs d1e11e11d111 Thatsachen insoweit nicht maßgebend, Ul“; be- sondere geseßlickzc Bestimmungen nicht das CWZMTHEU rechtferti- gen. Auch das R:ich9-Ober-Hande19ge kicht ist in meh- reren E111sché1d1111ge11 und neuerdings in einem" Erkenntnis; vom 26. Ale d. I. 11011 demselben GrundsaH außge,1,4111gsn- UW hat a11€rkan111, daß die FeststeUungen des Kriminalria,11*kks dM EWU- r1chter _n1ck71 binden, derselbe vielmehr berechtigt ist, die Ergebniffe der Krm1ina11111te1such1111g einer selbständigen 23111va6 ZU UMT- werfen und zu ermessen, ob nicht eine Partei, ungeachtet ihrer Freisprechung im Kriminalverfahren, dennoch nac!) i1'0m5 MWM GefichiSpunkte des Civilrechts verantwortlich sei.

__ Der Stab des am 22. Mai cr. in WilhelmsrkkWen zu fdrrmrenden Panzergeschwaders besteht aus folgende U Öifi" zreren :(.: _Contre-Admiral Batsch- Geschwader-Cyef; KUW- Kgpt. Schroder, Chef des Stabes; Lieut, 3. S. v. Kries, JJUJJ“ Ltßutenant; Ober-StabSarzt 1)1'. Hüthe, Geschwader-Arzt; Mka- sckzmen-Ober-Ing. Budding, Maschinen-Inspektor; Unter-Zale'U- thßc, Geschwader-Sekretär; Mar. Zahlm. Dombrowsky. Gp“ schwader-Zahlmwßer; Mar. Pfarrer Fasck), SeschWader-Prediger.

_ Zur Theilnahme an den Bri ade-E ercitien rückte heute das 3. Garde-Grenadier-Regimentg Königir? Elisabeth und vgs 4. Garde-Regiment 3. F. hier ein; das 3.Batai11on Sarde- FußlterzRegtmxnts hat fick; heute früh zur Wahrnehmung des Wachtdxenstes m Spandau, für die Dauer des Brigade-Exerci- rens, nach Spandau begeben.

_ .Der G.:nergl-Lieutcnant von Voigts-Rhey 11111 511118 des Kontgs-Srmadier-Regiments (2, Weßpreußisches) Nr. 7 und

Commandeur der 20. Division ist mit kurzem Urlaub von Han- nover hier eingetroffen; der Ge'neral-Lieutenant von Berger, 11011 der Armee und Gouverneur von Ulm, ist nack) beendrgtem Urlaub wieder abgereiß.

_ Der General : Major von Neumann, Kommandant 111111 Berlin und beauftragt mit Wahrnehmung der Geschafte des Chefs der Landgensdarmerie hat ßch mit Urlaub nach Carls- bad begeben.

_ S. M. S, „Medusa“ ist, telegraphiscber Nachricht zu- folge, am 15. d. Mtsxin Salonichi eingetroffen. An Bord Lers wohl.?1

Ems, 16.Mai. (W. T. B.) Der rusfische Reichßkanzler, Fürst Gortsckzakoff, ist gestern Abend 10 Uhr h1er'e1cngetros- fen. Ihre Majestäten der König und die Kdnzgrn der Belgier hatten um 8 Uhr die Rückreise nach Vruffelwngez

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Bayern. Nürnberg, 11. Mar. DteKrnsregierung _von Mittelfranken hatte der Gemeindeoertretung der Nachbarftadt'ßurth die Genehmigung zur AnßeUung von L*:hrern mosaisckzer Religion 1111 der dortigen konfesfionell gemischten Volksschule nicht erihult, da der chriftliche Charakter der Volksschule gewahrt werden müsse. Die Fürther gemeindlichen Kollegien haben fiel] hierauf besckzwerend 1111 das Ministerium geWendet. In einer Minifterial- entschließung wird nun der Beschluß der KreiSregierung beßätigt und die Beschwerde abgewiesen.

Sachsen. Dresden, 15. Mai. Die 31111311: Kammer trat in ihrer thtigen Sißung in die Berathung des Gesetz- entwurfs über den Urkunden: und Erbsckyaftsstempel ein. Die Jinanzdeputaiion hat diesen Geissentwurf in zmei getheilt, deren erster die Erbschaftsßeuer, der zweite den Urkundenstempel be- trifft. Die Kammer nahm zunächst den erßeren in Berathung und genehmigte denselben nach den der Regierungövorlage am nächsten kommenden Anträgen der Minorität der Deputation, unter Verwerfung der Majoritärsanträge, welche eine Ausdeh- nung der Steuerpflicht gegen die Vorlage bezweckten.

Baden. KarlSruhe, 13. Mai. Ter Bürgerausschuß zu Offenburg hat fick) zuerst in einer Adresse an das Staats- Minifte-rium und an die Erste Kammer gewendet, um seine Zu- stimmung zum Beschluss: der Zweiten Kammer 1":er die Auf- hebung der Kloftersshulen, insbesondere zur Auflösung jener von Offenburg, kund zu geben. Wie das „Frkf. I.“ vernimmt, werden die Vertreter anderer Städte wie Kon- ftanz, Villingen, Baden, Bruchsal 20. dem Beispiele fol- gen. Dagegen werden von der ultramontanen Partei Bittschriften an den Großherzog eingereicht, dem Geseße die Zu- stimmung zu versagen, bezw. die Kloftersckzulen zu erhalten. _ Tie geistlichen und weltlichen Führer der liberalen Partei in der evangelischen Kirche Badens werden am 19. d. M15. zu Durlach eine Konferenz abhalten, zu welcher die Hervorragend- ßen VertrauenSMänner in den einzelnen Synodalbezirken eingeladen find, um sowohl Über die Wahl der Abgeordneten zur General- iynode, als auch über die Stellung derselben gegenüber den Kundgebungen der orthodoxen Parteien schlüsfig zu werden.

Hessen. Darmstadt, 13. Mai. Die gestßlick) vor- gejchriebene gemeinschafxliche Sitzung der Finanzausichüske bcidchKammern Übkr das Staatsbndgct ist a11fdc1115.d.M. anbkraumt. Dieser Sißung wird eine solche des Finanzaus- schussts der Ersten Kammer mit der Regierung vorausgehen.

Mecklenburg-Schjmrin. S chwerin, 15. Mai. Die Taufe des neugeborenen Prinzen ist auf den 3. Juni an- gesest und am Pfingfttage wird die Großherzogin dann ihren feierlichen Kirchgang halten.

_ Zum 13. d. ist von einer Kommisfion des Roftocker Advo- katenvereins ein mecklenburgisäzer Advokatentag ein- berufen worden, um über die Beschlüsse der Reichötags-Iuftiz- kommisfidn wegen der ReckztSanwaLtschaft zu verhandeln. Der Schw:riner Verein hat schon Resolutionen gefaßt für freie Ad- vokatur und Freizügigkeit der Advokaten durch das ganze Reich, und daher auch gemeinsame Prüfungönormen 2c. Er verlangt ferner AnwaltSprozeß und AnwalTSzwang wegen des mündlichen Vorfahrens vor Koklegialgerickzten. _ Die Großherzoglichen (nicht aber die ständischen) Kas sen find icht aucb angewiesen, die noch coursfähigen ',“5-, 1,119- und ',“,2-Grosckgenstücke in Kupfer nicht wiederZzu verausgaben.

Oldenburg. Oldenburg, 12. Mai. Der Landtag hat nach kurzen Erörterungen die noch rückßändig gebliebene Vorlage wegen Einführung einer zweiten Prüfung für die evangelisckzen Vo lksfchu11ehrer angenommen. Die neue Einrich- tung entspricht einem von einfichtigen Vertretern des Lehrsrßandes oftmals geäußerten Wunsche. _ Am 11. ist der Bericht des Finanz- aussckzuffes über die dem Landtage gemachten Regulativ- vorlagen vertheilt worden und heute hat die erße Lesung stattgefunden; die Debatte war sehr erregt und hatte das Re- sultat, daß die sämmtlichen von der Majorität des Ausschusses gefteUten Anträge in namentlicher Abfiimmung mit 19 gegen 11_ Stimmen angenommen wurden. Unter den obwaltenden Um- ftanden ist der Landtag noch um einige Tage verlängert wdrden,

S_achsen-vaurg:Gotba. Coburg, 15. Mai. Dem gemetnfchaftlrchen Landtage für die Herzogthümer Co- burg und Gotha, welcher heute hier zusammengetreten ist, smd 11.21. folgerzde Vorlagen gemacht worden: Herzoglickzer Erlaß vom 9. Mar 1876 mit Gesepemwurf, den Schuß der Fischzucht bxtreffegd. _ E1n_ dergl. vom 1.'Mai 1876 nebst Gesehentwurf, d1e Ubanderung einiger Bestimmungen der §§. 38 und 39 des GesJZes uber den Civilstaatsdienst, bezüglich der Größe der Penwn und der Berechnung der Dienstzeit betreffend, und ein dergl. 1111111 17; 21le 1876 mit Geseßcntwurf, die Abänderung des §. 86, Beilage 11. des Staawgrundgeseßes bezügl. der Er- höhung der Tagcgelder der Abgeordneten von 6 auf 8 „FH. der 11111 VersawmlungSort wohnenden und von 71 «46 auf 12 146 fur 1111: nicht am L_)ersammlungSorte wohnhaften Abgeordneten nebst e111er Reisegeduhr von 4 «46 pro Meiée für hin und zurück oder der Benuyung der Eisenbahn das Fahrgeld zWeiter Klasse und fur jeden 311- und Abgang je 11 „FH für kleine Nebenaus- gaben betreffend.

*Anhalt. Dei: s 1111, 14. Mai. (St. A.) Heute haben beide Prinz“) _11ur maßrgeß Fieber. Das Befinden derselben xkecht befr1edtgend und die vergangene Nacht verTief gut.

Der Zußand der Herzogin gleichfalls bodeujend besser.

Heserreich-Ungaru. Wien, 14. Mai. Ueber die BerlrnerKonferßnzen wird dem „Prag. Ubbllt.“ vm: hier geschrieben: Tre aus Berlin hier eingetroffenen Nack;-

ricbten haben den besten Eindruck hervorgerufen. Mit leb- hafteßer Befriedigung verzeichnet man die Thatsache, daß die Drei-Kaiser-Aüianz von Neuem sich als die feße, imponirende Phalanx bewährte, an der alle den Frieden Europas bedrohendm Ereignisse 1111) machtlos ertveisen müssen. Soweit die vorliegen- den Meldungen ein beßimmtes Urtheil geßatten, hat auch die jetzt bevorßehende Aktion in ersier Linie und ganz ausschließlich eine friedliche Lösung der Wirren im Orienle im Auge, fie wird, wie der erste Schritt, so auch dieSmal von den Drei-Kaiser- Mäckzten, im Vereine mit Frankreich, England und Italien unter- nommen werden, ein Vorgehen, das aUein schon in fick) die ausZiebigße FriedenSgaranti: birgt und jede einseitige oder beargwöhnende Deu- tung von vornherein ausschließt. Man darf mit Spannung den nächsten Ereignissen entgegensehen, denn es ist unleugbar, daß die fried1iche Lösung der Verwickelungen im Oriente nunmehr mit 1111er Energie angestrebt werden wird und die Versuche hierzu ihren Höhepunkt bald erreicht haben werden. In jedem Falle läßt ßch aber schon heute konftatiren, daß der landläufige PesfimiSMUS, der neuestens und mit aller Entschiedenheit fich auch an die Festigkeit des Drei-Kaiser-Bündniffes heftete, ein gründliches Fiasko machte und daß die Drei-Kaiser-Allianz fick) von Neuem als der feße, unverrückbar: Pak inmitten 1111er Wechselfälle der modernen europäischen Geschichte erprobf hat.

_ Wie das ,Jremdenblatt“ erfährt, haben fick) die beider: Regierungen von Oesterreich-Ungarn und Italien geeinigt, den am 1. Juli ablaufenden ("1 fterreichisch-italienifchen Han- delSvertrag auf die Dauer eines Jahres, also bis 1.Juli 1877, zu verlängern.

Prag,13. Mai. In altczechischen Kreisen wird für die Wahl Zeithammers zum Bürgermeister agitirt. Man beab- fichtigt, hiermit eine Demonstration auSzuführen, da dessen Wahl als Deklarant kaum bestätigt werden wird. Für den Fall dieser Nichisanktion hat man fich für den Brauer Walisch definitiv entschieden.

Krakau, 13. Mai. Der „Czas“ dementirt entschieden die Nachricht bezüglich Ernennung eines neuen Landes- Kommandirenden für Galizien.

Pest, 15. Mai. (W. T. B.) Die Dclegationsn find- 118111: eröffnet Worden. Die ReickWratbsdelegation wähkte Rschbauer zum Präsidenten. Seitens der Regicrung Wurde Hierauf dsr Voransckylag für dcn gemeiniamen Staats- lyaushalt des Jahres 1877 eingebracht nebst den Nack1trags- krediten für das Heer und di? Marine; ferner wurden die Schluß- reckmung fiir das Jahr 1874 und di: Nachtragskredit: für die den Flüchtlingen aus BOsUisn und der Herzegowina gewährten Unterstützungsn Vorgelegt. _ Zum Präfidenten drr 11 11gariichen Delegation Wurde Szlavi) gewählt; in der Sitzung dcrsslben Wurden dieselben Vorlagen :ingebrackxt, wie in der R121chsrath§- delegation.

_ Heute ist hier die große russifch-österreichisch- ungarische und italienische Eisenbahnverbands- Konferenz eröffnet worden. 2111 den Verhandlungen nahmen 15 Vertreter der rusfifchen Bahnen und zahlreiche Delegirte dTeZ ?eutschen, italienischen und ößerreichisch-ungarisäzen Bahnen

e1 .

Schweiz. Bern, 14. Mai. Geßern hat der 1e11e spanische bevollmächt'igte Minister, OM Mariano Ra- mon Zarco del Valle, dem Bundes-Präfidmtcn seine Kreditioe überreicht. _ Nach der cht amtlich mitgsthsikten eidgenösfischen StaatSrechnung von 1875 beziffert fich das Defizit dieses Jahres genau auf Frs. 827,666. 82.

_ Am 7. Juni sol], wie bereits mitgethcilr, die Nationaliynddc dcr ch1“istk1111)oliichen Kirche dcr Schweiz zu Olten zusammcntrctcn. Laut Kreis- ick)rcibc11 des SynodalratHLZ 1111 die r*:rickyirdchn Gemeinden und Vereine werden in derselben folgende Traktanden behandelt werden: 1) Mitthsilung ch Synodalratkyes, betreffend Konftiiui- rung und Bestand d:r„C1)ristk'atholische11 Kirche: der Schweiz“; 2 Vorlag: 1cs SynodalratbÖ, betreffend Errichtung des christ-katho- 111111211 Bisrhums und die Bischofswahl; die Biichrfwwhl 1011|; 3)Bcrick1t und Anträge des Synodalratbs, betreffend Reformen in Sachen dcr DiSziplin und des Kultus (Einführung einer National- iprache, Abschaffung derOHrenbcickzte und des Cölibats :c.); 4) Vor- lage dcs Synodalratbs, betreffend Organisation der kirchlichen Ccntralverwaltung, insdssondere auch das Stipendiemveien; 5) allfällige weitere Anträge.

Großbritannien und Irland. London, 14. Mai. Im Oberhaus: regte Earl Kimberley eine Besprechung des Looses der eingeführten Kulis in Mauritius an. Er wies auf die Härten hin, welck): die Leute erdulden, erinnerte an die Gesetzänderungen, welche eine Königlickze Kommisfion vor zwei Jahren empfohlen und befragte seinen Nachfolger im Amte, Earl Carnarvon, ob diesen Empfehlungen Folge geleifiet worden sei. Carnarvon bedauerte, daß in Folge von Verzögerungen eine entsprechende Verordnung des Kolonialamies erst jeßt mit einer der nächften Posten abgehen könne. Indessen hade fick) die Lage in leßter Zeit erheblick; verbessert, was zum großen Theil der Einführung neuer Kulifrauen zuzuschreiben iß. Es befinden fich jeßt auf der Insel 150,000 männliche und 58,000 weibliche Kulis, was immer noch ein Mißverhältniß ist. Die Sterblichkeit sei unter den Kulis nichtgrößer als ander- wärts. Die_Hök)e der Einzahlungen von Kulis in die Spar- kasse, nämlich 120,000 Pfd. Sterl., zeuge dafür, daß ihre Lage nicht aUzu schlecht sei. In dem leßten Jahre seien gegen 4000 Kulis nach Indien zurückgekehrt, Mit Ausnahme von 500 hätten diese alle ihre insekoftm, zusammen 8000 Pfd. Sterk, aus eigener Tasche bezahlen und überdies größere Ersparniss- mit heimnehmen können. Die Unternehmer müßten allerdin dazu gebrachx werden, den Kulis freie Rückfahrt zu fiebern. A gedenke er punktlickze Lohnauszahlung in kurzen, regelmäßien Zwischenräumen vorzuschreiben.

Frankreich. Paris, 14. Mai. Die Ernennun des 13111. v. Mqrcdre 311111 Minister des Innern erregt-kIW" 1118111: Bxf111d1gu11Z; der ganze Verlauf dieser Angeleynhskk lte_fcrt,. wre der „80111. Ztg.“ geschrieben wird, von Neuix den erfreulichen Bewetsßdaß Einigkeit im Kabinet selbst und NLchM d1c1cm 1111d dem Elmse 111 den Hauptpunkten herrscht, un'MZk; die R:publ_1kaner_ mit Vertrauen auf den ehrlichen VersuckUUt der Veriasjung 1chaue11 können. Das Kabinet hat, wie Zl? „RÖ- 1111111th: Frgnyaqe“ hervorhebt, aus eigenem 2111195? den 111tc:r-Staat§]ekretär dc Marcére dem Präsidenten chkpUbkik empiohlen und dieser nach Erledigung einiger Reb MIM ?in- gewtllrgt, 1111“; er s1ch überzeugt Hatte, daß dies “hl „der Stunde entypm'cht“, weil Marcére ein persönl1er Freund thards „und an dcsssn parlamentarisckysn Arbei“! ['Miks in dcr „Nat1o11alverfamn1lung und ehe er Koklcgeknkkkén War Thctl genommen hatte, also beffer als Jemand der Lüge 1,91- d.1_s Wérk fortzuicße'n, deffcn Verlauf er Ickx“c Wk SOHN“ nntgemackxt habe.

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Emil Ludwig Guftav des Hayes de Marcdre ist, wie Ricard, 48 Jahre alt, war Beamter im Iußiz-Minißerium, darm bet den Gerichten angeßeUt, beim Ausbruch des Krieges Prafident des .Civiltribunals von AveSnes, 1871 zum Deputirten des Centrums gewählt und seitdem hervorragendes Mitglied des linken Centrums. „Er ift“, wie die ,RÉpudlique_Fran9c111e“ verfichert, „einer der Männer, welche mit der größten'Wurde und Autorität die Zuftimmung der Konservativen .und Ltberalen zur Republik vertreten; die Achtung, welche,er se111e11 Kochen von der Kammer eingeflößt hat, wird ihm ferne schmierig: Auf- gabe erleichtern helfen.“ _ . ' '

_ Die Amnestie-Kommission hat Wieder eme S1§u11g unter dem Vorfiß des Hrn. Leblond gehalten. Die Komwzsfion scheint, dem Vorschlage gemäß, die Verfolgung der polittsckZen Verbrechen und Vergehen, die mit derKomm1'111e_ zummwenhan- gen, aufhören [affen zu 1111111211. Hr. Dufaure bleibt dabet, gegen die Verführten Milde walten zu lassen, erklärt aber, es sex 1111- möglick), die Vetfolgung gemeiner Verbrechen e1113ufte11en, weil dt:

verschiedenen Kategorien zu schwer feßzußeüen seien.

_ Der Wahlkampf in Orthez (Baffes-PyrxnéeS) 1111111111 einen sehr kcftigen Charakter 1111. M. CheSnekong, der Kandidat der Klerikalcn und der Vonapartisten, läßt in seinem Journal seinen Mixbewerber M. Vignaucourt angreifen. Die

klerikale Presse befürwortet Cheönelongs Wahl in mehreren_

Artikeln. _ In der leßten Sitzung des Kongresses der katho-

lischen Gesellenvereine wurde feßgeßellt, daß die Anstren- gungen derselben, um Stadt und Land zum katholischen Glau- ben zurückzuführen, großen Erfolg gehabt, und daß man dies

nam-sntlich ker Theilnahme der höheren und hohen Klaffkn der

Gese11schaft an dem ,Werke“ verdanke. Ti: Erörterungen des Kongresses scheint man, nach der „Köln. Ztg.“, geheim ha1te11 zu onen; das große Publikum findet keinen Zutritt.

_ Die ,Ag. Havas“ meldet: „Herr Tup 1111101111 scheint, wie von einigen Blättern behauptet wird, mit seinem in Rom gemachten Versuche, Jeanne d'Arc heilig sprechen zu (affen, gx- scheitert zu sein. Auf seine zahlreichen Anfragen erdielt er 11116 Rom eine absch1ägige Antwort, in welcher die Jangstau von Orleans angeklagt wird, daß fie die „keherische Lehre der „„inne- ren Erleuchtung" vertheidigt habe.“

_ In seiner Abendfixxung hat der Gemeinderath von Paris die Anleihe von 120 MiUionen FW„ sowie die Ver- wendung derselben zu den im Beréchte bezeichneten öffentlichen Arbeiten genehmigt.

_ 16. Mai. (W. T. V.) Das „Journal officiel“ publi- zirt die Ernennung Marcére's 311111 Minifter des 311- ncrn. _ Bei den Nachwahlen in Corsika wurden Prinz Iérome in Ajaccio, Casabianca (Bonapartift) in Baßia, Gavini (Vonapartift) in Corte zu Mitgliedern der Deputirtenkammer gewählt.

Spanien. Die Provinzial-Junicn der [1111311115811 Länder tagten am 10. Mai zu San Sebastian, Vitoria und Bildao und crtheiltcn iszrcn Abgesandten den Auftrag, 1381 den [1131181113611Forderungen zu beharren. Zn Bilbao mußte eine sondcrrecbtlick): Kundgebung durch Entfaltung militärijck101Macht unterdrückt werden. Für Guipucha ist ein 1161le Kö11ig1icher

Corregidor oder Stattkyaltcr 911111111111 worden. _ König 211111115 1111d jcim' Schwester, di: Prinzcifin 11911 Asturien, 111111211 fick) 17,5) nach Aranjuez brachen, 11311 fie bis zum Anfang dss Srmmcrs zu bleiben (*cabfichtigen.

Italien. Rom, 13. Mai. Nach der „Gazetta uffiziale“

* wurden im April dieses Jahres 479 Kirchen: und Kboßer-

909,745 L. 96 C. 96 C. z11gesch1age11, und

güter für ausZedoten und für im Januar, auEgeboten 11110 für 2,837,410 L. 64 C, zug:-

Vom 26. Oktober 1867 bis Ende1875 wurden 114,693 Gru11df1üchck für 392,653,182 L. 50 C. ausgeboten und für 505358647 L. 21 C. z11gesch1age11, und vom 26. Oktober 1867 bis Ende April disses Jahres 116.517 Stück für 395,777,209 L, 4 C. ausZe'soten und für 509,306,397 L. 81 C.

zugeschlagen.

_ Tas „Tiritto“ derichtc-t, daß der Professor der Staats-

ökdnomie Girolamo Boccardo (ein Vertreter der Freihandels- theorie) von Genua, auf Einladung des Minifter-Präfidenten

Depretis und dcs Generalsekretärs im Finanz-Ministerium

SeiHmit-Doda am 11.21be11ds mit dern Leßteren eine lange Unterredung über die Erneuerung der HandclSverträge ge-

habt 1111d fich bcreitwiklig erklärt hat, der Regierung bei der Lösung der wichtigen hier einsckzlagenden Fragen beddlfiick; zu sein.

_ Der Papst hat, wie den „Ital. Nachr.“ 111111113111 wird, dem Könige von Spanien dieser Tage auf seinen 1271111 Brief geantwortet, indem er für die darin angesprochenen Gefühle der Verehrung und Ergebenheit gedankt, den übrigen

Inhalt des Königlichen Schreibens aber unerwidert gelaffen haben soll.

_ Der Kardinal Antonelli hat, den „31.11. Nachr.“ zu-

folge, vor einiger Zeit den Nuntius in Paris beauftragt, der

französischen Regierung bei Gelegenheit zu erklären, daß das Amt eines Geißliche1x, welchen Grad er auch 111 der H1era1chie bFleiden möge, mit der Stellung als Gesandter unverträg- li ei.

_ (Ital. Nachr.) _Gestxrn Nachmittag 4 Uhr (Donnerftag den 11.) nahm der Kardwal-Erzbtschof Ledochowski von seiner

Titularkirche 8311113 1131111 111 ara 001311 feierlich Befixz, Obgleich

der Zutritt zu der schönen auf dem kapito1i11ische11Hügel gelege-

nen Kirche Iedermxmn'offxn ßand, hatten fick) doch kaum 100 Personen zur Feierlichkeit eingefunden, und es waren meist Frauen « ' (Deuisckze und Polmnen) und Prtcster, Niemand vom römischen

Adel _oder sonst hochge'ftellten Katholiken. Nach Verlesung der papftlichen Bulle, wodurch die Kirche 81111111 31.1113 111 11111 („70211 drm Kardmal als Titulatkirche angewiesen wird,

sprach der General der Franziskanermönche, WEU)? 1"

dem an die Kirche stoßenden Kloster wohnen und fie bedixnen, seine und seiner Ordensbrüder Freude über die vom Papsle ge- troffene Wahl aus und gedacht: „des glorreichen Kampfes, den der Kardinal als Erzbtsckzof von POEM und Gnexen mit der deutschen Regierung bestanden“ un rühmte den Muth und die Feßigkeit, die er dabei bewiesen, „Der Kampf, schloß er, dauere zwar in Deutschland und auch in Italien und anderm Orten noch fort, es unterliege aber keinem Zweifel, daß die Braut Jesu Chrifii siegreich daraus hervor- gehen werde.“ Der Kardinal dankte dem General und seinen Ordensbrüdern für die wohlwollende Gefinnung, die fie 111111 entge" enbrächtm, betheuerte, er werde ßets„f1“1r die Wahrheit und Gere tigkeit gegen keßerische Lügen und Gewaltthätigkeiten

kämpfen“, und sprach seine Freude darüber aus, daß ihm der

Papst 5. 11111111 111 11111 00911 als Titularkirche angewiesen habe,

weil fte auf den Trümmern des Kapitols sieht, von wo aus die Römer die garize Welt erobert und beherrscht hätten, um fich hernach vor dem Kreuze zu beugen. „Wie viele, rief er, haben den kapüolinisthen Berg erftiegen und hofften die Kirche beherrschen zu können, fie wurden aber vom Gipfel des Ruhmes in den Abgrund des Elends gestürzt, wie sanft die römischen Verbrecher 1111111 nahen tarpejischen Felsen, während dgs von der Mutter Konstantins hier aufge1ichteie Kreuz maje- statischer als je dasteht. Sammeln wir uns muthig und fieges- freudig 11111 daffelbe und wir werden gewiß Über die Feinde der Kirche fiegen!“

Türkei. Dem Wiener „Telegraphen-Korrespondenz-Bureau“ wird aus Konstantinopel gemeldet: Nach den [eßten hier ein- gegangenen Telegrammen find die bulgarischen Insurgenten in mehreren Gefechten geschlagen Worden; namentlich erlitten dieselben bei Otxirzkeni (?) große Verluße; es haben zahkreiche Unterwerfungen stattgefunden. Die türkischen Truppen bereiten einen Angriff auf die von den Insurgenten beseßte Ortschaft Avrel=Ahan vor. Die in den Balkan geflüchtexen Insurgeuten werden von den TrUppsn verfolgt. In der Umgebxmg von Tatar-Bazardsjik und Philippopolis find gegen 15,000 Mmm Truppen zusammengezogen.

Rumänien. Bukarest, 16. Mai. (W. T. V.) Die Deputirtenkammer ist aufgelöß und der Senat 11er- tagt worden. Die Neuivahlen für die „Kammer soUen in 3 bis 4 Wochen stattfinden.

'- Nußland und Polen. St. Petersbnrg, 14. Mai. Der gestrige ,GoloS“ äußert ßch Über die 1:13:11 T.?baiien im englischen Parlament im Betreff der Interpellation Cock)- rane's über die Annsxion KokandÖ dnrch Rußland folgender- maßen: „Abgesehen von dem großen politischen Jntsrcffe, welches 11111 diesen Dsbatten im englickzén Unterhause Üder die Beziehungen Englands zu Rußland vcrdundsn ist, die 11116 beweisen, Wie diese d11rcha11c3 nicht so sck119cht smd, als die Feinde Rußlands 1111d des Friedens voraudswten, find i'für uns besonders inLereffant, die bei diessr Ge1egs1111eit offenbar ge- wordenen GsfichtSpuukte der englischen RegierUng in Betreff des Spezialobjekts dieser Tedatten _ der A119brsit1111g dsr 1'111fi1513e11 Herrschaft in Mitielafien. . . Der englische Ministék erklärte in der pofitivßcn Weise, daß ein Depesckzenwrchsel, d. 11. 111181th131 Anfragen Seitens Englands an Rußland wegen 110111de 1115131 habe ftatifinden können, weil Rußland 2111 ebenso 111111111811: bares Recht befißt, seine Herrskhast in Mi111111fie11 ausszchnen und damit ebensoviel für das Wohl der Menschheit 11,111, als England in Indien. . .

A(les dies wird ohne Zweifel von Unserer GeseUichaft mit Vergnügen gehört worden sein . . . Die Nachricht von dem Aufhören aUcr Unicrredungen zwischen der rusfisckzcn und e11g1iichen Regierung über mittelafiatiscde Angelegenheiten, 111111 der rusfischen öffentlichen Meinung nur angenehm sein, um so mehr, als diese U11- terredungen zu 11ichtsWeitere111 führten und 111131611 konnten, 1114- zu einer Verwirrung der Beziehungen 1111d 511 gegenseitigen Mißverständaiffen zwischen zwei Staatea, welche in Freundschaft mit einander zu leben wünschen . . .

Was auch geschehen mag, _ die friedliche Demonstration des Premiers des englischen Kabinets 111111111 den Wunsch rege, daß dieselbe zu einer freundschaftlichen Annäherung zwiiche11 England und Rußland dienen möchte, 113811112 z11r Veissti,-1111g des Friedens viele denkende Politiker in England sowohl (119 in Rußland heiß ersehnen Und welche als gleich11othwendig für die beiderseitigen Interessen sick) erweist.“

_ Tie Ableistung der allgemeinen Wehrpflicht, wie sie mit dem 1.31111111111874 eingeführt worden, ist gegenwärtig auf alle Stände und Volksftämme des russischen Rsichs aquedehnt. Etwaige AUHNahmen beziehen fich nur auf einige entfernt 1ie- gende oder neu eroberte Gebiete und auf fremdländisckze Völker- féämmo, die bisher gänzlich vom Militärdienst befreit waren: f11r diese 111111811 bezüglich Ubleißung der Wehrpflicht besonders, den resp. lokalen Vkrhältniffen entsprechend: Bestimmungen festgcssxzt werden. 311 der Zahl der fremdländischen Stämme gehören die Kirgiien des Ural- und Turgaygedixtes, denen bxi Eintritt in dcn r11s- fischen Umterthanenverband Befreiung vom Militärdienst 11:1“- sproche11 worden war. Gegsnwärtig sol] 111111 in den Regierungs- kreisen die Heranziehung 111111) dieser Stämme zum allgemeinen Kriegsdienst: i11 Berathung gezogen werden. Da aber die Kirgisc11,ihrer Leben9112eise und ihren nationalen Eigenihüm- lichkeiten nach zum Eintritt in die regu1äre Armre wcdcr geneigt noch geeignet smd, so beabfichtigt man, nach der „Now, Wr.“ für fie die Beftimmungcn für die Ableistung der WeHr- pflicht ähnlich wie es für die Mennoniten gcsÜshen, zu modifi- ziren. Anstatt zurn aUgemeinen Kriegsdienste, sollen die Kir- gisen zur Bildung von Polizeiwachsn, zu Reitern des Forst- kommandos oder zur Zahl der Dshigiten, we1che 111it Andruck; des Frühlings die Südgrenze gegen 011111151 111111 dir Turkmenen zu bewachen haben, benußt werden.

_ Ueber die Stimmung der Bevölkernng des Jerghana Gebietes melden die „Turkeß. Wed.“ Nachs1911e11des:_ _

2111210116 kehrt die Bevölkerung 311 ihren fri:d11che11_Be1_chäi_1-.g11n- pen zurück; laut wird dsr Jrcude 211121111111 gcgcken, daß d1€„f1_11 deu Landbau 111 Wichtig: Zeit des Frühlinßsbsginns 1119111111621 1121111 und verloren ist. Der ich11eereickc 11111“ kalte Winter d1ejcö Jabrcs und die reich11che Menge des SchuccwaiiUs in 2:11 Bergen vsripréchen einc ergéebige CMD“, welche die Bevölkerung wieder, aus der traurigen 8.19: reißen wi1d, in welche fi: Ter1valynwi131g: Kampf gebracht, em Kampf, den Adenikurer und Fangtiker, 1111: Palat- Beq, Abku1 - Gafar, Ll'xdurachman - Awtcdawchi und Linde." heräuibeiÖworcn. Wie ruéfische Kau11cute m1ttk7ci_le11, 111 auch der Handel bedeutend lebhafter geworden, uud namcntlicb 1n dsp Städten Kokand und Marzelan ist cin_Au11ch1yun_g b_e_u1erk1*a1, 1111: er bisher noch nicht dageWMn. Bevor etue-bestandigsSiencrotdnung für die Eingehorenen cmgesükxyf. “it ein: Sacket-Verwa11_ung 1111111111. Alz Beamte der dortigen A-Iixxxstratwn sind schvn uker_:11311ve1- lässige Personen aus den Einglrcrcnen ernanpt wordsn. DW ngpk- punkte kes Fcrghanagckictes sind durch 111111e1111e11d 11arke-_G_ar11111:11en fieber gesteüt wurden; in Namanaxn, T1ck111t, 111 den *.*-111171211 Ko- kand, Margelan, Undidshan und Oxchg stehsn Tmppcn.

Auf dem waffeneickyen Gebiete zw1s_chxn dem Katagan-Thore und dem Ssaxytali in Kokand soll (1111: ru1fi1che Stadt und Befestigung erbaut wcrden Zeitweilig wird die C11ade11e (de?_?kk STUN 5191111) mit dem f11'1heren Palast _116 0161118 4119 Be e1115ung uud Schußwchr 151-1131. Um eine Postverbxnduus nnt (1111191111111 herzu- tellen, hat 111.111, wie bekannt, 1111) bere115_a11 das M1111ste1111111 des Zuncrn gewaxdt; vor1äufig bestcbt eme Art osLverbmrtxng, die aus Lokalmittelu eingerichtet ist. In dem ganzen ibixte 111111111 Ruhe. Der Beherrscher ron Karategin 11-ß den Pglat-Qhan 111cht mehr in sein Gebiet. da er Zossen Ohnmacht WPH] 82120213, uud Hat sogar dée günstige Gelegeukeit wahtgenommxn, 111111 1111 1e111_ Hai: und Gut mit Gewalt abzunehmen. Eeganlkig sol] em: G:]anktscbakt aus Karategiu zum chcral-Lieutenant Ko1pakowsk1j nach Irland gekommen sein. Eine solche hat auch_ Jafub-Beg „VM Kajxkgar, der sich bisher sehr vorfichtig uud m11311au1sch verhalt, _abgqgndt. DiedHauptanführer dcs 1311113111Kriégx§ smd ebcnfaUs 111 11111cre11

au en.

Statiskische Nachrichten.

TZ? Biscbäftigung der Gefangsnen in 1:1: 37111- ßi€ch€11 Strafanstalien am 1.Dezem1ec;875.(Z1;1:,C1ck11.) Um di: Angabén zu Vervollständigen und zu be1ickigen, Welck): durch die GIWErkezäblung vom 1. 2251111111 1875 1113“; den 111511113611 Stand der Betriebsstätten des Gewerkfssißcs erlangt watch, mußten aucb eingehende Nach1ich1311 11121 diejxnigsn Arbeiten eingsxrgM wer- den, die ven den Gefangenen in den preußischen Strafanstaltsn für private Gewerbtreibende gegen Lokon auSgefübtt werden. Es hat 1"1ch dakei ergeben, dil"; am Tage der Zählung im Ganzen 16,592 Strai- géfanséne _ 14,375 111ä111111che Und 2217 weiblicde _ fÜr 115 1111111- MUZ 1211111111? Gswnl'trxiixender arkeiicten und zu irlgenden Arbeiten angehx11111 1111111111, deren Auizählung erksnnen 151131, 111215111 Lösung das 1chwicrige ck1119112111 einer gkeigneien Beickhäitixung der Gefan- gcnxn [ckWie in den prenßische11 Str.:ianstalteu gefunden 1,111.

_ (F5 111111111 171111 1.D€3€1111*er 1875 Sirakgcixngene besckäféiék: m1i_1a11dwirrh1chaitlichen Arbeitkn 25 män111„ mit Sieinarbkixsn (auserßald der Straianstalt) 58 1115111111, in K;“.kbrennerrérn und KaLkYrüchen 33 männl., in 31e§21cicn 120 111511111, 11111 SildérprUrcn 1 1211111111, 11111 Plomdéngicßsn 2 männl., 11111 Gcléßießkn, KZsmpner- 1111711125 Und Ferxigung 11:11 MxiaUkrédién 379 1111111111, 11111 311181181! für Kssisl- und Nagelscsymisde 113111511111- 11111 Sch111115113811111 362 11153111. mZt Férxigung von ExiLr-waarkn 1111d Ma1'ch111111301 1171111111, mit VLsirfeilen 71 111511111, 11111 Fértigung VON 21111135211er 34 männl.. mit Fertigung von Udren 219 111311111, mirF:rti.x11ng 11:1 812115611 72 11151131, mii Fertigung von Wach§ichchch1 und 2111114511ichre1 331115111111, 1 11.191111, 11111 Skirenwébsn 294 männl., 4 1111111, mit H1§de111 vrn erlgarn 1111d Soctiren 11011 W211: 7 111511111, :0 1119111, 11111 Tuch- 1111d Bdkskinnwbcrei 11 1111111111, mit Tsrdich1r€ks11 216 11114111, 34 1112111, 11111 Weben von Leinen und 3311118111911 599111511111), !:;6 11331111, 11111 Jutswederei 98 1111111111, mit Spénnsn 51 11151111, 13 111.131, mit SVUlSU 74 1115111111, 131 1112111, 11111 23111111112111111511151 499 männl., 26 weidl., mit erécken 11111 Strümvien 42 111111111, 142 weibl , 11111 Fiket- und W111111611211 92 1112111, mit Tapifferis-Arbeiten, Weiß- und ?11P11fatiouéirickérci 11 111511111, 463 weibl., 11111 Priamsntixaxbeiwn 253 111ä11111., 11111 €:11crxr1eitc11 53 1115111111, dawn außerhald dsr Anstalt 33 111.111nl., 1111 Stricken von Nsßsn 470 111511111, 90 111-111, 111 Gerbersim 166 111511111, 11111 Buckxkinderarbeitkn und 17181111 von D1'11611 1694 1111111111, 24 WSikl., daron 112132111011 dsr 531111151142 111511111 ,mit Ricmer- 11111“ Sa111:1.111*:.tc11 498 1115111111, 15 weibl., mitSch11eid€1111ndSp111chn 1111 H115741ns111111., 11111 SÉneiden 111111 Holzleisten 1111d 5311111111119, 11111 Holcvxmriieln 1330 1115111111, mit Böttcbérarbciten 12 männl., 11111 Strdhiwcdxen und Fnt-Éngg 11911 Matten 37 1111111111, mit KOrbmaÖcrardeitcn 3761115111111, 11111 Horn- und Elféndein-Trechélerei, Fertigung von *Sxéstxarcn und K121D11111111111 323 männl., 5 MM., 11111 defiéxxé-xiden 60 1111571111, mit cF-.*1iig1111g Urn Bürsten 480111511111, 11:21 HQL;- schnißkrarbstien 1111d Feriznng ren *Zyisgelraduyx'. 296 1115111111, mit CiZarrandkitrn 2037 1111111111, 280 11*:i1*1, 1111181715111 1111d Stkpven 304 männl., 401 111.111, mit Zch11111111= 1111111811 390 1115111111, 3 we111., mit Syttiren 1111 Zckxmuckfsrérn und F51t1'g11113 künstlicher Blnmen 46 1111111111, 63 1111111), mit WLAN!- und Filziaßrikaticn 117 1115111111, 11111 Ha11d1ch11ch11511z€11 9 11111131, 238 1112111, 11111 5111112111111 ron 5111111420 1115111111, mit Sch111111111chcw Arbeiten 1104 1115111111, mit li1kycgrapbiichen 11111“ Drucherar§e1re11 75 111311111, 111€iKaffes111151-c1'en 11 1115111111, 7 MM.. 1111121151111: 1211 “5111111 (“1111321191113 der 211111311) 12 1115111111, 11111 Federnrxißén 238 111511121, 123 11161111, 11111 Zrtriren 111111 Pilansznaren 34 111511111, 11111 Tanezupicn 37 111511111, mit Wergzuyisn 94 1115111111. 6 111-3211.

_ Die „Nachrichten über Indusrric, ÖAKÖS1 und Verkehr“ aus dem itatiitiichn Departement 1111 K. K. Ha.".deW- Mi-iiterium 111, Band 11', Heft (Wien 1876, Fsrd. 51.111133) 111115111: Statistik der Österreichischen Industrie: JUDUÜÜZ ".n Vad- rnngim11ieln und 111111113111 V:rzehrung§gege11xxäxdcn; Z11ch11€n§1111112, Syruverzrxgwng, Biererzsugang. J11d11str1e 111 gebrannten 1115115211 3111169111112, M11111eni11duitric, Tadakfadr1katicn, Industrie ".: KM:";- 1'111111311111, Chrkdlakcnx,Krnditorwaarkn,BrrdU.-.d Teigwc1k, (Z';i:11- industrie.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Dur „21115. Ztg.“ sckxrcikxt 111.111 111111 N-x'xrdbcrg,_11. 3,1141: „Ja 1156111111161 Weiße findér 1.19 (JLTMÜUNÖL 11.12111111111 11511 wäßrend: Anerksrnung. N:11:1dix1„qs 11.11 1111) Nr Te1117115: Katyer kcreit erklärt, 1111 die Jahre 1876-1878 811161". 3311122152115 rkn 1510.16. für die Zwecke des 2111111111118 i111_?111gcn1_c€11*:_11 15:17 1.111 600 .“ für die Hddedzollcrn-Stiftgng zu 16111111. Edenkd 1': 311“:- 11111111611, dar"; 11? Su111k1111111ck11§11111, 11111117: 1::_T1er-Cer:111:n1511- 111e1ster Graf Stisifried i11 Béilin in 111an)“ 5211121 11.11, 11111 19111 9111117211111 die Miml 5111 E1werdu11g_e.11:r 3111111111115 (1113-1111111111111 111111131: Kupfersiéchc 311 1111111117211, 1113111 sebr 111111115712 25111513: „11:1- 1reist. So 11.11 Bankier Bixicbréder einen B_21_111,1 112213101 1.16, 851111. 11. Tiergardr in Bonn 3000 „sé, v. SäéxWr-Voit 1:1 erlm 3010 „44, Dr. F, Oetker 1500 „15 gezéichnkt.“

_ Ti? JTc-staura11911éa111eite11 an der F2-g1d: 111 53.115116er 311 Skraßdurß nehmen ihren stetigxn geircbertcn Fortgang 1111? 111611111 den Sommer über in aukgxdebntcrom 1111111119: wsixerge'111111; In den 11151211 Tüßén Mai?: 1111 2. StockMrke dcr 1111111ch€n 1411115111? iertéacu T11111n1es ei11 gän111ch neuer Dekora1irnsgxchde1 11111 _1'111-21: Bischc-iéfigur 1511 2111110 rcicber, a1s zie1licher „“S-102111113211 111111; 93111111. Die großen 2111111111 Oberhaid und rings 11111 dén [111121111 111121 Tbürme sollen „111111 Theil im Laufe ch SOÜUUSTS 11111 der. 157: 1,111- gcrer 3211111119111Reiwrstandkildern, entipreckcxd 1211 13121“ 131115 rrrhandeuen JLULMÜTLT werden.

_ Dcrerstei11iernaiio11a1e Kongreß ;111 erHiikr-réickxe Anibrcpologie und 21111) „10111512 smdct 111111 4. “;;-1131111111111 zum 11. defiklben Mcnats d. I., unter dem P:o1€ktcr_a_t dc; («;_- hchogs Joikvk), in Budapest 11,111. Von de_m P1Y1dxprsn 111- 1111111, Franz Pulözky, Präsidenten dsr 111111021511chcn 5217711121 111111 . dez archäclogiicden Comité; der ungariickxn leßdxm:€,_ G51:c1.11- Jnipcktrrs der Masern und Bibliothkkcn d:s_Kd11!JkF'-ck75 112253111 und Präfidenken dsc Ge11111ch111 für 1113511: .K1'11111: _111 Bgdxrxié, 1111d die Ei111ad1111ge11 nebst Prrzxamm 1111 mxhrers _dcui'cke (315213111 _:_1- 51113211. Dx: Vcrhandluugen 121 dxm 319113111; 111111811 1:1'raxzrk1- icher "Sprach: 9111711711.

_ Der ,Piccolo“ von Nsapel 1:11111xi, xm": d:: Pro:";sixx Mommsen in “111111110 2111? (Haj11s_M1111u-5 kexrcmnde 1111 1*:'_5111*r ganz unbekannt 921511111118 Inschrift enidcckr 17:1:_ 1:11? Z.“;é11wx1tigé mit der Eniziffsrung ei11igcr_g11s de_n Zkttcn dcr rr11111chc11 91111111 herrüdrender J115chrifien beschaftigt 111.

Selverbe und Handel.

Der Jabreébuicht dcr Erdmannédorfer

_ ' _ , 21111112-0311

"cllschaii für F1achsgarn=Ma1chtnxn1111111ere1 11:11 W:-

1berei bezeichnxt das leßée Jahr 1115 em fur UL Letncn-Iuku11113 be- a

cndcrs un 11111711 es, Der Bestand auf Spinnerei-Lager b€t1ug: m 1. J:11'.11.1rg1875J 7626 Schock. Prodtlktivn„20,736 Scheck, Tyra], 28,362 Scheck. gesammter AuGgang 21,892 «ck16, Be1t.1nd am 31, Dezember 1875 6470 Schock. Der_GUammtame (m_Leinen und Garn ergab den Betrag 11911 3,932,404 .4_é., oder ca. 700,0011 “.“-“*.*.M' niger als im Vorjahre, eme Fo1ge 1112118 DSS 1111119111 ch-Ycaxns- gangss, theils dcr Cuxwxwhgng ,der 8:111111-« „11.111. Maxi) „BLUMEN ti ung der 5% Zimen 1111 d1e 1111: 9111111111 T1:.11cr Pkalekén, vcr- 1* eibt cin Reingewinn von 159,544 .“. (Kine Dividende w:rd 111-2715- destowenkgcr kaum zur Vertheilung gebracht Werden.

_ In der außerrrden111chen Generalveriammlung dcr Skral- supder Da111pfmü1112n-Akt1engeicllickyaft 1111111 11. d. M. wurde der Antrag des Auificdtskaths, das Aktimkapjtal 111111; Erwerb und Verniäxiurg von 100,1'00 Thlr. Aktien 11111 ciyen gle1ch111 Bstrxg zu reduziren, einstimmig angenommen. Demgemäß wird 1112121115110 vcn Aktionären, mit dcnen ein dezüglicch Abkommen 52911:O:: ke- rcitö getroffen ist, gkgen Hingake von 1000 Slüä Aktisx: 61.121,11 zweiter Stelle (111111) 20,000 Thlr.) stehende, dcr (Hekcüsxkark ge:.cr1ge

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