nämlich die der Märkisch-Pofener, der Niederschleßfcb-
Märkischen, der Oberschleßschen, der. Oßbahn, preußiickxn Südbahn, der Raffamschen, der Rechte- Oder=Ufer-, der Saarbrücker. der Tixfit-Inßerburgen unb der Berlin-Stettiner Eisenbahngesellschaft ahnlich? AUSsChUff? MLT?“- geseßt. Die übrigen Bahnen, unter welchen fich_d1e große M'ebr- zahl der Privatbahnen befindet, Haben die o_erscbiebensim Griinde für ihr ablehnendes Verhalten angegeben; ein Theil dieser Etien- babnverwaltungen hat fich dnhm erklaxt, daß fie ein Bedurf- nis; weitergehender Füblung mit den Kreisen des Handels u. s. w. uicht empfänden, weil in ihren Grernten „bereits Vertreier dieser Interessen als Auffichts-, Vjerwaltungöratbe u. dgl. vor- handen seien. Dieser Grund sch_emt uns mcht recht zutreffend; denn derartige Mitglisder find bei der Verwaltung der Bahnen mitbetbeiligt und können daher nicht immer mit so voUßandig unbefangenkm Urtheil an die Handels- und Verkxhrsf'ragen her- antreten, als dieH von anderen Personen geschehen wurde.
Die Ergebnisse der Konferenzen zwischen den Eisenbahn- vern'altnngen und den Vertretern des Handels, der Industrie und der Landwiribsckiast ßnd faß durchweg zu allgemeine'r Befriedigung verlaufen und die Einrichtung hat iich da, wo fix: besteht, als eine durchaus lebensfähige erwiesen. Es ist aber eigentbümlicl] und giebt zu denken, daß derselben bis jexit von den Handels" und Gewerbskammern, den landwiribsckzaftlichen und induftriellen Vereinen des Deutschen Reicbes so wenig Beachtung geschenkt, und ffn: ihre weitere Verbreitung wenig oxer nichts Zeschehen ift. Allen von dieser Seite anégebenden Vorichlägen würde man gewiß an maßgebender Steile nach Kräften entgegen- kommen.
' _ Nack; dxvom Reichs-Eisenbahnamtc in der beu- tigcn ersten Bcilage veröffentlichten Nachweisung der Be- Triebsergcbnisse der Eisenbahnen Deutschlands (exkl. Bayerns) im Monat April d. IH. fiellt sich auf den 83 Bahnsn, welche in dem Zeitraum vom Januar 1875 bis ultimo April 1876 im Bciricbe standen:
Tic Einnahmen aus allsn Verkehrözweigen im Mo- nat April er. bei 41 Bahnen höher und bei 42 Bah- nen geringer, als in demselben Monat des Vorjah- rcs, und die Einnahme pro Kilometer im Monat April d. I. bei 35 Bahnen höher und bei 48 Bahnen (darunter 18 Bahnen mit vermehrter Vetriebélängs) geringer, als in dsmielben Monat des Vorjahres; die Einnahme aus allen Verkebr-Zzweigcn bis Ende April d.I. bei 47 Bahnen höher und bei 36 Bahnen gerin- ger, als in demselben Zeitraum des Vorjahres und die Einnahme pro Kilomcter bis Ende April 13. I. bei 38 Bahnen höher und bei 45 Bahnen (darunter 17 Bahnen mit vermehrter Betriebs- länge) geringer, als in demselben Zeitraum des Vorjahres. Bei den unikr Staatsverwaltung stehenden Privatbahnen _ (einschließlich der Annaberg-Weiperter nnd Ci)emniH=Würschni§er Eisenbahn) _ beträgt Ende Aprild.I. das gesammte konzesfio- nirie Aiilageknpital 1,032,163,800 4.16 und die Länge derjenigen Strecken, für welckzs dieses Kapital bestimmt ist, 3,7540; Kilo- metcr, so daß auf je 1 Ki10meter 274,950 :ié: entfalien.
Bei den unter Privatverivaltung stehenden Privateisenbabnen (ausickxließlich der Uelzen-Langwcdeler und Peine-Ilseder Eisen- bahn) beträgt das gesammte konzeifionirte Anlagekapital 3223848856 „45. und die Länge derjenigen Sircckcn, für welckze dicses Kapital bestimmt ist, 13,218,;z Kilomeier, so das; auf je 1 Kilometer 243,895 (17: kommen.
_ Der Minifier des Innern hat durch Cirkularrcskript vom 22. Februar d. I. bestimmt, daß die Gebührxn der Medizinalbeamten für die Untersuchung un'!) Be- scheinigung der körperlichen Brauchbarkeit der als Gensd“armen anzustellenden Unteroffizierc auf die StaatHkaffe zn übernehmen find, sofern die ärztliche Untersuchung zufolge eines Auftrages der Militär: behörde stattgefunden hat. Dagegen find in denjenigen Fällen, in denen Unteroffiziere, Welche znr Gen-Zd'armeric über- zntreten b,abfichtigen, fick) zur är311ichen Unicrsnchnng steÜen, obne hierzu von miliiäriscber Seite angewiesen zu sein, die Ge- bühren dsr Mcdizinalbeamten von den bctreffsnden Mannschaften zu zahlen.
_ Tie Reffort-Minifter haben unterrn 25. März d. I. ge: -
nehmigt, daß dis "Kablkn der zur Mitwirkung bsi dcn Geschäf- ten der Rentenbank gemäß F. 5 des Rentenbankxiesexxcs vom 2. März 1850 berufenen Abgeordneten der Provinzial- vertretung und deren Steklvertreter in annnit von dem Provinziallandtage stets anf eins Reihe 1101! Jahren _ etwa auf 2 oder 3 Inhre _ und zivar von Amtzchsm ohne besondere Vorlage der StaaTSregierung, mit der Maßgabe vor- genommen we'rdcn, daß die Wahlen jebenfaUZ sb [ang-o zn gel- ten Labern bis der Provinziallandtag znr Nénwale Zcichrit- ten i .
_ Im Julie der Verbeirathung eincr Minder- jäbrigen blcibt nach Den Bestimmungen des AUgcmsinsn Lank- recbts die Giitergemeinsäwft bis nach Aufhebung der Vor- mundscbast QUSgcsckzloffsn, Gisick) naci) erlangter Vonäbrigkeit hat der Richter die Ehefrau über dic Rech1§nerhälmiffe in Be- ziebnng auf ihr in die Ehe gebraänes Vcrxnögm zu belcbrcn und fie zn vexnebmen, ob fie in die Gütergemeinschaft mit dcm Ebcmann zu :rcten gesonnen sei oder nicht. Mit Abgabe dieser Erklärung if: dic vorgedachte geseßlichc SUSPenfion beendet. Lantex die Erklärung anf Eintritt in die Gütergemcinscbaft, so erstreckyn fick) deren Wirkungen auf den Anfang der Ehe zurück. Nur für bis Fäile, daß cmnndsr die vor dem Richter unter Eribeilnng der Be- lehrung abneiorderte Eiklärung abgegeben wird, oder daß die Einforderung jéner Erklärung durch den Richter verabsänmt ist, verordnen die §§. 791 und 794 Allg. L.-R. Th. 11. Tit. 18, daß die geweienc Pfiegcbefohlenc noch innerhalb dreiMonaten _ im erixenFaUe nach Ost ibr ertbeilten Belehrung, im chien Falle nacb er: langter Volljäbrigkeit _ die Gütergemeinschaft auSzusckzlieizcn befugt sein soll. „Es ist als richtig nicht anzuerkennen, da. im Falle der Verkeirathung einer mindeijährigen Pflegebsfohlenen die SuSpcndirung der Gütergemei11schaft bis znm Ablanfe der im J 791 bestimmten dreimonatlickicn Frist dauere und innerhalb dieser. Jriß der Ehefrau das Rechi zum Widerrufe der früher von. ihr abgegebenen Erklärung zustehe,“ Erkenntniß des Ober- Tribunals, 111. Senats, vom 20. März 1876.
_ Das unter Strafc gsiislltc Vergbben dcr vwriéißlicbcn Entziehung cincr amtlich gepfändcten, resp. in Be- 1chlag_ gcnrminxncn Sa ck)e an!? der Verstrickung begreift jorvobl dcn 1chn_1dncr11chen wic Dcn nick1tichuldncriichcn Eigentbümcr obncx- 23610381: cincr gcpfändeten Sache. Sclbst msnn der recht- niinnge: Etgenfhnmxb einer für die Schuld cincs AlldeéU gc- p_xandct8n_ Sache btenlbc dcr Verstrickung in dsr Meinnng ent- z'cbt, dax; cr kc1n_Unrecht begebe, die irrtbiimlick) geicknbcne Bsickzlagnabme zn ignoriri'n, so ist er dennoch strafbar. (Er- kenntniß ch Ober-Tribnnals vom 6. April d. J.) ,
der Ost- '
, berzigkeii,
_ Miethet eine Dienßherrschaft ein Gesinde, ohne mit diesem einen schriftlichen Vertrag abzuschließen, oder ihm das übliche den schriftlichen Vertrag ersehende Miettheld zu geben, und tritt das so gemiethete Gefinde den Dienst an, so iß das Dienstverhältniß ein perfektes und die Aufhebung dieses Ver- hältniffes kann nur unter Einhaltung der geseßlicb bestehenden Kündigungsfrist seitens jeder der beiden Parteien erfolgen. Er- kenntniß des Ober-Tribunals, 1. SenatS, vom 3. März d.J.
_ Die Eröffnung der diesjährigen internatio- nalen Ausßellung in Brüssel für GesundheitSpflege uni) Rettungswesen wird, dem Vernehmen nach, nicht wie ursprünglich beabfichtigr, am 15. Juni, sondern erst etwas später erfolgen. Nach den neueren DiSpofitionen soll der 25. Juni für die Eröffnung in Aussicht genommen sein.
_ Der Kaiserlich rusfische General-Adjutant Graf Toll ist gestern Abend aus Paris hier angekommen und im Hotel Royal abgestiegen. Ebendaselbft hat der Königlich schwedische Hofmarschall von Edholm, welcher gestern Nacht aus Bam- berg hier eintraf, Wohnung genommen.
Hannover, 24. Mai. Die zweite hannoversche Landes- synode ist gestern geschloffen worden.
Bayern. München, 24. Mai. In der heutigen Sitzung der Abgeordnetenkammer berichtete Kopp über die Nack;- weisnngen des Iu|iz-Etats für 1873 und 1874. Die Kam- mer genehmigte dieselben ohne T-isknsfion nach den Ausschuß-
aniriigen, Sckzlör referirte über die Nachweise? der Eisenbahn-_
rechnung für 1873 und 1874, verwies auf seinen ausführ- lichen VWD welcher die Tariffrage behandelt und erklärte, daß in der Tanfrage eine einheitliche Regelung stattfinden müsse, die bayerische Regierung möge das ihrige tbun, um einen gemeinsamen Tarif in Deutschland zu erzielen. Auf die Frage der Reichs-Eisenbahnen erkiärte Schlör nicht weiter eingehen zu onen. Dcr Generaldirektor Hockzeder erklärte, die Regierung sei bestrebt, allen berechtigten Wünickzen bezüglich der Tarife entgegen- zukommen, habe auch bereits die hier zur Sprache gebrachten Uebelstände theilweise abgestelit. Schließlich wurde mit den Nachweisungen ohne weitere Debatte nach den Ausschußanträgen verfahren. Nächße Sißung am SonnabendJBerathung des
Iuftiz-Etais). _ (W. T. B.) Die 6. Abtheilung der Abge- ordnetenkammer hat heute die Abgeordnetenwahlen
in Snlzbach, wo Schlör und Pcßl gewählt waren, mit den
Stimmen der Ultramontanen gegen die der Liberalen für un-
gültig erklärt.
_ Wie der „Corr. v. u. f. D.“ erfährt, haben aus Anxaß der hiesigen Landtagswahlen die Klerikalpatrioten nicht nur den Sozialdemokraten, sondern auch der VolkSpartei ein Bündnis; angetragen, find aber auch bier abgewiesen worden.
_ Ueber die Frage wegen der Ursachen der Enthebung des früheren Kabinets-Sekretärs v. Eisenhart, wie über die Ver- hältnisse der Königlicben Civilliße erhält die „Allg. Zig.“ eine Mittheilung, wonach verschiedenen Zeitungen folgende amtliche Berichtigungzugcgangen ist: „In Nr. :c. Ihres Blattes wird die Enthebung des Staatsraths v. Eisenhart von der Funktion eines Sekretärs Sr. Majeßät des Königs von Bayern auf Gründe finanzieller Natur zurückgeführt, Diese Auffassung ist jedoch eine durchaus irrige und beruht auf vollständiger Un- kennmiß der Verhältnisse. Herr Stamsrath v. Eismbart hatte während der ganzen Dauer seiner Funktion mit der Verwaltung der Königlichan Kabineéskaffe nichts zu schaffen und demgemäß auch niem'aks über „hierauf bezüglickge Angs- [egcnheiten vorzutragen und eins Verantwortung dafür zu Übernehmen. Tie Angelegenheiten der Königlichen Hof- und Kabinetskaffe gehören vielmehr znm Ressort des Königlichen Hof - Sekretariats und dessen jeweiligen Vor- ftandes, wie aus dem Hof: und Staat?: : Handbuchs des Königreichs Banern 1875 S. 128 deutlich erseben werden kann. AWZ diescr Sackziage ékÜéUk, das; Dr. SiaaTSratf) v. Eisenhart nicht aus “Den in Ihrem Artikel angeführten Gründen von seiner Funktion entbcben werden konnte, Womit auch alle weiter daran gcknüpften Betrachtungen hinfäUig erichcinen. Ebenso bHSWiÜig erfunden, daß ,da-5 Kabincts-Sekretnriat fick) die Königliche Ge- nshmignng erbitten mußte, Geldvorickznffe zn sehr hohen Zinsen
; anfnehmen zn dürfen“, weil zu einer solcben Maßrcgel Über-
haupt keine Veranlassung gegeben war. München, den 22. Mai 1876. Königlickies Hof-Sekretariat. Tüffiipp.“
_ Die Versammlung katholischer Edcllcute aus Bayern hat am Sonntag hier ßattgcfnndén und iß aus allen Landestheilen anßer der Pfalz beschickt gewesen. Als Resultat der Konfere'nz ergab fich nacb klérikaien Organen „die Gründung eines Vereins unter dem Namen: „Genossen- schaft katholischer Edelleute in Bayern“, deffen ZWecke in der Wahrung des Glaubens, Ausübung der Werke der Barm- Fbrdernng des standksmäßigen Lebens der Mit- glieder, der gleichartigen, unabhängigen Gesinnung und des chkiftlichLU Familienlebxncz, sowie in der Bethkilignng an allen wabrhaft konservativen Bestrebungen, insbesondere anch in der Förderung der Interessen des Grundbefißes zu be- ßehcn haben. In den Vorstand dieses neubegriindeten Vereins wnrden nachbenannte Herren gewählt: Arnulpk) Graf v. Deym, Rudolph Freiherr v. Freybcrg zu Haldenwang, Ludwig Graf v. Lerckzenfeld-Köfering, Sigmund Freiherr v. Pfeifen, Conrad Grcx ?. Preifing, Emanuel Graf 1). La Rosée, Max Freiherr v. x*:) en.“
Sachsen. DreSden. 24. Mai. Beide Kammern biel- ten beute *Sißungen ab. Die Erste Kammer trat in ihrer SZHnng den im Vereinigungßverfahren über das Königliche Dekret, dic Verhältniffe der Civilstaatsdiener betreffend, gefaß- tenthsckzlüffen einßimmig bei. Hierauf wurden Petitionen be- rai en.
Die Zweite Kammer berietl; dcn Geseßentwurf, betreffend die Ausübnng dcs ßaatlichen Oberaufficthrcchts über die kathi).- (isch? Kirche und genehmigte denselben gegen 8 Stimmen mit wenigen von der Deputation vorgeschlagenen Abänderungen unter Yblsanng mehrerer von dem Abg. Dr. Biedermann und Gen. eingibrachter, die Bestimmungen des Entwurfs verschärfender AWMF?- _ Hierauf wurde der Antrag der Abgg. 1)r. Bieder- xnann und Gen. auf Abänderung des Landtags-Wablgeseßez m_ der Richtung, daß Verwaltungsbeamte in ihrem Sprengel nicht wählbar sein folien, abgelehnt.
Württemberg. Stuttgart, 24. Mai. Der König hat die Großfürsten Nikolaus und Michael Michailowitsck) W" RUßlanb unter die Großkreuze des Ordens der württem- bergiscben Krone aufgenommen.
_ In der heutigen Sißnng der Abgeordnetenkammer legte der Minister der Iußiz und der auswärtigen Angelegen-
heiten v. Mittnacht dem Hause einen Geseßentrvurf, be- t'reffend die Bildung eines Staats-Minißeriums vor.
Baden. Karlsruhe, 24. Mai. (Köln. Ztg.) Bei
der Berathung des Eisenbahnbaubudgets für 1876 und 1877 in der Sitzung der Zweiten Kammer am 22. d. M. wurde auch von mehreren Rednern in der allgemeinen Debatte die- Frage der Erwerbung der Eisenbahnen durch das- Reich zur Sprache gebracht. Zunächst geschah dies durch den- Abg. Schneider (demokratiiche Fraktion), welcher fick)- dahin äußerte, daß es, nachdem die sächsischen, bayerischen und württembergischen Kammern gegen das R2ichseisenbahm Projekt fast einstimmig Stellung genommen, endlich auch bei uns an der Zeit sei, ein Gleiches zu thun. Er erblickt in dem Projekt nur wirthickzaftliche Nachtheile. Mit dem Verluft der Bahnen hänge die Existenz unseres Staates znsamuwn; da handle es sich viel mehr um Kronrccbie ach bei der Oberrech- nungskammer. Abg.v. Buß (gestern nach längerer Abwejenheit wieder im Hause erschienen) erinnerte an Ein Wort von Nebrinns:“ „Wer die Eisenbahnen hat, hat das Land.“ T€: Präfidentbes Han- delE-Ministeriums Turban hielt die Befürchtungen Der beiden Vor- redner für unbegründet, denn über dieErwerbnng aller dominirenden Bahnen entscheide ja das Reich. Uebrigens wiederholte er seine frühere Erklärung, daß die Frage von der Regierung, wenn fie an dieselbe bkrantreie, ernsthaft Werde geprüft werden. Die- Abgg. 1), Feder und Kiefer so wie Fauler meinien, die Frage der Reichseisenbabnen sei noch nicht sprncbreif, und Abg. Fride- rich sah aUe Befürchtungen durch die Erklärungen des Reichs:- kanzlers, daß man nicht an den Ankauf sämmtlicher Bahnen für das Reich denke, beseitigt. „. _ In der heutigen Abendfißnng nahm,.die ZMite Kammer einstimmig 'das Finanzgeseß an; die klerikale Rechte motivirt ihre Zustimmung dahin, daß diese keine Zustimmung zum Re:- gierungssnftem enthalte.
Hessen. Darmstadt, 21. Mai. Gestern wurden die Ver-
handlungen der Finanzauss chüff e beider Kammern mit der Regierung über das Staatsb udget und diedamit imZnsammenhangftehen- den Gesetze forigesejzt und in einer VormittagZ- und einer Nachmit- tagsfißnng zu Ende gebracht. Es drehte sich namentlich noch um die Vorxage wegen Regelung der finanzieslen Verhältniss der“ evangelischen Kirche zum Staate und das neue Einkommen- steuer: und Kapitalsteuer-Geseß. Nack; Schluß der [eizten Sitzung wurde Drucklegung der Berichte des FinanzausfckguffeH der Zweiten Kammer angeordnet; die Znsammenbernfung des Plenums des leyteren Hauses dürfte, wie das ,Frkf. I.“ mit-
“theilt, in der Woche nach Pfingsten stattfinden.
Sachsen-Coburg-Gotba. Coburg, 20. Mai. In der hentigcn Sißung dcs gemeinschaftiichen Landtags für die HerzogtHümer Coburg und Gotha wurden bei. der vorgenommenen Neuwahl des Bureaus die bisherigen Mit- glieder deffeiben: Präsident Verlei, Vize-Präfident Mutiwr, Schriftfü'iyrer Forkel und StcÜvertreter Oesseiben Abg. Grosch wieder gewählt.
Der Entwurf zu einem Gesetze, Abänderung einiger Bestim- mungen des Geseßes über den Civilstaatsdienst vom 3. Mai 1852 betr., wodurch der §. 38 und die Beßimmungen sab &. und 1). des §. 39 des erwähnten Geisßes aufgehoben werden und welcher bezweckt, die Penfionsfähigkeit Links Staaisdieners sofort und nicht, wie bisher, erst nach zurückgelegtem 10. Dienstjahre eintreten zu laffen, sowie den Vorbereitungs- dienst und die im Dienste eines anderen Staates zngebrachte Zeit bei der Penfionirnng in Anrechnung zu bringen, einßimmig genehmigt. Der Geseßentwnrf Über die Erhöhung der Tage- geldcr der Landtagsiibgeordneien wurde in der Weise genehmigt, daß für die am VersammlungSorte wobnbaften Abgeordneten nicht,. wie poßulirt, 8 :16, sondern nur 6 417: und für nile nicht am VcrsammlungSsrte ivohnhaiten Abgeordneten nur 10 ckck anstatt d& geforderten 12 „NH genehmigt wurden, und daß die Reisegebühren für lsßtere mit 4 M PW Meile und für die- jenigen, welcbe die Eisenbahn bennyen, daz Fahrgeld 11. Klasse und die NcbennnSgaben mit 3 :)b vergütst werden sollen.
_ "23. Mai. Den Gesetzentwurf, den Scbnß der Fischzucht be- treffend, bai der gemeinschaftliche Landtag in seiner heutigen Sißung mit wenigen Abänderungen angenommen.
Nachdem hiermit die Tagesvrdnung erledigt war, wurde der Landtag vertagt.
Anhalt. Dessau, 23. Mai. (St. A.) Die Herzogin und der Erbprinz befinden sich den Umständen nach wobl. Prinz Friedrich hatte gestern Abend sehr hoiies Fieber mit etwas Phantasien. Heine eikéiger Nachlaß des Fiebers, jedoch beden- tende Schwäche.
S9fterreich=ttngarm Wien, 24. Mai. (W. T. V.) Wie die „Politische Korrespondenz“ erfährt, hat der Statthalter von Nieder:Oesterreich die Auflösung des Arbeiter-Bil- dnngSvereins wegsn Uebexschreitung seines iiatntenmäßigen Wirkungskreiies verfügt,
_ Gestern erfolgte in Pest die Mittheilung des Bra un bu cl) es an die Delegcnionen. In der Einlcimng zu dem im vorigen Iabre verbffcntlickzten Braunbuche Nr. 1 war als Zweck der Publikation bezeichn21: die Thätigkeit des Augmäriigen Amtes anf_ iinndclspolitischem Gebiete nacb einigcn Richtungen zu i(lni'in'xn. Sic _sci besiimmt, bei Vcrbandlungen der Keiesgeben- dcn nnd. admmijtrirenden Körperschaften über Gegenstände dieser Nninr in threff des internationalen Verkehrs znr Orientirung „Ul knnen; fixiolle zugleich den betheiiigtcn kommerziellen, industriellen und landmixtbscixafxiichcn Kreisen werthvolic Anhaltspunkte znr Jnrdernng ibcmr w1rthschnftlichen Interessen an die Hand geben. Dieser Zweck ist auch in dem gegenwärtigen Braunbuche feft- gxbciltcn und hat bei der ZusammenfteUung desselben maßgebend ctngxnnrkt. Nur die Mittel zum Zwecke find ermaitert. In der Up_rliegbnden Sammlung von „Berichten der Kaiserlichen und Komgltchxn Missionen und Konsulate in bandelSpolitischM Un- gelsegenbetten“ ift fichtlich das Beßreben kennbar, die stofflichen Mittheilungen des Brannbuches von 1875 in geeigneter Weise zu erganzen und allmählich den vollständigen Umkreis handelSpoliti- scher Interessen in die Beriiiterßattung unserer Misfions- und Kon- snlatsfnnknonärc an das Auswärtige Amteinzureihen. So bietet 11.21. Angenchts der in Aussicht genommenen Abschließung von 3011- und _Haiibelsverträgen mit mehreren Staaten ein Bericht aus Berlin „Über die Wirkungen des Handelsvertrages vom 1. März 1868 zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland auf die Ent- wccklung der Industrie in beiden Ländern“ werthvolles Material. Das diesjährige Braunbuck) bringt auf 204 Seiten Groß- nuart 44 Aktenstücke zum Theile sehr bedeutenden Umfanges; das Braunbncb Nr. 1 enthielt auf 118 Seiten 31 Aktenftücke. Der Umfang hat sich also fast verdoppelt.
. postens
_ 25. Mai. Der Chef des Generalftabes, Jeldzeug- meißer Iohn, ist heute Vormittag 10 Uhr im Palais des Kriegs-Minißeriums tödtlich vom Schlage getroffen worden.
Lemberg, 24. Mai. Der „Dzieimik PotSki“ meldet, der Kaiser habe die Demission des Landmarschalls Grafen DzieduSzycki angenommen.
PM, 24. Mai. (W. T. B.) In der heutigen Sißung der ReichSraths-Delegation kam das Budget des Mi- nifterinms der auswärtigenAngelegenheiten zur Bera- thung. Der Referent Schaub sprach die Hoffnung aus, daß die Regierung die im vorigen Jahre gebilligten GefichiSpunkie feß- halten werde. Der Minister des Auswäriigsn, Graf Andraffy, erklärte, es sei unmöglich, bei den noch ichwchbenden orientalischen Angelegenheiten Aufklärnngen über Einzelheiten zu geben; es würde unßattbast sein, daß das Parlament in solchem Falle bestimmte Direktive für das Vorgehen des Ministe- riums vorzeickjne. Eine eingehende Disknsfion dieser Frage würde dem fachlichen Intereffe nichi zuträglich sein. Die Ziele des Ministeriums seien, wie er wiederholt erklärt habe, Erhaltung des europäischen Friedens, Vermeidung weiterer Komplikationen, Anbahnung verbesserter Zustände, welche die Wiederkehr äbn- lieber die Monarchie bedrohendcr Gefahren verhindere. Mit diesen Zielen sei ja auch die Delegation einverstanden, Was die Mittel dazu beirifft, so sei es unzuläsfig, dieselben während der schwebenden Aktion darzulegen. Ter Minißerbetonie hieraufdas gute Einvernehmen mit den Übrigen Mächten und gab derHoffnungAus- druck, die Ehre, die Unabhängigkeit und das SelbßbeftimmungHrecht der Monarckzie unter aUen Umßänden zu erhalten. (Leb- hafte: BeifaU.) In der Spezialdebaiie wurde hierauf das Budget des Ministeriums der auSwärtigen Angelegenheiten angenommen. Der Antrag auf Aufhebung des Botschafter- bei der, päpstlichen Kurie fand keine Unter- ftüßung. Der Reichs =Jinanz- Minister, Frhr. v, Holzgeihan, gab noch ausführliche Erklärungen über die vorhandenen gemeinsamen Aktiva und legte den Ausweis über den in seiner Verwahrung befindlichen Antheil der Reichöaktiva vor. _ Aarifi Pascha ist hier angekommen und hat bereits eine Kon- ferenz mit dem Grafen Andraffy gehabt. Der russische Bot- schafter in Wien, v. Nowikoff„ ist ebenfakls hier eingetroffen und werden der englische und der deutsche Botscbafter hier er- wartet.
Agram, 25. Mai. Der kroatische Landtag wird, wie die „Pol. Corr.“ mittheilt, gleich nach Schluß der laufenden Delegationssession eröffnet werden. Dcrselbe wird nahezu voile drei Monate tagen, um der im ungarisch=kroatischen Auggleichs- gefeize diesbezüglich enthaltenen Beßimmung zu entsprechen. Das Wiggleichsgcsey schreibt nämlich vor, daß dem kroatischen Land- tage Bebufs Erledigung seiner legislatoristhen Agenden wenig- stens drei Monate im Iabre gegönnt werden müffen. Da diese nun die erße und voransfickztlick) einzige Session des laufenden Jahres sein wird, bcicbwß die kroatische Regierung, deren Tauer auf drei Monate ausznb-Men.
Belgien. Brüssel, 24. Mai. (W. T. B.) Die Re- präsentantenkammer hat heute den Geseßentrvnrf, be- treffend disGenebmignng der Konvention von Tcrneuzen, mit 58 gegcn 42 Stimmen abgelebné. DreiDeputirte enthielten sich der Abfiimmung. Nachdem der erste Artikel der Vorlage, beireffend den Ankauf der Liittich-Limburger Eisen- bahn, abgelehnt worden war, erklärte der Minister der öffent- lieben Arbeiten, daß die Berathnng der übrigen Artikel nicht erforderlich sei. Tic Kaminbr vertagte sich alsdann auf unb€- ftimmte Zeit.
Frankreich. Paris, 24. Mai. Der Präsident der Republik hat das Abberufungssclikciben des Generals Pulgar als bevollmäclzxigxcn Miniitcrs dcr Republik Venezuela ent- gegengenommcn.
_ Da nun Dis Amnestie endgültig abgewiesen ifi, beschäftigt ficli die Regierung damit, die Liste der Verurtbeilten, die zu begnadigen wären, aufzusteklen. Zugleich soli die Re- gierung, nach dem „Mon. univ.“, beabsichtigen, einer Anzahl von Handwerkern, welche in Folge dsr Kommune-Ereigniffe ins Ansland «Egangen, die Rückkehr zu gestatten, dock) wii! dsr Prä- ßdent der Républik nnd der Minifierrath, ebe ein beftimmter Beschluß gefaßt wird, den Eingang der von der Schweiz und von Deutschland, wo fick; die meisten franzöfischen Flüchtlinge befinden, erbetenen Auskunft abwarten.
_ In den offizieilen Kreisen haben, wie der „Köln. Ztg.“ geschrieben wird, die Vorgänge in den zwei Studenten:- Versammlungen, worin die Frage betreffs eines Studenten- Kongreffes behandelt wurde, sebr unangenehm berührt. -Man fand es besonders unpassend, daß in dem jetzigen Augenblick Worte zu GunftcnPolens gesprochen wurden. Fast alle hiesigen Blätter übergeben die Sache mit StiUschweige-n oder tadeln die Stndenten; einige. wie der „Francais“, verlangen sogar, daß man gegen die Studenton, welche solche Reden gehalten, einschre'sje.
_ Graf Falloux hat ßck; demWiUcndes Bischofs von Angers gefügt und seine Zustimmung dazn gegsben, daß das Stück Grund und Boden, welche-H er fiir sein Hospiz in Segré gekauft, der Kirche zurückgegeben werde.
_ 25. Mai. (W. T. B.) Das ,Ionrnal officiel“ ver: öffentlicht die Ernennnngen von 4 Präfekten, so wie von einer großen Zahl von Unter-Präfekten und General- Sekretären.
Versailles, 24. Mai. (W. T. B.) In der heutigen Sitzung des Senats beantwortete der Iustiz-Minister Dufaure die Interpellation des Senators Paris über den Art. 8 des VerfaffnngWesetzes, betreffend die Revision der Ver- fassung und die Auslegung deffelben in d-m Cirkular des verstorbenen Ministcrs Ricard. Hr. anaure erklärte, daß das Cirkular des verstorbenen Minißers Ricard korrekt gewesen sei und konstatirtc sodann, daß ztvei Anfichten über die Auslegung des Artikels 8 exiftirien, über die aÜein die beiden Kammern des Jahres 1880 entscheiden könnten. Im gegenwärtigen Zeitpunkte erscheine die InterpeUation über diese Frage gegenßandslos und gefährlich, da fie einen Zwiespalt zwischen den beiden Kammern herbeiführen könnte. Der Senator Paris erklärte, sich durch die Ausführungen des Minifters befriedigt und nahm der Senat darauf einßimmig die einfache TagesOrdnung an.
Italien. Rom, 25. Mai. (W. T. B.) Die Kom- mission zur Vorberathung der Baseler Konvention hat Puccini zum Berichterstatter ernannt mit dem Auftrage, dieselbe abzulehnen. Gutem Vernehmen nach Hatte der Konseil-Präsi- dent eine Vertagung der Verathnng beanéragt, da neue Ver- handlungen mit dem Baron 11. Rothschild vorbereitet würden.
Türkei. Konstantinopel, 25. Mai. (W. T. B.). Der Regierung ist folgendes Telegramm aus Moßar vom 23. d. M. zugegangen: Tie Insurgentcn von Banjani hanen fick; heute Nacht in der Umgegend von Tsirnitsa, Gn-
luz und Zagraz vereinigt, um die Heerden dieser drei Dörfer zu rauben. Die Garnison von Türnitsa bemerkie dieselben jedoch am Morgen und benachrichtigte die in der Umgegend liegenden anderen Bataillone hiervon, welche sofort nach den bezeichneten Ortschaiten marschierten. Es entspann fick; hierauf ein Gefecht zwischen “den türkischen Truppen und den Iusurgenten, welches den ganzen Tag über dauerte. Die Insurgenten ergriffén ichließlich die Fluckzt und wurden durch die Truppen nach Goblagloa, einer Anhöhe in einer Entfernung von einer Stunde von Tfirnitsa und von dort bis in die Berge von Banjani zurückgeworfen. Die Trup- pen :; rloren in dern Gcfechie 5 Todte und 16 Verwundete; der Verlust der Insurgenten wird auf 150 Todte und ebensoviel Verwundete geichäßt.
_ Nack) in Ragusa am 25. eingegangenen Nachrichten hat der Jnsurgentenführer Pavlooic mit einer 2000 Mann starken Abtheilung von Jnsurgenten, unterfiüßt durch die Be- wohner des Distriktes Gaczko, Moukbtar Pascha, W21chEr fick) auf dem Matsche nach Bilek befand, bei Kobijalaba an- gegriffen. Moukßtar Pascha mußte sich nach 8ftündigem Kampfe und beiderseiiigen großen Verlusten nach Gaczko zurückziehen.
_ Der „Politischen Korrespondenz“ werden aus Konstan- 1inopel die wesentlichsten Punkte des von den Sofxas aufgestellten politischen Programms mitgetheilt, Das nach vnlangen die Softeis, daß der Sultan 5 Miilionen annd Sterling an den Staatöschaß abgcxbe nnd die CiviUiste auf 1 Miklion annd Sterling reduzire, ferner, daß derselbe den Kbalifentitel ablage. Außerdem soll ein Nationalraih eingeseyt werdsn und der Pofien des Finanz-Minißers einem Europäer anvertraut werden. “
_ Das Brüsseler Journal ,Nord“ veröffentlicht die von den boöniscben Insurg-enten durch Wesielitsky an die Konferenz in Berlin gerichtete Adresse. Dieselbe ift analogen Inbalts, wie die von den Führern der Insurgenten in der Herzegowina aufgeßellten Punkts; die unentgeltliche Ueberlaffnng oon Ländereien wird nicht beaniprncbt, die Refor- men des Grafen Andraffy werden angenommen, nnr werden Garaniien für derxn Ausführung verlangt. Weffelilskn ver- fickzert in einer an den „Nord“ gerichteten Zuschrift, dns; nUe Insurgenten die vorgeschlagenen Reformen acceptiren,
_ Einer Meldung der „Pol. Corr,“ ans BoSnien sni- nehmen wir Folgendes: Am 17. 11. fand ein ziemlich ernster Kampf bei anim statt. Hadzits' Leute kämpften mit großer Zähigkeit und nötbigten die Türken nach mehr als zehnstündißem Kampfe znm Rückzuge. Jm Treffen waren znmeiß Redifs en- gagirt, die ßch das Terrain nicht io [eicht nehmen ließen. Soliman Pascha ordnete kategorisch an, daß die Insurgenten aus der Nähe des Städtchens anim ver- jagt werden soÜen, da dieser Ort in stratsgiscbcr Be- ziehung von Wichtigkeit ist. Indessen vermochte Faznl Pascha, welchem die Aufgabe zuficl, die Insurgenten unter Hadziis von Buzim zu vertreiben, wegen ungenügender Trnppenzahl nichts auszurichten. Seine Redifs leisteten, was menschenmöglick) war, konnten aber den Insurgenten nicht beikommen nnd mußten den Kampfplaß mit einem Verluste von 189 Todth und 255 Vcr- wundeten räumen. Die Insurgenten büßten an Todtcn nnd Verwundeten 110 Mann ein.
Unmittelbar nach dem Rückzugs der Türken operirten die In: surgenten, um fick; die firategiscben Vcrtbeile ihres Erfolges zu sichern. Eine Abtheilung von 450 Mann besetzte die Straße zwischen dem Sotanjak-Bache und dem Orte Zezerko. Diese Straße vermittelt die Kommunikation zwischen Novi, Kruppa und KostajniHa. Tie Insurgenten gehen darauf aus, von Vnzim jeden Entsaß fernzuhalren, es zn blokiren und durch Ausbungcrn in ihre Gewalt zu bekommen. Um zu diesem Ziele zu gelangen, haben die Anfftändiscbcn auch die Brücke Über die Gliniya zer- ftört und dadurch auch von dieser Seite die Verbindnng Vnzims mit Kruvpa und Novi aufgehoben.
Rumänien. Ter „Pol. Korr.“ wird aus Bnkarest gemeldet, daß da?- rumäniscbeMinisterium ans Anlaß dcs zehn- ten Jahrestages der Tbronbefteigung des Fürsxon Karl die Aufhebung der Jrohnarbeit bei dem Straßen- bau beantragt habe.
Rußland und Polen. Aue.“: Ssoii-Knrgan ist über Chodshent nackiftehendes, vom „R. Ino.“ veröffentlicht:: Tele- gramm vom 27. April von dem Kommandirendon der Trnppcn des Ferghana-Gebietes, General-Major Skobelen) ein- getroffen:
„Die Kara-Kirgiscn ans Ssariijar-Uldsbjak bxbrn, wn Additi- lab-Veg dazu angesmcixelt, die Karawancnbsrbindnng mit Kascbgar uuterbroäycn und, nacbkem fie eine starke Pokiiicn in dem Engpaß; Jangi-Aryk, 25 Wsrst, von der Beseitigung Guliscba, einßcnoxnmen, die Bcvéikerung zum Haiawat aufgerufen. Um 24. April rückte icb p:rs(*niich aus aniicba niir SÖKTfsÖÜJM zu Pferd?, den Scbüßen kes 4. Lini-zn-thaüicns, mix eincm Kom- mando Kosaken und einer Rakctcn-Baxterie ani der Karawanchrxszs nacb Texek-Dawan vor. Stark durcb rie Taviorkit ker Trnvrsn, iiürinte ich am 25. April mir 150 Baikn-txsn rie Pcsirxon anf dsn stcilcn, felfigkn Höhen des Enqnaffss Zang! - Aryk, nuclie von cincr Reibe von Erdxnfwürien beschützt und von 1500 F:inrcn bcsxßt waren, Nach zweiiiimrigeni, bartnäckizsm Kampfe, Véltrikb das bcrittene 2. Schiixzcn - Bataillon nnd das 4. Linicn-Bataillcn den Feind mit dem Bajonstf aus drr: Vcrbancn und bemächtigte sich de: Bkücke nnd kes Lagers. Nack)- d-km dia Schützen n Pferde aestiescn waren, vcriolgte icb kin Fsind bis 25 Werft inter SicfiKnrgan. Erobert wurdcn 3 Ref;- ichwchifch 8 Falkonets, und gegkn 100 Gcwsbre; visit Säbel, Pierdc, Vieh wurden ebenfalls erbeutet. Wir vsrlvren :! Untermnitärs. Vsrwimdet wnrden: der Effanl Stakelbcrg, Z(Hemeine, von diesen 7 schwer, 2 Dibigiten. Turck) Steine wnrdkn der Lieuisnai-t Boriffow und 12 Gemeine Verwundet. Der Verlust des Geg- nkrs isi bedeutend. Ick) kann die tavierenTrupnen uiib: genug loben. Ilm 26.211161 rückte ick) nacb anrrren Ricbtungen vor und paifirtc die Anis (Dörfer). Henke haben die auirniKkeriicb'n Brgs i“:re Unter- Werfung erklärt; die Karawanenvsrkindunß, rnit Kaicbgar ist Medek hergestellt. Die von mir bénacbricbligtcn Naibbarsn bcnabmsn sicb tadellos. Ich bin mit berittenen Schüßen sxbcr die Berge nacb USaent vorgerückt und habe den Bau einer Fahrstraße über die Berge zwischen U1ch und (Hultscha begonnen.“
Amerika. Washington, 24. Mai. (W. T. V.) Der Präsident der Vereinigten Staaten hat Eduard Reale als Nachfosger Ortho für den Gesandtenposten am Wiener Hofe defignirt,
_ (W. T. B.) Nach hier eingegangenen Nachrichten ist die Verbindung zwischen Veracruz und Mexiko dnrck] die Insurgenten unterbrochen, .
Brasilien. Rio Janeiro, 12. April. Wenn die An- zeichen nicht trügen, beabsichtigt Brafiiien, im Laufe dieses Inh- res eine größere Anleihe in Europa zu machen. Bisher wurden solche Finanzoperationen durch das Haus Rothschild patronifirt. Es scheint jedock], als sei in nancster 3-cit das Ver- icaUen zu den Finanzen dieses Landes crschüxtert worden, wenia- stens smd die Fonds um 6-8 Proz. gefallen, In der That
ist die Finanzlage Brasiliens keine glänzende _ das Defizii ift in Permansnz. Die Staatsschuld betrug 1856: 163,000 Con- tos (ctwa 120 Millionen Thaler). Im Jahre 1875 betrug fie 662,000 Contos (etwa 528 MiUionen Thaler), hatte fich also vervierfacht.
Die Bevölkerung Brasiliens wird auf 10 MiÜionen Ein- wohner angegeben, wovon jedoch etwa 11 Millionen wilde Indianer, welche dem Staatsseckel nichts zubringen, deshalb ift der Betrag von 52 Thalern Staatsschuld pro Kopf ein hoher zu nsnnen. Die Verzininng der Schuld mit 33,500 Contos (etwa 25 Miüionen Thaler) nimmt ungefähr ein Drittel des gesammten Einnahmebndgets _ von 105.000 Contos _ in Anspruch. Diese Einnahmen ihrerseits haben eine ziemlich un- fichere Grundlage, indem sie zu circa 70 pCt. auf Ein: Und Ausfuhrszen beruhen.
Unter diesen Umständen ist es wohl nicht gewiß, ob die bx abficbiigte Finanzoperatisn, deren Gelingen im Interesse Bra- ßliens dringend zu wünschen wäre, auf dem mißtranischen eng- lischen Markt dsnielben Anklang wie die früberen brasilianischen Anleihen finden wird.
_Die Nr. 38 des ,Amiöblakis der Deutschen Reichs- Poit- und Telegrapben-Verwaltung“ bar folgenden Jubalt: Verfügungkn: vom 20. Mai 1876: Aufzsrcxnrssikznng von Scbéide- münxen Der Tbalerwäbrung; Behandlung uneingcibsier Postanfträge in Bezug auf die Rücksendunz, wenn TL: TK,; der zn bewixkenden Einzicbnnq kes Geldbkkkägks angegebxn worden ist. Bescheidungen: vom 18. Mai 1876: Unzulässigksit ker Beßördérnnß von Telegram- men obne Texi,
_ Nr. 20 dss „Justiz - Ministerial - B1atie§“bariok_.i,en den InbalMllgemeine Vexfügung vom 22. Mai 1876, betrc-ffend die? Behandlung der bei dsn Kaßen eingébxnden natbgemackyteu, ver- fälschten oder nicbt mehr umlanfsiäbig-In Reich6münzsn _ Llllgsmsine Verfügnng Vom 23. Msi 1876, bexxsffénd dic Ablieférnnß kek anßér Cours geießien SebeikemünzM nnd Dor aus denn Vkrkebr zu zisbenden LandsL-Kupfcrmünzeu.
Statistische Nachrichten.
Nach Mitibailnng des staiiitiicben Bureaus der Studi Berlin find bei den bissigen “Standesämtern in der WOÖL vom 14. Mai bis incl, 20. Mon“ cr. zur “Anmeldung gckonimcn: 248 Cbeicbließungcn, 794 Lebendßebbrenk, 37 Todtgeboréns und 478 ZterbefäU-Z.
_ Die „Austria“ veröffentlicht die Uebersicht über die Waaren-(Zin- und Ausfuhr des allgemeinen Siier- rcichiich - ungarischen Zollgebietes und Dalmatiens in den Monate:: Januar bis inki. März 1876, Wie ans ker Haubtüberiicbt barosraebt, bcirägt rer (Tief.:mmtixertb De: einge- fübrien Wanken (119,999,432 G.) Um 65- Mill. Gulden Weninkr, als in der glsicbon Periode 7265 Voxiabrs, was „zumeist durch die schwäcßeren Bezügk an Tabak und Tabakfabrikatsn. an WWW und Wirkiioffcn, an Textilwaaren nnd Garnen berbeigeiübrt wnrdé. Der Ausfaii würde noch größer sein, wsnn 'ich nicbi der Import an Pe- irolcum, an toben Mstailen, an Glas- nnd Tbonwaarsn um :.,7 Mil]. GLlldx'U gesieigert hätte. Die Eraebniffe dcr Waarenanöfnbr (107,637,407 G.) iieilen sicb mindsr giinstig dar, ais in Den vorans- JOJKRJMM zrvsi Monaten, da der Expert an Mxicbimn- und Kur;- waarcn, an Haibiabrikaien aus Eisen, dann an 'sts- und Wirk- waarm gegen die VoriabrMerioke nm msbr als 4,1 MLU. (81:17:31: ini Werthe Utrückgcblieben 81, infolge dcssen der Geinmniimsbrwsrtb blos 1,2 Mil]. Gulden beträgt.
Kunst, Wiffenscbaft und Literatur.
Kaissr Karls 17, Landbucb der Mark Brandén- burg. Nack: dyn bandschriitlicben Qneiien beransgeaeben von C, Fidicin, Stadtarchivar zu Berlin. 1856. T1]. und 356 Seiten 4. bei Guirentag (D. Collin). chgenannies. vor 20 Jabrxn bersitZ wieder LkiÖiLnéUSS, 'in die Géiibickzkx k?! Mark Brnndonbnrg wirbtigen Werkes bleibt namentlich darum iin "ren Geschichts- frricbxr von großsm Wcrtbe. weil „5 mii“ Rech als die älteste Sia- tistik der braiikcnburgifchcn Land* ;u bzicaciyrcn ist Usbxrdies icicrt das Werk in risiem Fabre isin 5Wjäbxigés Jubiläum, indem Kxiier Kaxl 17., dnn!) kön Verkrag zn Jürstenwalkc 1373 in kxn BLW kor Herricbais zskcrnmen, dsn Befsbl zur Aninxbnic dsiixlIcn crtbsilte. Tiefer 1375 crgnngsne Bsixbl wnrce in d:"nneibsn Jibre nnd 1376 vosliiibrt. Das anib Die goldene 2311112 1356 bsreiis Juni Kuxiiiritsmbnme er- Hobsu Land war iiei vyriénxidxi. Um gsnaucre Kenntnis; TLS nen ornvrbxnsn Landes und so iiÖern Anb1it fn: nötbigz Verbsffc- rungen zn gswinncn, ließ [iii) ker Kaiier Daber eine vollständige Be- scbrcibnng dss Landes mit gsnan-kr Llnzabe aller d:;n L&ndedbcrrn nebst Andern zustehenden Gxiäile Überreicben mir dcm Bekxuten ffir "eden Interessenten, snb vor Vericknveigsn or-Zr falscbén ZnKÖerungcn
ei Simi? 'zu bitten. Lie Lininabme kewérkrcn ti)€il€« außerorkcnr-
lick)! Bcamie mit aniebnn: des Kreisvogtz. tbeil-Z &".be dic gswéba- lichen Landreitrr nach den ibncri zugewieiznen Berixrsn. Weitkrsr Zweck wir auch wobl die Entkecknag eigentlickg bcrreuloicr Güter.
Das GRW.“ umfaßte Die jeßigc Altmark, die Mitteimark nkbst Priegniiz und Uckermark, sodann die Neumark mit EiniÉlnß dss Landes Zicrnbcrq. Die landesberrlicbcn Cinknnfxe beliefen iich Damals auf etwa 6500 Mak Silber oder 61,000 Tixlr, Näcbiikcm €„“inkén nock) bemerkenHwertbe Tbatsacben in dem neuen Vcrzeiécniffe ibre Stills, Der Name ,Landbncb“ kommt zwar nirasnks ?ka doch ist sr wabricbeinlick) Der ursprünglicbe nn) xnbrt vom Kaiycr ielb't ber.
Drei Hanksxbriften des Lankbncbxs Link in km brciißiicben 2126» ('In vorbanZ-en; die im Jahre 1781 zur Heran-Zgabe gswäbne wgr gxrnde bis am wenigiien geeignete, WodurÖ viele ecbebiiÖs eribnmec wsr- schuldet iind. Der Berixncr Stadtarchivar S' Fidicin nnxßrmbin es dabsr, die oben angefübrte RnQabe zn bs'orgen Und 19 DM mäckiscbcn Gsickyichtsfcrscbern eins möglicbit ixsne, unanbebrlichc Dar- stéünng von unkcrm Preußischen Stammlankc in (“L?Halldé zn (:S-zen, die nnmncbr das 500jäbrige Jubiläum 1*ec_cns zn k-i-„rn Vcrnmg. Schon bierdurch empfiskylt fie !"ich jédcm GCRÖiÖlS'kkUUÖC der Mark von Neuem.
Laud- und Forstwirtbskhaft.
Laubsbut (in Bayern), 20. Mai., Heute Morgen l-atien wir 2 Grad Kälte. Frisch bearbeitecez Land war gcircrxn, in Tonnen und Bassins war 2,124 W561 finxcrkii mit E21; Übcrxoaen, Nile Pflanzen waren starr und ii.:n Tem Rczgcn Finne cer Frost argen “Schaden zngsfügi babcn,
GeWcrbe und Handel.
Einer uns iugebendcn Mittlzzxinrg ziiiclge, bat kiciec Tage eine Liisung kes LluisiciztSraibs de_r „Mati_onaie“, _Lebenschx- iicherungS-Gciellick)_aft au“ 01cgenieittgkeit iiattgcknxidxn, in Welche der Abickylux; pro 1875 in_r Vorlaze geignate. Im Jahre 1875 sind eingsgxngcn 2204 Antra_gc “mii 4860635 „76 nnd auß-xrkem in der Stsrbekane 13 35 Anfrage mn 251.650 «76; "W Abrechnung von 35% lelsbnnnnsn nnd der erloixbchn Vsriiäxernzgen verbliab ein reiner Zuwacbs Exkl. Yer Skcrk'ckäffé von 937 Pericncn mit 1,630,000 „M, 10 kai; dcr Gciammr-VérüMrungMeitaud in dcr Hauvtbrancbe am 1. Januar 1876 kcttng :'()"8 Psrirncn init 3,622,835 „FC: und in dcr Sterbekane 1691 Personen mit 305,700 «. mit einer Prämien-Einnabme von 126,700 „kü
_ Der von der _LkbcnSvyriicbsxnnzs-Geiellschafr ;n Leivzig ersiaitere Geicbäirsvcricht inc ms.: Jabr 1875 crwanr MUMM kik EÖFÄLMMA ITS rcvidirt-én G.!"cÜanw-xxnn“ Tie LHC'ÖZZTSCtga-bi-imc 2:6 rierngcmn Jabns nnißcn 1:15 günstig, 2e- SLÜQUU- Es wurden 260.) Verjicyccungen nn Beuage vou