1876 / 129 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 02 Jun 1876 18:00:01 GMT) scan diff

-- Nack) einem Erlasse des Minister? der geistlickgen W)- gelegenheiten können diejenigen Geistlichen, welche kein Ephorialamt bekleiden, einen Ersaß an Portoauslagen fur amilicbe Schreiben aus der Staajskaffe nicht erhalteii. 'Das Konfistorinm der Provinz Posen empfiehlt daher den Geistlichen, diejenigen Portoauslagen, welche tri Fo1ge 'der „neueren CWll- standsgeseßgebimg entstehen, z, B. fur die Mittheilung vollzoge- ner Trauungen an den Parachus des erften ehelichen Wohn- siZes, den zur Zahlung der Stolgebühren Verpflichteten mit in Rechnung zu steUen. Bricfliche Mittheilungen dagegen, welche einzelnen Parochianen nicht in Rechnung gestellt Werden können, müssen künftig durch Vermittelung der Superintendenien erfolgen.

_ Tie zeugeneidliche Vernehmung der Kinder gegen die Eltern in Strafsachen ist an fick; statthaft, wenn sie von dem Rechte der Zeugnißvcrweigcrung keinen Gebrauch machen, und auch der Richter nach Lage der Sache von der Vernehmung ein erhebliches Ergebniß erwartet. Das betreffende Erkenntniß des Ober-Tribunals vom 17.Maid.I. führt aus: „dieAnsicht, daß dieVerncbmmig der Kinder gegen ihre Eltern unstatthast sei, mag dem römisckzeii Reckzte entsprechen, indessen ist die neuere gemeiiirechtliche Dokirin und Praxis, wie dies in dem Erkennt- nisse des Kdniglicizen Ober-Tribimals vom 23. Februar 1). I. hi11fick3tlich der Eltern und Geschwister bereits anerkannt worden, zu einer Erweiterung der Zeugnißfähigkeit solch naher Angehö- riger in der Weise gelangt, daß wenn fie nicht von dem Rechte, das Zeiigixiß zu Verweigern, Gebrauch machen, deren Abhör von dem Ermessen des Gerichtskack; Prüfling der Sachlage und der“ sonstigen Beweise abhängt“.

_ Dei" General-Feldmarj(hall Von Steinmelz ist imc!) Gbr1ixz znrüikgekebrt.

" _ S. M. Torpedo-Tampfer „Zieten“ und „Ulan“ werden dem Kommando der Marinestation der Ostsee zugetheilt, und ist ersterer unicr die Schiffe 4. Ratiges, letzterer unter die Fahrzeuge 1. Klasse aufgenommen.

S. M. S. „Elbe“ ist während der diesjährigen Indienst- sreUung einem Schiffe 4. Ranges gleichgestellt.

S. M. Kanonenboot „Comet“ ist am 18. Mai er. in Plymouth eingetroffen, und beabsngte nach Einnahme von Kohlen am 29. deff. Mts. wieder in See zu gehen.

Ems, 2. Juni. (W. T. B.) Zum Besuche Sr. Majestät des Kaisers Alexander ist Heute früh Se. Majestät der König von Württemberg hier eingetroffen, die Ankunft des Groß- fürsten Michael wird heute Abend erwariet. Vom Grafen von Paris wm'de dem Kaiser Alexander gestern ein Besuch ab- gestattet. _ Der französische Botschafter in Berlin, Vicomte de Gontaut-Biron, ist zum Gebrauch der Badekiir Hier ein- getroffen.

Bayern. Miinchen, 31. Mai. In der Sitzuug der Abgeordiictenkammer Vom 30. 5 (ai erklärte der Minister 01“. v. Fänftlc zu dem Anfrage Feigel, es ericbcine nicbt zweckmäßig, jetzt noch eine Ab- änderung in der baberijckien Cibilprozeßordnung Vor- zunebmen, naehdem die ReichE-Prozcßordnung Wesentliche Abbiilic bringen Werde. Er habe, nachdem der Aiitrag Feigcl erfolgt jei, das Appellgericbt in Bamberg um Ausknnst befragt, Und man babe ihm geantwortet, dai; der Antrag viele Gründe für sick) Habe, aber praktische Fälle, in denen die vom Antrag- steller betonten Schwierigkeiten [)er'vorgctreten, seien noch nicbt rbrgckommen. Die Staatsregierung sei bereit, die znr Abbiilfe geeigneten Vorschriften zu erlassen, doc?) auf den Antrag Feige], eiii Giseß JU crlasien, könne sie nicht eingeben. Die Abstim- mung ergab, wie schon gemeldet, die Verwerfung des An- trags J-cigcl.

Sachsen. Dresden, 1. Juni. Die Erste Kammer beschloß k].“uie, in Uebereinstimmnng mit dem Beschluss der Zweiten Kammer, anßer den zu Pos. 2:1. unter 8 des Einnahme- bUdgets bereits bewiUigten 9000 «FH Hierüber nock] 25,000 OM als BcrecbmmgSgeld zn Bauherstcllungen im Schloffe Hilbertus- burg zu bewilligen, erledigte hierauf eine Anzahl Petitionen imd besäzloß sodann, den Antrag des Abg. Strauß, die Errichtung voii Seminaren betreffeiid, der Königlichen StaatSregierimg znr Kenntiiißnabmc zu übergeben.

Die Zweite Kammer“ genehmigte mit wenigen Abände- rimgen dcn Geseßentwnrf iiber Anfnakzme ciner 3prozemigen Rentenanseihe bis 311111 Betrage von 101 Millionen Mark, Trat den abweichenden Bcscbliiffen der Kmmmer in Bezug auf den Eiat des Iuftiz=MiUißeriums mit einer einzicien Aiisiiahme bci, bebarrte bei ihren Vesch1iiffeii bezüglich der Novelle ziim Gescxie Über die Reorganijaiion des Landeskulturraths gegenüber der von der Ersien Kammer beschloffeneii Aenderung und beschloß endlickg, eincm Nntraqe des Abg. v. Hausen in der Haiipisackze entsprechend, die Königlich Staatsregierimg zu ersuchen, Er- örtermig über dUs Bedürfuiß zn einem Waldsckwßgescxxe im Lande anstellen imd den Kammern darüber Mittheilnng machen zu Wollen.

Würticmbcrg. Stuttgart, ]. Irmi. Der „St. A.“ veröffentiickn das Geseß.,bctreffcnd außerordentliche Be- dürfnisie dcr Postverwaltung für187077 im Betrage v0n152,000 416. Diese Summe sokl den fiir den Van von Eiscnbalzxicn *in dem Finanzjahr 1876/77 vcrwikligten Mitteln entnommen wcrden. Das gleichzeitig publizirte Gcseß, betref- fend die weitere Ausbtxdung des Tclegraphenncßes verkangt die Summe von 130.000 „W ebenfalls aus den fiir den Bai: von Eisenbahnen bewiÜigten Mitteln. Beide Geseße datiren vom 23. Mai.

Hessen. Darmstadt, 31. Mai. Bei der Budget=Ve- ratbung trat im Finanzaussthuß der Zweiten Kammer 11. A. die Frage in den Vordergrimd, db fick; die Organisation des Gesammt-Ministeriums in Verbindnng mit den be- stehenden drei Reffort-Minißerien bewährt habe. Der vom Abg. Osann erstattete Bericht kommt zu dem Schluß, an die Regie- rung. das Ersuchen zu richten: „die oberste Verwaltung des Groyzherzogthums, Unter Aenderung der bis jetzt beste- hend'i Vorschriften, dahin organifiren zu wollen, daß ein veran wortlickgcr Minister an die Spiye der Verwaltung gefteUt werde, die selbständigen Ministerien aber aufgehoben werden, oder doch jedenfaU-Fz eine solehe Organisation zu treffen, daß die Zahl der Ministerien vermindert, der Geschäftsgang bereinfqckzt und wesentliche Kosten-Ersparniß erzielt werde.“

Tiefen Anträgen trat der Jinanz-Aussckguß der Ersten Kawmer nicht bei, schlug aber seinerseits das an dieRegierung zu )Zekleridc Ersuchen vor: in Erwägung zu ziehen, in welcher W811? die AuSgaben in der Haupt-Abtheilung bei der jeßigen SackAage erwa verringert werden kdimten. Ter Finanz-Llußsxhuß der Zweiten Kammer hält seine Anträge aufrecht.

Sachsen-Weimar-Eifenach. Weimar, 1. Juni. Der Großherzog ist heute wieder von Ems zurückgekehrt.

VraunfchWeig. Braunschtveig, 30. Mai. In der heutigen SiYung der LandeSversammlung wurde der Be- schluß gefaßt, die aus den franzöfischen Kriegskostenenrschädi- gungsgeldern gebildeten Kreisfonds durch Ueberweisung von 3 Millionen Mark aus den Ueberschüffen zu verstärken. Es entfallen demnach auf jeden der 6 Kreise durchschnittlich 500,000 «W., die als eine Wesenrliche Beihülfe zur Tragung der namentlich durch Wegebauten anschwellenden Kommunallasten bezeichnet werden dürfen.

Elfasz-Lothringen. Straßburg, 2. Juni. (WTB) Der LandeSausschuß hat in seiner geßrigen Sißung dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß die Centralverwaltung im Reichslande selbst ihren Siß behalte, daß die Befugnisse der- selben erweitert und jedenfalxs Veränderungen nicht ohne das Gutachten des Landesaussthuffes beschlossen Werden möchten.

OefterreiÖ-Ungarn. Wien, 31. Mai. Dcr „Prager Z.“ wird von hier geschrieben: Die aUSWärtige Situation hat durch die Erscheinungen der leYten Tage keinen allzufreundlichen Charakter angenommen und wenn man auch im Hinblicke auf die Drei Kaiser=Allianz fich keinen allzuweit gebenden Besorg- niffen über die Störung des europäischen Friedens hinzugeben braucbt, so ist doch andererseits an verschiedenen Punkten, nament- lick; im Süden unserer Monarchie hinlängkick) viel Vrandstoff an- gehäast, um Explosionen Und damit indirekte Beunrnhigungen unserer Grenzen besorgen zu laffen. Angesichts dieser von fast allen öffent- lichen Organen hervorgehobenen Sachlage muß es eigenthümlick)

bérübren, Wenn man in der reichSräthlichen Delegation mit a e 1 Nächdrucke, mit einem großen Aufwande von Geist und Beredtsamkeit für eine Schwächung der Wehrkraft unserer Monarchie eintritt und jeßt den Moment zu kommen erachtet, in welchem Oesterreich-Ungarn allein in einer yon Waffen star- renden Welt die Abrüstung vobziehen könnte. Wenn man die Debatten anfmerksam liest, so gewinnt man fast den Ein- druck, als ob in Oesterreich die Ansprüche der KriegSoerWak- timg ganz neue und aUßerordentliche wären, während sie thatsächlich unter das Niveau der früheren Jahre herabgesunken ist und somit den Charakter eines Normal-Budgets erreicht hat. Allerdings find die Ersparungsamräge zum Theile auch dahin gerichtet, auf der anderen Seite die MannschaftSUerpflegung, die nach dem allgemeinen Urtheile nothwendig ist, zu verbessern; aUein da sowohl der intakte Präsenzstand wie auch die Verbesserung der Mannschaftskost nothioendig find, so kann man die Dringlickgkeit ja Uner1äßlichkeit der ersteren um so mehr würdigen, ob man, wenn auch schweren Herzens, auf leßtere für jeßt verzichtet, wenn sie um den Preis einer Störung unserer Armee-Organisation erkauft werden soll. Die Entscheidung Über diese Frage wird in diesem Jahre in der österreichischen Delegation fallen; fie kann nach den Anschauungen der überwiegenden Majorität, die durch die glänzenden Ausführungen des gemeinsamen Ministers Grafen Andraffi) eine neue Bekräftigung erhielten, kaum zweifelhaft sein.

_ 1. Juni. Die „Wien. Ztg.“ veröffentlicht heute den Staatsvertrag zwischen der öfterreichisch-ungariichen Monarckgie und der,Schweiz,vom 7. Dezember 1875.

Prag, 31. Mail Heute fand hier das Leichenbegäng- niß Palacky's unter großer Betheiligung der Korporationen, czechischer und deutscher Vereine und aller Bevölkerungs- schichten statt.

Pest, 28. Mai. Der von dem Ausschuss:,“ der unga- rischen Delegation erstattete Bericht über das Budget des Ministeriums des Aeußern konstatirt zunächst, das; es der answärtigen Leitung gelungen sei, ihr vor Jahresfrist auf- gestelltes, von der Volksvertretung gebiljigies Programm durch- zuführen. Troy der verschiedenariigen, einander entgegengeseßten Interessen der durch die orientalischen Angelegenheiten berührten Mächte, sei der Friede bis zu diesem Augenblicke nicht ge- stört worden. Was die Zwkunft betreffe, so habe der Aiisschiiß miez den Thatsachen der Vergangenheit die Ueberzeu- gung gewvmnen, daß Oesterreich-Ungarn fortfahren werde, die Wahrung ch europäischeUFriedens und der äußerenterriwrialen Integrität der Türkei als Ziel seiner Politik zu verfolgen, ,so lange die vitalen Interessen der Monarchie nicht unabweislick) etwas anderes gebieten.“ In dieser Beziehring verzichtet jedoch der AllSskIlMß darauf, von dem Minister des Lliiöwärtigen irgend we1che Erklärungen, beziehiiiigsiveise Versprechungen zn verkangen oder ihm Direktiven geben zu wollen, welibe die Hände der Regierung in einem Augenblicke binden wiirden, wo dieselbe im Interesse der Monarchie der vollen ?lktionsfreiheit bedürfe.

Das VertraUensvotum, welches damit dem Grafen Andrajsy eriheilt wird, ist ein neuer Beweis dafür, daß der leitende Staatswami iiach wie vor uns die Unterstütsung seiner Ungarischen Landslente zäk][en kann.

_ Die „Viidapcftcr Correspdndcnz“ vom 30. d. M. ichrcibt: „Die Mitglieder der Ungarischen Delegation sind ebenso wie die der bstcrreichischen bestrebt, vor Pfingsten die Arbeitcii der Delegationen zu erledigen. Man glaubt, das; die bstcrrcicbiicbc Delegation bomnöfickßlick) alle. rückständigen Bc- rtcbte schi morgen, die ungarische Delegation aber Donnerstag erledigen werde, io Daß die Llusgleickynngskommiisionen noch Donnerstag Nachts und Freitag Vormittags verhandeln und ihre Prbposiiioncn Freitag Nachmittag?- den Delegationen vor- legen köiiiitcn. Sonnabend wiirde dann in der ungarisch Delegation die dritte Lesung des gemeinsamen Budgetgesetzeiit- MUNLÖ Und ziiglcick) der Schluß der Delegationsicision erfolgen.“

_ 31. Mai. Der „Pester Lloyd“ bespricbi in einem län- geren Artikel den Versuck), die Türkei zu konftitutiona- lisrren, und sagt am Schlusse: Es ist wenigstens ein Versuch, die Grmidlagen des Staates neu zu beleben, ein Versuch, der von der relativ kräftigsten und patriotischeften der türkischen Parteien auSgcht. Vor A(lcm aber wird man die Wirkungen nicht untersckzäßen dürfen, welche die Ankündigung emsr neuen konstitutionellen Aera auf die unmittelbar schwebenden Fragen des, Augenblickes äußern wird. Die Aufgabe der Pazifikation ist durch den Regierungs- w_echsel _offenbar in hohem Grade erleichtert. Die Bevolkcrung der insurgirten Provinzen steht einem YLULU Herrscher, einem neuen Regierungssysteme gegen- uber... Tie Gennßheit, daß eine feierliche Verbürgung der Volks- fretheit nickzt ohne wesentlichen Einfluß auf die Lage der christ- lichen Bevölkerung bleiben könne, muß nothwendig die Stim- mungen der [eßtersn beherrschen und kann bei einigermaßen

Frage der Pazifikation, sobald die erste Verwirrung vorüber ist, mit a'Uem Emile und Nachdrucke wieder aufgegriffen werden. . .. Die konkrete Lage hat fich ungleich verbessert und welches auch

das Resultat der Zukunft sein mag, die Gegenwart hat eine.

wenigstens tröstlichere Gestalt angenommen.

SchWeiz. Bern, 31. Mai. Das internationaleTele graphenbureau in Bern hat so eben die Herausgabe der auf

die leßte St. Petersburger internationale Telegraphenkonferenz Bezug habenden Dokumente vollendet.

Niederlande. Haag, 27. Mai. Die vor einigen Ta- gen beim Kolonialamt eingelaufenen Nachrichten aus Atschin melden, daß dort am 2. Mai ein furchtbarer Orkan wüthete, welcher beträchtlichen Schaden verursachte. Am Morgen des nämlichen Tages drang der Feind in das diesseitige Lager in Lampager. Freilich Wurde derselbe mit einem Verlust von fünf Todten Verjagt, die Kolonialarmee zählte aber ihrerseits 7 Todte, darunter 2 Offiziere und 23 Verwundete. Es wurden unmittel- bar Erhebungen eröffnet zur Feststellung: inwieweii die Bevöl- kerung des bereits unterworfenen Ortes Lampager bei dem Ueberfall betheiligt war, wozu ein Controleur nebst 3 Compagnien dorthin abgingen. _ Jm Anfange [. Mrs. waren die sanitären Verhältnisse ungünstiger als früher. Die Cholera zeigte sich aber selten, auSgenommen in Kaja-Lok), wo inner- halb dreißig Stunden fieben Personen von derselben befallen wurden. Drei dieser Fälle hatten iöd11ichen AuSg-ang, doch blieb es glücklicherweise dabei. Der Asfisient-Refideni de Scheemaker batte fick) nac? Pedir, dessen Bevölkerung kürzlich die niederlän- dis-he Bo1mä igkeit aner-Usntc, begeben, um eine Wahl für die dortige Niederlassung von Truppen zu Treffen. Er wurde sehr günstig aufgenommen und fand das ihm dazu angewiesene Ter- rain_4äußerst zweckentsprechend.

ja,.“ - '

Großbritannien und Irland. London, 31. Mai. Auf" Anfrage der Admiralität zu Chatham haben die Werftbeamten drei Monate als den kürzesten Termin angegeben, innerhalb dessen das Panzerschiff „Alexandra“ fertig zum Dienst hergerichtet werden könnte. _ Zu Plymouth wird das Thurmfchiff „Hotspur“ am Sonnabend in Dienst gesteUt werden und nach dem Mittelmeer abgehen. _ Jm Arsenal zu Woolwich ist keine Steigerung der Thätigkeit bemerkbar. In- dessen find wegen Veränderung der Artillerie- und Infanterie- waffen dort schon seit zivei Jahren die Arbeiten umfangreicher als in Friedenszeiten der FalT zu sein pflegt. _ Einem amt- lichen Ausweise zufolge, welcher kürzlich von Seiten der Admiralität veröffentlicht worden ist, läßt fich in der allerkürzesten Zeit eine Flotte von 38 Vreitseitschiffen, .1 Widderschiff und "14 Tßurmschiffen mit einer Gesammtauörüstung von 625 der schwersten Gcschüße zujammenbringen, und zwar ohne Vor- bereitimg.

_ Sir Salat Yung, der Premier-Minister des Nizam von Hyderabad, soll morgen hier eintreffen und wird während seines Aufemhalts eine Zeit lang in dem Palais des Herzogs von Sutherland als dessen Gaft wohnen.

_ Die heutige „TimeS“ bringt eine Erwiderung Hrn. Oetkers auf die am 29. April in demselben Vlatte erschienene und „11 91'11551311“ gezeichnete Zuschrift, worin die Msgaben iiber unbiüige Behandlung der Insel Helgoland, Aufhebung ihrer konstitutionelken Rechte und Freiheiten, Unzufriedenheit der Bewohner u. dergl. für unbegründet erklärt wurden.

_ 1. Juni. (W. T. B.) In der heutigen Sißung des Unterhauses erklärte der Premier DiSraeli auf eine An- frage Harringtons, eine weitere materielle Information über die Vorgänge in Konstantinopel, außer der bereits in der Dienstagsfißung des Unterhauses von ihm mit- getheilten, sei ihm nicht zugegangen. Er habe zwar, während er der heutigen Sißung des Unterhauses bereits beigewohnt, ein Telegramm aus Konstantinopel erhalten, dasselbe enthalte aber nichts, was das Haus interesfiren könne, außer etwa, daß Alles ruhig imd daß die mnselmännische Bevölkerung mit der Lage der Dinge zufrieden sei. Das bei den Berliner Konferenzen vereinbarte Memorandum sei der Pforte noch nicht mitgetheilt, er hoffe, daß die Mit- theilung desselben nicht _ nothwendig Werde. Oßne Ziveifel sei die Lage der Dinge in diesem Theile Europas eine kritische. Die englische Regierung habe diejeni- gen Vorsichtsmaßregeln getroffen, welche fie zur Llufrechterhaltung der Interessen und der Ehre des Landes für nothwendig erachtet habe und die Regierung habe die Ab- fickzt, diese Politik der Vors1cht Weiter zu verfolgen. Seitens der englischen Regierung wünsche er dabei aber gleichzeitig, formell zu konstaiiren, das; nach der Ansicht, die er hege, die Interessen Englands am meisten durch Llufrechtcrhaltung des Friedens ge- wahit werden würden und daß die Ehre Englands durch nichts wirksamer vertheidigt werden könne, als dadurch, daß es einen Hauptantheil (leaäiog [)81'1) nehme bei den Schritten zur Er- reichung dieses Ziels. (Beifall.)

_ 2. Juni. (W. T. B.) Im Oberbause erklärte auf eine Anfrage Lord Strathedens der Staatssekretär des Lleuß-rn, Derbi), die Antwort der englischen Regierung auf die Vorschläge der Nordmäck)te hinsichtlich der orienta- lischen Frage, könne noch nicht veröffentlicht werden, da die V0rschläge der Pforte noch nicht offiziell mitgetheilt seien. Der gegenwärtiqe Augenblick sei keineswegs dazu geeignet, das wichtige Ereigniss, welches fick] soeben in Konstantinopel voxlzdgen habe, in allen seinen Phasen zu diskutiren. Er giaube, daß dasselbe tmr das Resultat des freien WiUens der türkischen Bevölkerung sei und daß es nicht durch irgend welchen Einfluß von außen her hervorgerufen sei. Dies Er- eigniß könne von den allertvichtigsten Folgen sein, aber es sei kein Grund im Voraus anzunehmen, daß dasselbe nicht günstige Resultate herbeiführen werde. Nack) dem Wiederzusammemriii des HauseS, also in etwa 14 Tagen, glaube er, werde die Re- gierung_wohl in der Lage sein, eingehender und bestimmter über dieie Angelegenheit zu sprechen. _ Das “Oberhaus ver- tagte sich hieraus bis zum 13. Juni.

. Frankreich. Paris, 31. Mai. Der Brief, welchen die acbtundzwanzig Erzbis chöfe und Bischöfe, die Gründer einer „freien Univerfität“ zu Paris, an den Minister Dufanre gerichtet und allen Senatoren und Deputirten zugesandt haben, hat, wie die ,Indep.“ erklärt, seinen Zweck vollständig verfehlt. „Die Prälaten sprechen in demselben fehr von oben herab; fie klagen offen Hrn. Waddingwn an, deffen Projekt, wie fie sagen, ungerecht und unheilvoll sei. Sie erklären, daß die Bischöfe „über diesen Punkt nicht verhandeln können.“ Mit einem Wort, sie behandeln den Minister als unter ihnen stehend und den Staat als ihres Gleichen. Sie behaupten, daß die Unterrichtssteiheit nur ein leeres Wort sei,

geschickter AuSnümeg leicht zu einer Thatsache von wirklicher

politischer Bedeutung werden. Allem Ermessen nach wird die

Wenn die Theilnahme der Geißlichkeit an der Verleihung der akademischen Grade aufgehoben würde. Wo ifi dann noch,.

en ie Glei heit? Es kommt ihnen also gar nicht in den Yiém, sddß UYU im Staate frei sein „kann,. ohne. die Rechte des Staates in Konkurrenz mit seinen direxten Beamten auszuüben. Sie behauptet], daß wenn, ihre Lehrer nicht einen Theil der Prufungs - Kommisfioncn ausmachen, das Geseß ihnen nichis gegeben habe, denn _fie konnten vorher Alles thun, was sie jeYt thin), d. f). den Titel Universität annehmen, Programme veroffentltcßen, alle Wissen- schaften ohne bejondere Vobmacdt lehren.. Sie glauben "endlich in ihrer Ehre angegriffen zu sem, weil maxi der Fahtg'keit oder Unparteilichkeit ihrer Professoren zu_ mrßirmzen scheme, Sie sagen nicht, ob die Mitglieder einer ]udtschen, pro- testaniischen oder Freidenker-Umverfitai auch dasnReckzt haben sollen, sich in ihrer Ehre angegriffen zu fuhlen, wenn der Stani sick) nicbt beeili, zu ihren Gunsten aiif _das NWZ zu verzichten, das er bis dahin allem besessen, namlich ,leTNUaten und Doktoren zu ernennen. Kurz, das ganze Schriftftuck ent- hält kein einziges gewichtiges Argument, aber es ist von hoher Bedeuiung, weik es den Geist der Kirche, die Empfindupgen, die fie beseelen, und das Zie! zeigt, das'sie fich vorgeseßi, indem sie das Geseß Über den lhiislzzeren Unterricht durch eme ihr ergebene 'orität anne men ie . , _ Ma] Was für Yinen Eindruck dieser Brief 111 den Sakristeien 2c. hervorgebracht, ist U1chT bekannt geworden; in der libera1en Welt aber war derselbe ein dem vom Verfaffer dcs Schriftftucies, Herrn Dupanloup erwarteten grade entgegengeseßtcr. Nichi allein die Mitglieder der Linken, unt alleiniger ArngkWedes Hrn. Laboulaye, sondern auch viele Konservative, dre 111cktletcht- finnig auf die RechteYes Staates derzichten onen, fragen sich, ob es für die Anmaßungen der Geistlichkeir eme Grenze gebev wird; fie fragen sich, wie die Parlamente unter der alten Monarchie, dre Kdn- ßitutioneüen unter Louis Philippe, und selbß uiiter der Restaurattqn diese Prätention den Mitgliedern der Geistlichkeit e1.n_Amt. m dem Unterricht durch den einzigen Atispruck) ihres Prusterkleides zu gewähren, aufgenommen haben wurden. . . „_ Das Schicksal des Geseßes m der Kammer lst meht ziveiiel- haft, es wird eine starke Majorität haben. Nur zwei Umßande smd dabei ungünstig, die augenblickliche Zusammenseßung der Bureaus des Senats, und ein Artikel des_ „Journ. des Pebats“, welcher sagt, daß einige Mitglieder der Linken Fehlen wurden. Versailkes, 1. Juni. (W. T. B.), Die Depurirten- kammer hat heute die Wahl des Prinzen Jerome 91a- poleon für gültig erklärt und sodanii die Berathung des. Gesetzentwurfs, betreffend die Ertherlung der akademr- schen Grade, begonnen. . Spanien. (W. T. B.) Der „Times“ wird'aus Cadix svom 1. d. gemeldet, daß die spanische Floris mrt Auanhme der in den bißcariisckxn Gewässern und m Cuba befindlichen Schiffe, Ordre empfangen habe, sick; der englischen Mittelmeer- flotte abzuschließen. ' Italien. Rom, 29. Mai. Geßern kam in der. Deputirten - kammer der Bericht Über den die Organisation der Kom- munal: und Territorialmikiz betreffenden Geseßethurf zur Vertheilung. Er empfiehlt die Annahme der Vorlage m der vom Senate gegebenen Form, jedoch dhne'die beiden Yerbeffe- rungsanträge, wonach die Miliz auch in Friedenszeiten" fur kurze Zcir zu Ue'bunigen unter die Wizffen berufen werden konnte, .und in diesem FaUe abe Enischvadigungsanspruckx dem Kriegs- Minifterium zur Last faÜen wurden. . ' _ Der Großfürst Connantin von Rußland 1ft von hier nach Oberitalien weiter gereift. . , . _ Heute wird das Siegesdenkm'al bei Legna'nd eni- geweiht. _ AUe klerikalen Zeitungen bringen heute Beitrage m Prosa und Versen über die des Kaisers BarbceroLsK o mittag der .iin ii ange unrig e Hutbiläiixms dergSchlacht von Legrand start. Im Namen der verjammelten Vertreter der katholqckzen Vereine wurde dem Papst: cine Ergebenheitsadreffe verlesen und 60,000 „L als Peters- ni u ii*en elegt. ' pfen _g 2. JJmsii. ZW T. V.) Der_Patriarch Hassun be- gab sick) gestern Abend nach dem Vatikan, iim dem Papsteldie Thronbesteigung des Sultans Murad „anzuzeigen. Dieselbe wird, wie die „Italienischen Nachrichteri“ w_i_ssexi_wc_)1[en, alsnder. Kirche günstig aufgefaßi und würden die V11chdse m der Turkei wahr- scheinlich dahin gehende Instruktionen erdalien, dem neuen Sultan ihre Unterstiißung nieht, zu versagen. 1, . . _, «, Neapel, ]. “Jimi. (W. T. B) Wie die [)!Wgén Jour- nalc melden, ist Befehl zur A1lÖklls111Ug 17.01" “,)-rcgatren Terribiie“ und „Carridde“ c„111getroncn._ Admxral Martini Übernimmt den Oberbeschl uber_da§ iii_T.1rc_iii befindliche Panzergcicbrvader. „Letzteres 111 angewxesen, ]ick) zur Abfahrt nack] dem Orient bereit zn halten. Türkei. Konftantinopel, 1. „Juni., (W. T. B.) Heute wurde bei der Hohen Pforte em KaiserltscheZ Reskript verlesen, worin die Beibehaltung des gegenwartigen Kabinets ausZesprocben und angekündigt Wird, das der_Sultan zuMGUn- sten des Staates 60,000, Beutel aus der C1V1Ülste MÜ) ]ammt- liche aus den Privatgütern der Krone fließende (Yitinalzmen überläßt. Es wird ferner die Herstellung des Gleichgewichts desi Budgets und die sofortige Einfuhrung don Vcrbesxerungen bei der Jinanzvcrwalfnng und dem offentlichen Unierrichte, sowre die Reorganisirung des Staatskaihs und des IUsUzq-quslekiums anempfohlen. Tic Minißer werden angewiesen, diejenige Regie- rungsform ausfindig zu machen, welche den Interessen aller Reich6angehörigen ohne Unterschied am besten zu einsprechen vermöge damit einem Jeden volle Freiheit gesichert werde. Weiter wird der Wittich) aUSJesrxrockzen, daß die zw1schen dem Kaiserreich und allen fremden M_achten bestehenden Freundschaft? bande fich immer mehr befestigen mo_ehten. Am Sckzluß dev Reskripts wird proklamirt, da]; der inier den Thron beftexge durch Gottes Gnade und durch den Willen des Volkes. _ 2. Juni. In Verfolg des glextern ,bei dexsHdheifi 5Jchzrkxe verle enen Kai'erlichen Reskripts erge) "regierung emg () gen e weitfere Mitkheilung: „Se.'Ma]eftat der SultanMurad Khan hat, als er den Thron seiner erlauchten Yorfahren bestieg, eine neue Aera der Wohlfahrt fur. die Volker maugurirt, welche die Vorsehung unter den Schunk) emos Seepfers gestellt hat. Unser erhabener Herr hat zunachsi den Wunsch bezeugt, eine Politik des Friedens und der (Eintracht zu “verfolgeri und mit den seinem Reich befreundeten Machten die herzlichsten Beziehungen zu unterhalten. Durch den _an_ den' Großoezxr gerichteten Kaiserlichen Hatt, welcher heute, feierlich bet der Hdhen Pforte verlesen wurde, bestätigt Se. Majestat abe, yon seinen Vorgängern erthcilten Primlegien und Immumiaien._ Der Sultan befiehlt, daß die Freiheit 2111er gesichert sei, da[; e111e firenge Kontrole für die Finanzen eingefuhrt werde, welche em vollständiges Vertrauen einßoßt, daß der StaatHrath, das

zur Feier des Sieges der päpstlichen Waffen

Im Vatikan fand heute Empfang zur Feier des

Zweige der Verwaliung dergestalt reor'ganisi'rt werden, daß alXen Erforderriffen Genüge geleißet und die weitesten Gararitt'en ge- boten werden, daß eine namhafte Redukt'on der Cimlliste _ um 60,000 Beutel _ bewerkstelligt werde, dans; alle Bergwerke, Fabriken und andere Befiyungen _der Krondomanen foriaii direkt unter das Finanz-Ministerium gencUt werden, daß endlich die Verwaljung des Reichs gegründet werde axuf Grundlagen, welche reiflicher Prüfung unterworfen werden m-uffen iind den wahren Bedürfnissen des Landes entsprechen, sonne im Einklang mri den liberalen Ideen des Zeitalters fiebert *x'oUen. " . _ (W. T. B.) Der Minister des Auswarti- gen hat an Vertreter der Pfdrte nn Arisiande folgendes Telegramm gerichtet: „Nachdewuber dizs Sch1cks01 des ab- ges eßten Monarchen böSWiUige Geruchie verbreitet worden sind, beeile ick) mich, dieselben auf das Formebste z1l dementiren und Ihnen gleichzeitig den Thatbestand witzutheilen. Seine Majestät der Sultan Murad “Khan ,hat unmittelbar nach seiner Proklamirung aus seiner eigenen Initiative den Befehl ertbeilt, daß icin Onkel mrt den seiner Person schuldigen Rückfickzten nnd Ehrenbezeugimgen iiingeben werden soUe. Er hat “ihm zu seiner Residenz emenPa'mxld'n angewrescii, der zu dem am B0§porus gelegenen Kaiserlichen Paldis Tscheragan gehört. AbdubAziz Khan bai aUs_ freien) Antriebe an Se. Majesjät eiiien eigenhandigen Brief gerichtet, in welchem er die Thronbesteigung Sultan Miirads qncrkeniit und gleich- zeitig erklärt, da?“; er auf den Thron V2r51ch1e“ und,“ der Ruhe bedürftig, in der Zurückgezogenheit zb leben wunscbe. , _ In «onftaniinopel ist die Nachricht bon dem Regierun gs- wechsel mii entschiedener aUseitiger Genugtbugng aufgenommen orden. Ueber den Eindruck, den derxelbe auf die Irisurgenten gemackzi bat, vcrlautei noch nichts Naberes. Ihre Haltung wrrd lediglich durch die Ha1tung Serbteris und Manieriegros bedingt werden. Gelingt es, diese L_ander voii der ?lktwn_zn- rückzuhalten, so diirfte auch der Aufstand, sei es mit Maßen- gewalt, sei es dnrch Gewährung voriReformc-ii, zum Ende gebracht werden. Das Airstreten Serbien)“, 111 niich Zeitungsxneldungenuem entschieden drohendes und soÜ die serbisckze Armee in YrdStarke von 100,000 Marni, 10,000 Pferde? und 300 KanonenrdY- ständig gerüstet Und bereit sein, spatesiend LU1.25-.I11n1 die Drina zu Überschreiten. De9g161chen find die «trertkrafte M0 n- tenegros den an seineicihsGrenzen anfgesteUten turkischen Trnp- en der Za ( na. ewa en. p Die P?QrtébFabfic-htigi die Aufstellung von noch 100.000 Mann (ihcilZ Konskribirte, theils Redifs 2. Klaffe). Die Mi- riditen' (kathoüscbc ALZaiZesen) 13912211 fick) ]edoch zum Theil ge- ' rt dem Au ru o e u et en. merge“, Das anT 25. MZi ?rsébienene offiziebe serbische Blatt „SrbskeNovini“ enthält einen Aufruf des. Siadtraths v'on Bel grad an die Einwohnerschaft zur Betheilrgnrig an der N atio nal-Anleihe. In demselben heißt es, die serbisckxNa'twn muffe befreit werden und geeinigt wie EineNation dastehen,so wre ste ed Un- ter den Nemanjitscber: (Kaiserhaus der Serben) gewesen; Widk1gé11- falle."- könne Serbien vertrocknen _und eingehen, wre es 81118111 vom Organismus geireunten Gliede zu gescbehen pflege. Um einen jolchen Selbstmord an fick) imd .der gesammten Nation nicht becehen zu miiffen, habe Serbien eme solche Stellung _dem Aufstands gegenüber einnehmen mUnen, welche seinen Iixtereiien, Gefühlen, Rechten Und Pfiickzien entspreckw. Der AllfrU11chZICßk mit den Worten: „Ihr müßt die Regierung auf diesem Wege mit Gut und Blut unterftüßen.“ . . In derselben Nummer des AmtSblbties wxrd_ angezeigt, daß Serbien der Genfer Konvention beigetreten 11T, _

_ Ueber das Vorgehen der Türken in Bulgarien, wcl- ches die Unterdrückung des Aufstandes zur Folge bqtte, wrrd der „Köln. Ztg.“ aus Konstaniinopei unter dem 25. Mai geschrieben: Das türkische Armee-Corpx, welches cms Sephia anfgebrdckqen ist, um den buigarisiden Aufstand vom Rucken [)er zu fassen, und auf der Heerstraße ies Balkanbaffes vordrang. war. am 14. Mai unter Anführimg von Hassan Pascha beim Gebirgs- thore von Kapudjik anxelangt. Dort hatten die „Aufstan- dischen die Ruinen der Brfeßigmigen cm der Ndrdpzite bcieizt. Diese SteUung wurd erßiirmt und dre Bulgaren zogen fick) nack) Kasukc, 1112 Stunden weiter _iind 314“, Siunden bor Jschtiman grlegen, zurück. Torr vereinigten mix die Einwohner von 15 Ttrfcrn, gegen welche diJTurken in drei Kolonnen vorrückten. Alsbald war (1116; diese CÉLUUNJ erobert und mehr als 200 Leichn-„me der Bulgciren lagen umher. In der Nacht bivouakirten de Türken bei Tscherva, desen Be- wohner mii WWW und Kindern erschienen, m_“a sick) JU Unter- werfen. Am 15. wurdeder Vorniaich) fortgeiexzt._ Weder in Tsckzerva noc!) in Viiri: fand man den germgiten Wider- stand beim Durchmarjcl). Tie Brtlgaren tanien sogar, um die Waffen und Kanoxen der Tiirken zn kiiffen. wie der offizielle Bericht mittbeilt,' Tags'darauf, am 16, hielt Yaffan Pascha feinen feierlichen ÖMng m "Tatar : Vazardsehik, wo er fiel) mit dem Corps von Philippopel vereinigte. Am 17. Mai onte derselbe egen Bra11chkova Und ?lvrat-alaii vor- rücken. Ein Bericht Haffn ch's_besa§1_i, daßmec vor dem [sytem Pimkie siebe, wo fick) 15,100 Aris11andiiche besax-den, we1che fick; zur Unterwerfung ansckzicicn. Einem Priifier, d_cr'als_111_1tcr- händlcr erschien, stellte de'Bci] dic Forderung,-daß Nc Mitglieder des RevolutionSausschUffZ nnd die Ortvarxteher cms VLk1chl€= denen Dörfern, die bei ilien wären, qusgeliesert wcrden so_lltein. Hierauf erhielt er die AUBOkt, daß dTL 1Lr011ch811 Ansichniwnt- glieder, welche von Otlikieni nacl) lvrat-aslan gekommen seien, die Fluchr ergriffen HIM. Der BW'UÜTZLZT die AUÖWÖL iiicht an, da der Ort umzinelt wäre. Hierans kehrte der Priester znrück, und bald nachkx erstbienen 12 dcr Eiiixbdlmer Und steUten fick) als Geiseln für die demuaekxstrge ALL_SfU1)kUUJ 'der Bedingungen, worunier auch die ist, daß alle. Einwohner ihre Waffen auHZUlicfern häen. Der Aufstand _1m Norden des Balkans beiTernova Pint ebenfabg bcwaltigt 3." sein. Das Kloster, worin fiel) ein I)eil vcrbarrrkad1_rt hatte, ist genommen worden, wobei" einige Hndert der Aufruhrer gefangen, wurden,

_ Nach ferneren kiichrichtewaus * Mesopotamien uber Constantinopel, 25.5.111- (“Ü"- REWE-Anzeiger vom 19. Mar) scheint die dortige Pestpidernte m langsawer „Abnahme be- griffen zu sein, sich jedcj oftwarts nack) den'1udlichen Provinzen Perfiens hin verbreite“ zu haben. In Hille waren'vom 13. bis 19. Mai 68 Erkrakungen und 111 Todesfalle, m Bag- dad vom 14. bis 20, Nai 457 Erkrankiingexi und 234 Todes- fälle gemeldet. Die Ernison ist hierbei wit 2 Erfrdnkungen und 2 Todesfällen beeiligt. Im Gefangniß starbenbn Nedjef vom 12. bis 15. MaiZ, in Imam Masa vom 12.1315 16. Ma:

nen. _ U PFI? türkische Kosak aus Odessa theilt 'mit, der dortige Gouverneur habe ang-rdnei, das; alle Provenienzen a_us Trape- zunt in den rusfischeriHäsen des Schwczrzen Meeres, einer xim- ratitaine von 14 Tag! unterworfen sem sdUen, falls sie mehr

Ministerium der Iuftiz, des Unterrichts uud alle anderm

ein Visa des rusfiscthonsUlH in Trxipkzimt anHiveisen fbimcn.

Amerika. New-York, 30. Mai. Nach hier eigetroffenm Nachrichten von den Schwarzen Bergeriibz'ben die Iii- dianer Custer Citi; angegriffen und'daqs mrltiartsche Magazin in Brand gesteckt. Eine Explosion, die 11] Folge dessen 111 dem Gebäude stattfand, demolirte mehrere Hauser. Wie verlautet, find viele Bergleute in der Nachbarschaft. getodtet i_md skalpirt worden. Die Bundestruppen rücken m der Richtung der Schwarzen Hügel Vor. '

_ Nack; Kabeldepeschen aus Washingiori vom gestrigen Tage beschloß der Senai mit 37 gegen 29 Stimmen,“ daß'Mr. Belknap, troßdem er seinen Posten als Kriegssekretar nieder- legte, unter seine Jurisdiktion komme und daß das gegen ihn eingeleitete Anklageverfahreu fortgeietzt werden fob. _ Unterdcß ift eine Neue Untersuchung über eine Anklage wegen Be:tech- lichkeit im Gange, di:, telegraphischen Berichten zufolge, Fast eben so große Aufregung Hervorgerufen hat, wie die Entbullungen, die den fcüherenKriegs-Minifter Belknap bloßstellten. Der Angeklagte iftHerr Kerr, der Sprecher des Repräsentantenhabses. Viele republikaniiche Blätter bezeichnen jedoch die Anschuldigung ab.“, eine ganz unwahrscheinlicde Fiktion und was bidher von dem Charakter des Hrn. Kerr bekannt war, spricht daxnr, daß man es mit einer solchen zu thun habe.

_ Hr. Pierrepont, der neu ernannte Gesandxe der Ver? einigten Staaten am Hofe von St.Iames, wird fich am 22.Ium auf seinen Posten begeben.

_ 1. Juni. (W. T. B.) Die Staakssäqud der Vereinigten Staaten hat fick) im Monat Mai _d. 33 um 461,700 Danrs vermindert. Jm Staatösckzaße befanden fick] Ende Mai 66,624,000 Dollars in Gold imd 9.285,000 Doklars in Papier.

Afrika. Marocco. Tanger, 20. Mai. Ter Sultan von Marocco, Welcher bisher noch niemaks das Izmcre des Landes verlassen hatte, hat in diesen Tagen zii_m _ersten Miike die Küstenstädte seines Reißbes besucht 111100111 !,emer Reise namentlich Casablanca und Mazagan beruhrt. Der Sultan hat bei dieser Gelegenheit aus eigenem Aritriebe fick) mit den Europäern und dem fremden KonsnlarHorbs 111 Yerbmdung geseßt und man kiiüpft an diese Reise die YOUTUMJ anf mannigfache Reformen und Verbesserungen.

Landtagö- Angelegenheiten.

Das Haus der Abgeordneten Hat bei !einer Ve_rtag_mig ven qrößcren Geießen aÜein rie, WeHedrdnuxi-z iind das_(HLseß nber die Provinz Berlin nicht in zweiter Leiiirg im Hauke, *]ondem nur in den betreffenden Kommissionen dnrcsxbemiben. „„Don den _er- ledigien Geseßen ncbmen die erste *Z'teÜC _riejemgeu Geicße cin, welche zum Absch1usse der durch die Kreisordnirng u:]d die ProvinzialOidnung unternNnmenen Verwaltunakxorgamiarion erforder- lieb find: das Kompetenzgeicß und ,die Starteordmmg. *Daran schließen sicb da?; Gesetz Über die Vorbilduzrg _znm k-obei'eg Verwal- tungsricnst, das (Hesetz iiber die GsichastSWracbe de_r Beborden, das Ansiedlunaégeseß. Eine andere Gruppe vrn Geießewbetrrfft das kirchliche Gebiet; zu ihnen gehört vor «_Uen da;; (Heieß nber rie Veriaffung der evangelischen Lanchkircbe, i_oxann dzs _Ges:ß,_bc- treffend die Siamenufficbi über das katHO111chexDiozemnvcrmraen Und das Gesetz Über den YuEiritt aus der _Zynagogengemcinde. Yin das (5561213, betreffend die Uebertragunz des ng.nihiiins dex brea- ßiscben Eisenbxbncn an? das Reick),__rcchen „sich wer weitere (202132, betreffend DSA Ankani der Hallc-Ca11_e_l_cr, die [Jebernabmk der „Ver- iva1iimg der Hasle-Sorau-(Hubener Giienbabn, iowic dic Yewibignn- aen fü: Bebra-Friedwnd und Jßebre-Heide. „Nutzerkeni 111117 zu er- wähnen das Haustrgeseß, daö (Heiss iiber_dic Eiiiver1eibung “Lauen- burgs. “Zu alledem tritt als das bedebtendyte ArbUtSebxekidxe .*,Urch- bcratbung des Etats.

Statistische Nackzrichten.

Nack) Mitib€ibwg des statistischen Bureauxder Stadt Berlin find bei den bicfiscn Srandesämterii 111 Der Wbcbe vom 21. Mai kiö ircl. 27. Mai cr, FUL" Amncldnna gekoniineanö Fbe- ichließungen, 748 Lebendgeborene, 23 Tertgebrrene, 509 Hierbcxakle.

_ Nach amilicben ZusammeniieÜmrgcn gab es 1111 Sommer- halbjahr 1875 im breußisÖewStmte 228 (HVMUÜUEY von denen 25 auf die Proviiiz*1*reiix;e_n, 28 QW Bravdenb11rd,_;z auf POLLUULUT, 13 auf Posen, 35 aus Sckzleiin, 24 _x111_r_3.1ch1*!cn, 10 auf ZÖierig-Hristcin, 18 anf Hannbvsr, 20 an* ZLZMmlen, 12 auf Heffen-Nasiau, 2T) anf die Rheinprovinz und 1 abr Hehenzrllem kommen. An dieer Gymnasien untcrricßrcten 2505_Direktrren. Oker- nnd ordentliche Lc1)7er, 272 wissenschaftlickye Hü1“51ebrcr,410xech- nische Lebrer, 140 Ortsgeißliwe, we1che den RCUJWUIULUUUÖT cribcilten, und 181 Probeiandidaten. Tie Zabl __der Leb- rer an den wir den Gymnasieu verbundenen Vrriwiilen bc: trUg 249, Die Gesammrfrequcnz «uf den Gynmaüxn “».in sich 3117 66,029 Schwer. Diese Vorschule war von 9719 Zcbmem 1.*("_',11chk. Der Konfession nacb waren die Sibszler anf ren Gymxigüen 43,114 cvangelistb, 14,651 katholisch, 11 Tisikenten uiid 6253 ]11?i?_(*k).____in dcn Verschulen 7736 evangelisch, 858ka_tbe111ch imd 1123 1110211). Der Hsimatk) nach tbeiiten fick) die Schrtlerdex GVZUTQUZU in In- länder, von denen 39,660 aus dern Sebulert ]elb-t, 25,223 von aus- ivaris waren und in 1141 Ausländer; in d: Vexyckpnlk "betrugen diese Zahlen 8702, 927 und 90. Dcr (:Hesaxnmtabgang 759de Gym- nasien betiuq 7090; 1348 Scbijbr erdiellén das '))UlUriTaiÖFkRgUÖ. Von den Borschulcn gingen 1855 ZwälerY-nb. Jm _Vergleicix 1111t dem voxbxrgebenden Semester zeigt das 3e:xr:ncr1*31(rj.11)r"187.) eine Znnabme von 919 Schülern, . welcbe ra?- nymmiium und 647 S.?ülein, welche die VVUQYWU ['É'Uck:c"'„,_ Tln Pro- gymnasicn besitzt der preizizixcbc „51.15! 0.4 An d:!!- ielben unterrichten 163 Rektoren „_und orrcntliwe Lehrer, 33 wissenschaftlicbe Hülfslebrer, 33 techn11che Lehrer, 120). rtheinlicbe, welche den ReligionMntecricbt ertbeilicn; an den_ Tzeiicdulen unter- ricbtcten 11 Lehrer. :Die Gesamzntsrequenz bkllés. 113) in den Pro- gymnaficn auf 3511, in den Veiiibulen aur 408 33311137. Die PTV" gymnasien wurden von 1600 evangelxskben, 1524 k.:ibelixiiien Und 387 jiidifchen Sayülern, die Bericbiilen _ven 242evange10rben, 77 kqjch- ichen und 84 jüdischen Schnlcrn bentcbx. 27er DZUZUW nacb tbeiltcn dicse Schüler auf den Progymnamen nch m Inlanker,_ von denen 2107 aus dem Schulort und 1363 von auswarts wareii, imd in 41 Auzla'nder. Der Gesammt - Abgang belief sick) auf 407 Schüler in den' Pregymnaüen Und 102 _Schüler in den Vorschulen. Im VUJÜUÖ z.;m Veibergcbendcn OTMCÜU zeigt das (Sommerhalbjahr 1875 eine Zunahme Von 28 Schülern _an den Preqymnasiex: und 1 Schu12r__131 der Vorschule. _ T1ieal1chnlen 1, Ordnung besitzt der preUUUcbe Staat 80, von denen 9 auf Preußen, 12 auf Brandenburg, 4_ “UF Pommern, 4 ans Posen, 9 an? Séblcficn, 6 nur SaMen, 7- aus chleNv-„g-betcin, 10 auf Han- nover, :) auf Wcsifalen, 3 auf_Hcffen-Nassau und 12 auf die Reein- provinz' kommen. An demelben unterrichteten 917 Direktozen, O:er- urd OcdkntllQL Lehrer, 102 wiffensch.rft1écbe Hübs- 1cbrcr, 159 tccbnifche Lehrer, 53 Octheistliche, welcbe ren RiliJchs- unterricht ertbeilten und 59 Probefandidaren; an den Vcrscbuien un- terrichwrcn 114 Lehrer. Die ('*3;i.1i:1mrfrcq»enz derRe,11ich11'.enl.O1d- nung betrug 26,955, vo.! denen 1459 auf "11554113, 4072 auf Secundä. 7159 auf Tertia, 5032 auf Quartz, 4796 ans

Quinta und 4437 auf Serra kommen; die Beciaynlen wurden von