1876 / 130 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 03 Jun 1876 18:00:01 GMT) scan diff

&

Evangelische Ober-Kixchenrath hat auf diesen Besghluß folgenden Bescheid erlaffen: „Was den gewählten Publikation?- modus, Bekanntmachung an die Gemeindevertretung, bezw. 111 Gemeinden, ohne solche an xine berufene Gemeindeversammlung, anlangt, so erkennen wir an, daß" derselbe nach der Seite der Staatsgeseßgebimg zu keinem Bedenken Anlaß giebt. Eine andere Frage ist es, ob diese namxnt- liche Beka,'nu1machung eines DiSziplinirten vom kirch-

lichen Standpunkte aus zu billigen ist. Diese Frage können4

wir kaum hinfich1lich derjenigen Fälle, in denen die Ent- ziehung des passiven und aktiven Wahlrechts a1s_ Ziich1m11tel abgewendet ist, bejahen; indeffen besteht immerhin em selbst- verständéicbes Intereffe der Gemeinde daran, diejenigen M11- glicder, welcbe vom Wahlrecht auSgescbloffen find, zu kennen, und wir würden daher einen in diesen Grenzen fich bewegenden Besch1nß nicbt beanstanden. Was dagegen die Ausschließung von der Paibensckzast, noch mehr die vom heiligen Abendmahl anlangt, so stellt sich die öffentliche Bekanntmachung dieser Akte mit Namenönennung nur als eine S1raferschwerung der empfind- lichsxe'n Besckzaffenheit dar. Da wir nicht biUigen könnexi. daß jede Uebung der DiSziplin in dieser Weise geschärft wrrd, so sel)e11 wir uns außer Siaiide, den hierauf gerichteten Beschluß zu bestätigen.“

_ Gegen den Inhalt einer öffen11ichen Urkunde und über dessen Gegentheil kann sowohl nach preußischem als auch nach französischem Rechte im Prozesse vom Verklagten der Eid angeiragen werden. Erkenntniß des Ober-Tribunals 117. Senats vom 6. April 1876.

_ Dcr zum Kaiserlichen General-Konsul für . Rumänien ernanntk Lega1ion§=Ra1h von Alvensleben ck in Bukarest eingeTroffen und hat die Geschäfte übernommen.

_ Der General-Fekdmarschall Herwarih- von Bitten- feld ist nach Bonn zurückgekehrt.

_ Der General der Infanterie von Stosch, 51 1:1 511118 des See-Bataiüons und Chef der Kaiserlichen Admiralität mid Staaw-Minister, hat fich mit Urlaub nach Oestrich am Rhein begeben.

_ Der General-Lieuienant und Remonte-Inspecteur von Ranch ist von seiner Dienstreise zur Musterang der Remonten in den Depots, hierher zurückgekehrt.

_ Ti; 4,75 Kilometer lange Tbeilftrecke Niederieliers- Ca 111 berg der Hessischen Ludwigs-Eiscnbahn ist am 15. Mai d. I. dem Betriebe für Personen- und Güterverkehr Übergebenworden.

Lauenburg. Ratzeburg, 2. Juni. In der beytigen Sißung nabm der Landtag den S_eseßrn1wurfweczen Einver- 1eibung des Herzogthums Lauenburg m die preußische Monarchie einstimmig an. "

Bayern. München, 1. Juni. Der König _hat von Schloß Berg aus den Minister v. Pfeufer an seinem ge- ftrigen Toppeljubelfeste durch 11achßehendcs Telegramm 9u5ge- zeichne“: „Jeb nehme an dem Fest Ihrer silbernen Hochzeit, zu welchem fich die Feier der Vollendung von 25 Iabrrn verdienst- reichen am11ichen Wirkens gesellt, aufrichtigen Aniheil und ver- binde mit dem wärmsten Glücks- und Segenswunsche für Ihr und der Zbrigen Wohl die Versicherung Meincs v011sten Ver- 1rauens. Ludwig.“

_ In der Heutigen Sixzung der Ubgeordnetenkammer wiirde der Etat der Bank mit einer Steuereinnahme von 350,000 «17: für jedes Jahr der 13. Finanzperiode eingeseßt und dcr (81111 das Finanz-Minißerinms nach den Ausschußbefckiküffen genehmigt, die beaniwgie Zulage-E11)öhung für dic Kanzliften beirn Ministerium und bei den KreiH-Jinanzkammcrn jedoch mit 63 gegen 60 Stimmen abgelehnt.

_ Iii dcr 171. Abtheilung der Kammer der Abgeordneten wurdo gostkrn der vom Abgeordneten Echols veifaßte Bericht iiber die bx'atistandeten Snlzbacher Wahlen berathen und gen:“;hmigt.

Württemberg. S11111gar1, 31. Mai. Ti? Abge- ordiistciikmnnier bewilligte 1761116 50,000 141: als 1119110101 S1ckat§11ciirag 311 don Kosten déi" (Zrbaiiimg Liner zivcitcn kniholiiweii Kircbc iii Siitiigari. Tic Kommisrn batte 11111“ die BcwiUignng 111111 34,000 416 beantragt, w [lbs das Fin.iiiz-Ministcriiim zm“ Vcriiigung **gcsiclli 17.1116.

Baden. K „11115111 bc, 2. Juni. (W. T. B.) Die Zweite Kammer ging in ihrer beuiigen SiHUng über den Aiitrag dcr Ultramonianen auf Einführung direkter Land- tagswahlen 1111d Aufhebung des Unterschiedes zwischen Stad1 und Land zur TageSordnung Über. Ter Iiii1iatibantrag von LameU auf Aenderung der Wahlordnung wnrde angenommen. Die Kammer vertagte fick) bis zum 12. d. M.

Nkccklenburg. Neu-Strcliß, 2311111. Gestern ist dichrzogin Karoline zu Mecklenburg nach längerer Krank- heit im 56. LebenHjahre verstorben. Dieselbe, eine Tochter des 1860 verstorbenen Großherzogs Georg und der Großberzogin Marik, war am 10.3a1111c1r 1821 geboren; fie wurde am "10. Iamiar 1841 dem damaligen Kronprinzen, nachherigen Kötiige Friedrich 1'11. von Dänen ark vermählt. Nach ihrer am 30. Zeptcmber 1846 erfo1g1e1i Scbeidung von demselben lebte fie meistens in Neu-Streliß.

Sachsen : Coburg : Gotha. Gotha, 2. 311111. Der Landtag hiesigen Herzogthums ist heute vertagt worden, nach- dem er zur Verlegung und Tieferlegung der Chanffee zwischen Baßnhof und Stadt Fricdrichroda 24,000 „17. aus der Staats- kaffe bewilligt, die Verwendung von 63,800 «17; aus Domänen- mitteln zum Bau eines Reßauraiionégebäudes auf dcm Fried- richrodaer Bahnhof aber zur Zeit abgelehnt hatte. -

Oefierreiäz-ngarn. Wien, 1. Juni. Der Kaiser 13111 fick) gestern von Pest inH Lager 11ach P.-Csaba begeben.

_ 2. Juni. (W.T. N Wie die „Presse“ meldet, nehmen die Verhandlungen des ita mischen Teputirtcn Correnti mit dem Barikhauie Rothschild wegen Abänderung der Baseler Kr_nven1ic)1'. ihren forigeseßten Verlauf, unbegründet sei aber, dak; es bereits zn einem Abschluss gekommen sei und daß das Bankhaiis Rothschild Zugeßändniffe gemacht habe.

_ 3. Juni. (W. T. B.) Wie hiefigen Zeitungen tele- graphisch gemeldet wird,if1dcr frühere österreichische Bot- sck; after in Paris, Graf Apponyi, in Venedig gestorben.

Pest, 1. Juni. Der Reichstag dürfte bis gegen Mitte Jimi beisammen bleiben und dann drei Monate lang feicrn.

_ Im Unterbausc legte Heute Pechr; den Gesehentwurf, betreffend den Ausbau der Hermannßadt-Tömöscr Grenzbahn vor. Das Haus 111111111 die UrrondirungSvorlage als Grundlage dcr Spezialdcbatte an.

_ 2. Juni. (W. T. B.) Die Delegationen haben bezüglich sämmtlicher Vorlagen eine Uebereinstimmung erzielt. In der Sißung der österreichischen Delegationen sprach Graf Andraffy den aufrichtigen Dank unddieAnerkennung des Kaisers für den patriotischen Eifer und die OpferwiUigkeit aus, welche die Delegation während der Sesfton bewiesen habe. Zugleich dankte der Minißer auch im Namen des. gesammten Ministeriums, worauf Rechbauer die Schlußrede hielt und die Session geschlossen wurde. «»...

--* W

Schweiz. Bern, 31.Mai. Die wiederßzlir11,wtb rungen bei altkatholischen Begräbnißfeierlichketiten haben zu folgender Verordnung des Regierungörathes gefuhrt:

Art. 1. Die kirchliche Feier des Be räbniffes in'den katholischen Gemeinden des Kantons bleibt in dem e-inne den Hmterlaffxuen „des Verstorbenen überlassen. daß es denselben freifteht, goiieödienstlicbe Feierlicbkeitcn nach den Gebräuchen und durch Geistliche dsr betreffen- den Konisiswnen odcr Religionsgcnoffemcbaftcn zu erbaxten._ AuLge- scblsffen biervvn und untersagt ist die Bégleituug ön'entlicbex Be- gräbnißpwzeifionsn durcb Geistliche in Amtßtracht und in Auzubung kirchlicher (Zeremonien. _

Art. 2. Te: Grbrauck) der öffentlichen Kirchenglocken wabrend des Begräbriisies ist da, wo derielbe gewünich1und örtlicbe Uebung ißt. den Angebörigm AUS: Konfessionen und Relisionsgmonenichafteu ebenfalls 311 9211110611. _

2111. 3, Di.“ Ortspolizei bat sü'" Aufrechterbaltung der Ruhe uud Ordnung bei den genanntm Feierlichkeiirn u wachen i_md namentlich zur Verhütung von Störungen dafür zu ikorgen, daß _ntcht Bxcrdigungrn von Gliedsrn verschiedener Konfessionen und Religions- geuoffsnichaftcn zur nämlichen Zeit stattfinden. '

Art. 4. Widerhandlungen gegen Vorswriiien dieser Vérordpuug von Seiten der Geistlichen, Geweindebehörden oder Gemeindx- bcdiensteten Werden, sofern nicht ein icbweres Vergehen_vor[_icg1, mit Gsidbuße bis zu Fr. 200 bestraft. Jm Rückfau ist die fruher aus- gesprochene Buße angemessen zu erhöhen. _ '

2113-5. Diese Verordnung tritt provisorisch iofort in Kraft.

Großbritannien und Irland. London, 1. T_um. Das Parlament hat Ferien. Die Blätter sprccben fick; uber die orientalischen Angelegenheiten sehr zurückhaltend und vorsichtig aus, indessen hoffen fie meist auf eine Wendung zum Besseren.

_ In der Abendsißung des Unterhauses vom 31. Ma: bildete die Wahlreform den Hauptgegenstand der Erörterung. Die „E. C.“ melddt darüber: " __

Bkkannilicb kam die Reformakie von 1868 nur _den stad1_i1cheu Beiirken zu Gate. Seitdem haben die Fortickyriiwmanner aux drm linken Flügsl der iiberaleu Partei fick) von Jahr zu Jghr mit ge- ringerem Erfolge bemüht, das Unicrhaus und das Land sur de_n_ Vor- schlag zu begeistern, daß auch 1111 ländlichen Bezirken dieErmagigung der Bedingungxn ;ur Ausübung des Wablrecbis zugestanden werde, Die Führer der Minifterieklen, wie der Opposition batten. in letzter Zeit eingeWandt, ein solcher Vorschlag sei unvollständig, wxnn man ihn nicht mit cinem Plane zur Neueintheilung der Wablbczirke ergänze. Dem entsprxcbend trat nunmsbr Hr. Trevelyan, dersbegabte Wortführer der ForiicbrittSmänner, der jüngst erst als Biograph seines OHeimI Macauläy verdienteAnsrkennunq auf anderem Gebiete seerniei bat, mit zwei Rciolutionen berbor: Die erste erklärt Gleich- steUung der Wahibkrrcbtigung in städtiicben und ländlichen Bezirken, die ziveite Neucintbzilung der Wahlbezirke für wünichenswerth. Es ist bemerkenswertb, daß Hr. Trevclyan 11'1116 balbftündize Rede über den Gegenstand vor 81111111 aus etwa 16 Mitgliedern bestehenden Hause bislt. Auf Der ministericilen Seite 11113211 4 Perionen. Auf der ersten Bank der Opposition erschienen die ehemaligen liberalen Minister Bright, LOWe und Forster. Die Reden, Welche im Lanie der Erörteruns für und gchn die Resolutionen gehalten wnrden, zeugten nicht minder von der iki Sueben der Wablreform herrschenden lethargisch ruhigen Stimmung, als die geringe Theilnabme an der Debatte, Außerdcm trat auch recht angenfäüig der Mangel an Ciwgkei1 111 den Reidc-n der Liberalen 2,11 Tage. Nacbdem Hr. Trcbklyan dir bekannten Argummte' zu Gimsten seiner Vorscbläge rdrgrbrackoi. 161111111116 11,711Prof1s1'0rFa1r-ceii. Von der ministeririlcn Saite erklärte darauf Hr. Dalrymple die Nothndigkeit einer Veränderung in dcn [)?UkiJM Verbälinissen für nicht erwiesrn undSir Cbarlrs Dilks. dsr beka11nic_ radikale Baronet, sowic Hr. Burt, dcr eine von 1811 beiden als Klaiswbertreier in das Unterhaus aesandten Arbeitern, (iußsrtcn sick) Zu (Gunsten dsr Resolutionen. Sir Waiier Variielot war der nächste Gegner, der von der ministeriellen Seite 1111 Reioluxirnen krftand. Wirklicbcs Jniereffe erlangte dis Debatte rrst. als dieser Remer gecndri hatte, und Hr. Lowe von der crst.n Opbofitiowßbank aus, wie in den, benoegien Zeiten vor ettva 9 Zabrmi, ror Aukdcbmmg der Wablbr-rßcbtigung warnte, Mil der Cbnraktcr und die Tücb1igk€it der 03:1eßaebung Darunter leiden müffvn. Wi? in jMM Tagen erhob sicb aucb jest Hr.Jobn Bright, um die Argumente zn enikräfkcn, Wklchk nach seiner Erklärung (1116 der Psriode vor dem Jahre 1832 bcrrübrien. Er deutete apf dir Erfahrung?» welcbe man 11111 der Vicformakie bon 1868 gkmachi, als crenio viele Brwriss dafür, das; die Befürchtungen seiner Weiland KrÜcgcn_in drr Administration Gladxzone grundlrs seien, drückte dcm bcmwcu Premier seins Ancikcunung aus, weil er die leßte Rc- fomnakie diircbgcscßt und bat ihn, auch den weiteren Schritt zu thun urid dis 1611111119 Vkvölkeriing d€r1clben Wobltbat theildaftig zu machen. (Eine beidndcre Rsiolution über Neueiutheilung der Wahl- fiße 11111 der Rekncr für unrrkrünscbt, weil er diciclbe als eiii? 1311111111116 Frlge der Erwriirrnng des Wahlrechts als übkrstüsfig erachtete. Der Premier 119111111112 mit Nachdruck in seiner Entgegnung auf dem Mangel an Uebereinstimmung auf Seiten der Gxgnsr. und bedie111c_i"icb auch hinsichtlich der Argumente Tcevclyxns fi'ir_ die beiden Rewlmionen praktiscber Einwände: Ec ver- mZsie wiikiicbc Piäne iiber die Art und Weise, wie mcm die borgéiwlagenen 31013211 Veräriderungen durchführen könne, setzte er im Weicntlicrexi aUSeinandsr. Sch111ß1ich nahm Hr. Trevelyan noch zu 11111111 1char1en AngriÉ anf Lowe das Wort Und zog darauf die ziveite Reiriution cin. ie crste, welcbe auch den Hauptftdff zur Er- Örxerung selicicrt hatte, kam sodann urAbstimmung und wurde 11111165 gegen 264 Stimmen aégelebnt.

' _ Lins Zanzibar wird gemeldet, daß das an der Ostküste Afrikas zur Unterdrückung des Sklavenhandcls statioiiirie britische Kriege.“ schiff „London“ ein scharfes Rencontre mit einemSklaven- s ch1f f e 1111119. Die arabische Mannschaft feuerte auf das Boot, welches das Sklavenscbiff kaperte, dock) wurde keiner der britischen Mairosen getödtet oder verwundet. Durch die Wegnahme des Schiffes erhielten 300 Sklaven ihre Freiheit. Die arabische Mannschaft wurde in Zanzibar eingekerkert.

, Frankreich. Paris, ]. Jimi. Das amtliche Blatt pu- blizirt heut wiederum die Ernennung von 2 Maires und 3 lejiinkten. _ _Außerdem bringt daffelbe das Dekret vom 18. Marz 1873, welches die Waffen: und Kriegßmuni- tioii-Nussuh_r nach Spanien verbietet, wieder in Erinnerung.

_ Die sranzösisckze Regierung hat heute die offizielle Anzeige von der Thronbesteigung des Sultans Murad erhalten. Sadik Pascha wird, wie der „Köln. 319.“ geschrieben Wird, a_m Sonnabend bereits seine Brglaubigungssckzieiben deiii Prafidenten der Republik überreichen. _ Was die orien- 1a111che Aiigclegcnheit selbft betrifft, so sagt der „Moniteur“, ders frazizofische Kabinet sei darin mit den Großmächten im Emverßandmsse, daß keine Sckzwieri keiten gegen dic Folgen der Ereigmffe in Konstantinopel zu erZeben seien. Durch die Be- gebenheiten selbst sei die türkische Regierung augenblicklich gün- ßrgcr gesteUt, um die Lage schäßen und die Schwierigkeiten der-

selben lösen zu können. Die neue Regierung wiirde die eifrige Unterßühung Frankreichs finden, wenn fie ihren „Antritt durch freiwinige Erklärungen und Verpflichtungen bezeichnen wollte, die den Wünschen Europas entgegenkommen und den Aufstand entwaffnen würden. Der „Moniteur“ erklärt außerdem, mcm nehme in den Regierungskreisen an, daß die friedliche Revoluiion in Konstantinopel fern davon, den Unterhandlungen für, die Er- haltung des Friedens zu schaden, im Gegentheil dazu serhelfen Werde. dieselben schneller zum Ziele zu führen.

_ Die klerikalen Blätter seßen ihre Angriffe gegen den Geseßentwurf des Herrn Waddington fort. Das Inter- effe für und wider das (Heseß in allen Kreisen rege ge- worden. Das Geschéck des Geseßes scheint in der Deputirien- Kammer wohl geßchert, aber nicht im Senat.

_ Die Kommis sion, welche mit der Prüfung der Auto- riiationsforderung zur gerichtlichen Verfolgung Rouviers be-

auftragt war, hat ihren Bericht, in dem fie fich für die Ver-

folgung als im eigenen Interesse Rouoiers liegend ausspricht, criheilt.

_ 2. Juni. (W. T. B.) Der „Messager de«Paris“ vcr- öffentlicht einen mit Gegenvorschlägen verbundenen Protest, den das Comité. zum Schutze von französischen Gläubigern der spanischen Schuld gegen das vom spanischen Finanz-Minister Salaverria aufgestellte Finanzprojekt erhoben hat.

_ (W. T. B.) Bei der am 1. d. M. vom Kriegs-Minifter de Ciffer) bei der Kammer eingebrachten (Heseßvorlage, be- treffend die Bcwilligung eines Kredits von 260 Mill. Francs- zum Umbau der Grenzbefeftigung und zu Beschaffung von KriegSmaterial handelt es fich lediglich um Ausführung von solchen Arbeiten und Anschaffungen, welche schon vor längerer Zeit die Nationalversammlung besch1offen hatte.

(W. T. B.)-

Türkei. Konftantinopel, 2. Juni. Mahriud Damad Pascha i-ß-zum Handels-Minißse ernannt Worden.

_ Der, Telegrammen aus Konstantinopel, zum Großvezier defignirte Mithad Pascha war General- Gouverneur der Donauprovinz (Bulgarien) und hatte fich ii; dieser SteUung als hervorragende Verwaltungskraft und unermüdlicher Reorganisator bewährt. Am 1. August 1872 wurde er an Mahmud Paschas Stelle Großvkzier, worüber die öffcntlicbe Meinung fick) damals sehr befriedigt zeigte. Man fteUte aber zu große Anforderungen an ihn, der Reorganisawr- der Donauprovinz sollte mit einem Male das ganze Reich gleich- sam neugeßalten, überdies war er zu lange Zeit von Konstan- tinopel entfernt geWesen; es gingen ihm so die einem ottomani- schen S1aa1Smanne unentbehrlichen Verbindungen mit der Haupt- ßadt ab. Er verlor das Reichsfiegel, ohne seine Absichten ver- wirklichen zu können und mußte schon am 19. Oktober 1872 dem Mehemed Ruscbdic Pascha weichen.

Der als zukünftiger Minister des Aeußern génannte Halil S-jzerif Paicha'ift ein Aegypter, d. h. in Aegypten geboren, aber von einer jener Familicn ßammend, die mit dem vizekbniglickgen Hause verwandt und wie dieses Oitomanen find.

nach

Als begabter Diplomat hatte er sich in Paris, St. Peiersbiirg,

und Wien hervorgethan. Halil Pascha war bereits friiher Mi- nister des Aeußeren, mußte aber im Jahre 1873 dieses Porte- feuiUe an Mehmed Raschid Pascha abtreten.

Der Kriegs-Minister Hussein Anni Pascha ift im Jahre 1820 im damaligen Sandjak von Sparta geboren. Sein Vater war Pacbter. Kaum fünfzehnjährig, ward er nach Kon- siantinopel gesandt und fand dort Aufnahme in der Militär- schule. Im Jahre 1841 wurde er Lieutenant. Bis zum Jahre 1851, wo er bei Ausbruch des Kiimfeldzuges als Obkrst-Lieutcnant nacb Schumla und bald darauf als Generalstabs-Cbef einer Ti- viswii nach Widdin beordert wurde, vollzieht fick) seine Lciufbahn in den Militäcschulen als Schüler und als Lehrer. Die Verthcidignngs- arbeiten bei Kalafat imd Silistria im orientalischen Krieg waren zum Theil das Werk des jungcn Obersten, der sich hier und im Gefecht bei Tsctate auszeick1iete. Nach Beendigung des Tonau- feldzagcs wurde der General Hussein Pascha GencralftabÖ-Cbef der Armee ii; Kleinasien. Der engliscbc Genrral Williams be- stand auf der Noihwendigkeit, Kurs 30 vcrtheidigen; Hussein hingegen crklär1e Kurs für strategisch unhaltbar und stimmte für die Litiie Erzerum-Soghanlu. Der Einfluß des britischen Botschafters Lord Redcliffe entschied in dem Meinimgsstreit fiir die Unficht des englischen Generals, und Hussein wurde nach Stambul abberufen. Kurs firl. Hierauf fun- girte er als Generalstabs-Chef Omar Pascha?» in der Krim und während desen Exbedition in Mingrelien. „Tach dem Pariser Frieden wurde er zum Kommissar bei zwei Grenz- regulirungen ernannt: bei dcr türkisch-rusfiscben und später bei der bosnisch-montenegrinischen. Darm übernahm er die oberste Leitung der Militärschule11. in die er neues Leben brachts. Den Feldzug gegen die Montenegriner machte er als DibLfion-chneral mit, woranf er 1116 Präsident des Kriegsrathes “und als Ver- walter det.“: Kriegs-Ministeriums nacb Konftaniinopel zurück- berufen wurde. Anläßlich des kretensiscben Aufstandes begab er fick), mit der obersten Militär- und Civilmacht bekleidet, 11Üch Kreta und erwarb fich dort große Verdienste um die Pazifikation der Insel. Im Jahre 1869 Übernahm cr Unter dem Großvczitr Aali Pasckza das Kriegs-Minifterium, mußte aber 1871 zurückrretc-n, als nach des Lebtern Tode Mahmud Pascha Großvezier wurde. Nach dessen Fall wurde Hiiffein abermals KrichMinifter und entfaltete nunmehr seine verdiénstbolle Thä- tigkeit durch Verbesserung des Systems der Tuppenausßebung und des Dienftes, der militärischen Strafgerichtsbarkeit, die Er- richxung eines obersten Medizinalrathes, die GebaltSregclung 1111d Gründnng eines Pensionsfonds für die Militärbeamten, wie durch die moralische und technische Ausbildung der Truppen und des Offizier-Corps. Husseins Ansehen im Staate war so gestiegen, daß ihm, als der Großvezier Ruschdie Pascha Schir- wani-Zade zurücktrat, am 13. Januar 1874 das Großvezierat 11n1er Beibehaltung des Kriegs-Minifteriums übertragen rvUrde.

Auch in diesrr Stellung erfüllte er die auf ihn gesetzten Er- wartimgen. Man rühmte scincn praktischen Sinn iii der obcrßen Leitung. Am 25. April 1875 mußtcxuffein jedoch zurücktreten, da durch den Konflikt mit Oesterreich: ngarn in der Frage des Eisenbahnanschluffes seine Stellung erschüttert war. Er wnrde Gcneral-Staithalter in Smyrna. Von da durch Abdul Aziz vor Kurzem wicder ins Kriegs-Ministerium berufen, wird er 1th mit Mitdad Pascha zusammen als Haupturheber der jüngsten großen BewekJung genannt.

«„er vom Sultan zu seinem ersten Sekretär ernannte Abdullah Ver; ist der Sohn Effads des Aelteren, früheren Chefs des Kaffationshofes, Jurist von Profesfion. Derselbe ist Yehßens 35 Jahre alt, gilt für einen arbeitsamen, femgebildeten

ann und einen Kenner der türkischen und franzöfischen Literatur.

„_ Aus Zara wird unter dem 30. Mai gemeldet: Zimonic operirtjgegen die Straße nach Moslar, Socica in der Richtung nach Lwo, Pavlovic veriheidigte den Dugapaß, Musch bewacht

die Trebinjeßraße. Mukhtar Pascha kehrte nach dem Lager in Gacko zurück. _ '

Serajewo, 22. Mai. Das Amtsblatt der bo6mschen Vilajets-Regierung, „Bogna', publizirte in seiner Nummer 516 einen Erlaß des Großveziers, wonach die vorjährige Ver- fügung aufgehoben wird, daß die Herzegowina ein selbst- ständiges Vilajet zu bilden habe. Fortan habe dieses Territo- rium, wie ehedem, einen Theil des boMischcn Vilajets zu _bilden; Gleichzeitig wurde der außerordentliche Pforten=Komm1ssar 21.11 Pascha zum Bali von Albanien mit der Residenz in Skutari ernannt. Die hier refidirenden Konsular - Re- präsentanten der fremden Mächte haben, der „Pol. Corr.“ zufolge, gegen diese administrative Neuerung re- monstrirt. Auf telegraphische Berichterstattung' nach .Kon- stantinopel kam geftern von dort die Ordre, die „Erhebung der Herzegowina zu einem ' selbständigen Vilaxet aber; mals im Amtsblatte zu publiziren, was auch heute geschah. Ali Pascha verbleibt demnach auf s einem Posten. _.Die ,P91.Corr.“ mel- det Weiter: „Der Mangel an Truppen h_mdert die _Regierung, eine ausgiebige Aktion in der Krajna zu eröffncri. 21111 dringende Vorstellungen Ferik Pascbas ließ der Seraskier die bei N01):- Bazar und Prizerend aufgestellten Truppen, .e'twa 6000 Redifs und 3000 Baschi-Vozukö, nach Bozznien dirigiren. Aber schon auf dem Matsche wurden die “Truppen von einer Jontreordre erreicht und kehrten in ihre früheren Stationen_ zuriick. Dieser (Hegenbefehl wird mit der Entwicklung der Dmgew Serbien motivirt. Man befürchtet einen Einbruch ii: Altserbien.“

_ (W. T. B.) Die Wiener „Presse“ berichtet aus Bel- grad, da Fürst Nikita das von Ristics angebotene Schuß- und Trußbündniß zurückwies, so beeilte fick) die serbische Regie- rung, eine Anerkennungsadresse an den Sultan Murad abzusenden. .

_ Dem iraiizöfiichen Journal .,UUivers“ vom 2. 317111 geht bis Nachricht zu. daß eine 5211131101 Christen im_Libanon ron tiii'kiick)cn Baichiboickmks niedergcniiiwi worden .]61.

Rumänien. Bukarest, 2. Juni. (W. T. B.) Geßern find die Raiifikaiiomdurkunden des zwischen Oeßerreicb- Ungarn und Rumänien abgeschlossenen Handelsvertrags auSgetauscht worden.

Rußland und Polen. St. Peteerurg, 1. Juni. AUS dem bereits telegraphisck) erwähnten Artikcl des „Journal de St. Petersbourg“ Über die Vorgänge in. der Türkei theilen wir folgende SteUe in der Ueberseßung mit:'-5-

„Das Ereignis; in Konfianiirwpel ruft eine Menge von Fragen [)ervor, welche wir nicht zu formuliren und daher auch nicht zu beantworien haben. Den Thatsachen kommt es zu, uns darüber aufzuklären, ob die Türkei durch die eben 15011- zogene Revolution gewonnen haben wird. Man stellt . den nenen Souverän mit Eigenschaften begabt hin, welcbe seiriem Vorgänger gefehlt 111111211. Man erzählt, daß er (1116 seiner eiiwpäischen Reise großen 911113211 gezogen habe, die er vor emi- gen Jahren im Gefolge des Souveräns, dessen Stelle er heute Sinnimmt, unternommen. IedenfaUs bedarf er bedeutendchigexi- schaften, um anf der Höhe der Mission zu sein, welche ihm in einem Moment Übertragen wird, wo sein Reich vor: Schwierig- keiten überflixthet ist, welche der Vorgang kaum vermindern kann, durch welckzen Murad-Kban auf den Thron gelangt ist.

Als gewiß aber ift indeffen der Umstand anzusehen, ' daß

'die Sorge Europas, eine Verschlimmerung der orientalischen Krifis zu verhindern. nicht fehlen wird. Die Eintracht der Mächte wird morgen dieselbe sein, wie fie es gestcrn gewesen: fest und unerscbüttcriicb in dem Wunsche von der türkischen Regie- 1Ung_w11ck]e fie (mri) stin mag _ die Ausführung der Re- formen, welcbe zur Pacifikation der aufständischen Provinzen, sowie zur Vcrbütmig nener Erhebungen für noihwendig bc- funden, zu verlangen. Möge der neue Souverän fich bereit zeigen, den PkäPO-fitioiikn dcr Mächte entgcgenzukomzncn; . möge er keine Zcit verlieren durch seine Handlungen seine Hingabe an die unintereifirten Vemübangen EUropas za beiveisen _ damit wird er sich seine Aufgabe leichter machen; iin ersten Moment wird er damit einen Theil der Schwierigkeiten, von denen er umgeben ist, beseitigen und zu gleicher Zeit den Be- weis liefern, daß er nicht das Werk eines reiigibien oder natio- nalen Fanatismus ist, welcher unserer Zeit fremd, und sick) zum Werkzeug deffelben auch nicht hergebeii wrrde.“ ...-«.

Dänemark. Kopenkyagcn,1.Z11ni. TaEFolkstbin 111111111 in icinsr gcstrigcn Sißung deri Gcicßciitwurf, betreffend dic (921113111111an cines Staatsdarlcbns an die Kommmic S 1. Croix in dritter Lciung einstimmig an. Der Vorfitzcndc 1111111119 alsdann dic Mittheilung, daß der Bcicstigungöans- 1111113 an den folgenden Tagen, mit Ansnabmc dcr Feiertags, Si131111g811 baltcii Werde, und das; dcffen Vcricbt 11313111 am Ticiistag iiack) Pfingsten zii erwarten ici. Unicr dieicr Vorans- iciwng bcmumic cr dic näcbste S11511ng «Ui Driiucrstag, den I. Jimi, an, und 101311: auf dercn Tagesordniiiig die zweite Lciiiiig ch Gcicizeiiiwwics, bsirsffMd dis Bcwiliigimg ron 2 Millionen Kronen zur Anicbaffung von 11011811 Feld- §1C1chÜ13611._ König Georg bon Griecbrnland bciiiidci 11111 113151 in gntcr Vciicrung Und Werden dcÖbalb ksinc V.1i1ctiti§ mehr I(UZJCJTÜCU. .. - _:_ «:.:.-

Amerika. 1. Juni. Die New-Yorker Zeitungen vom 31. Mai veröffentlichen Nachrich1en aus Guatemala, ire1che melden, daß der Krieg mit San Salvador zu Ende ist und daß der Friedensscbluß erfolgte, nachdrm der Präsident keßtgenannter Republik von Guatemala abgeseßt worden. Der

Berlin, den 3. Juni 1876.

311m100jährigen Iubi1ä.um des Königlichen Kadette-u

hauses zu Culm am 1. Juni d. I.

Im Jahre 1774 regte nach der Erwerbung Westpreußens der damalige Ober-Präfident von Domhardt beim König Friedrich 11. den Plan an, für den armen polnischen Adel m_ CUlm eine „Adelige Kadettenscbule“ zu errichten. Konig Friedrich befahl auch im Frübjahr 1775 den Bau dieser neuen Anßalt sofort zu beginnen. Am 1. Juni 1776 konnte bereits die neue Kadettenickwle unter dem Direktor Hauptman von Clcbowski mit 58 Zöglingen aus meist 1101111011811 adeligen Familien, für die ein Etat von 8079 Thlrn. 10,18??th war, eröffnet werden. Schon im Juli inspizirte der Kruig die neue Anfialt und sprach fich sehr befriedigt aus. 1787 wurde der Etat der Anstalt durch Friedrich Wilbclm 11. Um 40 Kadetten, je 20 protesiantischen und je 20 katholischen erhöbt, Das Alter der aufzunehmenden Zöglinae war 8-10 JUZ)“, Während im Anfange selbst das 12. Lebensjahr L_Litattet war. Die Unterrich1sgegens1ände umfaßten haupt- sach1ich Religion, Leim, Schreiben und Rcckznen; in der französischen Sprache, in Geschichte, Mythologie, Geographie

Krieg war in Folge des Beßrebens von Salvador und Guate- mala, die Ruhe in der Republik Honduras wiederherzu- stellen, entßanden. Bereits im März 11. 3. waren die Präßdenten bon San Salvador und Guatemala über- eingekommen, Seüor Soto zur Pr fidentschast von Hon- duras u verhelfen und wollte jede der zwei Republiken zu diesem wecke 1000 Mann ins Feld stellen. Gonzales, früherer Präsident von Salvador, war mit diesem Arrangemeni nicht einverftanden und fiel mit seiner Armee, deren General 911 01191" er war, in Guatemala ein, wurde aber vom Präfidenten Barrios nicht nur zurückgeworfen sondern bis auf sein eigenes Gebiet verfolgt und in zwei blutigen Schlachten geschlagen. Auch der Präsident Medina von Honduras hatte dem Staate San Sal- vador den Krieg erklärt.

Ecuador. Der neue Präsident Borrero verweigert, der „A. A. C.“ zufolge, die Abänderung d€r von seinem Vor- gänger, Garcia Moreno, okiroyirten Verfaffung.

_ Aus Buenos Ayres wird dem Reutersckyen Bureau unterm 30. April berichtet: Die Campana = Eisenbahn wurde am 22. ds. dem öffentlichen Verkehr übergeben. Der Kongreß wird nächste Woche eröffnet. Man erwartet aUgemein, das Haus werde fich hauptsächlich mit der Verminderung dcr Verwaltungs- auSgabm beschäftigen. Die Spezial - Session der Provinzial- Legislaiur ist soeben geschlossen worden, nachdem die Provinzial- Uusgaben um etwa 40 Millionen Papierdoüars reduzirt worden. Das Provinzialbudge! weist ein Defizit von 16,000 Pfd. Sterk. auf.

Nr. 22 des .Ceniral-Blaitö für das Deutsche Reich,“ berauögegebeu im Reichskanzler-Ami, bat folgendin_ana1t: Allge- meine Verwaliungssachen: Verweiiung von Auslandern aus dem

Reicbsxzebiei. _ Finanzwssen: Bekanntmachung, beixffedd den Um-„k

tausch beschädigter oder unbrauchbar gewordener_Reickdkaffsnicbßne. Goldankäufe Seitens der Reichsbank. _' ,MunzMichr Uebersicht 111151: die Ausprägung von Reichsmünzen. _ Zoll- und «teuerwcxen: Bx- kauntmachung, betreffend die neuen Schuirvsrswrcibungen dsr Pra- mienanxeibe der Stadt Lüttich vom Jahre 1853. Errichtnng eiiier Steuerstelle. _ Marine und Schiffahrt: Abändxrurig des Y_erzeich- nisses der Strandämter 2c. Beginn von Seesckoiner- xc. P_ru11_1119en. _ Militärwesen: Zurückziebung der einem Jnfntme proviwriiw cx- thrilten Genehmigung zur Ausstellung gültiger Zruxinzffr 11k6k'xle wissenschaftliche Befähigung für den einjäbrtg-freiwilligen Militar- dienst. _ Eiienbabmvcien: Anwendung und'Kon1truk1ion cng111cher Weichen. Eröffnung drr Strecke Penig Rochlitz. „_ „Poit- .und Tele- grapchei-n: Packeiverkchr mit Ostindien. Er_iweinen cincr Post- und „Eisenbabnkatte vom Deutschen Reicb. Briesicndungenxracb der Levante. Postdampfichiffoerbindungen wii DancmarY und chwedd. _ Heimathesen: 2 Erkenntnisse des Bundesamts 1111“ das Heimatb- Wesen. _ Konsulatwefen: Cxcquatur-Eribei1uxigru.

_ Das 5. Beihsfk zum Militär-_Wvchenb1ait „(_Jabrg. 1876) bat folgenden Inhaitx Die Kricgiübrixng am 2111161011111 1862-63. _ Die dänische LandeövertbeidigungSsrage 1876. _ Zur ArtiUerie-Takiik. .

_ Die Nr. 10 des „Marine-Verordnungs-V1_a1,1§*_*_ hat folgenden Inhalt: Reise-Konweienzen _der zur PkOk'LdlLUUlLUfYUg K'ommaudirteu. _ Zurückverießung bei Abgaiig von,]:er Marme- Akademie. _ Eßgeräth der Mannicbafien aui in Dienst 146116111811 Schiffen. _ Eriäutsrnng zu den §§. 11 Und 14 drs chlsmcnts uber das Bekleiduqueien der Mairosen- :e. DiVÜWnkn u. s. w. vom 27. Dezember 1873. _ Zoüireie Einfuhr 131111 Verbrrviantirnngs- Gegenständen :c. für S. M. Schiffe und derrn Osfiiierr 111 S1.'Tiwmas. _ Berichiigung der Bestimmungen über das Scbéibemcbießen bei den Matrosen-Diviiwnsn :c. _ Aquabl der unter1uchungchübrexxdchn Offiziere. _ SchiffSröcke. _ StrafvoUstrcckungs-nglemcm iür dic Kaiscrlicbc Marine. _ Einbehaltung und Libiübrung *dor „aus dem Verkehr zu ziehenden Landes-Kupfermünzen. _ Die Bcbandlung der bei den ReichZ- und Landeskaffen cin-xéhenden nachgemacbtsn. ve:- fälschtcn oder nicbt mchr umlauisfäbigcn Reich6mün1e11._ Zuaebörig- keit resp. Klaififizirung S, M. Torpcdd-Dampfsr „Ziyien“ und „Ulan“ resp. S. M. S. „Elbc“. _ Verabreichung nur wrissr Tecken- imd Kopfbo1f1erbezüge in dsn Friedens-Lazarkiben. _ Zuiaxz zu den Be- stimmungen über die Usbungs-Muniiibn drr Marinxtbeilx 2c Vom 31. März 1876. _ Bebandiung der bci dcn Reiwökasien Ein,“.ebsndrn nacbgemaébieu :c. Reicbsinünzen, sowie Cinbcbaltung und Abfübming der «UZ Tem Vkrkrbr zu Kiebénden Lanchmünien. _ Ziisqy 311111 In- ba11§verzéichniß der ScbiFSbÜcher-Kistén. _ Personai-menderimßcn. Bénacbrickiiigungen.

Vereinswesen.

Am 29. Mai fand in Hamburg die statnisnmäßigc «11136111411' (Heueralbcrsammlung der Bezixksausichüsse und Vertreter dcr Deut- schen Ge1e11schafizurRe11Ung SÖiiibrückoigsr 11.111. Ten Vorfis führte der Präfidcnt der Gekciliibnfr, Konsul H. H. Mcicr aus Bremen. Aus dem Jabrésbcricbt für das Jahr 1875/76, wel- chcr den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildcte„_ 111 _die _Tkwt- iacbs zu konsiaiiren, daß die 31011 der Mitglieder dcr133218111cha11 rrn 26,319 im Jahre 1874/75 auf 28,066 im Jabre 1875, 76, die Jahre?;- eiimabmen von 123.839 „W 75 „) aui 177.167 „(ck 14 „Z gowacb1cn find. Jn leßterer Summe ist aUerdings cin axßsrgxwöbiinch hrbrr e*inmaiiaxr Beitrag von 33,500 .!6. 21111111th, weicbcr dsr 0581L111chf17t durcb Zawenduug 1113 Berliner F1ri1enionds gcwabrt ist, Dic__(3)cne- ralrcriammlung lefand fich dabcr in der 8.112. die 1a1111111- lichen Anträge der Bczirkérwrcinc Mi Vewrliständigung 1":- stekcndcr und Errichtung neuer Rsttunzsitatiomn, rrclcbe einen Auf- wand yon 34,350 .“ erfordern, bewiüigen 311 können. Auf d:: Generalbcrsammlung wUrde außerdem vkrbanrkii 11bcr_ die Unter- stützung der HinterbliebMen wlcbcr R:1innqs1nunx1icha11€n,11111916 im Rctiungkdievste verunglück1 find, aiis Frnds dcr Geielliwait, über die Errichtung von Rettungsbäuikrn _zur 2111711310112 der Schiffbrüchigen an einzrlncn, von allen 111211_!chlichcn Webnungén entfernt gclcgencn Punkten der déizticbcn___.§1ü1te_i1ber einige Vor- schläge zur Vcrbreiiung kes Vermändniiics inc das 91111111192- wcsrn unter den Srbiffsinannscbaiten. Der Vorstand 1117118 Ücb der

und Naturlebre wurden nur die unterwiesen, die der dcutscbcn Sprache vollkommen mächtig waren. Im Jahre 1804 ha11e das Kadettenhaus sick) des Besuches Kbiiigs Friedrich Wilhelm 111. zu erfreuen. -

Im Februar 1807 traten 14 Kadeiten in em polnisches Bataillon der französischen Armee ein und kam das Kadetten- haus im Frieden zu Tilsit mit dem Culmer_ Lande unter pol- nisch-iächfische Herrschaft. Ende 1807 waren 111 Culm nur noch 78 Zöglinge, 26 Polen und 52 aus Oßpreußcn imd Danzig, die dahin zurückgesandt werden 10111111. Die Uniform der Kadetten Wurde cine andere, die polnische Spraobe allgemein eingeführt und die Anstalt ibres adeligen Chzrakich enikleidet. Im März 1808 wurden 25 preußische Kadejten aus der Anstalt einlassen, von denen 15 und unter diesen der jerzige General- Jeldmarsckzall von Steinmexx nack) Stolp ms Kad1-11enhaus kamen. Der Etat der Anstalt betrug ziiersi 80 arme Zöglinge und 24 Pensionäre, ZUTLYT mn; noch im Ganzen 50. Als im Juni 1815 die prenßischc Regie- rung wieder von dem Culmcr Lande Vefiy nabm, waren nur 38 Kadetten in der 2114111111; im Fcbriiar 1816 wnrde dieselbe durch Königliche Kabincts-Trdrc zubeincr Voranstalt nach dem Miißer derjenigen in Potsdam 1361111711111. Tec Etat

* hoher See und über die Strandungöordnung enthalten ist.

Mühwaliung unierzogek, ein kleines Bürbe1chen „Seemann in Roth“ auSzuarbeiten, iu Welchem eine kurze Darstellung de_r_Re11ungé?m1_11e[, des Gebrauchs derselben und der geiexlichen „Yejimimuugxn uber Notb- und Lootsenfignale, über den Zuiammeniwx; vou SchYen das

011 er Wichtigkeit der Kenntnis; dieser Gegenstände für drn Seemqnn dizrcb- drungeu, bewilligte die Generalversammlung „einstimgng die Mittel, um dieses Rath- und Hülbeücblein unenYieltlicb an yammtliche dyrck) deutsche Seemann8äm1er anxumustetnden annscbgsten 'zu veribeilen. Auf Antrag' der Berliner Delegirten wurde einttimmig Berlin als Ort der nächsten JahreSversammlung gewählt.

Statistische Nachrichten. __ _ __

München, 1. Juni. AK der biestgkn Univeriiia-t sind 1.111:

das laufende Sommersemester 863 Bayxrn und 273 Nichtbavern, im

Ganzen 1136 Studirexide _ Über 100 mehr als im gleichen Semcstkk des vorigen Jahres _ inskribirt.

Kunst, Wiffenfchaft und Literatur.

Die Ausstellung Drebericber Werke im oberen Stockwerk der Naiional-Galerie ist kiirzlich um zwri neue Oelgema'lde bereichert worden. Beide sind Laudfcbaiien und nach italienischen M1)- 1iveu gemalt. Das eine Bild, von 1111111616: Größe. zeigt im Vorder- grunde einen im brachiooÜen LaubwUd ruhmden Philoscbben, den Wasser- 1piegel eines kleinen Bergsee und bläulicb angebauchie Folsberge, deren Koiiwuren sicb scbarf rdm Horizont abkxskcn. Das andere, bcdcntend größere Gemälde ist ein Stimmaxig§bi1d aus der römiickysn Campagna. Auch hier sehen wir in der F:rne Aqua Claudia und Monte Cayo, 1'111 Vordergrmwc“ herrlich Baumgriwpxn und als Staffagc ruhende Landlsute.

_ Voirdem Werke ,Neunundiech63ig Jabre am preußi- scheu Hofe“ aus dkn RÜckerinxiernnzrn der Hausbrfmeisteria Sophie Marie Gräfin von Box; 151 bei Bentley in London eine englische Ueberseßuna erschienen.

_ Die „5001616 (168 „4113 (19 S0061'S“'111 (552117 fsirrß: am 1. Juni ihr 100 iähxiges Ziibiiäum. Dis Goirllichait 3:11 den Zweck. Kunst und Wisjemcbaft zu pflsgen und brirndrrs drren prak- ti1che Verwerihung zu fördern. .

Land: und Forstwirthschaft. Dkk Verein nassauischer Land- und Forstwir1bcbäit in diksem Jahre am 19, d. M isine Generalvériammlung in Hacbén- burg, wo am 19. und 20. d. M. «11111; das landwirtbicbastliäye Fest

stattfindet. Gekocrbe? und Handel.

Aus der Bilanz der Continenral-Pfcrde-Eiienbabn- (Gesellschaft pro 1875 111611811 wir "olgendeT-aten mit: Der Bestß in DreSden stehi inSaeiammt mit 101. 1.144.000 «M, der 236118 in Hannover 11111101, 1,367,000 „44. in Rerbnnng. Unter den Paiswis der Geielisckwit fungiren einc Sibiiid 1.111 die gewerbliche 234111111111) bon rot. 90000 «il: und diverse Krsdiwren mir 4500 „FL., wogegsn unter den Altiris: Banquier-Gutbaben,Kautions-Cffekwn, Kasia und Vorrätbc mit 101. 135,000 .“ zu Buche stében. Die R911111aie pro 1875 ergeben ?rlgende Zahlen: Sbezialverrraiiung Dreßken: Lluégaben für Fruraae und Gkbaite :(. und iämmUiche Abscbreibungen 101. 276500 .ié, ferner iii: lefÖrLibimg auf 10 gefaüene Pferde und Amoriiibtirn auf dsn Pferdebestand 22,500 «16, in Summa 299.000 cFk.; dagsgen Einnahmen 260,0011M. V-krlUst in DreSdkn (1110 39,000 146. Spezial-Verwalrung Hannrrwr: T'luögaben wie in Trexdrn und iämmilicbe Ilbichreibungen166,5004-1L; dach€n E:“nnabrnen 186.000 „lk. wainn 111 Hamirber 19,500 :xé. AUS der Mberüwt der Einnahmen imd Aitsgaben dsr -Sbe;i.11-Vcr- Walfangcn in Haunrdcr und Trssdsn crgirbt fick) cin Verlust von 19,500 „66, Welibcr sicb abzüzlxck) Zinicnrimmbm-zn aui rund 17,00M1é. stst, und da biorzu iür Kesic'n TU" C€111ralv€rwa1111ng in Berlin 19000 «16.1 und Coursverliist (150 „jßi noch 10,500 „16. kcmmen, io ergiebt die Bilanz cinen VerlUst von insgeiammt: 27,500 «sé: Pro 1875.

_ Tie Potsdamer Holzfakrorei anf Aktien (friiher Gebr. (Haran) 1321102111 1111 das (HriwäitLjabr 1875 an ihre Ak- tirnärc eine Dividende" von 5§";.,. Tsr im rw.igén Fabre an Waa- ren erzie11L 135111111111 betrug 260,123.1é.; hierzu (51cwinn-11eberiwui: auI 1874 11111 38219 „(ck und Cinßxrg 111€; vkclcren be“rach1etcr Priisn mit 2890 .!Q srcirbx insgciammt 266852 „ckck Daßchn wurdon rer- Mndct für Gebälirr. Rciikkciicw Friimgc, Provifionxn :c. 67,954:!é„ für ArbeitSiöbne in Potxdam, (Hrlm Und Iesnéndorf 70,026 „Fl, *“ür Zmsenzablung 12,746 „45. irwie 311 Abichrribimgsn insgeiawmt 18,078 «FQ Es vérblribr ein RéinßUkiim von 92,940 „46, wrrrn 92,176 .15. zur Bezahlung dsr Dividende 1)€r.1n-Zcxvgzn UM 764 .O aiif nene Rechnunq vvrgrtragen wrrdM.

Brieg, 2. Juni. 2111; dem gestrigen "„Obllmarkt warrn (1.1"11 50 Centner gewaicbsne WrÜe vrn Rniiikaweüssrn 511111 Vsrkan; 112- 1111101 und biervon 15 Ccnma'r rwxi a11§w111igen und diriibriJe Welle von bieffgcn Kaufleuten u11d Tucbéabmkanxxn Mkamir wurden. Der mindcste Préis pro (Zentner steUte 7111) aiif 144 .E Und der 1753110 aiif 168 „jk. Dominialwrilc' war nicbr zUm Verkauf 91116111.

_ Nack) 172111 Gciabäixsbrricbt rer Jkisnburgsr Eiicn- gicßerdi und I)iaicbinrnfabrik bor18751121118 11111 drr Risin- gcwinn dsr GcicUscQair auf 32 845 „16. T2112112171vsrrcch11c11v1e folgt: 4 “„. Dividende (489211 52.1) 24,000 «17, 111111 ReserrciMds 4000 „;(-.. TantiT-mrn 4836 „44. Vorirag 0 „kl: Dir Nbiébrkiburgcn betragen 22,903 „45

Pest, 2. Juni. (W. T. B.) 21.111) dkm Rscbuunssabicklusie der Uiigarischen Nordrstbabn beimgxn dis Cinnxbmen im der- ilrisenén Geschäftéjabre 2.726.220 F1. und die »Aus-gaben ],91ZOB-Z F1. Jm Vorjahre 1211115811 dic Cimnadwen 2.307,463 Fl., dic 2111691101 1,715,097 Fl. Cs warde cin Rcknübsr'swiiß von 812,332 F1. 6115811. Die Angaben 1111 verfioffénen Geicbäitéjabre waren girich 71,1"..1 dir Einnahmen, wabrend dir 2111245111011 dss Vorjahres kaimbe 75 ““'/0 der Einnzbmcn erreicbren. Die Aktiven betragrn 211- 151111111611 77,274019 Fl., daruntsr figuciren das Vaukcmo 11151 58,869346 F1, dic Bésiändc in Baar Und in Effekten 12111 2.187.401 Fl., die Debitoren mit 5.862.584 Fl., die Grbäude mir 986.732 Fl.. die Vorrätbe mit 680,468 F1. und die Staatsaqmntio mit 8.637.488 Fl. 1111191 dcn Paifircn. walcbe 3111.1111111311 77.274,019 Fl. betrazcn, Werdrn auigcfübrk die 21111811 1111120756010 F1, (“Lc Pcirxiratm mit 31,134,000 Fl. die Tbalcranlcibk 11111 4,-“'-(“-9,5“-0 Fl., dé? 51*:rz. (Zöcldanlcibe mit 5,500000 Fl., die Linlcibs bai dsr Unirzbarik mit 505,729 Fl., die Rückirände 11111 1.228.633 Fl.. die Krsditcrcn, Worunier sich die W2chielschu1den 111112,291,466 F1. beiinkrnW, 'mit 5,18],992 Fl., dic Reicrven mit 319.508 F1. 1111 vom 31118118 8.248.657 Fl.

wurde aiif 120 Kadetten in zwei gicick] starfcd „Compagricn frftgeseizt. In diesem Jahre wurde 01111) der [CngL Gciixral- Jeidmarschall Graf von Raon 1115 Kadct aufgenomuicn und bctrug im April 1817 die 2111511131 der 111111211811 80. 1819 wurde das dem KadettiUhiUlsc seit seiner Sxiftung bej- gclegie Prädikat ,ade1ig“ anfgehoben. Unter deni Direkwrat dcs Majors, späteren Oberféen 11111in11111 wurden dw Kadctten- gebäude erweitert, «111111111119 kkßäilkikt. 111111 11116; x_me Kavslle erbaut, wiihrend bereits seit 1823 Un (bangciiicbcr Geist- licher angestellt worden war. 1841 nahm Oberst von Woyna seinen Abschied 11110'1011106"M»110k_v0n Erchert sein Nachfo1ger. 1844 inspiztrtc Konrg 'Fr1edrich Wil- helm 11'. die Anstalt. 1850 wnrde die Organisation der Kadettenhäuscr weiter durchgeführt, indem der Lehr- plan der Klassen der Voranfiaiten drm der entspreckzcnden „Klassen eincr Rea1sch111e_ gleichßeßellt wurde. Die Zahl der Zöglirige des Instituts 1011111 1heils 111115 Kimigli- chen Kadetten, 1138115 (1115 Penfionären beftcben. Völ- lige Freistellen gab 82- 1111111 mrHr imd wmdcn jährliche Erziehungsbeiträze von 30, 60 oder 100 Thalcrn ge- zahlt. Zur Aufnahme in die etatsmäßigcn Stellen wurden be- rechtigt: die Söhne der vor dem Fkindc zcbkieDcnen oder durch