Yiehtamtlichez.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 10. Ivini. Se. Majeßät der Kais er und König nahmen heute im Beisein des Gouverneurs und stellvertretenden Komm-mdanten militärische Meldungen .und demnächst die Vorträge der beiden Kabinette entgegen. Später empfingen Se. Majestät den Grafen Ysenburg und den General- Arzt Dr. Grimm und arbeiteten vor dem Diner mit dem Reichs- kanzler Fürsten Bismarck.
_ Ihre Majestät die Kaiserin-Königin ertheilte gestern in Baden dem bisherigen Gesandten der Schweizer Eid- genossenschaft, Oberst Hammer, die nachgesuchie Abschieds-Audienz. _ Heute wurde Ihre Majestät durch die Nachricht von der Gnibindung Ihrer Königliizen Hoheit _der Erbgroßhcrzogin von Sachsen-Weimar von einem Prinzen Hock; erfreut.
_ Bis Ende Mai d. I. waren zur Ausführung des Ge- seßes, betreffend die AuGgabe von Reichökassenscheinen, vom 80. April 1874 auf den definitiven Aniheil der Bundes- staaten (120,000,000 ck15.) 117,701,195 «16 (und 700111 haar) angewiesen, auf den Maximalbeirag der Vorschiiffs (54,889,941,72 „M), so daß zum Ersatz von Landespapiergeid noch 2,298,735 «FCZ. und zur Crfüliung des Maximalbetrags der Vorschüffe noch 2,026,382,29 MH erfordcrlick) warsn. An Landes- papiergcld smd 178,960,221 c/F-ä eingezogen und vernichtet worden.
_ In den deutschen'Münzfiäiten smd bis zum 3. Juni 1876 geprägt: cm Goldmünzen: 1“,081,597,160 «xz Doppelkronen, 323,653,680 „M Kronen; hiervon auf Privat- rechnung: 170625005 «16; an Silbermünzen: 47,261,Z95 «FH 5-Markßücke, 136889738 «76 1-Markstücke, 260885449171 50 Y 50-Pfennigstiicke, 25,767,983 «FQ _ ,:Z 20-Pfemtigstücke; an Rickelmünzen: 1668616244 80 „Z 10-Pfennigstiicke, 9,785,6Z7 «16 65 H 5-Pfennigftücke; an Kupfermünzen: 5,511,539 016 62 ,Z 2-Pfennigftücke; 3,038,35Z .“ 47 H 1-Pfennigstücke. GesammtauSprägung: an Goldmünzen: 1,405,250,840 «xz; an Silbermünzen: 236,007,660 «FH 50 J; an Nichelmünin 26,471,800 «16 45 J; an KUpfermüiizen: 8,549,89Z (421 9 Y.
_ Bis Ende April1876 smd fiir Rechnung des Deutschen Reichs zur Einziehung gelangt an Landes-Silber- und Kupfermünzen: 14. Landes - Silbermünzen: Thalerwährung 254,162824 M 36 „33, süddeutsche Gulden- währung 190,120,581 „M 24 ,;Z, Kronenthaler 7,973,748 «46 92 «1, KonventionSmünzen des Zwanzigguldenfußes 1,909,810 «16 88 ,:Z, Silbermünzen Kurfürstlick) und Königlich sächsischen Ge- präges 53,456 „46 62 Y, Silbermünzen schleswig-holfteinischen Gepräges 1.617,855 016 49 ,;Z, Silbermünzen hannoverschen Gepräges 1613516 45 „z, 1necklenburgische Wädrung 204,7749-16 70 Y, Hamburgische Kuraniwährung 1,766,362 «44 11 ,„5, Lübisckze Währung 755,29]. «16 84 „5; Gesammtwerih ck.: 458566319 «46 61 „3. 13. Landes - Kupfermiinzsn: Thalerwährung 2,055,137 51-6 96 „3, süddeutsche Währung 544,924 „46 94 «3, mecklenburgische Währung 32,627 51-6 21 Y; Gesammiwerih Z.: 2632690916 11-3. Hierzu Gesammtwerih 11.2 458,566,319 «is. 61 „3. Summe: 461,199,009 „46 72 „Z.
_ BehufH Einführung cines gleichmäßigen Verfahrens bei AuSloosung von Kreisausschuß - Mitgliedern nach §, 133 der Kreisiordnung vom 13. Dezember 1872 hat der Minißer des Innern folgende Anordnungen getroffen: 1) Die Ausloosung derjenigen KreiSauSschnß=Mitglieder, welche nach Ablauf von zwei bezw. vier Jahren nach Einführung der Kreis- ordnung ausscheiden, erfolgt (Ulf dem Kreistage. Das Loos wird von der Hand des Landrarhs gezogen. 2) Die Wahl der Nachfolger findet auf einem neuen Kreistage statt. 3) Dieses Verfahren iß bei den noch aussiehe'nden Wahlen zur Anwendung zu bringen.
_ Der Minister des Jnnernhaies in einem Spezialfall fiir geréchtfertigt erachiet, daß einem Menageiiebefißer die Erlaubniß, die in feiner Menagerie gehaltenen S ch [ angen 5 f f e nil ich vor den Augen des Publikums mit lebenden Thieren zu füttern, nicht ertheilt worden ist. Bezüglich solcher Fütierungen seiSeitens der BezirkSregierrmg zu unterscheiden, ob dieselben einem zu der öffentlichen Schaustellung versammelten größeren gemischten PublikUm lediglich zur Befriedigung der Schauluft vorgeführt, oder ob dieselben für einen Kreis von solchen Personen einge- richtet werden, von welchen anzunehmen sci, daß fie ein wissen- schaftlickxes Interesst daran nehmen.
Die öffentlichen Fütterungen der ersteren Art seien geeignet, öffentliches Aergerniß zu erregen, da es das menschliche Gefühl verletze, die grausaML und qualvolle Tödiung eines Thieres durch das andere mit anzusehen.
, _ Der Gerichtshof für Komßerenz-Konflikte hielt heuie Vormittags um 11 Uhr Unter dem Vorsiß des Wirklichen Geheimen Rathes Dr. von Koenen eine Sißung ab.
_ Das deutsche Mittelmeer-Geschwader isi, teie- graphischer Nachricht zufolge, am 9. d. M. von Gibraltar in See gegangen.
_ S. M. Kanonenboot „Comet“, welches am 29. Mai cr. Plymouth verlassen hatte, ankerte am 3. Juni cr. früh vor Liffabon und beabsichtigte, noch an demselben Tage die Reise nach. Gibraltar fortzuseßen. An Bord Alles wohl.
_ Der Wirkliche Geheime Rath Wehrmann ist am 8. [d. M. Abends zu WieSbaden in Folge eines Schlaganfalls verstorben. . .
Kiel, 6. Juni. (Kiel. 3.) Geßern Mittags trafen die Lords _der_ britischen Admiralität, von Hamburg kom- mend, hier em und wurden auf dem Bahnhofs, von dem Chef der Marinestaiiow der Ostsee, Contre-Admiral Werner, einer größererx Anzahl hoherer Of ziere der Marine und dem briiischen Konsul_ Herrn Kruse emp augen. Nach der Begrüßung und Jegensettigen VorsteUung uhren die Lords mit dem Admirals-
oot, begleitet von dem tationschef und seinem Stabe, zunächft nach der O_Uerbccker Wexfk, woselbst die Bauten, Etablissements und die _1m Bau begriffenen Schiffe u. s, w. besichtigt wur- ÖM- Hierauf begabe_t_1 fi die sämmtlichen Herren mit dear Dampfer „Notus na FriedrichSort und nahmen dir.- dortigen Feßungswerfe, Buuren u. s. w. in Augenschein. Nach der Rückkehr nach Kiel war bet dem AdmiralWerner ein größeres Diner, zu welchem außer den_englischen Lords, dem britischen Konsul, den Spißen der Civil- und Militärbehörden u. s. w. auch der rusfische Admiral Fedorowskr) von der „Petropayloysk“ - und sein Stab eingeladen war. Abends fand dann bei dem Admiral
die jüngeren Offiziere der russischen Fregatte Einladungen er- halten hatten Und erschienen waren. Die Lords kehrten um 10 Uhr Abends per Extrazug nach ?amburg zurück. Die „Petropavlovsk“ hat heute früh den Haen verlassen, um zu- nachst Plymouth anzulaufen.
Bayern. München, 8. Juni. Die Staats-Minifter des Aeußern und der Finanzen haben der Kammer der Abgeordneten einen Geseßeniwurf vorgelegt, welcher den Bau von vier Vicinal-Eiienbahnen betrifft, und zwar von Senden nacb Weißenhorn, von Feucht nach Altdorf, von Weilheim nach Murnau und von Prixn nach Aschau. _ Hr. StaatSratl) und Abgeordneter v. Schlör ist von der Reise nach Berlin gestern Abends wieder hier eingetroffen. Derselbe wird in den nächsten _Tagen im Finanzausschus; der Kammer als Refersni Vortrag nder den Eiat der Staatsbahnen in der laufenden Finanz- periode erstatten. -
_ In den Sißungen des Eisenbahnausschusses am 8. d.M.wurde das Geseß, „dieVervollständigung der baye- rischen Staatseisenbahnen betreffend“, durchberathen und be- schlossen, daß noch die Linien: Feuchtwangen - Dinkelsbühl, Treuciyilingen-Donauwörth und Peiffeiiberg-Biesenhofen in das Geseiz aufzunehmen und statt 11,165,000 916 39365000 «16 einzuseHen seien. Dieser Bedarf wird fick] folgendermaßen ver- theilen: 1) Lohr-Werthheim 10,600,000 «172, 2) Unterpeiffenderg- Sulz 308000 046, 3) Feuchtwangen-Dinkelsbühl 1,700,000 «16, 4)_ Treuchtlingen - Donauwörth 12,500,000 «16, 5) Peissenberg- Biesenhofen 14,000,000c/14 und 6) zur Verbindung der Staats- bahn mit der früheren Ostbahn in München 257,000 716
_ In Betreff dos Schulwesens Wurden in der Siyung des Magistrats vom 6. Juni einßimmig folgende Besciilüffe ge- faßt: Im treuen Schulhause cm der Klenzeftraße wird eine weitere Simultansckgule errichtet. Ferner wérdrn, was bis jeßt nur bei den Konfesfionsschulen der Fall ist, far färnmtiiche Simultanschulen mit AUSUahme jener tm Rdsrnti)al-SchUlbezirke mit zwangsweisem Besuch gebildei; um aber auf äng'siliche Gemüther keinen Zwang zu Üben, kön- nen, falls die Frequerizverhäiiniffe der einzelnen Schulen es ge- staiicn, vpm B9suche der Smmlianschulen Di-IPense gewädrt werden. Auch das Schulhaus Nr. 3 in der Louisensiraße wird für eine Simultanschule eingeräumt.
_NUJÖÖi-irg, ]0, Jimi. (W. T. B.) Der friihch Wei- mari1ck)€ SiaaiSratk) OScar v. Wyd-xndrngk ist, wie die FWÖJZÖ. Allg. Zeitung“ mcldct, gsstérn in Kicfsrsfcldén ge-
or en.
Sachsen. Dresden,_9. Juni. Die Erste Kammer trat in ihrcr heutigen Sitzung den von der Zweiten Kammer g_t_sfaszién Veschii1ffen iiber das Königliche Dekret das Postulat fur bauliche HersteUungen innerhalb des Posthaliereigrundstücks zu Leipzig betreffend, einstimmig bei. _ Die Zweite Kam- mer fuhr fori in der Berathung der Petitionen um Erbauung von Eisenbahnen auf Staatskosten und Hsrsteilung, dez. Erweitr- rung von Haliesichm und Stationen. Zur Ausfiihrung m der jetzigen Finanzperiode wurden empfohlen die Linicn quiirch- Bischofswerda und Eibau-Oberoderwiß, in der nachsterc Periode die Hauptbahn Limbach - Wüsicnbrand und die Sekundärbahn Kirchberg-Wilkau. Ansiellung von Er- örierung wurde beantragt bcziiglich der Linien Dresden-Dippol- disxvalde und- Dreddcn-Wilsdruff-Noffen. Zur Erwägung em- piahl die Kammer der Regierung Petitionen, betreffend die Linien Zwickau-Mülsen-Lichtenftein und Schwnrzenberg - Cran- zahl; 510 Kenntnißnahme Gesuche um Anlegung Liner Gürtei: bahn um Chemnixz und um Ausfiihrung der Linien Wolken- stein=IöHfiadt, Königsbrüik-Kameiiz, Zitiau-Friedland, Banyan: Eottdus und Löbau-Weißwaffer. Petitionen um Erbauung von Staatsbahnen Sciischeii-Großenk)aiit und Altenburg-Frohbnrg- Laufigk-Grimma ließ die Kammer auf sich beruhsn. '
Wiirttemberg. Ulm, 83100. (Ulm.Schn.) Giftern fand hier eine ziemlick) zahlreick] bcsuchte Sißung dcs HandelSvereins statt, die sowohl was die Vorlage, als was den Beschluß betrifft, in weiteren Kreisen Intereffs vsrdient. E'? handelte sich nämlick; um eine Erklärung in der Reichseiscn- bahnfrcrge. Ter Schriftführer dcs Vereirts, Hr. Gnft-w Maier, beleuckztcte als Berichterstatter die Frage auf das Ein- gehendste in volkSwirihschafilickzer, finaiizieiirr und po- liirschrr Hinficht. Auf seinen Antrag erklärte der Verein einstimmig, daß er die Uebertragung der preu- ßischen Eiserrbahnen an das Reich als den ersten Schriiti zur „Verwandlung sämmtlicher deutscher Eisenbahnen oder doch we- nigstens sämmtlichen: Hauptliniere derseiben in Reichsbahnen mit Zirrudrn Idegrüße. ES darf nicht übersehen werden, daß die Mitglieder des hiesigen HandelSvereins, auch die gestern in der Versammlung anwesenden, den verschiedensten politischen Rick;- iizngen angehören. Um so wichtiger ist der einstimmigeBeschluß dicser Versammlung, welcher auf das Entschiedensie und Unzwei- deuttgste “fiir den Grundfaß des ReichSeiserzbahnsystems fich aus- sprach. _ Wir behaiten uns vor, auf dieseKundgebung zurück- zUk'sjYUutéeii, sobaid ein ausführlicherer Bericht über dieselbe vor reg
Heffen. Darmstadt, 9. Juni. Heute wurde hier das G_eb__urtsfc st Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs fxierlich begangen. _ Die Stadtverordneten beschlossen gestern, eme Deputation an den Großherzog zu senden, um gegen die
Oesterreich - Ungarn. Wien, 8. Juni. Der Kais er wird morgen früh von Ischl in Schönbrunn zurückerwartet.
_ Nachdem die Abhaltung des demokratischen Partei- tages zur Besclzlußfaffung einer Resolution gegen den öster-
reichisch-ungarischen Auggleich von der niederöfterreichischen Statt- halterei verboten wurde, haben die Einberufer dieses Parieiiages den Rekurs an das Ministerium des Innern ergriffen. Ebenso wird, wie die „Pr.“ mittheili, Seitens des Ausschusses der „Demokratischen Gesellschaft“ gegen die Auflösung derselben der Rekurs überreichi werden.
Wie die „N. Jr. Pr.“ erfährt, hat die österreichisch-unga- rische Regierung ihren Standpunkt in der Südbahnfrage dahin präzisirt, daß ße keine Aenderung an dem Baseler Verirage dulden werde, welche die Südbahn zwingen würde, Mit einer schwebendixn Schuld belastet aus der Tremmng hervor- ziigehen. Damit smd die Grenzen bestimmi, innerßalb deren die Mission Correnti's von Erfolg sein kann. So weitgehende ReduktionsPläne, wie fie das italienischeParlament hegt, würden selbst, wenn sie von der Gesellschaft .acccpiirt werden sollten an dem Widerstande der österreichischen Regierung scheitern. Die „N. Fr. Pr.“ fiigt dieser „authentischen“ Meldung die Nachricht dér „Stalir“ hinzu, nach Welcher die Mission Correnii's. welche eine zeiilang erfolgreich schien, nunmehr: als erfolglos angesehen wird. Troydem habe Correnii um die Ermächtigung nachge- suchi, noch achtundvierzig Stunden in Paris verweilen zu dürfen, weil er an einer Verständigung mit Baron Rothschild noch nicht ganz verzweifelt habe. Die Hauptschwierigkeit bestehe darin, daß Baron Rothschild das Zugeßändniß einer Tarif-Erhöhnng for- dere, während die Regierung diesen Vortheil entweder für fich oder für die neue Gesellschaft, welche die Linien übernehmen soll, reserviren wiki.
_ Im Laufe dieser Woche beginnen die Berathungen der Referenten Ocsterreickzs imd Ungarns über die neue Organi- sation der Bank auf Grund der von beiden Ministerien ver- einbarten Prinzipion. “In diesem Stadium wird die Bank den Beraihungen nicht zugezogen werden. Dagegen sol! der Leitung der Nationalbank, sobald eine Einigung zwischen Oesterreich und Ungarn über das neue Bankstaiut erzielt sein wird, dieses als Referenten-Entwurf zur Begutachtung und Meinungsäußerung zugestelii werden. Dann erst werden die Verhandlungen beider Regierungen mit der Nationalbank beginnen.
Pest, 7. Juni. Die Pester Handelskammer sprach sich heute nach mehrstündiger Debatte für die Gemeinsamkeit des Zollgebiets und Annahme des Auggleichs in dieser und der Bankfrage ans. Dagegen äußerten fich zumeist die Gewerbetreibenden und die aus der Provinz herbeigekommenen Kammermitglieder.
_ 8. Juni. In der gestrigen Mittheilung soUen in dem publizirten Staatskassenausweise die Einnahmwr richtig 42,982,547 Fl. heißen.
Großbritannien und Irland. London, 8.Iurii. Mit zunehmender Befriedigung nehmen Presse und Publikum von der Thatsache Kenntniß, daß die Lage in Angelegenheiten der»Tiirkei einen friedlicheren Anblick gewinnt.
_ 9. Juni. (W.T. B.) Auf eine Anfrage Harringtons, bs:-
treffend die Bor..“age der auf die orientalische Freigebe-
züglichen Aktenstücke, erklärie der Premier DiSraeli im Unterhau s e, die englische Regierung wolle zwar keine unnöthigr Zurückhaltung beobackzten und sei der Mittheilimg dsr betreffen: den Aktenstücke nicht entgegen, es seien indessen Interessen vorhanden, die höher ständen, ais die erklärlichen Wünsche des Hauses und die Anfichten des Ministeriums, und da es sick) bei diesen Interessen um die Aufrechterhaltung ch Friedens handie, so werde das hohe Haus nicht auf Mit- ih-xilung der Dokumente bestehen. Indessen sei er bereit, jede mögliche Aufklärung zu geben. Vor Kurzem habe er die Hoff- nung aUSJesprockgen, daß das auf der Beriiner Konferenz vereinbarte Memorandum der iürkisrhen Regierung nicht werde miigerheilt werden, [72206 glaube er vollkommen in der Lage zu sein, zu erklären, daß das Memorandum zurückgezogen sei, da es nach seiner Meinung auf undrstimmte Zeit (51116 (110) veriagi worden sei. Ohiie Zweifel erklärten die- jüngsten eingreifenden Ereignisse in Konstantinopel im Großen und Ganzen die Zurücknahme des Memorandums, da die Pforte Schritte gethan habe, wekche mehr als einen der wichtigen in dem Memorandum verlangte'n Punkte antizipirt kjätten. Die Psorie selber Habe aus freien Stinken einen Waffen- stillstand angeboten, und dies aliein werde ein hinreichender Grund srin für den Aufschub, den man hinsichtlich der Ueber- reichung der Note habe eintreten lassen. Die Weigerung Englands, dieses diplomatische;- letenftück zu fanktioniren, sei von keiner der Großmächte in unfreundschaftlichem Sinne aufgefaßt worden. Im Gegentheil hätten die Mächte ihr großes Bedauern dariiber ausgesprochen und den Wunsch zu erkennen gegeben, daß die englische Regiernng ihre Entscheidung noch- mals in Erwägung ziehen möchte. Es gäbe mehr als einen
von den Finanz-Ausschüffen beider Kammern eventuel] beaniragte Y_u fhebung oder Verxegung des Polytechni kums nach Gießen zu wirken.
Mainz, 8. Juni. (Frkf. 3.) Seit den Vorgängen in den Jahren 1863 und 1864 („Schwester Adolphe“ u. s. m.) ist es mehr "ohne Schwierigkeiten geiungen, für unsere großen Woh_lthattgkeits-Anstalten, namentlich das Hospital, das I_nv_aliden- und" Waisenhaus, den ßiftungWäßigen pari- tgt1sche“trCl)_arakter einigermaßen wieder herzustellen und die _Abiiormiigten, welche eine planmäßige ultramontane L_lgttatton m denselben zu Stande gebracht hatte, zu besei- tigen. Dagegen ist das Minifterium Daiwigk auf das wieder- h_olte und rechtlich begründete Verlangen des Gemeinderathes, die Verwaltung der Anftalten nicht feruer drm Kreisamt, son- dern der Stadt zu überlassen und dieses Rechtsyerhältniß geseß- [t_ch festzustellen, Ziicht eingegangen. Es soll nun zu einer Re- vifio_n der Vertrage bezüglich der noch immer von den barm- herzigen Sghwesiern verwalteten Anstalten geschritten werden. Diesx Vertrage stammen aus den Jahren 1852 und 1855 und gewahren unter Adderem den Schwestern das Recht der Anstellung des odersteri Beamten der Anstalten. Bei dieser Gelegenheit ist auch die Aufhebung des Beschluffes des früheren Gemeinderarhs zu erwarten, durch welchen die Erziehung der Waisenkinder (den Unterricht genießen dieselben in den Volksschulen) in drei Kate- gorien gegen die Bestimmung der Stiftung getrennt und die
] Werner noch eine Soirée mit Tanz statt, zu welcher “auch noch
Punkt, in Betreff dcffenEngland in Gemeinschaft mit den übri-
1 gen Großmächten handle, und wie er hoffe, mit Erfolg. Die
englische Regierung habe mit den übrigen Mächten konkurrirt oder man könne vrelmehr sagen, die Übrigen Mächte hätten mit England konkurrirt. Auf aUe Fälle bestehe zwischen allen Groß- mächten ein vollkommenes Einvernehmen darüber, daß man keine uxiangemeffene Pression auf den neuen Sultan ausüben du_rfe, sondern daß man seinen Rathgebern Zeit geben m_uffe, ihre Maßregeln und die Politik, die sie sich als Ziel gesteckt hätten, zur Reife zu bringen. Außerdem habe England die Vorsiemingen Oesterrxiohs, Frankreichs, Rußlands b_ei der_serbischen Regierung unterstüßt, um dieselbe auf die Wichtigkeit eines gemäßigten Verhaltens aufmerksam zu machen, er hoffe, daß diese Rathschläge zur Mäßigung nicht ohne Erfolg bleiben würden. Ein dritter Punkt, über welchen die Großmächte m gleichartiger Weise gehandelt hätten, wäre die Frage einer sofortigen Anerkennung des Sultans ohne die Verzögerungen, welche durch die Beobachtung der erkömm- lichen Etiquettefragen herbeigeführt würden. Die Kred tive des englischen Botschafters in Konstantinopel, Elkiot, würden heute demselben übersandt werden. Die Anerkennung des Sultans sei nicht auf die großen Mächte beschränkt geblieben. Alle der Pforte untcrthänigen religiösen Sekten und Volksstämme hätten seh für ihn erklärt. Die Glückwünsche, welche die Spißen aller christlichen Gemeinden an den Sultan gerichtet hätten, könnten nur »den Einfluß derer vermehren, welche bei den In-
der kathokischen Mädchen den barmherzigen Schwesiern über-
surgenten im Sinne der Hersteüung des Friedens im Reich
antwortet wurde. Damit wird eine einflußreiche und einträgliche Position den Ultramontanen entzogen und auf ihren geses- ltchen Zustand gebracht werden.
wirkten. DiSraeli erklärte sodann, daß der von Wiener so_urnaken mit seiner Unterschrift publizirte Brief, in welchenr die euro- päische Lage und die Politik Englands erörtert wird und in welchem der befreundeten Großmächte in unehrerbtetrger Weise Erwähnung gethan wird, ein Falfifikat sei. Der Minister be- merkte am Schlusse seiner Rede, daß die Mittheilung der__ auf die orienialische Frage bezüglichen Korrespondenz VLL'ZJJSÜ wiirde durch den Wunsch, das gute Einvernehmen der Mczchte aufrecht zu erhalten, mit denen England erfolgreich zusammenwxrke.
Frankreich. Paris, 8. Juni. Das amtsickze Blatt “veröffentlicht heut wieder die Ernennung von 8Maires und 21 Adjunkten. _ Die Marokkanische Gesandrschdft, axis 11 Personen bestehend, ift [)euie früh von MiirscilTe in Paris angekommen. _ Montag früh sind in „Mars eill e fieden Mi- .Xitärmandarinen in Begleitung des Dolmeisck)ers_ Hrn. SchMLYST, der als General die chinefisclye Armee gegen die Re- bellen kommandirt hatte, eingetroffen.
Versailles, 9. Juni. (W. T. B.) Der Sengd be: rieih Heute 0er seine GsichästSordmmg, und nahm 1301121 eim'n Antrag des Oberfr Andlau an, dcr fick] _fi'rr Beschieuritgungwcr Reorganisaiion der Armee aUYsxiricht und r?- fur zulasfig erklärt, daß zur Vorberaihung militartscher Angelegenheiten he- iicllte Kommissionen, oder solche Kommissionen, we_1che_der Em- sicdinahme von ministericlien Schriftstücken bendihigt “jmd, ihre Siizmxgcn imck) in Paris abhalten könmn.
Türkei. Koniiantinopei, 9. Irmi. (W. T. B.) Die Pforte hat nach einer Meldung der „Hudas=*)icii_iersch“e_n AZentur“ die serbische Regierung am Nufklarung _uder die yon derieiden betriebenen Nüstu ngen ersuchen kaff 911. Wie Hmzu- gefügi wird, wäre die betreffends: Aufforderung index; in durch- aus höflicher Form gehalten, und triige weder emen drohenden “Charakter, noch die Form eines Ultimatums.
Ein Telegramm des W. T. B. aus Belgrad vom 10. Juni bestätigt diese Nachrichi. Dasselbe meldciz
Die Aufforderung des Großvezicrs _an de_n Fürsten von Serbien zur Aufkläriin_g uber _dre scxrbisrhen Rüstungen lautet in ihren wesexülrxdftcii Tkchirn: „Die Verficherungen, weiche omi _Ew. Hoheii grgxben warrn, Haiien die Befürchtungen beseitigt, WL[chS der der Hoden Pforte durch die bedeutenden Rüstungen Serbiciis herdorgerUsxn waren. 'Indeß werden diese _ Rüstungen iwc!) _1mm-:r_ in großem Maßstab:? fortgeseisi und die serbische Armee ist bereii, m das Few zu rücken. Die türkische Regierun- kann grgrnnßer einem Stande der Dinge, welcher der Ruhe in inen Prodmzcnmii "so weniger förderlich ist, als die Streifzüge der Serdxn die _Aux- regung Udrmehren, nicht in Gleickzgilttgkeii verharren. _«e. Majesiat der Sultan hat in Erwägung der Lage und ausigeizendwmi der Adficht, unvermindert die guten Beziehungen zu der Fucitlichen Regierung aufrecht zu erhalten, mcc!) begufiragt, wick) offizieii cm Ew. Hoheit zu wenden, um Sie um Onene, JSUÜUL iind direkte Aufklärungen iidrr den Gruuv und das bestimmt? Zlk[ der er- iwiihnien Rüstungen zu ersuchen,“ _ _
_ AUS Philippopel erhält die „Pol. Corr.“ uni€r dem _29. Mit foigcnde Nachrichten über den Aufstcrnd in Briigarieir:
Seit zehn Taßen fanden auf dem Jznurrektioniigebicie bedeiitsndr Kämpfe statt, Weiche beiden Theilen 1chwere Opfer kosteten, Am 20. Mai marsÉ-icis aus Taiac-Bassardzif und von hier cm_ ang aebi Batailloncn Infanterie, eri l-iizi'adron-In Kavakserie iiiidwcmcr Vart- tcrie brstxkyendes Corps in der Ri-Fytung der Dörfer iltiukm, Six?_1aß und Avradal ab. In der Nähe von Uiiuköi stießcxi 21,00 T1chZW kesfen und 1510 Baschi - Bozuis zum Hauptcorps. _Die ge- sammre iiixkiiche' Streiimacht deirug ungefähr 8 lits_ 9000 Mann, Die Aufständischen wurdrii duni) eincn Parlaiiieiitai'__drczi Mal anfgxforderi, die Waffen zu :irrchen,_ _in wrickoem Fail? siazyl Pascha iich cimiiibiigi erklärte, 201€ Jimncxixce aiisn_„Vc-'i;rien“ zu gcwäHren. Di? Jiisiicgkkikkn yeciveiiicricn die WFI-IkßiikklkUT'rZ, _w»r.m_f .die türkiicxßd Jnfmxierie die "scstc Pofitiién angriff, _ivr'.chc_ .die “Zins- i"iiindischen in dem Dorfe UtKuiöi, _bart an der_- Krrcbe, __111111'!)011_M. Nack) eim-m secizssiüydigen Kamyse wiirden d1e_ Y_ngrélfér imgck- geichiagew Die Nacht brachten die FÖÖKZi-Pielidcn m c-iner kaum CML Virrieimeile bctragenden Entfernuna own einander 3a. _
Bei Anbruch des folgenden Tags.! cnrkraumtc dcr K.:mps VM Neuem, imd Wurd? dcrseide Von Jazyi Pasckxe mit der ;_;«nzcn ihm zu Geboie sishcndcn Macbt gefiihrt. Trois der giößieii Antircngimgen Beiderseits kam LS auck) dicöniq] zU idinrm andrxixn Ri-suiiati', als das; bei 800 Lcchn den Kampspiciß bedrckxen. Dre Tiirkeii MUM!)- “1811 dis Znsurgcnicn nicht aus ihren_Poyinonen zu vrrireiben; DW)? vcrmochren nich?, die Gcgnrr zum RUMUUL zu zvomgen. Kaum abcr Brack) dic NKÖÜ Herrin, als das _von den Jnsurgerxten bkstßf? Darf in hellen _Fiawmcn ___i1UslOk-L1'kC._ Die Jr.]ur- grntéxi mußicn unn ihrc séstikil ;)Qxiriondn cirxrgcbcn 11tld_ sich *Uaci) dcm "ahmt Dorfe Wairrna _(zwqckycix _Z1chiiii_ian uiid Vozaxdjik) zurückziehen. Auch da_ hielten iiu_Airfsiaiid_ischcn nicbt mrbr, da fie die Kunde erhielten, da?; aus Sophia gcgen 1ie Trnwvcn im Anmarickzc isian. Mii den klrinen, in Siixeki imd Avradai sich?!!- den Abtheilangen sick) vercinigend ZOJM die J11,argeiiirn iich ms (He- ibirge zuriiii. Darauf zogen die Türken in dicke Dörfer em, deren Cinwohncr von den Tscherkesssn toial ausscvlundrrt wurden.
Ein anderer Kampf entspann sii?) am 23. Mai deim Dorfe Te- ruichiiza, vier Stunden Weges Von hier entfernt. _Dxe Injurgsirren Waren gui verschanzt Und ihre Bewegung bckundxis ewe fachmäiimkide Leitung. .Der zweitägige Kampf endete auch bier mit dem_Ruckz-u_ge der-Insurgcnien _ nachdem das Dorf, m_if das sie_ sich sinßtrn, in Flammen aufging _ in den_Balkan. Die Baschi-Bozuks brazbten 120 Bulgaren aus dem eingeasch-xrten Dorfe hierher, wo sie einge- kerkert Wurden. _ _ _
Wie viel Insurgenien sick) ich Balkangehirge bereits besinden, ist ,ziffermäßig nicht festzustellen. Liis Wahrscheinlich dars aber augr'Mhén Werden, daß sich dort bei 20,000 Mann befinden.
Griechenland. Athen, 28. Mai. Gestern" ist der „Pol. Corr.“ zi1folge im Ministcrraiiw brfchloffcn w:)rdi'n, dem Gesuche vieler Städte Folge 5,11 geben, die in Vcrgcffcnixit gr: rakhene Institution der Nationalgardd wikder herzustellen. Die gesammte grieéhische Nationalgarde stellt einc Macht von 60_70,000 streitbaren Miimirkrn und Jüngliitgin dar.
Rußland und Polen. St. Petersburg,. 9, Inni. (W. T. B.) Entspixchend den friedlichen Intentionen der Nord- miichte und den bereits verschiedentlich auögeübten Einwirkungen auf Serbien und Montenegro hat man erneut die dortinen diplomatischen Agenten von_ hier_ axis angewiesen, den Einfluß Rußlands gegen jede kriegerische Demonstration geltend zu machen. Gleichzeitig Wurde die Verßcherung ertheilt, daß Rußland, dessen Politik keine isolirts, dafur_Sorge tragen werde, daß! die neue Regierung in Konstantinopel den von den Mächten als nothwendig anerkannren Reformen und Garan- tien fiir die christlichen Südilaven gerecht werde.
Dänemark. Kopenhagen, 9.J1mi. Nui der _gcsirigcn TageSordnung des Folkethinges stand die zwsiie Lemng des Gescßentwurfes, betreffend die Anschaffung von n'euen Feldgeschüizcn; da der Bericht des Aussrhiiffeé_ alrer erst geßcrn zur Vertbeiiung gelangt war, mithin nicht die m der GeschäftSordmmg vorgeschriebene Zcit vorgrlegen hcxtir, so
mußte die Verhandlun iiber den Gesehenkwurf bis mor en aus- geseßt werden. _ Na dem Bericht des Ausfahuffes ält der Kriegs-Minifter zur vollständigen Erneuerung der Feldariillerie Dänemarks folgende Anschaffungen für nothwendig: 16 Batte- rien zu 8 Kanonen, wovon 4 Batterien als Reserve, 8 Affutagen, 8 Munitionswagen, 8 mal 400 Projektile und 8 mal 400 La- dungen; die Kosten für jede Batterie sind zu 128,060 Kronen und die ganze Anschaffung also zu 2,048,000 Kronen veran- schlagt. Die in der vorigen Session vom Kriegs - Minister zu in Rede stehendem Zwecke beantragte Bewilligung von 1 Million Kronen wurde vom Folkethinge abgelshnt, weil die Vorlage zu spät kam. Seit der Zeit hat der Kriegs-Minißer seirie Vorbereitungen zur Durchführung der Sache fortgeseßt und mii der" Firma Fr. Krupp in Essen einen Kontrakt abgeschlosssn, betreffend die Lieferung von 128 Kanonen mit Zubehör im Gesammibetrage von 1,332,480 Kronen; jedoch ist die Gültigkeit des Kontraktes davon abhängig, daß derselbe Seitens des Kriegs- Miiiisters von dem 1. August unterschrieben wird. Der Kriech- Minister Hebt in seinen, Motiven zu dem Geseßeniwurfe hervor, daß die jrizi in Dänemark gebräuchliche Kanone fich hinsichtlich ihrer Wirkung und Bcivegiicdkeit mit dem Material anderer Staa- ien messen könne, soweit dieses nicht' einer ähniichen Erneue- rung unterworfen, wie die jeßt von Dänemark bcabfichti_gie;_ader mit dem Erscheinen der neuen deutschen Feldkanoiie ißt ploßlick) ein Sprung in der Entwicklung geschehen Und die Einführung dieser Kanone in Preußsn „übte einen; entschkidendrn Einfluß auf die anderen europäischen Staaten aus.“ Außer Dänemark hätisn nur nock) Eagland, Schweden und Norwegen bisher die Vorderladimgskanone beibehalten, während die übrigen Staaten die Hinterladungskanone angeschafft hätten,„ zum Theil nach dem jsyt abgeschaffien preußischen System. Nack; _den __ eingesteilien Proöcn sei es die An'äckzt 'der Artillerie, daß die damsckze “Zeld- Ariiilerie mit der Einfiißrung des Kruppichen Sysiews roteder jedem Gegner ebenbürtig werden werde, den meisten irborlexgsn. Auf mehrer? FragenSeiiens dcr Ausschnßmitglieder hat der Kriegs- Miniftsr ausiiihrliche Antworten gégeben; er hob U. N. hervor, daß die Öffentlich gerügten Mängcl bei der Anwendung der Kanone nicht da?; Systemi-xlbft deträiien, sondérn nur Einzelheiten, die bei dem in Däiiemari geprüften ModeU als überwunden zu betrachten seien, und ferner bezeichrrete er es als seine Ueberzsrigung, ,dqß kaum zu erwarten seiii dürfe, daß in der nächßen Zukunft em PWWÜÜL erfunden werde, wciches mit dem Gußftahl als Gsichüiz- maierial konkurriren könne.“ Nack) Priifnng aller voriiegeiiden Verdäliniffe empfahl der Aussckguß dem FolkeiHinge, die Mittel zur Anschaffung von neuen Feldgeschiiizen dem Kriegs-Ministcr zu bewilligen.
Amerika. Ueber den bcvvrstrdendcn Feldzug gegcn die Indianer macht der in Pi)iladelp[)ia l)crc-:1isgrgebcne „Pridic Lsdger“ folgende Mikheilmigen: _ _ _
„Dit? militärische1§7xyrdiiion KEH?" die femdiicbrn SW_Ux !!U Terriwrium „Dakota, für weiche jüngii außqedehnie_Vyrderritungexi gétxoffcn WUWW, ist abmgrsciyiri, Die Sirriimacdt ighit eiwii 3500 Main;, kestsdi mindestens zur Hiiiiie aus Kavailerie und 1.11 mii Gatling-Kcmorirn UNd solcher [Lichten Artillerie, dic gegrn diYJndiansx wirkiam angewwdet Werdsn kaun, Wohl versehen. Die nyxdiiwn x_iixnmr VOIXäWé iiir cinrn Monai mii, während Weit»? sur wcnigiieris zwsi JRUÜÜTL reichende Zufudrex; PLT Dampfboot den Missouri UUT) Yellowstone 1701an Wii) eincm am ieytgeimnnien Strom_ in DE]: Nachivscrsidaii der Mündung dss Fiirffes Big Horn zn _STkiÖkSUBH'U D:“.xoi gesaiidt MWM ioiisn. Di: Cxpediiion ist in dréi Roirimrir cir:=,_ichi[)€iii, Miihe Von drri Richinngrri aus in das Judmirrrland cm- diiixgx'R WkrdW, imd fie wchin von den Erneralen Trixi), Crook mid «idbpn 11cfehligi General Terry's Kolonne _ver- [5er Fort Lincoin, Dacota, am _17, Mai, iii wesilicfx-cc Rikoinng marscbixend, (Hiinexal Custer, dsr ZWJizKomxrmu- dirende di-cskr KNOW, geht mit ihr an der_ 6511113; 1911126 .KavaiLelric-Rar.iinexics, [1110 TM Kolonne bestsht 1111732: Mirai Rrizia Meni an*; einer Cdiiipdgnis Jiidicirwr-Pläufier, drei Comvagmcn In- iamsrir Und ciner Baixeric Gaiiiiig-Kanonen. (Hénemi Giddons .de- 1011119, die cbcxifails Linii'k Gcnsc-ai Terry's B(frizlen sich)“, ist aus 6 Coiiiyagnicn Jiiiauierie und 4 Schwadroncn Keiraliexic ZiiiarnZW- geseßi. Sid *.)ar sior'x (.»;(lis, JIIOUtana, veriaßWZZ und mczi1chwt iiidwiixts dex! “L):liixwiwns-Flui; cmiang. »Zrnxrai Ewoks „217019100 [(*ii mordwärts won Fort Laramie aqunxcherc-n. IHF? Siäri-x isi xiéäzt d2taiUi1t iiiiigéikWili. Der umniireibxrr_5wcck dii-j-xkr Truwprnkiwz-x:irirrm-J. “x1a(i) “0961 Thale des“ B:!»Hoxnsiusiesxn ***]i, Sitting 2311114 301?!) Mimi iicirkc Sionx- «_tchrnackZi, die nä) ÖM Briiciytcn dri ?*iänkier zni-oix'x cmi Liiile * Missoni'ifinne [)Lfindii, 1,57, beacgnrn. Diise miiiiiiiisciM Expedition ist dem Verncizmexi _wakkai-Z stärerkz, die stii dem Ende der Rébeilion gegkn di,? faixids-Zligen J::- dianrr auI-Zekandi wnrde.“
Mexiko. Wir sineKabcldepesckze der „A. A. C.“ aus _New-York meldet, ixeirtcn :iack) dix; zum 30. U. M. reichenden) Nackzrickzidn (1119 Mexiko die Regierirngstruppen die Berhmdnng wii der Hauptstadt wiederhergesteilt Und aui 29. Mai emen entscheidendeii Sieg iiber die Jusurgenten m_ Oaxaca errungen. Dre Verluxis der Insnrgentm werdeii aii?“ 1000 Todre _Und Verwun- dete r.'ngrgeben. Es wird hinzugefugt, dgß drci ihrer_Gen_erale zu Gefangenen gemacht wurden, und daß die auf signdis che Bcivcgunsi allenthalben im Abnelguren sei. _ Em Dekret ist erlassen ivordcn, welches die Vrastdentenwahl auf dem
. 9. Juli anberaumt.
Nr. 23 des „Central-Blaiis für dasDeutsQe Reiko“, herausgegedrn im Reichökaniiew§11mb Hai folgender: Inhalt: Allge- meine Vrrwiiitungssachen: Verbot der fernererr Verbreitung der zu Philadelphia uni-Ir dem Namrn „"Mord-Amerika, Wocberxklait dcs Pbiladelpihia Voiköblaii“ erscheinenden Zritung; _ Verweisung von AuEländeru aus dem Reichgebiei. _ Etienbahnwäen: Eroffnung der Strecke Appenweicr-Oppeuau. _ Marme und Schiffahrt: Beginn vvu Seestc-riecmanns-Prüfungen. __ Zoll? Md" Steuezwesen: Komp?- tenz Liner Steuerstelle. Finanzweßn: Goldxmkakae Seitens dsr Reichs- bank; _ Rachiveisung der bis Ende Mat 1876 stgttgehabirn Yus- führung des Geseizes, beixe'“end die ArrogaYL Von Reichskasserzschemen. "*Munxwesen: Uebersicht uber die AUSPngung voxxReichSmunzen;__ Uebersiéot über die bis Ende April 1876 mx Rechnung des Deuistven Reichs zur Einziedung gelangten Landes-Silber- und Kupfermunzeu. _, Konsulaiwesen: Ernennungen xc.
Reichötags = Angelegenheiten.
Berlin, 10. Juni. In der gestrtgetx Sitzung der Justiz- kommisiiou des Reichstages beendete dixselbe die Beratvung ocö Abschnittes der Strafprozeß-Oidnung nder die Uniersnchungßhczfx und berietk) sodann die Abschnitte über die 5I)ernekksnung _und Vertheidlgung des Beschuldigten. Bei §, 113 Wurde der Abs. 2 m der Fassung der Bundesvorlage wieder hergestellt und demselben (zus den Antrag dss Abg. v. Puttkamrr eine neue Bestimmung angefugt, so daf; der er- wähnte Absaß nunmehr lautet: „In der Vornntersuchung ift dc'r UntersuckxungSrickoter zur Eriaffung des Haftsbefehls und im Fglle des Einverstandnisses dcr Staatsanwaltswaft auch zur Aufhebung
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sofort, längstens „binnen 24 Stunden, die EntsÖxidung_ dez Gerichts ein uholen.“ Auf einen Antrag des Abg. Wolffron bésthloß die Kommis on xu §. 115, 1, daß die Aufhebung des vor Erhebung der öffentlichen Kia e erlassenewHaftbefeblS auf Antrag der _Staats- anwaltscbaft zu erfo gen bat; tragt die Staatöanwaltschqfi nicbt dar- auf an, so ist die Haft aufziihekxen, wenn nicht binnen eme: Woche nac!) Voilstreckung derselben die öffentliche Klage erhoben wird. Ferner nahm die Kommission auf Antrag desselben Abgesxdn€ien den 2. Absaß des §. 115 in folgender F1ss1!_tzg _an: „Wenn zur Vorbereitung und Erbßdung drr össchiÜMu Klage die Frist von einer Woche _nicht genügt, so kxmx dieselbe auf Antrag der StaatSanwalischa7t vom Amtsrichier bis ani zivei Wochen und, wenn es sick) um Verbrechen oder Vkrgeiwii handelt, auf wiederholten Antrag der StaatSanwaitWaft iiur ser- n ere zwei Wochen verlängert werden.“ Zu BSZlebUUg an.k die: Zu- lässigkeit des Erlasses eines Steckdr'iefes (§. 118) ve-ntragre der Aba. v, Puttkamer, daß auf Grund einés Haftbefrhid sowohl vom Richtsx ais aucb von dsr Staatéanwalischast Steckbriefe Erlaiien wcr- den können, Dieser Antrag Wurde von depKommnfion genehmigi. Dagegen wurde der Antrag dxsselben Abgeordnsten „_ wwxraci) im FaÜe der Entweirbun'g aus dem Gefängnisse auch die Polizei- behörden zur Erlassung des Sieckbriefss befugt find gßaelrxdxié. _ Zu dem Absidnitt über Veiibsidigung strick) die Koxnmxjswn die 19011 [Hl in erster Lesung angenommen? Besiimmxmg, daß dlc? _Vexiheidiguwg eines Bestbuldigien, der Die (HeriÖtsipracye nichi vxrsteht, noiHrvéidig sri. Der BCÜÜUUUMJ, daß die Vcrtiwidigmig nothweizdig ski, Wcim ein Verbreck)en den Grgensiand der [interin-Öung bildet _ _wUxée anf desu Antrag des Abg. 15. Schwarze der Satz _zugefüßt: „dirie Br- siimmung lcidet anch Anwendiing, weiin die strafbare Handxunxx nur deshalb als ein Verbrechen sicb DarsteÜt, meii sie im Riicksalle be- gangen worden ist.“ §. 130. 4, wurde auf den Antrag der Adgg. Wrimm und v. Putikamcr in folqénder Fassung genchmigi: „Raid dcm Ermessen des Veriheidigch können die Uniariucbundsakten rnit Audxadme der ULbEkfÜhrUUJÉÜÜck6 drm Verißeidiger in seine Woh" nung verabiolgi wcrden.“
Landtags = Angexegenheiten.
Berlin. Der Gesetzentwurf, betreffend die Verdii- [igung von Staatsmitteln zur Beieitigun-Z der durch die Hochwasser im Frühjahrs 1876 Hürdetgsfiißrien Verheerungsn und gemeingefährlichenZUstande, lieg jeßi gedruckt vor. Derselbe lautet: _ _
Wir Wilkelm, von Goiies Gndden Köntg VM PWMZM IC. verordnen, mit Zustimmung beider Häujrr des Landiags Dkk Monar- chie, was folgt: _
§. 1. Aus den Geldmitirln, Welch: auf Grund drr Bsiiiiiimxwg in den Artikeln 1/1. und 1711. des ReichSgeseßcS "UMC 8. JUN 1872 (Rricdsgestßbi. S. 289), drircffend di? franzöfiscbe IdrxessiLstrmniichd= digunß, der preußischen Staatskasse zufließen, wird drr S_Zaäisregie- rung die' Summe von sechs Miiiionen Mark ziir Verjiiang JL- teilt, um _ _ s 1) der Stadtgemeinde Caird für dir! Arbkiien, w31che dehnrs Abwendung eines weitcren Bergsturzxs erforderlich icin WITTE", rxiikn Kosicnzuchiif; (::-„s dcr (Staatskasse „zv JEWäbkLki, „_
2) an “dis in verickzirdsnen Siromgabicisn drs PTEUHUÖW STATUS durw die Frühjadri-HWfluiwen de»; Jadrcs 1876 Bedeng; im:?) Maßgiibe drs naciygkwi-sicnen Bédürfniff-xs chhulfen ZU _kcwiiiizsn “.ind zwnr: &. an LiRZFMS Beschädigxs zur Eibalixm-„z iiii HYB- und Nalirungssiandé; 1). a2- (HLMÜUÖEU zur WWNUQÉLULÜUUZ ihrsr beschädigten grmeinnützigsn Anlagen; «. zur ÜBZCDLÜ)?TÜLÜUUI_UYD zu UOWWMÖiJM Vrriyffrrnngcn dar bsschädigt9n Deich9 imd UsWOUI- works und der damit 111 Verbindung sishonden Anlagen; __
3) die druck) 'die Hochstutiwn (Nr. 2) dsschädigien fißkaiUMÉ Y_au- amlageir wieder herzustciisn und bei dsr fiskalischén Saimx zu SCHOTT??- deck Wohnungen fiir Salinenxrbxiicr, w-xiche durch die Uchcrschivei'n- mnng Oddachslo-Z gsiwxrdxn sind, zu errilhi'sn. __
„Ö, 2. De: Höckzsibcirag dem“ an die Skadi CMO zu géwixßréndcn Beihüifx G. 1 Nr. 1) wird auf 485,000 „46. festgestellt; dir Moda» tät?" diksi'r Yewiiiigunq bestimmt di.? SiaatSrrgicrnng.
Dic Bcibülkan an fintdbeicbädigts rinzelne Personrn und Ge- meinixrn (-§. 1 Nr, "Zar. Und d.) iömxcu His zum Gösmnsriibcirage von 500,000 „il: diwi“ die 5211111498 dcr Riickgswähr, da“.“ij'crr Hinaus nur als Dariciien bewilligt wsrdcn, Dis Vrrzinimigs- U;!d Rück- zxiiiUiigédediiigUng-cn disiéér Daricisxn Dordrii von drr“Si_;i-1i7_;*r§i*:rniig bcsiimmi; drcb smd dic Darshan an Gkiiiéindén uni umnr-xéirns 3%) 50 wrrzinien und jédTlifÜUF iunsrdaii) 10 Jahren Zurrxckzuzaiilsn Die BQHÜifen zu dem irn § 1 Nr. 20, ?Iszsicdnctcn Zwecken Mid “ir; dsr Ncgsl ais Darl-wen ZU gewährkn, iin? weicdc dis_B€rzinimizi?- mad Riickzayiimgöbcdingukmxn VON de'.“ Siaatxregierung xexigeiicdi _irxrdxn; dock) “Isi icßiere eriii-Ziriztiqx, die Miiiei im Falle des BLUixxmffcS ami) rim: die Aufiagc dkaÜckgcwälyr zwecksniwrcckxcnd zn veiivcridcn.
§ 3. Die naci: F 2 jährlich zuciiäzuvchignahmciiden Bexr_nge find in den StaakWauöhaltZ-Etat dlö betresscnden JUMP?) as:.“zix- ne msn.
H §. 4. Die Bswiiiignng und Verwkiidung_ der Bsiiiülisii ?_„ii ken iw § ] Nr.2a. und i;, angegedenin Zweik-xn crsokßt unter 21207201!ng ron Kriis- und Provinziaikommiffioneu. _ _ _ _
Die“ Kreikkommiszioneu werden in dMiMLgLU Krei1en,_ 1113115101611 .:Uf Grund der: Kreiéordnuna vom 13.Dezember1872(©€7ch_-O_.1mu11. Seile 661) ein KrEiGaUrZsÜWß besteht, durä) diesen gcbildLi, wust abrr L*;n „der Vertr-xtnng jedes Kreises besonders gewählt. _ _
Ws Previnzialanmijsion fungixt im GeltungsberriL)? _Dcr Pio- vinziaidrduung vom 29. Juni 1875 (GefeH-Samm1._ 187665173“ Provinziaéausfchnß, in den übrigen Provinzen der provruzialstandische VcrwaiiungSaussÖUß. „
Dic Kreiés- und Proyitizialkommisfionen find befugi, Kii) durcb Koopiatidn zu verstärken. _ _ _
Ja den Kreiskommixsionen fuhrt der Landraih, m den Prcvm- zialkommiisionen der Ober-Präfident den Vorsiß. _ _ „_ _
§. 5. Die gerichtlichrn Akie,__wchch_c durch die Darlrhnskewzii- gungen erforderlich werden, mit Einschlag dcr bypothekamcbw (Zazi- iragunicn, Umichreiiiungen und Löfckxun en, erfoigxn kostenfrei. 73,11): die au zuneßmenden Urkunden wird em_ tcm_vrl mcht erhodeii. _
§. 6. Dem Landtage: ixt dei deffen nachsier rcgelmaßiger ,:er- sammcnkunfr über die Auszi rung des (Heisses Rechknfchaft zu geben.
Urkundlich rc. _ _ _
- Die „Köin. Z.“ veröffentlicbi aus dcm Cirkular, wdrm de_n Mitgliedern des Herxenhauies _von Seiten des Prastdmmß _die Mittheilung gemacht wird, daß die Plenarfißungcn am 16, d. „R. wieder beginnen werden, folgeziden 911163119: _ _ __-
C'in Theil der dem Hauic bcxcits zugxgangénxn LMO. M GEMM- heit friiHerer Beschlüsse, der: betressßndcn KVMMisiwnSti _zugeiviesenen Gesetzentwürfe gehört zu denw1chtt sien nnd folgerctiiksteu, Weich? den bridcn Häusern des Landtags extens de_r _Köm lichen Staats.- rcgierung in dieser “Session zur vcrfasangsmaßigen _esiizlußnahnie vorgelegt find. Ein aiiikkek Theil 1st_ tur ___dic orcnixngg. mäßige Fortführungder Fmanzvxrwafung, d1e_Be1eitZZung fudibarer Uebeiständc, die Befriedigung langxghriger bexechtigter Wunstke dringend nothwmdi , Das Herrenhaus wird den fw: dasselbe daraus sich er- gebenden .:ifgavcn xmr gerecht werden _können, weiin die geehrten Mitglieder nikki asian _zu den_ wiederbrgmncnden SLLUUJM so _zth- reich wie möglich e_rscyeinen, ionderwauch mit ihren anderweitigen Geschäften sich so einrichten, das; sie bis zum Scykuffc des Landtages bier anwesynd „sein können. In welcher Frist diefer Schiri? erfolgen kann. wird bei dem dermaligen Stande der parlgmcntariche_n_ (He- schäfie lediglicbwon der regelmäßigen und zahlrxuben Beibeiltgung der geehrten Miisiieder des Hauses an den Kommtssions- und Pienar-
eines solchen, sowie “ur Freilcissuug der Beschuldigien gxgen Sicixrheiisleistung befuZt. Jm JKU? dk?) NickaUV-“IZÜMT' niffes dcr Staatöanwalifchaft iir vom, UntersuchungvriMe:
sißungén Abhängen. Auf diese Betheiiung rechnet das_Prasidmm zu sc)r, “ls daß HM auf die Eoentualiiai ciner ?bermaiigixzi Beichixiß- uniäbkzksik der Siizunaen und die fich daran knupsmden 501891111311)“ ] eingsgangen werdcn soÜte.
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