mission mit dem Auftrage an Ort und Skelle entsendet wor- den, den Umfang der Krankheit näher feftzuftelken und je nach dem Befunde die zur Verhütung einer Ausbreitung des Uebels dien1ichen Maßregeln in Vorschlag zu bringen.
Die am 7. und 8. d. M16. von der Kommission vor- genommenen Ermittelungen haben fick) auf zehn Erfurter Reb- sthnlen erstreckt, von denen acht, und zwar der Mehrzahl nach in bedeutendem Grade infizirt befunden worden find.
Die im Anschluß hieran von der gedachten Kominisßon er- statteten Vorschläge bezwecken, nicht nur im gegenwärtigen Fakle, sondern aueh bei dem etwaigen Ausbruch “O_er Krankheit an anderen Orten dem Umsichgreifen der Gefahr thnnlickzst Wirksam zu begegnen. Die AUSführung der empfohlenen und *(th Wesent- lichen als sachgemäß erkannten Maßregeln ist unverzuglick; 'em- geleitet und unter Anderem die baidigfte Untersuchung der1emgen Erfurter Rebsthulen angeordnet worden, welche noch nicht Gegen- stand der kommissarischen Ermittelungen gswesern smd.
_ In “der hsutigen (16.) Sißung des Herrenhausxs, welche der erste Vize-Präsrdent v. Bernuth um „11 Uhr eroff- nete und welcher der Vize-Prästdent des Königlichen Staats- Ministeriums, Finanz-Minister Camphausen, der, Minister des Innern Graf zu Eulenbuxg, der Iuftiz-Ministcr 111. LeonHardt, der Minister für die landwirthschaftlichen Angelegenheiten 131. Friedenthal , sowie zahlriiche Regicmngskommissarien beiwohnten, wurde zunächst ein Schreiben res Prä- ßdenten des Staats-Ministeriums Fürsten BiSmarck verlesen, m welchem derselbe die Ernennung des Staatssekretärs v. Bülow und des Präßdenien des Reichskanzler-Amtes, Hofmann, zu Staats-Miniftsrn und Mitgliedsrn des Staats-Ministcriums zur Kenntnis; des Hauses bringt, Der zum Vertreter der Stadt Halber- stadt ernannte Bürgermeißer Bödcher war in das Haus eingetrcten, und wurde von dem Präsidenten als Mit- glied des Hauses begrüßt. _ Seit der leßien Sitzung des Hauses ist das langjährige Mitgkied deffelbßn, Wirk- licher Geheimer Rath [)r. Götze mit Tode abgegangen. Der Präsident brachte diesen Todesfall zur Kenntnis; des Hauses, gedachte der Verdienste des Verstorbenen in warmen Worten und ersuchte das Haus, zu Ehren des Verstorbenen |ck] von den Pläßen zu erheben, dem auch die anwesenden Miigkieder entsprachen.
Nunmehr irat das Haus in die TageSordnung ein, deren erster Gegenstand der Bericht der Agrar-Kommisfion iiber den Geseßentwurf, betreffend die Vertheilung der öffent- lichen Lasten bei Grundftiickstheilungen nun die Gründung neuer Nnsiedelungen in' den Provinzen Preußen, Brandenburg, Pommern, Posen, SchKfien, Sachsen und Westfalen war. Die Diskusfion Über dieses Geseß dauerte bei Schluß dieses, Blattes noch fort.
_ Nach der in einer Cirkukarverfügung vom 27. n. M. enthaltenen Bestimmung des Ministers der geistlichen 2c. An- gelegenheiten gehören sämmtliche, auf Grund förmlicher Verträge bestehende oder noch zu errichtende Privat-Präpa- randen - Anstalten in das Ressort der betreffen- den Bézirksregierung. Es gehen demnach auch die- jenigen in dasselbe über, welche bisher dem Reffort des Provinziak-Schnlkollegiums zugewiesen waren, so daß die Be- zirksregierung nunmehr di»: gesammte privake Präparanden- bildung in ihrem Bezirke derart selbständig zu leiten hat, daß auch die mit den Vorstehern der Privatanstalten abgeschlossenen Verträge nicht mehr zur Genehmigung des Ministers einzu- reichen smd. Zur Bestreitung der ges ammten Aufwendungen für die Zwecke des Privatpräparandenwesens find den BezirkSregierungen bestimmte Summen zur Verfügung gestellt, aus welchen die gesammten Bedürfnisse des Bezirks zu bestreiten find, und zwar:
3. hinfichélich der gegen die bestehenden oder noch zu errich- tenden Privatanftalfen zu erfüUendcn Verpfkichtnngen,
[ h 1). zur Gewährung von Remnnerationen an Präparanden- e rer,
0. zur Bewilligung von Unterftüßungen an Präparanden.
Hinsichtlich der Verwendung der überwiesenen Summe empfiehlt der Minister, nach einem bestimmten Plane vorzugehen, für welchen die nachfolgenden Gesichwpunktc als maßgebend zu befolgen sind:
Von dem zur DiSpofition gestellten Betrage ist nicht ein Theil zur Förderung des evangelischen und ein anderer znr Förderung des katholischen Präparandenwesens zu bestimmen, sondern. die VerWaltung der vorhandenen Mixtel muß einheitlich und die Verwendung derselben nach den gleichen Grundsäßen und in jedem einzelnen Falle unter Berücksichtigung der kon- kreten Verhältnisse erfolgen. Ferner ist zu erwägen, ob die Ver- träge mit den Vorftehern der Privatanstalten, namentlich in Be- tre der Bewilligung von Zuschüffcn und der den Vorstehern au erlegien Verpflickztung zur Unterstützung ihrer Zöglinge nicht einer Verbesserung fähig sind. Bei der Remnnerkrung der Einzelbildner ist darauf zu achten, daß nur Lehrer remunerirt werden, welche mindeßens ein Jahr lang mit Erfolg Präpa- randen unterrichtet haben.
_ Der Chef der Admiralität hat unterm 4. Juni 5. I. eine „Instruktion für die Marine-Zahlmeister“ voll- zogen, welche im Verlage der Königlichen Hofbuchhandlung von E. S. Mittler und Sohn in Berlin auch im Separatabdruck erschienen ist.
_ Der Kaiserlich rusfische Unterrichls- Minister Graf Tolstoy ist gestern Abend nach Wiesbaden und der Kaiserlich rJsfisckZZ Hofmeister v. Gerebzow heute Mittag nach Leipzig a gere .
Bayern. München, 14. Innk. Von den an die Kammer der Abgeordneten gelangten Vorlagen find, dem „Corr. v. u, f. D.“ nach, folgende noch unerkedigt: mehrere Referate über die Nachweisungen für 1873 und 74, dann vom Budget die Referate: iiber die Etats: des Kulius- MkUißeriums, des Kriegs-Ministeriums, die Brücken-, Wasser- und Straßenbauten, über die Einnahmen aus Eisenbahnen, Poft UUd Tclkgkaphen, uber den Malzaufschlag :c., die AUSgaben auf «ReichSzwecke, die direkten Steuern in dem Entwurf des Finanz- Nsskßes; ferner die Gesehentwürfe über die Vervollstän- _igung der StaatsvaYixn, über die pfälzischen Bahnen, uber die MUMM" iinalbahnen und der Kredit für außerordentliche BÜZkani e des eeres; der Wahlgexeßentwurf des Ubgeyrdneten Jorg, die Rek amationen gegen d e Wa len von Zwerbrncken, Regensbur, Sulzbach W„ die zahlrei en, WMW" den Bau "M W 9113111311211 betreffenden Petitionen, sowie ein ge Besohwerden. .
_ Der Königliche Geheime Rath Hieronymus 1). Bayer, vordem Reichsrath der Krone Bayerns, ist im Alter von 84 Jahren gestern gestorben. . .
Sas-fen. Dresden, 15.311111. Die Erste Kammer bewilligte heute die zum Behnke der Fortführung der Bauten für Verlegung der Dresdener Militär-Etabliffements nachträglich geforderten 3,000,000 «16., ließ sodann die von ihr am 8. März d. I. über die Einstellung verschiedener Poßtkonen des außeror- dentlichen in das ordentliche Budget gefaßten Beschlüsse auf Antrag ihrer 2. Deputation wieder fallen, nachdem die Zweite Kammer ein Eingehen auf dieselben abgelehnt hat, und erledigte zum Schlusse Petitionen.
In der Sißung der Zweiten Kamm er beantworjeie der Staats-Minister v. Nostiß-Wallwiß die vorgsftern begründete Interpellation des Abg. Lehmann, betreffend das Verbot der Leichenverbrennung, dahin, daß die Staatöregierung nicht die Absicht habe, die Landesvertretung mit legislatorischen Vorschlä- gen wegen Einführung der fakultativen" Leichenverbrennung zu befassen, andererseits aber auch der Ansicht sei, daß die Einfüh- rung der Leichenverbrennung, auch der fakuliativen, ohne vorherige Revifion und Ergänzung der bestehenden Geseß- gebung unihunlich sei. Der Interpeklant behielt sick; Weitere An- träge vor. Die Kammer verwies sodann das Königliche Dekret iiber den Ankauf der ChemniH-Kommotauer Eisenbahn zur Be- richterstattung an die Finanzdeputation und erklärte sick) durch den ihr vorgelegten Bericht über die Verwaltung der Landesimmobiliarbrand - V3rsicherungsanstalt auf die Jahre 1873 und 1874 und die Resultate dieser Verwaltung be- friedigt, genehmigte auch den Etat der genannten Anstalt. Ein aus Anlaß eines vom Abg. Bönisck) gestelXten Antrags von der Geseßgebungsdeputation auögearbeiteter Geseßentrvurf, in welchem bestimmt wird, daß für Orte, in denen öffentliche Schlachthäuser in genügendem Umfange vorhanden find oder errichtet werden, durch Orisstatut, das zu seiner Gültigkeit der" Genehmisung des Ministeriums des Innern bedarf, sowohl die Anlage neuer als auch die fernere Benußnng bcsteHender Privat- schlächtereien untersagt werden kann, wurde naoh kurzer Debatte einstimmig angenommen.
_ Die von dem Finanz - Ministerium dem kürzlich schon genannten Konsortium verkauften 90 Millionen Mark der Zprozentigen sächsischen Rentenanleihe sollen nun bestimmt am 19. und 20. d. Mts. zum Course von 71 Prozent zur Subskription aufgelegt werden.
Baden- KarlSruhe, 13. Juni. Die Erße Kammer hat in ihrer heutigen achtstiindigen Doppelfißung die Kommis- fionsanträge zum S'chulgeseß angenommen, also die Forde- rungen der Zweiien Kammer wege Aufhebung der Kloßerschulen und Nich1anste11ung von Konfessionslehrern ab- gelehnt. _ Die Kammer genshmigte ferner in der heutigen SiHung einstimmig das Eisenbal) n-Anlehen vo1135Mi11ion-3n Mark mit dem Wunsche der möglichften Berücksichtigung einhei- mischer Kreditinstitute. Das Geseß ist damit perfekt.
Oei'kerreikh-ngarn. Wien, 14. Juni. Wie die „Pol. Corr.“ vernimmt, ift anläßlich der Rückreise des Kaisers Alexander von Rußkand von Jugenheim nach Warschau eine Begegnung desselben mit dem Kaiser Franz Joseph in Aus- sicht genommen.
_ Die „Pol. Corr.“ schreibt: Gegenüber der sensationellen Meldung eines hiesigen Morgenblattes, betreffend ein an- gebliches Memoirs des neuen Generakstabs - Chefs FML. Freiherrn v. Schönfeld, in welchc-m eine durchgreifende neue Reform der gesammten Wehrverfasfung befürwortet Werden soll, find wir auf Grund der an kompetsntefter SteUe geschöpften Auskünfte in der Lage, versichern zu können, daß
-das angeblicheMemoire im Ganzen und Einzelnen nichts
weiter als eine einfache Erfindung einsr etwas erregten Phantafie s-ei. IML. Baron von Schönfeld hat seinen Ge- finnungen und Intentionen seiner neuen Stellung gegeniiber erft jüngst klaren und unzweideutigen Ausdruck gegeben, indem er vor den um ihn versammelten Repräsentanten seines eigenen Corps betonte, von Sr. Mäjestät byrufen worden zu sein, um das in der Durchführung begriffene Werk der Reorganisation Des Generalstabes unverändert im Sinne und Geiste seines Vorgängers zur VoUendung zu bringen. Der gkéichc Geist und die gleiche Gesinnung dürften den neuen Chef des Generalstabes gewiß auch in Betreff der Verhältnisse der gesammten Armee und deren Stabilität, Und zwar um so mehr beseelen, als demselben der entschiedene Wille des Alkerhöchsten Kriegsherrn, an der Stabilität der gesammten Wehrverfaffung des Reiches im In- teresse der Armee? und dLs Reiches nicht zu rütteln und dieselbe vor jeder Störung intakt zu bewahren, genau bekannt und maß- gebend ist.
Brünn, 14. Juni. Am 2. Juli findet, der „N. Fr. Pr.“ zufolge, eine SiHung des am 4. April gewählten Centrak- Comités dcr „Verfassungspartei hier statt, wobei auch die Frage der Abhaltung eines Parieiiages be-
sprochen werden “soll.
Pest, 14. Juni. Der „Pester Lloyd“ konftatirt, der Schwerpunkt der Thätigkeit der Mächte sei in jüngster Zeit “oon Konstantinopel nach Belgrad verlegt. Wenn auch die Aufklärungen, Welche die serbische Regierung auf die Sommation Mshemed Ruscbdi's gegeben, nicht voUständig befriedigend laufen, verleugnen fie dock) keineswegs den Einfluß der diplomatischen Vorftellungen und sei damit die bereits ganz unmittelbar drohende Gefahr eines akuten Konflikts für den Moment mindestens aUSZeschloffen. Mittler- weile trete hoffeFlich der sechswöchentli-he Waffenstilk- stand ins L-xb und eröffne der Frage der Pacißkation neue Chancen. Die Aufnahme der neuen Verhandlungen mit den Insurgenten benimmt Serbien jeden Vorwand eéner aktiven Betheiligung am Streife, und da es andererseits die Last der Rüstungen und die Geldnoth auf die „Dann nicht ertragen kann, wird es von selbst auf die Bahn des Friedens, zunächst aber zur Abrüstung gedrängt, was Alles zusammen eine beruhigtere Stimmung in der Auffassung der orientalischen Frage recht- ert ge.
_ In der heutigen Sißung des Abgeordnetenhauses reichten Helft] und Genossen einen Beschlußantrag ein, die Regierung sei anzuweisen, behufs Orientirnng des Hauses die Detail- bestimmnngen des wirthschaftlichen Aus leiches vor- zulegen. Minifter-Präfident TiSza wundert fiZ, daß gerade Helft) die Vorlage der Detaills fordert, da sersxlbe als Wander- apoftel gegen den Ausgleich agitirx habe, wahrend ßck) nun erausstelle, daß er den AUSgleich nicht kenne. Er ver- prioht übrigens, alle nöthigen Daten vorzulegen, und beantragt den Uebergang zur TageSgrdnung , was auch geschieht. TiSza antwortet spater auf eine Interpellation Iranyi's über die Haltung der ungarischen Regierung in der orientalischen Frage, daß die Regie-
rung fich ihrer Pflickzt bewußt sei und sich mit dem Minißerkum des Aeußern ftets in Verbindung gehalten habe, Der Minister des Aeußern habe auch diesbezüglich stets die größte Zuvorkom- menheit bekundet.
Die Politik Oesterreich-Ungarns sei eine friedliche gewesen,. darum habe es sich der Reforninote angeschlossen, welche in Konstantinopel überreicht worden. Die inzwischen ein- getretenen Ereigniss in der Türkei machen ein weiteres Vorgehen vorläufig übkrftüsftg, nachdem Aussicht vorhanden sei,
daß die Türkische Regierung die nöthigen Reformen spontan,
durchführen werde. Soüte sich ein weiteres Vorgehen doch wie- der nöthig erweisen, so werde das Ministerium des Aeußern abermals auf friediichem Wege einzuwirken suchen. Ueber die' Art und Weise könne man s1ch jetzt noch nicht äußern, doch so- viel könne versichert werden, daßeinebemaffnete Intervention nicht be- absichtigT werde. DaS Haus nimmt die Antwort zur Kenntniß.
_ Was die Durchführung der Geseßs bezüglich der Ver =:, Waltungsreform betrifft, so soll, wie die „Presse“ mittheilt, vor 2111611: und zwar schon mii ]. August die Arrondirung der Komitate und gleichzeitig die Einverleibung der kleineren Städte durchgeführt werden und die Ernennung der Obsrgespäne dcr neugebildeten Komitate erfolgen; die übrigen Gesejze, nament- lich üöer die Verwaltungsansschiiffe, über die Skeuermanipulation und Über die Volksschulbehörden werden erst später, nachdem in, den Komitaten die Viriliften konskcibirt und die Munizipalver- jretung konßituirt sein wird, gleichzeitig ins Leben treten.
_ In theilweiser Berichtigung der bisherigen Meldungen über den Stand der Zoll- und Handelskonferenz schreibt die „Budap. Corn“: „Vor Alken: ist es undenkbar, daß betreffs der Texiilwaaren zwischen den beiderseitigen Regierungsvertreterw eine solche Differenz anfgeiancht wäre, welche eine neue Inter- pretation des Protokolls vom 2. Mai nothwendig machen würde. Ueber die Zollansäße der Textilwaaren sind ganz präcise, keinen Zweifel zulassende schriftliche Nb- machungen getroffen worden. Womöglich noch unbegrün- deter ist die Meldung, daß der österreichische Finanz- Minifter die ungarische Regierung mit einem Petroleum-Konsum- steuer-Geseßenfwurfe überrascht habe. Es ist bei Gelegenheit der Wiener Verhandlungen im April ausdrücklich vereinbart worden, auf inländisches Petroleum Steuer in derselben Höhe auSzu- werfen, als für das imporjicte Petroleum Einfuhrzoll eingehoben wird. Dies ist selbstverständlich, von einer sonftigen Petroleum- Konsnmsteuer war aber nie die Rede.“
Sehw-eiz. Bern, 14. Juni. Der Nationalrath be- schloß bei Fortberathnng des Fabrikgeseßes, Kinder unter 14 Jahren zur Arbeit in den Fabriken nicht zuzuiaffen.
Belgien. Brüssek, 15.Iun5. (W. T. B.) Der hiesige Bürgermeißer spricht in einer heute Nachmittag erlassenen Proklamation sein 1iefes Bedauern über die Ruhestörun- gen aus, die in der vergangenen Nacht ftattgefunden haben und erklärt, die Gemeindeverwaltung sei fest entschlossen, die Wieder- kehr ähnlicher Vorkommnisse mii allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern. Die Einwohner werden aufgefordert, fich aller Ansammlungen auf den Straßen zu enthalten.
_ 16. Juni. (W. T. B.) In Folge der Seitens der städtiickien Verwaltung getroffenen Maßregeln verlief die leßte Nacht ohne Ruhestörungen. _ Jn Antwerpen smd Plakate angeheftet Warden, in we[chen verlangt wird, daß die großen Städte unabhängig von dem Lande in den Kammern
vertxeten werden.
Gent, 16. Juni. (W. T. B.) Die Ruhestörungen haben steh gestern Abend in derselben Weise wie an den vorhergehenden Tagen wiederholt. Mehrere Prinaégebäude sind erHeblicl) beschädigt, Zahlreiche Trupps- zogen lärmend durch die Straßen. An einzelnen Orten kam es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und der Bevölkerung; die Gensd'armeric war gezwungen, von den Waffen Gebrauch
zu machen.. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.
Großbritannien und Irland. London, 14. Juni. Das Unterhaus hat fick) heute mit der jährlich wieder- kehrenden Debatte über die Lawsonsche Mäßigkeits- biii besci)äftigt. Die Anhänger der Temperanz hielten gestern ein großes Meeting in dcr Exeter Hall und wurde dem Minister des Innern eine Petition überreicht. _ Die ??,k-endfißung des Unterhauses wurde zum größten Theil Durch eine neue Debatte über den schon verschiedentlich; von Lord Elcho znr Sprache gebrachten Plan auSgefüUt, die städXisckze Verwaltung für ganz London, die heute in kostspieliger Weise gespalten ift, zn centralifiren, indem man die Verwaltung der City, der eigentlichen Altstadt als festen Kern und AnhaltsPunkt nähme und nach Bedürfniiz erweiterte. Lord Clcho ging dieses; Mai im Wege der Resolution vor und
“empfahl dem Hause zwei Erklärungen, die eine des Inhaltes, daß
die Sache dringend die Beachtung der Regierung erheische, die andere den Grundgedanken seines Plane-s enthaliend. Schließ- lich wurden jedoch die beiden Resolutionen zurückgenommen 11155 damit fand die Sache für diese Session wieder ihre Er- ],e igung.
_ 15. Juni. (W. T. B.) In der heutigen Sißnng des Oberhauses erklärte der Staatssekretär des Aenßern, Earl „Derby, auf die bezügliche Anfrage Lord Delaware's, Eng- iand, Oeßerreich und Frankreich hätten sich durch den Pariser Vertrag vom Jahre 1856 verpflichtet, sowohl gemeinschaft- [ich, als auch jsde Regierung fiir fick), die Unabhängigkei“; und Integrität des ottomanischen Reiches zu garantiren. In Artikel 2“ des Vertrages sei aUSJesprochen, daß jede Verlesung der in dem Vertrage getroffenen Abmachungen von den Mächten als 035115 136111 angesehen werden würde und daß die Mächte dann unverzüglich mit der Pforte zu Raths gehen würden über die' nöthigen Schritte, um den Verirag unverleßt und unmodifizirt aufrecht zu erhalten. Das Haus, fuhr Derby fort, werde nicht etwas verlangen, was gefährlich sein würde, nämlich in eine hypothetische Diskusfton über die Umßände einzutreten, unter" welchen die in dem Vertrage verheißenen Garantien als bin-
,dend für die Kontrahenten, denen das Recht s?u interveniren
zustehe, betrachtet werden müßten. Unter gemi en Umständen, sei es die Pflicht der Mächte zu interveniren. Diese Umstände würden aber nur näher definirt werden, wenn der fragliche Fall- wirklich eintrete. Ohne Frage seien Serbien und Rumänien in jener Garantie mit einbegriffen, aber der Vertrag lege keinen der Signatarmächte die Verpflichtung auf, zwischen der Türkei und- ihren Tributärftaaten zu interveniren, sondern habe vielmehr nur die Integrität der Pforje gegen Angriffe von außen:!)er' garantirt,
-- (W. T. B.) Vor dem Court far 0101711 08888- 128617811 wurden heute in dem Prozesse gegen den Kapitän: Kenn von der „Franconia“ die Verhandlungen über" die' Frage der Kompetenz der englischen Gerichte minder
aufgenommen. Vom Vertheidiger Keyns wurde geltend gemacht, daß niemals ein Ges das Parlament pasfirt habe, in welchem die Kriminaljußiz au hoher See für die englischen Gerichte in Anspruch genommen ivorden sei. Die Verhandlungendürften voraussichtlich erst am Sonnabend ihr Ende erreichen.
_16. Juni. (W. T. B.) Das Panzerschiff „Ra- leigl)“ hat Spithead heute verlassen, um sich nach dem Mittel- meer zu begeben.
Frankreich. Paris, 15. Juni.. (W. T. B.) Die von dem Journal „Temps“ und anderen Blättern gebrachten Nachrichten über eine bezüglich der Senatskandidatur Buffets zwischen dem Marschali = Präsidenten ,und „dem Ministerium entstandene Meinungsverfchiedenheit, die zu einer Ministerkcifis führen könnte, werden von der „Agence Havas“ fiir unbegründet erklärt. Wegen d'er morgen benor- ßehenden Wahl eines neuen Senators habe keine Ministerkrifis bestanden. '
_ Die heutige Militärrevue 1nLongchamps _war durch schönes Wetter begünstigt nnd vexltef ohne jeden ftoren- den Zwischenfall. Der Marschall-Präsident wurde überall mit dem Ruf: Es lebe der Marschall! Es lebe die Republik! be rü t.
g L Der „Temps“ hat folgenden Brief des HerrnThiers erhalten: '
„Ich bitte Sie, gefäÜigft einen Irrthum zu berichtigen, den das „Journalofficiel“ begangen, indem es mich unter den Depu- tirien nennk, welche fich bei der Abstimmung über die Reduk- tion der Dienstzeii von 5 auf ZIahr der Stimmabgabe ent- halten haben. Da ick) jede Herabseßung der Dienstzeit als verderblich fiir die kräftige Verfassung der Armee betrachte, würde ich mich wolil gehütet haben, in einer Frage, anfwelckzer in so hohemGrade die Sicherheit und Größe des Landes beruht, fern zu bleiben. Ich habe mich nicht aUein nicht der Abstimmung Enthalten, sondern ich habe auch dagegen gestimmt, die vorgeschlagene Maßregelkm Betracht zu ziehen, und obwohl ich selten das Wort ergreife, hätte ich es 7ieSmal doch erbeten, wenn nicht Herr Gambe'tia, zu rech1er Zeit und mii seinem bekannten Talent eintretend, 1658 andere Intervention durchaus überflüssig gemacht hätte.“
_ Die „Defense“, das neue Organ Dupanlonps, ver- öffentlicht eine Schrift des Bischofs, die_ den Titel, führixs: „Wohin gehen wir?“ und welche sämmjliche Konservative auf- ruft zum „Kampfe gegen die Republikaner.
Spanien. Wie der Pariser Korrespondent der „Köln. Ztg." unter dem 13. Juni mittheilt, befände ftch Don Carlos keincz'z- wegs in Mexiko oder in England, sondern in Frankreich, wo er m einem dem Herzog von Cars gehörenden Landfiß wohne. Man glaube, daß der Prätendent deshalb in Frankreich bleibe, weil er die kommuniftisch-carlistische Verschwörung bald ausbrechen zn
sehen hoffe.
Türkei. Ein Tclc'gramm der „Agence Hayas-Rßuter“ in
. Konstantinopel vom 16. Juni friih lautet: „Der Kriegs-
Ministcr, Hussein AVUi PaicHa, und der Minister 1283 21116- wärtigen, Raschid Pascha, smd ermordet. Der Marme- Minister, Kaifferli Pascha, ist verwundet.“
_ Ein weiferes Telegramm derselben Agence meldet: Die Minister waren in der vergangenen Nacht bei MidhatPascha
“",““"zur Berathnng versammelt, als ein vor Kurzem abgeseßter
Offizier, mit einem Revolver bewaffnet, in das ernihungs- zimmer Trat und den Kriegs-Minister und den Minister des Auswärtigen tödtete und den Marine-Minister sthwer yer- wundete. Außerdem wurde auch ein Adjutant des Großveziers und ein Diener Midhat Paschas getödtet. Oer Offizier ist ver- haftet, die That wird als ein Akt der Rache angesehen.
" _ Laut Meldung des „W. T, B.“ von ;heute Morgen hat der Großvezier an die Beitretec der Pforte im Auslande über diesen Vorgang folgende Depesche versandt: „Ich benach- richtige Sie hierdurch, daß in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag Se. Hoheit Hussein Anni Pascha und Se. Excellenz Raschid Pascha meuchlerisch ermordet worden smd. Dcr THatbeßand ist folgender: Ein Mimn, Namens Hassan, von Geburt ein Cirkasfier, welcher vor 4 Jahren die Militär- schule als Lieutenant verlassen hatte, dann zum Kapitän ernannt war, um nach der Armee in Bagdad gesandt zu werden, wurde aus mehrfachen Erwägungen in Constanjinopel behaiten und in verschiedenen Stellungen verivandt. Nachdem man ihm dann den Grad eines Adjutant-Major, sowie eine Stellung in der oben genannter Armee verliehen, machteHaffan verschiedene Ausflüchte, um nicht abzureisen und wurde einstweilen in Arrest genommen, und sollte heute nach seinem BestimmungSorte abgehen. Als er gestern in Freiheit gesejzt wurde, begab er sich Abends in_den Palast des Seraskiers. Als er erfuhr, _daß derselbe mit seinen Kollegen s1ch bei Midhat Pascha in einer, Konserenz_ befand, begab er sich dorthin. Die Wachen ließen ihn in seiner Eigenschaft als Adjutant ungehindert in den ._Konfexenzsaal eintreten. Hier feuerteHaffan aus unmittelbarer Nahe init einem Revolver, den er in der Tasche gehabt hatte, auf LlonnPascha, während die anderen Anwe enden fich beeilten, den Morde'r zu fassen. Raschid Pascha un Ahmed Aga, ein Dtxnxx Mtdhnt Paschas, wurden ebenfalls getödtet. Der Marine-thster, sonne ein Soldat erhieltkn Wunden. Der Mörder ist verhaftei.“
_ (W. T. B.) Die nach Salonichi entsendeten Kom- missare .der Pforte wurden am 15. Juni in Konstantinop'el zurückerwariet. Das Uctheil des KrieJSgerichts soll in Konstantinopel gefällt werden. '
_ Dei: „D.?l.C.“ entnehmen wir folgende Mittheilungen: Dic türkischen Gcsandtsn haben auf ihr Ansuchen ergänzende Erklärungen zu dem Rnndschxciben de's Gro_ßvezier-s erhalten, in Welchen die Pforte erkiäri, daß die bereits auf die Note des Grafen Andrasst) eingeräumten KonFeifioncn aufrecht erhalten werden Folien und daß dis Kommxsare den Auftrag empfangen Haben, auf dieser Basis mit den . Jniurgentxn Verhandlungen anzuknüpfen. _ Dcr Großvezier opponn't gegen die Einseßung einer konstitutionellen Versammlung und hat sein Programm in einem Brief an ikinen Sskretär Khalil, einen jungen katholiichen Syrier, varöffeniücht, in Welchem die radikalen Reformen, namentlich die Einfiihrung einer konstitu- tionellcn Verfassung nacb europäischem Muster, auf das Ent- schiedenfte abgewiefcn werdcn, dagegsndic Nothwcndigkeit admi- nistrativer Reformen zugegeben wird.
_ Man meldet dem „Peßer Lloyd“ aus Ragusa: Der Kommiffär der Pforte in Bosnien und der Herzegowina wurde von Konstantinopel angewiesen, bei den Pacifikations- Verhandlungen zu präsidiren und den Insurgenten sämmt- liche auf Grund der Dezembernote d_e"s früheren Sultans gemachte Zugeständnisse, sowie deren Ausmhrung zu garantircn.
_ Der Pol. Coxr.“ wird aus Ngram unter dem_13., Juni über eiiien Konflikt zwischen Insurgenten und einer
Hßerrxizkhisxhxn Militärgrenzwache geschrieben:
„Vor längerér Zeit “wurde eine bei 500 Mann starke bosnische
' Jusurgenten-Abtheiiuug zum Uebertritte auf öfterreichiiches Gebiet
gezwungen. Vorgestern machten diese Jusurqenten einen Versuä), bei Bogovalje, unweit von Sluin, wieder das türkische Gebiet zu ge- winnen, um am AufstandeTbeil zu nehmen. Eine halbe Compagnie K. K. Truppen suchte das Vorhaben der bewaffneten Insumenten zu indern und wurde vom kommandireuden Offizier die Jusurgenten- (haar angerufen und zum Stehenbleiben aufgefordert. In Folge dessen fiel aus den Reihcn der Jusurgentc-n ein Schuß, durcb Welchen ein Soldat getroffen wurde. Darauf kommandirte der Offizier seine: Trupve Feuer und Wurden zwischen-20 bis 30 Jnsurgenten theils getödtet, theils v-erwnndet, worauf die Jnsurgcntenbande von ihrem Beginnen abließ.“
_ Aus Widdin wird derselben Korrespondenz unter dem 8. Juni gemeldet: '
„Die wichtigsteBegebenbeit, welche in unserer unmittelbaren Um- gebung sich zugetragen, ist das Geschick, welches die bulgarische Jniurgentenschaar ereilt Hat, welche vor Kurzem am Bord des Passagierfcbiffes der Donau-Dampfschiffabrtßgeseüschaft „Radsßky“ ihre Ausschiffung bei Rozlodni erzwungen hat. Die erwähnte, 200 Mann starke Jnsurgenienschaar wurde von dm iürkiicben Truppen gefaßt und im buchstäblichen Sinne des Wortes vcmichtet. Von den 200 Juinrgentkn blieben nur zihn am Leben und diese befinden fich im stréngsten Gewahrsam. Es Warden dieser Tage sechs Compagnien Redifs und zwei (Höcadronen KavaUecie nacb Lom nnd Rahoiva eni- scndei und außerdem zwei kleine armirte türkische Dampfer an dem türkischen Donau-Ufer„zur Verhütung neuer Jnsurgenteniandungen in Kreuzung geseßt.“
Amerika. Washington, 14. Juni. In Cincinnati tritt Heute die Nationalkonvention dcr rcpnbkikani- schen Partei zusammen, um sick) über- die Wahl eines Kandidaten der Partei für die Präsidentschaft zu bcrathen. Die 37 Staaten und 9 Territorien, in denen fich *die Partei organistrt hat, senden beziehungsweise 738 und 18, im Ganzen also 756 Abgeordnete, die theils bkstimmte Instruk- tionen von den Staatskonventionen mitbringen, theils mit un" umsckzränkter VoUmacht versehen und bezüglich ihrer Stimmen- abgabe in keiner Weise gebunden find. Acht Kandidaten werden in Vorschlag gebracht werden, nämlick] Washburne, der amerika- nische Gesandte in Paris; Hayes, der Gouverneur von OHio; Jewell, der Gßneralpoftmeister; Hartranst, der Gouvernener von Pennsylvanien; Morton, ein Senator für Indiana; Confling, ein Senator für New-York; Bristow, der Finanz- Minister, und Blaine, Kongreßmitglied fÜr Maine und ehe- mnliger Sprecher des Repräsentantenhauses. Die meisten Stim- men, nämlich 265, wird, nach dei: „E. C.“, bei der ersten Ab- ßimmung voraussichtlich Blaine erhalten; für Bristot!) find 194, für Morton 96, für Conkiing 81, für Hartranft 58, für Hayes-
rigkeiten bereiten und die Berathungen diirften mehrere Tage. dauern. Gouverneur Hayes sol] für die Vize-Präsidenischaft in Aussicht genommen sein.
kanische Nationalkonvention hat in: ihrer zweiten Sißung
fich dann ohne jede Abstimmung verÉagt.
Statistische Nachrichtem
Nach Mittheilung des statistischen Bureaus der Stadt Berlin sind bei den Hiefigen Standesämtern in der Woche vom 4. bis inkl. 1.0. Juni cr. zur Anmeldung gekommen: 237 Eheschließungen, 829 Lebendgeborene, 28 Todtgeborene, 610 Sterbefälle. „
_ Das soeben erschienene 117.H2ft (Oktobxr bis Dexxmbcr 1875 der Zeitschrift des Königlich preußiichen sta_tistischen Bureaus. Redigirt von dessen Direktor Dr, Ernst Engen [Berlin 1875. Verlag des Königlic'ncn statistischen Bureaus (_1)r. Engel)] hat folgenden Inhalt: Durch1chnittsx1reise dsr wichtigsten. Lebenömiitel fiir Menschen und Thiere in den bedeuténdsten Marki- städten der preußiichen Monarchie.
Monaten Januar bis einsckyließlick) Juli. 1875, nebst einer Zusammen- steÜung dcr Durchschnitt§pr3ise im Erniejahre 1874/75. 11. Detail- reise in den Monaten Januar bis cinicbließlici) Jiili 1875. _ Die age der arbeitenden Klassen in Frankreich. 1,_ Die inatcriene und wirtbicvaftlicbe Lage. 11. Die Beziehungen zwi1chenArveitgebern und Arbeitnehmern. 111. Der geistige und sittliche Zustand der Arbeiter; von 01. W. Stieda. _ Reformen des PersonenderkeHrs auf eng- lischen Eisenbahnen; ,beleuchtet von einem Franzosen. _ Ueber die Veränderlichkeii der_Lnftwär'me in Norddeutschland nach gleichzeitiaen 25 jährigen Beobachtungen; von Dr. Gustav Hellmann. _ Die Hauptresulfate dex Grundsteuerrcgulirung in' den Provinzen Schles- wig-Holstein, Hannover und Hessen-Naffau, iowie im Kreise Meisen- beim, verglichen mit den Ergebnissen in den alten Landestheilen und im preußischen Staate überhaupt. __ Die preußischen Eisenbahnen 1844, 1854, 1864, 1874. - .Die ruifische Lederindustrie. _ Die fran- zöfijcven Gesellschaften zu gegenseitiger Hülfeleiiung (sociétés äs 8860111'8 mutu915); von ])r. W. Sfiedq. _ Zur Jmpffrage von D!“. 111011. A. Guttftadt, _ Dic crwerhöthatißen juristischen Personen im preußischen Staate, insbesondere die_ Aktiengesellickzaften. 1. Die er- werbsthätißeu juristischen Personen nn Allgemeinen. 1. Die Gewerk- schaften. 2. ,Die Haudelögeseüschaiien. 3. Die (Hegknisitigkeitsgesen. schaften 4. Die Erwerhs- und Wrxtwschaftsscnossenfchaften. 5. Die MeliorationSgenosfenscha11enz 11. Die Aktiengesellschaften insbesondere. 1. Die Gründungen. 2. Dux Sclzickiale der Aktiengesellschaften; von ])r. Engel. _ Statistische Korrespondenz.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Die Versammlung, deutscher Naturforscher und Aerzte wird vom 17. bis 24. Seytemher in Hamburg tagen. Das dortige Lokalcomité hat_schon seit iangerer Zeit Vorbereitungen gekroffen. Der Verein zählt uber 2000 Mitglieder und waren auch die letzten Veriammlungen 11 Graz m;: Wiesbaden hr zahlreich besucht. Das Comité. erbittet schon jeßt Anmeldungen von biÜigen Privat- logiS, da die Gasthäuser bei dem exfahrungömäßigen starken Besuch zur Aufnahme der Gäste nicht 'aUSretxhen dürften.
_ Hr, Dr. J an teu Brink, einer der hervorragendsteu nieder- ländisschen Literaten, hat vor Kurzxin eme intc-ressante Geschichte der Pari er Kommune unter dem Titel „De Opstand der Pro- letarierS' erscheinen lassen.
Land: und Forstwirthschaft.
Wie der .Waidmannl vernimmx. ,ist in der Königlichen Oberförsterei Tavervrück, 1316 fich duxck) ihren Reichthum an Roth- und Rehwild auszeichnet, auf einer Treibjagd kürzlich ein männlicher Luchs geschossen worden. Nach derselben Mittheilung wurde im Winter 1872 in den Forsten des Grafen Dohna-Lauk beiMühlhausen auf einer Treibjagd eine Luchfinxerlegk- Beide Forste liegen etwa 8 Meilen außeinander, ganz im WLstxn von Ostpreußen, also weit yon dex russischen Grenze entfernt. Seit 1862 hatte man in Os1preußen temen Luchs mehr geschossen; damals aber wurde eine Luchskn im Februar bei Naßaven erlegt, in WLlébLm Forste 30 Jahre früher auch ein Luchs gescho en sein soll. Doch liegt Nassavm hart an der russisch-
polnischen Grenze. “GeWerbe und Handel. In der gestrigen Gcncxalversammlung der Preußischen
KJreditanstalt in Liquidation, in "ivclckx'er ein Aktienkapital von
44, fiir Jewell 10, für Washburne 1 gesichert. Wahrscheinlich ,
aber wird die end Ülti e Wa [ eines Kandidaten ro € Scl mie- . . I g k) 9 ß 1 , Ertraa der Ba-rxmwollenernte auf 30/0 unier den Mittleren
Cincinnati, 15" Juni. (W“ T' B') Die republ'i- maßen aus: Die Gefammtsituaiion hat fich in dieser Berichts-
. . :- wv 1: befréedi onder . e taktet, info ern in den meisten Brauchen leb- als Präsidentschaftskandtdaten Bjaine, Briftow, Con- . ck 9 Is f
kling, Morton, Jewell, Hayes und Hartraust aufgestellt und " „ . fpekixlativer Naim und auf die Mögliéhkeit des Ausbruches eines euro- 4 päischen Kxieges'basirt waren, so bildete doch das regere, voraussicbilicb
[. Monats-Durcbschnittspreiie . ifür Getreide, Hülsenirüchtc, Karioffcln und Rauchfutter in den *
3,440,000 Thlr. vertreten wqr, warden Seitens der Liquidatoren iiber die einzelnen Kositiouen des Berichts und der Bilanz .Anfsehlufse gegeben. Zu evisoren wurden die Herren Paul Ovtß und vereideter
,Bücberrevisor Siegmund Salomon einstimmig gewählt und 'das aus-
scheidende Mitglied dex AufsichtSraths, Geheimen Kommerzienratb Stephan, einstimmi wiedergewählt. _
_ Dem Geizchäftsberickzt der Berliner Lampen- und Bronzewaa'ren-Fabrik (C. H. Stobwasser & Co.) für das leßie Geichäftxjahr zufolge betrug die Gesammtiumme des Umsaßes an Waaren aiLer Art in diesem Jahre 1.906,456916. gegen1',881,848„44 im Jahre 1874/75. Es Wurden vxrkauft 17,577 Cir. im Bethge von 287,217 «14, gegen 14,818 Ctr. thetrage von 248,360 «14 im Jahre 1874/75. Dieser Artikel hqi, Wie das Gewinn“ und Verlust- Couio nachtveist, einen Netto-Gewmn von 26,445714 erzielf, Es sind Abschreibungen auf Grundstück-, We kzeug-, Mobilnu- uno Modeil- Cojito, sowie Pferde- und Wagen-Conto_vorgenommen, wc1ck3e fich m den vixr Geschäftsjahren nunmehr zniammen auf 208,809-1419e- laufen. Der sich nach diesen Abscbxeibzmgcn ergehende Reingewinn von 131.243 „M ist statutenmäßig Wie solgi vertheili: zum Resxrve- fonds 12,752 «Fü, Tantiéme an den Aufficknyrath 6376 „M, Tantiéme an die Direktion nnd die Beamten 13,000 „M, 4"/- Dividende an die Aktionäre 96,000 «M, zusammen 128128 „ckck und find auf neue Rechnung voxgetragen 3115 «M- In denGenerglverjcimmlung waren 318,600 „44 des Aktiénkapitals vertreten. Geschczftsbericht und Bilanz pro 1875 geneHmigie die Versammlung ohne_D1skuifion und'die Rx- vifionskommis/fioxfi f?rtlZerte dei? Statik? _getniaß Decharge. Die DW!- dende auf 400 e gee , wu: e gene img. „
_ Die Bilanz der Werra-Eisenbabn pro 1875 fuxrk foigénde Hauptposten an Aktiva: Hauptbahn 26,873,317 «. (1814: 26873317), coßurg-bayrisM Grenze 1,908,214 „FQ (1,908.214), Ma- terialien 202,574 «54 (248,494), Kasia 377,345 „44 (297,735). De- bitoren _. zu crseßende Konvertirungkosten 278,056 «44 (338,852), Effekten 581,844 «45. (566,828), Reservefonds-Mebraußgabe 71,985, „74 Passiva: Stammaktien 15,020,700 «Fü (15,020,700), waritaten 9750000 YK (9,750,000), noch einzuziehende 50/0 Obligationen 43,800 (43, 00).
Stettin, 16. Juni. (W. T. B.) Wollmarxt. SÖwgche Zufubren, Wäscben gut, Preise fest, gber gegcn die vor1ahngen 2_5 Thlr. niedriger. Markt 1ckmeu geraumt. _ .
Paris, 15. Juni. (W. T. V.) Nach 'MLÜHLÜUUJLU „an's Vörfeukreiien gewiunk das Projekt einer Fus 1011 des_ „Crzzdit foncier“ mit dem „Crédit agricole“ an Wahrsckyemlichkeit.
Stockbylm, 12. Juni. Aus Fahlnn wrrd berichtet, daß der Einsturz des dortigen Kupferbergiverkes, welches einige Zeit „zum Stillixand gekommen ipar, am 2, d. wieder mit gro er Heftigkeit begonnen Hat, indem der Boden der Louiseu- cube in den. unter, de_rselben befind- Ticben großen Schlund bin-abstürzte, wobei auch dieWande dex Tages- öffnuug in den neu gebildeten ngrnnd üejen. Vom Freitag 518 zum Sonntaa fuhr mit kurzen Pausen der Einsturz 'an dieser Stelle fort,. Ein Verlust von Menschenleben ist bis jetzt mchi zu beklagen.
Washington, 16. Juni. (W. T. V.) Wigder yffizielle Be- ricbk dss landwirtl,*schaft[ichen Departements konstaiirt, iteÜt sich der
Durchichniit§ertrag. ' _ . _ _ Die „ New-Y ork. H 17.-Z.“ spricht fich in ihrem vom 2. Juni dafirk-xn Wochenbericht über die Lage des Geschäfts folgender-
baftere Umsäße zu verzeichnen find. Wenngleich diesxlbcn in einzelnen" StaPelprodukten, wie namenf-Lich Brodstoffen und Provisionen, zum Theis.
[äußere Zei: anHaltende geichäftliche Leben einen woblihuenden Kon- traß mit der bisherigen, manchmal an Stagnation Zrenzenden StiÜe. Jm dieSwöek-eniiicben Geldstand ist keine erwähnenöiverthe Ver- änderung eingetrsxen Darch1chnitt6raten für 08.1] 1011115 gegart Devot“ gemischter Seknritäten stellten sich_auf 21 5- 3-970 und gegen Hinter- legu-ng vou Bundesvavieren nicht nber_20/0. Die Anficbt, daß die Abundanz des Geldstandes wahrscßemlicb noch auf Monate anhält, wird durcf) xeicbläche O exten auf langere Termine zu niedrigen Raten bestärkt, bsiwielsweise it Geld anf sechs Monate nicht höher als zu 4% unterznbringen. Dre Fl_uk*1uat1-onen des Agio's im diesivöchentlichen Goldmarkt waren ausicbiießlich von den politischen Nachrichtea über die Vorgänge in der Turkei und deren Rückwirkung auf die
* Londoner Börse abhängig, Gleichzeitig mit dem scharfen Fall der
Koniols avancirtc das Agio am1vergai1genen Sonnabend von 12F- 131- und 'reaaixte, nachdem fich die kriegeriichen Ausfichten vermindert hattxn, 1115 M1tt1voch_auf 12ß, um heuic in fcstcrer Tendenz 5. 12? zu 1ch1ießen. Für Zekundrgte Bonds zahlte das Scha amt 448,000 Doll. aus, für fäläige Zmien 370,000Doll. Jm Loan" arkt steÜten sick) Duräxsch'mttSraFn fur den Veriaß von Gold gegxn das Aequivaleni 111 Papiergeld „3 172% 9." 3. Der Bundesichuld-Ausweis für Monai' Mat ergiebt eme Vermmderung von 4,617,515Doll. 84 C. Abzüg- lich dcs Vaarbestandes belisf sich das Total der Bundessthuld am 1. Juni auf 2,103,320,742 Doil. und zuzüglich „dsr als Sub- vention fur die Pacific - Eisenbahnm ausgegebenen Bonds auf 2167944254 Doll. Der Kaffmbesiand des Schaßamts betrug 110,295,474 Doll. Nach Abzug des Goldes und der den Banken für hinterlegte Grexnbacks anSgesteÜten (Zertifikate, welche nicht cirkuliren, sondern nux fur „Clearing house“ Zwecke zur Vermendunq kommen dürfen, helie'f W der Bestand an Papiergeld auf 9,285,708 Dou. oder ca. 4,000000 Doll. mehr als im Vormonat. Die Spezial-De- positen der Banken Heimgen 34,385,000 Dou. oder ca. 700,000 Doll. mehr als gut 1. Mm. An Gczcenbaiés waren 370,191,705 Dou, in Umlguf, eine Abnahme'von 4043000 Doll, gegen den Vormonat. An Papier-Kleingeld cirkultrten 37,359,474 Voll. oder ca. 3,500,000 Dou. wemger als im_Vormonat, we_lck,-e Reduktion aus der seit Anfang Mai begonnenen Einlosunq der Ractional Currency gegen Silbergeld resultirt. Das Gcscbast am Waaren- und Produktenmarkt be ielt in der ExportbrnncbZ im Allgemeinen seinen befriedigenden C arakter bei_ und _aucp fur einzelne Importen schsint fich die weit vor erückte Saison gunstiger zu gestalten, gls man noch vor einigen Wo en zu hoffen gewagt hatte. Der Wahrend der ersten beiden Tage unserer Berichtswoche Ihr lebhafte Begebr für Brodstofse ermattete später merklicT), so da h_örhste Preise; der Woche sich nicht behaupten konnten. V aum w olle exvffnete in steigender Tendenz und war bis Mittwoch ein Yvauz von „ck C.e1z„ielt worden; Donnerstag trat eine scharfe Reaktion ein, der erlittencTiiuckgcing von H- C. „wurde jedoch am Freitag wiederum eingeholt, so da heutige Schlußnottrungen um 1 C. höher find als vor acht Tagen. Der ** aaren- undYrodukt cnimport währendderam 7. Mai beendeten Woche reprasentirt einen Gemmmtwerth von 5,240,422 Dol]. gegen 6,393,015 Doll. in der Vorwoche, eine Ab- naHMe von 1,152,593 Dol]. ergebend. Fremchebstoffe partizipiren am Gesamthertb des leßtwöchentlichen Imports mit 967,15?- Doll.
resp. mit 51,992 Dou. weniger als in der Vorwoche, _während der
Import diverser Produkte und Waaren um 1,100,601 Coll. geringer
wax. Lim Waaren- und Produkten-Exportnäbrend der am
29. Mai beendeten Woche, dessen Gesammtwertk) eme Abnahme von
37,593 Dol]. gegcn die Vorzvokbe **UfWLlst, pariiciyirt Baumwolle
mit 6,225 Ballen im klartrten Werxb von 367,367 Doll. ge en
3,750 B. im Werth von 231,406 D00. 111 der Vorivocbe und 8 442TB.
resp. 1,714 B, im Werth von 663,528 Don. resp. 139,740 Dou, in
der Parauelwoche beider Vorxahre. -
Verkehrs-Anstalten.
St, Petersburg, 16. Juni. (W. T. B.) Gestern Mittag Brack) in einem 1111e12e11ge13aude der Warschauer Eisenbahn- station eme große Feuersbrunst aus, durch welche die Werkstätten und mehrere Waggonscbupven vollkommen zersxört wur- den. Der Schaden, wclcber auf 2 Millionen Rubel geschaßt wird, ist durch Versicherungen edeckt.
Rew-York, 14. uni. (W. T. B.) Der Hamburger Postdampscr „Hammcnia“ ist hier eingetroffen.
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