im Reichskanzler - Amt eine Anwalts- ordnung aus;;earbeitet Werde, und demgemäß die Streichung des _Titels 11111. befürwortet. Bei der hierauf erfolgenden Spezialberatbung der einzelnen Bestimmungen des Titels 111.11 wurde tm J) 11. ein vom Abg. Wolfffon beanlragter Zwischensaß genehmigt, wbnacl) der Aspirant, dessen Zulassung als Anwalt beanstandet wird, bei der Steak, welche ihm die Eröffmng der Beanstan- dung gemacht hat, beantragen kann, daß über sein Verhalten in dem für die Disziplinarveiolgung der Anwälte bestimmten Vcr- fabren und_ Justanzenzuge entschieden werde. Zu §. J- witrde aus den Antrag desselben Abgeordneten die Be- stimmung eingefügt, daß in der mündlichen Verband- lung vor dem Reichßgericbte ein bei dem Gerichte nicbt zugelassener Anwalt die Vertretung nicht übernehmen kann, selbst Wenn ihm die- selbe von dem bei dem Prozeßgericbte zugelassenen Anwalt der Partei übertragen _wird. _ Die Berathung gelangte: bis §. 5. In der nächsten Stßung wird die Beratbung über die Rechtßanwaltscbafi bz;- endtgt unb sodann auf die ausgescßxen Paraxrabben ber Strafprozeß- Ordnung uber die Vexmögensbeschiagnahme und auf das Einführungs- geseß der Stcafprozeß Ordnung übergegangen werden.
abgegeben , daß
Landtags = Angelegenhebien.
Berlin, 24. Juni. Dem Hause der Abgeordneten ift fol- gender Entwurf eines Geseßes, betreffend die Er- höhung des Maximal-Unterstüßungssaßes für die hülfsbedürftigen ehemaligen Krieger aus den Jah- ren 1813 bis 1815 vorgelegt worden:
§. 1. Der_ im §. 3 des Geseßes vom 10. März 1863 bestimmte Maximal-Unterxißßungssaß von 3 Thlr. 15 Sgr. : 10 „M 50 „5 monatlich für ?olcbe hülisbebürftige ehemalige Krieger vom Wacht- xneister und Feldwebvl abwärts, Welche in der preußischen oder einer ihr befreundet gewesenen Armee an einem der Feldzüge 1813, 1814 un.“ 1815 Theil genommen, auf eine Invalidenversorgung aber keinen JZspUZcxhhaben, wird vom ]. Janna! d. I. ab auf 20 «M monat- i er t.
§. 2. Bei BewiÜigung von Unterstüßungen bis zu dem angege- betien Maximalsaße gewährt, so lange die etaiömäßigen Mittel zur Fleickyvaßiaen Berücksichtigung der sämmtlichen vorhandcnen bülfsbe- ürfttgen Veteranen nicbt auskeichen, die größere Hiilfsbedürftigkeit und, Wo diese gleich ist, das höhere Lebensalter den Vorzug. ' . 3. Mit_der Ausführung dieses Gesetzes werde;: der Finani- Mflttxistetr' der Minister des Innern und der Kriegs-Minister be- an ag.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Bekanntlich giebt es in allen Sprachen eine mehr oder weni- ger große Anzahl von Wörtern, namentlich von Namen, die, weil dem Volke unverständlich, im Laufe der Zeit und im Munde des Volkes, das dem _nicht Verstandenen eine zweifellose Verständlichkeit zu geben bemüht ist, nach und nach eine solche Umwandclung erfah- re_n, bas; tbre Entf chung und Abstammung und ihre eigentliche," uno Wirkliche 'BLDTUUMK _meist nur sehr schwer, öfters sogar gar nicht mehr mit Gewißheit zu ermitteln ist. Wenngleich in allen Sprachen solche vom Volke bewirkte Umbildungen der Wörter oder Volksetymologien angetroffen Werden, so erscheint doch das auf Umbildung des Unverstandeneu ins allgemein Verständliche gerichtete Bestreben bes VolkSgeistes in keiner Sprache so umfangreich und so angeprägi, wie in der deutschen, insbesondere der neuhoch-
si Ju ; erate fin den Deutschen Reicbs- u. Kgl. Preuß? "Staats-Anzeigcr, das Central-HandelSregister und das Veftblatt nimmt an: die Königliche Expedition de- Dentsthen Keiths-Anzeigers und Königli-h Preußis-hen Maatx-Anzeigers: Berlin, iL. 1717. Wilbelm-Straße Nr. 32.
[5431]
., € ' außerdem auth Verlin-Potsbam-Magdcburger Eisenbahn.
Die Zahlung der am 1. Juli d. I. fälligen inseu aller unserer PrioritäW-Obligationen, sowie
eingelöst.
fugen.
tionxn, findet vom 1. Juli d. I. ab bei unserer Zauptxaffe hierselbst im Stationsgebäude des
abnhofes am PotSdamer Platz und in ““um bei unserer Billetkasse auf dem dortigen ahnhofe 5433 täglich, mit Ausschluß der Sonntage, während der [' ]
| deutschen Sprache. Nächst ibrfdürfte die “Fläche zu nennen sein“
während die fraxtzöstséhe nicht in gleichem rade der begrifflichen Umdeutmig gynetgt zu sein scheint. Nun find zwar allerdings bereits an verschiedenen Orten, in verschiedenen Schriften, Zeitschriften und Zeitungen, hin und wieder die Deutung und Erklärung einzelner Namen mehr oder Weniger glücklich unternommen worden, allein an längeren Aufsäßen über deutsche Volksetymologie hat es. mit einer einzigen AuSnahme (Förstemanns Abhandlung in dxr „Zeitschr. für, vergl. Sprachforfch. Bd. 1) biSHer noch ganzlich gefehlt. Diese Aufgabe sucht nun Karl Gustaf Ander- sxn tn seiner Schrift „Ueber deutsche VolkSetymologie“, die' soeben zu Heilbronn a. M. im Verlage von Gebr. Henninger er- schtenxn ist, zu lösen, Auf 146 Seiten werden hier ca. 2200 Wörter, insbeiondere Namen, aus verschiedenen Sprachen (dvr griechischen, laietniscben, [ranzösiscbem englischen, italienischen, spaniscben, neugrie- chischen, bollandiscben, deutschen und zwar sowohl der neuhocbdeuiscben als der ali- und mittelbochdeutscbcen) an efiibrt und die Herleitung ihrer Abstammung und die Erklärung iérer ursprüngiichen und wirk- lichen Bedeutung versucht. Unter diesen erklärten Wörtern finden fich Lokalnamen, Straßennamen, die Namen von Städten, Dörfern und Bur en, Personennamen, die Namen von Thieren, Pflanzen, Steinen, die 5 enennung einzelner Theile des Menschlichen Körpers, von Krank- beiiten und Heilmitteln, von Waffen und andersn Instrumenten, von Klstdcrn, Decken und Lagern, von Speise und Trank, von BaUWerken, bon verschiedenen Spielen, bon ver1chie- denen Gelbsbrten u. 1. w. Aus dem _Angeführten ergiebt sich schon von selbst die Reichhaltiakeit ber erwäynten Schrift. Bei der großen Menge der gedeuteten Worte konnte natürlich die Erklärung meist nur sebx kurz gefaßt werden, doch wird in den Anmerkungen öfters auf bezualicbe Au'fsaße verwiesen. Was nun die Erklärung der ein- zelnen Worte, die vom Verfasser gegeben wird, se1bst anlangt, so fehlx es hier an Raum, um genauer darauf eingehen zu können. Es gxnggt daber, zu bem-Zrkrn, daß wenigstens Wohl bei dem größten Theile das Richtig? geiroffen zu sein scheint. Recht sckoäßbcrr ist auch das amUScbluf; bctgefugte Résister, das in alphabetisxher Anordnxang alle erklarien Wörter zusammenstellt,
» Alsteparaiabdruck aus dem 12. Hefte ber „Mittheilungsn von dem'Freiberger Alterthumsvereine“ ist vor Kurzem eine „Kleine Chronik 11011 Freiberg als Fübrer durcb Sachiens Berghaupt- stabt und Beitrag zur Heimathkunde“, vom Stadtratb (Herlack) in Freiberg, eme für Schuls und Haus Werthvolle Gabe, mit Gründ- lichkeit'und Umsicht bearbeitet und mit Jünstrationen ausgestattet, zu Freiberg in der Gerlacbscben Buöbdruckerci erschiensn. Auf S. 104 findei man hier das Wickytigste aus der Geschichte, Topographie und Statistik "Freibergs, 1owie gründliche Nachrichten über das geistige und geschafi11che Leben der Bowohner, über Behörden, Sammlungen 11. s.'w. Em Sagenxranz und ein Führer durcb die alte Bergitadt und ihr Berg- und Huttenwefcn schließt die Schxift.
Land- und Forstwirthfchaft.
Nach _einer Bekanntmachung des betreffenden Central-Yus- schusses Wird der 1. österreichische Weinbau-Kongreß in Marburg am 20, Sevtember 1876 eröffnet und am 23. besselbrn Monats gescbl'offen. Lin demselben können Angehörige aber Länder ohne Unterschied Theil nehmen. Die Weinbau-Ausstellung und der Weinmarkt finden zwischen 17. und 24. Skptember statt. Zur Ausstellung gelangen: Gruppe 1. Weine. Gruppe 11. Neben-
11. kbnnxn mtr voti Aubstellern und mit Produkten der Länder der ößerrercbtscben Krone, dre Gruppen 111., 17. und 17. aber aus allen Landern ohne Unterschied beschickt werden.
__ Zur- Fördxrung dex Kolonisation in den unbebauten beieten des russischen'Retch hat die russische Regierung schon wrederhplx Maßrege_1n ergriffe'n und zur Urbarmachung des Bodens unentgeltlich Lgndstucks vqrtbe,tlt. Leider sind die Resultate zum größ- teii Theile, wie namentlich in den Gebieten des SchWarzen Meeres, wxit hmier ben Crivartungen zurückgeblieben, und viele Land- Xtucke sind bis jsßt nbcb unbearbeitet. Nach der „Now. Wr.“ oÜen “nu'n diese Laiidsiuxke nach Ablauf einer gewissen Frist den gsgxnwarttgen Besitzern wieder abgenommen und an Personen ver- tbeilt werden, welche sich zu unverzüglicher Ansiedelung und Kultivi- rung des Bodens bereit exxlären. Zur ersten Einrichtung und Be- steÜung _des Bodens sollen „1511-11 Darlehen gewährt und an Personen, welcbe eine 'crfol rc-We Thaiigkett an den Tag legen, namentliéb durcb Anbau gewxssex * Flanzen und Gewächse, deren Kultivirung für das Land besonders _wuniebensMrtl) uni) vorjheilhaft erseheint, wie z. B. Tabak und Wem, Geldprämien vertheilt werben.
GeWerbe und Handel.
In dsr „Generaivcrsammlung der Provinzial-Makler- bank, wurde die Bilanz, welche mit einem Verluste von 481,725 „44 abschließt, genehnngt'und Decharge ertbeilt. Hierauf machten die Ltqlztdatoxcn die Mittheilung, daß, nachdem der größte Theil der Aktiba Zussig "gemacht und die einjährige aeseßlicbe Frist abgelaufen, an die' 5 ktionare vom 26. er. ab eine erste Rückzahlung von 18 0/0 (auf emgezablie 40%) erfolgen wird. Es hängt von schw§rbenden Prozessen und von nbch zu erwartenden späteren Eingängen ab, wie viel noch „zur Vertheilung gelangen wird, doch glauben die Liqui- ?gtwrsn sme Quote von 2-30/0 in sichere Auéficht nehmen zu onnen.
. - In der Gencralvcrfammlung der . Vesta“ Lebens-Ver- sicherungsbani auf Gegenseitigkeit in Posen Wurde die' Dechaxge einstimmig erthetxt, dci die Revifionskommiffion die Bilanz und die Jabrebrecbnung f11r richtigV befunden hatte und zu einem Monitum m " kemer_ Beztebung eraniaffung zu haben erkärte, -- Der Geschaftsbertcbi ergiebt, daß im Jahre 1875 1657 Anträge auf 3,461,600 „jz Versicherungskapital zur Beurtheilung und Erledi- gung vorlagen, wovon 1342 Anträge mit 2,722,000„-ß zum Abschluß aelgngien. Die Verficberungsfumme betrug am Schlusse des Ge- schaffbmhres 4,723,900 „M Die Sterblichkeit war eine überaus gunstige, da 1echnungsmäßig 19 Todesfäkle mit 36,895 «“.. Vzrficbcrungskqpttal zu erwarten Waren, währknd nur 3 Todesfälle niit 3600 «M eintrafen, so das; also die Mindersterblichfeit “16 Todes- faÜe unt 33,295 ckck Verücberungskapital betru . Die Einnahmén habeix sich auf 157,645 „44 gehoben. Den im * abre1875 Versicher- ten konnxrz 20 % ihres Jahresbeitrages als Guthaben an dem künf- tigen Dividenden- resp. Rentenfonds gutgeschrieben werden. In Re- serve geßeÜt wurden 93,521 ckck Sämmtliéhe Organisations- und Verwaltungskosten sind mit 94,619 .“: bestritten worden.
- Dia englischen Yefißer von First Mort age Endorsed Bonds dex Alabama & Cbattanooga-Ei enbahn hielten am 21. d. eme Versammamg, in welcher die Arrangemmts, die ge- troffen werden, um den Bondsbefißern den Befiß der Bahn zu sichern, genebmnzt wurden. Es wurde _dann ein aus fünf Mitgliedern be- siebend-r Ausschuß mit der Austiihrung der Arrangements betraut, die
produkte des Weinbaues. Gruppe 111. Weintrauben. Gruppe 17,
R
Oeffentliche? AURICA
1, Mookbrisfb 111151 "Luferaaobunga-Zaaboxi. T*. luäusbriona IbaiüißßemWis, 1711131111511 11114 2, 8abba-sbaijon611, &ufgsbobo, 170113611ng 1 1310881181168],
11. ckng]. 6. 7018011161101" ZökaunokMJv-u. 3, 7011121116, ?oryaabtungsu, anszsionsn sta, 4. 761190811118", WOÜiM-ÜQU , Zinszahlung
*, a, K. 70» öä'sutliobon kapieren.
Zuzid die ZinScoupons unserer 4z0/0i en Priori- [5453] * tats-Obligatiouen bit. 1). neue Em sfion, sowie 1 unserer 41% igen Prioritäts-Obligationen Ut. k.
lösung zu präsent über die Stückzah
) * „ | die Einlösung ve: ausgeloosten Prioritäts-Obliga- se,?rYYFFWFYsR “' "“'"" m“" “" "" Berlin, den 15. Juni 1876. 1
Das Direktorium.
(Heräthe, Maschinen und Materialien, und Gruppe 17. bermittel und Literatur fur Weinbau und KeÜerwirtbschaft. Die Gruppe 11. und ]
7. bitsrarisabs nyijem. 8. T'bsabsx-zussjgau. 111 (iar 9. B'axbjljsu-Uaodrjobrby.
Köln-Mind
in Frankfurt a. M. bei dem Bankbause M. „
A. von Rothschild ei; Söhne € Es wir_d gebeten, ren bebufs der Ein-x' [renden Coupons ein Verzeichniß “ l und den Werth derselben„ naa] ; d_eu verschieveuen Kategorien geordnet, beizu-z'
„ Die Einlösung der am richten, „ 20. Zum 1868 mit 50/() = „ck 39
“* in
' v
u. 'A. die Zeichnux154 pon 40,000 «€. Seitens der Bondsbefißer er- beifcben. Em _betrachtnchcr Theil diefer Summe ist bereits garantirt. Das Geld muß um den 1. Juli bcifammen sein.
Inserate nehmen an: das Ceutral-Amtoncen- Bureau der denisehxu ZeitunJF/en zu Berlin, Mohrchstraßc Nr.45, die Annoncen- xpeditioneu des „Iuvalidendank“ Rudolf Moffe, aaseufteiu &. Vogler, G. . Taube &, Co., Schlotte. Büttner & Winter, 1owie alle übrigen größeren
13315» Annoncen-Vureaus.
baü-xa. J »
ener Etsbenahn-Gesellschaft.
.J.-".I *
Dividende-Zablung au die tammaktien da. 13.
1. Juli 1). J“. erfallxnden, nacb §. 10 des Statut-Nacbtrags vom zahlbaren Dividendejcheine Nr. 2 der Stammaktien 1.3, 13. erfolgt
in Berlin bei dem Herrn S. Vleichröder und ' 'der Direktion der Distouto-Gesellsckxast, m Zamburg bei der Norddeutsaxeu Bank, rankfurt a. M. bei den Herren M. A. von Rothschild & Söhne und
bei der Filiale der Bank für Handel und Industrie
Vöktiiittagsstunden von 9 bis 12 Uhr statt. Di-x Märkisch-Posener Eisenbahn-Gesell-(in den s4cköbilichen Geschäftsstunden vom 1- bis inci- 15. Juli er.. -t.
ZMedupons aller unserer Prioritäts-Obligationen werden außerdem in Berlin bei Herrn Meyer Cohn, in Magdeburg bxi Herrn C. Bennewiß, in Darmstadt bet der „Kasse der Bank für im Monat Handel und Industrie,
, städte: Bank für Handel und Industrie, in Dresden bei der Dreödener Bank,
[5452]
., („;_;-';)s." .“?" ;-, _ * ** “
Reft-Dividende-Zahlunq au
festceießt- .Restdivideude von 21/190/0 oder
.“ 12,» kann vom 1. Juli 1). I. ab . m Berlin bei dem erm S. Bleiäjröver und in Qambn derbsiirde Nn :::! FIUUI-Gkseuschast' „ rg'e er or en en in m FWW" “' M' Z:? Z“" in 1 t- Q:) ! ü , er a : er an e a in den ,gewöhlxlicbeu Geslbä sstunden bis zum 15, Juli cr. incl.,f 9 m Dü eldox ormxttags von 9 bis 12 Uhr und
in Köln bei unserer Hauptkasse (Frankmplas) Vormittags,
gegen Ablieferung des Rest-Dioidendescbems Nr. 5 erhoben werden.
über eben. g Köln, den 23. Juni 1876.
Die Direktion.
Die am 1. Iyli 1876 fälli eu Zinkconpons unserer 5proZentrgen Prioritäts- bligationen werben .. k ff k)" slbsltjliscr'd nicht 1:11)": dbei u:;serIiHaupt- ubergebeu. . „' a e 1er e , on ern au ur ie Sconta- m Frankfurt a. M. bei der Filiale der Darm- Gesellschaft in Berlin ein elöst.ch
Guben, den 23. Juni 18? Die Direktion.
f die alten Stammaktien. Die Dividende für das Betriebsjahr 1875 ist auf 4s/.0"/0 oder .“ 27,60 pro Aktie 1; 200 Thlr.
Die nach Abzug der bereits bezogenen Abschlagsdividende von .“ 15 == 21% verbleibende
erren M. A. von RothsLvild &. kühne und
am 1., 3. und 4. Juli cr. im Bureau des Babubof-Jnspektors daselbst
Mehrere „Dividendensrbeins sind den Zahlstellen mit numerisch geordneten Verzeichnissen zu
, _ ' Vormittags von in Köln bei unserer H Mehrere Dividendenfcheine
Stammaktien, so sind auf Gxund
scheine der Lil'. en 1.8. 13. Nr, 3 bis Köln, den 23. Juni 1876.
Die Einlösung der am 1
in Berlin bei dem
m Düsseldorf am 1., 3. und 4. Juli cr. im Bureau des Bahnhof-Jnspektors daselbst.
9 bis 12 Uhr und auptkasse (Frankenplaß) Vormittags. sind den Zahlstellen mit numerisch geordneten Verzeichnissen zu-
Da pro 1875 auf die Stammaktien 1a, 13. fick) die Dividende höher stellt, als auf die alten
der §§. 10 und 12 des Statut-Nachtrags vom 20. Juni 1868 die
6. Stammaktietx 1,3. 13. vom 1. Januar_ d. I. ab sowvhl in der Dividende, als auch in allen sonstigen Be-
ziehungen mit den alien Stammciktten gleichgestellt, Und werden auch zu diesem Zwecke die ersteren im laufenden Jahre von einem noch naher zu veröffentlichenden Termine ab egen, naéudem statutenmäßigen Schema der le“ teren neu aUSzufertigende Aktien umgetauscht werden. - &
te noch rstrenden Dividenden-
incl. 5 find fortan werthlos.
Die Direktion.
ZinseZahug.
. Juli d. Js. crfallenden halbjährigen Zinscoupons der Prioritäts-
Obligationen [„ U., 17. und 711. Emission unserer (Gesellschaft erfolgt: erm S. Blei der Dire im der Diskonto-Geseusthaft,
chröder und
el und Industrie in Hamburg bei der Norddeutschen Bank,
in den oewöbqlichen Ge cbäftsstunden 1
Mehrere Coupons sind den Köln, den 23. Juni 1876.
ck Frankfurt a, M. bei den Herren M. A. von Rothschild & Söhne und bei der Filiale der Bank für handel und Industrie-
vom 1. bis ipc1. 15. Juli er.,
n Dü el oxf am 1., 3. und 4. Juli er. im Bureau des Bahnhof-Insx'Ekkoks daselbst , „ ortxnttags von 9 bis 12 Uhr, * 111 Köln bei unserer Hau ika e (Frankenplaß) Vormittags.
abltellen mit numerisch geordneten Vérzeicbkissen zu übergeben.
Die Direktion.
M 147.
zum Deutschen Reichs-Anze
Dritte Beilage
iger und Königlich Preußiiihen Staats-Anzeiger.
Berlin, Sonnabend, den 24. Juni
' 1878.
In dieser Beilage werden bis auf Weiteres außer den gerichtlichen Bekanntmaibungen über Eintragungen und Löschungen in den H aud e l s -, Z eich en- 11. M ust erregist ern, sowie über Konkurs e veröffentlicht : 7) die von den Reichs-, Staats- und Kommunalbxdeen auS1eschriebenen Submissionöiermine,
1) Patente,
2) die Uebersiébt der ansicbenden Konkursiermine,
3) die Vakanzxn-Liste der durch Miliiär-Anwärtex zu béseszendeii Steben,
4) die Uebersichi vufauisr SteÜen für Nicht*Milrtar-?1nwarter,
5) die Uebersicht der anstehenden SubbaU'ations-Termme, _ _ _
6) die Verpachtnngstermine der Königl.Hof-Güter und Staats-Domanen, soww anderer Landguter,
Der Inhalt dieser Beilage, in Welsher auch die im §. 6 des Geseßes über den Markenschutz, vom 30. November 1874, vorgeschriebenen Bekanntmachungen veröffentlicht werden, erscheint auch in
einem besonderen Blatt unter dem Titel
Central-Handels-Registbv für das Deuts
Das Cet.tcal-Handéls-Register für das Deuticbß Rsicb kann durch, ailx Post-Ansialfen des In- und Auslandes, sowie durch Carl Heymanns Verlag, Berlin, Mi., Königgraßerstraße 109, und aue
Bachbandlungen, für Berlin auch durch die Expedition: SM, Wilhelmstraße 32, bezogen werden.
__
Patente.
Preyßen. Königliches Ministerium für Handel, Gerberbe und Öffentliche Arbeiten.
Dem Maurer- und ZimmermeisteyJ. G. Nie- man dt zu Reinickendorf bei Berlin, ist unter dem 20. Juni 1876 ein Patent _
auf einen durch Modell und Beschreibung erlau-
terien Maulkorb auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, _upd für dben Umfang des prenßischen Staats eitbeilt ivor en.
Der Gasmotorenfabrik Deuts zu Deutz ist unter dem 20. Juni 1876 ein Patent .
auf ein hydraulisches Gesperre m' _der durch
Zeichnung und Beschreibung nacbgewrewnexi An-
wendung auf atmosphärische Gaskraftmafckymen" auf drei Jahre, bonjenem Tage an gerechnet, und fur den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.
Dem geprüften Civil-Jngenieur, Obervnafcbinen- meister an der Muldentbalbabn Johann Car! Reinhart Jähns zu Penig ist unter dem 20.Jum 1876 ein Patent . „
auf eine durch Zeichnung und Befibretbimg nach-
gewiesene hydraulische Wiegevorricbtung, _Znsokveit
sie als neu und eigenthümlich anerkannt iit,_ obne
Jemanden in der AnMndung bekannter Theile zu
behindern, auf drei Jahre, von jcnem Teige an gerecbnct, und für dden Unzfang dss preußisthen Staats eriheilt wor en.
Den Fabrikanten C. O. Richte: & Comp. in Chemnitz ist unter dem 20. Juni 1876 ein Pateni auf_ eme durch Modell nachgewiesene mehrzungige Reißfeder auf brei Jahre, von jenem Ta e au gereémet, uxid fürdben Umfang des preußis en Staats ertbeilt wor en.
Dem Schiffsbauer und Ingenieur Herrn C. „W. Petersen zu Barmbcck vor Hamburg ist unter dem 20. Juni 1876 ein Patent
auf eine :oiirende Maschine in ber durch Zeich-
nung und Beschreibimg nachgewiejenen Konstruk-
tion, someit dieselbe neu und eigenibümlicb ist, auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für dden Umfang des preußischen Staats ertbeilt wvr en.
(S. Anzeigen am Schluß.)
Die Redaktion des Reichs- und Siaats-An- Jets versandte im April dieses Jahres an die Direktionen der Bank- und Kredit-Jnstitute ein Cirkular, in welchem die Absicht UUSgesprochen war, die dritte Serie der erläuternden Zusammenstellungen der in Berlin börsengängigen Effekten baldigst mit der die Banknoten betreffenden Tabelle abzuschließen. Diesem Circular war ein Tabellenformular angefügt, um dessen Aus- füÜung und demnächftiger Rücksendung gebeten wurde. Die Mehrzahl der in Rede ficbenden Institute ist der von der Redaktion auSge- sprochenen Bitte bereitwilligst und mit dankens- werther Schnelligkeit nachgekommen, während eine kleinere Anzahl von Direktionen die RÜck- sendung bisher unterlassen hat. Wir erlau- ben uns daher, auf diesem Wege noch einmal um Rücksendung der auögefiill- ten Cirkulare zu bitten, mit dem Bemerken, daß die Tabelle nunmehr fertig gestellt iverden muß und daß die Direktionen, die das Formular nicht zuxückgesanbt haben, etwaige Ungenauig- keiten in den Angaben ihrer eigenen Säumniß zuzuschwiben haben,
Neue Ersindungerjtgund Entdeckungen. (S. Nr. 127 Reichs-Anz., 153 C, H. R.)
Wie mit der Schreibmaschine, 'so ist der Erfin- dungsgeift auch fortwährend mit Verbesserung der Kopirvorrichtungen beschäftigt. Um Geschrie- benes Zu vervielfältigen sind außer dem autho-
graphi chen Druckoerfahren, das immerhin sehr große Sorgfalt und auch einen berhältnißmäßig theyeren Apparat erfordert, in neuerer Zeit ver- schtedene Verfahrexi Und Apparate in Vorschlag gebracht worden. Hierher gehört das von Z u cc ato erfundene sogenanxite papyrographische Druckver- fahren, welches m der Herstellung einer förm- lichen Schablone _bestchi. Eik“! vorher präparirtes wafferdichtes Papier wrxd Mit einer spißen Feder und einer besonderen Tmie auf die' gewöhnliche Art mit der and beschrieben. Dre Tinte hat die Eigenscha t, den wasserdichten Ueberzug des Papieres aufzulösen, ohne jedoch die Papierfasem zu zerstören. Nachdem man fertig geschrieben hat,
LY- ] .
entfernt man die Tinte und die von dieser zer- störten Theile des Ueberzuges in der, W_e:ise, daß man das Papier mit einem feuchten Stucke Zeug stark anfeuchtet und die zu entfernenden Stoffe von einem dariiber gelegten Lbscbblatte aufsaugen läßt. Legt man die auf diese Weise bergesteüte Schablone auf ein mit Farbe getränktes K1ffen, so steigt die Farbe in den porös “gemachten Theilen des Papieres, welcbe genau die Sckzrtfi- züge wiedergeben, in die Höhe, und em auf die Schablone gepreßtes Stück gewöhnlichen Papieres erhält eine genaue Kopie der auf die Sohablone gebrachten Schrift.
Schmidt und Curtius aus Ne-„v-quk steUen eine ähnliche Schablone auf ander? Welse mittels eines elektrischen Apparates her. Man schreibt hier auf gewöhnliches Papier m::k eiiiem Stablgriffel, der durch Leitungsbrähte mit emxr elektrischen Batterie in Verbindung swht 11ka in dessen Spißefick; eine durch die Elektrizität xzxtriebene feine Nadel außerordentlich schnell hm- und herbewegt. Die Schriftzüge erscheinen dann fein durclzlöchert auf dem Papiere, das somit eine Matrize bildet, von welcher sich genau* so wie mit der Zuccato'schen Viele Abdrücke nehmen lassen.
Die Fabrikanten Bauer und Sohn in Wien verkaufen gegenwärtig einen Schrift-Ver- vielfäliigungs-Apparat, welcher in den Fällen, wo man nicht mehr als stwa 50 Abdrücke ge- braucht, mit Vortheil benutzt werden kann. Der Apparat besteht aus einer dick mit einem (hauptsächlich aus Anilin bestehenden) Far- benmagma bestriclxenen Blechtafel. Auf diese legt man ein Blatt nicht zu stark ges leimten Seidenpapieres und schreibt nun auf das Papier mrt einem Griffel oder einer nickt in Tinte getauchten sehr Weichen und etwas stumpfen Stahlfeder. Das dünne Papier läßt die sich auf der andern Seite anheftenbe Farbe durchscheinen, so daß man stets das Geschriebene vor Augen hat. Das fertig geschriebencSeiden- papier bildet nunmehr eine Druckplatte, von welcher man an 50 Abzüge ne'qmen kann. Man verfährt dabei in der Weise, daß man ein Blatt gewöhnlichen Papieres mit einer dünnen wäfferigen Traganthlösung, welcher etwas Alkohol zugeseßt wurde mit einem Schioamme gleichmäßig befeuchtet und dann auf die mit Fa'rbe bedeckte Seite des Seidenpapieces preßt, worauf fich augenblicklich die Schriftzüge mit großer Schärfe auf dem Papier zeigen.
Die von Eckard in München erfundene Eidographie stellt sehr schnell Metail-Druck- platten ber, welche man in der Buchdruckerpreffe verwenden kann. Man ichreibt mit einem hohlen Griffel, aus dessen Spiße vorne Quecksilber aus- flicßt und sick) an der beschriebenen Stelle mit Fein Metall der Platte zu einem Amalgam ver-
indet.
In Nr. 59 des „ Reicbs-Anz.“ ist darauf aufmerk- sam gemacht worden, das,“ der deutsche Hgndel in seinem Verkehr mit den überseeischen Ländern nicht mehr das volle Vertrauen ge- nießt, welches für seine fortgefeßte Entwickelung unerläßlich ist. Unter den Gründen dieser un- erfreulichen Erscheinung war auf die Unziwer- lässigkeit einzelner deutschen Fabrikantexi hinge- wiesen worden. 3th bespricht auch emes der größeren hiesigen Blätter diese Angelegenheit und äußert sich Dabei wie folgt:
Leider schätzt der deutsche Konsument bei einer Waaxe vor AMW die Billigkeit; Güte des Stoffes imd Solt- diiät der Arbeit sind ihm so lange Rebenmche, bis sich beim Gebrauch der Mangel beider fublbar_macht. Das hat aber nur zur Folge, daß er zwar bei jedem Einkauf darnach trachtet, Billigkeit und gute Qua- lität zu vereincn, fich aber immer wieder, _set es durch alleinige, sei es durch Mitschuld des Verkaufers, täuschen läßt, Weil er eben nicht einzusehen v_ermag_, daß er Unmögliches fordert. Die Wahrheit des Saves, das; die 1be*ure_gute Waare schließlich die biÜigste ist, will ihm nicht in den Kopf. Die Vor- liebe für das Solid? scheint uns gänzlich abhanden g-kommen zu sein. Wie schlecht man zu rechnen ver- sieht, geht, um nur xin Beispiel anzuführen, daraus hervor, daß bei der m den leisten Jahren, statigex babten Steigerung der Aibeitslöhne für Schnet'derarbeit die unsolidesien Stoffe gerade bei uns am me1„sten ver- arbeitet werden. In dem Preise des fertigsn Stacks stegkt ein hoher Arbeitslohn, der" mit dem schlecbten Stoffa zugleich verloren geht, wahrend die auf emen bessa;- ren Stoff verwmbete Axbeit die doppelte und, dtex- facbe Zeit Vorgebalten hatte. Die Gewohnheit, dre inländische Kundschaft u_nreell Flu bedienen, hat sich auch auf den Verkehr Mit dem uslande aubgedebnt;
8) die Tarif- und Fxbrplan-Veränderungen der deu eben Eisenbahnen, 9) die Ubbccsicbt der Haubi-Eisenbabn-Verbindunaeu Berlins, _ . " 10) die Uebsrsicbt der !).-stehenden Postdampfscbiff-Verbinbung«,n nut tranbatlaritischn Landern,
11) das Telegraphen-Verkehrsblait.
Che RÜckB “(Nr. 173.)
Das Central-Handels- Register für das Deutsébe Reich erscheint in der Regel täglich. - Das
aber nur der Deutsche läßt fich wiederholt täuschen, Weil er eben getäuscht Werden will; der AuIlcinder wählt nach einer schlimmen Erfahrung lieber einen anderen d€r konkurrirenden Verkäufer, und vermeidet nicbt blos den einxn Deutscbcn, der ihn unrsell behandelt hat, wudern die 112111- schen Verkäufer überhaupt. Die Thatfacbe ist bekannt, daß der Absatz deutscher Fabrikate nach China gerade aus diesem Grunde in bedaucrlicher Weise zurückgeßangen ist, und wenn andere Ams- !änder Weniger streng in diesem Punkte sind, als gsrade die Chinesen, so setzen glkichwvb'l auch_sie eiuer Geschäftspraxis, wie sie bei uns eingerissen ist, paifiVen Widerstand entgegezi; unsere Konkurrenten auf dem Weltmarkt wifjen dies natürlich azifs Beste auszunutzen. Ja, wir können noch weiter geben und dreist annehmen, daß mancber Jmportartikel des Auélandxs in _ Deutschland Absatz findet nicbt deSbalb, Weil dort die vor- iheilbafiere Produktion eine billigere HersteÜung er- möglicht, sondern Weil die Arbeit solider und der Verkäufer reeller ist, als der inländische Konkurrent. Niemand wird behaupten Wollen, daß im Auslande nur solide Waare fabrizirt würde und daß dort aÜe Verkäufer ihre Kunden reell bedienen. Aber der Engländer, der Franzose, der Schtveizer, sie alle er- freuen sich in der ganzen Welt des Rufes der Soli- dität, Deutschland, obgleicb ein großer Theil seiner Fabrikanten und Kauflewte diesen Ruf gewiß mit dem- selben Rechte beanspruchen darf, genießt ibn eben nicht. Es ist daher füt die drutscbe Industrie nicht blos eineChrensacbe, sondern geradezu eine Existenz- frage, silb in gleicher Weise zur Geltung zu bringen und die Sünden der Vexgangenbeii wieder gut zu machen. Da es aber nicbt möglich ist, dem Aus- lande gegenüber reel! zu sein und im Julande die Schwindelwirtbscbaft fortzuseßen, von deren weiter Verbreitung Jedermann bei offenen Augsn auf Schritt und Tritt die klarsten Beibeise entgegentreten, so ist die zu lösende Aufgabe eine aUgemeine, an der fich die Gesammtheit betheiligen muß. Ist auch der Vöxien- schwindel verkraabi, so bleibt dkm ernüchterten deutschen Volk immer noch die große Aufgabe, die Solidität und ReeÜität in Handel und Wandel wiedc-rherzu- stellen.. Die äußere Macbtstellung, Welche Deutsch- land durch moralisébe Mittel errungkn hat, kann für die Dauer nur erhalten werden, wenn der Geist strengen Pflicbigefühls und fteckenloser Redlichkeit, Welcher die Siaaiöverwxxltung wie das Heer gleich- mäßig beherrscht und die Queüe der großen Erfolge gewesen ist, auch das wirthscbafllicbe Leben in 1einer mannigfaltigen B.2tk)ätigung überal] durch- bringt, Wenn der alte Spruch „ehrlich wäbrt am längsten“ wieder im Kleinen wie im Großen zur Geltbng kommt. Das Streben des dcutfchen Volkes darf damit nicht abschließen,. das; es als Poli- tische Macht wie als Pftegcrin der Wissenschaften und Künste einen hervorragenden Pla? unter den ersten Völkern des Erdballs errungen at, es muß seinen _Stolz und seine Ehre darin seven, dÜß die Grund“,"aße strenger Rechtlichkeit im geschäftlichen Verkkbr wieder aÜgemein an die SteUe der laxen Morak treten, Welche die Jagd nach leichtem Ge- winn erzeugt hat, Damit wird es auch die' sicherste und beste Grundlage für sein wirihschastlicbes Ge- deihen wieder gewinnen. _
Friedrich Georg Wiecks „Deutsche illustrirteZeitung“ enthält in Nr. 21 einen Aufsaß: ,Die Konsumvereine als natürliche An- wälts gegen die W areufälschung. Von Dr, Land" graf.“ Der Verfasser bejaht die Frage, ob die Wirtbschaftspolitik zur Abbülfe gegen die_ in immer größerem Umfange hervortretevden Waarenfälschungen berufen sei. Nicht darum handele es ck, der ge- sammten Herstellung von Surrogaten a er Art den Vernichtungskampf zu erklären. Jm Gegeutheil bilden gerade die Produktion von Surrogaten, d. h. von Waarkn, die ein gegebenes Bedürfniß iu xtivas geringerem Grade zu befriedigen geeiguék sind, ein hochinteressantes und bochwichtiges Kapitel in einer rationellen Volkswirthschaft: der Fortschritt in dieser Riäsung sei ein gewaltiger Hebel für eine gesunde Preisregulirung der surrogirten Güter und estatte die weitesten Konfumtionskreise zum Genu e der Naturprodukte uzulassen, bie Lebenßanmhmlicbkeiten auch der mindeßt kauffähigm Klasen zu erhöhen unb auf solche Weise eine Wohlthätige Auöaletcbung bet der gesammten volkSwirthschaftltchen Güterveribei- lun herzusteaen, gewiß ein in jeder Beziehung er- Frlejtxxtswerthes Ziel eimer rationellen Wirthfchafts-
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Stehe „doch im engsten Zusammenhang mit der Surrogatiudustrie die heute soweit gesteigerte Ver- wertbmxg der srgcnannten AbfalLstoffr, durcb Welche die Gejammt ütererzeugung so enorm verbilligtwer- d_en ,konnte'. ier üb-Irall erscbö fte sicb desto folge- rtch-ttger die ThätiJkeit einer geXunden Wirthscbafts- p_olttik in der positiven Beförderung einer dahtu ztelenden Technik. „
„Das xtegative Bedürfnis; der Abwe r werde fur die Nationalökonomie erst in dem omente laut, wo das surrogirende Gut sicb offen die Rolle des xurrogirten Gutes anma t. Treten sblcbe Be- trebungen in einer gewi en Breite in einem oder mehreren Industrieziveigen auf und bedrohen “Uf
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“solche Weise, begünstigt durch den Mangel an öffent-
lichen Einrichtungen zu rascher Demaskirunzx siirro- _ gitter (Hüter zu dem, was fie wnklrch reprajentiren, das für Handel und Wandel unentbehrliche Lebens- elemcnt, Treue und Glauben, so können und xverden sie die Gesammiprodukiion xm?) daher auch dixGe- sammikonsumiion mehr sckxadigen, als die Zegitime Surrogirung an sich zu nußxn vermag. Hier als_o sei der Springpunkt, ivo dre Wirthscbaftspolittk ibren Hebel anzubringen hat, _sie muffeix Mittel imd Wege suchen und finden, wre bier nnrthschaftliche Scbeintaufchakte zu wahren Tauschakten Werden._
Es frage fick) dabei zunächst, we1chem ber wrrtb- schaftspolitiscben Organe kommt dtefeoMifsiou am Richtigsten zu?- Der Initiative des Einzelnen, dem VereinsMsen, der Gemeinde oder endlich den Staats- behörden?
„Das Gesetz, sagt der Verfasser, kimi) und darf unmöglich die Mischung mit unschäd11chen _Siib- stanzen (in Bezug auf der Gesundheit schablube Substanzen ist dieses ja schon geschehen) verbieten, es kann nur Wollen, daß im einzelyen Falle stets das gegeugetauscht Werde, ibas der Etytamcbende zu empfangen glaubt. Liegt hier abfiebtlrcbe Tauschiing oder Jrrthum in der Sache vor, so „reicht obnedtes fcbon die bestehende Strafe „und Civilgeseßgebung aus. Der Mangel liegt daxm, daß der_Eznzelne nicht in die Lage gesetzt ist, m Bezug 0111“ die tech- nische Zusammensetzung der VerbrauchSarttkel kiar_ zu sehen, Sollen diesem Mangel bcgegnende Einrich- tungen aber möglichst allgemein fungixenx io ist gar_ nicht abzusehen, warum solche JnstriunoncZn _chbt vielmehr von den lokalen (Zentren (den sjadiijchen Gemeinden insbesondere) angeqbabrxt _werben sonnen, um so mehr als der Beweis fur nußltcbe Vorgange dieser Art bereits schon in der communalen Praxis er- bracht ist. Die deutsche ReichsgeseßgÉung bat gber stk'
ar in unserer Frage bereits ihre Schuldigke'it, frei- Fici) nur negativ aber doch wirksam genug gethan: in dem Markenschußgeseße vbm 30. No- vember 1874. So lange nämkich dle Nachahmung von in symbolischen Zeiche“)! irgend Welcher Art be- stehenden Marken in Deuticbland vogelfrei war, war es fast Regel, daß Gegenstände, in deren Erzeugung ein Geschäftshaus sich einen guten Narben 'ayf dem Markte ermorden hatte, in geringerer Ogalztat, ynd daher natürlich meist in minderqualitgtlicher „Zu- sammenstßung unter der Flagge jener Originalwarke nacbgemacbi wurden. Der Mangel dus"Marken- schußes war daher so indirekt znr Prgmte der getverblicben Fälschung geworden. Von diesem Ge- fichtsyunkt aus hat ziveifellos dais deutsxbe MLtkzn- schußgeseß der Waarenfälschung ihre 'schaxfste Oythe abgebrochen; leider ist die ganze Legiblaiive nocb'zzt jung, die Konnivenz noch zu groß, die mnere Emt- gung der deutschen Fabrikanten “zur Abwehr gegen Contrefaßon nach Art der englischen “111653 Yar]: X'roisoiion 80016ÜF in London und der [1111011 (168 fabrjaaubg ])0111 ]a yroteeiion jnbsruationaw «163 Marques 4188 fabriqasa 61: (16 1a Kepr€§810u_ (10 1a. ()05i1“6f8.9011 zu Paris zu schwach, um hier _uberals fmlxbr als immerhin viel versprechende Anfange zu
c en.
Was aber nun der Staat, wie gesagi iii positiver Weise zu thun nicht berufen, dazu ist in hohem Maße die Gemeinde veranlaßt und m _der Lage: zur Schaffuug von Einrichtungen,_ welche in' öffent- Licb beglaubigter Werse (deshalb ist'ja zugixtcb, nail) dieser Richtung der Einxelne und seine Initiative m dieser Frage macbtloö) Untersuehungen von Waaren aÜer Art, natürlich, soweit für Private, _gegen eine bestimmte, den Ersaß der Kosten des Instituts mcht übersteigende Gebühr. ,
Ab-r auch das best konstruirte Werkzeug ist nutz- los, wenn es nicht zweckgemäß verwendxt xvirdz oder gar werden kann. Es ist äußerst schwierig, fm; den Einzelnen den juristisch unanfechtbareu Beweis zu führen, daß die von ihm beim Wurstler gekaufte und die von ihm zur technischen Untersuchung gebrachte Wurst identißél) seien. Noch mebx als das: eröxnds kommt das aturgeseß der Tragbert tm arch scbaftSleben so sehr zur Geltung, als besonders an" dem Gebiete der am liebsten, Weil am vortheilbaftesten gefälschten NahrungSmitiel: in dem Monopol, das den Verz-hrungs ewerben der NachbaxscbaftSverxehr, in der Kleinlichket der Verhältnisse, dix ielbst v_ielen größeren, besonders den rasch em orgeblubtkn Stadien anhaftet, liegen weitere Hemxn chube fur die WM- samkeit solcher Institute. „„Hier-muß daher eine-un- abhängige Kollektivperson_enxgre1fen. Aber auch hier zeigt sich nicht jede Affocmttonöforui als passend.
Irren wir uns nicht, so paßt nicht mir, sondern gebührt diese Funktion den Consumveremc'n,“ dexen
weck es ja ist( billige und gute Verbrauchsartikel ."r ihre Mitglzeder zu beschaffen, Gut und desbaib binig ist aber nz der Regel nur die nicht gefälschte Waare. Soweit aber eine Waare minder gut als die bisher gewöhnliche ist, sobald sie daher als Surrogat fungirt, ist ihre Billigkeit nur dann wahr, wenn ihr Preis dieser geminderten Qualität ent- spricht. Es ist daher Pflicht dieser Vexeine, sicb durch ysfiztelle Prufung der von ihnen debittrien Waaren im Zweifelsfalle zu überzeugen: dixse Pflicht liegt um so näher, je be uemer _1hnen ,eine solche Möglichkeit gemacht it. Die Konsum-
vereine sind aber auch als Kaufleute Jan? beson- ders für diese Funktion geeignet. Se ommm
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