.,-
Verbindlichkeiten mit 219,934,000 „44 weisen eine solche von 16,125,000 «. auf, während die an eine Kündigungsfrist ge- bundenen Verbmdkichkeiten in Höhe von 144,724,000 (M sich um
12,412,000 «ix: vermindert haben.
_ Enthält eine Zeitung einen strafbaren Artikel, dagegen nicht den Namen und Wohnort des verantwortlichen R e d a c t e u r s , so hat nach einem Erkenniniß des D b er :Trih un als, Strafsenats, vom 16. Mai d. I. der Richter thatsächlick) festzustellen, wer die selbständige Leitung der betreffenden Zeitungsnummer gehabt und nach dessen Ermiitr'lung ihn als verantwortlichen Redacteur im Sinne des Reichs-Preßgesetzes zur ftrafrechtlichen Verant-
wortlichkeit heranzuziehen.
_ Unter Hinweis auf die in diesem Blciiie mehrfach ver- Löffenilichten Bekanntmachungen des Direktoriums der Magde- Vurg-Leipziger Eistnbahn-Gesellsckzast machen wir auch hier noch einmal darauf anfmerksam, daß die Rückzahlung sämmt- licher MagdebUrg-Leipziger Prioritäts-Akrien und Obligationen brreits jeßt, und zwar nm: noch bis zum
_15. d. Mis. under Gewährung einer Prämie. stattfindet.
_ Der General-Lieutenant Von Bülow ist von seiner Dienstreise zur Musterung des 2. Brandenburgischen Feld- ArtiÜerie-Regimenis Nr. 18 (General-Feldzeugmeister) hierher
Jurürkgekehrt, Bayern. München, 5. Juli.
"Das Gefolge war zu einer Marschailsiafel vereinigt. tafel endetc um 5 Uhr.
*früh 7 Uhr mit dem Sehnellzug naoh Lindau.
_ Der Finanzausschuß hat die sehr eingehende Bera- 1hung des Budgets des Kultus-Minisieriums gestern Abends beendet und heute Vormittag war eine Subkommission Adsffelben, und zwar während der Dauer der Kammerfißung, einige Stunden versammelt, um den an die Kammer zu ersiatten- Mit der Berathung desselben in der Kammer wird am kommenden Montag begonnen werden, und demselben sich dann die Berathung des Berichts des Abg.
.den Bericht festzustellen.
v. Srhlör Über dir Eisenbahngefälle anschließen.
_ In der heutigen Sißung der Abgeordnetenkam- “m-er wurde in die Prüfung der Wahl von Zweibrüoken eingegangen. Referent Fischer beantragte die Wahl der Herren K. Schmidt, *Gufiav Schmitt und Iak. Höh fiir gültig zu er-
"Xlären, Korrefereni Hennemann (Kooperator von Straubing) be- antragte, diefe Wahlen zu kasfiren. Ministerialrath ])r. v. Riedel wies ziffermäßig nach, daß in den meisten Orten die 'Eintheiiung in derselben Weise erfolgte, wie in Pirmasenz, deren Urwahlbezirkseiniheilung so sehr angefochten werde;
«es würden nach der Rechnungsweife des Korreferenten “in :konsequenier Weise 70 Siße der Rechten in Frage stehen. *Gustcw Schmitt zeigte, wie grundlos die Behauptung des Kor- referenien von einer „objektiven Tendenz“ sei, aber 1)r. Pfahler erklärte, man müsse endlich „ein Exempel statuiren.“ Abg. Stenglein Warme die Majorität vor einem weiteren Vorgehen Des leidenschaftlickzen Parteikampfes mit vollftändig neuen Rechts- theorien. Pfarrer Rußwurm entgegnete ihm in höchst erregter Weise.. ])r. Völk wies unter dem Beifakl der Linken das uner- hörte Gebahren der Rechten als eine unberechtigte Anmnßnng zurück rund protestirte entschieden dagegen, daß da, wo Rerht ge- sprochen werden sol! über die höchsten Interessen des Landes, Parteimänner enischeidrn. ])r. Kräßer sprach im Sinne des Korreferenten. 'Nach fünfstündiger Sihung wurde abgestimmt .und, wie schon gemeldet, Hennemanns Unirag auf Kas s irung der Wahl mit .72 gegen 63 Stimmen angenommen.
*Wiirttembe-rg. Stuiigart, 5. Juli. Der „St.-Anz.“ enthält das VerfaßsungSgeseH, betreffend die Bildung eines Staats-Minifteriums. _ Der König hat verfügt, daß Xünftighin diejenigen Mitglieder des Staats-Ministerinms, welche Minister Lftnd, den Titel Siawis-Minifter (der Justiz, der aus- wärtigm Angelegenheiten, des Innern, des Kirchen- und Schul- wesens, des Kriegwcsens und der Finanzen) zu führen haben, "und zum Präsidenten des Staats-Minifteriums den “Staats-Minister derIustiz und der au-Zwäriigen Angelegenheiten rv. Mitrnachrt ernannt.
Baden. Karlsruhe, 5. Juli. Die Erste Kammer Zé-hat heute in Kerregter Debatte das Pfarr-Dotationsgesrß *mit unwesentlichen Aenderungen in der Fassung der Zweiten :Kammer Und mit großer Majoriiät angenommen. Der Staats- ?Minißer betonte, daß in Franikreich und Belgien die Staats- --dotation Ningeführt sei und Niemand eine Veränderung darin *beabfichtige. Die Minorität war besonders gegen den Revers Des kathokisrhen Bischofs eingenommen, da das Geseß fiir die Proteftanien mzr Vorihaile, für “die Katholiken nur Nachtheile *ane. Die Bruder des Großherzogs enthielten sich der Ab- immung;
_ Die Regierung haüe „unterm 4. Juni 11.3". aus Anlaß des durch päpstlnhes Ratndsckzreiben auSgeschriebenen Iubel-Iahrs “.die «.Veran'ftali-zmg von" I-ubiläum-s-Prozessionen außer- '*-halb der kircljhchen Gebaude, sowie die Theilnahme an solchen Prozessionen anf :Gwnd des §. 366 Ziff. 10 des Reichs-Straf- xgesehbxrcheé verboixn. In drm. Kommixfionsbericht der Zweiten ?Kanrmor uber Prufung der seir dem [exten Landtag erlassenen provisorischen Geseke hai_nun *die Minorität (Abg. v. Buß) den Antrag gestellt, dte fragliche Verordnung ,als ungültig zu erklä- ren, weil fie gegen den §. 18 der Lerndesvcrfaffung _ Ge- “niaßung dcr ungestörten Gewiffeiwfreiheit _ und gegen den §. 1 Des Kirchengeseßes von 1860 _ (Gewährleißung der öffentlichen GoiteöverehrunZ _ verftoße. “„Der Minister Jolly vertheidigte Das erlassene erbot mit der Abneigung Mancher gegen die Prozessionen, sowie mit der Sorge fo die ößentliche Ruhe und “Ordnung, und die Kammer ging“ Uher den klerikalen Antrag zur TageSordmmg über.
Hesen. Darmstadt, 5. Juli. Der „Größherzog gab Jakern „eme Tafel im Fürstenlager zu Seeheim, MÜHLE außer en Glredern der großherzo lichen Familie auch der Kaiser von Rußland, der Groß erzog von Sachsen-Weimar, Fürst Gortschakoff re., sowie der großherzogliche HDs beiwohnten.
_ Wie das „Frkf. J.“ vernimmt, wird die Erste Kam- m'er ani 14. oder 15. d, M. zuiammentretexu, um auch ihrer- seits bezuglich des von der Zweiten Kammer erledigten Budgets u berathen. _ Als nahezu feststehend darf es angesehen Wer- en, daß die neuen Steuergeseße wegen anderIveitigU RLIU' Zirung der Einkommensteuer und Einführung der Kapitalsieuer m dieser Perwde, wenn auch zur Verathung, doch nieht zur ]
. _ praktischen Geltung bezüglich des Finanzgesehes kommen.
Jugenheim, 7. Juli. 9 Uhr von hier abgereiß.
nacht seßt Se. Majestät die Reise fort.
pelle des Schlosses statt.
Schloß Wilhelmsthal.
Der König hat heute 7kurz vor 3 Uhr die Königin Olga von Württemberg aus ““dem „Hotel zum Bayerisckzen Hof“ in dir Königliche Residenz :gelo'itet. Zur Familientafel selbst, aus zehn Gedecken bestehend, waren, außer der Hohen Frau, die sämmtlichen hier anwesenden Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses gechen, Die 9 - Der König begleitete die Königin in Den „Bayerischen Hof“ zurück. Die Königin begiebt sich morgen
Kronprinz Rudolf zu Fuß nach Nachod. Wege besichtigte Se. K. und K:. Hoheit
kation gelangt. Anhalt. Dessau, 5. Juli.
genommen.
zugcs dcr Nordwefthahn iiber Bukow und Böhmisch-Leipa nach
prinz Rudolf gemeinschaftlick) iiber Böhmisch-Leipa nach Reichstadt. _ Wir der „Presse“ aus Ischl geschrieben wird, ist die Kaiserin noch nicht von dort abgereist, iondrrn wird sich heute, den 6., nach Miinchen begeben.
_ Die Verhandlungen iibrr die Reform der Brannt- Wcin- und Zuckersteuer, wie fie in der. Punktationen vom Mai in AU'Isicht genommen Wurden, haben, wie man der „Presse“ mitiheilt, ihren Abschluß gefunden. Bis auf einzelne wenige Pimkie, über welche die beiderseitigen Referenten sick] nicht einigen konnten, und welche den demnächst aufzunehmenden Ministerkonferenzcn vwrhrhnltrn bleiben, ist das Elahorat fertig- gcbrachi. Demgemäß werden die betreffenden Rrgierungsvor- lagen schon in der nächsten Session gleichzeitig mit dem Han- delsbündniffe jQWOhl hier als in Pest cingebraéht Werdrn, während drr Zolltarif erst mit den Handelsvcrirägen zur legisla- tiven Behandlung gelangen soll.
_ Die Vorarbeiten für das Budget des Jahres 1877 sind bereits ziemlich weii vorgesrhritten, und wird derzeit im Finanz :Minisirrium an der Zusammenstellung und Ergänzung des von den einzelnen Ministerirn beanspruchten Erfordernisses gearbeitet. Wie fich jedoch die Endziffern gestalten werden, läßt fich gegenwärrig noch nicht bestimmen.
Prag, 5. Juli. Wie der „N. Fr. Pr.“ von hier telegra- phirt wird, trifft, den neuesten DiSpositionen zufolge, der Kai- ser von Oesterreich am 8. Juli um halb 8 Uhr mit dem Hofzug in Bodenbach ein, der Kaifer von Rußland um halb 10 Uhr; die Abfahrt erfolgt um 9 Uhr 45 Minuten, die Ankunft in Reichftadt um 11 Uhr; der Hofstaat bleibt in Leipa zurück. Die Abfahrt der Monarchen von Reichftadt erfolgt um 3 Uhr, die Ankunft und Verabschiedung in Bodenback) um 4 Uhr 20 Minuten. Von dort begiebt fich Kaiser Franz Joseph nach Bubenisch; mittelß der Jranz-Josephbahn erfolgt die Rück- fahrt nach Wien.
_' Anstatt Kriesche's, welcher ablehnte, wird Kleinberg als Bürgermeisterkandidai aufgestellt. Skrejschovsky erklärt in einem ausführlichen Rechtfertigungsartikel, dcrß er sich veran- laßt sehe, aus dem Czeskh-Club und aus dem czechischen Ver- trauenSmänner-Koléegium aUSzutreien und sagt gleichzeitig, daß, wenn die Inngczexhen vor zwei Jahren den Club nicht verlassen hätten, bereits eine czechische Majorität im Landtag .und Reichs- rath säße. Die Beriretung des czechischen Bezirks Brandeis wählte einstimmig zum Obmann den verfaffungsweum Abgeord- neten Alter.
Trautenau, 5. Juli. Von Kramolna begab fich der Auf dem das Nachoder Schloß des Fürften Lippe, woselbft fich im Jahre 1866 ein großes Lazareth befand, und wurde in Nachod von der Bevöl- kerung emhusiafiiich empfangen. Von dort fuhr der Kronprinz
nm 12& Uhr mittelst Separaizuges nach Trautenau, woselbft derselbe um 2 Uhr anlangte.
B 5 h m is ch - L ei p a , 5. Juri. Die Empfangöoorbereitungen
im Schloß Reichstadt find so umfassend, daß, wie der „N:. Jr. Pr.“ mitgeiheili wird, die Eventualität einer Ausdehnung der K a iser- Zusammenkunft auf den nächsten Tag vorhergei'ehen und deshalb für das Uebernachten Beider Monarchen und ihrer Suite Vorsorge getroffen wird. Für den Kaiser und die Minister md die Schlaf: und, Arbeitszimmer und Empfangssalons volk- tändig eingerichtet. Der Kais er von Rußland wird in den glänzendem. Gafiappartements, der Kais er in den einfachen Wohngemäahem des Kaisers Ferdinand Wohnung nehmen. Zahlreiche .Hofoffizianten , mit Vorbereitungen beschäftigt. Leipa treffen e*benfaUs festliche Vorbereitungen zur des Kaisers und des Kronprinzen.
Hofdiener und Handwerker sind Die Städte Rei stadt und egrüßung
Pest, 5. Juli. Der gestrige Ministerrath währte von
1 UhrNachmiitags bis 9 Uhr Abends. Alle Minisjer, mit AUSnahme Perczelxk, nahmen an demselben Theil. Die Kriegs- frxage und speziel!- die Auf abe Ungarns in derselben wurde, wie der „N. Fr. Pr.“ von Richtrmgen kfzin besprochen. Auch für ein eventuelles Eingreifen wurden ver chiedene Beschlüsse gefaßt. _ Vorderhand grht Genera! Szapary als Kommandant des Grenzkordons
ier mitgetheilt wird, nach allen
nach dem Süden Ungarns.
(W. T. B.) Se. Majestät der Kaiser Alexander von Rußland ist heute früh um
Sachsen = Weimar- = Eisenach. Weimar, 6. Juli. (Th. Korr.) Morgen Nachmittag 5 Uhr trifft Se. Majeßät Kais er Alexander mit zahlreichem Gefolge hierselbst ein und begiebt fich nach Schloß Belvedere. In seiner Begleitung be- findet sich der Staatskanzler Fürst Gorischakoff. Nach Mitter-
Am folgenden Tage treffen, um den Tauffeierkichkeiten beizuwohnen, der Herzog und die Herzogin von Sackgsen-Alfen- burg, die Prinzessin Gustav von Sachsen-Weimar, der Prinz Alexander der Niederlande in Vertretung Sr. Majestät des Königs der Niederlande, der Herzog von Sachsen-Meiningen ein. Die Taufe selbst findet am 9. Juli, Abends 7 Uhr, in der Ka- Derselben folgt die kirchliche Ein- segnung der Hohen Wöchnerin in ihren Gemächern; nach Schluß der Feierlichkeit findet Gratulationskur in den Dichterzimmern statt. Nach den Tauffefilichkeiten begeben sich Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin nack)
Sachfen-Altenlmrg. Altenburg, 5. Juli. Mit der am 22. v. Mis. aUSgegebenen Geseß-Sammlung find die d r ei neuen Geseße, welche bestimmt find, die Trennung der Ver- Waltung von der Justiz auch in der unteren Instanz für das Herzogihum volkständig zur Durchführung zu bringen, znr Publi-
Der Landtag hat den Antrag der Regierung: „Zu der Uebrreinkunst (mit Preußen und den thüringischen Staaten) behufs Einleitung von Maß- regekn zum Schuh und zur Hebung der Fischerei die land- schafiSordnungSmäßige Zustimmung zu eriheilen“ einstimmig an-
Oefierreich =Ungarn. Wien, 6. Juli. Der Kais er ist gestern Vormittags don Bruck a. d. Lritha in Heimberg an- grkommen und begab sich von dort direkt nach Laxenburg. Morgen Abends hegiebt sich Se. Majrsiät mittelst Hofsrparar_-
Bodenhach, um seinen Erlauchren Gast, drn Kaiser Alexander von Rußland, übermorgen friih daselbst zu begrüßen. Von Bodenback) brgrhen fich dannBeidc Majestäten und der Kron-
" _ Die hruiigen Morgenblätter besprechen den Sieg der Tur ken bei Zaxcar sympathisch. „Hon“, „Ellenör“ und „Naplo“ be- handeln das Therna eingehend. Serbien habe keinen Krieg für die Freiheit., sondern einen Krieg der Eroberung begonnen. Deshalb stehen th dre Gerechtigkeit und die Sympathien der Völker wie die internationaien Verträge entgegen, da Alles für die Türkei spreche. _ Das Amtshlatt publizirt die Auflassung von. achtunddreißig Steueramiern und die erforderliche Neuzu- iheilung der betreffenden Ortschaften.
__ 6. Juli. (W. T. B.) In den Motiven des Grrrchtsbeschlusses wegen der Verhaftung Miletics wird, wie der „Pester Lloyd“ meldet, eingehend dargelegt, daß die Immunität Miletics als Abgeordneter während der Ver- tagung des Reichstages nicht berücksichtigt werden konnte. Es handelt sich, demselben Blatts zufolge, bei der Verhaftung keineSwegs um einen Preßprozeß.
_ 7. _Iuli. Wie der „Pester Korrespondenz“ aus Wien gemeldet wurd, fand gestern zwischen dem Grafen 5Andras s y- und den ungnrischen Ministern eine Konferenz statt. Ueber die Endziele der auswärtigen Politik herrscht, dersekben. Korrespondenz zufolge, zwisohen der ungarischen Regierung und dem GrafewAndrnffh vollständige Uebereinstimmung und ebenso volle Klarheii bezuglich der demnächst stattfindenden Zusammen- kunft des Kaisers von Oesterreich mit dem Kaiser von Rußland in Reichstadt.
_ Großbritannien und Irland. London, 5. Juli. Die Königin wird den bis jeßt getroffenen DisPositionen zn- folge mit der Prinzesfin Beatrice am 13. ds. von Windsor nach Osborne auf der InJel Wight überfiedeln. _ Sir Sala? Dschung, der Premier-Minister des Nizam von Hyderabad, stattete gestern der Königin einen zweiten Besuch ab,
_ Der Ankunft des Königs und der Königin von Grihechenland in London wird zum Sonnabend entgegen ge e en.
_ Die „ Land an Gazette“ vom gestrigen Tage meldet die Ernennung des General Lord Napier von Magdala zum Gouvrrneur von Gibraltar und des Herrn H. C.Pivian zum britischen Agenten und General-Konsul in Aegypten. Herr Vivian war bisher General-Konsul in Bukarest.
, _ Die Presse, besonders die „Morning Post"“, Übt an der Krirgsproklamation des Fürsten Milan eine sehr scharfe Kritik. Im Gegensatz zum „Standard“, welcher das Ministerium auffordert, seine Politik klar darzulegen, spricht der „DaiXY Telegraph“ sein volles Zutrauen zu der „wachsamen und festen Politik des englischen Kabinets aus und wünscht gerade im Jnterrffe des Landes, daß. das Parlament fich möglichst einer Erörterung der orientalischen Angelegenheiien enthalte. Die „Times“ enthalten fick) eines jeden Uriheiles über die Berechtigung Serbiens zum Angriffe und meinen, die beiden Gegner hätten jeßt ihre Sache selbst auszufechten. England habe iveiier nichts zu thun, als vollkommene Neufralität zu heWahren. Man brauche die Kriegs- erklärung nicht zu billigen und könne sie nicht verdammen,
Jeßt sei es jedenfalls zu spät Serbien zurückzuhalten. Der“ Würfel sei einmal gefaÜen.“
Die „Times“ verspricht dem, was Bright im Unterhaus- iiber die Frage sagte, ob England für die „Integrität und Unab- hängigkeit“ des oSmanischen Reichs in einen Krieg si ein- lassen soUe, „eine mächtige Wirkung auf "eine große Kia c des Volkes“. Das Blait gkaubi nur eben, daß der Regierung, Unrecht geschehe, wenn man ihr eine derartige „thatkräftige“ Politik zutraue. „Das englische Volk hält sich nicht für berufen,
die tückische Herrschaft niederzureißen, für deren Aufrechterhal- tung es“ vor zwanzig Jahren den Krimkrieg führte, aber es wird fich nicht in einen zweiten Krimkrieg hineinziehen [affen durch den Glauben, der wahrscheinlich eine leere Illusion sei, als ob eine Veßänderung in der Lage (c]i8905iii0n) der gegenwärtigen Besitzungen des Sultans das Vorrücken der Ruffen nach Kon- stantinopel bedeute.“
_ Jm Unterhause erklärte auf eine Anfrage Whakley's wegen des Kanal-Tunnels der Handels-Minifter Sir C. Addrrleh, bevor das Werk in Angriff genommen werden könne, sei die Schließung eines Vertrages (mit Frankreich) nothwendig, und das falle nicht in die Grenzen seines Departements.
_ In PoriS1nouih ist die Nachricht eingegangen, daß dem Truppenschiffe „Assistance“ auf der Höhe der fran- zöfischen Küste ein Unglück zugesioßen ist. Ein Schleppdampfer iß zur Beistandleiftung abgeschickt Wurden.
_ Neueren Nachrichten vom Cap der gutenHofsnung zufolge hat die Legislatur der Kap-Kolonie nach zweriägiger Dedaite beschlossen, keine Delegirten zu der in London abzuhaltenden Konferenz zu senden, welche die Zweckmäßigkeit der Bildung eines südafrikanischen Staatenbundes er- örtern soll.. Der Premier-Minißer Molteni) ist indeß ermächtigt, worden, England zu besuchen, um dem Minister für die Ko-
lonien, Lord Carnarvon, in den in Verbindung mit Griqua- land-West enßandenen Mißheaigkeitcn mit Rarh und That beizustehen.
_ Die „Western Morning News“ veröffentlicht Briefe aus
Zanzibar vom 3. Uli„ Wonach der Sultan alle Hebel in Be- tvegung seht, um dem Sklavenhandel ein Ende zu sehen. Jüngst ließ er ein Sklavenschiff mit Beschlag belegen, auf welchem ein in Zanzibar ansäsfiger Araber eine Anzahl Sklaven untl; Muskat zu führen versuchte. und dessen Kapitän an Bord eines der Schiffe des Sultans ge- henkt. Dieser Akt hat, gepaart mit der Anti-Sklaverei-Prokla- mation des Sultans, bei seinen Unterthanen großen Anstoß ge- geben.“ Viele scheinen für eine Rebellion geneigt zu sein, fürch- ten aber das Einschreiten der britisckzen Kriegsschiffe mit den S iffen und Truppen des Sultans. Yegsschiffes „London“ haben zwei weitere Sklavenboote ver- n tet.
Das Fahrzeug wurde verbrannt
Die Boote des englischen
Frankreich. Paris, 5. Juli. General Cialdini wird
fortwährend von den ultramontanen „Blättern angegriffen. „Univers“ geht sogar sOWeit, rhn mrt unliebsamen Kund- Febungen zu bedrohen.
_ Die Budget-Commiision hat den von der Regie-
rung für den Unterhalt derlin Frankreich lebenden Carlisten verlangten Kredit von 2 Mcllwnen verweigert.
_Der ,Moniteur universel“ schreibt: „Nachdem
Europa Alles aufgeboten hat, um den Krieg zu verhindern, ift es jeßt einmüthig darauf bedacht, ihn in seine ursprünglichen Frenzen einzuschränken und allgemeine Verwicklungen zu ver- üten. Politik die Rede sein; Europa ist in dieser Frage einßimmig und wenn man von den Großmächten spricht, so haben wir die Ueberzeu ung, daß es sich um alle Signatarmächte des Pariser Frie- dens ha elt. Was die französisthe Regierung betrifft, so brauchen
ier kann“ nicht mehr von dieser oder jener besonderen
wir wohl kaum zu wiederholen, daß fie fich in dieser ernsten
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Scheik-ül=Islam eine Fetva des Inhalts vorbereite, daß dk? VM Midhak Pascha entworfene Verfassung nicht mit „dem Inhalte des Korans im Widersyruch stehe und daß die Proklamtrung der Verfassung demnachst zu erwarten sei. _ Vom Krieg-„sschaxtplaße find seit dem 4. d. keinerlei De- peschen veroffentlicht Warden. Der Bei) von Tunis hat
n ele en eit von einem einzigen Gedanken leiten, ließ. Frankreich Yiügenigsckzllhffen den Fortbestand „des Wel'tfriedens, 'um_fich unaehindert seiner inneren Reorganxfirung widmen und die fried- lirh? Entfaltung seiner Staatsemrxchtungen 'm aller Sicherheit können. Auf dieses Ziel find die Bemuhungen der Regierung gerichtet und fie wird ihm auch ferner rnit derselben Beharrlichkeit enigegenstreben wie zuvor, gewiß, hrerdurch' den Interessen des Landes timchen “einstimmtgen Wunschen der offent- ' einunc 1: en pre en. , , lrchen_-M Das“; ZIournal kdiÉ; DÉZats“ mczxxnt,k YmeBeZUI
den erbi ch-tür i en rieg, e , o „u Fxrfauf an,s daßs derselbe lokalifirt bleihe. Weiier schrerben die „Débais“: „Die Pfiicht der großen Machie ist eine doppelte. Sie haben Pflichten gegen die Türkei,“,fie muffen ihr gest'gtten, srch zu veriheidigen und, wenn das Gluck der Waffen ihr gnnsjxg ist, in ihrem Siege jene fittliche Kraft zu schopfen, die ihr so
'sörderlich wäre, um die Reformen zu vollziehen, die man von
' eri n t und die sie gewähren will." Sie habenuauc'h Pfiichten :cker die ?]Ufständischen chrisxlichen Stamme, so nanJltch, daß ste der Türkei wohl gestatten „maßen, dieselben unter dre Herrschaft des von den Verträgen snpultrien Gesehes zuruckzufuhren, nicht aber, fie außerhalb des Gesehes zu stelX'en. Fur den'Augenhlt'ck ift nichis zu thun, man muß warten, einem Jeden seine Irriheit und seine? Vortheile [affen und endlich dem Zufall:; emraumen, was ihm gebührt.“ . _ ,
_ 6. Juli. (W. T. B.) Dre Regrernng hat den Zins- fuß für Scha13kammericheiue, deren Vcrfallzeit 1 Jahr nicht übersteigt, anfy1 Proz. fcstgeicizt; drr ZMSsUß" fur Schah- kammericheine mit langereroVerfaUzrit bleibt unverandert. '
Versailles, 6. Juli. (W. T. B.) In der heutigrn Sihung der Deputirtenkammer beantragte; Madier de Montjau (von der Partei der Intranfigenien) die Aufhebung des Gesehes gegen die Presie' vom Jahre 1852. Der Conseils - Präsident und Justiz _- Minister Dufaure syrach fich gegen den Antrag aus. Madixr beharrie aber auf seinem An- trage, den auch Floqnet unterstußie. _Die Kammer beschloß mri 227 gegen 147 Stimmen die Dringlichkeit; die Rechte hatte“ fich der Abstimmung enthalten.
Italien. Rom, 6. Juli. (W. T. B.) Der „Agenzia Stefani“ zufolge ist die Nachrichi_ der „Gazzxtta del Popolo“, daß der König Victor Emanuel emen Spezral-Gesandten_ des Präsidenten Mac Mahon. empfangen herbe, un“ begründer
Türkei. Während von serbischer Seite, große Siege Tscher- najeffs gemeldet werden, der das große türkische Lagrr bei Hirsch) schon umgangen haben und auf der Straße nach Prrot weit in die Vulgarri eingedrungen sein folk, versenden die Turken ihrerseits gerade widersprechende Nachr1chten,_wre folgendes Tele- gramm, das der „Köln. Ztg.“ vom 6. Juli aus Parts zugeht, berveift: „Auf der türkischen Botschaft ist eine Privaidrpesche eingetroffen, welche einen großen Sieg Ehud Pascha's meldet. An der Börse war das Gerücht verbreitet, General Tschernajeff sei mir 6000 Serben gefangen genommen. Der Sieg Oswan Pascha's wird auf der türkischen Botjchafivolißändig bestätigt.“ _ Eine Weitere amtlich:? Depesche aus Konstantinopel besagt, am 3. Juli éalso an demselben Tage, wo die Serben gegen Risch vorgingen) hätten die in der Ebene von Urlub (südwestlich von Nisch) lagernden Kaiserlichen Truppen den angreifenden Feind nach fünfstündigem Gefecht zurückgeworfen und ihm einen Ver- 1ust von 500 Todien beigebracht. Dasselbe Telegramm schäßt den Verlust der Serben in mehreren Gefechten an der Drina auf 200 Todte und 4000 Verwundete. _ Ein Telegramm ans Pera vom 4. d. M. sagt, die Serben hätten (nach wahrscheinlich übertriebenen Berichicnck bci Alexinac ]8 Kanonen eingebüßt und 2000 Mann gefangen in der Gewalt der Türken [affen müssen. _ Eine weitere Depesche der „Köln. Zig,“ aws Pera von demselben Tage meldet: In Sofia bildet sich eine neue Armee von 40,000 Mann. Hier am BoSporus liegen; 125 Bataillone; 75 Batcrili'one smd bereit zum Abmarsch.
_ Von Seiten der serbischen Regierung wird unter dem 6. Juli gemeldet: Gegenüber den von feindlicher Seite ver: breiteten Buueiins über das angeblich aller Orten erfolgte Zu- rückwerfen der serbischen Truppen stehe fest, daß General Tschernajeff seit dem Siege von Babina Glava fich ohne weitere Gefechte auf türkischem Boden behaupte und daß Ranko Alimpits noch immer vor Beljina fiche. Gestern seien 2000 Nizams umzingelt worden, nur ein kleiner Theik von ihnen sei der Ver- nichtung entgangen. Die Angriffe der Türken auf Saitehar seien siegreich zurückgewiesen worden. Oberst Lesjanin (der im Südwesten Serbiens operiri) habe auf eine bezügliche telegra- phische Anfrage. geantwortet, er brauche keine Verstärkung.
_ Ein weiteres Telegramm aus Belgrad von demselben Datum berichtet: Der Bugsirdampfer der Donau-Dampf- schiffahrts - Gesellschaft „TiScza“ ist grstern früh 31, Uhr auf der Fahrt von Turn-Severin nach Orsowa in der Nähe des serbischen Dorfes Spiz von serbischen Truppen mii Pelotonfeuer empfangen und zur Umkehr genöthigt worden. Ein UnglücYSfall wurde dadurch nicht herbeigeführt. Der österreichische General-Konsul hat aus eigener Ent- schließung sofort bei der serbischen Regierung die entschiedenste Reklamation erhoben und volle Satisfaktion verlangt.
_ Aus Caitaro wird der „Times“ unterm 3. ds., Abends 10Uhrielegraphirt: „Plänklcr berichten, daß Moukhtar Pas cha Gatschko abandonirt habe und nach BoSnien retiriri sei, und daß die montenegrinische Armee den Sieg von Ruischi anonühe. Es bestätige sioh, daß die türkische Armee, die von Medun aus- marschirt war, gänzlich besiegt wurde, und außer Stande, nach Medun zurückzukehren, nach Podgoriza floh und bis dahin ver- folgt wurde. Rutschi wurde genommen. Die Montenegriner erbeuteten 500 Gewehre. Medun wird belagert und Podgorizza
ift bedroht.“
_ Wie der „Agence Havas“ vom 6. Juli aus Ragusa gemeldet wird, hat der Gouverneur von Srutari die Nachricht dqrthin gelangen lassen, daß sich ungefähr 1500 Miriditen Mit den Türken verbunden haben und gegen die Montenegri- ner marsohiren. Die Montenegriner hatten am 5. bei Vale-
MFZL- im Distrikt Bagnani (in der Herzegowina, westlich von Niklsckz- nicht weit von der montenegrinisrhen Grenze) ein Bi- vouak bezogen,
„ “_ .Die „Agence Havas-Reuter“ Vom 6. Juli bezeichnet die N richten der Wiener und Pester Biätter bezügiich der «Uf den 6. c. anberaumten Investitur des Sultans als unbegründet, ebenso die Nachricht, daß der
_
sich bereit erkläri, ein Regiment Truppen nach Konstan- tinopel zu senden. _ Der neu ernannte Borschafter für Wien, Aleco Pascha, geht morgen auf seinen Posten ab.
_ Aus Akexandrien, 7. Juli, wird dem „W. T. B.“ herichiei: Zwei Regimenter ägyptischer Truppen werden heute nach Konstantinopel abgehen.
_ Zur Orientirung über die strategischen Vcr- hältnisse des Kriegsschauplaßes theilt der „Cittadino“ aus Belgrad folgende unterrichtende Darfteklung mit, welche aUerdings schon zum Theil von den leßien Ereignissen überholt ist:
„Die Konfiguration des serbischen Terrains _ sagt das genannte Blatt _ undjenes der benachbarien türkischen_Pro- vinzen ist eine so einfache und die Oderaiionslinien find 10 klar vorgezeichnet, daß fie keinen problematischen Kombinationen Raum geben. Es giebt dieser Operationslinien vier. Die erste führt durch das Thal der sogenannten bulgarischen Moraoa nach Nis1a und Aleksinac. Die zweite hat ihre Basis rnehr aegenWesten, und zwar von türkischer Seite in Novi-Vazar und in Wissegrad, von ssrhischer Seite in Raschka und Uzißa. Die dritte liegt im äußersten Westen, überschreitet die Drina, dcn Grenzfluß gegen BWnien, u_nd siüßt fich auf die Festung
wornik. Die vierte endlich ist nordörilicb zu suchen, wo der Fluß
imok die Grenze gegen Bulgarien hildst und wo auch. die rumä- nische Grenze die serbische berührt. Auf serbischer Seite ist Negoiin die Basis dieser strategischen Linie, auf ' türkischer Seite die Donau- festung Widdin. Wir müssen vor Aüem die süd1iche dieser Linien, nämlich die von Nissa, ins Auge fassen, Weil sie die wichtigste ist und weil allem Anscheine nach dir ersten und entscheidenden Operaiignen dort “iatifinden dürften Die Siraße, Welche übz-r Nissa nach Ser- hien iührt _ und riss 76r53..- ist unter allen Straßen die WM-
amste. Wenn die Türken eine Schlacht gewinnen, so können sie ganz unm
behindert über Nissa durch das breiieThal der Morawa vorrücken und über Alekfinac, Jagodina und Svilainac auf Belgrad zu marschiren. SoÜten dagegen die Serben die Oberhand gewinnen, so hätten sie die größte Schwierigkeit üherivunden und könnten einerseits durch das Morava-Thal, andererseits durch das Nissava-Thal ins türkische Gebiet einfailen, ohne auf wesentliche Schwierigkeiten „zu stdyrn. Nissa ist daher der strategische Punkt, auf Welchen die scharfiie Aufmerksamkeit zu richten ist. Auf diesem Punkte find jrdoch die Türken in enischiedenem Voxtheile, nachdem sie sckwn seir Jahr und Tag großartige Befestigungen um Niffa aufgeführt und die Festung mit einem bedeutenden ArtiÜerieparkc bewehrt haben. Auch haben sie hier _eine Armee von 30,000 Mann konzentrirt und 6000 Mann afiati1cher Truppen find bereits auf dem Wege dahin. Jener YrtiÜeriepark besteht aus einm 100 schWer§n Geschüßen, unter denen sich 65 Kruppsche Kanonen befinden. Nisia gegenüber hat die serbische Armee ihr Lager aufgeschlagen. Sie dehnt fich längs drm Thale der Morawa zwi1chen Alcksinac und Tiuprija aus, also auf einer mehr als acht Stunden lgngen Ebene. Das Handi- auariier befindet fich in Deligrad. einem kleinen Dorfe, weiches eine halbe Stunde oberhalb Aleksinac liegt. Was immer geschehen mag, diesen Theil drs Thales müssen die Serben beseßi halten, denn nur bei Aleifinac können sie mit Erfolg einer türkischen Invasion die Spitze bieten. Weiter uördlick) ist das_Thalwieder bei Tjuprija zu veriheidigen. Es ist leicht zu drgreifen, dat; die serbische Armre gleich anfnpgs die äußersten Anstrengungenmachen wird, um den Krirg auf das iiirknrhe Ge- biet hinübrrruspielen. Unterhalb Aleksinac, geren Missa zu, befindrn sich einige Pässe, Welche die serbische Armee paisirrn muß, um sich in dem breiten Thale, welches die Festung Nissa beherrscht, zn entwickrln. Natürlich werden die Türken Alles versurhrn, Um diesen Vormarsch der Serben zu erhindern, um so mrhr, als „die auf den Wällen don Nissa postirien (Geschütze das ganze Thal in der Flanke be'sireichen können. Unter den Mauern von Nissa dürfte daher mri ziem- licher erißheii die erste Schlacht stattfinden und das Nr- sultat derselben wird, wie wir bereits oben bemerkt haben, eine entscheidende Wichtigkeit baden. Dad Armrecorps von Alrkfinac wird, nnirr dem Oberbefehl: des Fürsten Milan vom russischen General Tschernajew befehligt, " _ Wenden wir uns jeht dem Armee-Corps des Nordwestens zu, namlich der Operationslinie, Welche über die Drina nach BoSnien führt. Jenes wird Vom serbischen Obersten Alimpitsck) bkfehligt und sein Corps ist nach jenem von Aleksinac das stärkste. Gleich nach der Kriegserklärung wird OherstAlimpitsrh versuchen, in qunien einzudringen und sich drrt mit Insurgenien zn vereiniaen. In erster Linie wird seine Armee Srrajewo bedrohen, und dies erklärt uns auch das Gerücht, wel-Ihes vor einirer Zeit verbreitet wurde, daß Achmed Monkhiar Pascha, der Befehl.“;- haber in der Herzegowina, 1eine Truppen in der Richtung gegen Se- rajrwo konzentrirt. Ihm wird die Vertheidiaung don Seraxewo und “im Allgemeinen ganz Borniens obiiegrn, da slch hier, kein anderes iiirki- sches Armee-Corps befindet. Das dritte serbische Armee-Corps 11T beiläufig auf halbem Wege ;zwisihen der Dimfion der Drina und jener vdn Alekfinac aufgestrlit. Seine erste Aufgabe wird die sein: nöthigenfalls entwcder das südliche oder das westliche Armee- Corps zu unterstützen. Die" weitere Bestimmung drsieiben ist aher die: falls die Serben auf einer _der oben angedeuteten Linien siegen würden, ebenfalls die türkische Grenze zu über- schreiten und dkn schmalen Landstrick) türkiichen Gebietes , der sich zwischen dem serbischen und dem montenegrinischen Terri- torium hinzieht, zu insurgiren und fick) mit den montenegrini- schen Streitkräften zu vereinigen; denn man zweifrlt hier in Brlgrad nicht, daß die Montenegriner glrichzeitig in dir: Aktion treten werden. Die writers Vertrendung des 111, Armee-Corps wird von den Um- ständen abhängen. Es wird |ck eniw9der _mit dem 11, Armee-Corps vereinigen oder die Linie der Morava beießen. um dem 1. Armee- Corps, welches hier seine AufsteÜung hat, _den Uebergang auf das lürkifche Gebi-„t mit seiner gesammten Starke zn «leichtern. Das 117. Armee-Corps, die sogenannte Donau-Division, welches bei Negotin an der östlicken Grenze seine Aufstellung hat hat keine unmittelhar offensive Bestimmung. Diese hätte auch keinen praktischen Zweck für Serbien, denn es ist nicht nur die Distanz von hier _bis um Centrum des Kriegsschauplaßes zu groß, sondern man mußie Früher Widdin zur Kapitulation zwingen, Welches mit Recht als die stärkste Festung des gau rn türkischen Reiches angesehen wird. Serbien sieht ficb deshalb genötngi, ein Armce-Cdrps nach Negotm _zu Werfen, weil es sonst den Türken nicht schwer"ware', bei Widdin eme Armee zu sammeln und, auf diese Armee gestutzt, im Donauihale gegen Se- mendria und später gegen Belgrad vorzurucxen. Das Armee - Corps bei Negotin hat daher keinen anderen als emen defensiven Charakter.“ _ Den heute eingegangenen Nummrrn der „Turquie“ vom 28. und 29. Juni entnehmen wir folgende Daten: Der Sul- tan hat so eben den fremden Souveranen in eigenhändigen Handschreiben seine Thronbesteigung angezeigt. Zn- gleich sind den Vertretern der Hohen Pforte im Auslande “ihre Akkreditive bei den verschiedenenMachten gesandt worden. _ Die ägyptische Yacht „Fax)um“ tft mit'emer hohen agyptischen Persönlichkeit an Bord angekommen, die beauftragt ist, dem Sultan die Huldigungen des Khedirxe zu bringen und Se. Majestät zu Ihrer glücklichen Thrdnbrfietgung zu beglückwun- schen. _ Die Schiffe, welche das turktsche Geschwader unter Contre-AdmiralHobart bilden, sind: Die Panzerfregatten ,Afizie“ und „Orkhanie“, die Panzerkorvetie „Fethi-Bulend“ und der Aviso „ Reihhmo“. Dazu werden noch 4 anderr türkische Kriegsschiffe stoßen. _ Nach dem ,Vasfiret“ haben dir- 1th im Gefängniß von Zaptic in Folge der Ankla e der Thxtlnahme an der In- surrektion inhaftirten bulgarichen Prtester Enthüllunßen gemacht, welche für gewisse zum bulgarischen Exarchat gehörige Metropoliten höchst kompromittirend sem sollen. In Folge da- von hat die Regierung zwei Instruktionsrichier nach Adrianoprl gesandt, um die Untersuchung an Yrt und Stelle über 'die Aussagen der bulgarischen Priester zu fahrrn. Msgr. Parthemus, der bulgarische Bischof, ist auch komprormitirt; dre Behorde hat
also seine Papiere mit Beschlag belegt und ihn fekbst herhafiet; er soll nach Rufischuk vor Gericht gesandt werden. _ Die im Serasrerat niedergesehte Kommission zur Revision des Yrtegsgeri'chtlichen Urtheils in der Salonichi- Affaire hat ihre Arbeiten beendet und ihren Berichr der, Hohen Pforte unterbreitet. Wie man vernimmi, hat das Kriegsgrricht 19 Veruriheilungen auégesprochen, darunter 3 zu lebenslangltcher ZwangSarbeit, 2 zu 10jähriger Einschließung, 10 zn 5 und 4 zu 3 Jahren Gefängniß. Fast alle diese Ver- uriheikten find nach Kunst_antinopel geschickt. _ Am vergangenen Dlxnftag ist dle zm russischen Hospital von Pancaldi errichtrte St. Nicolans-Kapekle fekerlich eingeweiht worden; der Bischof von Dercds und der rusfische Archimandrit rele- brirten, und der General Ignatieff nebst Gemahlin, mehrere hohe_rusfische Bramte, das ganze Gesandtschast6personah der Patrtareh CYUÜUS und der Costaki - Pascha, Vorßeher der ftädtischen Behörde des 6. Cirkels wohnten der Feier bei. _ Ein dem „Impartial“ übersandtes Dokument zeigt, daß von etwa 20,000 in Smyrna geborenen und daselbstlebenden Kin- dern 14,300 der orthodoxen Kirche, 3800 dem Islam, 1500 der mosaischen Religion Und der Rest der gregorianischen, katho- lischen, anglikanischen, reformirtxn u. s. w. Konfession an- gehören. In Folge der großen und gut verwandten Opfer der griechischen Bevölkerung, ist von den 14,300 Kindern keines hülflos und alle können den Elemenarunirrricht genießen. Später können sie ohne alle Kosten ihre Erziehung vollenden, indem sie oft ins AuZland, nach Deutschland oder Frankreich gesandt werden, um ihre liierarische und wissenschaftliche Ans- bildung zu vollenden.
_ Die „N. Fr. Pr.“ ist in der Lage, nachstehend die ielegraphische Korrespondenz miizuiheilen, welche zwischen dem Großvezier Mehemed Ruschdi Pascha und dem Fürsten von Montenegro stattgefunden hat. Unter dem 20. Juni schrieb der Großvezier an Nikita:
Cure Hoheit wissen, daß die Hohe Pforte mit Besorgnis; auf die Rüstungen blickte, Welche ieit einiger Zeit in Montenegro statt- finden. Die formellen und wiederholten Versicherungen, Walcher Enre Hoheit uns zu geben so gütig waren, haben glücklicherweije unsere Beruhigung befchwichtigt. Heute muß ich indessen mit Bedauern konstatirrn das; diese Rüstungen, weit entfernt, auf- zuhören, im Gegeniheile in einem Maße foridauern, daß die xnonlenegrinifche Armee fich in Bereiiséhaft befindet, jeden Augenblick den Feldzug zn h_eginuen. Eure Hoheit wird leicht begreifen, wie geeignet dicyer Zustand ist, die Hohr Pforte zu heuntuhigen. Se. Majestät der Sultan, Welcher mit Eifer die Ruhr und Ordnung unter den Völkrrn, die durch den Raihichlnx; der Vorsehung unter seiner väterlichen Regierung stehen, aufrecht zn halten bemüht ist, wurde von diesrr Lage und den aggressiven Nb- fichte", welche daraus für Montenegro hervorzugchrn scheinen, ge- rechierwcise beunruhigt. Im Auftrage meines eriauchten Herrn, welchem es am Herzen liegt, dir guten Brziehungen zwischen der Hohen Pforte und dem Fürstenthume unvrrändert aufrecht zn er- halten, wende ich mich an Eure Hoheit, UinSie zu bitten, uns offene und Präzise Aufschlüse über dir Motive und den wirklichen Zweck dieser Rüstungen zn criheilen. „ ,
Mehemed Ru7chdi Pascha. _ 21. Juni 1876.
J:: Beaniwdriung der Depesche Eurer Hohsii, welche mir gestern zuging, eriheile ich hiermit die: rückhaltloien Aufschli1s1e, welche Sie;;',wünfchen. Der Aufstand in den türkischen Provinzen war von aÜem Anfang an für Mrnirnegro und dessen Regierung die Quelle von Prüfungen, bezüglich welcher man fi_ch nicht gcnügwd Rcrdcnschaft giebt, ganz abgesehen von dcn “Lasten, Welche dcm Fürstenthum durch die Aufrechterhaliung seiner Neutralität und durch die Opfer, die es für die Vcrwundetcn, fiir die Krankrn, für die Franen und Kindrr, welche in Montenegro ein N:!)l suchten, auferlegt hatten. Dieiis kann ein solches Asyl nicht verMigern und sieht. fick) fortwährrnd zum Gegenstand unbe- gründeter Anklagen gewacht. Ohgleich ihre wirdsrholie Ablrug- nung jeder beabsichtigten Einmischung in den Aufstand zwar mit der r*oÜkommensten Höflichkeit aufgenommen wurde, erhicit die monienegrinische Regierung jeden Tag einen neuen Beweis dafür, “daß
der Vsrdacht foridauert. Die durch diesen beharrlichen Verdacht ver-
anlaßtrn, wider die wontenegriniiche Regierung angeordneten Mas;-
regeln haden seit einiger Zeit einen_drohenden Charakter angenom-
men. _ Die Grenze wurde gewissermaßen in Blokadezustand deriirzi. Türkiiciw Streitkräfte, Welche in Weit größerem Maße vorhanden sind, als es das Bedürfnis; der Repreifion erfordert, wurden in der Herze- gowing und in Albanien qngehäufi, iroß der Vorstrllungen," Welche ich in disier Beziehung an die Hohe Pforte gklangen ließ. Ick) habe von Ehret Hoheit und deren Vorgängern befriedigende Zufichernngrn mit Bezug auf die Zurüchziehung dieser Max:.egeln erhalten, aber mit Je- dauern muß ich konsiatrren, daß die Zummmenziehung von Truppen fertdauert und daß _ es wird dadurch in einigen moniencgrinischcn Distrikten eine wahre Noihlage geschaffen _ meine Grenzen in sehr effektiver Weisedlokiri bleiben, ungeachtet aller enigegcnstehenden Er- klärungen des GeneraiGduvrrneurs von Scutari. An efichts dieser Thatsachen und der bedauerlichrn Tendenz, Welche dicJelben zu ent- hükien Weinen, ist es meine strenge Pflicht, Vorsichtsmaßreggln zu treffen, aus denen ich kein Hehl mache, _ohgleich ich lebhaft wunsche und die feste Hoffnung hege, daß sie Überslüifig bleiben Werden. Nikolaus. _ _ 25. Juni 1876.
Ich habe die Anrworidepesche, welche Eure Hoheit an mich zu richten die Güte hatten, empfangen. Wir hatten niemals bezüglich des Zieles, welchem die Anstrengungen Eurer Hoheit gelten, Verdacht auSge-iprochcn. Die Fortdauer der un [frcklichen Jnsurrektion in dcr Herzezowina bewrist auf das dcutii sie, daß unsere militärischen Streitkräfte, von" denen Eure Hoheit finden, daß fie die Bedürfmffe der Repression ubrrschreiien, numerisch für die Erreichnng dieses Zweckes nicht genügend Warrn. .
Diejer Zweck wäre demungeacbtet erreicht Wordrn, wenn die Aktion der Truppen nicht jeden Augenblick durch_Hmdernisfe „und mit der Lage des Landes zusammenhängende hriondere Umstande gehemmt worden wäre. Was die Truppenzmammenziehung bc- trifft, von welcher Eure- Hoheit spricht und welche jédcn Tag schärfer hervortreten so!!, so wird es mir nicht schwer TCM. Sie hierüber gänzlich zu beruhigen. Abgesehen Von unixren Truppen in der Herzegowina, deren Stärke je nach dem stratcgi)chin Bedürfnisse wechselt, hat auf keinem Punkte der Demarkztwnd- Linie weder eine Konzeniration, noch eine Modifikation der mtltixri- schen Streitkräfte taiigefunden. Ick) möchte_h1er_ sogar daran er- innern, daß uugea tet des vorher gefaßten Be1chlus1€s- vrrfichishaibrr ein Armee - Corps von 20,000 Mann in Scutarr 'auszustellen, die Hohe Pforte darauf in Folge der von _EurerohUk JÉJLÖMUY ZU“ sicherungen verzichtet "hat. Die leßten Jnxormatronen „aus dem Vilaxet von Scutari in Albanien sagen sogar, daßdsr Effektwftand der Gar- nisonen der kleinen Forts auf der montenegrtm chen Seite seithachi Mr_- naten nicht um einen einzigen Mann vcrme rt wurde. Heblnßlxcv üge ich hin u, mein Fürst, daß unFere Behörden memgls dre Absicht
atien, die ommunikationcn des Fursienihumß nach außen hin zu de-
belligen. Dies wird durch den Umstand bcwresen, daß die Kommu- nikationen ununterbrochen_fortdanern. und daß die Montenegriner in voller Freiheit und ohn? irgendwie beunruhigt zu werden, mit Spuc, Podgortzza und Scutart verkehren.
Aus dem Vorstrhenden Wird Eure Hoheit entnehmen, daß die Hohe Pforte keinerlet Mgßregeln ergriffen hatte, welcbe Montenegro deuuruhigen könnten. Wir find also überzeugt, mein Fürst, daß Sie trotz .der Infinuationen, welche darauf abzielen. Ihr ertrauen in die wohlwoaenden Gefuhle und Abfichten der Hohen Pforte zu er-