fraktion bLßLUt iß, darübék giedi eine Münchener Korrespon- pondenz in der „Donau-Zei'tung“ Aufschluß. Nach derselben beschweren sich nicht blos die liberalen Gegner iiber nichi erfiiilie Hoffnungen auf die diesmalire Landtagsssssion, sondern es gab auch innerhalb der patrioiischen Partei Pessimisten genug, „die mit dem Gange dsr Dinge innerhalb der Fraktion durchaus nicht zufrieden find, allein um der Eintracht wiilcn mit dem Gros gingen, um den Gegnern nicht noch mehr Blößen zu geben. In den Kiudfißungen der [eßtercn Zeit wurden oft harte Worte gewechselt, und namentlirh dir anfängliche Neigung des Referenten für den KultUSeiat zur Anfbefferung der Lehrergehalie hat im Klub seiyrheftige Scenen drrvorgeruftn, so daßdas ganze Projekt "mußte faUen gelassen werdrn.“ „In der That, bemerkt die „Allg. Ztg.“, Hat der Referent, Hr. Abg. Domkapitular_1)r. Schmid, seine Anträge zu Gunsten der Leizrer iin AUSWUH selbst faUen gelassen, Weil “er die Zustimmung seiner Freunde zu denselben "nichr erlaiigen konnte; die liberalen Ausschußmitglieder härten _“jene Anträge frendigst “unterstüßr und auch die Vertreter der Staawregierung densexhen zugestimmi. Noch sieht freilich die .Besthlußfaffung der Kammer aus, aliein es steht zu bezweichn, _.ob die dermakige MeHrheit derselben anders als die Ausschuß- 7mchrHeit Wiirsn wird. Die Erhaltung der Einiracht in der Fraktion, dieÜch so gern die patriotische nennt, wird unsern Volks- “schuliehrern *iheuer zu stehen kommen.“
- 153. Juli. “.Der Kronprinz von Itakien und seine *Gemahiin smd hente Morgens nach Dresden abgereist. _ ??Der Antrag des “ReichSraths v. Bomhard auf Gewährung von "210 «Fé- TheuerungSzulag-r für die BeamT-zn ist vom ?Findanzaussch-nß der Kammer der Reichsräthe abgelehnt “wor en.
. _ 13.Iuli. In der 11. Abtheilung der Kammer der Ab- »-geordneien hat die Ultramoniane Mehrheit aestern Abend?- nach mehr- ftündiger “Debatte beschlossen, daß auch die Wahlen des Wahl- kreises Würzburg [. kasswt werden sollen, zwar nicht aus den ,von den ?Reklamanten angefiihrten Gründen, die nicht erwiesen wurden, sondern wegen angeblich ungeseßiicher Einihrilung der Urwahlbezirke, “obwohl die 'Eintheilung in der Hauptsache die- selbe men wie 'srit dem Bestehen des Wabigeseßes, ohne jemals angefochren zu werden. Abg. Langlois hat über die Würz- burger Wahl drr Kammer einen schriftlichen Bericht zu erstatten.
Baden. Karlsruhe, 13. Juli. Der Großherzog ist gestern Abend, von Baden kommend, in KarlSruhe eingetroffen und heute früh nach Schloß Mainau abgereist.
_ In »der gestrigen Sitzung der Zweiten Kammer wurde Über die Abänderung der Ersten Kammer in dem Ober- Rechnungskammer-Geseß _ die Verwerfung der Ein- holung des Gutachtens des siändischen Ausschusses bei der Er- nennung des “Präsidenten durch den Großherzog _ berathen. Die Kammertrat dem Besckxluffe der Ersten Kammer bei, um das GeseZ .zu “ermöglichen, sprach aber den Wunsch zu Protokoll
«aus, daß bei-der demnächftigen VerfassungSreviswn dem Anfrage Folge gegeben werde.
_ In 'der heutigen Sißung der Ersten Kammer wurde
“' 'das Mil-itä-rwittwen-Geseß nach den neuesten Vorichliigen
der Zweiten Kammer genehmigt. _ Die Verwaliungs-Räthe der badischen Privat-Eisenbahnen hatten fick) nach dem Vorgange der HeideL-berg- Speierer BahngeseUschafi an beide Kammern gewendet Umßestfteünng biUigcrer Grundsäße bei Betrieböabreék]: nungen mit der Generalidrektion. Da aber die Regierung er- klärte, daßxdie gegenwärtigen Grundsätze auch in Zukxxnft Gel- tung hätten, -so gingen heute beideKammern darüber zur Tages- ordnung iiber. „Auch der von der Zweiten Kammer vorgeschlagene GeseßentwurfüberVereinfachung .der Wahlordnung warde «in der Erftsn Kammer anßandslos genehmigt. _ 14. Juli. Die „Karlsr. 3.“ veröffentlicht heute die ---amtliche Bakanntmachung, daß die Ständeversammlung ;morgen den 15. geschlossen wird.
Hessen. Darmstadt, 13. Iuii. (Frkf. I.) Nach der .Reichs-GeMrber-rdnnngfolien Streitigkeiten dcr (Hervorb- treibenden mit ihren Gesellen, Gehülfrn odrr Lehrlingen, die fick) anf den Antritt, dic Forticßung odcr Anfhcbun.) des Arbeits- oderLeHrvcrhältniffes, auf die gegenieiiigcn Leistungen, die Zeugnisse gc. brziehen, Wenn für diese Streitigkeiten im ein- zelnen Bundesstaat nicht etwa besondere Behörden bestehen, *von den „Gwneindebchörden“ entschieden Werden. Der Miß- stand, daß für das bei diesen Entscheidungen einzuhaltende Ver- fahren keinerlei reichsgesetzliche Vorschrift besteht, indem ein hiernuf bezüglichechseßentivurf vom Reichstag abgelehnt warde, ndthtgt nunmehr die ezinzelnrn Bundesstaaten zum selbständigen ,Vorzehen, und insbejondere hat die hesfiick)? Regierung in der “fraglrrHen Richtung Abhiilfe in ZWciter Kammer zugesagt.
Oesterreich-Ungarn. Wien., 13. Juli. Die „Presse“ fjrhreibt: „Daß Uns zuerß gemeldete, aus Süddalmatien und „zwar an?), slavisckzer Quelle stammende Gerücht, daß der Hafen „zoon Klek forian während der Kriegsdauer den Türken ver- -s-ch1os srn sem soli, wurde vielfach Und auch von uns ange- zweifelt. Heute findet dasselbe in einer uus neuerdings aus Ra- gui'q' zugehenden Meldrmg nnn-drsch seine Besiäiigung und seine Erklarung. Es folien Verfügungen getroffen sein, nicht blos Klek, son“dern_auch die Burhten von Carraro zu schließen Und uberhanpt langs des ganzen dalmatinischen Lütorals jede-
quuhr von Streitkräften, Munition, Waffen und Kriegskontre- Hande welcher Art inxmer und für welchen der kriegführenden Theile immer zu verhindern. Es wäre das eine praktische Kon- ffeguenz dcs „acceptirten Prinzips der Nicht-Jnterévention und avurde -Montenegro und seinen herzeZowinischen Heerbann ebenso
Horühre'n, wie die Pforte. An er Festlandgrenze ist die .:Durchqurung dieser Absperrung bekanntlich insbesondere gegen- :ubor Serbien mir größter Strenge bereits durchgeführt.“
_ Ueber die Bankfrage wurde kürzlich gemeldet, daß Idi? Fachreferenten «von beiden Seiten ]e ein Bankstarut ausgear- '.Yextet haben, welches abweichende Beßémmun en enthält, bezüg- l_:ch deren Ft zwisehen den beiden Finanz: inistern Verhand- nungen gep, agen werden. Wie nun weiter gemeldet wird, wer- den auch_mit den Leitern der Nationalbank die Verhandlungen in der nachften Woche aufgenommen werden. „
_ Der thschafter Graf Wimpffen hatfich von Rom direkt nacHParis begeben, um dort seine Beglaubigungsschreiden zu überreichen.
InWbruck, 13. Juli. Der „N. fr. Presse“ wird von hier gemeldex, daß man hier dieEink-erufung des Tiroler Land- tags fur d'le zweite Halfte des Monats August erwartet. Der Zweck dieser Embernfunß, ist die Erledigung jener Angelegen- heiten, welehe im Marz teses Jahres wegen der bekannten De- monstration der klerikalen Majorität nicht zum AuStrag ge- langen konnten. ,
Pest, 13. Zuii. Bekanntlicl; rirkuliri schon seit geran- mer Zeit die N9chr1cht, daß der Handels-Minifter B. Si- monyi zu dermsftoniren enischioffen sei. Ein hiesiger Be- richterstatter der „Pol. Corr.“ Hatte unlängsi, an jene Nachricht anknüpfend, «meldet, daß Simonyi geneigt wäre, von seinem Vorhaben ndzustehen, wenn der in Wien vereinbarte AUSgl-sich
mung im „Sinne einer derartigen Beschränkung der Ver- tragsdauer geltend mache. respondenz angedeutet, daß diese Bewegung nicht so ganz aus- sichtslds sei, da eine Zerspliticrnng des gegenwäriigen Kabinets bedenklich wäre, KommunikationS-Minisicr Prehn aber bezüglich des AuSgleicizrs ganz die Ansichten seines Kollegen Simonyi theils. AUedem geßenüber erklärt nun „Hon“, daß der Rücktritt Simo- mzi's aUerdings sehr wahrscheinlich sei, jedoch auf rein persön- liche Motive zurückzuführen und somit ohne politiscße Bedeutung sein werde; die Kombination bezüglich seines eventuellen Ver- bleibens im Amte sei unbegründet. Was Minister Pechg betrifft, so erinnert „Hon“ an die Rede, mit welcher der Minister im Klub der liberalen Partei für den Wiener Auggleick; einge- treren iß. Bezüglich der Gerüchte von der beabfichtigien Ver- theilung des Handels-Minisieriums zwischen Minister-Präfidium, dem Ministerium des Innern, des Handels und des Unterrichts sagt dasselbe Blatt, daß hievon Wahl in den kompetenten Kreisen die Rede war, doch sei dies noch kein Plan, der zudem nur durch ein Geseß verwirklicht werden könnte.
_ Nach dem „Kelet Nepe“ ist zwischen Rumänien und der Türkei sowohl betreffs der Neutralisirung der Donau eine Vereinbarung, als auch zwischen beiden Staaten eine vol]- siändige Konvention geschlo-ffen worden, in welchcr Rn- mänien verspricht, während des Kriegeé neutral zu bleiben.
Agram, 13. Iuii. In der heutigen Landtagssißnng
tärgrenze und sagte, das einzige Hindernis; derselben seien die Deutschen und Magyaren.
Schtveiz. Bern, 12. Juli. Die Konsekration des Bischofs der christkatholischen Kirche in der Schweiz wird am 20 August zu Rheinfelden durch den Bischof Reinkens vorge- nommen werden. _ Der hiefige spanische Gesandtex, Vi- comte de Manzanera, hat dem VundeSratk) offiziell gemeldet, daß seine Regierung demnächst ihre diplomatische Vertretung bei der Eidgenoffenschaft aufheben wird.
Niederlande. Amsterdam, 14. Juli. (W. T, V.) Die Nachricht, daß das DemissioUSgesuch des gesammten Ministeriums von dem Könige nichr angenommen werde, bestätigt fick); nichtsdestoweniger dürften aber dennoch ein oder zwei Minister aus dem Kabinen: ausscheiden.
Großbritannien und Irland. London, 14. Juli. (W. T. B.) Die eine der Dcputationen, welche heute vom Grafen Derbi) empfangen wurden, wurde von John Bright gefiihrt. Derselbe überreiohie eine Denkschrift, welche von 40 Parlamenwmitglicdern und 571 anderen Persönlichkeiten aller Parteien unterzeichnet iß und fich für Aufrechterhaltung vollkommener Neutralität ausspricht. Graf Derby erklärte in seiner Antwort, daß er für eine Politik
daß die befreundeten Mächte das Ende“ des gegenwärtigen Kam- pfes beschleunigen wollten. Die überreichte Denkschrift ent- spreche durchaus seinen Anschauungen Die englische Regierung habe fich nur aus dem Grunde geweigert, dem Berliner Memorandum beizutreten, weil ste nicht geglaubt habe, daß der in dem Memorandum dargelegte Plan sich werde durchführen lassen. Die Regierung sei der Anficht gewe- sen, daß die Pforte das Memorandum nicht annehmen werde und daß ebenso auch ein großer Theil der Insurgenten dasselbe verwerfen werde. Außerdem habe die Regierung gewußt, daß das Memorandum aus einem Kompromiß hervorgegangen sei zwischen den Mächten, welche, . obWohl ste gemeinschaftlich zu handeln wünschten, nicht vollständig über die einzuschlagende Politik einig wären. Die Regierung habe geglaubt, daß das Me- morandum _ zn Mißhelligkeiten geführt haben würde. Die englische Politik Werde selbst von denen gebilligt, welche sie Anfangs nicht verstanden und mit ihren Maß- nahmen nicht einverstanden gewesen waren. Was die Entsr-m- dung drr englischen Flotte nach der Besika-Bai :.nlange, so habe die Lage der Dinge in Konstantinopel vor dem Tode des Sultans Anlaß zu Befürchtunxxen gegeben und die Vertreter der fremden Mächte in Konstantinopel häxten in einer Zusammenkunft einstimmig es für wünschenswertl) erklärt, für die Nichtkombatianicn den Schutz einer bewaffneten Macht zur Verfügung zu haben. Die Initiative zu diesem Schritte sei daher von Konstantinopel und nicht von London auSgegangen. Graf Derby fuhr alsdann fort: Ich billige diesen Schritt voll- ständig und übernehme für ihn die volle Verantwortlichkcit, aber ich bemerke, daß es kein Schritt ist, welcher von England allein unternommen ist, sondern der in Uebereinsrimmung mit allen Mächten erfolgt ist.. Dieser Schritt rechtfertigt also nicht die Besorgmffe, welche man hinfichtlich unserer Politik hegte. Es ist schwer, über die Zukunft zu, urtheilen, aber ich glaube, daß„es sehr unwahrsoheinlich ist, daß ein allge- meiner enropaischer Krieg sich aus den Ereignissen,“ welche jexxt innerhalb der Grenzen des türkisckzen Reiches vorgehen, entwickeln wird. (Lebhafter BeifaU.) Ich sehe nicht den Punkt, von dem aus der Krieg kommen könnte. Bei der Besprechung der Lage
haltung geboten. aber es ist ohne Weiteres erfichtTich, daß Fran]!- reich und Italien aus finanziellen und anderen Gründen gänzlich abgeneigt find, irgend einen Schritt zu thun. welcher allgemeine Störungen herbeiführen könnte, Es ist wohl bekannt, daß die deutsche Regierung und, wie ich glaube, auch das deutsche Volk kein direktes Interesse an den orientalischen Angelegenheiten aben und diese Frage mit geringerem Interesse ansehen, als die ubrigen Länder Europas an ihr nehmen. Ich glaube, sie be- trachten sie nur aus dem Geficht-öpunkt und in oweit, als durch dieselbe Verwickclungen in anderen Theilen ropas herbei- geführt werden könnten. Es bleir-en noch England, Oeßerreicl) und Rußland. Was England anlangt, fo giebt es Niemand in diesem Lande, Welcher nicht einen europäischen Krieg als das rößte Unglück betrachten würde. Oefterreich hat eine besondere osition und cigenthümliche Schwierigkeiten. Das dualistische Syßem in seiner Verwaltung, welches in seiner Lage ohne Zweifel nothwendig ist, .berxitet einer unternehmen- den aggresswen Politik größere Schwierigkeiten, als es sonst der Fall sein würde. Oesterreich hat in seinen Staaten ckzahlreiche verschiedene Stämme, deren Nu regung ebenso gefährli ; für die Sicherheit Oesterreichs wie für ie der Türkei ist. Man kann daher sicher sein, daß Oefterreich aus Gründen seines eigenen
Interesses, wenn es nicht andere hat, auf keine Störung des '
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nur auf fünf Jahre grsckzloffen würde, und daß M] in nngarisckzen politischen Kreisen eine beachtenswerthe Strö-
Auch wurde in jener Pester Kor-
interpellirte Makanec wegen der Einverieibung der Mili-
der vollkommensten Neutralität sei, ausgenommen in dem Falle„
und der Tendenzen der auswärtigen Regierungen ist Zurück- .
' Friedens anSgehen wird, Was Rußkand anlangt, so giebt es unter einem großen Theile der russischen Bevölkerung sehr starke Sympathien für die Insurgenien in der Türkei. Es giebt dort sogar eine mächtige Partei, welche die Er- richtung cines mächiigen und einftnßreickgen Slawen- reiches unter russischer Leitung wünscht. Aber es ist ein Unterschied, ob eine Partei existirt und mächtig ist, oder ob sie die Macht zu handeln in der Hand hat und wenn es eine sichere Thatsaäx in der Welt giebt, so ist es die, daß der Kaiser von Rußland, von dessen Willen und persönlicher Entscheidung. mehr abhängt, als von der irgend eines anderen Menschen, ein auf- richtiger Freund des Friedens ist. (BeifaU.) Außerdem giebt es noch andere Griinde, wie z. B. die Finanzlage, die central- asiatischen Angelegenheiten und mehrere andere Ursachen, die nicht nöthig smd zu erwähnen, welche eine aggressive russische Politik im gegenwärtigen Augenblicke den Intereffen des rusfischen Reiches durchaus nicht enifprechend erscheinen lassen.. Graf Derby erwähnte zum Beweise deffen die Thatsache, daß in Reichstadt zwischen den Kaisern von Rußland und Oesterreich das Einvernehmen hergesteÜt worden sei auf der Basis der absoluten und strengen Nickztintervention, so lange der gegenwärtige Kampf dauert. Diese Basis der Nichtintervention, der die englische Regierung zugestimmt habe, schließe nicht aus, daß man fich bemühe, ein gutes Ergebniß herbeizuführen und eine Vermittelung anzustreben, aber es sei bei dieser Abmachung ausdrücklich die Bedingung hinzugefügt worden, daß, wenn diese Mediation versucht wird, fie in Ueber- einfiimmung mit allen europäischen Mächten erfolgen wird, (Beifall.) Die Nichtintervention bedeute nicht Gleichgültigkeit. Die Erklärung der absoluten Nichtintervention für alle Fälke wurde einer Proklamirung der internationalen Anarckzie gieich kommen. Diese sei aber weder der Friede, noch der Fortschritt.
Derbi] schloß sodann: Wir haben das Mögliche gethan, um den Ausbruch des Krieges zu verhindern, und wir werden jeht unser Bestes thun, um denselben innerhalb fester Grenzen abzu- schließen. Pian darf hoffen, daß man dieses Ziel erreichen wird. Oh das iurktsche Reich aus inneren Gründen im Stadium des- Niedergang'es ist, das ist eine Frage, Über die ich mich nicht aus- sprechen wxll, gber wenn es der Fall wäre, so würde der Bei- ftand dsr auSwartigen Mächte kein Heilmittel dagegen sein. Wir haben dem kranken Manne unseren Schuß zugesagt gegen Jeden, der_ ihm nach dem Leben trachtet, aber wir können ihn nicht schuhen gegen Selbstmord oder gegen den naiiirlichen Tod. Wir werden im gegenwärtigen Kriege nicht interveniren und mir werden auch die übrigen Mächte abmahnen, dies zu thun, aber ich glaube nicht, daß unter den gegenwäriigen Um-
änden. dieses nothwendig fein wird. Wenn fich die Gelegenheit einer Mediation bieten wird, was nicht unwahrscheinlich ist, 9 werden wir sehr gern die Gelegenheit dazu ergreifen und werden, indem wir uns die Freiheit und Unabhängigkeit des Handelns vorbehalten, mit ebenso viel Nachdruck als die iibrigen Machte, mit denen wir gemeinsckzafilich gehandelt haben, zur Befestigung des allgemeinen Einvernehmens unter den großen europäischen Mächten beitragen. Diese's Einvernehmen ift die beste und sicherste Garantie des Friedens. (Großer Beifall).
Brighi sprach darauf dem Grafen Derby seinen Bank aus und bemerkte, er glaube, daß das ganze Land durch die gegebenen *:?lufklärungen befriedigt sein werde.
Frankreich. Paris, 13. Juli. Graf Wimpffen; der neue öfterreichisch-ungarische Botschafter, isi gestern hier eingetroffen und hai heute“ sofort bei den Fürsten Orlow und Hohenlohe Besuch gemacht.
_ Der „Tempß“ erklärt das Gerücht, England sei Frankreich und Italien um freien Durchzug für Truppen ange- gangen, die es nach Aegypten senden wolle, *“ für unbegründet. EH sei ein diplomatischer Gebrauch Englands, diese Mächte jährlich durch eine Note über den zwischen England und Indien üatifindenden Truppenwechsel in Kenntniß zu seßen.
_ Der Ober-Handelsrath, welcher gegenwärtig unter dem Vorfiße des Handels-Ministers, Teifferenc de Bort, über die Erneuerung der HandelSverträge berätb, nahm in seiner drit1xen Sißung mehrere wichtige Berichte, zunächst einen sol- chen des Herrn Ferdinand Raoul Duval über die Baum- wollen-Induftrie, entgegen. Schon der alte Tarif hatte den Baumwollen, welche direkt vom ErzeugnngWrte eingeführt wer- den, die Zollfreiheit zugestanden und der Handelsvertrag von 1860 hatte diese Zollfreihcit auch auf die indischen Baumwollen ohns Unterschied der Einführungsart aus;;edehnt. Der Ans- schuß empfiehlt, es hierbei auch künftig bewenden zu lassen. Ein zweiter Bericht des Herrn Ferdinand Raoul Duval han- delt von der Leinen- und Hanf-Indußrie. Der Berichterstatter, welcher eben die Leinendiftrikte von Lille in Frankreich und von Leeds, Dundee und Belfast in Großbritannien bereist hat, kon- ftaiirt, daß die Löhne der Arbeiter beider Geschlechter in den en - lischen Flachs: „und Hanf-Spinnereien imAllgemeinen höher sin(d, als in Frankreich," daß dort die Arbeitszeit auf 56& Stunden wöchentlich beschrankt ift, während fie in Frankreich 72 Stunden beträgt, und daß endlich dort kein Kind “unter zehn Jahren in den Fabriken zugelassen wird. Auch hier ist der Aus- schuß der Ansicht, daß der Entrepotzuschlag für die Roh- stoffe, welcher durch die Vertragötarife aufgehoben worden ift, nicht wieder hergesteUt werden soll. Hr. Balsan endlich berichtet über die Seiden- und Wolleninduftrie. Die Seiden- indußrie ist danach, Dank ihrem langjährigen Gedeihen, ihrer Kapitalskraft und der Intelligen?) und Geschicklichkeit ihres Per- ionals, durchaus in der Lage, en Kampf mit dem Auslande siegreich auSzuhalten. Während daher alle anderen GEWerbe- Industrien auf einen Zollschu15 dringen, sielit sich die Seide ent- schlossen auf den Boden des Freihandels und verlangt nicht nur keinen SchuH-, sondern auch, keinen Kompensations-Zoll. Was die Wolleninduftrie betrifft, „welche sicherlich eine der reichsten in Frankreich ist, so bieten gewrffe Zweige derselben jeder Kon- kurenz Troß, während andere noch schwer zu kämpfen haben und daher auch mehr oder weniger hohe Zölle für die aus dem Aus- lande eingeführten analogen Artikel be ehen.
In seiner gestrigen (vierten) Stßung gelangte der Ober- Handelßrath zu folgenden Resultaten: Der bisherige Zoll auf Steinkohlen, dessen Herabseßung, ja selbst gänzliche Abschaffung von einigen Mitgliedern des Ausschusses beantragt worden war, wird beibehalten, deSgleichen der Zvi! auf Mineralöle. Während für das Rigime der Einfuhr von Gold, Silber und Aluminium keinerlei Anordnungen vorgeschlagen wurden, gab der Eisen- zoll zu einer langen und„lebhaften Debatte Anlaß, die mit der Beibehaltung des gegenwartigen Tarifs von 6 Frs. für 100 Kilogramm Eisen endete. Die Zölle auf Stahl wurden hin- gegen von 9 auf 6 Frs. für alle Arten von Schienen und von
-=11 Frs. 50 auf 9 Frs. fiir die Bleche herabgesxtzt. Die Fabri-
kation des unter dem Namen „Bessemer-Stahl“ bekannten Coke- Stahks ist übrigens in sietem Wachsen begriffen, im Jahre 1873
wurden 15,000 Tonnen BesLemer-Stahl geiieferi, ciwa zwanzig Mal mehr als wenige Ia re znrwr. EM Ariirag"“des Hrrrn Revcrciwn auf Erhöhung dss bisherigen Zolls fur Nahmaschmen von 6 auf 12 Tires. per 100 Kilograinm wurde nicht angenom- men, sondern 'der bisherige Tarif beidehalten. In BFrrff der aus Sieinkohleneffenz bereiteten Farbstoffe, nne, „lltzarin, Quiiin u. a. m., entscksed fiel; der Ober-Handelörail) nn Hinblick auf die immer wichtigere RolieUdie' fie m der Industrie zu fpielen befiimmt smd, für ihre ganzlickze Entlastung von alien Eingnngggibühren. . Versailles, 14. Juli. (W. T. V.) In der heutigen Sirunq der Depuiirrenkammer drantragie Gamdetta, indém Zr fick] die auf die Untersuchung nber "die WSW“ Mans bezügiicixen Fragen vorbehieli, den Bericht uber dtc„Crgebniffe dieser Untersuchung dem Kultus-Mmtstcxr Dufnure zu uberweisrn. Nachdem fick) leßterer mit der Ueberweisung einverstanden erkiart harte, wurde dieselbe von dem Hanse genehmigt. Der Deputirte Germain Caffe zog htxran seine gestern angemeldete Inier- peUatidn zuriiék. Im weiteren'Verlaufe _der SUZUKI wurde der Geseßentwurf, betreffend die internationale Ausstellung im Jahre 1878 einstimrmg angenommen.
Rtnlien. Rom, 13. Iuii. (Ital. Nachr.) Die In- terpxllation, welche der Graf Mnmmm gestrrn, nn Senaie an den Chef des Auswnrttgen Amts gerichtet heit, bewegte fich hauptsächlich um die Fragen: Glaubt der Herr Minister, daß die Mächte, welche ' den Pariser Vertrag unterzeichnet haben, fich über wirksame Mittel versinndtgt haben, um den im Orient auSgebrochenen Krieg zu lcxkaltsiren und sem Endresultat in gewissen Grenzen zu halten. Der Chef "des Aus- wäriigen Amtes entgegnete darauf, daß .die Großmachte, welche den Pariser Vertrag unterzeichnet haben,. sobald sie. erkannten, daß die Ereignisse im Orient ernste Verwnkelnngen m Aussrrht stellten, *sich dahin zu verständigen_gesncht haben, daß xs LM Orient nicht zum Kriege kommen mochte, oder daß wenigstens im iibrigen Europa der Frieden erhaltxn bliebe. Man suchre die türkiiche Regierung und die von Serbien, und Montenegro durch gütlickze Vorstellungen zu einern AuSgl-eiche zu beivegen. „Aber vergeblich; die Unzufriedenheit war zu. hoch gestiegen; und so kam es zum Blutvergießen an der Drina und Morawa.
“ Wenn es aber nicht gelang, den Ausdruck) des Krieges zu verhin-
dern, so ist es wenigstens gelungen, ihn. zu lokaiifirrn. Lille Grqß- möchte erkennen das Nichrintervention5pr1nz1p an, UUd'lck) habe, fuhr der Redner fort, eine Oepeschr erhalten, wonach'die Kais er von Rußland und Oesterreich bei ihrer Zusirmnienkunft m thch- stadi von Neuem gelobt haben, diesemPrmzipe treu zu bletdsn. Was das Endresultat des Kriegs betrifft, „so find die Großmächte dariiber einverstanden, daß die rechtliche Stellmig Serbiens und Moniencgros znr Pforte durch den Sieg der türkischen Waffen nicbt verschlimmert werden kann. Und was die Aus- 1egung betrifft, welche die italienische Regierung dem Paris er Vertrag giebt, fo respektirifie die der Türkeidadurch zuerkannten Rechte und wird dieser Politik stets treu bleiben, indem sie da- mit ihre Pflicht zu thun und den Vrifall des Lan- des, zu verdienen glaubt. _ Der Senator RaSponi fragte darauf, nachdem er anerkannt hatte, daß die Erklärungen des Ministers über die von der italienisohen Regierung im Oriente befolgte Politik vollkommen befriedigend sind, ob Italien und die anderen Großmächte wegen der Grausamkeiten, die von den türkischen Truppen in Bulgarien gegen Frauen und Kin- der verübt worden sein soUen, keine Schritte bei der türkischen Regierung gethan haben. Hierauf entgegnete Herr Mclegari, die Regierung habe einsickxisvolle und tüchtige Veiireier im Orient, die ihr tagtäglich über alles berichten, was dort vorfalle, iiber die vom Vorredner erwähnten Grausamkeiten haben sie aber nich2s berichtet. Nachdem auch der Graf Mamiani dem Minister für die von ihm ertheilte Auskunft gedankt hatte, fragte err noch, ob die Großmächte keine Schri1te gethan härten, um die Wirkungen des Krieges zu mildern, damit er in keinen Vertikgungskrieg anzZarte, worauf Herr Melegari entgegnete, daß dies Bestreben Gegenstand aUer Untsrhandlungen gewesen ift, welche von den Regierungen über die Verwickelungen im Orient gepflogen worden smd.
_ Der Senat trat am 11. d. Mis. in die Verhand- lung des die „punti franchi“ (Freihäfen) betreffenden Geießeniirurfs. Dcr Berichterstatter theilte mit, daß dem CentralauSschnffe von Seiten vieler Handelskammern und Ge- meindevorßände Petitionen für und gegen die Vorlage zugekom- men sind. ierauf erklärte der Senator Spinola, weicher aliein im Ceniralauss uffe die Vorlage verWeidigt und die vorgeschlagene Tageöordnung bekämpft hat, für ihn bestehe die gefürchtete Echmuggelei nicht und sie könne sich ohne Miihülfe der Zollbeamten nirgends zeigen. Sollten aber der Staats- kaffe aus den punti franchi wirklich einige Nachtheile erwachsen, so verschwinden diese gegen die großen Vortheile, welche jene dem Handel und der Schiffahrt bringen würden. Das; die punti franchi der Entwickelung der Landesindustric nicnt nachtheilig werden, dafür sprächen die Erfahrungen aus den Zeiten der Freihäfen, welche den Aufschwung der in- ländischen Fabrikaiion eher befördert als gehemmt hätten. Nachdem der Redner noch andere Gründe zu Gunsten der Vor- lage angeführt Hatte, empfahl er der Versammlung die Annahme derselben. Auch der Senator Vacca vertheidigte den Geseß- entwurf aus kommerziellen, finanzieüen und politischen Gründen und sagte unter Anderm, es *sei ebenso erwiesene wie traurige Thatsache, daß viele Schiffe mit ihren Ladungen zum Nachtheile von Venedig und Genua in Marseille und Triest einlaufen, weil 'die französische und österreichische Zollgesexxgebung ihnen Vortheile vor der italienischen gewähre. Die An- nahme der Vorlage würde diesem Uebelftande abhelfen und nicht““. allein diesen Hafenstädten, sondern dem Handel und der Schiffahrt des ganzen Landes zu Gute kommen. Aber auch aus anderi'n Gründen empfahi der Redner die Annahme des Geseßentwmkfs. Der Senator de Cesare suchte dagegen nach- zuweisen, daß die punti franchi. die Entwickelung der Landes- mdusirie in demselben Grade hemmen, wie sie die des Aus- landes befördikrn würde, und daß ihre Einrichtung vom Standpunkte jmlienischer ZoUgesengbung aus betrachtet, wider- sMmg, von dem der Finanzen gefährlich, und von dem der Verwaltung störend wäre. Dagegen suchte der Sennior AiIengo die Unbegründctheit dieser Be- hauptungen nachzu weisen“ denn da das italienische vom Jahre 1862 datirend.? Zo reglement sich mit dem Freihafen- syßem vertrageniabe, Fo würde es noch viel leichter mit der Ein- ÜchUU19 VM bloßen punti franchi verträglich sein. Auch sei es nicht wahr, daß die punti franchi ein Privileg wären, denn sie kamen nicht nur einigen Städten oder einem Stande, sondern dym Janßen Lande zu Gute. Daß sie aber die Schmu gelei _nicht bcgunstigen, beweise der Umstand, daß die ZolXeinna men m Genua und andern Städten, di? früher Fceihäfen besessen
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hätten, nach AbsÖaffung dersslben nicht gefiiegen, sondern viel- mehr gefallen find. Und daß sie fiir die Eniwicklung der Landes- industrie nicht für gefährlich zu erachten seien, bewiesen die Unter- schriften der Jndustrielien Venedigs, rvclche die Petition zu Gunsten der Vorlage mit unterzeichnet haben.
_ 15. Juli. (W. T. B.) In der gestrigen Siiznng drs Senates vcrtheidigtc der Minister-Präsident Depretis den Geseßentwurfxüber die Errichtung von Freihäfen in den Scestädten, indem-Ner erklärte, das Ministerium müffa, im Falle der Entwurf abgelehnt werden soUte, die im Jniereffedes Landes nothwendigen Verfügungen treffen; der Entwurf bilde einen Theil des ministeriellen Programms. Bei der geheimen Abstim- mung wurden 67 Stimmen für und 67 gegen den Geseßentwurf abgegeben. Bri der zweiten Abstimmung stimmten 66 Senatoren dafiir und 66 dagegen, wodurch das Grseß abgelehnt_ wurde Mehrere Senatoren protestirten nnd erklärtm die Abstimmung für Ungültig.
Türkei. Die heute vorliegenden Depeschen vom Kriegsschauplaße melden: .
Konstantinopel, 15. Juli. (W. T. V.) Die österrei- chisch-ungarische Regierung hat der Pforte mitgetheilt, daß sie den Hafen von Kiek geschlossen * habe; Die ägyptischen Truppen find hierselbst angekommen. _ (Ein Telegramm dec; Gouverneurs von BoSnien meldet, daß die Türken bei Sucsanicza (?ck bei eribazar gcsiegt haben. Ebenso errang Selim Pascha cinen bedeuienden Sieg über die Mon- tenegriner zwischen Gaczko und Nevesinje und stellte die Verbindnng mit den Truppen in Nevefinje her.
Bcigrad, 14. Juli. (W. T. B.) Der Regierung ist vom Kricgsickmnplaize iiolgende Meldung zugegangen: Die isir- kischenNachrichien auISrrachoiibcr dieKc'impfe dci Nowi- bazar entbehrsn der Begründung. Antics steht vrrsthanzt vor Novidazar. Sodann wird in der Meldung behauptet, daß die Serben fast iiberall anf tiirkischemGebictr ständsn, wädrend die Türken auf keinem Pimkie in das serbiichc Gebicr einge- drungen wären.
_ Nach über Ragusa eingegangenen Nachrichten Hat die montenegrinische chiptarmee am 11. d. M. Zrnica (süd- lich nicht weit von Gaczko oder Metockzia) in der Herzegowina und zwei andere befestigte Orte gegen geringen Widerstand der türkischen Truppen erobert und 2 Kanonen sowie Waffen er- beutet, während detachirte Corps Newesinje und den Hafen von Klek beseßten. _ Bei Muritji (westlich vom Scutari See) haben die Montenegriner mit einem Verlust von 400 Mann ein türkisches Corps zurückgeschlagen. Die Verluste der Türken find nicht bekannt. Moukthar Pascha ist am 12. mit seiner Armee aus BoSnien in Mostar eingerückt.
_ Einem Telegramm der „T). A.C.“ aus Belgrad vom 15. Juli, 7 Uhr 10 Minuten Morgens zufolge, hielte L es chjan in mit 20,000 Mann Widdin engcernirt. Zu seiner Unterstützung wäre ein Corps von 10,000 Mann ausxxerüstet. Bilagerungs- gesckxüß größten Kalibers ginge nach Widdin ab.
_ Aus Widdin wird der „Köln. Ztg.“ Über Pest unter dem 13. berichtet: Auf morgen erwartet man den Uebergang Fazil Paschas über den unteren Timok. Diesseits des Timoks stehen keine Srrbrn. Die türkischen Truppen in Sofia erwarten Verstärkung um dann die Operationen um Risch zu beginnen.
_ Der „Pol. Corr.“ wird aus Konstantinopel unter dem 7. Juli u. A. geschrieben: Die Feindseligkeiten bei Widdin so- wie auf der ganzen Linie haben am leßtverflossenen Sonntag begonnen. Das Widdinrr Armee-Corps wird vom Divifions- General OZman Pascha befehligt, welcher, ein Zögling der hiefigen Militärschule, noch vor Absolvirnng derselben während des Krimkrieges als Lieutenant *in die Armee eingetdeilk wurde. Später focht er in Kreta, in Syrien und zuleßt gegen die aufständischen Nomaden in Yemen. Er ist ein Mann; von 48 Jahren. Er dürfte in diesem Momente über 17,000 Mann verfügen und seine hervorragendsteThat war die Erstürmung des von den Serben hartnäckig veriheidigten JHVor. Dieser Kampf soli“ nnch türkischen Behauptungen den Serben 2000 Tadic nnd Verwundete gekostet haben. Ueber die eigenen Verluste fehlen in den türkischen Berichten die Angaben. Nach- dem OSMan Puscha eine von den Serben zerstörte Timok-Brücke wieder Hergestellt hatte, griff er am 4. Iulineuerdings die Serben an. Seit dieser Meldung ist keine Nachricht über den Erfolg des wieder aufgenommenen iiirkischen Angriffes hierher gelangt.
Gleichzeitig mit diesen Vorfällen am Timok find die Ser- ben im Wrsten von Mises; gegen Miramar auf der einen und über Ak-Palanka gegen Chehrikenj auf der anderen Seite in der Gesammtstärke von 25,000 Mann in der Absicht vorgedrungen, das Hauptquartier Achmed Eyoub Paschas in Nis-h zu Umgehen und ihm die Verbindungen mit den Armee-
* Corps von Widdin und Novibazar abzuschneiden. Die offiziellen
türkisxhen Bulietins meldeten, daß die Serben auf allen diesen genannten Punkten zurückgeworfen und nach Serbien verfolgt worden seien. Dem betreffenden BuÜetin lag eine Meldung des Subgouverneurs von Urlub zu Grunde.
Die KriegSUorbereitungen werden sehr eifrig fort- geseßt. Im Laufe dieser Woche allein hat die Eisenbahn 25 Bataillone und 10 Baiterien nach Sophia befördert. In dieser Stadt und ihrer Umgebung wird eine Reserve-Llrmec von 40,000 Mann gebildet. Daß der Sultan eine Proklama- tion an die mohamedanischen BoSniaken gerichtet habe, worin er fie unter Berufung auf ihre traditioneUe Tapfer- keit zur Bewaffnung und Vertheidigung des Vaterlandes auf- ruft, ist bereits gemeldet worden. Serbien und Montenegro werden somit nicht blos mit regulären Truppen, sondern auch mit zahlreichen Schaaren von Albanesen, Tscherkeffen, Zigeunern, Pomaks u. s. w. zu kämpfen haben.
Zum Kommandanten aller dieser Irrrgulären ist der
Derwisch Pascha zur Uebernahme des Kommandos gegen die
Aufstand in der Herzegowina ausbrach. Der Serdar Ekrem Abdul Kerim Pascha ist gestern, begleitet von einem zahl- reichen Generalßabe, nach Risch abgegangen, Er nimmt einen in mehreren Berattzungen im Seraskierate festgestellten Opera.- tion6plan mit. Für das Publikum ist die telegraphische Kor- respondenz mit Nisck; und Widdin eingestellt.
_ Von ihrem Spezial-Korrespondenten in Konstanti- nopel erhält die „Presse“ unter dem 7. Juli einen Bericht, dem wir Folgendes entnehmen: '
,Die Siegeönachrichten der leßten Wochen haben hier die freudigsten Hoffnungen erweckt; zahlreiche Freiwillige, darunter 1000 Softas, melden sich zum Eintritte in den Kampf.
Sammlungen werden aüenthaidcn eingeleitet, um der Re- gierung in der gegenwärtigen schwierigen Lage zu Hulfe zu
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kommen. Am eifrigsten sollen diese Sammlungen in der
Donauprovinz und im Vilajet Bagdad bcirieven werdcn.
trieben.
Z dicses _ “zugsbefcbl. weil er die fnl1che
Die Nachsendungen neuer Truppen und" Kriegs- materials nach dem Kriegsschauplaße werden unablassig be- Gestern reiste der zum Kommandanten der alba- nefisckzen und ischerkessischen Freiwiüigen ernannte Abdi Pascha, früher Polizei-Minifter und selbst von tsckzerkessiscknr Herkunfi, mit 15,000 Hinterladern nach Scntari ab, um ,die dortigen Freiwilligen damit zu bewaffnen. Der Kriech-Minxster Abdul Kerim Pascha ist gestern nachNisci] abgegangen, um das Oberkommando der dortigen Trnpprn zn übernrhmen. Zum Kommandanten des bei Scutari stehenden Arme:»corps wurde der von Voönien und Montenegro her bekannie Derwisch Pascha, bisher Mnschir in Monaftir, ernannt. Die türkische Regierung hat unterdessen ihren Gesandten irn Auslande eine C-irkularnote zugehen lassen, in welcher fie gegen die gänziicl) ungerechtfertigte Auflehnung Serbiens protestirt, und erklärt, daß fie weder Montenegro noch Serbien die Rechte Kriegführender zuerkenncn wolle, sondern dieselben als redeliische Provinzen betrachten miiffe.
_ Aus Belgrad, 10. Juli, liegen der „P0[.Corr.“ u. A. folgende Nachrichten vor: Es ist, als wenn eine förniiiche Waffen- ruhe auf dem Kriegsschauplaß eingetreten wäre, da Serben wie Türken wie unbeweglich auf dem früheren Punkte stehen. Daß das Corps Leschjanin am Timok, nachdem es Streifcorps bis gegen Widdin entsendet, sich troHdem nicht von der SieUe rüdri, ist begreiflich. Es hat von Hause aus keine andere als eine defensive Aufgabe zugewiesen erhalten, welche “es auch bisher ganz erfolgreich erfüllt hat. Bis zum 8. Juli hade Osm an Pascha vier vergebliche Versuche mit überlegenen Kräften ge- macht, fick) in Besiß des befestigsten Zaicar zu seßen. Jedes- mal sei er abgewiesen worden, wenn auch das Corps Leschjanin dabei empfindliche Verluste erleiden mußte. Inzwischen habe Leschjanin Verstärkungen erhalten und werde immerhin bevor- stehenden neuen, wenngleich mit vermehrten Kräften zur Aus- führung kommenden Angriffen Oswan Paickgais gewachsen sein.
Die sogenannte Idar-Nrmee des Generals Zack), Welche sich zu Offenfivbewegungen bisher als zu schWach erwiesen hat, zieht in diesem Augenblicke Verstärkungen an fich und reor- ganifirt ihren Generalstab, welcher durch die Verwundung scines Chefs Kaliniis und der meisten Offiziere starke Lücken aufweist. Sie hofft, in einigen Tagen ihre Operationen in der Richtnng gegen Nova-Varosch wieder aufnehmen zu können.
Welche Bewandtnis; es mit dem Siiüstande der so glücklich begonnenen Operationen der über 40,000 Mann starken Armee Tschernajeffs habe, sei nicht leicht zu begreifen. Daß Tschernajeff nur deshalb nicht vorrücke, weil er dir bulgarischen Freiwilligen organifirt, dnran glaubt hier Niemand. Seine Un- thätigkeit in Ak-Palanke muß strategische Gründe haben, die, wie hier angenommen wird, doch nur mit den OffenstwNniäufen des türkischen Armee-Corps von Widdin gegen die serbisckge Timok- Armee zusammenhängen können.
Was endlich das Armre-Corps des Alimpits betrifft, so. -
kämpft er hartnäckig um den Beftß von Beljina (oder Vjel'ina), was im Grunde hier nicht ganz plausibel gefunden wird, da es vielseitig fiir zweckmäßiger erachtet wird, wenn dieser Ort bei Seite gelassen und weiter vorgedrungen würde. Aus alien bis- herigen Kämpfen habe Alimpits die meisten türkischen Gefange- nen gemacht, von welchen er bisher 1400 Mann nach Schabaß und Semendria geschickt habe. ES sind meistens Jrreguläre und nur einige Offiziere darunter. AUseitig wird den Türken große Tapferkeit nachgerühmt, und ergeben fick) dieselben nicht leicht als Gefangene.
_ Ein telegraphischer Bericht des Spezial-Korrespondenten der „Presse“ aus Pan'csova, 13. Juli, lautet:
Ueber den Vormarsch gegen Ak-Palanka und den Rück zug auf Bad in a Glava erhalte ich folgenden authentifcdrn Bericht: Nach dem Treffen von Babina Glava am 3. Juli Wurde diese 'die. Straße nach Lik-Palanka und Piroi dominirendc Position von Odersi-Lieutenant Horvatevics mit sechs Bataiiioucn Infanterie reietzt, dann starke Ab- theilungen gegen Ak-Palanka und Pirot vorgcicbodcn. Die Türken [)aiien abrr die Offenstre JLJM Zailschar ergriffen und veranlaßien dadurch Tschernajeff, den beabsichtigten Vorstoß auf Piroi vorläufig zu sistiren. Noch am 3. Juli erhielt das Corvs-Kommando 'die Nacixricbt, daß die Türken die Besaßnng von Pirot verktärken, und daß fie über Belgradschik die_Vereinignng mit drr Widdiner Armee beabsichtigen. DeShalb veriuchte Tschcrnajeff die türkischen Truppen an der Nischava dnrkb Demonstrationen gegen le-Palania und Pirot festzuhalten. Obrrst Despotovics mußte mit_ zwei Bataillonen Infanterie, cincr ESkadronKaraUccie und vier Geicbußm gcgen Pirot vorrückcu und den Feind beunruhigen. Gegen Yk-Pa- lanka wurde General Stratimirovics mit__ virr Bgiatüdnrn, vier Vierpfünder - Batterien, zwei zwölfpsundigen Gesckzußeu, einem Pionnier -Bataillon, einer Eskadron entsendet. Wäbrxnd Vormarsches ertbsilte aber Tichernajcn den Ruck- ' Nachricht von drm Vox- ri'icken der Türken von Belgradscioik gegrn Pirot erhalten harte. Spat Nachts kehrte der sich zurückiebende Stratimirovicö nach Gornicr- Glama zurück. Am 4. Juli, ftuk), mußie er aber wieder den Marsch auf Ak-Pnlanka beginnen, Weil |ck) die Nachricht von drm Vorrücken der Türken aus Belgradschik als falsch erwiesen hatte. Bald darau-c kam wieder ein Befehl zum Rückzug auf Babina-Glava. Dori'mn 10 Uhr eingerückt, erhielt Stratimirovics einen dritten Befehl wieder gegen Ak-Palanka rorzurücken. Er kam um 12 Uhr mir crmudeten Truppen bei Gornia-Glava an, ließ abkocben und rückte um halb 3 Ul): No.chmitiags vorwärts. Dir Avantgarde beiiand „aus einer balken Eskadron, einem Bataillon Jnfantcrir, etxem „Zug Pionniere und zwei Vierpfündern unicr dem Komma,:ido des
apitäns Kacsanski. Sie hatte bis zur Niscbava vcxznrucken U.".d nachdem sie am rechten Ufer keinen Feind fand, be7eßte fie Ole Höhen, Welche die Straße nach Ak-Palanka dominirt. Nm!) der_M [- dung diesrr Avantgarde hatte der Feind mit dreiVataiUrnyn Nizams
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Ursprunges, ernannt worden. Nach Scutari in Aibanien ift ,! s ; mittags bei der Montenegriner defignirt. Es ist derselbe, unter welchem dsr (, _ „ ' wirkiames Feuer gegen dre
und eine Batterie Ak-Palanka beseßt und ein Bargillon in der bene zwischen der Stadt und der Niscbava in Jagergraben nn Halbkreife,
: ' “ -- ,“ b..€"t.t"- früherePolizei-MinisterAddiPascha, ein Militärtscherkesfischen ** ""t “" WWU" “" d“ Stadt gelehnt“ MM“ e" ""m""
vics zrg hierauf die .Kruschewazex Brigade an sich, ließ die Re- eroe iu Gornia - Glarner zuruck, traf _um 4 UHr Narb-
Avantgarde ein und ließ sofortßden An- Artillerie - Hauptmann L-virkics eroffnete em feindlichxn C'esckznße wie gegen die Stadt. Ein Infanterie-Bataiüon erhicli den Auftrag, die Brücke über die Nischava zu nehmen. Zwei Bataillone wurden zur Beob- achtun der Straße ßegen Pirot entsendet. Nach drittbalbstundtgrm Kamp?3 war die feindliche Baiterre dis auf ein Geschüß demonttri. Die serbische Infanterie hatte dir- Brucke genommen und die Turken bis zur Stadt gedrängt. Nun traf die Meldung ein, daß eine. starke Türkenkolonne Segen die linke Flanke des Generals Straiinnrovics vorrücke, aueh kam von Tschernaieff der Auftrag, sich in k_ein ernstes Gefecht einzulassen, da TsÖLmaje unter keiner Bedingung Unterstützung fenden könne. Hieran trat Stratimiryvics unter strengste: Ordnung den Rückzug, von den Turken ganz unbelästigi, an, was darauf schlirßcn läßt, daß diefebedeutende Verlnie erlitten. Dix; Serben hatten 60 Trdte und Verwundete.
griff eröffnen.
Der ohn des Generals Straiimirovirs focht bci Babina Glava nnd_Ak-“Z.ckalank.r mit. Die serbische Artillerie 7011 ausgc5e2chnkt 8?“