1876 / 166 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 17 Jul 1876 18:00:01 GMT) scan diff

Ermordung des Vize-Präsidenten Rameau ihren Gipfelpunkt er- reicht hatte, istvorüber. Eine provisorische Regierungiß gebildet worden und hat auf den 12.1), M. Wahlen für die De“- putirtenkammer ausgeschrieben. Leßtere hat dann ihrerseits den SeZat und beide gemeinschaftlich haben den Präfidenten zn [en.

Für das Ausland von Interesse ist dabei nur, daß mit der vorigen Regierung die Partei des Weißenhaffes unterlag. Die Herren Domingue und Rameau fanden für ihre veralteten An- schauungen selbst bei der farbigen Bevölkerung ni1xt diejenige Unterstüßung, welche die Nachtheile häjte aufwiegen können, die dem Lande daraus erwuckysen, daß die oftmals verleßte fremde Geschäftéwelt sowohl mit eigenen Unternehmungen wie auch namentlich gegenüber den finanziellen Bestrebungen der Regie- rung s1ch zurückhielt. Nach der gemachten Erfahrung darf man “hoffen, daß die nächste Regierung an*? eine gerechtere Behand- lung der Weißen bedacht sein wird.

Südamerika. Bogotéz, 16. Mai. Das Moment, welches ge- radezu eine neue Bewegung in das politische Leben des Landes hin- eingetragen hat, geht von der römischen Kirche aus. In Anlehnung (zn eine Bekämpfung des Systems religionswser Schu1en, die den Inhalt des Fastenpaftorals des hiesigen Erzbischofs bildete, erließ der Bischof von Popuyan einen Hirtenbrief, in welchem er aUe Laienschulen, d. h. die sämmtlichen Staats- und Unions- instikute als unreligiös und atheistisch verdammte, den Geistlichen, die bisher gewohnheüémäßig und gegen Remuneration aus StaatSmitteln den Religion9unterricht an den- selben ertheilt hatten, jede weitere Mitwirkung strengßens unter- sagte und alle Familienväter für die Einschulung ihrer Kinder auf solchen Anstalten mit dem Auöschluß von der Kirche bedrohte. Dem Einwande, daß dadurch dem Volke so gut wie 0110 Bél- dungswittel, eigentlich auch der Religionsunte'cricht selbst abge- schnitten würden, rveil die wenigen außerdem noch befiehenden geistlichen Kollegien sehr koßspielig und nur für Erziehung zum Priesterstande geeignet sind , begegnete er mit der Erwiderung, daß außer den Hauptstückcn dcs Katechi6mus kein Mensch etwas zu lernen brauche. Dcr Bifchof von Pasta ließ ein Cirkular in gleichem Sinne und heftigern Ausdrücken folgen und erging fich später noch in einem leidenschaftlichen Erguß gegen die Freimaurerei. Ein Liefer Riß, eine jähe Spaltung in allen geseUschaftlichen Kreisen war der nächste Erfolg dieser Publikationen. Ueberali bildet? die Geistlichkeit „katholische Vereine“, angeblich nur zu gemeinsamer Stärkung in der kirchlichen Ueberzeu- gung ihrer Mitglieder bestimmt, in Wahrheit organifirt zur Bekampfung der Liberalen und ihrer Vereine, besonders der Logen mit aUen Mitteln. Durch Predigt und Beichtstuhl, durch mündlicHe Einwixkung jeder Art, durch Erkheilung und Versagung der kirchlichen Funktionen, besonders der Sakramente, in aUen wichtigen Momenten des Privat: und Familienlebens von der Geburt bis zur Scheideslunde des Sterbenden verfolgt die ßreitende Kirche ihre nächston Ziele: die Schließung der Staats- und Privatschulen, alleinige Ueberweisung der Iugenderziehung an geistlichen Kollegien und Neubegrün- dung solcher Anstalten, Neubeskßung endlich aller aux; Volks- und Gemeindewahlen hervorgehenden Verwaktungskörper mij

* " JWÜTLU, Elementen. WÄHLEN “eG in der ersten Erregung zwi-

, schen deti“ kcfißöÜf-H'eä Vereinen und den Liberalen, dis 1103 he-

hufs nachdrücklicher Veriheidigung ihrer Rechte ebenfalls zu Ge- meinschaften verschiedentlickgerAx tzusammengetlzan haxten und uußer- dem in der StaatSregierung Anhalt fanden, bet mancher öffextjlichen Gelegenheit zu blutigen Zusammenstößen gekomme1 war, scheint die Entsendung einiger hunderk Mann 111110n§truppen von hier den feindlichen Lagern eine mehr beobachtende Stellung aufge- nöthigt zu haben, ohne daß dadurch 1101111101) der Abbruch der sozialen Beziehungen zwischsn den den entgegengeseßten Rich- tungen angehörenden GcseUsckWtskr-cis-n gehoben worden wäre. Hatte Morquero aus diesen Zwisxigkeiten "(och sogar den Haupt- grund für einen Geseßvorséylag zur Wiederbelebung des kolumbischcn Wehrsystems aus der älteren Zeit der Bürgerkriege entnommen. Ob die leßten Berichte des Staats - Präsidenten, daß die Gefahr für die öffentliche Ruhe im Cauca vorübergegangen sei, und daß sobald

» . sich der rein klerikale Charakter der Bewegung offen gezeigt hätte,

- 1selbst die Küstenliberalen (Nuüisten) davon abgegangen wären, und die Unterstützung der Oppofition allein den Konservativen überlassen hätten, auf Wahrheit beruhen, muß vo'cläufig noch abgewartet werden. Nachdem der hiafige Erzbischof, obwohl saust für einen Mann von gemäßigten Grundsäßen geltend, seinen Einfluß zur Vermittelung bei seinen heißköpfigen Suffragan- 'bischöfen aufzubieten verweigerte, Hat die UnionzZregierung zwei VertrauenSmänner in gethmer Misfion nach dem Cauca und Amioquia abgesandt, um die Augsöhnung der entzweiten Par- ieien zu versuchen. Ni 1 diese Vorgänge in einem einzelnen Staate, vielmehr der Na )haU, welchen fie in anderen volkreichen Theilen des Landes finden, richtet von Neuem die Aufme71samkeit auf die

Berlin, den 17. Juli 1876.

Auf der kürzlich in Trier abgehaltenen 33. Generalverfammlyug des Naturhistorischen Vereins der preußischen Rbetu- lande uud Westfalens besprach u. A..Oher-Berg_ratch1- bricius den am 10. März 1). J. Nachts 1111, Uhr emgctretenen Bergsturz bei der ,Stadt Caub und legte zur Veranschauli- chung der Katastrophe eine genaue Situationskarte und mehrere Photographien der Versammlung zur Einsicht vqr. Derselbe “re- Lnerkte nach der „Köln. Ztg.“: Man vermuthete mt ersten Augen- blick in diesem Bergstmz die Ablösung und den rapiden Nikdergang des unteren Theiles von den seit mehreren Jahren in niedergebendér „Bewegung befindlichen Gebivgömaffen, welche als Bergrutsch ber Can!) _in weiteren Kreisen schon bekannt geworden wgren. Es Zeigt? fich abcr bei näherer Untersuchung, daß an diesem Vergrut ch eme auffallende Veränderung nicht eingetreten war und der Vergsturz „als ein' davon unabhängiges Ereigniß angesehen werden muß Dx? Gebirgsmassen, welche in einer langsam abwärts gerichtetxn BeWeguug begriffen sind, Werden von GebirgöUüfien begrenzt, d1e_ der_arttg gegxne_inayder geneigt sind, daß auf ihnen ein abgelöstes GebtrgFstuck von keilfoxnztger Gestalt Fußt- Untérbalb des leßteren hatte sich im Laufe dex Zett cxuf dem thher als fest gehaltenen Theile des upteren Berggehanges eme Menge von Schutt gesammelt, Welcher theils von den durch den Bergsxurz fich ablösenden Felsblöckeu, theils durch Abtragung besonders gefahrliéhev:

elSmassen von dem in der Bejvegung befitxdlichen Gebirgskctle U11- tanden war. Nach mehrwöchentlicbem13efFen Regex; brach nun _m ener Nacht aus dieser Schutthalde eme affermajfe mit großer ewalt hervor, ergoß sich mit dem zunächst befindlichen Theil des Schulte? auf die unterhalb am Fuße des Berggehanges gelegene): Wohvhauser, „dxuckie diese wie ein Kartenhaus Zusammen, trieb die zusammengedrycktey The11e der oberen Stockwer e mit emem Theil des S_cbyttes m xte vyrljegende_obete Straße der Stadt und drückte noch etmge Zeßenuberlzegende Hmtergebäude von den zur Hau tstraße gehörenden ausern em. Es wurden hierbei 28 ersonen v€r chüttet, von Welchen 11.111 3 [*alx- darauf gerettet werden onnten. Die Ver- Ychültung verltcf so rapro, daß nach de_m bei den folgenden AUSJra- ungen ermittelten Befuxtd und dem arzilichen Gutachten über den

Wichtigkeit, welche die kirchliche Frage für die Zukunft dieser Völker zu beanspruchen scheint. Zunächst übertrug fich die Be- wegung auf das konservative Antioquia. Hier lieferten eben- falls die Schulen, die Presse und die Kandidatur zur näch|en Präfidentschaft ein aUSgedehntes Feld für den Hader der Parteien. Ein bemerkenSwerther Incidenzpunkt war ein neues Ghegeseß Antioquias, welches die Eingehung der Ehe selbß *der kirch- lichen Regelung je 1101!) dem Ritus der Nupturienten unterwarf und die Mitwirkung der Staatsbehörde nur für die vermögens- rechtlichen Abmachungen erforderte. Dieses Geseß wurde vom höckzßen Gerichtshof der Republik suspendirt.

In der Unterordnung der persönlichen Ueberzeugung unter die Lehren der Kirche, in der Einrichtung ihres Privat- und Familienlebens nack) kirchlichen Grundsätzen gleichen ßck) so ziem- lich alle Konservativen, und diese Anschauungen prägen mittelbar ihrem Regierungsi'yftem _ wo ein solches beßeht, einen eigen- ihümlich straffen, patriarchalisch-polizeilickzen Typus auf, eine Eigenheit, die in den Staaten ihrer Parteirickztung freilich ihre Starke und ihr Ansehen ausmacht, die aber, wenn fte je an die Lei- tung der Unionsregierung gelangten, wahrscheinlich ihre Regie- rung unhaltbar machen würde, weil dem größeren Theil der Gesammtbevölkerung ein intenfivcs und eingreifendes Verwal- tungssystem völlig unsympathisch geworden ist. Dagegen ist immerhin die Neigung, der Kirche einen unmittelbaren Einfluß auf die Lenkung der staajlichen Angelegenheiten einzuräumen, selbst unter den Konservakivm nicht allzusehr ver- breitet. Vor dem Jahre 1860 hatte unter ihrer Herrschaft die Kirche ihre anerkannte Autorität in Staatssachen durä; eine strenge Fügsamkeit gegenüber den Staatsbehörden zu entgelten. Das PatronatNecht Wurde straff gehandhabt, die Bischöfe ernannte der Kongreß und bevor fie das Panum von Rom er- bitten durften, hatten fie durch einen streng formulirten Eid den Geseßen, besonders dem 1":er die DeSamortisation der geiftlichen Güter Gehorsam zu geloben. Der Liberalißmus, fie von diesen Feffeln befreiend , Trennte die Kirche nicht allein vom Staate, sondern ignorirte ste in den wichtigsten öffentlichen Beziehungen, ein Verhältniß, welches vieleAnomalien des hiefigen VerfaffungSreckzts erzeugt hat. In dem politisch- religiösen Parteigetricbe halten nun die kirchenfreundlichen Kon- servativen überall, wo fie keine kompakte Masse wie in Antio- quia und Tolima bilden, und wo ihre Kandidaturen keinen selbständigen Erfolg versprechen würden, zu dem linken Flüge[ der Liberalen, zur Nuüez-Partei. Umgekehrt sucht letztere fick) durch Koalition mit diesen versinzelten konservativen Elementen zu verstärken.

Von der alkgcmeinen Erregung find selbst so durchgängig für liberal gehaltene Staaten wie Boyacéx angeßeckt worden. In der Hauptstadt glaubte man deri Ultramontanen eine großaxtige Demonstration entgegen stellen zu müssen und veranstaltete, seit mehreren Jahren zum ersten Mal, ein Civilbegräbniß. Der Leiche des Freimaurers Riomalo war die kirchliche Einsegnung versagt wor- den,weil derselbe, ohne seinen Irrthümern zu entsagen, und ohne Empfang der Sakraménié geschieden war. Dem Manne, dcn im Leben fast Niemand außer den spärlichen Beinchern der Nationalbibliothek kannte, bei Welcher er angestekit War, dem Arzt ohne Praxis folgten im Tode über tausend Personen, darunter die Mitglieder der Regierung, Kapellen der Militär- mustk, die Studentenschaft, Freimaurer :e.

Der Kongreß hat 11003 dem eigenen Eingeständniß seirer Mitglieder an eine prinzipielle Behandlung der kirckylichen Frage bisher noch nicht Heranzutreten gejvagt.

Afrika. Dem „Manchefter-GuardiaU“ wird aus Lagos

vom 9. Juni geschrieben:

„Eines der Opfer der leßten Invasiotx des Königs von Dabomey in Abbexkula ist entflohen und 111 809011 angekommen. Er sagt, der König habe eine plumpe Imitation eincs Hölzernen Schiffes mit Ketten und Anker anfertigen lassen, das auf einen Hügel gestelli Wurde, und der große'Fetiscb ist, durch welchen, "wie man hofft, die Schiffe des englischen Kommodore stranden und von den siegreichen Dahomianern an das Gestad-x gezogen werden dürften. Der andere Hauptzweck seiner Gebetes“, daß er nicht übsrrumpelt werden möge. Zcxblretck) sind di“.- Meufcher-xr- opfer, die stattfinden, um den iniscb her gut:: Laune zu erbalt-m. Der Flüchtling erzählt, daß ungciälzr 800 Gefangene aus den ben-xch- barten Distrikten- dem Könige vxrgerYrt wuxden. Die obe7sten Fetischpriescer reiwten jedem einen Trank, und 1e nach_ der Ste'äung, die jeder beim Trinken einnahm, wurde sein Schickxal entschéeden, nämlich 01) er als Sklave verkauft odkr hingezichtet Werden soÜe. kSein (ngicksal war die Sklaverei, aber es gluckte ihm, zu ent- ommen.

Kunst, Wissenschaft und Literakur. - Die im Jahre 1868 erö nete Shakespeare-Biblkotbek zu .

Bi mkngham enthielt im ezember 1875 die Zahl von 6198 Bän- den Shakespeariana. Unter diesen warey englische 4214, französische 327, deutsche 1354. böhmiscb- 38, däni1che 70, hollandische 71, frie- fiscbe 2, neugriecbiscbe 4, hebräische ], ungarische 12, italienische 60,

ZustanD der Leichen wohl angenommen werden darf, daß die Ver- schütteten einen plöleichen Tod gefunden Haben. Auch rzach diesem heftigen Wassererguß hat an der Dmclxbruchsslelle em ununter- brochener Wasserabfluß noc!) [äußere Zeit_ hmdurcb gedauert, und es muß aus dem Umstande, daß sich eine 10 große Waffermengx unter- irdisch ansammeln konnte, die Vermuthung entsxehen, daß in „dem bisher als fest angesehenen Theile des- Berggebanaes Gebwgöklyfte, sowie alle Grubenbaue oder verschüttete Tagebaue auf Dachscbixfer vorliegen, Welche theils bei späteren Veränderungen an de; Obexflachx durch Anlage von Weinbergen :c., theils durch die self langerer Zeit auf dem Bergabhang g-bildeten Schuttbalden verdeckt worden find. Zur Verhütung neuer Katastrophen find alsbald umfassende Maß- regekn getroff-n wvrden, und es muß. hier noch besonders hervor- gehoben werden, da Durch die Vewykligung emes sehr bedeutenden Geldzuschuffes aus taatsmitteln an diexStadt (Can mm die Mög- 1ichkeit egeben ist, daß auch der ganze, zm Rutschen befindliche Ge- birgskei? abgetragen Und symit wieder em völlig normaler Zustand des Gebirges hergesteut Wird.

Schmalkaden, im Juli. Am 2. September soll die Eyl- hüllungsfeier des hicxselbst dem Kompomslen der Wacht am Rbe'm, Karl Wilhelm errichteten Denkmals stattfinden. Daxan Wird fich ein Konzert schließen, in dem die bervorrageudsten Tondichtungen des Verstorbenen zur Aufführung gelangen sollen.

Zröschweßler, 10. Juli. Die neue evangelistbe Kir e, ,Frxedenskirchx“ genagnt, ist nun_vollendet. Der schöne gothi1che Bau mit 1einem kunstlertschen inneren Schmuck finhet ungetbeilten Beifall. Das „Weißenb. Wochenblatt“ meldet, das Sonntag, den 30. Juli, das neue Gotteßhaus seine Weihe emp augen Holl. Die Kirche ist nach den Planen des Architekten Wm lex in. Straßburg von den UnterneZZmern Reiß und MüÜer in Ingwetler (m_!géführt. Die innere Einr cblung isi theils in Straß- burg von Bildhauer Müller, theils von Nürnberger Künstlern ge- feittgt. Einen prächti cn Schmuck bilyen die gemalten, Glasfenster, ive1che „v"on Sr. Ma estät dem Kai1er, deutschen Fürsten und freien Stadien gestiftet worden sind.

[' 5, 13, “. ' 11, ' 23, t l' ," Qoal'lkclrschhe KUNZE e ]“ spantsche schwed1sche amu tsche 1

_Dxtsseldorf, 14. Juli. '(Költx. Ztg.) Hrn. Paul Henry in Parts1stam12.JuUd.J.seme fuxtfte Planeten-Entdeckuyg aelxzngen. Der Ort _dieses im Scorpion stehenden Planeten 12. 13. Große war: 12. Jul: 11 Uhr, Paris 10 Uhr 56 Min. Reciascension und _ 21 Grad 59 Min.'sudlicheDeklinatiou, die tägliche Bewegung _37 SET. _7“. Mit dtejem siebenten diesjährigen Plamten steigt pte Anzahl der'bekanuten kleinen Planeten auf 164, von Welchen 5 m Asien, 46 in Nordamerika und 113 in Europa aufgefunden

Wurden. Gewerbe und Handel.

Konkxtrskerjnin Über das Vermögen der HandengesellsÖafi S. Abel ]1111. zu Stettin mit einer Zweigniederlaffnng in Berlin (Jnf)aber Rudolf OScar Abel zn Stetiin & Adolf Simon Abel zu Berlin) und über das Privatvermögen des Kaufmanns Rudolf Oscar Abel zu Stettin, fand am 15. d. M. vor dem Königlichen Kreißgericbt zu Stettin statt. Kreißgericbts-Rath v._Mittelstaedt, der Koxnmissar des Konkurses, gab, soweit in der Kurze dxr Zeit es möglich war, ein Vxld über den Stand der Masse zu gewcnnen, folgende Uebersicht. Die Gläubiger des Stektiner Handlungsbauses wic“ die Gläubiger des “Privatvermögens des Rudolf OLcar Abel haben bestimmt auf volle Befriedigung zu rechnen, Wei] unbedingt selbst noch für de:! Kridar ein Ueber- schuß von uber 200,000 akk verbleiben wird. Das Bcr- liner „Haus dürfte Gläubtger vonständig zu bcfciedigen. Die Steigerung des Conrses der Perlin-DxeSDener Eisenbabnaktien, welckse zwar verpfändet find, betragt doch schon für die Masse seit Eröffamng des Konkurses über 1/4 Miklion, Wogegen allerdings noch nicht abzusehen ist, welche und ob fxbcrßauvi Verluste durch die Cösüner Papierfabrik eintreten, wobei das Haus aÜein mit ca. 6.0,000 Thlrn. engagirt ist, Alle Obligos sind binnen wenigen Monaten fällig, und wird aller Außsicht nack) das_ baare Geld für dieselben seiner Zcit schon in der Muse liegen. Einen Verwaltungöraih 11 Wählen „hielten die Ylaubiger bei diesem Stand der Angelegen eit für überflüssig. In «00901: c/a. Wrede gab sich die Ansicht kund, daß nur das Privat- vzrmögen des Berliner Abels in Anspruch genommen Werden kann, der einzig und allein den Prospckt mit aezxichnet und auch allein dafür verantwortlich gemacht wordm ist, Eine Bilance wurde nicht vorgelegt. Konstatirt wurde, daß die Bücher in musterbafter Ord- nung befunden smd, und nur in einem einzigen FaÜe die Bürber des Stettiner Hauses mit dem Bkrliner, soWeit es das Geseüscbafts- vermögen anbetrifft, außeinandergehen. Jm Stettiner Hause smd'die Berliner Grundstücke als Privatvermögen des Berliner Abel aufge- qurt, während das Berliner Haus dieselben 018 Gcsellsäyaftsvermögeu gebucht hat.

-7 Die ordentliche Gcneralversammlung der Aktionäre der Verltner Wechslerbank in Liquidation, in welcher 7,127,400 «;ck Aktien mit 1187 Sximmen vertreten Waren, genehmigte die vorgelegte Bilanz pro 1875 und erthßilte den Liquidatoren ein- stimmig Decharge. Der Beruht der Liqmdatoren führt an, daß die Abwickelung der Geschäfte soMik gefördert worden ist, daß an die Aktionäre am 10. ebruar 1875 eine Quote von 40% und am 3. November 1875 eme Quote von 110% zur Vertheilung gebracht w-xrden konnte. Die Bilanz weist nach an Aktiven: Bestanß an Wechseln, abzüglich Diskont 15,000 “44, Bestand an eigenen Werthpavieren 15,110 976. diverse Debitotcs 1,465,587 „is., Bestand an eigenen Hy- potheken 47,100 «14, Verlust er 31._Dezember 1875 5,750,875 „M. Summa 7,293,673 «44, U:?) an Pa1fivcn: Aktienkapital 5,000,100 Thlr. Aktien abzüglich 511%, geleistete Rückzahlung 7,275,000 „;ck, diverse Kreditore-Z 18,673 974, zusammen 7,293673 „sé Zur Erläu- (erung der angefügten Bilanz bemerktder Bericht, daß derim Wechsel- konko aufgeführte Bestand von 15,000 „M bereits Eingang gefunden ?at und daß der geringe Vorrath des Effektenkontos sick) nzwiichen durch die Realisirung aller verkauflichen Werlhe auf, ca, 2760 9-4 re'duzirt hat. Der "Bestand des Hy- potheken-Kontos wird durch eine Hypothek" reprasentut, welche am 1. Januar 3. !. verfäUt und auf deren Eingana man rechnen darf. Die Verpflichtungen der Bayliner Wechslerbank find erledigt bis auf einen wegen Abnahme von 120,000 „44 Aktien der Mxrienthaler Land- "und Baugesekls aft scbw-zbenden Prozesses und bis bis auf 350,100 „14 Hypotheken chuldcn, welche auf den von der „Gewerblichen Vaubank“ in Hannover übernommenen Grundstücken haften und von der Wechs- lerbank in Anrechnung auf den Kaufpreis zu übernthsn warex. Das Guthaben bei der DCUtschen Union-Bank in Liquid. betragt ca. 530,000 „M

Braunschweig, 12. Juli, Um die Bestrebungen zur Zebung des Kunstgewerbes im Herzogibum zu fördern, hat das . erzoglicbe Staats-Ministerium dem erst fett Kurzem bestehen- den hiesigen Vereine zur Förderung des Kunftgewerbes_ 3000 „;ck zur Verfügung Sesteklt, mit welcher Summe besyndxrö befahigten mittel- losen Gewer sveftiffeneu der Besuch der diesjahrtgen Münchener Kunst- gewerbeaussteuung ermöglicht Werden sou. -

Washington, 16. Juli. (W. T. V.) Nach dem Berichte des landwirthschaftlicben Departements war der Stand der Baum- wvllenernte in der ersten Woxhe dcs Juli gut, doch war das Wachsthum der BaumWolle noch mcht so Weit vorgeschritten, wie im Juli des vergangenen Jahres.

Verkehrs-Anstalten.

Triest, 15. Juli. (W. T. B.) Der Lloyddampfer „4011110 1111110111110“ ist hxute Nachmittag 31 Uhr mit dir ost- indijcben Uebe-landpost au“! Alexandrien hier eingetroffen.

New-York 15, Juli. (WT. B.) Der Dampfer „Main“ vom Norddeutschen Lloyd ist hier eingetroffen.

Riesels Reifecomptoir, Berija, Jerusglemerstraße 42, arrangirt in der Zeit der Gerichts- und Umverfitätsferren xine Ges e [1- schaftöreife nach Dänémark, Schweden und Norwegen, welche am 25"Ju1icr. Abends von Berlm abgeht und.;unächst Kopen- hagen, dann Jönköping, Stockholm, Christiania. die Provmz Thele marken, Gothenburg und den Troühättafall in fieb begreift; damit ist der Besuch der Umgebung und Sehenswürdigkeiten d_er erwähntexi Städte verbunden, worüber das Programm des Compimrs Yufschluß giebt. ,Die Reise wird von einem ,mit dem Lande und den Sprachen vonommen vertrauten Führer gelcttet.

Theater.

Im Wallnertheater wurde am Sonnabenh dgs Görnersche Lustspiel „Kurzstchtig“ aufgeführt, das sebx ergöizltcb m der_ Anlage ist und Wohl gefällt, wenn es so vortre [rcb dargestellt wird, jvie bier von den drei „Kurzfichtlgen“. Fr.. arlsen unh „den Herren Kurz und Kadelbur . _“ Dann folgte das parodtsttscbe roman- tische Ritter chaukpiel ,Jéoderiä) und F!ora' oder „Das _Amazonen- Corps dec ache“. In einem Vorsyiel beklat der Direktor des Theaters zu Potschappel_ (Hr. Meißner, .* erfasser der Pose), die neue Richtung, die jkszi zu allerler Ungebeuerlicbkerien führe; aber er sei gezwungen, fie mitzumachen, da das klassi1che Drama in Potscbavpel n,icbt mehr ziehe, und so xmpfehle er d_enn das große Ritterschauipiel .der Gunst des Publikums. Und diese wurde ihn“. auch in vollem Maße zu Thxil.

_ Graf Alexander Jredro der Yelixre, bekqnni als einer der thätigsten olnischen Bük,*nenjchr.ftsteller,1st, exnem Privattelegxamm des „Dzienni Pozn.“ zufolge, am 14. d. Mrs. in Lemberg verschieden.

Redacteur: F. Prebm, Verlag der Expedition (17 e11e1). Muck: W. Elaner.

Drei Beilagen (eins bließlicb Börsen-Beilage).

Berlin:

(7081)

ebenfaus in der Lage sein, seine-

zum DeutschM Reickxs-Anzeigxr und Königlich Préxxßischen Staajs-Anzeiger.

„MH 166.

Politische Monatsübersicht für Juni. 111.

(Vgl. Nr. 164 0. Bl.)

rankrei . Die Dxputirienfammer bkgann am 1. Juni die fHerhcinDlmctßgen über den GxseßentPUrf des Uytewchts- Minifcers Waddington, betreffend die Verlethmig der Umverßtats- grade. Die gestellten Amendements wurden samrxuluh verworfen und der Uebergang zur Spezia'lberathung der emzelnen Artikel mit großer Mehrheit beschlossen. Am „7. erfolgte darauf, der aklgemeinen Erwartung entsprechexld, die Annahme. des Geseß- entwurfs mit 388 gegen 128 Sttmmen. . Der Kriegs-thfter legte am 1. Juni der Deputirtenkammer emen GeseYentwurf vor, weleher 260 Miu. Frs. für den Weiterezt Umbau der Grenz- fe ngen und zur Anschaffung von KrwgSmatexial verlangt. Eme an den Kriegs-Minißer gerichtete Interpellatwn über die von ihm vorgenommenen Ernennungen in der Territorial-Armee machte weniger Eindruck, als die äußerste Linke beabfichtigte. Der Geseßeniwurf, betreffend die Ausxvrägung von Jünffrancs- Stücken wurde auch von Seiten. des Senats in der Sißung vom 23. Juni genehmigt, und zwar mit 244 gegen 123 Siimmen. Was das Gemeindegeseß betrifft, so bestand die Mehrheit der Deputirtenkammer auf ihren Forderungen in Be- treff der Ernennung der Maires, rend der Minisier des Innern, Marcére, diese Ernennung für a e Hauptorte, sowohl in den Departements und Arrondissements, wie in den Kantons, in An- spruch nimmt. Indessen kam es zwischen den drsi Fraktionen der Linken und dem Konseil-Präsidenteu Dufaure noch am Schluß des Mouats zu einer vorläufigen Verständigung. Die Delegirten erklärten, der Vergleich wegen des Gemeindegeseßes habe den

' größten Theil der republikanischen Majorität gegen sich, Und

baten den Minifier, einzuwilligen, daß das Geseß von 1871 wieder in Kraft geseßt werde. Dufaure versprach, dem Minister- rathe diese Bitte vorzulegen, und fügte hinzu, daß, wenn der Ministerrath nicht darauf eingehe, er mit den Fraktionen der Linken einverstanden sei, daß die Frage wegen Ernennung der "Maires verkagt werde.

Durch die vereinigten Anftrengungen der Gegner der Ver- “faffung ist es am 16. Juni geLUrxgen, die Wahl des früheren Vize-Präsidenten des Kabinets Buffet zum lxbenslänglichen Se- nator an Stelle des ve-storbenen Ministers Des Innern Ricard duxchzuseßen. Die Organe der aus Orleanisten, Legitimisten und Bonapartiften zusammengeseßten Koalition hatten schon vorher verkündigt, daß diese Abstimmung das Vorspiel zur Verwerfung des Waddingtonschen Gescßentwurfs im Senat bilden werde. Und in der That wurden in 6 Bureaus von 9, Gegner dieser Vorlage gewählt, gegen welche die Ultrammianen ihrerseits eine Petitionsbewegung in ;;Scene setzten. Indeffen hoffen die Liberaxen nach wie vor auf Annahme. Seit der Ueberraschung, die ihnen der 16. Juni bereitet, haben 1101) die Leßieren nm so fester zusammengesehaart. Die Rechte des Senats sucht denn auch die Berathung des Waddingtonschen (Hefe es möglichst zu verschieben, und da sie die Mehrheit im Ausschu 0 hat, so dürfte der Bericht, den Kolb- Bernard zu erstatten hat, erst kurz vor den Sommerferien ein- gebracht Werden.

Der Präfident der Republik hat durch ein im „Journal 17-fficiel“ Vom 28. Juni veröffentlichtes Dekret 87 wegen Theil- nahme an dem Kommune-Aufstande Verurtheilte begnadigt und in einer Zuschrift an den Krieqs-Minifter angeordnet, daß ferner- hin keine gerichtlichen Verfolgungen wegen jenes Aufstandes ein- treten soÜen, ausgenommen, wo LS fick) um solche handelt, die in AUSnahmefällen 111 000101110010111 verurtheilt sind.

Den umlauerden Gerüchten über Zwiespalt im Kabinet rat der Präsxdent dcs Ministerkonseils Dufaure in der Depu- tirtenkammer am 23. nachdrüchlich entgegen, indem er erklärte, „die Aufgabe der Regierung sei, Ordnung und Sicherheit zu erhalten und dem Lande zu zeigen, daß es eine endgültige und regelmäßige Regierung habe, gegen welche wühlerijche Umtriebe Nichts vermögen.“

Ueber die SteUung Frankreichs zu den orientalischen

Ins erate für den Deutschen Reichs- u. Kgl. Preuß.

STaats-Anzeiger, das Central-Handelöregister und das

Postblatt nimmt an: die Königliche Expedition dk.! Deutschen Keiths-Inzeigets und Rönlglirh

Berlin, 8. «. Wilhelm-Straße Nr. 82.

1. Zbockbrjsiéa 11116 [1111701811011 2. Zubbzstoliionsn, Qufgebots, 0110411113011 11. M . Preußischen Staats-Anzeigers: 3. 700111119, soryaobbungsn, 8060115310000 01:0. 4. 7011007111118, Wortisaüou, 2103701110113 11. s. w. 7011 6601121101100 kayierso.

Erste Beilage

Berlin, Montag, den 17. Juli

Ereignissen gab der Minißer des Umzwärjigen auf Befragen im Budgetausschuffe der Deputirtenkammer eine beruhigende Erklärung ab; die Integrität des oömanischen Reiches und die Erzielung eines "verbesserten 8100.15 quo in den insurgirten Pro- vinzen werde von 011911 Mächten einheUig als Ziel erstrebt, dem auch Frankreich nachtrachte.

Im dritten Ausschuss der parlamentarischen Initiative stelXte Naquet den Antrag, einen Ausschuß zur Untersuchung über den Credit foncier zu veranlassen, da diese Anstalt ihre Statuten überschritten und die Interessen ihrer Aktionäre ge- fährdet habe. Der Vorfißende des Ausschusses entgegnete, der Finanz-Minister habe bereits eine Untersuchung angeordnet und wünsche, es möge bis nach deffen Berichterstattung in der Sache nichts weiter geschehen.

Die Nr. 54 des Amtsblatts der Deutschen Reichs: Post- und Telegrapxnverwaltyng hat folgenden Inhalt: Ver ungen: vom 11. Jul! 1876: Errtchmng einer Postanstali auf dem FeFtplaße zu Lausanne; vom 10. Juli 1876: Bezug von Postiüons- dienstkleidungsstücken durch Vermittelung des Kaiserlichen Postzeug- amts bierselbst; vom 8.J1111 1876: Generalverfügung an sämmtliche Kaisexltche OberxPostdirekttonxn, betreffend die Einführung besonderer Bezejchnungen fur einzelne Ctsenbahn-Telegraphenstationen. _

_ Das Junibeft des „Centralblatts für die gesammte Unferrtchtsv_erWaltung in Preußen“ hat folgenden Inhalt: Centralblatt fur das Deulsche Reich. _ Amiö-KautionHWesen. _ Annahme und Verrrchnung der Beiträge für die aUgemeine WittWen- VerpflegungSanstalt. _ Behand1ung nacbgemachter, verfälschter und nicht mehr umlaufsfahiger Retchsmünzen. _ Nachweisung über die Zahl der Lehrer „an den Universitäten im Winter 1875/76. _ Frequenz der Universitäten im Winter 1875/76. _ Seminar für romanische und englisch Plxilologie an der Universität zu Breölau, Reglement. _ Regulattv fur den Siipendien- 20. Fonds bei der philosophischen Faxultät der Akademie zu Münster. _ Immatriku- lation dcr österreich1schungaxischen Sfaaisangehöcigen in Preußen. _ Stempelfreiheii der AbgangSzeugnisfe dxr Studirenden sowie der Be- glaubigungxn der Servirzeugnisse der Apothekergehülfen. _ Ordnung der finan_ztel1en Verwaltung bei Univerfitäts-Jnstituien. _ Bedin- Yngen 1ür die Verleihung Von Büchern aus den Königlichen

ibliotheken Jxaliens. _ Zusammensetzung der wissenschaftlicben Prüfungskomm-Nswn zu Berlin. _ Zeitschrift „Hermcs“. _ Anrech- nung der im Auslande zugebrachien Dienstzeit b:?i der Pknfionirung, _ Schmid: PädagogisÖes Handbuch. _ VorZräge _für Volkösckyul- lehrer im Seminar zu Berlm. _ Ausschluß emer A'censtonöprüfnng älterer Lehrer. _ Kommission und Termin zur Prüfung von Lehre- 1inm'n zu Hilchenbach. _ Befähigungözeugnisse aus der Turn- lehrexinnenprüfung. _ Turnkursus für Lehrerinnen zu Aachen. _ Präparanden-BildungSWefen. _ Lefcbücher für Volksschulen. _ Per- son01chronik.

Statistische Nachrichten.

Das Kaiserliche stai'iftiche Amt veröffentlicht im Heft 11. Ath. 1 der Vierteljahrshefie zur Staiisjik des Deutschen Reichs für das Jahr 1876 _u. 0. zwei _Uebers1chten über die von den Rübenzurkerfabriken tm Zollgebiet des Deutschen Reichs in den. Monaten „September 1875 bis Ende März d. J. verslxeuertet: Rupenmengen und über die Pro- duktionpon Stärkezucker „tm Deutschen Zollgebiet im Jahre 1875. Wir entnehmen daraus folgende Angaben:

Die Zahl der zu Anchng des Jahres 1876 im Betrieb befind- lichen Rübenzuäkerfabrtken beiter fick) 010335 (darunter 255 in Preußen) gegen 337 im Vormhre, hat sich (1110 um 2 vxrmindert. Von dense1.ben find in den exstén stebsn Monaten der Cam- pagne 1875/76 im Ganzen 82,491,895 Ctr. Runkelrüben auf Zucker verarbeitet Worden gegen 54,906,855 Ctr. in 1874/75, so daß sich also für , 1316 laufende Campagne ein Mehr von 27,585,040 Ctr. ergiebt, Welches lediglich dem zünftigen AußfaÜe der 1eßjährigen Rußenernte zuzuschreiben ist, die in Bezug auf die Quantität der Ruben ei„ne vorzügliche war. Dagkgen sol! der Zuckergeh01t denjenigen der„Ruben der 1874er Ernte nicht überaÜ erxeicht haben. An der Rubenvxrarbcitung warcn foxgende Bezirke in besonders hervorragender, Weise betheiligi, und zwar in Preußkn die rovinzen: Sachsen 117711 38,079,968 Clr. (gegen 1874/75 mehr 15,247, 94 Str.), Schlesien unt 10,522,027 Ctr, (mehr 2.977,675

Oekfentlichev Anzeiger

( 5. [1101111110110 Umbüssewsnta, 1410111111011 11116

-80011611. STÜYQUZUÜS].

7. 1411010118056 ansigsu. 8. Weabar-Üusaigsn. 9. kamüjou-Uaobriabtsv.

6. 7013010000110 Zakauniavaobnngav.

111 (101' 1361-30!)- beilage.

1876.

(Str.), Hannover mit 5.865,990 Ctr. (m.".hr 1,906,260 Ctr.) Rhein- land unt 3,359,205 Ctr. (mrbr 564,170 (Str.), Branden urg mit 2,814032 Ctr. (mehr 538,365 (Gtr.), PomMern mit 1,296,450 Ctr. (mehx 205,965 (Gtr.); von den übrigen deuFscven Staaten: Braun- schwe1q mxt 7,524,418 Ctr. (mehr 1.864,059 Cin), Anhalt mik 7,456,030 Ctr. (mehr 3,165,010 EU.), Württcmlverg mit 1,638,193 Ctr. (mehr 69,175 CW), Thüringen mit 1,181,939 Ctr. (mehr 408,256 (Str.), Baden mit 555,794 Civ. (mehr 16,921 CU,).

Dre Zak)! der Starkezuckerfabriken im deutfchen Zollge- biet: betxug xm Jahre 1875 50 (darunter 3 inaktive) gegen 48 (dar- gnter,1 tnakttve) m 1874. Eine dieser Fabriken [)?-f eine Angabe uber 1hre Betriebsresultate in beiden Jahren verweigert. Von den übrigen sind zu Stärkezucker verarbeitet worden: 707,256 Ctr. nasse Stärke ((H874: 834,420 Ctr.) und 89,447 Ctr. trockene Stärke (1874 98,259 Zr,). Die Menge des hieraus gewonnenen Stärkezuckers be- truxz: Starkezucker in fester Form 134,626 Ctr. (1874: 224,848 (Gtr.), StarkezucL-rsyrup 283,613 Ctr. (1874: 296.660 Gtr.), Couleur 39,163 Ctr, (1874: 26,120 Str.). L_)ie durchschnittlichen Verkaufspreise pro Centner stekiten sich für Starkezucker auf 14,83 „M (1874: 16,70 „M), Stärkczuckersyrup auf 14,55% (1874: 16,209“), Couleur auf 18,06W

(1874: 19,90 „M). Getverbe und Handel.“

' Aus d_em Geschäftßbericbk der Betrieböverwaltung der Saar- brucker Eifenhghn entnehmen wir folgende Daten: Der crfoneu- verkehr inkl. Milti'ar erreichte die Frequenz von 2.528,775 ersonen, gegen 1874 2,643,683 Personen, mithin pro 1875 weniger 114,908 Personen oder 4,3 %, An Einnahmen wurden erzielt 1,384,518 .“. gegen 1874 1.298,603 9161, mithin pro 1875 mehr 85,915 „M oder 6,60/0. Der Güterverkehr erreichte einschließlich der Steinkohlen- und Koks- Transporte, sowie der Eisenbahnfahrzeuge die Höhe vo114,965,727 To., davon War frachtfrei beförderies Gut 63,239 T0. und somit tarifittes (Hut 4,902,488 To. Der Koblen- und Koksverkebr, dessen Ergeb- nisse in den eben genannten Zahlen schon einbegriffen find, ergab im Speziellen excl. der frachtfrcien Dienstkohlen ein TranSportqaantum v0_n 3,528,878 To., pro 1874 dagegen 3 382,946 To., pro 1875 0110 mehr 145,932 To. oder 4,31%. Die Einnahme dafür betrug: 4,103,157 «_ pro 1874 3729202 «, mithin pro 1875 mehr 373.954 W oder 10,03 0/0. Eine Einbuße bat die Verbreitung der Saarkokyle in Lothringen, dem südlichen Elsaß, dem nördlickoen Theile von Baden, Bayern Und Hessen, Wo die billigere Ruhckohle nicht sywohl in Folge des biÜigeren Wafferjvegcs auf“ deux Rhein, als Wonders der niedriJcren Tarife der Rheinischen und Reichsbahn Weitsr Vorgedrungeu ist. Di? wirkliche Solleinnahme beträgk pr. 1875 nach Abzug der Einnahmereste 011 1874 zur Höhe von 300.551 „44, 9,902,003 «16, die reine Betriebö-Soüauögabe excl. 111,815 M, Reste 011 1874 5,538,57Z. 144; es verbleiben daher 4,363,432. Außerdem find verausgabt: zur Melioration und Erweiterung der Bahnanlage, so wie zur Vermehrung und Verb fferung der Eelriebömittel 71,603 «414, T1 001110 des Reservefonds 16,994 „M, 13. 0011t0 des Erneuerungs- fonds 704,433, an Pachtgeldern für die Benußung_ fremder Babu- strecken und Bahnanlagen 108,364 „Fü, zur Verzimung der Kosten für den Ausbau der Grenzstrecke bis Saargemünd 53,507 „44, so daß

als Ueberschuß restiren 3,408,529 „;ck Von den Soll-Auégaber: Haben

die reinen Betriebßaußgaben_ 5,538,571 «16. oder 55,93 "/0- die zur Melioration der Betrtekömtttel verwendeten Auögabcn 71,603 .“ 0021 0,72 0/9, die Außgaben, Welche eÉgenilicb aus Reserve- und Er neuerungsfouds hätten bestritten werden müssen, 721.428 914 oder 7,29 0/0, die Pachtgelder für Benuvung fremder Bahnstrecken und Bahnanlagen 108,364 „ja odxr 1,10 0/0, die Zinsen der Kosten für den Auxbau der Grenzsirecke bis Saargemünd 53,507 044 oder 9,51 % zmammeu 6,493,474 „M oder 65,58 0/0 der Einnahme in Ansprucl; gxnommen. Die reinen Betrieböausgaben vertheilen fick) nach den cmzelnen VerwaltungSzweigen: Auf die angemeine Verwaltun mit 293,643 M oder 5,30 0/9“ auf die Bahnverwaltung mit 1,371,5 9 „FC. oder 24,76 0/0; auf die Transportverwaltung mit 3,873,399 „14 oder 69,94 0/0. Im Jahre 1875 entfallexi auf den Bahn-Ktlom. Nuß-Kilom. Achs-Kilom. 54,637,77 6,04 14 35,830,02 3,96

18,807,75 2,08

an Einnahmen.

an Auögaben

mithin Reinertrag. . während an reinen Betriebs- AuSgaben darauf enifallen 30,561,00 3,88

und gegen die Einnahme

einen Reinertrag von . . 24.076,77 2,66 8 ergeben. Der Ueberschuß von 3,408,529 «(& repräsentirt im Ganzen 5,150/0 Zinse_n des bis 1110, 1874 verrvendeten und für die Verzinsung “111.0 1875 m Betracht zu ziehenden Anlagekapitals zur Höhe bon 6641168600 „FC 4"- «3, während im Jahre 1874 nur 2,92% Zinsen rc u tr en. '

Inserate nehmen an: das Central :Anuoncen- Bureau der deuts en Zeitunöen ku Berlin Mohrenstraße Nr. 45, d e Annoncen- xped tionen des „Jnvalidendan„“, Rudolf Muffe, aaseustein & Vogler, G. L. Daube & Co., S lotte, Büttner & Winter, sowie alle übrigen gr ßeren Annoncen-Bnreans.

Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen» 'tenherg, ist wegen Verdakbts des Diebstahls die . Steckbriefs-Erledignnq. Der hinter den gerichtliche Haft beschloffen Worden. Der g.“.gen- Wendlgen Subhastation versteigert werden.

; - - wärtige Aufenthalt der Kleinekt ist uns unbekannt; ZZYYYUYÜZZZYÉKKFZYZJYLFY KFTYYYYJ wir ersuchen daher alle Behörden, auf die xc. Klei-

, * - nett zu vigiliren, dieselbe im Betretungsfalle anzu- _ Juni 1). I. exlafsene Steckbrtef wud bterdurck) halten und uns hiervon Nachricht zu eben. ingleichen besondere Kaufbedingungen, können in haben vermeinen, aufgefordert,1hre Anspru-

zuruckgenommen. Berlin, W 13" JW 1876' König- Signalement: Alter: 27 Jahr, Größe: 1 el_er unserem Bureau 111. eingesehen werden. 52 Centxmcter, Haare: schnoarz, Stirn: niedr1g, YgerrZMK: Fxßun, ?)Llfuxzten:Kgrau,b Nase(:G YZ?“

, un: re ane: ee, inn: reit, ? : Steckbrief. Wld.“ den Arbeiter Carl Mai- länglich und,bager, Gefichtsfarbex blaß, Statur: WMSUUS dre ?UÖMÖL HM bksWlossM Worden, war dieselbe mit einem rauen Rock mit bunten Präklufion

liebes Stadtgericht, Abtheilung für Uniersuchungs- sachen. Kommission 11. für Voruntersuchungen.

__T-___.___h__ __

AuZzug aus der Steuerrokle.

Der aegenwärt ge Aufentba'ltsort des Maiwald ist Streifen, einer neuen Par entjacke, roth mit gelben zumeldm.

uns unbekannt, wir ersuchen daher aÜc Behörden, ("'t ' auf den 20. Muiwald zu vigilirsn, denselben im FUNKY «MY alten schWarzen Strohhut ohne Befreiungsfaüe anzuhalten Und uns bisrvon Nach- tuche. Scbtveidu

richt zu geben. Si nalcment: Alter: 38 Jahre“ Größe: 5 Fuß 2Yoll 2 Strick); H1are: 1110de

Königliches Kreisgericht. Erste Abtheilung.

Selb und schwarz karrirten Kattun- so!] 01

n , den 27. Juni 1876. 28. September 1876, Vormittags 11 Uhr, an biefiger Gerichtsstelle verkündet werden.

Züllichau, den 3. Juli 1876.

Zürn: frei; Augenbrauen: blond; Augen: arau; ase und Mund: gewöhnlich; Bart: blond; Zähne: 3921115; Kinn: oval; Gesichtsbtldung: länglich; Ge- dchtsfaxbe: gesund; Statur: mittel; Sprache: -eU sch., bFFondere Kennzeichen: keine. Bekleidung: STZUUthMUße, graUes Jaquet, graue Hosen, graues b aw Uch,_We1s;es Hemd, Weißwollene Unterjacke, WU"? StkUmPfe, Ledervantoffeln, Ledergurt. Schweipuxh, den 3. Juli 1876. Kömsltches Kreisgericht. 1. Abtheilung.

Stkkkbkikf. Wider die unverehelithte Helene Geßäudesteuer veranlagt, am 25. September 1876, Vormittags 9 Uhr.-

Kleiuett aus Ober-Stradam, Kreis Polnisch War-

Bubbaftationen, Anfgebote, Vor- ladungeu u. dergl.

Snbhastations-Patent.

Rothweudiger Verkauf. _ Das der offenen Handelßgesellschaft: .Zullrcbaucr Vereinsfabrik Foerster & Co. zu ZFWZZZZÜT) IFM?» Flegene 'uckßw tBHnT LfL Bcht 1 AHB n1875 Cl) ! tt !) v st bene und von ' ('“ s r. es um 11 s verzet nee a r grun - 'em er zu 010 eu urg er or von emer "“t t" ärki -Poener stück nach einem NußunxxsrlYerthe voix 2862 „M zur 1hrer Mutter, der Wittwe "“ a ton der M W o

zack, eborene “* m, u Charlottenburg, allein 9- - . beerbtt? PaulimYYÜste ouzack, VerwittweteKrone, .)Uttktgut Buckow, Antheil lk- mtd o.„

(ber.

Züuichau“ ge- richte reßulirt.

Königliches Kreißgerickot. Der SubhAasstations-Richter.

Am 29. Mai 1875-FWU“ Sämbutaäkkk Carl Friedriax Ferdinand Kouzaxk gestorben. und wird seén Nachlaß beim unterzeichneten Ge-

Jobanne Catharine Kon-

an der hiesigen Gerichtsstell»? im Wege der noth- ; legitimirt, wclöhe dieEnkelineines Bruders desVaters

* des Erblassers, mit dem leßteren also im 5. Grade ver-

_ beglaubigte Nb- wandt gewesen ist. Es wexden daher alle Pie- 1chrift des (Hrnndbuchblattes, etwaige Abschäsßungen jenigen, Welche nähere oder gletch nahe Etbanspruche und anderedas Grundstück beireffende Nachweiungen, an den Nachlaß des obengenannten Eeblaé'sers zu

c un'te_r Beifügung der Kirchenatteste und sonstigen Leßm-

Alle Diejenigen, welche Eigentbums- der ander- mationsurkunden bei dem unterzeichneten Gixrjchte zu weite, zur Wirksamkeit gegen Dritte der Ein- dem anzackschext Nackolaffe, Akten 1T. 59 75, spa- tragung in das Grundbuch bedürfende, aber nicht testens m dem auf eingetragene Realrcchte geltend zu machen haben, den 14. November1876, Vormittag? 1019111“, Bekleidet Werden auf efordcri, dieselben zur Vermeidung der vor dem Herrn Stadtrtcbter M*:fsow UU Zimmex

?pätkstens im Versteigerungstermine cm- Nr. 13 anberaumten Termine anzumßlden und

nachzuweisen, widrigenfalls die Pauline Auguste

Das Uribeil über die Erkheilung des Zuschlages Konzack, verwittwete Krone, als 0110101 0 geseß-

riedrich [6097]

liche Erbin des Schuhmachers Carl Ferdinand Konzack erachtet Werden wird,

23 lin den 6.Juli1876. 6087] ' Königliches S_tadrgeszzt. 11. Abtheilung sur 'Civilsacben.

Verkäufe V- en SUQZMW"

Guts-Verpachtuug.

Das im Meise ZüuiÖau-Schwiebus belegene,

cbste Erbin desselben ist die am 12. Sep- 1 Meile von der Stadt Züllichau und ÉMeilm 1

. senbabn MMW“, der hiesigen Stadtpfarrkirche gehörige