1876 / 168 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 19 Jul 1876 18:00:01 GMT) scan diff

[Zöb- Staib, szk'Fslk-w- vom 2- fL*Zaiciii'lon Landweßr-Rc'is„

Nr. 120- 3" SUNPQLÉMMÜUW *Der Res. des Infabkkrie'Régimxits ' Nk- 12“- KUIPP- Yk-iEZÜ-"webel vom 2. Baiaiilox'. Landivebr- RMS- Nr- 122. FL;,U_*T,.)auer, Nestle, Vize-Feiow. vom Res. JUNI, Bat. IT.?- )_-/, zu Sec. Léeutii. der Res. des Gren. Regis. «.';- ..:-, 39292, VZze-Feldw. vom Rei. Landw. Bai. Nr. 12_7, zum SLL- Lk- der Res. dcs Jui. Regis. Nr.. 124, Braun, Muller, VleFLÜYÜv. vom Res. Landw. Bat Nr. 127, zu Sec. Lieuts. de_r Res, “dss Infant. Regis. Nr. 125, Fricker, Vize-Fkldw. vom Rei. LSFDw. Bai. Nr. 127, ZUM Sec. Lieui. der Rei. des Gren. Regis. Mr. 123,*K1"ibel, Vize-Feidw; vom Rei. Landw. Bai. Nr. 127, zum Sec. Lieui. der Rei, _des Infant. Regis, Nr. 121, Frhr. v. Linden, Vize-Feldw. vom Rei. Landw. Bai. Nr 127. zum Sec. Ji; der Res. des Jnf. Regis. Nr. 125, Schabel, Vize-Feidw. vom Vici. Landw. Bat. Ifir. 127, zum Scc. Lt. der Rei. des Infant. Regis. Nr. 121, ernann .

Abschiedsbcwiliigungen. _Zém Veurlaubiensiande. Den 7. Juli. 1). Boise, char. Ma]. 3. D. und Bezirkö-Commdr. des 2. Bais. Landw. Regis. Nr. 124, Unter Entbebung_ von der szktion eines Landw. Bezirks Commdri, dci" Abichied mit Pension und der Uniform dés Inf. Regis. Nr. 120 bewilligt. (Hiocker, Sec. Lt. d. Rei. des Gren. Regis. Nr. 119, Speidel, Sec. Lt d. Rei. des Inf. Regis. Nr. 124, der Abschied mit Pension bewxlligi.

Jm SanitäiSCorps. Den 7. Juli. 131". Stoll, char. Ober-Siabsarzt 1. Klasse und Regimentéaxzt dcs Grm. Re__gts.- Nr. 119, zum Ober-Siabsari 1 Klasse befördert. Hopfen,“;artner, Oker-Siabsarzi 2. Kia e und Neaimentsarzt des Inf. Regis. Nr. 126, unter Verleihung des Charakters als _Ober-Stabsarzt 1. Kl.?ffe in das Inf. Regi. Nr. 124 versetzt, und_m1tWal)rnel)muna der divi- fionsärztlicben Funktionen bei drr 27. DW. beauftragt. 1)r. Hoff- mann, Siaks- und Rats. Arzt des 2. Bats. Inf. Regis. Nr. 124, zum Ober-Siabßaxzt 2. Klasse und Regimentsarzi im Inf. Regt. Nr, 126, ])1'. Engelhard, Assistenz - Arzt 1. KW"? im Dragoner - Regiment Nr, 25, zum Stabs- und Bataillons- Arzt des 1. BRS. Inf. Regis. Nr. 121, befördert. Kitap , Unter- arzt dec Res. im 2. Bat. Landw. Regis. Nr. 126, zum 21 fisi. Arzi 2. Klasse der Rei. ernannt. 131“, Baumgärtner, Stabs- und Ab- theilungs-Arzi der 2. Abth. Feid-Ait. Regis. Nr. 29, als Stabs- und Bais. Arzt zum 2. Bai. Inf. Regis. Nr. 124, [)r, Kock). Stabs- uud Bais. Arzt des 1. Bais. Inf. Regis. Nr. 121, als Stairs" und Abths. Arzt zur 2. Abth- Feid-Ari. Regis. Nr. 29 versetzt. _

Beamte der Militär-Verwaltung. Den 8. Juli. Walter, Feldwebel Von der HaibirivalidenAbtheilung, ZUM Kasernen- Inspektor ernannt.

Die heutige Nummer des Deutschen Reichs- und Königlich Preußischen Staats-Anzeigers enthiilt in der Central-Handels-Register-Beilage:

Nr. 130 der Tarif- 2c. Veränderungen der deut- schen Eisenbahnen.

Yichtamtliehes. Deutsches Reich.

Preuszcn. Berlin, 19. Juli. Se. Majestät dcr Kais er und König haben Sick. gestern nach Krauchenwies zum Besuche des Fürsten von Hobenzollern begeben. Heute beabfick): tigten Se. Majeßät Sich über Lindau und Rosenheim nach Salzburg zu begeben, wo morgen das Diner bei Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreich stattfinden wird.

Am Freitag (21.) soll die Reise Sr. Majefiät des Kaisers Und Königs von Salzburg nach Gastein erfolgeii, bis Lend mit der Eisenbahn, von da zu Wagen nack) Gastein. Der Aufent- halt daselbst bleibt einstweilen bis zum 12. August, die Riick- kehr nach Berlin auf den 14. August angeseßi.

_ Se. Kaiserliche Und Königliche Hoheit der Kronprinz trat gestern Abend 10 Uhr vom Lehrter Bahnhof in Begleitung des Majors Und periönlichen Adjutanten von Lie- benau die Rückreise nach Scheveningen an.

_ Ihre Königiichen Hoheiten der Kron- prinz und die Kronprinzessin von Italien be- gaben Sich in Begleitung Ihrer Königlichen Hohei- ten des Prinzen und der Prinzessin Carl gestern Vormittag miiteift Extrazuges von Potsdam nach Berlin, um den zoologischen Garten, das Aqua- rium und andere Sehenswürdigkeiten in Augenschein zu nehmen. Nach der Befichtigung des zoologischen Gartens wurde daselbst das Frühstück eingenommen. Nachmittags Erfolgte die Rückkehr nach Potsdam eben- falls mittelst Extrazugs. Um 5 Uhr fand bei Ihren König- lichen Hoheiten dam Prinzen und der Prinzeifin Carl auf Schloß Glinike das Diner statt, zu welchem Ihre Königlichen Hoheiten der Krbnyrinz und die Kronprinzessin von Italien, die Mitglieder der Kowgiichen Familie, das Gefolge der Hohen Gäste und andere distinguirte Personen Einladungen erhalten hatten. Um 91 Uhr Abends_fubren Ihre Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin von Italien mittelst Exirazugs unmittel- bar m_:ch dem Oßbahnhofe zu Berlin, um mit dem um 102 Uhr von hier aus _abgelaffenen Courierzuge in den italienischen Salon- wagen die Reise nach St. Petersburg fortzuseßen.

__ Heute, am Todestage der Hochseligen Königin Lizise, war der Derselben im Thiergarten gewidmete Gedenk- ßem reich mri Blumen geschmückt;

- Ueber die nächsten Sessionen und die Wahlen enthält die „Prov. Korr.“ sola-nde Mittheilungen:

_Zunäch_ft muß im Spätherbst dieses Jahres der bis- herige Reichstag nochmals berufen werden, nicht blos zur Be- rathung der Reichs-quttzgeseße, sondern auch zur Feststeliung des Weiteren Reichshaushalis-Eiats, da derselbe nur bis zum 31. Dezember d. J, bewilligt ifi.

Dieser lehten Session des bisherigen Reichstages aber wird nach den demnächftigen Neuwahlen schon in den ersten Monaten des kommenden Jahres die erste Session des neuen Reichs- tages folgen müssen, da mit dem nächsten Jahre die bei der Verlegung des Etatsjahres in Aussicht genommene neue par- laxnentarisch"e Ordnung beginnen soll, nach welcher die regel- maßige alljahrli e ReichstagSsesswn in den ersten Monaten des Jahres stattzufin en hat. *

_ VorFer aber wird der preußische Landtag, da er in dtesem Ja re noch nicht, wie für die Zukunft beabsichtigt ift, in den l_eßtexi Monaten des Jahres versammelt werden Xanti, in Gemaßheit der Verfaffung, welche die Berufung in der Zeit vom 1. November bis zum 15. Januar vorxchreibt und Velzufs Feftfteiiung des Staatshaushalts-Gtats vor em 1. Aprkk is en-

trägt 19.902,350 „M Der Antrag Kraußold und Genofforn auf

Das gégenwiiriichT preußische Abgeordnenhaus ift am 12. November 1873, der eichstag am 5. Februar 1874 zusammen- etreien; mithin läuft das dreijährige Mandat des Abgeordneten- Jauses spätestens mit dem 12. November 1876, das Mandat des Reichstages mit dem 5. Februar 1877 ab.

Die Neuwahlen für das Abgeordnenbaus könnten, da dasselbe schwerlich noch in diesem Jahre berufen werden wird, an und für fich erst nach Ablauf des Mandats, nach dem 12. November stattfinden, _ wenn nicht die Rücksicht auf den alsdann versammelten Reichstag die Ans-ßiing “der Landtags- wahlen im Monat Oktober angemessen erscheinen ließe, zu wel- chem Zwecke eine formelle Auflösung des Abgeordnetenhauses vorhergehen muß. -

Auch die Neuwahlen für den Reichstag dürften nicht erst nach Ablauf des Mandats, nicht nach dem 5. Februar an- Fuseßen sein, da sonst die Session des neuen Reichstages erf: sehr spät beginnen könnte. Es dürfte nach dem Schluß der Herbstsession des Reichstages die Aufiösung desselben und die Neuwahl" im Januar, unmittelbar vor der Landtagsseifion, erfolgen.

Nimmt man hinzu, daß schon im August der Branden- burgisckze Provinzial-Landtag, im September die Pro- vinzial-Landtage von Preußen, Pommern, Schlefien und Sachsen Behufs Vervollständigung der Einrichtungen der Selbstverwal- tung und zu den Wahlen fiir die Vcrrvaltunaßgerichte zu berufen sein werden, so ergiebt fick), daß in dem öffentlichen politischen Leben in Bezug auf unsere inneren Verhältnisse in diesem Jahre nur eine ganz kurze Ruhrpanse eintritt.

Diese Pause aber wird durch die Vorbereitungen für die Neuwahlen auSgefiillt, wclche innerhalb aUer Parteien bereits begonnen haben.

_ Für die evangelisch-lutherische Kirche der Pro- vinz Hannover find mit Zustimmung der Landessynode Anfangs dixsks Monats mehrere Kirchengeseße Yllerhöchst vollzogen worden.. Ein Kirchengeseß vom 2. Juli 1876, betref- fend die bußtägliche Gottesdienstordnung in der evan- gelisch-luiherischen Kirche der Provinz Hannover, stellt die Buß- 1iturgie fest. Ein Kirchengeseiz vom 3.3u1i1876 verordnet, daß der Druck des Harzgesangbuch künftig mit den von der Bezirkssynode Ciausihal-ZeUrrfeld be- antragten Aenderungen erfolgen soll. Nach einem an- deren Kirchengeseiz vom 4. Juli 1876 sollen Pfarrstellen, deren Diensteinkommen, abgesehen von freier Wohnung, weniger als 2400 «46. beträgt, unter gewissen Modifikationen, soweit die Kirchengemeinden ziir Aufbringung der dazu nbihigen Mittel im Stande sind, bis zu diesem Betrage verbessert werden.

Die Vorschrift des §. 5, Nr. 3 des Geseßes, wonach auf Pfarrstellen von mehr als 800 Thalern JahxeSertrag nur “solche gewählt werden dürfen, Welche das 35. Lebensjahr zurückgelegt haben, soll nach einem Kirchengeseß vom 5. Juli 1876 fortan m_r für Pfarrstellen von mehr als 2700 «M IahreSerirag ge ten.

Endlich regelt ein Kirchengeseß vom 6. Juli 1876 die kirchliche Trauung in der cvangeliicb-lutherisclzen Kirche? der Provinz Hannover und stellt eine Trauungsliiurgie fest.

_ In Beziehung auf §. 114 des Reichs-Strafgeießbuckzss („Wer .es unternimmt, durch Gewalt oder Drohung eine Behörde oder ei n MUMKK _ ! Vornahme oder Unterlassung ei1er Nmtsha dlung zu nöth-ipxn, wird * mit Gefängniß bestraft“) hat das OberzTribunal-in einem Erkenntnis; vom 21. Juni d.I. auSgesprociien, daß, wer einen Beamten, welcher eine an ßch nicht gerechtfertigte Amtshandlung ausführen wili, mit der Ver- öffentlichung seines Verfahrens in der Presse bedroht, strafbar ist.

_ Der Kaiserlich russische Gesandte in Darmstadt, Graf von Often-Sacken, ift heute früh auf der Durchreise nac?) _Si. Petersburg hier angekommen und im Hotel Royal abge- „liegen.

Raßeburg, 19. Juli. Gestern ist, wie die „Lauenb. Z.“ miitheilt, dem Jäger-Batailson hierselbst ein Kaiserlicher Befehl mitgetheilt, daß dasselbe zum 1. Oktober hier fort und nach Hagenau im Elsaß verlegt Werden soll. Das Bataillon wird als 15. in das )(7. Armee-Cotps aufgenommen werden.

Sigmaringen, 16. Juii. (Schw. M.) Am Freitag trafen Ihre Königlichen Hoheiten der Graf und die Gräfin von Flandern in Krauchenwies zu längerem Besuche ein.

Bayern. München, 17. Juli. Die Abgeordneten- kammer erledigte heute den KultuSeiat ganz nach den Vor- schlägen des Ausschusses. Die bewilligte Gesammtsumme be-

DienstalterSzulagen für die protestantischen Pfarrer wurde von der Rechten abgelehnt. Bezüglich einer Petition altkatholi- scher; Gemeinden erklärten Herz und Völk, von. einer Antrag- stellung au_f StaatSzuschuß blos deswegen Umgang nehmen zu “wollen, weil ein derartiger Antrag von der Rechten doch nicht anZenommen werden würde; es iei aber zu koniiatiren, da die Altkatboliken ganz dieselben Rechte haben, wie die andern Konfessionen. Minister v. Luß erklärte, daß er aus demielben_Grunde dic Einsii [lung einer Summe im Budgei vermieden hiibe. Die Staatsregierung habe über die Altkaiholiken noch dieselbe staatsrechtlickze Anschauung wie im Jahre 1871; würden Mittel _von der Kammer bewilligt werden, so würde die Regie- rung :hre Mitwirkung gewiß nicht versagen. Am Schluß der Sißung wurde der vom Kultus-Minifter untersiiißte Münchsche Anirag auf _autHentische Interpretation des Artikels 111. des Schuldotatir-USgeseßes im Landtagöabschied (der Minimal- gehalt soll vom Gulden in 1 «44. 80,5 umgerechnet werden) mit 76 gegen 56 Stimmen abgelehnt.

_ In der ]. Abtheilung hat die klerikale Mehrheit heute Abend den Beschluß gefaßt, die Landtagswahl für Schw ein- furt zu kassiren. *

_ Der Fin_anzausschuß der Kammer der Abge- ordneten hat 111 vier mehrstündigen Sißun en den ordent- lichen Etat für die Armee berathen, und ie umfangreiche Debatte vorgestern Nacht zum Abschluß gebracht. Es hat sich, wie die_ „Allg. Zt .“ vernimmt, die Berathung aus dem Grunde zu einer so um affenden gestaltet, weil einige wichtige Rechtsfragen zu erledigen waren. Der Militäretat wird nun bis Mitte der Woche in der Kammer zur Berathung gelangen, und sick) derielben dann alsbald die Berathung über den Geseßentwurf bezuglich eines Kredits fiir außerordentliche Bedürfnisse der Armee anschließen. _ Die von der dermaligen Mehrheit der Kam- mer ,der Abgedrdneten abgelehnte TheuerungSzulage mit 210 Mark fur 1eden Staatsbeamten ist vom Finanzauss uf; der Kammer der Reicharäthe mit 4 gegen 3 Stimmen e enfalls

zweifelhaft, ob die hohe Kammer in gleichem Sinne wie ihr Ausschuß fich enifcheiden wird." _ Der Präsident des protestan- tifchen Ober-Konfisioriums, ReichSraih v. Harleß, der schon seit einiger Zeit wieder kränklich ift, beabsichtigt deshalb, wie dasselbe Blatt" vernimmt, um Verseßung in den Ruheftand nachzu-

suchen.

Würzburg, 17. Juli. (Corr. v. u. s. D.) Die Fürstin- _Obrenowrtsch, die Mutter des Fürsten Milan von Serbien, ist gestern ihren Leiden erlegen. Die Leiche wird einbal-samirt und in die Heimath der Verstorbenen gebracht.

Oefterreich-Ungarn. Wien, 18. Juli. (W. T. B.) Der Kais er ist heute Abend zu der Begegnung mit dem Deutschen Kaiser nach Salzburg abgereist. _ Wie die „Pol. Korresp.“ meldet, hat der Kais er heute den neu er- nannten türkischen Botschafter, Aleko Pascha, zur Ent“ „g_e_gennak)me seiner Kreditioe in feierlicher Audienz em- pangen.

Krakau, 16. Juli. hier eingetroffen und wird hier zwei Tage verweilen.

Pest, 17. Juli. „Nemzeti Hirlap“ iheilt mit, daß der

Domeßikalkaisen vorbereite. Leitendes Prinzip deiselben sei, daß alle IuriSdiktionen, welche mit 8 Proz. ihrer Staatssteuern die Administration nicht zu decken vermögen, als selbständige- Iurisdiktionen aufhören sollen. Nur zu Gunsten einiger ober- ungarischen Komitate soll eine AuEnahme gemacht undihnen

Regierung auf das Budget solcher Komitaie einen größeren Einfluß üben.

__ Aus Triest berichtet man dem „Pefter Lloyd“, daß zur Verftarkung der Küstenbewachung aniäßlich der jeßt ver- fügten Absperrung der Küste Dalmatiens gegen Kriegs-Cont're-

in Audriißung treten soll, deren Bestimmung es wäre, längs der dalmatinischen Küsten zu kreuzen.

Großbritannien und Irland. Die Erklärungen Lord Derby's über die orientalische-

begrüßt. Selbst die liberalen Mitglied-xr des Kabineis, welche an den beiden Deputatinnen theilna'hmen, scheinen, wie die „Times“ meirit, das Bewußtsein vollständigen Ein- v'erständnisses mit dem Minister iiber die schwebenden Fragen aus der Unterredung heimgebracht zu haben, Und diese Stimmung findet in der Preffe ihren Wiederhall. Die Adresse war, außer von einer Zahl anderer angesehener Per- sonen, auch von 40"Parlamentömiigliedern unterzeichnet, welch leßtere, zu den Liberalen gehdrig, größteniheils umfangreichere Gemeinsohaften vertraten. Konservativen Abgeordneten verbot is die Parteidiöziplin, fich einer Adreffe zur Interpellation Lord Derby's anzuschließen. _

_ Der Kaiser und die Kaiserin von Brasilien werden am Sonnabend, den 22., in London ankommen und, wie schon bei dem friiheren Besuxhe, in Claridge's Hotel wohnen.

_ 18._ Juli. (W. T. B.) Das hiesige Auswärtige Amt_hat _eme Depesche des englischen Botschafters in Konitantitzopel erhalten, in welcher derselbe die Mittheilung macht, daß ein hoheriürkis ch er Beamter als außerordentlicher Kommissar nach Bulgarien abgesandt sei, mit dem Auftrage,

schreiten. werden, um die Schuldigen auf das Sirengste zu beßrafen.

_ In der heutigen Sißung des Unterhaus es erklärte der Unter-Staatsi'ekretär Bourke auf eine bezügliche Anfrage, er habe noch keine genauere Nachrichten über die angebliche Ein-

gierung erhalten. Es sei ihm nur eine des englischen Boischastcrs in Konstantinopel, Elliot, zu- gegangen, in welcher derselbe die Mittheilung macht, daß der englische Konsul in Bukarest ihm eine Denk- schrift übérmittelt habe. Er (Bourke) kenne den Inhalt

Ienkins-dem Hause an, daß er am nächsten Donnerstag den Premier DiSraeli dariiber interpelliren werde, ob die Antwor- ten, welche Graf Derbi; am leßien Freitag den Deputationen ertheiit habe, als offizielle Erklärungen über die Ansichten und die Politik der Regierung aufzufassen wären und ob Graf Derby bei einer Diskussion der orientalischen Frage im Hause eine offizielle Erklärung über den Grund der Anwesenheit der englischen Flotte in der Besika-Bai und über die Thätig- keit auf den Werften abgeben Wolle.

Frankreich. Paris, 1.7. Juli. Der Conseils-Priifident Dufaure erklärte heute im Ausschuß für die Einstellung der“ Verfolgungep gegen die Aufständischen der Kom- mune, daß die Regierung den von demselben aUSJearbeitetm Geseßetztwurf nicht annehmen könne, daß fie dic- AUSnahme- kategorien, welche der Ausschuß aufstelle, nicht genügend finde, und daß sie auch dazu ihre Zufiimmung nicbt gebe, daß die Listen der in aoutumucjum Verurtheilien veröffentlicht werden,

fich bis zum nächsten Donnerstag.

_ In der heutigen Sißung der Deputirienkammer gab- Gambetta als Vorfißender eine Darlegung der Arbeiten des“ Vudgei-NuSsckgusses, dessen Arbeiten fertig sind. Diese Arbeiten liefern nach Gambetta's Anfieht den Beweis, daß der* Ausschuß sehr thätig war. Der AUSschuß hatte über eine Reihe' von Amendements zu berathen, 'die, vom volkswirthschaftlichen und finanziellen Gesichtszpunkt aus betrachtet, erheblich waren; aber er behielt vorzugsweise da_s Ziel tm Auge, den Geschäfts- ang der öffentlichen Dienstzweige zu fichern, und wird später Feine Vorschlä e für verschiedene Verbefferun en zusammen- fassen. Cam etta schlägt danach vor. daZ am nächsten Montage die allgemeine Budgetberaihung in An riff genommen werde und daß die Kammer sodann zu den Er'rte- rungen über das Kriegs-, Marine-, .Iystiz- und Unterrichts- Minifterium, über das Budget für Algerien und über die direk- ten Steuern übergebe und die Berathungen iiber die Budgets der “übrigen Minißerien und über die indirekten Steuern einer außerordentlichen Budgetsession vorbehalte. Der Finanz-Minister Leon Say sprach dagegen den Wunsch aus, daß, wenn es möglich sei, das ganze Budget noch vor den Ferien von den Kammern votirt werde; zugleich nimmt er Akt davon, daß die_

fails eine kurze Session bald nach Beginn des Jahres halten mussen. , .

abgelehnt worden;_es_ wäre aber, der „Allg. Ztg.“_ zufolge, noch

Budge'tberathungen am nächsten Montag beginneri _sollen. Der

Der Erzherzog Albrecht ist heute *

Minister des Innern einen Geseßentwurf in Betreff der "

eine staatliche Subvention gewährt werden; dagegen soll die- '

bande eine Anzahl kleinerer Kriegsschiffe _ Kanonenbooie _

London. 17. Juli. ' Frage werden Seitens der englischen Presse mit Befriedigung **

gegen die dort verübten Exccffe“ der türkischen Truppen einzu- , Derselbe wird mit umfaffender Vollmacht versehen '

berufung der Reserven Seitens der rumänischen Re-g Depeiche ,

derselben noch nicht. _Im weiteren Verlaufe der Sißung zeigte '

Der Ausschuß beschloß, seinen Antrag umzuändern, und vertagte- *

radikale Abg. Pro n!fi ßeilt eine Anfrage wegen der Mittheilung der „Ag.Hav.“, in welcher gesagt wurde,dieRegierung werde dieKammern )gleich nach der Sesßon der Generalräthe einberufen, wenn daß Budget nicht vor Ende der jeßigen Session votirt worden sei. Wenn, bemerkte Proust, diese Note- einen offiziösen Charakter

ihabe, so wiirde fie gccignei sein, die Beziehungen zwischen Regie-

rung und Kammern zu stören. Der Minister des Innern entgegnete, die „Agence Havas“ habe weder offiziösewnoch (Jffi- ziellen Charakter; übrigens sei die Tribüne stets _das Organ einer konstitutionelien Regierung, deren sie fick) zu bedierien habe, wenn sie nicht etwa das Offizielie Blatt bewuße (Beifall). Prouß nimmt Akt ron dieser Antwort des Mimfters des Innern.

_ Der „Köln. Ztg.“ wird geschrieben: ,Die gegenwärtig ßaitfindendcn Unterhandlungen zwrscben dem Grafen _von Chambord und den Prinzen _von Orleanß, um zuxitixm Einvernehmen zu gelangen, find nicht darauf gerichtet, die ]eßige französische Verfaffung umzustiirzen, iondern 1880, wenn eme Revision möglich wird, gemeinschaftlich an der Wiederherstel-

* lung der Monarchie zu arbeiten.“

-- Der Ober-HandelSrath versammelt fich täglich um 91; Uhr unter dem Vorsiß des Hrn. Teifferenc de Bort, um über die verschiedeiien Fragen, welche fiel) bei der bevorstehenden Erneuerung der Handelöverträge ergeben, zu berathen. Als eine der wichtigsten bezeichnet das „Journal des Debats“ die Getränkfrage. Die Reklamationen, welche die Produ- zenien der gewöhnlichen Weine im Süden und Südwesten Frankreichs eriioben haben, schienen dem Handelswil) gerecht. Hr. Gaston Bafille zeigte die Vortheile, welche die fremden Länder aus den französischen Zollgeseizen gezogen hätten. „So also können nach dem Konventionaitarif die fremden Weine nach Frankreich hinein bis zu 14 Proz. Alkohol mit einer Abgabe von 30 C. per Hektol. Die unseren zahlen 23 Fr. in Belgien, 27 Fr. 55 oder 68 C. in England, je nach dem Grad des Alkoholgehalis, 23 Fr. in Schweden und Norwegen, 42 Fr. 40 C. in den Niederlanden, 31 Fr. 20 C. in Portugal, 6 Fr. in Italien, 20 Fr. in Oesterreich. Diese drei leßteren Länder, welche wie Frankreich große Quantiiäten Wein produziren, ßnden es ganz natiirlich, bei mis einen Wein für 30 C. zu importiren, der dem unseren ähniick) ist, während sie unsere Weine in ihrer Heimat!) mit so enormen Abgaben belegen. Die französischen Produzenten fordern keinen Schuß, sie nehmen den 3911 von 30" Eis. per Hektol. an, den die fremden Weine beim Eintritt in Frankreich zahlen, aber sie fordern, daß ihre eigenen Produkte dieselbeAuf- nahme jenseits dir Grenze finden.“ Der Ober-Handelsrath hat in der Absicht, den Wünsckzen dei" südlichen Handelskammern zu entsprechen, eine Eingangssteuer von 5Frs. per Hektor. gewdßn- licher Weine, und von 20 Frs. für die Liqueure angeiwmmen. Was die Einführung der Streichhölzer betrifft, so ift fie be- kanntlich im Prinzip verboten; aber der Finanz-Minister hat geieizlich das Recht, den Import zu gestatten. Dann zahlen fie einen Eingangszoll von 12 Frs. oder 20 Frs. pro 100 Kilo. Der Rath hat endlich noch beschlossen, daß er sich mit der Frage der HandelSmarine nicht beschäftigen werde, aber daß er die zeitweiligen Zulassungen berathen werde, nachdem er sich über die Enircpöt-Kosten und die Zollabgaben, die bei der Textil- Induftrie zu entrichtan ieien, auSgesprochen haben werde.

Versailles, 18. Juli. (W. T. B.) Der Senat be- gann in seiner heutigen Sißung die Berathung des Geseßeni- wurfs iiber die Verleihung der akademischen Grade, nachdem die Dringlichkeit für dieselbe angenommen war. Tie Berathung wird morgen fortgeießt werden.

Italien. Rom, 16. Juli. In der Kirche von San Apollinare konsecrirte Kardinal Franchi heute Morgen den neuernannrcn apostolischen Nuntius für Brasilien, Monsignore Cesare Roncetti, Erzbischof von Seleucia jo park, joüc].

' Türkei. Konikantinopel, 18. Juli. (W. T. B.) Die türkische Regierung hat eine Proklamaiion erlassen, in welcher fie den Soldaten, welche Miffethaten gegen die friedliche Bevölkerung verübt haben, die strengste Bestrafung androht und die Kommandanten der Truppentheile für das Verhalien ihrer Soldaten verantwortlich macht.

_ Vom Kriegsschauplaße liegen folgende Tele- gramme Vor: _

Wien, 18. Juli. (W. T. B.) Der „Politischen Korre- spondenz“ wird aus Ragus a gemeldet: Die ganze Ebene von Gaczko und die Stadt Metocbia haben sich den Montene- grinern ergeben; ebenso Nevesinje und mehrere auf der Straße nach Gaczko liegende Blockhäuser. Die Besahung von Meiochia f1üchtete mit dem Pascha unter Zurücklassung von Ge- päck und Waffen in das befestigte Lager. Mostar, das von der türkischen Bevölkerung verschanzt ist, wird von den Mon- tenegrinern ernstlich bedroht. Man erwartet bei Blagaj (öst- lich unweit Mostar) eine Schlachi. Gerüchtweise verlauiet, Moukhtar Pascha sei mit seinen Truppen auf dem Marsche nach Mostar begriffen. Derwisch Pascha solle den Ober- befehl in Vosiiien übernehmen. '

Belgrad, 18.Iuli. (W. T. B.) Der Regierung wird vom Kriegsschauplaße" gemeldet: Ein von den türkischen Truppen gemachter Virsuch, uber Ljubowija (an der Drina, südlich Von Zwornik) hinaus_ vorzudringen, wurde zurückgeschlagen. Ebenso wurde ein türkisches Detachement, welches die serbischen Truppen bei Moira gdra (östlich von Wischegrad, an der Grenze in Serbien) angriff, in - die Flucht gejagt. Im Allge- meirxen stehen die iiirkiscben Truppen nirgends auf serbischem Geb et. richt, wonach eine serbische Division bei Nova-Varosch zw streut sein sollte, ist Unrichtig. Das Dstachement Ducics“ ist nicht zerstreut, sondern hält die den Türken am 8. d. abgenommenen Verschanzungen vor Nova-Varosch noch beseßt.

Belgrad, 19. Juli. (W. T. B.) Dxr Rxgierung nd' genauere'Meldungen vom Kriegsschauplaße uber die bei S ait ar -

ftattgehabten Gefechte zugegangen. Nach denselben wären die

türkischen Truppen am 12. d. aus ihren dortigen Verschanzungen

zurückgeworfen worden, doch hätte der Einbruxh der Nacht eine weitere Verfolgung derselben verhindert. Di; Serben er- beuteten 190 Ochsen, mehrere Remonten und viele Gewehre, Das Feuer der türkischen Geschütze hatte wenig_ Erfol . _ Die Nachricht, daß in einer serbischen Truppenabtheilung ene_ Meu- terei ausZebrochen sei und deshalb mehrere Verurtheilungen und Hinrichtungen stattgefunden hätten, wird für volikommen erfunden erklärt. _ _ Den heute hier eingegangenen Nummern der „Turqme“ vom 8-. 9. und 11. Juli entnehmen wir folgende Nachrichten: Nach_ dem ,',Vakit“ hat der Sultan' an die Alba- nesen eme _mit derjenigen an die BoMier gerichteten identiscZe Pr oklamatton erlassen. Bekanntlick; fordert er darin die Bemo - UL? auf, die Waffen zu ergreifen ge„M die iirbisckze und montene- grmische RebeUton. _ Die Katholiken Bosniens haben

Die von der türkischen Regierung veröffentlichte Nach- -

dem Großvezier in einem Telegramm ihre Ergebenheit und Treue bezeugt und ge en die serbischen Absichten auf Annexion Bos- niens protestirt. ür den Erfolg der türkischen Waffen ist in alien katholischen Kirchen Bosniens ein Tedeum abgehalten worden. _ Man arbeitet jeßi an der Equipirung von zwei Panzer- Monitors, die in einigen Tagen zur Verstärkung der Donau- fiottille abgehen sollen. _ Auf das Gesuch Rumäniens, den Theil der Donau zwischen Negotin und Virciorova während des Krieges zu neuiralisiren, weil sonst der Handel zu sehr geschädigt werden würde, hat die Pforte am 8. geantwortet, daß sie dem Gesuch zustimme und daß dem Overft-Kommandirenden der Kaiserlichen Donaufloiiille der Befehl zugehen werde, daß er, wenn er die Donau hinaufgehe, nicht die Mündung des Timokfiuffes iiberschreite. _ Nach dkm „Basfiret“ [gaben sich mehr als 1000 Griechen, otiomanische und helienische Unierihanen als Freiwillige gemeldet. Sie woiiten Waffen erhalten und zum Kriegsschauplaß abgehen. _ Wie in den Hauptstädten Bulga- riens ist auch in Adrianopel ein gemischter Rath eingescßt, um fich mit dem Verhör und dem Urtheil der in die bulga- ris;che Insurrekiion Vcrwickelirn zu beschäftigen. _ Die Kommission zur Prüfung der von den christlichen Mitgift- dern der Generalversammlung dec Kxcetens er aufgestellten For- derungen hat ihre Arbeiten beendet und ihren Bericht der Hohen Pforte unterbreitet.»" _

_ Die „Turquie“ giebt folgende Analyse der den oberen Offizieren erihcilten Instruktionen: „Da die serbischen Rebellen fick) an den Grenzen des Jiirstenthums zeigen, ist es PiTicht der Regierung, diesen Angriff mit gewaffneter Hand zurückzutreiben. Deshalb hat sie an gewiffen_ Punkten Truppen und Jreiwiiiigencorps vereinigt, die unter die Befehle von Offizieren der regulären Armee gestellt smd. Aber sie be- trachtet nichts desto weniger die Bewohner von “Serbien, welches einen integrirenden Theil des türkischen Reichs auswacht, als Unterthanen des Sultans. Unter ihnen smd solche, welche _ver- derbiicheri Rathschl'ägen nachgebend und durch verbrecherische Aufstachelungen getrieben, fich empört haben gegen die souzerane Macht und fick) heut auf dem KriegSiheaier unter Waffen befin- den. Die Kaiserlicie Regierung wünscht sie zu strafen, aber aiich sie allein, und vergißt nicht, daß es ihre heilige Pflicht ist, Ehre, Gut und Leben allen denjenigen serbischen Unterihamn zu wahren, welche ihr treu geblieben sind. "

Die formellsten Befehle find da[)er gegeben, daß die regulare Armee und die Freiwilligen beim Einmarsch in Serbien alle Pflichten der Menschlichkeit gegen die Greise, Fremen, Kinder und alle friedlichen Bewohner beobachten; es ist ihnen anbefohlen, die Ernten zu schonen und die Belvohner, wenn nöthig, gegen die Ausschreitungen ihrer eigenen empörten Landsleute zu schüizen. Die Abiheilungs-Cheis haben die gsnaueften Ordres erhalten, über die Ausführung jener Befehle zu machen, und alle dage- gen Handelnden in der Armee und den Freiwiliigen-Corps zu bestrafen.“

_ Einem Schreiben der „Pol. Corr.“ aus Konstanti- nopel vom 11. Juli entnehmen wir Folgendes:

Man ist hier mit der Durchführung der von der ganzen Be- völkerung des Reiches in Anspruch genommenen freiwillig_en Unterstützung angelegeniiich bescdäiiigt. Es wurden zu disiem BeH-ife hicr und in den “„deviuzial-Hauptstädicn eigene Kommiiftonen zur Entgegennahme der freiwilligen Gaben gebildet. .Der Sultan hat mit der Zeichnniig von 460000 Frs. die Reihe eröffnet,*die Minister sind seinem Beiioieie mit der Zeichnung von 149,500 Frs. gefolgt. Einige der Minister haben. auch Silberiacben und Pferde dem Kriegs-Minister zur Verfügung gestellt. Die Banquters von Galata Wurden gestern auf die Psorte berufen, um zur Subskription eingeladen zu Werden. Heute find dicseiden dieser Einladung durcb Auflegung einer Liste bci der Ottoman-Bank ::1achgekommen. Die Beamten und auf dem Krichsckwuplaßc nicht verwendeten Militärs überlassen der Regierung theils eine halbe, theils eine ganze Monatkgage. In den Provinzen wurden die Kauftkute, Reniicrs und sonst halbWegs be- miitelten Einwvhn-xr nach Maßgabe ihéer Vermögenöverbältniffe zur Subskription angehalten. Im Ganzen aber wird die Subskription kaum mehr als zeim Millionen Francs ergeben.

Die Anwerbun von Freiwilligen nimmt hier ziemliche Dimensionen an. A e Lastträger, Ruderknecbie. Gärtner sind im Vorbofc des Krizgs-Ministcriums zu sehen. Aidaneien, Kurden, Araber, Ticherkesien, Y'natolicr, Zeibecks, Zigeuxer ic. verlan en nacb Waffen, um zur Verih-eidigung des Vaterlandes zu eilen. is ist sind hier 15,000 J'reiwiliige angeworben worden.

Die Piäße vor den Moscheen bilden ein meikiriirdiges Bild. Da lassen sich die Softas als FrLiwillige einschreiben, zu welchem Zwecke die Ulemas unter Bäumen ihre Werdetiicbe postÉri haben und die fis!) meldenden Softas auf einem Stück Papier insfiibiren. Die Softas werden ein eigenes Corps bilden und von Ulemas bcfehiigi Werden.

In der vkrflossenen Woche wurden von hier zwölf Bataillone Redifs und der arifzte Theil der Kaiserlichen Garde nach Risch be- fördert. Un SM]: der !cßiereu bleiben die ziveidus Alexandrien hk,?!“ bier ciiiireffenden ägyptischen Regimenter in der hiesigen Gar- ni Qn.

_ Ws Ragui a vom 17. Juli erhalt die „Pol. Corr.“ folgenden Bericht: _

Der Ober-Kommandaut der,.Herzegowiner Insur- genten, Peko Pavloviis, wxicbcr vom Jursten von Montenegro zum VrhoWiii Vojwoda iObcr-Woxwode) ernannt worden ist, bar. den Auftrag erhalten, Trebime zu_cerm„rcn. Mustafa Pascha„_ der Kommandant dieser Festung verfugi uber 1000 Nizamß, 1 Bataillon Redifs und 13 Tabors Bascbibozuks, welche unter dem Befehle; des Bimbascha (Major) Mohamed Be?!- Rdffulbegoviis stehen. Man kann die Zahl der Vertheidiger von rebmje auf 3510 Mam) veran- schlagén, für die Proviant auf Znehrere Wowen im Vorraihe ist. Um Trebinje dürften langwierige Kamvie stattfinden. _

Der Engpaß von Zkaloin (iurktich Zallom). Welcher m nord- östlicher Richtung von Metociiig nacb Nevefinje verläuft, ist bis zum 10. Juli ganz in türkischen Handen gewesen. Vdn eincrAbtbeili-ng Montenegriner gedrängt, zogen s_ich- zwxi BataiÜone Nizams _unier Selim Pascha nach Metoch zuruck. Die Türken halten in diesem Engpasse, abgesehen von den zwei Endvunkicn, nur den Ort Foinißa stärker bescizt. Um diesen Wichtigen Engpaß ganz in ihre Macht zu bekommen müssen die Montenegriner, abgesehen von Meiochia, auch die Orte eFoiniizoi und Zkalom nehmen. Die türkischen Beiaßungen dieier Orte find sehr gering. _ _ _ _

Am 14. Juli wurde den ganzen Tag uber bci Nevefinxe init Erbiitexung zwischen Montenegrmern _und Türken gekämpft. Der Kampf verlängerte fick). bis tief in die Nacht und ist der Auögang danach zu beurtbeilen, daß die Montenegriner gestern, den 16. Juli, in Blagaj einrückien. _ _

Cin moiitenegrinisches Corps ist m Glavsko oberhalb des Golfes von Breno eingelangt, wodurch die Verbindung zwischen Ragusa und Trebinje unterbrochen und -der_ Lebensmitteitranspott der Türken von hier nach Trebinje eingefleut ist.

_ Dis bisherigen Operationen der Montenegriner in der Herzegowina werden von der „Presse“, wie folgt, dargeßelit: _ _ _ _

Am 3. Jali-fieien die sxsten Schusic bei Podgoiizza, gleichsam

als äußeres Zeichen der Kriegserklärung der Pforte. Tags darauf:

feste sich Fürst Nikita mir seinen Truppen; von *Cetiinje in Be;- Wegung, überschritt bei Crnikuk am 6. Jan die Grenze und verei-

' angenommen hat,

nigie sich in der Landschaft Banani niit den Jziiurgenien der Herze- gowina. Dort Wurde der bckamiie Juiurgentemuhrer Peko Pavio- vics zumWrcbonmi Wojwoda(Ober-Wojwoda) der Jnfurgeniensernamit Und allem Anschein nach folgender Krichplan iestgeseizt._ Furst Ni- kiia theilie seine Armee, welche aus 9000 Montenxgrmerxi, 5000 Jnsurqenten und 2000 Freiwillige bejtand, augenscheinlich in zwei. Theilk. Er selbst iollte seinen Weg uber Bilek nehmen, Mit xmcr Kolonne Gaczko (Metochia), mit einer andern Nevcstnje zu erreichen suchen und nach der Einnahme dieser beiden Punkxe oder doch n_ach der Cerniruna von Gaczko gegen Mostar, die Haupistadt_der Provinz, vorrücken. Damit aber dieser Vormarsch in seine: linken qunie durch die etwa 2600 Mann starke türkische Beiaßuvg von Trebtnjx unter Major Mubamed Beg, xvie dureh türkische Truppen, welche bei Kiek lagerten oder doch ix: nachster Zeit dort auSgescbifft wurden, nicht erschWert oder belästigt werde, scheint Peko Pavlovics den Aus"- irag erhalten zu haben, von Banjani mac!) Trebinje zu marfcbiren, dieses befestigie Stadtcheu zu cermren_und durch das Thal der Tre- binfti a, auch Popdvopoiiz geiiaiint, bis Kiek Vorzurücken.

Hie eingetretenen Ereignisse eniiprecifen augenscheinlich solchen Anordnungen. Am 8. Juli traf Nikita vor Bilek ein. Von Pxidor, einem Orte nördlich von Bilek, sendete er über Piana und Fatniza ein starkes Detaéhement in die Ebene p_on Nepeiinje _ dieselbe Abtheilung, Weiche am 10. Juli die Kampfe m den Engpässen von Zalom (Skalom) mii Selim Pascha zu bestehen baiie. Dixie Ab- theilung hatte nicht nur den chck, darch emen Ruckenangnn auf Gaczko einen Theil der dortigen iürkiickien Besaßuxtg_[)erauszuivcken, und dadurch den Angriff Nikita's auf Gaxzko von Suden_her zu er- leichtern; diese Abtheilung hatte auch die Avantgarde der der Vor- rückung gegen Mostar zu bilden. __

Fürst Nikita 1eibst nahm seinm Weg uber_Koriia, doch gelang es ihm erst am 12. Juli, die Von den Turken besetzten Puriktx Kljucs und Cruiza zu nehmen. Die _beiZalom am 10. Jiili kämpfende Abtheilung war aisoiedenfaibi niit ihrem Axigriffe zu "stub gekommen, denn wenn auch Selim Pascha inden dortigen Engpasien geschlagen wurde, so zog er sich doch nach Gaczko zuru_ck und erwartet nunmehr in einer wohlvarfchanzten Stellung die Angriffe des Fursten Nikita von Süden ber. _ _ _

Peko Paviovics trennte sick) am 6, Juli bei Crxnkuk von der quptarmee, ceruirte am 8. Juli Trcbiuje, zog durch die Ebene von Popow) Und traf am 11. bei Uiovo auf die_ vorgefébdbenen Posmi der in der Cnciave an „Kiek konzentririen i_urkiscben Trupyen. „Ber Utovo scheint er die Tüiken geschlagen und iiber _(Hradazzuruckgedrangt zu haben, denn am 13. Juli lieferte er bei Renxevojzxio und Neum ein Gefecht, dessen Auögang noch nicht fichergestelii ist.

_ Aus Belgrad wird der „Pol. Corr.“ unter dem 14. Juli geschrieben: _ _ _

Die Kriegsleitung arbeitet mit großer Elie daran, die drei Armee-Corvs, welche am Idar, Timok und der Drina stehen, zu ver- stärken. Asie disponiblen Mannscbafxen _sind _breiis _dahm__abge- gangen. OH Lcschjanin ur.d Aiimpiis die Offensive im großeren Maßstabe ergreifen w:xden, ist noch immer fraglich, dagegen ist es gewiß, daß General Zach, der nun doch definitiv auf seinem Posierx verbleibt, mit seiner Armee, Welche auf 18,000 Marzi], o_hne die bei 3000 Mann zählenden Freiwilligen, gsbrackit worden ist, UZWU Offin- siostc-ß vornehmen werde. General Zack) soll jenen 13 Meilen langen und 8 Meilen breiten Strich, dor Montenegro von_S_erbi_en trennt und BOSnien- mit Bulgarien verbindet, um jeden Preis zu seine Macht bekommen. Ailerdings wäre diese Aufgabe nur _mii Huife der Mon- tenegrincr zu erreichen. Man darf nicht vergesien,_daß die Turkxn Novibazar, Sienica, Nova-Varosck), Prcpoijk, Plevje und Koiafchm stark befestigt haben.

Salonichi, 18. Juli. (W.T.B.) Das dcuisiheMittdl- meer-Gescbwader ift gefiern Abend Vor Salantchi wreder em-,.

getroffen.

Rumänien. Bukarest, 19, Juli. (W. T._B.) Wie von zuverläsfiger Seite gemeldet wird, hat nach der eigenen An- xabe der rumänischen Regierung die von ihr in der Kaminer beantragte Mobilisirung eines Theiles der Armee keirre kriegerische Bedeutung. * Dieselbe habe._vielmehr mir die Verstärkung des an der serbischen Grenze aufgestellten ' Observations-Corps zum Zwecke. -

_ (W. T. B.) Der Senat nah.n in seiner geftrigezi Sißung die Thronadresse an, in welcher dem Fürsxetrdie tiefste Ergebenheii ausgesprochen und bezüglich der auswaxngen - Politik der Wunsch hervorgehoben wird, daß Rumamen, entsprechend seinen Interessen und den Wünschen _Europzxs fortfahren möge, unter dem Banner der Neutralität un Frieden an seiner inneren Entwickelung zu arbeiten. '

Rußland und Polen. St. Petersburg, 17. Juli. ' Das „Journal de St. Petersbourg“ dementirt formell . die' von Wiener und Pester Blättern verbreitete Nachricht, daß

' Fürst Milan sich an das St. Petersburger Kabinet um Vor-

mittelung eines Waffenßillstandes gewandt habe. Das Blatt erklärt, es sei keinerlei Ansuchen solcher Art an die Kaiserliche Regierung gelangt.

Dänemark. Kopenhagen, 17. Juli. Nachdem der „_ König am Freitag das Uebungslager bei Hald_besucht und '- eine Reime sämmtiicher Truppen daselbst abgenommen hatte, . trat er am Sonnabend früh die Rückreise von Aarhus *an Bord des Dampfers „Slesvig“ an und traf am Mitra?! auf dcr Rhede von Helsingör "ein, begrüßt mit Salut von _ron- borg und von- einer auf der Rhede liegenden schwedischen Fregatte. '

Aus Buenos Ayres bringt der am Southampton angekommene deutsche -Poß- folgende bi-Z zum 15. Juni reichende

„Standard“ schreibt: Einschränkung in den nationalen AUSgaben ist das _hervdr- ragendste Diskussionsthema. Der Budgetausickzuß har _eme Reduktion in verschiedenen Departements und exirac-xdmaren Positionen imBetrage von 4,350,000 Dollars propomrt,_ wo- durch die Gesammtauögabe auf 16,000,000 Doll. verwmdert werden würde, d._ i. 10,000,000 Doll. unter den vorjahrigen Einkünften, und da die Einnahmen, für das laufende Jahr diejenigen in den _entsprechenden Monaten von 1875 übersteigen, darf ein Ueberschuß erwartet, Werden, _der zur, Reduktion der schwebenden Schuld verwendet wcrdewwwd. Es- ist im Plan, die Reduktion schon am 1. Juli 311? beginnen, statt bis nächßes Jahr zu warten. _ Betreffs der Nationalbank ist bis jeßt nichts Definitives entschieden, da der Senat nicht alle die von den Depuiirten eingebrachten Amendemeniß zu der Vorlag welche deren Notenermssion garantirt und die SuSpenfion. der Y_aarzahiungen geftatiet. Ein anderer dem Kongreß vorliegender wichiiger Gescßetit- - wurf verfügt den Verkauf der drei SiaaiSeisenbahnen, deren _- Länge 500 Meilen beträgt und deren Kosimsch auf 2,500,000 ' Pfd. Sterk. belaufen. _ Es ist proponirt, Obligationen einer _ heimischen oder auswärtigen Schuld zum Parikurse in Zahlung anzunehmen. Submiifioncn ioiien hier und in London am 1. April nächsten Jahres eröffnet werden., Diese Maßregel findet allgemeinen Beifall, da fie dazu angethan iß, _einen großen Theil der Staatssthuld einzulösen und die Burden

Amerika. 16. d. in dampfer „Elbe“ Nachiichten: Der

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